Kapitel 97: ṛgvede 9.97 · asya preṣā hemanā pūyamāno devo devebhiḥ samapṛkta rasam
Somalied: Läuterung und Strömen des Soma, Bitte um Reichtum und Heil
Langes Pavamāna-Lied an Soma mit vielen Bildern (Läuterung durch das Schafhaar, Vala-Anspielung, Ṛṣi-Namen in Vers 51-54). Etliche Verse sind sprachlich dunkel: 9.97.8, 9.97.17, 9.97.30, 9.97.52-54 (Eigennamen, seltene Wörter). Für Vers 35 fehlt der Padapāṭha in der Quelle.
Auf dessen Antrieb, auf dessen Drängen [?] hat sich der geläuterte Gott mit den Göttern den Saft vermischt. / Ausgepresst geht er, laut tönend, um das Seihtuch, wie ein Rufer zu den abgemessenen, viehreichen Sitzen [?].
Schöne Gewänder, zusammenstrebende [?], anlegend, groß, ein Seher, Weisungen verkündend, / so ströme hin zu den beiden Schalen, geläutert, weit blickend, wachsam beim Göttermahl [?].
Wort für Wort
bhadrā
schöne (Akk. Pl. n.)
vastrā
Gewänder (Akk. Pl.)
samanyā
zusammenlaufende, zusammengehörige (Akk. Pl. n.) [?]
Er wird auf dem Rücken des Schafhaars gereinigt, der Liebe, der ruhmvollste unter den Ruhmvollen, bei uns wohnend. / Brüll heran, strömend geläutert; ihr [Götter] schützt uns stets mit Heilsmitteln.
pra gāyatābhyarcāma devān somaṃ hinota mahate dhanāya / svāduḥ pavāte ati vāramavyamā sīdāti kalaśaṃ devayurnaḥ
Singt vor, wir wollen die Götter preisen; treibt den Soma an, für großen Reichtum. / Süß läutert er sich über das Schafhaar-Seihtuch hinweg, und, nach den Göttern verlangend, setzt er sich in die Schale für uns.
Indu ist zur Freundschaft der Götter gekommen; tausendströmig läutert er sich zum Rausch. / Von den Männern gepriesen sind sie dem alten Wesensort nach zu Indra gegangen, zu großem Glück.
Wort für Wort
induḥ
Tropfen, Indu (Nom. Sg.)
devānām
der Götter (Gen. Pl.)
upa
hin (Präverb)
sakhyam
Freundschaft (Akk. Sg.)
āyan
sind gekommen (3. Pl. Aor.) [Anm.: Sg. Subjekt, Pl. Verb; vgl. Konstruktion, ?]
Für den Sänger, für Reichtum ström, goldbrauner, geläutert; Indra soll dein Rausch erreichen, um zu tragen [?]. / Mit den Göttern komm zusammen im gleichen Wagen, zur Gabe hin; ihr schützt uns stets mit Heilsmitteln.
Wort für Wort
stotre
für den Sänger (Dat. Sg.)
rāye
für Reichtum (Dat. Sg.)
hariḥ
goldbrauner, Falbe (Nom. Sg.)
arṣa
ström (Imp. 2. Sg.)
punānaḥ
geläutert (Nom. Sg.)
indram
Indra (Akk. Sg.)
madaḥ
Rausch (Nom. Sg.)
gacchatu
soll gehen (Imp. 3. Sg.)
te
dein (Gen. Sg.)
bharāya
zum Tragen, zum Gewinn, zum Kampf (Dat. Sg.) [?]
devaiḥ
mit den Göttern (Instr. Pl.)
yāhi
komm (Imp. 2. Sg.)
sa-ratham
im gleichen Wagen, zusammen mit dem Wagen (Adv./Akk. Sg.)
Wie Uśanā Dichtkunst verkündend, spricht der Gott die Geburten der Götter aus; / von großem Gebot, mit reinem Verwandten, läuternd, geht er mit dem Fuß wie ein Eber, laut tönend, heran.
Wort für Wort
pra
vor (Präverb)
kāvyam
Dichtkunst, dichterisches Werk (Akk. Sg.)
uśanā-iva
wie Uśanā (Nom. Sg.)
bruvāṇaḥ
verkündend (Nom. Sg.)
devaḥ
Gott (Nom. Sg.)
devānām
der Götter (Gen. Pl.)
janima
Geburten (Akk. Pl.)
vivakti
spricht aus, kündet (3. Sg.)
mahi-vrataḥ
von großem Gebot, mit großer Ordnung (Nom. Sg.)
śuci-bandhuḥ
mit reinem Verwandten, reine Bindung habend (Nom. Sg.)
Die Schwäne, die Wut der Ungestümen [?], zum Haus hin, die Scharen der Bullen sind losgezogen; / den Reinigenden, den Preisenswerten [?], schwer Bezwingbaren rufen die Freunde einmütig als Lied aus.
sa raṃhata urugāyasya jūtiṃ vṛthā krīḷantaṃ mimate na gāvaḥ / parīṇasaṃ kṛṇute tigmaśṛṅgo divā harirdadṛśe naktam ṛjraḥ
Er rast heran, auf das Wogen des Weitgehenden [Indra] zu; wie Kühe messen sie ihn, der nutzlos spielt [?]. / Ringsum Schwellung macht der Scharfhörnige; bei Tag wird der Falbe gesehen, bei Nacht der Glänzende.
Indu, der Siegespreis-Renner, läutert sich, Rinder aufscheuchend; Soma treibt zusammen mit Indra für den Rausch an. / Er erschlägt den Unhold, verdrängt die Feinde ringsum, macht Weite, König der Bahn [?].
Wort für Wort
induḥ
Tropfen, Indu (Nom. Sg.)
vājī
Siegespreis-Renner, mit Kraft begabt (Nom. Sg.)
pavate
läutert sich (3. Sg. Med.)
go-nyoghāḥ
Rinder aufscheuchend, die Kühe fortstoßend (Nom. Sg.) [?]
Dann läutert er sich mit süßem Strom, sich mischend, durch das Haar hindurch, vom Stein gemolken. / Indu, Indras Freundschaft genießend, als Gott berauschend für den Gott, zum Rausch.
Zu den Lieben hin läutert er sich, sich reinigend, der Gott, die Götter mit dem eigenen Saft mischend; / Indu, die Satzungen jeweils zur rechten Zeit anlegend – die zehn Finger schwangen ihn auf dem Schafhaar-Rücken.
Der Bulle, der rotbraune, brüllt laut heran, die Rinder [oder: Lieder] zum Tönen bringend; er geht zu Erde und Himmel. / Wie Indras Schall wird er in der Schlacht gehört; die Rede, diese, erweckend, strömt er heran.
Saftreich, mit Milch anschwellend, treibst du den honigreichen Saft an; / läuternd gehst du, eine Verbindung schaffend; für Indra, Soma, wirst du rings ausgegossen.
evā pavasva madiro madāyodagrābhasya namayan vadhasnaiḥ / pari varṇaṃ bharamāṇo ruśantaṃ gavyurno arṣa pari soma siktaḥ
So läutere dich, berauschend, zum Rausch, den des Steingreifenden [oder: Presssteins] mit Schlägen beugend, / rings die glänzende Farbe tragend, nach Rindern verlangend, ström für uns, Soma, ausgegossen ringsum.
Wort für Wort
eva
so (Adv.)
pavasva
läutere dich (Imp. Med. 2. Sg.)
madiraḥ
berauschend (Nom. Sg.)
madāya
zum Rausch (Dat. Sg.)
uda-grābhasya
des Hochgreifers, des mit erhobener Hand Greifenden [?] (Gen. Sg.)
Uns gewogen, Indu, mit guten Pfaden und guten Wegen, ström über den weiten Raum, Weiten schaffend; / wie mit Keulen alle Nöte nach allen Seiten zerschlagend, zieh über die Höhe, über den Rücken, den Schafhaar-Rücken.
Regen für uns ström heran, den himmlischen, den Eilenden, der Labsal führt, Heil bringt und Gaben spendet; / wie Rinnsale [?] die Rinnen auseinanderlesend, diese Verwandten, [dass sie] nicht niedriger stehen, Indu, die Winde [?].
granthiṃ na vi ṣya grathitaṃ punāna ṛjuṃ ca gātuṃ vṛjinaṃ ca soma / atyo na krado harirā sṛjāno maryo deva dhanva pastyāvān
Löse wie einen Knoten das Verknüpfte, läuternd; den geraden Weg und den krummen [zeig], Soma; / wie ein Renner brüll, der Falbe, [Wasser] herbeilassend; Sterblicher [der du bist], Gott, ström, mit Behausung versehen.
juṣṭo madāya devatāta indo pari ṣṇunā dhanva sāno avye / sahasradhāraḥ surabhiradabdhaḥ pari srava vājasātau nṛṣahye
Genossen zum Rausch, im Götterdienst, Indu, ström über den Rücken, über die Höhe. / Tausendströmig, wohlduftend, unbetrogen, ström ringsum im Siegespreis-Gewinn, im männerbezwingenden [Kampf].
evā na indo abhi devavītiṃ pari srava nabho arṇaścamūṣu / somo asmabhyaṃ kāmyaṃ bṛhantaṃ rayiṃ dadātu vīravantamugram
So, Indu, ström uns entgegen zum Götterdienst, du Wolkenraum, du Woge in den Schalen; / Soma soll uns Wünschenswertes, Großes geben, Reichtum, männerreichen, gewaltigen.
Wenn er [der Soma] geformt hat, die Rede des sehnsuchtsvollen Geistes oder der Höchsten Satzung im Antlitz der Erde [?], / dann kamen die Rinder zu ihm heran, Besseres verlangend, zu dem gefälligen Herrn, dem Indu, in der Schale.
pra dānudo divyo dānupinva ṛtam ṛtāya pavate sumedhāḥ / dharmā bhuvad vṛjanyasya rājā pra raśmibhirdaśabhirbhāri bhūma
Der Gabenspender, der Himmlische, der Gabenschwellende, das Gesetz für das Gesetz läutert sich, der Weise; / er wurde Erhalter, König des Gehöfts [?]; die Erde wurde von den zehn Strahlen ergriffen [oder: getragen].
Durch die Seihtücher sich läuternd, die Männer überschauend, König der Götter und der Sterblichen, / wurde er doppelt Herr der Güter der Güter; das Gesetz trug er wohl getragen, der schöne Indu.
arvāniva śravase sātimachendrasya vāyorabhi vītimarṣa / sa naḥ sahasrā bṛhatīriṣo dā bhavā soma draviṇovit punānaḥ
Wie ein Renner ström zum Ruhm hin, auf Gewinn zu, zu Indras und Vāyus Labung; / du, gib uns Tausende, hohe Stärkungen; sei, Soma, Reichtum findend, geläutert.
Die den Göttern Beistand leistenden, rings ausgegossenen Somas sollen uns zu einer heldenreichen Wohnstatt strömen; / Verehrung suchend, mit guter Gesinnung, alles Erwünschte enthaltend, wie Rufer, die im Himmel verehren, höchst erfreuend.
Wort für Wort
deva-avyaḥ
Götter fördernd, den Göttern helfend (Nom. Pl.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
pari-sicyamānāḥ
rings ausgegossen (Nom. Pl.)
kṣayam
Wohnstatt, Heim (Akk. Sg.)
su-vīram
heldenreich (Akk. Sg.)
dhanvantu
sollen strömen (Imp. 3. Pl.)
somāḥ
Somas (Nom. Pl.)
āyajyavaḥ
verehrungsbereit, zur Weihehandlung eilend (Nom. Pl.) [?]
su-matim
gute Gesinnung (Akk. Sg.)
viśva-vārāḥ
alles Erwünschte, alle Gaben umschließend (Nom. Pl.)
So, Gott, zum Götterdienst läutere dich, für den Großen, Soma, du wirst gesehen [?], von den Göttern getrunken; / denn wir sind selbst als Große im Kampf eingesetzt; mach Himmel und Erde wohlgegründet, läuternd.
Wort für Wort
eva
so (Adv.)
deva
Gott (Vok. Sg.)
deva-tāte
im Götterdienst (Lok. Sg.)
pavasva
läutere dich (Imp. 2. Sg.)
mahe
für den Großen (Dat. Sg.)
soma
Soma (Vok. Sg.)
psarase
du trittst auf, du wirst verzehrt [?] (2. Sg. Med.)
aśvo no krado vṛṣabhiryujānaḥ siṃho na bhīmo manaso javīyān / arvācīnaiḥ pathibhirye rajiṣṭhā ā pavasva saumanasaṃ na indo
Wie ein Ross brüllend, mit den Bullen geschirrt, wie ein Löwe furchtbar, schneller als der Geist, / auf den Wegen hierher, die am geradesten sind, ström herbei zu uns, Indu, Wohlwollen.
Hundert Ströme, götterentsprossen, wurden losgelassen; tausend sind es, die die Dichter putzen. / Indu, ström heran den Gewinn vom Himmel; du bist der Vorangeher zu großem Reichtum.
Wort für Wort
śatam
hundert (Nom. Pl.)
dhārāḥ
Ströme (Nom. Pl.)
deva-jātāḥ
götterentsprossen, von den Göttern geboren (Nom. Pl.)
divo na sargā asasṛgramahnāṃ rājā na mitraṃ pra minātidhīraḥ / piturna putraḥ kratubhiryatāna ā pavasva viśeasyā ajītim
Wie vom Himmel wurden die Ausflüsse losgelassen, sie der Tage; wie ein König tritt der Weise den Freund [oder: Bund] nicht zu nahe [?]; / wie ein Sohn sich für den Vater mit Kräften mühend, ström zum Stamm [?], zu diesem, [als] Unbesiegbarkeit.
pra te dhārā madhumatīrasṛgran vārān yat pūto atyeṣyavyān / pavamāna pavase dhāma gonāṃ jajñānaḥ sūryamapinvo arkaiḥ
Vor sind deine honigreichen Ströme losgelassen worden, wenn du, gereinigt, über die Schafhaar-Seihen hinwegeilst; / Läuternder, du läuterst dich, Sitz der Rinder, als Geborener hast du die Sonne mit Liedern zum Schwellen gebracht.
kanikradadanu panthām ṛtasya śukro vi bhāsyamṛtasya dhāma / sa indrāya pavase matsaravān hinvāno vācaṃ matibhiḥ kavīnām
Brüllend gehst du dem Pfad der Ordnung nach, hell strahlst du auf, Sitz des Unsterblichen; / du läuterst dich für Indra, berauschend, die Rede antreibend mit den Gedanken der Dichter.
Als himmlischer Schönflügler [Vogel] schau herab, Soma, die Ströme anschwellend, durch dein Werk im Götterdienst; / komm, Indu, in die Schale, das Somagefäß, brüllend geh zum Strahl der Sonne hin.
Drei Stimmen lässt der Fahrer erklingen, das Sinnen der Ordnung, die Weisung des Gebets [brahman]; / die Rinder gehen zum Rinderherrn, fragend, zu Soma gehen die Gedanken, verlangend.
Zu Soma [gehen] die Kühe, die Milchkühe, verlangend; zu Soma die Seher, mit Gedanken fragend. / Soma wird ausgepresst, geläutert, gesalbt; zu Soma erschallen die Lieder mit Triṣṭubh-Versen zusammen. [Anm.: Der Padapāṭha fehlt in der Quelle; daher keine Wortglossen.]
Der Wachsame, Seher, der Gebete Ordnung, Soma, geläutert, hat sich in den Schalen niedergesetzt; / ihm dienen paarweise, sehnsüchtig, die Adhvaryus, wagenlenkend, geschickthändig.
sa punāna upa sūre na dhātobhe aprā rodasī vi ṣa āvaḥ / priyā cid yasya priyasāsa ūtī sa tū dhanaṃ kāriṇena pra yaṃsat
Er, sich läuternd, wie ein Schöpfer bei der Sonne, hat beide Welten erfüllt; er hat [sie] aufgeschlossen. / Dessen Lieben – wer seine Hilfen liebt, der wird tatsächlich dem Sänger Reichtum schenken.
sa vardhitā vardhanaḥ pūyamānaḥ somo mīḍhvānabhi no jyotiṣāvīt / yenā naḥ pūrve pitaraḥ padajñāḥ svarvido abhi gā adrimuṣṇan
Er, der Mehrer, der Wachstumgebende, geläutert, Soma, der Bulle, hat uns mit Licht beschützt, / durch den unsere alten Väter, fährtenkundig, das Licht findend, die Rinder, den Fels aufbrechend, [erlangten].
Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
vardhitā
Mehrer (Nom. Sg.)
vardhanaḥ
wachsen machend (Nom. Sg.)
pūyamānaḥ
sich läuternd (Nom. Sg.)
somaḥ
Soma (Nom. Sg.)
mīḍhavān
befruchtend, Bulle (Nom. Sg.)
abhi
hin (Präverb)
naḥ
uns (Akk. Pl.)
jyotiṣā
mit Licht (Instr. Sg.)
āvīt
hat geholfen (3. Sg. Aor.)
yena
durch den (Instr. Sg.)
naḥ
uns (Gen. Pl.)
pūrve
früheren (Nom. Pl.)
pitaraḥ
Väter (Nom. Pl.)
pada-jñāḥ
fährtenkundig (Nom. Pl.)
svaḥ-vidaḥ
Licht/Himmel findend (Nom. Pl.)
abhi
hin zu (Präverb)
gāḥ
Rinder (Akk. Pl.)
adrim
Stein, Fels (Akk. Sg.)
uṣṇan
raubten, holten heraus (3. Pl. Impf.) [Anm.: Anspielung auf den Vala-Mythos; kosmisch-mythologisch, fest]
Das Meer ist ausgeschritten in der ersten Ordnung, Nachkommen zeugend, König der Welt; / der Bulle auf dem Seihtuch, auf dem Rücken des Schafhaars, hoch ist Soma, gewachsen, ausgepresst, Indu.
mahat tat somo mahiṣaścakārāpāṃ yad garbho 'vṛṇīta devān / adadhādindre pavamāna ojo 'janayat sūrye jyotirinduḥ
Groß war das, was Soma, der Büffel, tat, als er, der Sprössling der Wasser, die Götter erwählte; / er gab Indra Kraft, läuternd, und erzeugte Licht in der Sonne, Indu.
matsi vāyumiṣṭaye rādhase ca matsi mitrāvaruṇā pūyamānaḥ / matsi śardho mārutaṃ matsi devān matsi dyāvāpṛthivī deva soma
Berausche Vāyu zur Verehrung und zur Gabe; berausche Mitra und Varuṇa, geläutert; / berausche die Kampfschar der Maruts, berausche die Götter, berausche Himmel und Erde, Gott Soma.
Gerade ström, Zerstörer des Krummen; die Verderben und die Bedränger wegdrängend, / Milch mit Milch der Kühe vermischend; du bist Indras, wir sind deine Freunde.
madhvaḥ sūdaṃ pavasva vasva utsaṃ vīraṃ ca na ā pavasvā bhagaṃ ca / svadasvendrāya pavamāna indo rayiṃ ca na ā pavasvā samudrāt
Ström als Süße des Honigs, als Quelle des Guten, und ström uns Helden herbei, und Anteil; / schmecke gut für Indra, läuternd, Indu, und ström uns Reichtum herbei aus dem Meer.
Soma, ausgepresst, mit dem Strom wie ein Ross [hinweg]eilend, ließ er [das Seihtuch] zurück, wie ein Fluss zur Tiefe hin; der Preisrenner ist ausgeflossen. / Er setzte sich im holzigen Schoß nieder, sich läuternd; Indu ist mit den Rindern und mit den Wassern zusammengeströmt.
eṣa sya te pavata indra somaścamūṣu dhīra uśate tavasvān / svarcakṣā rathiraḥ satyaśuṣmaḥ kāmo na yo devayatāmasarji
Dieser da, dein Soma, Indra, läutert sich in den Schalen, der Standhafte, dir Willkommene, Kraftvolle; / der Sonnenschauer, wagenkundig, wahrhaft stark, der wie ein Wunsch der Götterverehrer losgelassen wurde.
Wort für Wort
eṣaḥ
dieser (Nom. Sg.)
syaḥ
jener, eben dieser (Nom. Sg.)
te
dein (Gen./Dat. Sg.)
pavate
läutert sich (3. Sg. Med.)
indra
Indra (Vok. Sg.)
somaḥ
Soma (Nom. Sg.)
camūṣu
in den Schalen (Lok. Pl.)
dhīraḥ
standhaft, weise (Nom. Sg.)
uśate
dir willkommen, dir geneigt (Nom. Sg.)
tavasvān
kraftvoll (Nom. Sg.)
svaḥ-cakṣāḥ
der Sonne schauend, Licht schauend (Nom. Sg.)
rathiraḥ
wagenkundig, Wagenfahrer (Nom. Sg.)
satya-śuṣmaḥ
wahrhaft stark (Nom. Sg.)
kāmaḥ
Wunsch, Verlangen (Nom. Sg.)
na
wie (Partikel)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
deva-yatām
der Götterverehrenden, der Götter Begehrenden (Gen. Pl.)
Dieser, mit altem Lebensalter läuternd, die Gestalten der Tochter [Himmel/Morgenröte?] anlegend, / einen dreifach schützenden Schirm im Wasser tragend, geht wie ein Rufer, tönend, in den Kämpfen.
nū nastvaṃ rathiro deva soma pari srava camvoḥ pūyamānaḥ / apsu svādiṣṭho madhumān ṛtāvā devo na yaḥ savitā satyamanmā
Nun ström du uns, Gott Soma, der Wagenfahrer, geläutert in den beiden Schalen; / im Wasser der Süßeste, honigreich, ordnungshaltend, wie der Gott Savitṛ, dessen Gedanken wahr sind.
Zu Vāyu ström, mit deinem Trunk, preisend; zu Mitra und Varuṇa, geläutert; / zum Mann, gedankenschnellen, wagenstehenden, zu Indra, dem Bullen, dem Vajra-Armigen.
abhi vastrā suvasanānyarṣābhi dhenūḥ sudughāḥ pūyamānaḥ / abhi candrā bhartave no hiraṇyābhyaśvān rathino deva soma
Zu den Gewändern, den schönen Kleidern, ström hin, zu den milchspendenden Kühen, geläutert; / zu den glänzenden, goldenen [Gütern], damit wir sie tragen; zu den wagenbespannten Rossen, Gott Soma.
Zu den himmlischen Gütern ström uns, zu allen irdischen, geläutert; / dass wir Reichtum erlangen, den wir erlangen wollen, will ich hin [strömen] wie Jamadagni [oder: für uns].
ayā pavā pavasvainā vasūni māṃścatva indo sarasi pra dhanva / bradhnaścidatra vāto na jātaḥ purumedhaścit takave naraṃ dāt
Mit diesem Läutungsstrom läutere dich, mit ihm die Güter, Indu, zum See von Māṃścatva strömend; / der Bradhna [?] ist hier wie der Wind angetrieben; Purumedha gab dem Taka den Mann.
uta na enā pavayā pavasvādhi śrute śravāyyasya tīrthe / ṣaṣṭiṃ sahasrā naiguto vasūni vṛkṣaṃ na pakvaṃ dhūnavad raṇāya
Und ströme uns mit dieser Läuterung, am berühmten Furt des Śravāyya; / sechzig Tausend Güter, [hat] der Naiguta wie einen reifen Baum geschüttelt, zum Kampf [oder: zur Freude].
Groß sind diese beiden, der Bulle-Namige, Kraft-Gefährten [?], bei Māṃścatva oder beim Pṛśana, oder am Schlagort; / er hat den Nigu einschlafen lassen und zerbrach [ihn?]; weg die Feinde, weg die Unverständigen, weg von hier.
saṃ trī pavitrā vitatānyeṣyanvekaṃ dhāvasi pūyamānaḥ / asi bhago asi dātrasya dātāsi maghavā maghavadbhya indo
Drei Seihtücher, ausgespannte, gehst du zusammen an; einem entlang eilst du, geläutert; / du bist Glück, du bist Geber des Gebers; du bist der Gabenreiche, Indu, für die Gabenreichen.
Dieser, alles wissend, läutert sich, der Weise, Soma, König der ganzen Welt; / die Tropfen antreibend bei den Versammlungen, Indu, geht er durch das Schafhaar-Schaf hindurch.
Den Indu lecken die unbetrogenen Büffel; am Standort tönen die Dichter wie Geier; / die Weisen treiben ihn mit den zehn Fingern an; sie schmücken die Gestalt mit dem Saft der Wasser.
tvayā vayaṃ pavamānena soma bhare kṛtaṃ vi cinuyāma śaśvat / tan no mitro varuṇo māmahantāmaditiḥ sindhuḥ pṛthivīuta dyauḥ
Mit dir, dem Läuternden, Soma, möchten wir das im Kampf Erwirkte stets erlesen; / das sollen uns Mitra, Varuṇa, Aditi, Sindhu, Erde und Himmel gewähren.