Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 40: Nagara Nirgamanam Rāma Prayāṇam
Rāma, Sītā und Lakṣmaṇa nehmen von den Eltern Abschied; unter dem Wehklagen der ganzen Stadt fährt der Wagen davon, während Daśaratha und Kausalyā verzweifelt nachlaufen, bis die Minister den König zur Umkehr bewegen
atha rāmaḥ ca sītā ca lakṣmaṇaḥ ca kṛtāñjaliḥ | upasaṃgṛhya rājānaṃ cakrurdīnāḥ pradakṣiṇam ||
Da umfassten Rāma, Sītā und Lakṣmaṇa, mit gefalteten Händen, den König und umschritten ihn, betrübt, von rechts nach links.
Wort für Wort atha rāmaḥ ca sītā ca lakṣmaṇaḥ ca da Rāma, Sītā und Lakṣmaṇa kṛtāñjaliḥ mit gefalteten Händen upasaṃgṛhya rājānam den König umfassend cakruḥ dīnāḥ pradakṣiṇam machten sie, betrübt, die Umschreitung taṃ cāpi samanujñāpya dharmajñaḥ sītayā saha | rāghavaḥ śokasammūḍho jananīmabhyavādayat ||
Nachdem er auch von ihm Erlaubnis erhalten hatte, verneigte sich Rāghava, der Pflicht Kundige, von Kummer überwältigt, zusammen mit Sītā, vor seiner Mutter.
Wort für Wort tam ca api samanujñāpya und nachdem er auch von ihm Erlaubnis erhalten hatte dharmajñaḥ sītayā saha der Pflichtkundige, zusammen mit Sītā rāghavaḥ śokasammūḍhaḥ Rāghava, von Kummer überwältigt jananīm abhyavādayat verneigte sich vor der Mutter anvakṣaṃ lakṣmaṇo bhrātuḥ kausalyāmabhyavādayat | atha mātuḥ sumitrāyā jagrāha caraṇau punaḥ ||
Unmittelbar nach dem Bruder verneigte sich Lakṣmaṇa vor Kausalyā; dann ergriff er wieder die Füße seiner Mutter Sumitrā.
Wort für Wort anvakṣam lakṣmaṇaḥ bhrātuḥ unmittelbar nach dem Bruder, Lakṣmaṇa kausalyām abhyavādayat verneigte sich vor Kausalyā atha mātuḥ sumitrāyāḥ dann seiner Mutter Sumitrā jagrāha caraṇau punaḥ ergriff er wieder die Füße taṃ vandamānaṃ rudatī mātā saumitrimabravīt | hitakāmā mahābāhuṃ mūrdhnyupāghrāya lakṣmaṇam ||
Weinend sprach die Mutter zu ihm, dem Sohn der Sumitrā, der sich verneigte, sein Haupt küssend, dem Starkarmigen Wohl wünschend, zu Lakṣmaṇa:
Wort für Wort tam vandamānam rudatī mātā zu ihm, dem sich Verneigenden, sprach weinend die Mutter saumitrim abravīt zum Sohn der Sumitrā sprach sie hitakāmā mahābāhum Wohl wünschend, zum Starkarmigen mūrdhni upāghrāya lakṣmaṇam das Haupt küssend, zu Lakṣmaṇa sṛṣṭastvaṃ vanavāsāya svanuraktaḥ suhṛjjane | rāme pramādaṃ mā kārṣīḥ putra bhrātari gacchati ||
Du bist zum Waldleben bestimmt, ergeben deinem Freundeskreis; begehe keine Nachlässigkeit gegenüber Rāma, mein Sohn, während dein Bruder geht.
Wort für Wort sṛṣṭaḥ tvam vanavāsāya bestimmt bist du zum Waldleben svanuraktaḥ suhṛjjane ergeben deinem Freundeskreis rāme pramādam mā kārṣīḥ begehe keine Nachlässigkeit gegenüber Rāma putra bhrātari gacchati mein Sohn, während der Bruder geht vyasanī vā samṛddho vā gatiraiṣa tavānagha | eṣa loke satāṃ dharmo yajjyeṣṭhavaśago bhavet ||
Ob im Unglück oder im Wohlstand — dieser ist dein Weg, o Makelloser; dies ist in der Welt die Pflicht der Guten, dem Ältesten untergeben zu sein.
Wort für Wort vyasanī vā samṛddhaḥ vā ob im Unglück oder wohlhabend gatiḥ eṣaḥ tava anagha dieser ist dein Weg, o Makelloser eṣaḥ loke satām dharmaḥ dies ist in der Welt die Pflicht der Guten yat jyeṣṭhavaśagaḥ bhavet dem Ältesten untergeben zu sein idaṃ hi vṛttamucitaṃ kulasyāsya sanātanam | dānaṃ dīkṣā ca yajñeṣu tanutyāgo mṛdheṣu ca ||
Denn dies ist die passende, uralte Sitte dieser Familie: Freigebigkeit und die Weihe bei den Opfern, sowie die Opferung des eigenen Körpers in Schlachten.
Wort für Wort idam hi vṛttam ucitam denn dies ist die passende Sitte kulasya asya sanātanam dieser Familie, die uralte dānam dīkṣā ca yajñeṣu Freigebigkeit und Weihe bei den Opfern tanutyāgaḥ mṛdheṣu ca und die Hingabe des Körpers in Schlachten lakṣmaṇaṃ tvevamuktvā sā saṃsiddhaṃ priyarāghavam | sumitrā gaccha gaccheti punaḥ punaruvāca tam ||
Nachdem Sumitrā so zu Lakṣmaṇa, der bereit war, seinem geliebten Rāghava zu folgen, gesprochen hatte, sagte sie ihm immer wieder: Geh, geh.
Wort für Wort lakṣmaṇam tu evam uktvā sā nachdem sie so zu Lakṣmaṇa gesprochen hatte saṃsiddham priyarāghavam zu ihm, der bereit war, dem geliebten Rāghava zu folgen sumitrā gaccha gaccha iti Sumitrā: geh, geh, so punaḥ punaḥ uvāca tam sagte sie ihm immer wieder rāmaṃ daśarathaṃ viddhi māṃ viddhi janakātmajām | ayodhyāmaṭavīṃ viddhi gaccha tāta yathāsukham ||
Betrachte Rāma als Daśaratha, betrachte mich als die Tochter Janakas, betrachte den Wald als Ayodhyā; geh, mein Kind, nach Belieben.
Wort für Wort rāmam daśaratham viddhi betrachte Rāma als Daśaratha mām viddhi janakātmajām betrachte mich als die Tochter Janakas ayodhyām aṭavīm viddhi betrachte Ayodhyā als den Wald gaccha tāta yathāsukham geh, mein Kind, nach Belieben tataḥ sumantraḥ kākutsthaṃ prāñjalirvākyamabravīt | vinītaḥ vinayajñaśca mātalirvāsavaṃ yathā ||
Dann sprach Sumantra, mit gefalteten Händen, bescheiden und die Höflichkeit kennend, zum Kākutstha, wie Mātali zu Vāsava.
Wort für Wort tataḥ sumantraḥ kākutstham dann Sumantra zum Kākutstha prāñjaliḥ vākyam abravīt mit gefalteten Händen sprach er das Wort vinītaḥ vinayajñaḥ ca bescheiden und die Höflichkeit kennend mātaliḥ vāsavam yathā wie Mātali zu Vāsava rathamāroha bhadraṃ te rājaputra mahāyaśaḥ | kṣipraṃ tvāṃ prāpayiṣyāmi yatra māṃ rāma vakṣyasi ||
Besteige den Wagen, Heil sei dir, hochberühmter Königssohn; ich werde dich rasch dorthin bringen, wohin du mich, Rāma, heißen wirst.
Wort für Wort ratham āroha bhadram te besteige den Wagen, Heil dir rājaputra mahāyaśaḥ hochberühmter Königssohn kṣipram tvām prāpayiṣyāmi ich werde dich rasch bringen yatra mām rāma vakṣyasi wohin du mich, Rāma, heißen wirst caturdaśa hi varṣāṇi vastavyāni vane tvayā | tāni upakramitavyāni yāni devyā.si coditaḥ ||
Vierzehn Jahre nämlich sollst du im Wald verbringen; diese sollst du beginnen, wozu du von der Königin angetrieben wurdest.
Wort für Wort caturdaśa hi varṣāṇi vierzehn Jahre nämlich vastavyāni vane tvayā sollen von dir im Wald verbracht werden tāni upakramitavyāni diese sollen begonnen werden yāni devyā asi coditaḥ wozu du von der Königin angetrieben wurdest taṃ rathaṃ sūryasaṃkāśaṃ sītā hṛṣṭena cetasā | āruroha varārohā kṛtvālaṃkāramātmanaḥ ||
Diesen sonnengleichen Wagen bestieg Sītā, mit frohem Sinn, von schönem Wuchs, nachdem sie sich selbst geschmückt hatte.
Wort für Wort tam ratham sūryasaṃkāśam diesen sonnengleichen Wagen sītā hṛṣṭena cetasā Sītā, mit frohem Sinn āruroha varārohā bestieg sie, von schönem Wuchs kṛtvā alaṃkāram ātmanaḥ nachdem sie sich selbst geschmückt hatte tathaiva āyudhajātāni bhrātṛbhyāṃ kavacāni ca | rathopasthe pratinyasya sacarma kaṭhinaṃ ca tat ||
Ebenso wurden die verschiedenen Waffen und Panzer der beiden Brüder auf dem Wagensitz niedergelegt, samt ihrer Lederschutzausrüstung und dem Bogenhandschuh.
Wort für Wort tathā eva āyudhajātāni ebenso die verschiedenen Waffen bhrātṛbhyām kavacāni ca und die Panzer der beiden Brüder ratha-upasthe pratinyasya auf dem Wagensitz niedergelegt sacarma kaṭhinam ca tat samt der Lederschutzausrüstung und dem Bogenhandschuh vanavāsaṃ hi saṃkhyāya vāsāṃsyābharaṇāni ca | bhartāramanugacchantyai sītāyai śvaśuro dadau ||
Denn im Hinblick auf die Dauer des Waldaufenthalts gab der Schwiegervater der Sītā, die ihrem Gatten folgte, Gewänder und Schmuckstücke.
Wort für Wort vanavāsam hi saṃkhyāya im Hinblick auf die Dauer des Waldaufenthalts vāsāṃsi ābharaṇāni ca Gewänder und Schmuckstücke bhartāram anugacchantyai sītāyai der Sītā, die dem Gatten folgte śvaśuraḥ dadau gab der Schwiegervater tathaivāyudhajālāni bhrātṛbhyāṃ kavacāni ca | rathopasthe pratinyasya sacarma kaṭhinaṃ ca tat ||
Ebenso wurden die Waffenbündel und Panzer der beiden Brüder auf dem Wagensitz niedergelegt, samt der Lederausrüstung und dem Bogenhandschuh.
Wort für Wort tathā eva āyudhajālāni ebenso die Waffenbündel bhrātṛbhyām kavacāni ca und die Panzer der beiden Brüder ratha-upasthe pratinyasya auf dem Wagensitz niedergelegt sacarma kaṭhinam ca tat samt der Lederausrüstung und dem Bogenhandschuh sītā tṛtīyānārūḍhān dṛṣṭvā dhṛṣṭamacodayat | sumantraḥ sammatānaśvān vāyuvegasamān jave ||
Als er sah, dass die drei aufgestiegen waren, trieb Sumantra beherzt die geschätzten, windschnell im Lauf gleichenden Pferde an.
Wort für Wort sītā tṛtīyān ārūḍhān dṛṣṭvā als er sah, dass die drei aufgestiegen waren dhṛṣṭam acodayat trieb beherzt an sumantraḥ sammatān aśvān Sumantra die geschätzten Pferde vāyuvegasamān jave die im Lauf der Windesschnelligkeit glichen prayāte tu mahāraṇyaṃ cirarātrāya rāghave | babhūva nagare mūrcchā balamūrcchā janasya ca ||
Als aber Rāghava für lange Zeit in den großen Wald aufgebrochen war, entstand in der Stadt eine Ohnmacht, eine gewaltige Ohnmacht des Volkes.
Wort für Wort prayāte tu mahāraṇyam als aber aufgebrochen war in den großen Wald cirarātrāya rāghave für lange Zeit, Rāghava babhūva nagare mūrcchā entstand in der Stadt eine Ohnmacht balamūrcchā janasya ca eine gewaltige Ohnmacht des Volkes tatsamākulasaṃbhrāntaṃ mattasaṃkupitadvipam | hayahreṣitanirghoṣaṃ puramāsīnmahāsvanam ||
Verwirrt und bestürzt, mit erregten, wütenden Elefanten, vom Wiehern der Pferde widerhallend, war die Stadt von großem Getöse erfüllt.
Wort für Wort tat samākulasaṃbhrāntam jene, verwirrt und bestürzt matta-saṃkupita-dvipam mit erregten, zornigen Elefanten haya-hreṣita-nirghoṣam vom Wiehern der Pferde widerhallend puram āsīt mahāsvanam war die Stadt von großem Getöse erfüllt tataḥ sabālavṛddhā sā purī paramapīḍitā | rāmameva abhidudrāva gharmārtaḥ salilaṃ yathā ||
Da eilte jene Stadt, samt Kindern und Greisen, aufs höchste bedrängt, allein Rāma nach, wie einer, der von Hitze gepeinigt ist, dem Wasser zueilt.
Wort für Wort tataḥ sabālavṛddhā sā purī da jene Stadt, samt Kindern und Greisen paramapīḍitā aufs höchste bedrängt rāmam eva abhidudrāva eilte sie allein Rāma nach gharmārtaḥ salilam yathā wie einer, der von Hitze gepeinigt ist, dem Wasser zueilt pārśvataḥ pṛṣṭhataśca api lambamānāstadunmukhāḥ | bāṣpapūrṇamukhāḥ sarve tamūcurbhṛśaduḥkhitāḥ ||
Von der Seite und von hinten sich anhängend, ihm zugewandt, sprachen alle, mit tränenerfüllten Gesichtern, aufs höchste betrübt, zu ihm:
Wort für Wort pārśvataḥ pṛṣṭhataḥ ca api von der Seite und auch von hinten lambamānāḥ tadunmukhāḥ sich anhängend, ihm zugewandt bāṣpapūrṇamukhāḥ sarve alle mit tränenerfüllten Gesichtern tam ūcuḥ bhṛśaduḥkhitāḥ sprachen zu ihm, aufs höchste betrübt saṃyacca vājināṃ raśmīn sūta yāhi śanaiḥ śanaiḥ | mukhaṃ drakṣyāmi rāmasya durdarśaṃ no bhaviṣyati ||
Zieh die Zügel der Rosse straff, Wagenlenker, fahre ganz langsam; wir wollen Rāmas Antlitz sehen, das uns bald nicht mehr zu sehen sein wird.
Wort für Wort saṃyat ca vājinām raśmīn und die Zügel der Rosse straff ziehend sūta yāhi śanaiḥ śanaiḥ Wagenlenker, fahre ganz langsam mukham drakṣyāmi rāmasya wir wollen das Antlitz Rāmas sehen durdarśam naḥ bhaviṣyati das für uns schwer zu erblicken sein wird āyasaṃ hṛdayaṃ nūnaṃ rāmamāturasaṃśayam | yaddevagarbhapratime vanaṃ yāti na bhidyate ||
Von Eisen ist gewiss, ohne Zweifel, das Herz von Rāmas Mutter, dass es nicht zerspringt, wenn der, dem Göttersohn Gleichende, in den Wald geht.
Wort für Wort āyasam hṛdayam nūnam von Eisen ist gewiss rāma-mātuḥ asaṃśayam das Herz von Rāmas Mutter, ohne Zweifel yat deva-garbha-pratime da der, dem Göttersohn Gleichende vanam yāti na bhidyate in den Wald geht, es nicht zerspringt kṛtakṛtyā hi vaidehī chāyeva anugatā patim | na jahāti ratā dharme meruma arka prabhā yathā ||
Wahrlich, glücklich zu preisen ist die Vaidehī, die ihrem Gatten wie ein Schatten folgt; sie verlässt ihn nicht, der Pflicht ergeben, wie der Glanz der Sonne den Berg Meru nicht verlässt.
Wort für Wort kṛtakṛtyā hi vaidehī wahrlich glücklich zu preisen ist die Vaidehī chāyā iva anugatā patim die wie ein Schatten dem Gatten folgt na jahāti ratā dharme sie verlässt ihn nicht, der Pflicht ergeben merum arka-prabhā yathā wie der Glanz der Sonne den Meru nicht verlässt aho lakṣmaṇa siddhārthaḥ satataṃ priyavādinam | bhrātaraṃ devasaṃkāśaṃ yastvaṃ paricariṣyasi ||
Ach, Lakṣmaṇa hat sein Ziel erreicht, der du beständig deinem freundlich redenden, göttergleichen Bruder dienen wirst.
Wort für Wort aho lakṣmaṇa siddhārthaḥ ach, Lakṣmaṇa hat sein Ziel erreicht satatam priyavādinam dem beständig freundlich Redenden bhrātaram devasaṃkāśam dem göttergleichen Bruder yaḥ tvam paricariṣyasi dem du dienen wirst mahatyeṣā hi te siddhireṣa cābhyudayo mahān | eṣa svargasya mārgaśca yadenamanugacchasi ||
Groß ist wahrlich dieser dein Erfolg, und dies ist ein großer Aufstieg, und dies ist der Weg zum Himmel, dass du ihm folgst.
Wort für Wort mahatī eṣā hi te siddhiḥ groß ist wahrlich dieser dein Erfolg eṣaḥ ca abhyudayaḥ mahān und dies ist ein großer Aufstieg eṣaḥ svargasya mārgaḥ ca und dies ist der Weg zum Himmel yat enam anugacchasi dass du ihm folgst evaṃ vadantaste soḍhuṃ na śekurbāṣpamāgatam | atha rājā vṛtaḥ strībhirdīnābhirdīnacetanaḥ ||
So sprechend, konnten sie die aufsteigenden Tränen nicht zurückhalten; da kam der König, umgeben von betrübten Frauen, selbst betrübten Sinnes.
Wort für Wort evam vadantaḥ te so sprechend, sie soḍhum na śekuḥ bāṣpam āgatam konnten die aufsteigenden Tränen nicht zurückhalten atha rājā vṛtaḥ strībhiḥ da der König, umgeben von Frauen dīnābhiḥ dīnacetanaḥ von betrübten, selbst betrübten Sinnes atha rājā vṛtaḥ strībhirdīnābhirdīnacetanaḥ | nirjagāma priyaṃ putraṃ drakṣyāmīti bruvan gṛhāt ||
Da trat der König, umgeben von betrübten Frauen, selbst betrübten Sinnes, aus dem Haus, sprechend: Ich will meinen geliebten Sohn sehen.
Wort für Wort atha rājā vṛtaḥ strībhiḥ da der König, umgeben von Frauen dīnābhiḥ dīnacetanaḥ von betrübten, selbst betrübten Sinnes nirjagāma priyam putram trat er heraus, den lieben Sohn drakṣyāmi iti bruvan gṛhāt sprechend: ich will ihn sehen, aus dem Haus śuśruve cāgrataḥ strīṇāṃ rudantīnāṃ mahāsvanaḥ | yathā nādaḥ kareṇūnāṃ baddhe mahati kuñjare ||
Und vorn wurde das laute Wehklagen der weinenden Frauen gehört, wie das Trompeten der Elefantenkühe, wenn ein großer Elefant gefesselt wird.
Wort für Wort śuśruve ca agrataḥ strīṇām und vorn wurde gehört, der Frauen rudantīnām mahāsvanaḥ der weinenden, das laute Getöse yathā nādaḥ kareṇūnām wie das Trompeten der Elefantenkühe baddhe mahati kuñjare wenn ein großer Elefant gefesselt ist pitā ca rājā kākutsthaḥ śrīmān sannastadā babhau | paripūrṇaḥ śaśī kāle graheṇopaplutoyathā ||
Und der Vater, König Kākutstha, der Glanzvolle, erschien da erschöpft, wie der volle Mond, wenn er von einem Planeten verschlungen wird.
Wort für Wort pitā ca rājā kākutsthaḥ und der Vater, König Kākutstha śrīmān sannaḥ tadā babhau der Glanzvolle, erschöpft, erschien er da paripūrṇaḥ śaśī kāle wie der volle Mond zur rechten Zeit graheṇa upaplutaḥ yathā wie von einem Planeten verschlungen sa ca śrīmānacintyātmā rāmo daśarathātmajaḥ | sūtaṃ saṃcodayāmāsa tvaritaṃ vāhyatāmiti ||
Und er, der glanzvolle, von unergründlichem Sinn, Rāma, der Sohn des Daśaratha, trieb den Wagenlenker an: Fahre rasch!
Wort für Wort sa ca śrīmān acintyātmā und er, der glanzvolle, von unergründlichem Sinn rāmaḥ daśarathātmajaḥ Rāma, der Sohn des Daśaratha sūtam saṃcodayāmāsa trieb den Wagenlenker an tvaritam vāhyatām iti fahre rasch, so rāmo yāhīti sūtaṃ taṃ tiṣṭheti sa janastadā | ubhayaṃ nāśakatsūtaḥ kartumadhvani coditaḥ ||
Rāma sprach zum Wagenlenker: Fahre! — das Volk aber rief: Halt! — der Wagenlenker, auf dem Weg von beiden Seiten angetrieben, konnte keinem von beidem nachkommen.
Wort für Wort rāmaḥ yāhi iti sūtam tam Rāma zum Wagenlenker: fahre, so tiṣṭha iti sa janaḥ tadā halt, so das Volk da ubhayam na aśakat sūtaḥ beides konnte der Wagenlenker nicht kartum adhvani coditaḥ tun, auf dem Weg angetrieben nirgacchati mahābāhau rāme paurajanāśrubhiḥ | patitairabhyavahitaṃ praśaśāma mahīrajaḥ ||
Während der starkarmige Rāma hinauszog, wurde der aufgewirbelte Staub der Erde durch die herabfallenden Tränen der Bürger gedämpft.
Wort für Wort nirgacchati mahābāhau rāme während der starkarmige Rāma hinauszog paurajana-aśrubhiḥ patitaiḥ durch die herabfallenden Tränen der Bürger abhyavahitam praśaśāma mahīrajaḥ wurde bedeckt der Staub der Erde ruditāśruparidyūnaṃ hāhākṛtamacetanam | prayāṇe rāghavasyāsītpuraṃ paramapīḍitam ||
Beim Aufbruch Rāghavas war die Stadt aufs höchste bedrängt, von Weinen und Tränen erschöpft, von Wehrufen erfüllt, wie besinnungslos.
Wort für Wort rudita-aśru-paridyūnam von Weinen und Tränen erschöpft hāhākṛtam acetanam von Wehrufen erfüllt, wie besinnungslos prayāṇe rāghavasya āsīt beim Aufbruch Rāghavas war puram paramapīḍitam die Stadt aufs höchste bedrängt susrāva nayanaiḥ strīṇāmasramāyāsasaṃbhavam | mīnasaṃkṣobhacalitaiḥ salilaṃ paṅkajairiva ||
Aus den Augen der Frauen floss Träne, aus Erschöpfung entstanden, wie Wasser aus Lotusblüten, die vom Aufruhr der Fische bewegt werden.
Wort für Wort susrāva nayanaiḥ strīṇām es floss aus den Augen der Frauen asram āyāsasaṃbhavam Träne, aus Erschöpfung entstanden mīna-saṃkṣobha-calitaiḥ die vom Aufruhr der Fische bewegt sind salilam paṅkajaiḥ iva wie Wasser aus Lotusblüten dṛṣṭvā tu nṛpatiḥ śrīmānekacittagataṃ puram | nipapātaiva duḥkhena hatamūla iva drumaḥ ||
Als aber der glanzvolle König die Stadt sah, die nur noch einen Gedanken hatte, fiel er vor Kummer nieder, wie ein Baum, dessen Wurzel gekappt wurde.
Wort für Wort dṛṣṭvā tu nṛpatiḥ śrīmān als aber der glanzvolle König sah ekacittagatam puram die Stadt, die nur einen Gedanken hatte nipapāta eva duḥkhena fiel er vor Kummer nieder hatamūlaḥ iva drumaḥ wie ein Baum mit gekappter Wurzel tato halahalāśabdo jajñe rāmasya pṛṣṭhataḥ | narāṇāṃ prekṣya rājānaṃ sīdantaṃ bhṛśaduḥkhitam ||
Da erhob sich hinter Rāma ein lauter Aufschrei der Menschen, als sie sahen, wie der König, aufs höchste betrübt, in Ohnmacht sank.
Wort für Wort tataḥ halahalāśabdaḥ jajñe da erhob sich ein lauter Aufschrei rāmasya pṛṣṭhataḥ hinter Rāma narāṇām prekṣya rājānam der Menschen, als sie den König sahen sīdantam bhṛśaduḥkhitam wie er sank, aufs höchste betrübt hā rāmeti janāḥ kecidrāma māteti cāpare | antaḥpuraṃ samṛddhaṃ ca krośantaṃ paryadevayan ||
Ach Rāma!, riefen einige der Leute, Rāmas Mutter!, andere; und das reiche Frauengemach jammerte laut klagend.
Wort für Wort hā rāma iti janāḥ kecit Ach Rāma! so einige Leute rāma mātā iti ca apare Rāmas Mutter! so andere antaḥpuram samṛddham ca und das reiche Frauengemach krośantam paryadevayan jammerte laut klagend anvīkṣamāṇo rāmastu viṣaṇṇaṃ bhrāntacetasam | rājānaṃ mātaraṃ caiva dadarśānugatau pathi ||
Rāma aber, sich umblickend, erblickte den bestürzten, seines Sinnes beraubten König und auch seine Mutter, wie sie ihm auf dem Weg folgten.
Wort für Wort anvīkṣamāṇaḥ rāmaḥ tu Rāma aber, sich umblickend viṣaṇṇam bhrāntacetasam den bestürzten, seines Sinnes beraubten rājānam mātaram ca eva den König und auch die Mutter dadarśa anugatau pathi sah er, wie sie ihm auf dem Weg folgten sa baddha iva pāśena kiśoro mātaraṃ yathā | dharmapāśena saṃkṣiptaḥ prakāśaṃ nābhyudaikṣata ||
Er, wie mit einem Strick gebunden, gleich einem Fohlen, das seiner Mutter verhaftet ist, von der Fessel der Pflicht zusammengezogen, konnte nicht offen zu ihnen hinschauen.
Wort für Wort sa baddhaḥ iva pāśena er, wie mit einem Strick gebunden kiśoraḥ mātaram yathā wie ein Fohlen der Mutter verbunden ist dharmapāśena saṃkṣiptaḥ von der Fessel der Pflicht zusammengezogen prakāśam na abhyudaikṣata konnte er nicht offen hinschauen padātinau ca yānārhāvaduḥkhārhau sukhocitau | dṛṣṭvā saṃcodayāmāsa śīghraṃ yāhīti sārathim ||
Als er sah, dass die beiden Eltern, obwohl sie ein Fahrzeug verdienten und nur an Glück gewöhnt waren, zu Fuß gingen, trieb er den Wagenlenker an: Fahr schnell!
Wort für Wort padātinau ca yānārhau die beiden, zu Fuß gehend, obwohl fahrzeugwürdig aduḥkhārhau sukhocitau die kein Leid verdienten, an Glück gewöhnt dṛṣṭvā saṃcodayāmāsa als er sah, trieb er an śīghram yāhi iti sārathim fahr schnell, so den Wagenlenker na hi tatpuruṣavyāghro duḥkhadaṃ darśanaṃ pituḥ | mātuśca sahituṃ śaktastotrārditaiva dvipaḥ ||
Denn jener Tiger unter den Männern konnte den leidvollen Anblick des Vaters und der Mutter nicht ertragen, wie ein von der Stachelstange gequälter Elefant.
Wort für Wort na hi tat puruṣavyāghraḥ denn nicht konnte jener Tiger unter den Männern duḥkhadam darśanam pituḥ den leidvollen Anblick des Vaters mātuḥ ca sahitum śaktaḥ und der Mutter ertragen totra-arditaḥ eva dvipaḥ wie ein von der Stachelstange gequälter Elefant pratyagāramivāyāntī vatsalā vatsakāraṇāt | baddhavatsā yathā dhenū rāmamātābhyadhāvata ||
Wie eine gebundene Kuh, voll Zuneigung wegen ihres Kalbes, wie zurück zum Haus laufend, so eilte Rāmas Mutter ihm nach.
Wort für Wort pratyagāram iva āyāntī wie zurück zum Haus kommend vatsalā vatsakāraṇāt voll Zuneigung, wegen des Kalbes baddhavatsā yathā dhenuḥ wie eine Kuh, deren Kalb gebunden ist rāmamātā abhyadhāvata eilte Rāmas Mutter hinterher tathā rudantīṃ kausalyāṃ rathaṃ tamanudhāvatīm | krośantīṃ rāma rāmeti hā sīte lakṣmaṇeti ca ||
So lief Kausalyā weinend, jenem Wagen nachjagend, rufend: Rāma, Rāma!, Ach Sītā!, Lakṣmaṇa!
Wort für Wort tathā rudantīm kausalyām so die weinende Kausalyā ratham tam anudhāvatīm jenem Wagen nachlaufend krośantīm rāma rāma iti rufend: Rāma, Rāma! hā sīte lakṣmaṇa iti ca Ach Sītā!, Lakṣmaṇa! so rāmalakṣmaṇasītārthaṃ sravantīṃ vārinetrajam | asakṛtpraikṣata tadā nṛtyantīmiva mātaram ||
Immer wieder blickte er zurück auf seine Mutter, die um Rāma, Lakṣmaṇa und Sītā weinte, deren Augen Wasser vergossen, die gleichsam vor Aufregung tanzte.
Wort für Wort rāma-lakṣmaṇa-sītā-artham um Rāma, Lakṣmaṇa und Sītā willen sravantīm vāri netrajam die vergoss, Wasser, aus den Augen entstanden asakṛt praikṣata tadā wiederholt blickte er da nṛtyantīm iva mātaram auf die Mutter, gleichsam tanzend tiṣṭheti rājā cukrośa yāhi yāhīti rāghavaḥ | sumantrasya babhūvātmā cakrayoriva cāntarā ||
Halt! rief der König, Fahre, fahre! Rāghava — Sumantras Gemüt geriet zwischen die beiden wie zwischen zwei Räder.
Wort für Wort tiṣṭha iti rājā cukrośa Halt! rief der König yāhi yāhi iti rāghavaḥ Fahre, fahre! so Rāghava sumantrasya babhūva ātmā Sumantras Gemüt wurde cakrayoḥ iva ca antarā wie zwischen zwei Rädern nāśrauṣamiti rājānamupālabdho.api vakṣyasi | ciraṃ duḥkhasya pāpiṣṭhamiti rāmastamabravīt ||
Auch wenn du dafür getadelt wirst, wirst du zum König sagen können: Ich habe es nicht gehört; das lange Verweilen wäre das Schlimmste des Kummers, so sprach Rāma zu ihm.
Wort für Wort na aśrauṣam iti rājānam 'ich habe nicht gehört', zum König upālabdhaḥ api vakṣyasi auch wenn getadelt, wirst du sagen können ciram duḥkhasya pāpiṣṭham das langwierige ist das Schlimmste des Kummers iti rāmaḥ tam abravīt so sprach Rāma zu ihm rāmasya sa vacaḥ kurvannanujñāpya ca taṃ janam | vrajato.api hayāñ chīghraṃ codayāmāsa sārathiḥ ||
Rāmas Wort befolgend und von jenem Volk Abschied nehmend, trieb der Wagenlenker die ohnehin schon gehenden Pferde rasch an.
Wort für Wort rāmasya sa vacaḥ kurvan Rāmas Wort befolgend anujñāpya ca tam janam und von jenem Volk Abschied nehmend vrajataḥ api hayān śīghram die ohnehin gehenden Pferde rasch codayāmāsa sārathiḥ trieb der Wagenlenker an nyavartata jano rājño rāmaṃ kṛtvā pradakṣiṇam | manasāpyaśruvegaiśca na nyavartata mānuṣam ||
Das Volk des Königs kehrte um, nachdem es Rāma umschritten hatte; doch mit dem Geist und mit den Tränenströmen kehrte das menschliche Volk nicht um.
Wort für Wort nyavartata janaḥ rājñaḥ es kehrte um das Volk des Königs rāmam kṛtvā pradakṣiṇam nachdem es Rāma umschritten hatte manasā api aśruvegaiḥ ca doch mit dem Geist und mit den Tränenströmen na nyavartata mānuṣam kehrte das menschliche Volk nicht um yamicchetpunarāyāntaṃ nainaṃ dūramanuvrajet | ityamātyā mahārājamūcurdaśarathaṃ vacaḥ ||
Wen man wiederkehrend wünscht, den soll man nicht weit begleiten — so sprachen die Minister zum großen König Daśaratha dieses Wort.
Wort für Wort yam icchet punaḥ āyāntam wen man wünscht, wiederkehrend na enam dūram anuvrajet den soll man nicht weit begleiten iti amātyāḥ mahārājam so die Minister zum großen König ūcuḥ daśaratham vacaḥ sprachen zu Daśaratha das Wort teṣāṃ vacaḥ sarvaguṇopapannaṃ | prasvinnagātraḥ praviṣaṇṇarūpaḥ | niśamya rājā kṛpaṇaḥ sabhāryo | vyavasthitastaṃ sutamīkṣamāṇaḥ ||
Nachdem er dieses mit allen guten Eigenschaften versehene Wort von ihnen vernommen hatte, blieb der König, mit schweißbedecktem Körper, von bekümmertem Aussehen, kläglich, zusammen mit seiner Gattin stehen, seinen Sohn anblickend.
Wort für Wort teṣām vacaḥ sarva-guṇa-upapannam dieses mit allen guten Eigenschaften versehene Wort von ihnen prasvinnagātraḥ praviṣaṇṇarūpaḥ mit schweißbedecktem Körper, von bekümmertem Aussehen niśamya rājā kṛpaṇaḥ sabhāryaḥ vernommen habend, der König, kläglich, zusammen mit der Gattin vyavasthitaḥ tam sutam īkṣamāṇaḥ blieb stehen, seinen Sohn anblickend
Interaktive Leseansicht des ganzen Werks
← Sarga 39 Sarga 41 →