Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 48: Nagara Śoka Varṇanam Dvitīyam
Die zurückgekehrten Bewohner Ayodhyās verfallen in tiefe Trauer, die Frauen klagen und schmähen ihre Männer, weil sie Rāma nicht gefolgt sind, und die einst festliche Stadt versinkt bei Einbruch der Nacht in Finsternis und Freudlosigkeit
teṣām evaṃ viṣaṇṇānāṃ pīḍitānām atīva ca |
bāṣpaviplutanetrāṇāṃ saśokānāṃ mumūrṣayā ||
Von jenen so Niedergeschlagenen, überaus Bedrängten, deren Augen von Tränen überströmten, den Kummervollen, die sterben wollten,
Wort für Wort teṣām evam viṣaṇṇānām von jenen so Niedergeschlagenen pīḍitānām atīva ca und überaus Bedrängten bāṣpaviplutanetrāṇām deren Augen von Tränen überströmten saśokānām mumūrṣayā den Kummervollen, die sterben wollten anugamya nivṛttānāṃ rāmaṃ nagaravāsinām |
udgatāni iva sattvāni babhūvur amanasvinām ||
die Rāma gefolgt und wieder umgekehrt waren, den Stadtbewohnern – ihnen war es, als wäre ihre Lebenskraft entwichen, verstandlos wie sie geworden waren.
Wort für Wort anugamya nivṛttānām die gefolgt und wieder umgekehrt waren rāmam nagaravāsinām Rāma, den Stadtbewohnern udgatāni iva sattvāni als wäre ihre Lebenskraft entwichen babhūvuḥ amanasvinām wurden sie, verstandlos geworden svaṃ svaṃ nilayam āgamya putradāraiḥ samāvṛtāḥ |
aśrūṇi mumucuḥ sarve bāṣpeṇa pihitānanāḥ ||
Zu ihren eigenen Wohnungen zurückgekehrt, von Söhnen und Frauen umgeben, vergossen sie alle Tränen, ihre Gesichter von Tränen bedeckt.
Wort für Wort svam svam nilayam āgamya zu ihren eigenen Wohnungen zurückgekehrt putradāraiḥ samāvṛtāḥ von Söhnen und Frauen umgeben aśrūṇi mumucuḥ sarve vergossen sie alle Tränen bāṣpeṇa pihitānanāḥ ihre Gesichter von Tränen bedeckt na cāhṛṣyan na cāmodan vaṇijo na prasārayan |
na cāśobhanta paṇyāni nāpacan gṛhamedhinaḥ ||
Die Kaufleute freuten sich nicht, waren nicht heiter, breiteten ihre Waren nicht aus; die Waren glänzten nicht, und die Hausväter kochten nicht.
Wort für Wort na ca ahṛṣyan na ca amodan sie freuten sich nicht, waren nicht heiter vaṇijaḥ na prasārayan die Kaufleute breiteten nicht aus na ca aśobhanta paṇyāni die Waren glänzten nicht na apacan gṛhamedhinaḥ die Hausväter kochten nicht naṣṭaṃ dṛṣṭvā nābhyanandan vipulaṃ vā dhanāgamam |
putraṃ prathamajaṃ labdhvā jananī nābhyanandata ||
Wer einen Verlust sah, freute sich nicht darüber, noch über reichen Gewinn; eine Mutter, die ihren erstgeborenen Sohn empfing, freute sich nicht.
Wort für Wort naṣṭam dṛṣṭvā na abhyanandan einen Verlust sehend, freuten sie sich nicht vipulam vā dhanāgamam noch über reichen Gewinn putram prathamajam labdhvā den erstgeborenen Sohn empfangend jananī na abhyanandata freute sich die Mutter nicht gṛhe gṛhe rudantyaś ca bhartāraṃ gṛham āgatam |
vyagarhayanta duḥkhārtā vāgbhis totrair iva dvipān ||
In jedem Haus weinten die Frauen und tadelten ihren heimgekehrten Gatten mit Worten, von Schmerz gequält, wie man Elefanten mit dem Stachelstock antreibt.
Wort für Wort gṛhe gṛhe rudantyaḥ ca in jedem Haus weinend bhartāram gṛham āgatam den heimgekehrten Gatten vyagarhayanta duḥkhārtāḥ tadelten sie, von Schmerz gequält vāgbhiḥ totraiḥ iva dvipān mit Worten wie mit dem Stachelstock die Elefanten kiṃ nu teṣāṃ gṛhaiḥ kāryaṃ kiṃ dāraiḥ kiṃ dhanena vā |
putraiḥ vā kiṃ sukhaiḥ vāpi ye na paśyanti rāghavam ||
Was nützen ihnen ihre Häuser, was ihre Frauen, was ihr Reichtum, was ihre Söhne, was ihr Glück, ihnen, die Rāghava nicht mehr sehen?
Wort für Wort kim nu teṣām gṛhaiḥ kāryam was nützen ihnen ihre Häuser kim dāraiḥ kim dhanena vā was ihre Frauen, was ihr Reichtum putraiḥ vā kim sukhaiḥ vā api was ihre Söhne, was ihr Glück ye na paśyanti rāghavam ihnen, die Rāghava nicht sehen eka satpuruṣo loke lakṣmaṇaḥ saha sītayā |
yo 'nugacchati kākutsthaṃ rāmaṃ paricaran vane ||
Der einzige wahre Mann in der Welt ist Lakṣmaṇa, der zusammen mit Sītā dem Kākutstha-Sproß Rāma folgt und ihm im Wald dient.
Wort für Wort ekaḥ satpuruṣaḥ loke der einzige wahre Mann in der Welt lakṣmaṇaḥ saha sītayā Lakṣmaṇa, zusammen mit Sītā yaḥ anugacchati kākutstham der dem Kākutstha-Sproß folgt rāmam paricaran vane Rāma, ihm im Wald dienend āpagāḥ kṛtapuṇyās tāḥ padminyaś ca sarāṃsi ca |
yeṣu snāsyati kākutstho vigāhya salilaṃ śuci ||
Gesegnet sind jene Flüsse, Lotusteiche und Seen, in deren reines Wasser der Kākutstha-Sproß hinabsteigen und baden wird.
Wort für Wort āpagāḥ kṛtapuṇyāḥ tāḥ gesegnet sind jene Flüsse padminyaḥ ca sarāṃsi ca die Lotusteiche und die Seen yeṣu snāsyati kākutsthaḥ in denen der Kākutstha-Sproß baden wird vigāhya salilam śuci in das reine Wasser hinabsteigend śobhayiṣyanti kākutsthaṃ aṭavyo ramyakānanāḥ |
āpagāś ca mahānūpāḥ sānumantaś ca parvatāḥ ||
Wälder mit lieblichen Hainen, große, wasserreiche Flüsse und Berge mit ihren Graten werden dem Kākutstha-Sproß zur Zierde gereichen.
Wort für Wort śobhayiṣyanti kākutstham werden dem Kākutstha-Sproß zur Zierde gereichen aṭavyaḥ ramyakānanāḥ die Wälder mit lieblichen Hainen āpagāḥ ca mahānūpāḥ und die großen, wasserreichen Flüsse sānumantaḥ ca parvatāḥ und die Berge mit ihren Graten kānanaṃ vāpi śailaṃ vā yaṃ rāmo 'bhigamiṣyati |
priyātithim iva prāptaṃ nainaṃ śakṣyanty anarcitum ||
Welchen Wald oder Berg auch Rāma betreten wird – sie werden ihn, den wie einen lieben Gast Angekommenen, nicht ohne Ehrerbietung lassen können.
Wort für Wort kānanam vā api śailam vā welchen Wald oder Berg auch yam rāmaḥ abhigamiṣyati den Rāma betreten wird priyātithim iva prāptam wie einen angekommenen lieben Gast na enam śakṣyanti anarcitum werden sie ihn nicht unverehrt lassen können vicitrakusumāpīḍā bahumañjaridhāriṇaḥ |
akāle cāpi mukhyāni puṣpāṇi ca phalāni ca ||
Mit bunten Blütenkränzen geschmückt, viele Blütentrauben tragend, werden selbst außerhalb der Jahreszeit die vortrefflichsten Blüten und Früchte...
Wort für Wort vicitrakusumāpīḍāḥ mit bunten Blütenkränzen geschmückt bahumañjaridhāriṇaḥ viele Blütentrauben tragend akāle ca api mukhyāni selbst außerhalb der Jahreszeit die vortrefflichsten puṣpāṇi ca phalāni ca Blüten und Früchte akāle cāpi mukhyāni puṣpāṇi ca phalāni ca |
darśayiṣyanty anukrośād girayo rāmam āgatam ||
...selbst außerhalb der Jahreszeit werden die Berge, aus Mitgefühl, dem gekommenen Rāma vortreffliche Blüten und Früchte zeigen.
Wort für Wort akāle ca api mukhyāni selbst außerhalb der Jahreszeit die vortrefflichsten (Wiederholung im Quelltext) puṣpāṇi ca phalāni ca Blüten und Früchte darśayiṣyanti anukrośāt werden zeigen, aus Mitgefühl girayaḥ rāmam āgatam die Berge dem gekommenen Rāma prasraviṣyanti toyāni vimalāni mahīdharāḥ |
vidarśayantaḥ vividhān bhūyaś citrāṃś ca nirjharān ||
Die Berge werden reine Wasser hervorquellen lassen und dabei mannigfache, wunderbare Wasserfälle zeigen.
Wort für Wort prasraviṣyanti toyāni werden Wasser hervorquellen lassen vimalāni mahīdharāḥ reine, die Berge vidarśayantaḥ vividhān dabei mannigfache zeigend bhūyaḥ citrān ca nirjharān wiederum wunderbare Wasserfälle pādapāḥ parvatāgreṣu ramayiṣyanti rāghavam |
yatra rāmo bhayaṃ nātra nāsti tatra parābhavaḥ ||
Die Bäume auf den Berggipfeln werden Rāghava erfreuen; wo Rāma ist, dort gibt es keine Furcht, dort gibt es keine Niederlage.
Wort für Wort pādapāḥ parvatāgreṣu die Bäume auf den Berggipfeln ramayiṣyanti rāghavam werden Rāghava erfreuen yatra rāmaḥ bhayam na atra wo Rāma ist, dort keine Furcht na asti tatra parābhavaḥ dort gibt es keine Niederlage sa hi śūro mahābāhuḥ putro daśarathasya ca |
purā bhavati no dūrād anugacchāma rāghavam ||
Er, der Held, der Langarmige, der Sohn des Daśaratha – bevor er uns zu fern wird, lasst uns Rāghava folgen.
Wort für Wort saḥ hi śūraḥ mahābāhuḥ er, der Held, der Langarmige putraḥ daśarathasya ca der Sohn des Daśaratha purā bhavati naḥ dūrāt bevor er uns zu fern wird anugacchāma rāghavam lasst uns Rāghava folgen pādacchāyā sukhā bhartus tādṛśasya mahātmanaḥ |
sa hi nātho janasyāsya sa gatiḥ sa parāyaṇam ||
Der Schatten der Füße eines solchen großmütigen Herrn ist wohltuend; denn er ist der Schutzherr dieses Volkes, er die Zuflucht, er das letzte Ziel.
Wort für Wort pādacchāyā sukhā bhartuḥ der Schatten der Füße des Herrn ist wohltuend tādṛśasya mahātmanaḥ eines solchen großmütigen saḥ hi nāthaḥ janasya asya denn er ist der Schutzherr dieses Volkes sa gatiḥ sa parāyaṇam er die Zuflucht, er das letzte Ziel vayaṃ paricariṣyāmaḥ sītāṃ yūyaṃ tu rāghavam |
iti paurastriyo bhartṝn duḥkhārtās tat tad abruvan ||
„Wir werden Sītā dienen, ihr aber Rāghava“ – so sprachen die Frauen der Stadtbewohner, von Schmerz gequält, mancherlei zu ihren Gatten.
Wort für Wort vayam paricariṣyāmaḥ sītām wir werden Sītā dienen yūyam tu rāghavam ihr aber Rāghava iti paurastriyaḥ bhartṝn so die Frauen der Stadtbewohner zu ihren Gatten duḥkhārtāḥ tat tat abruvan von Schmerz gequält, sprachen sie mancherlei yuṣmākaṃ rāghavo 'raṇye yogakṣemaṃ vidhāsyati |
sītā nārījanasyāsya yogakṣemaṃ kariṣyati ||
Rāghava wird im Wald für euer Wohlergehen sorgen, und Sītā wird für das Wohlergehen dieser Frauenschar sorgen.
Wort für Wort yuṣmākam rāghavaḥ araṇye Rāghava wird im Wald für euch yogakṣemam vidhāsyati für das Wohlergehen sorgen sītā nārījanasya asya Sītā für diese Frauenschar yogakṣemam kariṣyati wird für das Wohlergehen sorgen ko nv anenāpratītena sotkaṇṭhitajanena ca |
samprīyeta amanojñena vāsena hṛtacetasā ||
Wer könnte sich noch an diesem unbefriedigenden, von sehnsüchtigen Menschen bewohnten, unangenehmen, den Verstand raubenden Aufenthalt erfreuen?
Wort für Wort kaḥ nu anena apratītena wer könnte sich an diesem unbefriedigenden sotkaṇṭhitajanena ca und von sehnsüchtigen Menschen bewohnten samprīyeta amanojñena erfreuen an dem unangenehmen vāsena hṛtacetasā Aufenthalt, den Verstand raubend kaikeyyā yadi ced rājyaṃ syād adharmyam anāthavat |
na hi no jīvitenārthaḥ kutaḥ putraiḥ kutaḥ dhanaiḥ ||
Sollte Kaikeyī das Königreich unrechtmäßig, wie ein herrenloses, erlangen, so hätten wir keinen Nutzen mehr am Leben – woher denn an Söhnen, woher an Reichtum?
Wort für Wort kaikeyyā yadi cet rājyam sollte Kaikeyī das Königreich syāt adharmyam anāthavat unrechtmäßig, wie ein herrenloses, erlangen na hi naḥ jīvitena arthaḥ so hätten wir keinen Nutzen am Leben kutaḥ putraiḥ kutaḥ dhanaiḥ woher an Söhnen, woher an Reichtum yayā putraś ca bhartā ca tyaktāv aiśvaryakāraṇāt |
kaṃ sā parihared anyaṃ kaikeyī kulapāṃsanī ||
Sie, die um der Herrschaft willen sowohl ihren Sohn als auch ihren Gatten verstoßen hat – wen sonst würde jene Kaikeyī, die Schande ihres Geschlechts, wohl verschonen?
Wort für Wort yayā putraḥ ca bhartā ca durch die sowohl der Sohn als auch der Gatte tyaktau aiśvaryakāraṇāt verstoßen wurden um der Herrschaft willen kam sā parihared anyam wen sonst würde sie verschonen kaikeyī kulapāṃsanī Kaikeyī, die Schande ihres Geschlechts kaikeyyā na vayaṃ rājye bhṛtakā nivasemahi |
jīvantyāṃ jātu jīvantyaḥ putrair api śapāmahe ||
Solange Kaikeyī lebt, wollen wir, solange wir selbst leben, nicht als ihre Dienerinnen in diesem Reich verweilen – das schwören wir bei unseren Söhnen.
Wort für Wort kaikeyyā na vayam rājye in Kaikeyīs Reich wollen wir nicht bhṛtakāḥ nivasemahi als Dienerinnen verweilen jīvantyām jātu jīvantyaḥ solange sie lebt, solange wir leben putraiḥ api śapāmahe das schwören wir bei unseren Söhnen yā putraṃ pārthivendrasya pravāsayati nirghṛṇā |
kas tāṃ prāpya sukhaṃ jīved adharmyāṃ duṣṭacāriṇīm ||
Sie, die erbarmungslos den Sohn des Fürstenherrschers verbannt hat – wer könnte, ihr begegnend, glücklich leben, ihr, der Unrechten, der Übeltäterin?
Wort für Wort yā putram pārthivendrasya die den Sohn des Fürstenherrschers pravāsayati nirghṛṇā erbarmungslos verbannt hat kaḥ tām prāpya sukham jīvet wer könnte, ihr begegnend, glücklich leben adharmyām duṣṭacāriṇīm ihr, der Unrechten, der Übeltäterin upadrutam idaṃ sarvam anālambam anāyakam |
kaikeyyā hi kṛte sarvaṃ vināśam upayāsyati ||
All dies ist bedrängt, ohne Halt, ohne Führer; wegen Kaikeyī wird alles dem Untergang entgegengehen.
Wort für Wort upadrutam idam sarvam all dies ist bedrängt anālambam anāyakam ohne Halt, ohne Führer kaikeyyā hi kṛte sarvam wegen Kaikeyī wird alles vināśam upayāsyati dem Untergang entgegengehen na hi pravrajite rāme jīviṣyati mahīpatiḥ |
mṛte daśarathe vyaktaṃ vilopas tadanantaram ||
Denn wenn Rāma verbannt ist, wird der Herr der Erde nicht am Leben bleiben; und wenn Daśaratha stirbt, wird gewiss danach der Untergang folgen.
Wort für Wort na hi pravrajite rāme denn wenn Rāma verbannt ist jīviṣyati mahīpatiḥ wird der Herr der Erde nicht leben mṛte daśarathe vyaktam wenn Daśaratha stirbt, gewiss vilopaḥ tadanantaram folgt danach der Untergang te viṣaṃ pibatāloḍya kṣīṇapuṇyāḥ sudurgatāḥ |
rāghavaṃ vānugacchadhvam aśrutiṃ vāpi gacchata ||
Trinkt daher Gift, ihr des Verdienstes Beraubten, in großem Elend Befindlichen, oder folgt Rāghava, oder gebt euch dem Vergessen anheim.
Wort für Wort te viṣam pibata āloḍya trinkt daher aufgerührtes Gift kṣīṇapuṇyāḥ sudurgatāḥ ihr des Verdienstes Beraubten, in großem Elend rāghavam vā anugacchadhvam oder folgt Rāghava aśrutim vā api gacchata oder gebt euch dem Vergessen anheim mithyā pravrājito rāmaḥ sabhāryaḥ saha lakṣmaṇaḥ |
bharate saṃniṣṛṣṭāḥ smaḥ saunike paśavo yathā ||
Zu Unrecht wurde Rāma verbannt, mit seiner Gattin und mit Lakṣmaṇa; und wir sind Bharata überlassen worden wie Opfertiere dem Schlächter.
Wort für Wort mithyā pravrājitaḥ rāmaḥ zu Unrecht wurde Rāma verbannt sabhāryaḥ saha lakṣmaṇaḥ mit seiner Gattin und mit Lakṣmaṇa bharate saṃniṣṛṣṭāḥ smaḥ wir sind Bharata überlassen worden saunike paśavaḥ yathā wie Opfertiere dem Schlächter pūrṇacandrānanaḥ śyāmo gūḍhajatrur ariṃdamaḥ |
ājānubāhuḥ padmākṣo rāmo lakṣmaṇapūrvajaḥ ||
Mit einem Gesicht wie der Vollmond, dunkel, mit verborgenen Schlüsselbeinen, ein Feindebezwinger, mit knielangen Armen, lotusäugig – Rāma, Lakṣmaṇas älterer Bruder;
Wort für Wort pūrṇacandrānanaḥ śyāmaḥ mit einem Gesicht wie der Vollmond, dunkel gūḍhajatruḥ ariṃdamaḥ mit verborgenen Schlüsselbeinen, ein Feindebezwinger ājānubāhuḥ padmākṣaḥ mit knielangen Armen, lotusäugig rāmaḥ lakṣmaṇapūrvajaḥ Rāma, Lakṣmaṇas älterer Bruder pūrvābhibhāṣī madhuraḥ satyavādī mahābalaḥ |
saumyaḥ sarvasya lokasya candravat priyadarśanaḥ ||
der zuerst das Wort ergreift, süß redend, wahrhaftig, überaus mächtig; mild gegenüber aller Welt, lieblich anzusehen wie der Mond;
Wort für Wort pūrvābhibhāṣī madhuraḥ der zuerst das Wort ergreift, süß redend satyavādī mahābalaḥ wahrhaftig, überaus mächtig saumyaḥ sarvasya lokasya mild gegenüber aller Welt candravat priyadarśanaḥ lieblich anzusehen wie der Mond nūnaṃ puruṣaśārdūlo mattamātaṅgavikramaḥ |
śobhayiṣyaty araṇyāni vicaran sa mahārathaḥ ||
gewiss wird jener Tiger unter den Männern, von der Kraft eines brünstigen Elefanten, der große Wagenkämpfer, die Wälder, durch die er wandert, zieren.
Wort für Wort nūnam puruṣaśārdūlaḥ gewiss jener Tiger unter den Männern mattamātaṅgavikramaḥ von der Kraft eines brünstigen Elefanten śobhayiṣyati araṇyāni wird die Wälder zieren vicaran sa mahārathaḥ durch die er wandert, der große Wagenkämpfer tāḥ tathā vilapantyas tu nagare nāgarastriyaḥ |
cukruśur duḥkhasaṃtaptā mṛtyor iva bhayāgame ||
So klagend, schrien jene Stadtfrauen in der Stadt auf, von Schmerz verbrannt, wie beim Herannahen des Todes.
Wort für Wort tāḥ tathā vilapantyaḥ tu sie, so klagend nagare nāgarastriyaḥ in der Stadt die Stadtfrauen cukruśuḥ duḥkhasaṃtaptāḥ schrien auf, von Schmerz verbrannt mṛtyoḥ iva bhayāgame wie beim Herannahen der Todesfurcht ity evaṃ vilapantīnāṃ strīṇāṃ veśmasu rāghavam |
jagāmāstaṃ dinakaro rajanī cābhyavartata ||
Während so die Frauen in ihren Häusern um Rāghava klagten, ging die Sonne unter, und die Nacht brach herein.
Wort für Wort iti evam vilapantīnām während so klagenden strīṇām veśmasu rāghavam der Frauen in ihren Häusern um Rāghava jagāma astam dinakaraḥ ging die Sonne unter rajanī ca abhyavartata und die Nacht brach herein naṣṭajvalanasampātā praśāntādhyāyasatkathā |
timireṇābhilipteva tadā sā nagarī babhau ||
Ohne aufflammendes Feuer, ohne das gute Gespräch beim Studium, wie mit Finsternis überzogen, so erschien damals jene Stadt.
Wort für Wort naṣṭajvalanasampātā ohne aufflammendes Feuer praśāntādhyāyasatkathā ohne das gute Gespräch beim Studium timireṇa abhiliptā iva wie mit Finsternis überzogen tadā sā nagarī babhau so erschien damals jene Stadt upaśāntavaṇikpaṇyā naṣṭaharṣā nirāśrayā |
ayodhyā nagarī cāsīn naṣṭatāram ivāmbaram ||
Mit ruhenden Kaufmannswaren, ihrer Freude beraubt, ohne Halt, so war die Stadt Ayodhyā, wie der Himmel, dem die Sterne fehlen.
Wort für Wort upaśāntavaṇikpaṇyā mit ruhenden Kaufmannswaren naṣṭaharṣā nirāśrayā ihrer Freude beraubt, ohne Halt ayodhyā nagarī ca āsīt so war die Stadt Ayodhyā naṣṭatāram iva ambaram wie der Himmel, dem die Sterne fehlen tathā striyo rāmanimittam āturā
yathā sute bhrātari vā vivāsite |
vilapya dīnā rurudur vicetasāḥ
sutair hi tāsām adhiko hi so 'bhavat ||
So sehr waren die Frauen um Rāmas willen leidend, als wäre ihr eigener Sohn oder Bruder verbannt worden; klagend, elend, außer sich, weinten sie – denn er war ihnen mehr als ihre eigenen Söhne.
Wort für Wort tathā striyaḥ rāmanimittam āturāḥ so sehr waren die Frauen um Rāmas willen leidend yathā sute bhrātari vā vivāsite als wäre ihr eigener Sohn oder Bruder verbannt vilapya dīnā rurudur vicetasāḥ klagend, elend, außer sich, weinten sie sutaiḥ hi tāsām adhikaḥ hi saḥ abhavat denn er war ihnen mehr als ihre eigenen Söhne praśāntagītotsavanṛttavādanā
vyapāstaharṣā pihitāpaṇodayā |
tadā hy ayodhyā nagarī babhūva sā
mahārṇavaḥ saṃkṣapitodako yathā ||
Ohne Gesang, Fest, Tanz und Musik, ihrer Freude beraubt, mit verschlossenen Marktständen – so wurde damals die Stadt Ayodhyā, gleich einem großen Ozean, dessen Wasser versiegt ist.
Wort für Wort praśāntagītotsavanṛttavādanā ohne Gesang, Fest, Tanz und Musik vyapāstaharṣā pihitāpaṇodayā ihrer Freude beraubt, mit verschlossenen Marktständen tadā hi ayodhyā nagarī babhūva sā so wurde damals die Stadt Ayodhyā mahārṇavaḥ saṃkṣapitodakaḥ yathā gleich einem großen Ozean, dessen Wasser versiegt ist
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