Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 58: Sumantra Rāma Vākya Nivedanam
Sumantra berichtet dem trauernden Daśaratha ausführlich von Rāmas Abschiedsworten und Botschaften an Kausalyā und Bharata, während Lakṣmaṇa zornig gegen die Verbannung protestiert und Sumantra vom Abschied Sītās und Rāmas am Wagen erzählt
pratyāśvastaḥ yadā rājā mohāt pratyāgataḥ punaḥ | ājuhāva taṃ sūtaṃ rāmavṛttāntakāraṇāt ||
Als der König, wieder zu sich gekommen von seiner Ohnmacht, sich beruhigt hatte, rief er jenen Wagenlenker herbei, um von Rāmas Ergehen zu erfahren.
Wort für Wort pratyāśvastaḥ yadā rājā als der König sich wieder beruhigt hatte mohāt pratyāgataḥ punaḥ wieder von der Ohnmacht zurückgekehrt ājuhāva taṃ sūtam rief er jenen Wagenlenker herbei rāmavṛttāntakāraṇāt um von Rāmas Ergehen zu erfahren tadā sūto mahārāja kṛtāñjalir upasthitaḥ | rāmam eva anuśocantaṃ duḥkhaśokasamanvitam ||
Da trat der Wagenlenker mit gefalteten Händen vor den großen König, der voller Schmerz und Kummer um Rāma trauerte.
Wort für Wort tadā sūto mahārāja da der Wagenlenker, o großer König kṛtāñjalir upasthitaḥ trat mit gefalteten Händen vor rāmam eva anuśocantam der um Rāma trauerte duḥkhaśokasamanvitam voller Schmerz und Kummer vṛddhaṃ paramasaṃtaptaṃ navagraham iva dvipam | viniḥśvasantaṃ dhyāyantaṃ asvastham iva kuñjaram ||
den Alten, höchst versengten, wie einen frisch eingefangenen Elefanten, seufzend, in Gedanken versunken, unwohl wie ein Elefant.
Wort für Wort vṛddhaṃ paramasaṃtaptam den Alten, höchst versengten navagraham iva dvipam wie einen frisch eingefangenen Elefanten viniḥśvasantaṃ dhyāyantam seufzend, in Gedanken versunken asvastham iva kuñjaram unwohl wie ein Elefant rājā tu rajasā sūtaṃ dhvastāṅgaṃ samupasthitam | aśrupūrṇamukhaṃ dīnam uvāca paramārtavat ||
Der König aber sprach zu dem staubbedeckten, mit erschöpften Gliedern vor ihm stehenden Wagenlenker, das Gesicht von Tränen erfüllt, elend, höchst gequält:
Wort für Wort rājā tu rajasā sūtam der König aber zu dem staubbedeckten Wagenlenker dhvastāṅgaṃ samupasthitam der mit erschöpften Gliedern dastand aśrupūrṇamukhaṃ dīnam das Gesicht von Tränen erfüllt, elend uvāca paramārtavat sprach er, höchst gequält kva nu vatsyati dharmātmā vṛkṣamūlam upāśritaḥ | so 'tyantasukhitaḥ sūta kim aśiṣyati rāghavaḥ ||
'Wo nur wird der dem Recht Ergebene wohnen, unter einem Baum Zuflucht suchend? Er, der stets in Wohlleben war - worauf, Wagenlenker, wird der Sohn des Raghu nun schlafen?'
Wort für Wort kva nu vatsyati dharmātmā wo nur wird der dem Recht Ergebene wohnen vṛkṣamūlam upāśritaḥ unter einem Baum Zuflucht suchend so 'tyantasukhitaḥ sūta er, der stets Glückliche, Wagenlenker kim aśiṣyati rāghavaḥ worauf wird der Sohn des Raghu schlafen duḥkhasyānucito duḥkhaṃ sumantra śayanocitaḥ | bhūmipālātmajo bhūmau śete katham anāthavat ||
'Er, dem Kummer fremd war, der an ein kostbares Lager gewöhnt war, Sumantra - wie liegt der Sohn des Erdenherrschers nun auf dem Boden, wie ein Schutzloser?'
Wort für Wort duḥkhasyānucito duḥkham dem Kummer fremd, [nun im] Kummer sumantra śayanocitaḥ Sumantra, der an ein [kostbares] Lager Gewöhnte bhūmipālātmajo bhūmau der Sohn des Erdenherrschers auf dem Boden śete katham anāthavat wie liegt er, wie ein Schutzloser yaṃ yāntam anuyānti sma padāti rathakuñjarāḥ | sa vatsyati kathaṃ rāmaḥ vijanaṃ vanam āśritaḥ ||
'Er, dem, wenn er ging, Fußvolk, Wagen und Elefanten folgten - wie wird Rāma nun wohnen, in den einsamen Wald geflüchtet?'
Wort für Wort yaṃ yāntam anuyānti sma dem, wenn er ging, folgten padāti rathakuñjarāḥ Fußvolk, Wagen und Elefanten sa vatsyati kathaṃ rāmaḥ wie wird jener Rāma wohnen vijanaṃ vanam āśritaḥ in den einsamen Wald geflüchtet vyālair mṛgair ācaritaṃ kṛṣṇasarpaniṣevitam | kathaṃ kumārau vaidehyā sārdhaṃ vanam upasthitau ||
'Wie befinden sich die beiden Prinzen, zusammen mit Vaidehī, in dem Wald, der von wilden Bestien durchstreift und von schwarzen Schlangen bewohnt wird?'
Wort für Wort vyālair mṛgair ācaritam durchstreift von wilden Bestien kṛṣṇasarpaniṣevitam bewohnt von schwarzen Schlangen kathaṃ kumārau vaidehyā sārdham wie die beiden Prinzen zusammen mit Vaidehī vanam upasthitau sich im Wald befinden sukumāryā tapasvinyā sumantra saha sītayā | rājaputrau kathaṃ pādair avaruhya rathāt gatau ||
'Wie sind die beiden Königssöhne, Sumantra, zusammen mit der zarten, elenden Sītā, vom Wagen gestiegen und zu Fuß gegangen?'
Wort für Wort sukumāryā tapasvinyā mit der zarten, elenden sumantra saha sītayā Sumantra, zusammen mit Sītā rājaputrau kathaṃ pādaiḥ wie sind die beiden Königssöhne zu Fuß avaruhya rathāt gatau vom Wagen gestiegen, gegangen siddhārthaḥ khalu sūta tvaṃ yena dṛṣṭau mamātmajau | vanāntam praviśantau tāv aśvinā iva mandaram ||
'Erfüllt bist du fürwahr in deinem Ziel, Wagenlenker, der du meine beiden Söhne gesehen hast, wie sie, gleich den beiden Aśvins, in den Waldsaum eintraten, gleich dem Berg Mandara.'
Wort für Wort siddhārthaḥ khalu sūta tvam erfüllt bist du fürwahr, Wagenlenker yena dṛṣṭau mamātmajau der du meine beiden Söhne gesehen hast vanāntam praviśantau wie sie in den Waldsaum eintraten tāv aśvinā iva mandaram die beiden, wie die Aśvins, [zum] Mandara kim uvāca vaco rāmaḥ kim uvāca ca lakṣmaṇaḥ | sumantra vanam āsādya kim uvāca ca maithilī ||
'Welche Worte sprach Rāma, welche Worte sprach Lakṣmaṇa, und welche Worte sprach, den Wald erreichend, die Maithilī, Sumantra?'
Wort für Wort kim uvāca vaco rāmaḥ welche Worte sprach Rāma kim uvāca ca lakṣmaṇaḥ und welche Worte sprach Lakṣmaṇa sumantra vanam āsādya Sumantra, den Wald erreichend kim uvāca ca maithilī und welche Worte sprach die Maithilī āsitaṃ śayitaṃ bhuktaṃ sūta rāmasya kīrtaya | jīviṣyāmy aham etena yayātir iva sādhuṣu ||
'Erzähle mir, Wagenlenker, wie Rāma saß, lag und aß; dadurch werde ich weiterleben, wie Yayāti unter den Gerechten [lebte].'
Wort für Wort āsitaṃ śayitaṃ bhuktam wie er saß, lag, aß sūta rāmasya kīrtaya Wagenlenker, erzähle von Rāma jīviṣyāmy aham etena dadurch werde ich weiterleben yayātir iva sādhuṣu wie Yayāti unter den Gerechten iti sūtaḥ narendreṇa coditaḥ sajjamānayā | uvāca vācāṃ rājānaṃ sa bāṣpaparibaddhayā ||
So vom Herrscher der Menschen angetrieben, sprach der Wagenlenker zum König mit stockender, von Tränen erstickter Stimme:
Wort für Wort iti sūtaḥ narendreṇa coditaḥ so vom Herrscher der Menschen angetrieben, der Wagenlenker sajjamānayā mit stockender [Stimme] uvāca vācāṃ rājānam sprach zum König mit [dieser] Stimme sa bāṣpaparibaddhayā er, von Tränen erstickt abravīn māṃ mahārāja dharmam eva anupālayan | añjaliṃ rāghavaḥ kṛtvā śirasā abhipraṇamya ca ||
'Zu mir sprach, o großer König, der Sohn des Raghu, dem Recht ergeben, mit gefalteten Händen und tiefer Verneigung des Hauptes:'
Wort für Wort abravīn māṃ mahārāja zu mir sprach, o großer König dharmam eva anupālayan dem Recht ergeben añjaliṃ rāghavaḥ kṛtvā der Sohn des Raghu, die Hände faltend śirasā abhipraṇamya ca und mit dem Haupt sich verneigend sūta madvacanāt tasya tātasya viditātmanaḥ | śirasā vandanīyasya vandyau pādau mahātmanaḥ ||
'Wagenlenker, in meinem Namen sollen die Füße jenes Vaters, der mich kennt, der mit dem Haupt zu verehren ist, des hochgesinnten, verehrt werden.'
Wort für Wort sūta madvacanāt tasya Wagenlenker, in meinem Namen, jenes tātasya viditātmanaḥ Vaters, der mich kennt śirasā vandanīyasya der mit dem Haupt zu verehren ist vandyau pādau mahātmanaḥ sollen die Füße des Hochgesinnten verehrt werden sarvam antaḥpuraṃ vācyaṃ sūta madvacanāt tvayā | ārogyam aviśeṣeṇa yathārhaṃ ca abhivādanam ||
'Dem ganzen Frauenpalast sollst du, Wagenlenker, in meinem Namen ohne Unterschied Wohlergehen wünschen und gebührende Grüße übermitteln.'
Wort für Wort sarvam antaḥpuraṃ vācyam dem ganzen Frauenpalast soll gesagt werden sūta madvacanāt tvayā Wagenlenker, von dir, in meinem Namen ārogyam aviśeṣeṇa Wohlergehen, ohne Unterschied yathārhaṃ ca abhivādanam und gebührende Grüße mātā ca mama kausalyā kuśalaṃ ca abhivādanam | apramādaṃ ca vaktavyā brūyāś caitad idaṃ vacaḥ ||
'Meiner Mutter Kausalyā sollst du Wohlergehen und Grüße überbringen und sie zur Wachsamkeit ermahnen; sprich zu ihr diese Worte:'
Wort für Wort mātā ca mama kausalyā meiner Mutter Kausalyā kuśalaṃ ca abhivādanam Wohlergehen und Grüße apramādaṃ ca vaktavyā und sie soll zur Wachsamkeit ermahnt werden brūyāś caitad idaṃ vacaḥ sprich zu ihr diese Worte dharmanityā yathākālam agnyagāraparā bhava | devi devasya pādau ca devavat paripālaya ||
'Sei stets dem Recht ergeben, zur rechten Zeit dem Feueropfer zugetan, o Herrin, und diene den Füßen des Königs wie einem Gott.'
Wort für Wort dharmanityā yathākālam stets dem Recht ergeben, zur rechten Zeit agnyagāraparā bhava sei dem Feueropfer zugetan devi devasya pādau ca o Herrin, und die Füße des Königs devavat paripālaya behüte wie einen Gott abhimānaṃ ca mānaṃ ca tyaktvā vartasva mātṛṣu | anurāgaṃ ca āryāṃ ca kaikeyīm ambā kāraya ||
'Lass Stolz und Eigendünkel fahren und verhalte dich gegenüber allen Müttern gleich; erweise, Mutter, der edlen Kaikeyī Zuneigung.'
Wort für Wort abhimānaṃ ca mānaṃ ca tyaktvā Stolz und Eigendünkel fahren lassend vartasva mātṛṣu verhalte dich gegenüber den Müttern anurāgaṃ ca āryāṃ ca Zuneigung und [gegenüber] der Edlen kaikeyīm ambā kāraya erweise, Mutter, der Kaikeyī kumāre bharate vṛttir vartitavyā ca rājavat | arthajyeṣṭhā hi rājāno rājadharmam anusmara ||
'Gegenüber dem Prinzen Bharata soll man sich verhalten wie gegenüber dem König; denn die Könige gelten nach der Sache als die Ältesten - denk an die Pflicht der Könige.'
Wort für Wort kumāre bharate vṛttiḥ gegenüber dem Prinzen Bharata das Verhalten vartitavyā ca rājavat soll geübt werden wie gegenüber dem König arthajyeṣṭhā hi rājānaḥ denn die Könige sind nach der Sache die Ältesten rājadharmam anusmara denk an die Pflicht der Könige bharataḥ kuśalaṃ vācyo vācyo madvacanena ca | sarvāsv eva yathānyāyaṃ vṛttiṃ vartasva mātṛṣu ||
'Bharata soll gegrüßt werden und in meinem Namen dies gesagt bekommen: Verhalte dich gegenüber allen Müttern gleichermaßen der Ordnung gemäß.'
Wort für Wort bharataḥ kuśalaṃ vācyaḥ Bharata soll gegrüßt werden vācyo madvacanena ca und in meinem Namen soll gesagt werden sarvāsv eva yathānyāyam allen gegenüber der Ordnung gemäß vṛttiṃ vartasva mātṛṣu verhalte dich gegenüber den Müttern vaktavyaś ca mahābāhur ikṣvākukulanandanaḥ | pitaraṃ yauvarājyastho rājyastham anupālaya ||
'Und dem starkarmigen Freudenbringer des Ikṣvāku-Geschlechts soll gesagt werden: Du, im Amt des Kronprinzen stehend, behüte den Vater, der auf dem Thron sitzt.'
Wort für Wort vaktavyaś ca mahābāhuḥ und es soll dem Starkarmigen gesagt werden ikṣvākukulanandanaḥ dem Freudenbringer des Ikṣvāku-Geschlechts pitaraṃ yauvarājyasthaḥ du, im Amt des Kronprinzen rājyastham anupālaya behüte den auf dem Thron Sitzenden atikrāntavayā rājā mā smainaṃ vyavarorudhaḥ | kumāra rājye jīva tvaṃ tasyaivājñāpravartanāt ||
'Der König ist hochbetagt - bedränge ihn nicht; lebe du, Prinz, im Reich, indem du eben seinem Befehl folgst.'
Wort für Wort atikrāntavayā rājā der König, hochbetagt mā smainaṃ vyavarorudhaḥ bedränge ihn nicht kumāra rājye jīva tvam lebe du, Prinz, im Reich tasyaivājñāpravartanāt indem du eben seinem Befehl folgst abravīc cāpi māṃ bhūyo bhṛśam aśrūṇi vartayan | māteva mama mātā te draṣṭavyā putragṛddhinī ||
'Und er sprach weiter zu mir, dabei heftig Tränen vergießend: Wie meine eigene Mutter sollst du deine Mutter betrachten, die nach ihrem Sohn verlangt.'
Wort für Wort abravīc cāpi māṃ bhūyaḥ und er sprach weiter zu mir bhṛśam aśrūṇi vartayan heftig Tränen vergießend māteva mama mātā te wie meine eigene Mutter, deine Mutter draṣṭavyā putragṛddhinī soll betrachtet werden, die nach dem Sohn verlangt iti evaṃ māṃ mahārāja bruvann eva mahāyaśāḥ | rāmaḥ rājīvatāmrākṣo bhṛśam aśrūṇy avartayat ||
So zu mir sprechend, o großer König, vergoss der ruhmreiche Rāma, dessen Augen wie rote Lotusblätter sind, heftig Tränen.
Wort für Wort iti evaṃ māṃ mahārāja so zu mir, o großer König bruvann eva mahāyaśāḥ sprechend, der Ruhmreiche rāmaḥ rājīvatāmrākṣaḥ Rāma, dessen Augen wie rote Lotusblätter sind bhṛśam aśrūṇy avartayat vergoss heftig Tränen lakṣmaṇas tu susaṃkruddho niḥśvasan vākyam abravīt | kena ayam aparādhena rājaputro vivāsitaḥ ||
'Lakṣmaṇa aber, sehr erzürnt, sprach seufzend die Worte: Durch welches Vergehen wurde dieser Königssohn verbannt?'
Wort für Wort lakṣmaṇas tu susaṃkruddhaḥ Lakṣmaṇa aber, sehr erzürnt niḥśvasan vākyam abravīt seufzend sprach er die Worte kena ayam aparādhena durch welches Vergehen rājaputro vivāsitaḥ wurde dieser Königssohn verbannt rājñā tu khalu kaikeyyā laghutvāśritya śāsanam | kṛtaṃ kāryam akāryaṃ vā vayaṃ yenābhipīḍitāḥ ||
'Wahrlich, durch den König, der sich, leichtfertig, dem Befehl Kaikeyīs unterworfen hat, wurde eine Tat vollbracht, ob nun recht oder unrecht, durch die wir bedrängt sind.'
Wort für Wort rājñā tu khalu kaikeyyā durch den König wahrlich, [gemäß] Kaikeyī laghutvāśritya śāsanam leichtfertig ihrem Befehl sich unterwerfend kṛtaṃ kāryam akāryaṃ vā eine Tat vollbracht, ob recht oder unrecht vayaṃ yenābhipīḍitāḥ durch die wir bedrängt sind yadi pravrājitaḥ rāmaḥ lobhakāraṇakāritam | varadānanimittaṃ vā sarvathā duṣkṛtaṃ kṛtam ||
'Wenn Rāma verbannt wurde, aus Habgier bewirkt, oder um eines Gunstversprechens willen - so ist auf jeden Fall eine üble Tat vollbracht worden.'
Wort für Wort yadi pravrājitaḥ rāmaḥ wenn Rāma verbannt wurde lobhakāraṇakāritam aus Habgier bewirkt varadānanimittaṃ vā oder um eines Gunstversprechens willen sarvathā duṣkṛtaṃ kṛtam auf jeden Fall ist Übles getan worden idaṃ tāvad yathākāmam īśvarasya kṛte kṛtam | rāmasya tu parityāge na hetum upalakṣaye ||
'Dies mag nun geschehen sein, wie es dem Herrscher beliebte; doch für die Verstoßung Rāmas sehe ich keinen triftigen Grund.'
Wort für Wort idaṃ tāvad yathākāmam dies mag nun, wie es beliebte īśvarasya kṛte kṛtam um des Herrschers willen getan sein rāmasya tu parityāge für die Verstoßung Rāmas aber na hetum upalakṣaye sehe ich keinen Grund asamīkṣya samārabdhaṃ viruddhaṃ buddhilāghavāt | janayiṣyati saṃkrośaṃ rāghavasya vivāsanam ||
'Unüberlegt begonnen, widersinnig aus Leichtfertigkeit des Verstandes - die Verbannung des Sohnes des Raghu wird nur allgemeine Empörung hervorrufen.'
Wort für Wort asamīkṣya samārabdham unüberlegt begonnen viruddhaṃ buddhilāghavāt widersinnig aus Leichtfertigkeit des Verstandes janayiṣyati saṃkrośam wird Empörung hervorrufen rāghavasya vivāsanam die Verbannung des Sohnes des Raghu ahaṃ tāvan mahārāje pitṛtvaṃ na upalakṣaye | bhrātā bhartā ca bandhuś ca pitā ca mama rāghavaḥ ||
'Ich jedenfalls erkenne in dem großen König keine Vaterschaft mehr an; Bruder, Gemahl, Verwandter und Vater zugleich ist mir der Sohn des Raghu.'
Wort für Wort ahaṃ tāvan mahārāje ich jedenfalls in dem großen König pitṛtvaṃ na upalakṣaye erkenne keine Vaterschaft mehr bhrātā bhartā ca bandhuś ca Bruder, Gemahl und Verwandter pitā ca mama rāghavaḥ und Vater ist mir der Sohn des Raghu sarvalokapriyaṃ tyaktvā sarvalokahite ratam | sarvaloko 'nurajyeta kathaṃ tvām anena karmaṇā ||
'Wie sollte alle Welt dir zugetan bleiben, da du den, der allen Menschen lieb ist und am Wohl aller Freude hat, durch diese Tat verstoßen hast?'
Wort für Wort sarvalokapriyaṃ tyaktvā den allen Menschen Lieben verstoßend sarvalokahite ratam der am Wohl aller Freude hat sarvaloko 'nurajyeta katham wie sollte dir alle Welt zugetan bleiben tvām anena karmaṇā dir, durch diese Tat sarvaprajābhirāmaṃ hi rāmaṃ pravrājya dhārmikam | sarvalokaṃ virudhya imaṃ kathaṃ rājā bhaviṣyasi ||
'Denn nachdem du Rāma, der allen Untertanen Freude bereitet und dem Recht ergeben ist, verbannt und dich damit gegen alle Welt gestellt hast, wie willst du weiterhin König sein?'
Wort für Wort sarvaprajābhirāmaṃ hi denn den allen Untertanen Freude Bereitenden rāmaṃ pravrājya dhārmikam Rāma, den dem Recht Ergebenen, verbannend sarvalokaṃ virudhya imam dich gegen alle Welt stellend, hierdurch kathaṃ rājā bhaviṣyasi wie wirst du König sein jānakī tu mahārāja niḥśvasantī tapasvinī | bhūtopahatacittā iva viṣṭabdhā vismṛtā sthitā ||
'Die elende Jānakī aber, o großer König, seufzend, wie von einem Geistwesen ihres Verstandes beraubt, stand starr und wie geistesabwesend da.'
Wort für Wort jānakī tu mahārāja die Jānakī aber, o großer König niḥśvasantī tapasvinī seufzend, die Elende bhūtopahatacittā iva wie von einem Geistwesen ihres Verstandes beraubt viṣṭabdhā vismṛtā sthitā starr und geistesabwesend stand sie da adṛṣṭapūrvavyasanā rājaputrī yaśasvinī | tena duḥkhena rudatī naiva māṃ kiṃcid abravīt ||
'Die ruhmreiche Königstochter, der zuvor nie ein solches Unglück widerfahren war, weinte vor Kummer und sprach überhaupt kein Wort zu mir.'
Wort für Wort adṛṣṭapūrvavyasanā der zuvor nie ein solches Unglück widerfahren war rājaputrī yaśasvinī die ruhmreiche Königstochter tena duḥkhena rudatī vor jenem Kummer weinend naiva māṃ kiṃcid abravīt sprach sie überhaupt nichts zu mir udvīkṣamāṇā bhartāram mukhena pariśuṣyatā | mumoca sahasā bāṣpaṃ māṃ prayāntam udīkṣya sā ||
'Mit vertrocknendem Antlitz zu ihrem Gatten aufblickend, vergoss sie, als sie mich fortgehen sah, plötzlich Tränen.'
Wort für Wort udvīkṣamāṇā bhartāram zu ihrem Gatten aufblickend mukhena pariśuṣyatā mit vertrocknendem Antlitz mumoca sahasā bāṣpam vergoss sie plötzlich Tränen māṃ prayāntam udīkṣya sā als sie mich fortgehen sah tathaiva rāmo 'śrumukhaḥ kṛtāñjaliḥ sthito 'bhaval lakṣmaṇabāhupālitaḥ | tathaiva sītā rudatī tapasvinī nirīkṣate rāja rathaṃ tathaiva mām ||
'So stand auch Rāma, das Gesicht von Tränen bedeckt, mit gefalteten Händen da, von Lakṣmaṇas Arm gestützt; so weinte auch die elende Sītā, und so, o König, blickte sie dem Wagen und auch mir nach.'
Wort für Wort tathaiva rāmo 'śrumukhaḥ so auch Rāma, das Gesicht von Tränen bedeckt kṛtāñjaliḥ sthito 'bhaval stand mit gefalteten Händen da lakṣmaṇabāhupālitaḥ von Lakṣmaṇas Arm gestützt tathaiva sītā rudatī tapasvinī nirīkṣate rāja rathaṃ tathaiva mām so auch die weinende, elende Sītā - sie blickte, o König, dem Wagen und auch mir nach
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