Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 9

Kapitel 47: ṛgvede 9.47 · ayā somaḥ sukṛtyayā mahaścidabhyavardhata Soma wächst durch Tatkraft und sucht Reichtum für den Weisen

Soma wird als tatkräftiger Bulle und Dasyu-Bezwinger geschildert, dessen Preislied entsteht. Schwierig sind kartvā, vidhartari und cayate.

ayā somaḥ sukṛtyayā mahaścidabhyavardhata / mandāna udvṛṣāyate

Durch diese gute Tatkraft wuchs Soma sogar über das Große hinaus; sich berauschend, richtet er sich wie ein Stier auf.

Wort für Wort
ayā
mit diesem (Instr. Sg.)
somaḥ
Soma (Nom. Sg.)
su-kṛtyayā
mit guter Tat/Tatkraft (Instr. Sg.)
mahaḥ
über Großes (Akk. Sg. n.)
cit
sogar
abhi
hinaus/über (Präverb)
avardhata
wuchs (3. Sg. Impf. Med.)
mandānaḥ
sich berauschend (Nom. Sg. Part.)
ut
empor (Präverb)
vṛṣa-yate
verhält sich wie ein Stier/bäumt sich auf (3. Sg. Denom.)

kṛtānīdasya kartvā cetante dasyutarhaṇā / ṛṇā ca dhṛṣṇuścayate

Seine getanen Taten allein und die noch zu tuenden, die Dasyu-Zerschmetterer, werden erkannt; und der Kühne treibt Schulden ein [?] [Anm.: cayate = ahnden/rächen, unsicher].

Wort für Wort
kṛtāni
getane Taten (Nom. Pl.)
it
gerade/allein
asya
seine (Gen. Sg.)
kartvā
zu tuende (Nom. Pl. n. Gdv.)
cetante
werden erkannt/bemerkt (3. Pl. Pass.)
dasyu-tarhaṇā
Dasyu-zerschmetternd (Nom. Pl.)
ṛṇā
Schulden (Akk. Pl.)
ca
und
dhṛṣṇuḥ
kühn (Nom. Sg.)
cayate
ahndet/treibt ein (3. Sg. Med.) [?]

āt soma indriyo raso vajraḥ sahasrasā bhuvat / ukthaṃ yadasya jāyate

Dann wurde der Soma-Saft, der indra-gemäße, zur tausendfach gewinnenden Keule, wenn sein Lobspruch entsteht.

Wort für Wort
āt
darauf/dann
somaḥ
Soma (Nom. Sg.)
indriyaḥ
indra-eigen/kraftvoll (Nom. Sg.)
rasaḥ
Saft (Nom. Sg.)
vajraḥ
Keule (Nom. Sg.)
sahasra-sāḥ
tausend gewinnend (Nom. Sg.)
bhuvat
wurde (3. Sg. Aor. Inj.)
uktham
Lobspruch (Nom. Sg.)
yat
wenn/wo
asya
seiner (Gen. Sg.)
jāyate
wird geboren/entsteht (3. Sg. Pass.)

svayaṃ kavirvidhartari viprāya ratnamichati / yadī marmṛjyate dhiyaḥ

Selbst als Dichter wünscht er beim Ordner [?] dem Weisen Schätze, wenn die Andachtsgedanken geputzt/glanzvoll gemacht werden.

Wort für Wort
svayam
selbst/von sich aus
kaviḥ
Dichter/Seher (Nom. Sg.)
vi-dhartari
beim Zuteiler/Ordner (Lok. Sg.) [?]
viprāya
für den Weisen/Erregten (Dat. Sg.)
ratnam
Schatz/Gabe (Akk. Sg.)
icchati
wünscht/sucht (3. Sg.)
yadi
wenn
marmṛjyate
wird geputzt/gereinigt (3. Sg. Intens. Pass.)
dhiyaḥ
Andachten/Gedanken (Nom. Pl.)

siṣāsatū rayīṇāṃ vājeṣvarvatāmiva / bhareṣu jigyuṣāmasi

Du bist einer, der Reichtümer zu gewinnen trachtet, in den Kraftproben wie unter Rennern, in den Beutekämpfen unter den Siegern.

Wort für Wort
sisāsatuḥ
gewinnen wollend (Nom. Sg.)
rayīṇām
der Reichtümer (Gen. Pl.)
vājeṣu
in den Kraftproben/Wettläufen (Lok. Pl.)
arvatām-iva
wie unter Rossen/Rennern (Gen. Pl. + wie)
bhareṣu
in den Beutekämpfen (Lok. Pl.)
jigyuṣām
der Siegreichen (Gen. Pl.)
asi
du bist (2. Sg.)

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