Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 103: Pitṛ Udaka Kriyā Bharata Saṃgamaḥ
Rāma vollzieht die Wasserspende für den verstorbenen Vater; Bharatas Heer und das Volk strömen weinend zur Einsiedelei
tāṃ śrutvā karuṇāṃ vācaṃ pitur maraṇa saṃhitām |
rāghavo bharatena uktām babhūva gata cetanaḥ ||
Nachdem er diese mitleiderregende, vom Tod des Vaters kündende Rede, von Bharata gesprochen, gehört hatte, wurde Rāghava besinnungslos.
Wort für Wort tāṃ śrutvā karuṇāṃ vācaṃ diese mitleiderregende Rede gehört habend pitur maraṇa saṃhitām die vom Tod des Vaters kündende rāghavo bharatena uktām von Bharata gesprochen, Rāghava babhūva gata cetanaḥ wurde besinnungslos taṃ tu vajram iva utsṛṣṭam āhave dānava āriṇā |
vāk vajram bharatena uktam amanojñam paraṃtapaḥ ||
Jenes, wie ein von dem Dānava-Feind im Kampf geschleudertes Blitzwort, das von Bharata gesprochene unliebsame Wort-Geschoss, traf den Feindebezwinger.
Wort für Wort taṃ tu vajram iva utsṛṣṭam jenes, wie ein geschleudertes Blitzgeschoss āhave dānava āriṇā im Kampf von dem Dānava-Feind vāk vajram bharatena uktam das Wort-Geschoss, von Bharata gesprochen amanojñam paraṃtapaḥ das unliebsame, den Feindebezwinger (traf) pragṛhya rāmo bāhū vai puṣpita agro yathā drumaḥ |
vane paraśunā kṛttaḥ tathā bhuvi papāta ha ||
Rāma, die Arme ausstreckend, fiel zu Boden, wie ein blühender Baum im Wald, der von der Axt gefällt wurde.
Wort für Wort pragṛhya rāmo bāhū vai Rāma, die Arme ausstreckend puṣpita agro yathā drumaḥ wie ein blühender Baum vane paraśunā kṛttaḥ im Wald von der Axt gefällt tathā bhuvi papāta ha so fiel er zu Boden tathā nipatitaṃ rāmaṃ jagatyāṃ jagatī patim |
kūla ghāta pariśrāntaṃ prasuptam iva kuñjaram ||
So lag Rāma, der Herr der Erde, auf dem Boden gefallen, wie ein Elefant, erschöpft vom Einsturz des Flussufers, scheinbar eingeschlafen.
Wort für Wort tathā nipatitaṃ rāmaṃ so den gefallenen Rāma jagatyāṃ jagatī patim auf dem Boden, den Herrn der Erde kūla ghāta pariśrāntaṃ erschöpft vom Einsturz des Ufers prasuptam iva kuñjaram wie einen scheinbar eingeschlafenen Elefanten bhrātaraḥ te maheṣu āsaṃ sarvataḥ śoka karśitam |
rudantaḥ saha vaidehyā siṣicur salilena vai ||
Deine Brüder, den großen Bogenschützen, von Kummer ringsum ausgezehrt, besprengten ihn, weinend zusammen mit Vaidehī, mit Wasser.
Wort für Wort bhrātaraḥ te maheṣu āsaṃ deine Brüder, den großen Bogenschützen sarvataḥ śoka karśitam von Kummer ringsum ausgezehrt rudantaḥ saha vaidehyā weinend zusammen mit Vaidehī siṣicur salilena vai besprengten sie mit Wasser sa tu saṃjñāṃ punar labdhvā netrābhyām asram utsṛjan |
upākrāmata kākutsthaḥ kṛpaṇaṃ bahu bhāṣitum ||
Er aber, das Bewusstsein wiedererlangt, Tränen aus den Augen vergießend, begann, der Kākutstha, kläglich viel zu sprechen.
Wort für Wort sa tu saṃjñāṃ punar labdhvā er aber, das Bewusstsein wiedererlangt netrābhyām asram utsṛjan Tränen aus den Augen vergießend upākrāmata kākutsthaḥ begann der Kākutstha kṛpaṇaṃ bahu bhāṣitum kläglich viel zu sprechen sa rāmaḥ svargataṃ śrutvā pitaram pṛthivī patim |
uvāca bharataṃ vākyaṃ dharma ātmā dharma saṃhitam ||
Rāma, als er hörte, dass der Vater, der Herr der Erde, in den Himmel gegangen war, sprach zu Bharata das gerechtgesinnte, dharmgemäße Wort:
Wort für Wort sa rāmaḥ svargataṃ śrutvā Rāma, als er hörte, dass er in den Himmel gegangen war pitaram pṛthivī patim der Vater, der Herr der Erde uvāca bharataṃ vākyaṃ sprach zu Bharata das Wort dharma ātmā dharma saṃhitam der Gerechtgesinnte, das dharmgemäße kiṃ kariṣyāmi ayodhyāyāṃ tāte diṣṭāṃ gatim gate |
kaḥ tāṃ rāja varāt hīnām ayodhyām pālayiṣyati ||
Was soll ich in Ayodhyā tun, nachdem der Vater den bestimmten Weg gegangen ist? Wer wird jenes, des besten Königs beraubte Ayodhyā beschützen?
Wort für Wort kiṃ kariṣyāmi ayodhyāyāṃ was soll ich in Ayodhyā tun tāte diṣṭāṃ gatim gate nachdem der Vater den bestimmten Weg gegangen ist kaḥ tāṃ rāja varāt hīnām wer jenes, des besten Königs beraubte ayodhyām pālayiṣyati Ayodhyā wird beschützen kim nu tasya mayā kāryaṃ durjātena mahātmanaḥ |
yo mṛto mama śokena mayā ca api na saṃskṛtaḥ ||
Was hätte ich, übel Geborener, dem Hochgesinnten noch zu tun, der meinetwegen aus Kummer starb und von mir nicht einmal die Totenriten erhielt?
Wort für Wort kim nu tasya mayā kāryaṃ was hätte ich für ihn zu tun durjātena mahātmanaḥ ich, übel Geborener, für den Hochgesinnten yo mṛto mama śokena der aus Kummer um mich starb mayā ca api na saṃskṛtaḥ und von mir nicht einmal die Totenriten erhielt aho bharata siddha arthaḥ yena rājā tvayā anugha |
śatrughnena ca sarveṣu preta kṛtyeṣu satkṛtaḥ ||
Ach, Bharata, sein Ziel erreicht hat der König, dem von dir, Sündenloser, und von Śatrughna in allen Totenriten die gebührende Ehre erwiesen wurde.
Wort für Wort aho bharata siddha arthaḥ ach, Bharata, sein Ziel erreicht hat yena rājā tvayā anugha der König, dem von dir, Sündenloser śatrughnena ca sarveṣu und von Śatrughna in allen preta kṛtyeṣu satkṛtaḥ Totenriten die gebührende Ehre erwiesen wurde niṣpradhānā mana ekāgrām narendreṇa vinā kṛtām |
nivṛtta vanavāsaḥ api na ayodhyām gantum utsahe ||
Selbst nachdem der Waldaufenthalt beendet ist, wage ich nicht, nach Ayodhyā zu gehen, das ohne seinen Herrscher führerlos und verwaist geworden ist.
Wort für Wort niṣpradhānā mana ekāgrām führerlos, verwaist narendreṇa vinā kṛtām ohne seinen Herrscher geworden nivṛtta vanavāsaḥ api selbst nach beendetem Waldaufenthalt na ayodhyām gantum utsahe wage ich nicht, nach Ayodhyā zu gehen samāpta vana vāsaṃ mām ayodhyāyām paraṃtapa |
kaḥ anu śāsiṣyati punaḥ tāte loka antaraṃ gate ||
Wer wird mich, Feindebezwinger, nach beendetem Waldaufenthalt in Ayodhyā weiterhin belehren, nachdem der Vater in die andere Welt gegangen ist?
Wort für Wort samāpta vana vāsaṃ mām mich, nach beendetem Waldaufenthalt ayodhyāyām paraṃtapa in Ayodhyā, Feindebezwinger kaḥ anu śāsiṣyati punaḥ wer wird mich weiterhin belehren tāte loka antaraṃ gate nachdem der Vater in die andere Welt gegangen ist purā prekṣya suvṛttaṃ mām pitā yāni āha sāntvayan |
vākyāni tāni śroṣyāmi kutaḥ śrotra sukhāni aham ||
Woher werde ich jene für das Ohr wohlklingenden Worte hören, die der Vater einst, mich betrachtend, beschwichtigend, sprach?
Wort für Wort purā prekṣya suvṛttaṃ mām einst, mich, den Wohlgesitteten, betrachtend pitā yāni āha sāntvayan die der Vater sprach, beschwichtigend vākyāni tāni śroṣyāmi jene Worte werde ich hören kutaḥ śrotra sukhāni aham woher, die für das Ohr wohlklingenden, ich evam uktvā sa bharataṃ bhāryām abhyetya rāghavaḥ |
uvāca śoka saṃtaptaḥ pūrṇa candra nibha ānanām ||
So zu Bharata gesprochen habend, wandte sich Rāghava, von Kummer versengt, an seine Gattin mit dem vollmondgleichen Antlitz und sprach:
Wort für Wort evam uktvā sa bharataṃ so zu Bharata gesprochen habend bhāryām abhyetya rāghavaḥ sich an seine Gattin wendend, Rāghava uvāca śoka saṃtaptaḥ sprach er, von Kummer versengt pūrṇa candra nibha ānanām mit dem vollmondgleichen Antlitz sīte mṛtaḥ te śvaśuraḥ pitrā hīno asi lakṣmaṇa |
bharataḥ duḥkham ācaṣṭe svargataṃ pṛthivī patim ||
Sītā, dein Schwiegervater ist tot; Lakṣmaṇa, du bist des Vaters beraubt - Bharata berichtet unter Schmerzen, dass der Herr der Erde in den Himmel gegangen ist.
Wort für Wort sīte mṛtaḥ te śvaśuraḥ Sītā, dein Schwiegervater ist tot pitrā hīno asi lakṣmaṇa Lakṣmaṇa, du bist des Vaters beraubt bharataḥ duḥkham ācaṣṭe Bharata berichtet unter Schmerzen svargataṃ pṛthivī patim dass der Herr der Erde in den Himmel gegangen ist tataḥ bahu guṇam teṣāṃ bāṣpo netreṣu ajāyata |
tathā bruvati kākutsthe kumārāṇāṃ yaśasvinām ||
Da entstand vielfach verstärkt Träne in den Augen der ruhmreichen Prinzen, während der Kākutstha so sprach.
Wort für Wort tataḥ bahu guṇam teṣāṃ da vielfach verstärkt bei ihnen bāṣpo netreṣu ajāyata entstand Träne in den Augen tathā bruvati kākutsthe während der Kākutstha so sprach kumārāṇāṃ yaśasvinām bei den ruhmreichen Prinzen tataḥ te bhrātaraḥ sarve bhṛśam āśvāsya rāghavam |
abruvan jagatī bhartuḥ kriyatām udakam pituḥ ||
Da sagten alle jene Brüder, nachdem sie Rāghava sehr getröstet hatten: 'Möge nun die Wasserspende für den Vater, den Herrn der Erde, vollzogen werden.'
Wort für Wort tataḥ te bhrātaraḥ sarve da alle jene Brüder bhṛśam āśvāsya rāghavam Rāghava sehr getröstet habend abruvan jagatī bhartuḥ sagten sie, für den Herrn der Erde kriyatām udakam pituḥ möge die Wasserspende für den Vater vollzogen werden sā sītā śvaśuram śrutvā svarga loka gatam nṛpam |
netrābhyām aśru pūrṇābhyām aśakan na īkṣitum patim ||
Sītā, als sie hörte, dass der Schwiegervater, der König, in die himmlische Welt gegangen war, konnte, ihre Augen von Tränen erfüllt, ihren Gatten nicht ansehen.
Wort für Wort sā sītā śvaśuram śrutvā Sītā, als sie vom Schwiegervater hörte svarga loka gatam nṛpam dass der König in die himmlische Welt gegangen war netrābhyām aśru pūrṇābhyām mit von Tränen erfüllten Augen aśakan na īkṣitum patim konnte sie ihren Gatten nicht ansehen sāntvayitvā tu tāṃ rāmo rudatīṃ janaka ātmajām |
uvāca lakṣmaṇam tatra duḥkhitaḥ duḥkhitam vacaḥ ||
Nachdem Rāma sie, die weinende Tochter Janakas, getröstet hatte, sprach er dort, selbst betrübt, zu dem betrübten Lakṣmaṇa Worte:
Wort für Wort sāntvayitvā tu tāṃ rāmo Rāma, nachdem er sie getröstet hatte rudatīṃ janaka ātmajām die weinende Tochter Janakas uvāca lakṣmaṇam tatra sprach er dort zu Lakṣmaṇa duḥkhitaḥ duḥkhitam vacaḥ selbst betrübt, zu dem betrübten, Worte ānaya iṅgudi piṇyākam cīram āhara ca uttaram |
jala kriyā artham tātasya gamiṣyāmi mahātmanaḥ ||
Bring den Ölkuchen der Iṅgudī-Frucht, hole auch das obere Rindengewand; ich will zur Wasserzeremonie für den hochgesinnten Vater gehen.
Wort für Wort ānaya iṅgudi piṇyākam bring den Iṅgudī-Ölkuchen cīram āhara ca uttaram und hole auch das obere Rindengewand jala kriyā artham tātasya zur Wasserzeremonie für den Vater gamiṣyāmi mahātmanaḥ werde ich gehen, für den Hochgesinnten sītā purastāt vrajatu tvam enām abhitaḥ vraja |
ahaṃ paścād gamiṣyāmi gatiḥ hi eṣā sudāruṇā ||
Sītā möge vorangehen, du gehe an ihrer Seite; ich werde dahinter kommen, denn dieser Weg ist überaus grausam.
Wort für Wort sītā purastāt vrajatu Sītā möge vorangehen tvam enām abhitaḥ vraja du gehe an ihrer Seite ahaṃ paścād gamiṣyāmi ich werde dahinter kommen gatiḥ hi eṣā sudāruṇā denn dieser Weg ist überaus grausam tataḥ nitya anugaḥ teṣāṃ vidita ātmā mahā matiḥ |
mṛduḥ dāntaḥ ca śāntaḥ ca rāme ca dṛḍha bhaktimān ||
Dann kam ihr stets treuer Begleiter, von bekannter Wesensart, hochgesinnt, sanft, beherrscht, ruhig und von fester Ergebenheit gegenüber Rāma -
Wort für Wort tataḥ nitya anugaḥ teṣāṃ dann ihr stets treuer Begleiter vidita ātmā mahā matiḥ von bekannter Wesensart, hochgesinnt mṛduḥ dāntaḥ ca śāntaḥ ca sanft, beherrscht und ruhig rāme ca dṛḍha bhaktimān und gegenüber Rāma von fester Ergebenheit sumantraḥ taiḥ nṛpa sutaiḥ sārdham āśvāsya rāghavam |
avātārayat ālambya nadīm mandākinīm śivām ||
Sumantra, zusammen mit jenen Königssöhnen, tröstete Rāghava und führte ihn, ihn stützend, zu dem heilvollen Mandākinī-Fluss hinab.
Wort für Wort sumantraḥ taiḥ nṛpa sutaiḥ sārdham Sumantra, zusammen mit jenen Königssöhnen āśvāsya rāghavam Rāghava tröstend avātārayat ālambya führte er, ihn stützend, hinab nadīm mandākinīm śivām zu dem heilvollen Mandākinī-Fluss te sutīrthām tataḥ kṛcchrāt upāgamya yaśasvinaḥ |
nadīm mandākinīm ramyām sadā puṣpita kānanām ||
Jene Ruhmreichen erreichten dann mit Mühe die gute Furt jenes lieblichen Mandākinī-Flusses mit den stets blühenden Wäldern.
Wort für Wort te sutīrthām tataḥ kṛcchrāt jene erreichten dann mit Mühe die gute Furt upāgamya yaśasvinaḥ die Ruhmreichen nadīm mandākinīm ramyām des lieblichen Mandākinī-Flusses sadā puṣpita kānanām mit stets blühenden Wäldern śīghra srotasam āsādya tīrtham śivam akardamam |
siṣicur udakam rājñe tāta etat te bhavatv iti ||
Nachdem sie die reißend fließende, heilvolle, schlammlose Furt erreicht hatten, sprengten sie dem König Wasser mit den Worten: 'Vater, dies möge dir zuteilwerden.'
Wort für Wort śīghra srotasam āsādya die reißend fließende erreicht habend tīrtham śivam akardamam die heilvolle, schlammlose Furt siṣicur udakam rājñe sprengten sie dem König Wasser tāta etat te bhavatv iti 'Vater, dies möge dir zuteilwerden' pragṛhya ca mahī pālaḥ jala pūritam añjalim |
diśam yāmyām abhimukhaḥ rudan vacanam abravīt ||
Und der Erdenherr, mit Wasser gefüllte Handschale ergreifend, sprach, der südlichen Richtung zugewandt, weinend die Worte:
Wort für Wort pragṛhya ca mahī pālaḥ und der Erdenherr, ergreifend jala pūritam añjalim die mit Wasser gefüllte Handschale diśam yāmyām abhimukhaḥ der südlichen Richtung zugewandt rudan vacanam abravīt sprach er weinend die Worte etat te rāja śārdūla vimalaṃ toyam akṣayam |
pitṛ loka gatasya adya mat dattam upatiṣṭhatu ||
Dieses reine, unerschöpfliche Wasser, du Tiger unter den Königen, das ich dir heute gebe, möge dir, der in die Ahnenwelt gegangen ist, zuteilwerden.
Wort für Wort etat te rāja śārdūla dieses dir, du Tiger unter den Königen vimalaṃ toyam akṣayam reine, unerschöpfliche Wasser pitṛ loka gatasya adya heute, dir, der in die Ahnenwelt gegangen ist mat dattam upatiṣṭhatu möge, von mir gegeben, zuteilwerden tataḥ mandākinī tīrāt utīrya sa rāghavaḥ |
pituḥ cakāra tejasvī nivāpam bhrātṛbhiḥ saha ||
Dann, vom Ufer der Mandākinī heraufgestiegen, vollzog jener glanzvolle Rāghava zusammen mit seinen Brüdern die Speiseopferung für den Vater.
Wort für Wort tataḥ mandākinī tīrāt utīrya dann, vom Ufer der Mandākinī heraufgestiegen sa rāghavaḥ pituḥ jener Rāghava für den Vater cakāra tejasvī nivāpam vollzog der Glanzvolle die Speiseopferung bhrātṛbhiḥ saha zusammen mit seinen Brüdern aiṅgudam badarī miśram piṇyākam darbha saṃstare |
nyasya rāmaḥ sa duḥkha ārtaḥ rudan vacanam abravīt ||
Nachdem er den mit Jujube gemischten Iṅgudī-Ölkuchen auf dem Darbha-Gras-Lager niedergelegt hatte, sprach Rāma, von Schmerz gequält, weinend die Worte:
Wort für Wort aiṅgudam badarī miśram den mit Jujube gemischten Iṅgudī- piṇyākam darbha saṃstare Ölkuchen auf dem Darbha-Lager nyasya rāmaḥ sa duḥkha ārtaḥ niedergelegt habend, Rāma, von Schmerz gequält rudan vacanam abravīt sprach er weinend die Worte idam bhuṅkṣva mahā rāja prītaḥ yad aśanā vayam |
yad annaḥ puruṣo bhavati tad annāḥ tasya devatāḥ ||
Verzehre dies, großer König, wohlgefällig, was wir selbst essen; von welcher Speise ein Mensch lebt, von solcher Speise leben auch seine Ahnen.
Wort für Wort idam bhuṅkṣva mahā rāja verzehre dies, großer König prītaḥ yad aśanā vayam wohlgefällig, was wir essen yad annaḥ puruṣo bhavati von welcher Speise ein Mensch lebt tad annāḥ tasya devatāḥ von solcher Speise (leben) seine Ahnen tataḥ tena eva mārgeṇa pratyuttīrya nadī taṭāt |
āruroha nara vyāghraḥ ramya sānum mahī dharam ||
Dann, auf demselben Weg vom Flussufer zurückgestiegen, erklomm der Tiger unter den Männern den Berg mit dem lieblichen Gipfelgrat.
Wort für Wort tataḥ tena eva mārgeṇa dann, auf demselben Weg pratyuttīrya nadī taṭāt vom Flussufer zurückgestiegen āruroha nara vyāghraḥ erklomm der Tiger unter den Männern ramya sānum mahī dharam den Berg mit lieblichem Gipfelgrat tataḥ parṇa kuṭī dvāram āsādya jagatī patiḥ |
parijagrāha bāhubhyām ubhau bharata lakṣmaṇau ||
Dann, an der Tür der Laubhütte angelangt, umfing der Herr der Erde mit beiden Armen Bharata und Lakṣmaṇa.
Wort für Wort tataḥ parṇa kuṭī dvāram dann an der Tür der Laubhütte āsādya jagatī patiḥ angelangt, der Herr der Erde parijagrāha bāhubhyām umfing er mit beiden Armen ubhau bharata lakṣmaṇau beide, Bharata und Lakṣmaṇa teṣāṃ tu rudatāṃ śabdāt pratiśrutkaḥ abhavat girau |
bhrātṝn saha vaidehyā siṃhānām iva nardatām ||
Von dem Weinlaut jener, der Brüder zusammen mit Vaidehī, entstand am Berg ein Echo, wie vom Gebrüll der Löwen.
Wort für Wort teṣāṃ tu rudatāṃ śabdāt von dem Weinlaut jener pratiśrutkaḥ abhavat girau entstand am Berg ein Echo bhrātṝn saha vaidehyā der Brüder zusammen mit Vaidehī siṃhānām iva nardatām wie vom Gebrüll der Löwen mahā balānām rudatām kurvatām udakam pituḥ |
vijñāya tumulaṃ śabdam trastāḥ bharata sainikāḥ ||
Als sie den tosenden Lärm der starken, weinenden, die Wasserspende für den Vater vollziehenden Brüder vernahmen, wurden Bharatas Soldaten erschreckt.
Wort für Wort mahā balānām rudatām der starken, weinenden kurvatām udakam pituḥ die die Wasserspende für den Vater vollzogen vijñāya tumulaṃ śabdam den tosenden Lärm vernehmend trastāḥ bharata sainikāḥ wurden Bharatas Soldaten erschreckt abruvaṃś ca api rāmeṇa bharataḥ saṃgataḥ dhruvam |
teṣām eva mahā śabdaḥ śocatām pitaram mṛtam ||
Und sie sagten: 'Gewiss ist Bharata mit Rāma zusammengetroffen; das ist eben ihr großer Lärm, während sie um den toten Vater trauern.'
Wort für Wort abruvaṃś ca api und sie sagten auch rāmeṇa bharataḥ saṃgataḥ dhruvam Bharata ist gewiss mit Rāma zusammengetroffen teṣām eva mahā śabdaḥ das ist eben ihr großer Lärm śocatām pitaram mṛtam während sie um den toten Vater trauern atha vāsān parityajya taṃ sarve abhimukhāḥ svanam |
apy eka manasaḥ jagmuḥ yathā sthānam pradhāvitāḥ ||
Da verließen alle ihre Lager, dem Klang zugewandt, gleichgesinnt eilten sie, von ihren jeweiligen Plätzen fortstürzend, dorthin.
Wort für Wort atha vāsān parityajya da ihre Lager verlassend taṃ sarve abhimukhāḥ svanam alle dem Klang zugewandt apy eka manasaḥ jagmuḥ gleichgesinnt gingen sie yathā sthānam pradhāvitāḥ von ihren jeweiligen Plätzen fortstürzend hayaiḥ anye gajaiḥ anye rathaiḥ anye su alaṃkṛtaiḥ |
sukumārāḥ tathā eva anye padbhiḥ eva narā yayuḥ ||
Manche auf Pferden, manche auf Elefanten, manche auf reich geschmückten Wagen, und ebenso manche zarte Männer gingen zu Fuß.
Wort für Wort hayaiḥ anye gajaiḥ anye manche auf Pferden, manche auf Elefanten rathaiḥ anye su alaṃkṛtaiḥ manche auf reich geschmückten Wagen sukumārāḥ tathā eva anye und ebenso manche zarte padbhiḥ eva narā yayuḥ Männer gingen zu Fuß acira proṣitam rāmam cira viproṣitam yathā |
draṣṭu kāmaḥ janaḥ sarvaḥ jagāma sahasā āśramam ||
Als hätten sie den erst kürzlich fortgegangenen Rāma schon lange nicht mehr gesehen, eilte alles Volk, begierig ihn zu sehen, plötzlich zur Einsiedelei.
Wort für Wort acira proṣitam rāmam den erst kürzlich fortgegangenen Rāma cira viproṣitam yathā als wäre er lange fortgewesen draṣṭu kāmaḥ janaḥ sarvaḥ begierig ihn zu sehen, alles Volk jagāma sahasā āśramam eilte plötzlich zur Einsiedelei bhrātṝṇāṃ tvaritāḥ tatra draṣṭu kāmāḥ samāgamam |
yayuḥ bahu vidhaiḥ yānaiḥ khara nemi svana ākulaiḥ ||
Eilig, begierig, das Wiedersehen der Brüder zu erblicken, zogen sie dort in mancherlei Fahrzeugen dahin, die vom rauen Geräusch der Radfelgen erfüllt waren.
Wort für Wort bhrātṝṇāṃ tvaritāḥ tatra eilig dort, der Brüder draṣṭu kāmāḥ samāgamam begierig, das Wiedersehen zu sehen yayuḥ bahu vidhaiḥ yānaiḥ zogen sie in mancherlei Fahrzeugen khara nemi svana ākulaiḥ vom rauen Geräusch der Radfelgen erfüllt sā bhūmiḥ bahubhiḥ yānaiḥ khara nemi saṃrahatā |
mumoca tumulaṃ śabdam dyauḥ iva abhra samāgame ||
Jene Erde, von den vielen Fahrzeugen mit rauen Radfelgen gequält, gab ein tosendes Geräusch von sich, wie der Himmel beim Zusammenkommen der Wolken.
Wort für Wort sā bhūmiḥ bahubhiḥ yānaiḥ jene Erde, von den vielen Fahrzeugen khara nemi saṃrahatā von rauen Radfelgen gequält mumoca tumulaṃ śabdam gab ein tosendes Geräusch von sich dyauḥ iva abhra samāgame wie der Himmel beim Zusammenkommen der Wolken tena vitrāsitā nāgāḥ kareṇu parivāritāḥ |
āvāsayantaḥ gandhena jagmuḥ anyat vanam tataḥ ||
Davon erschreckt, zogen die von ihren Elefantenkühen umgebenen Elefantenbullen, den Duft wahrnehmend, in einen anderen Wald.
Wort für Wort tena vitrāsitā nāgāḥ davon erschreckt, die Elefanten kareṇu parivāritāḥ von Elefantenkühen umgeben āvāsayantaḥ gandhena den Duft wahrnehmend jagmuḥ anyat vanam tataḥ zogen sie dann in einen anderen Wald varāha vṛka saṃghāḥ ca siṃhāḥ ca mahiṣāḥ sarpa vānarāḥ |
vyāghra go karṇa gavayāḥ vitresuḥ pṛṣataiḥ saha ||
Rudel von Ebern und Wölfen, Löwen, Büffel, Schlangen und Affen, Tiger und Waldrinder erschraken zusammen mit den Fleckenhirschen.
Wort für Wort varāha vṛka saṃghāḥ ca Rudel von Ebern und Wölfen siṃhāḥ ca mahiṣāḥ sarpa vānarāḥ Löwen, Büffel, Schlangen, Affen vyāghra go karṇa gavayāḥ Tiger und Waldrinder vitresuḥ pṛṣataiḥ saha erschraken zusammen mit den Fleckenhirschen ratha aṅga sāhvā nātyūhā haṃsāḥ kāraṇḍavāḥ plavāḥ |
tathā puṃskokilāḥ krauñcāḥ visaṃjñāḥ bhejire diśaḥ ||
Die Cakravāka-Vögel, Wasserhühner, Schwäne, Tauchenten und Reiher, ebenso die männlichen Kokilas und Kraniche, von Sinnen, flohen in alle Richtungen.
Wort für Wort ratha aṅga sāhvā nātyūhā die Cakravāka-Vögel, Wasserhühner haṃsāḥ kāraṇḍavāḥ plavāḥ Schwäne, Tauchenten, Reiher tathā puṃskokilāḥ krauñcāḥ ebenso die männlichen Kokilas und Kraniche visaṃjñāḥ bhejire diśaḥ von Sinnen, flohen in alle Richtungen tena śabdena vitrastaiḥ ākāśam pakṣibhiḥ vṛtam |
manuṣyaiḥ āvṛtā bhūmiḥ ubhayam prababhau tadā ||
Von diesem Lärm erschreckt, war der Himmel von Vögeln bedeckt, die Erde von Menschen bedeckt - beides erstrahlte damals.
Wort für Wort tena śabdena vitrastaiḥ von diesem Lärm erschreckt ākāśam pakṣibhiḥ vṛtam der Himmel von Vögeln bedeckt manuṣyaiḥ āvṛtā bhūmiḥ von Menschen bedeckt die Erde ubhayam prababhau tadā beides erstrahlte damals tataḥ tam puruṣa vyāghram yaśasvinam akilbiṣam |
āsīnam sthaṇḍile rāmam dadarśa sahasā janaḥ ||
Dann erblickte das Volk plötzlich jenen Tiger unter den Männern, den ruhmreichen, schuldlosen Rāma, auf dem bloßen Boden sitzend.
Wort für Wort tataḥ tam puruṣa vyāghram dann jenen Tiger unter den Männern yaśasvinam akilbiṣam den ruhmreichen, schuldlosen āsīnam sthaṇḍile rāmam Rāma, auf dem bloßen Boden sitzend dadarśa sahasā janaḥ erblickte plötzlich das Volk vigarhamāṇaḥ kaikeyīm mantharā sahitām api |
abhigamya janaḥ rāmam bāṣpa pūrṇa mukhaḥ abhavat ||
Kaikeyī zusammen mit Mantharā tadelnd, wurde das Volk, das sich Rāma näherte, tränenerfüllten Antlitzes.
Wort für Wort vigarhamāṇaḥ kaikeyīm Kaikeyī tadelnd mantharā sahitām api zusammen mit Mantharā abhigamya janaḥ rāmam das Volk, sich Rāma nähernd bāṣpa pūrṇa mukhaḥ abhavat wurde tränenerfüllten Antlitzes tān narān bāṣpa pūrṇa akṣān samīkṣya atha su duḥkhitān |
paryaṣvajata dharma jñaḥ pitṛvat mātṛvat ca naḥ ||
Als er jene Männer sah, deren Augen von Tränen erfüllt, überaus betrübt, umarmte er, der Rechtskundige, sie wie ein Vater und wie eine Mutter uns.
Wort für Wort tān narān bāṣpa pūrṇa akṣān jene Männer, mit von Tränen erfüllten Augen samīkṣya atha su duḥkhitān als er sie sah, überaus betrübt paryaṣvajata dharma jñaḥ umarmte sie der Rechtskundige pitṛvat mātṛvat ca naḥ wie ein Vater und wie eine Mutter uns sa tatra kāṃścit pariṣasvaje narān |
narāḥ ca kecit tu tam abhyavādayan |
cakāra sarvān sa vayasya bāndhavān |
yathā arham āsādya tadā nṛpa ātmajaḥ ||
Er umarmte dort manche der Männer, und manche Männer wiederum verehrten ihn; alle machte der Königssohn, jeden gebührend behandelnd, zu Altersgenossen und Verwandten.
Wort für Wort sa tatra kāṃścit pariṣasvaje narān er umarmte dort manche Männer narāḥ ca kecit tu tam abhyavādayan und manche Männer verehrten ihn cakāra sarvān sa vayasya bāndhavān er machte alle zu Altersgenossen und Verwandten yathā arham āsādya tadā nṛpa ātmajaḥ gebührend behandelnd, damals der Königssohn sa tatra teṣām rudatām mahā ātmanām |
bhuvam bha kham ca āśu nināda yan svanaḥ |
guhāḥ girīṇām ca diśaḥ ca santataṃ |
mṛdaṅga ghoṣa pratimaḥ praśuśruve ||
Dort ließ der Klang jener weinenden Hochgesinnten rasch Erde, Luft und Himmel widerhallen, und beständig war er, den Höhlen der Berge und den Himmelsrichtungen gleichend, dem Klang der Trommeln ähnlich zu hören.
Wort für Wort sa tatra teṣām rudatām mahā ātmanām dort der jener weinenden Hochgesinnten bhuvam bha kham ca āśu nināda yan svanaḥ Klang, der rasch Erde, Luft und Himmel widerhallen ließ guhāḥ girīṇām ca diśaḥ ca santataṃ beständig die Höhlen der Berge und die Himmelsrichtungen mṛdaṅga ghoṣa pratimaḥ praśuśruve dem Klang der Trommeln gleichend, war zu hören
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