Kapitel 74: ṛgvede 9.74 · śiśurna jāto 'va cakradad vane svaryad vājyaruṣaḥ siṣāsati
Soma als Himmelsstütze und Renner im Sieb
Der Soma wird als brüllendes Kind, Himmelsstütze, Renner und gemolkene Wolke geschildert, die Ordnung und Aditi verbunden. Einige Stellen (Vers 3, 4, 7) sind lexikalisch unsicher.
Wie ein neugeborenes Kind hat er im Holz [Anm.: oder ‚im Wald‘] herab gebrüllt, wenn der rötlich glänzende Renner das Licht gewinnen will. / Er verbindet sich mit dem Samen des Himmels, mit der milch-wachsenden [?]; ihn erbitten wir mit gutem Sinn um Schutz, den weit Ausgebreiteten.
divo ya skambho dharuṇaḥ svātata āpūrṇo aṃśuḥ paryetiviśvataḥ / seme mahī rodasī yakṣadāvṛtā samīcīne dādhāra samiṣaḥ kaviḥ
Der die Stütze des Himmels ist, der tragende, gut ausgespannte, der volle Soma-Stängel, geht überall umher. / Er hat diese beiden großen Welten, die umhüllten, zueinander gehörenden, gestützt [?] samt den Labungen, [er,] der Dichter [Anm.: yakṣat unsicher, wohl ‚verehrend/weihend‘].
mahi psaraḥ sukṛtaṃ somyaṃ madhūrvī gavyūtiraditer{ṛ}taṃ yate / īśe yo vṛṣṭerita usriyo vṛṣāpāṃ netā ya itaūtir{ṛ}gmiyaḥ
Groß ist die Speise [?], das Wohlgetane, der somische Honig; weit ist die Weide der Aditi für den, der zur Ordnung geht. / Er gebietet über den Regen von hier, der stierhafte, der Stier, der Führer der Wasser, der von hier [aus] helfende, preisenswerte.
Beseelt [?] wird der Dunst gemolken: Schmalz, Milch; der Nabel der Ordnung, Unsterbliches wird geboren. / Die einträchtigen Freigebigen erquicken ihn, die Männer; den Hingelegten besprengen die Peru[s] [?].
arāvīdaṃśuḥ sacamāna ūrmiṇā devāvyaṃ manuṣe pinvatitvacam / dadhāti garbhamaditerupastha ā yena tokaṃ ca tanayaṃ ca dhāmahe
Gebrüllt hat der Soma-Stängel, sich mit der Woge verbindend; für den Menschen lässt er die den Göttern schützende Haut anschwellen. / Er legt den Keim in Aditis Schoß, wodurch wir Kind und Nachkommen erhalten [wörtl.: setzen].
sahasradhāre 'va tā asaścatastṛtīye santu rajasi prajāvatīḥ / catasro nābho nihitā avo divo havirbharantyamṛtaṃ ghṛtaścutaḥ
In das tausendströmige [Sieb] hinab sollen diese Nicht-Versiegenden im dritten Raum kinderreich sein. / Vier Nabel sind niedergelegt; hier unter dem Himmel tragen sie die Opfergabe, Unsterbliches, schmalztriefend [Anm.: Deutung der ‚vier Nabel‘ unklar, spekulativ].
śvetaṃ rūpaṃ kṛṇute yat siṣāsati somo mīḍhvānasuro veda bhūmanaḥ / dhiyā śamī sacate semabhi pravad divas kavandhamava darṣadudriṇam
Eine weiße Gestalt macht er, wenn er gewinnen will, Soma, der spendende Asura; er kennt die Fülle [?]. / Mit Einsicht folgt ihm die Werkmühe [?]; dann hat er hinab gerissen den wasserreichen Kavandha des Himmels [?].
Dann hat der Renner, nachdem er gewonnen, an den weißen, mit Kühen [Milch] gesalbten Krug die Rennbahn beschritten. / Götterbegehrende trieben ihn im Geist an, für Kakṣīvant von hundert Wintern, die Rinder [?].
adbhiḥ soma papṛcānasya te raso 'vyo vāraṃ vi pavamāna dhāvati / sa mṛjyamānaḥ kavibhirmadintama svadasvendrāya pavamāna pītaye
Mit Wassern gemischt, o Soma, rennt dein Saft, o Sichläuternder, durch das Schafhaar-Sieb. / Von den Dichtern gereinigt, du Berauschendster, sei süß für Indra, Sichläuternder, zum Trinken.