Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa

Sarga 15: Sumantra Rāma Gṛha Praveśaḥ Am Morgen der Weihe erwacht Daśaratha endlich, und Sumantra eilt zu Rāmas prächtigem Palast, um ihn zu holen

te tu tām rajanīm uṣya brāhmaṇāḥ veda-pāragāḥ / upatasthuḥ upasthānam saha rāja-purohitāḥ

Nachdem sie jene Nacht verbracht hatten, begaben sich die der Veden kundigen Brahmanen zusammen mit den königlichen Hauspriestern zur Audienz.

Wort für Wort
te tu tām rajanīm uṣya
nachdem sie jene Nacht verbracht hatten
brāhmaṇāḥ veda-pāragāḥ
die der Veden kundigen Brahmanen
upatasthuḥ upasthānam
begaben sich zur Audienz
saha rāja-purohitāḥ
zusammen mit den königlichen Hauspriestern

amātyāḥ bala-mukhyāḥ ca mukhyāḥ ye nigamasya ca / rāghavasya abhiṣeka-arthe prīyamāṇāḥ tu saṃgatāḥ

Die Minister, die Anführer des Heeres und die Vornehmsten der Kaufmannschaft kamen, voll Freude, wegen Rāghavas Weihe zusammen.

Wort für Wort
amātyāḥ bala-mukhyāḥ ca
die Minister und die Anführer des Heeres
mukhyāḥ ye nigamasya ca
und die Vornehmsten der Kaufmannschaft
rāghavasya abhiṣeka-arthe
wegen Rāghavas Weihe
prīyamāṇāḥ tu saṃgatāḥ
kamen, voll Freude, zusammen

udite vimale sūrye puṣye ca abhyāgate ahani / abhiṣekāya rāmasya dvija-indraiḥ upakalpitam

Als die makellose Sonne aufgegangen und der Tag unter dem günstigen Haus Puṣya angebrochen war, war alles von den Besten der Zweifachgeborenen für Rāmas Weihe hergerichtet worden:

Wort für Wort
udite vimale sūrye
als die makellose Sonne aufgegangen war
puṣye ca abhyāgate ahani
und der Tag unter Puṣya angebrochen war
abhiṣekāya rāmasya
für Rāmas Weihe
dvija-indraiḥ upakalpitam
von den Besten der Zweifachgeborenen hergerichtet

kāñcanaḥ jala-kumbhaḥ ca bhadra-pīṭham su-alaṅkṛtam / rathaḥ ca samyak āstīrṇaḥ bhāsvatā vyāghra-carmaṇā

ein goldener Wasserkrug, ein wohlgeschmückter Ehrensitz, und ein Wagen, sorgsam ausgelegt mit einem glänzenden Tigerfell,

Wort für Wort
kāñcanaḥ jala-kumbhaḥ ca
ein goldener Wasserkrug
bhadra-pīṭham su-alaṅkṛtam
ein wohlgeschmückter Ehrensitz
rathaḥ ca samyak āstīrṇaḥ
und ein Wagen, sorgsam ausgelegt
bhāsvatā vyāghra-carmaṇā
mit einem glänzenden Tigerfell

gaṅgā-yamunayoḥ puṇyāt saṃgamāt āhṛtam jalam

Wasser, geschöpft vom heiligen Zusammenfluss von Gaṅgā und Yamunā,

Wort für Wort
gaṅgā-yamunayoḥ puṇyāt
vom heiligen Zusammenfluss von Gaṅgā und Yamunā
saṃgamāt āhṛtam jalam
vom Zusammenfluss geschöpftes Wasser

yāḥ ca anyāḥ saritaḥ puṇyāḥ hradāḥ kūpāḥ sarāṃsi ca / prāk-vāhāḥ ca ūrdhva-vāhāḥ ca tiryak-vāhāḥ samāhitāḥ / tābhyaḥ ca eva āhṛtam toyam samudrebhyaḥ ca sarvaśaḥ

und was für heilige Flüsse es sonst noch gibt, Weiher, Brunnen und Seen, die ostwärts, aufwärts und querwärts fließen, sorgsam gesammelt – auch von diesen und von allen Meeren war das Wasser hergebracht worden.

Wort für Wort
yāḥ ca anyāḥ saritaḥ puṇyāḥ
und was für andere heilige Flüsse es gibt
hradāḥ kūpāḥ sarāṃsi ca
Weiher, Brunnen und Seen
prāk-vāhāḥ ca ūrdhva-vāhāḥ ca
die ostwärts und aufwärts fließen
tiryak-vāhāḥ samāhitāḥ
und querwärts fließen, sorgsam gesammelt
tābhyaḥ ca eva āhṛtam toyam
auch von diesen war das Wasser hergebracht
samudrebhyaḥ ca sarvaśaḥ
und von allen Meeren

sa-lājāḥ kṣīribhiḥ channāḥ ghaṭāḥ kāñcana-rājatāḥ / padma-utpala-yutāḥ bhānti pūrṇāḥ parama-vāriṇā

Mit geröstetem Reis bestreut, mit Milchbaumzweigen verhüllt, erstrahlten die goldenen und silbernen Krüge, mit Lotos- und Wasserlilienblüten versehen, gefüllt mit dem trefflichsten Wasser.

Wort für Wort
sa-lājāḥ kṣīribhiḥ channāḥ
mit geröstetem Reis, mit Milchbaumzweigen verhüllt
ghaṭāḥ kāñcana-rājatāḥ
die goldenen und silbernen Krüge
padma-utpala-yutāḥ bhānti
erstrahlten, mit Lotos- und Wasserlilienblüten versehen
pūrṇāḥ parama-vāriṇā
gefüllt mit dem trefflichsten Wasser

kṣaudram dadhi ghṛtam lājāḥ darbhāḥ sumanasaḥ payaḥ / veśyāḥ ca eva śubha-ācārāḥ sarva-ābharaṇa-bhūṣitāḥ

Honig, Dickmilch, geklärte Butter, gerösteter Reis, Darbha-Gras, Blüten, Milch, und dazu auch wohlgesittete Frauen aus den Freudenhäusern, mit allem Schmuck geziert.

Wort für Wort
kṣaudram dadhi ghṛtam lājāḥ
Honig, Dickmilch, geklärte Butter, gerösteter Reis
darbhāḥ sumanasaḥ payaḥ
Darbha-Gras, Blüten, Milch
veśyāḥ ca eva śubha-ācārāḥ
und dazu auch wohlgesittete Frauen aus den Freudenhäusern
sarva-ābharaṇa-bhūṣitāḥ
mit allem Schmuck geziert

candra-aṃśu-vikaca-prakhyam kāñcanam ratna-bhūṣitam / sajjam tiṣṭhati rāmasya vāla-vyajanam uttamam

Bereitgestellt stand für Rāma der vortreffliche Haarfächer, dem Glanz der Mondstrahlen gleich, golden, mit Edelsteinen geschmückt.

Wort für Wort
candra-aṃśu-vikaca-prakhyam
dem Glanz der Mondstrahlen gleich
kāñcanam ratna-bhūṣitam
golden, mit Edelsteinen geschmückt
sajjam tiṣṭhati rāmasya
bereitgestellt steht für Rāma
vāla-vyajanam uttamam
der vortreffliche Haarfächer

candra-maṇḍala-saṃkāśam ātapatram ca pāṇḍuram / sajjam dyuti-karam śrīmat abhiṣeka-puraskṛtam

Und der weiße, der Mondscheibe gleichende Sonnenschirm, glanzverleihend, prächtig, für die Weihe bereitgestellt und vorangestellt.

Wort für Wort
candra-maṇḍala-saṃkāśam
der Mondscheibe gleichend
ātapatram ca pāṇḍuram
und der weiße Sonnenschirm
sajjam dyuti-karam śrīmat
bereitgestellt, glanzverleihend, prächtig
abhiṣeka-puraskṛtam
für die Weihe vorangestellt

pāṇḍuraḥ ca vṛṣaḥ sajjaḥ pāṇḍuraḥ aśvaḥ ca su-sthitaḥ / prasṛtaḥ ca gajaḥ śrīmān aupavāhyaḥ pratīkṣate

Ein weißer Stier stand bereit, ein weißes, wohlgestelltes Ross, und ein prächtiger, ausgewachsener Elefant, das Reittier, wartete.

Wort für Wort
pāṇḍuraḥ ca vṛṣaḥ sajjaḥ
ein weißer Stier stand bereit
pāṇḍuraḥ aśvaḥ ca su-sthitaḥ
und ein weißes, wohlgestelltes Ross
prasṛtaḥ ca gajaḥ śrīmān
und ein ausgewachsener, prächtiger Elefant
aupavāhyaḥ pratīkṣate
das Reittier, wartete

aṣṭau ca kanyāḥ māṅgalyāḥ sarva-ābharaṇa-bhūṣitāḥ / vāditrāṇi ca sarvāṇi vandinaḥ ca tathā apare

Acht glückverheißende Jungfrauen, mit allem Schmuck geziert, alle Arten von Musikinstrumenten und ebenso auch Barden waren bereit.

Wort für Wort
aṣṭau ca kanyāḥ māṅgalyāḥ
acht glückverheißende Jungfrauen
sarva-ābharaṇa-bhūṣitāḥ
mit allem Schmuck geziert
vāditrāṇi ca sarvāṇi
und alle Arten von Musikinstrumenten
vandinaḥ ca tathā apare
und ebenso auch andere Barden

ikṣvākūṇām yathā rājye saṃbhriyeta abhiṣecanam

– so wie es im Reich der Ikṣvākus für eine Weihe zusammengetragen zu werden pflegt.

Wort für Wort
ikṣvākūṇām yathā rājye
so wie es im Reich der Ikṣvākus
saṃbhriyeta abhiṣecanam
für eine Weihe zusammengetragen wird

tathā-jātīyam ādāya rāja-putra-abhiṣecanam / te rāja-vacanāt tatra samavetāḥ mahī-patim / apaśyantaḥ abruvan kaḥ nu rājñaḥ naḥ pratipādayet

Nachdem sie solcherart Gerätschaften für die Weihe des Königssohns zusammengebracht hatten und auf des Königs Geheiß dort versammelt waren, sprachen sie, da sie den Herrscher der Erde nicht erblickten: 'Wer wohl wird uns beim König melden?'

Wort für Wort
tathā-jātīyam ādāya
solcherart Gerätschaften zusammengebracht habend
rāja-putra-abhiṣecanam
für die Weihe des Königssohns
te rāja-vacanāt tatra samavetāḥ
sie, auf des Königs Geheiß dort versammelt
mahī-patim apaśyantaḥ abruvan
sprachen, da sie den Herrscher der Erde nicht erblickten
kaḥ nu rājñaḥ naḥ pratipādayet
wer wohl wird uns beim König melden

na paśyāmaḥ ca rājānam uditaḥ ca divākaraḥ / yauva-rājya-abhiṣekaḥ ca sajjaḥ rāmasya dhīmataḥ

'Wir sehen den König nicht, und doch ist die Sonne aufgegangen, und die Weihe des weisen Rāma zum Thronfolger steht bereit.'

Wort für Wort
na paśyāmaḥ ca rājānam
wir sehen den König nicht
uditaḥ ca divākaraḥ
und die Sonne ist aufgegangen
yauva-rājya-abhiṣekaḥ ca
und die Weihe zum Thronfolger
sajjaḥ rāmasya dhīmataḥ
steht bereit, für den weisen Rāma

iti teṣu bruvāṇeṣu sārva-bhaumān mahī-patīn / abravīt tān idam sarvān sumantraḥ rāja-satkṛtaḥ

Während sie so unter den Landesherren der ganzen Erde sprachen, sprach der vom König geehrte Sumantra zu ihnen allen dies:

Wort für Wort
iti teṣu bruvāṇeṣu
während sie so sprachen
sārva-bhaumān mahī-patīn
zu den Landesherren der ganzen Erde
abravīt tān idam sarvān
sprach zu ihnen allen dies
sumantraḥ rāja-satkṛtaḥ
Sumantra, vom König geehrt

rāmaḥ ca samyak āstīrṇaḥ bhāsvarā vyāghra-carmaṇā / gaṅgā-yamunayoḥ puṇyāt saṃgamāt āhṛtam jalam

'Für Rāma ist der Wagen sorgsam mit einem glänzenden Tigerfell ausgelegt worden, und Wasser vom heiligen Zusammenfluss von Gaṅgā und Yamunā ist hergebracht worden.'

Wort für Wort
rāmaḥ ca samyak āstīrṇaḥ
für Rāma ist sorgsam ausgelegt worden
bhāsvarā vyāghra-carmaṇā
mit einem glänzenden Tigerfell
gaṅgā-yamunayoḥ puṇyāt
vom heiligen Zusammenfluss von Gaṅgā
saṃgamāt āhṛtam jalam
und Yamunā ist Wasser hergebracht worden

ayam pṛcchāmi vacanāt sukham āyuṣmatām aham / rājñaḥ saṃprati-buddhasya ca anāgamana-kāraṇam

'Ich werde, auf euer Geheiß, nach dem Wohlergehen des Königs fragen, sobald er erwacht ist, und den Grund für sein Fernbleiben erkunden.'

Wort für Wort
ayam pṛcchāmi vacanāt
auf euer Geheiß werde ich fragen
sukham āyuṣmatām aham
nach dem Wohlergehen, im Auftrag der Langlebigen
rājñaḥ saṃprati-buddhasya ca
sobald der König erwacht ist
anāgamana-kāraṇam
und den Grund seines Fernbleibens

iti uktvā antaḥpura-dvāram ājagāma purāṇa-vit / sadā-asaktam ca tat veśma sumantraḥ praviveśa ha

Nachdem er dies gesagt hatte, kam der Kenner der alten Überlieferung zum Tor des inneren Palastes; jenes Gemach, das ihm stets zugänglich war, betrat Sumantra.

Wort für Wort
iti uktvā antaḥpura-dvāram ājagāma
nachdem er dies gesagt hatte, kam er zum Tor des inneren Palastes
purāṇa-vit
der Kenner der alten Überlieferung
sadā-asaktam ca tat veśma
und jenes ihm stets zugängliche Gemach
sumantraḥ praviveśa ha
betrat Sumantra

tuṣṭāva asya tadā vaṃśam praviśya sa viśām pateḥ / śayanīyam narendrasya tat āsādya vyatiṣṭhata

Er lobpries daraufhin dessen Geschlecht, und, eingetreten, näherte er sich dem Lager des Herrn der Untertanen, des Herrschers, und blieb davor stehen.

Wort für Wort
tuṣṭāva asya tadā vaṃśam
er lobpries daraufhin dessen Geschlecht
praviśya sa viśām pateḥ
eingetreten, er, des Herrn der Untertanen
śayanīyam narendrasya
zum Lager des Herrschers
tat āsādya vyatiṣṭhata
dorthin gelangt, blieb er stehen

saḥ atyāsādya tu tat veśma tiraskariṇi mantraiḥ / āśīrbhiḥ guṇa-yuktābhiḥ abhituṣṭāva rāghavam

Nachdem er zu jenem Gemach hinter dem Vorhang gelangt war, pries er mit Segenssprüchen voller Tugendworte den Rāghava.

Wort für Wort
saḥ atyāsādya tu tat veśma
nachdem er zu jenem Gemach gelangt war
tiraskariṇi mantraiḥ
hinter dem Vorhang, mit Sprüchen
āśīrbhiḥ guṇa-yuktābhiḥ
mit Segenssprüchen voller Tugend
abhituṣṭāva rāghavam
pries er den Rāghava

soma-sūryau ca kākutstha śiva-vaiśravaṇau api / varuṇaḥ ca agniḥ indraḥ ca vijayam pradiśantu te

'Mond und Sonne, o Kākutstha, und auch Śiva und Vaiśravaṇa, Varuṇa und Agni und Indra – sie alle mögen dir den Sieg verleihen.'

Wort für Wort
soma-sūryau ca kākutstha
Mond und Sonne, o Kākutstha
śiva-vaiśravaṇau api
und auch Śiva und Vaiśravaṇa
varuṇaḥ ca agniḥ indraḥ ca
und Varuṇa und Agni und Indra
vijayam pradiśantu te
mögen dir den Sieg verleihen

gatā bhagavatī rātriḥ śivam upasthitam / buddhyasva nṛpa-śārdūla kuru kāryam anantaram

'Vergangen ist die erhabene Nacht, Heilvolles steht bevor; erwache, Tiger unter den Königen, verrichte sogleich das Werk.'

Wort für Wort
gatā bhagavatī rātriḥ
vergangen ist die erhabene Nacht
śivam upasthitam
Heilvolles steht bevor
buddhyasva nṛpa-śārdūla
erwache, Tiger unter den Königen
kuru kāryam anantaram
verrichte sogleich das Werk

brāhmaṇāḥ bala-mukhyāḥ ca naigamāḥ ca āgatāḥ nṛpa / darśanam pratikāṅkṣante pratibuddhyasva rāghava

'Die Brahmanen, die Anführer des Heeres und die Kaufleute sind gekommen, o König; sie erwarten deinen Anblick – erwache, Rāghava!'

Wort für Wort
brāhmaṇāḥ bala-mukhyāḥ ca
die Brahmanen und die Anführer des Heeres
naigamāḥ ca āgatāḥ nṛpa
und die Kaufleute sind gekommen, o König
darśanam pratikāṅkṣante
sie erwarten deinen Anblick
pratibuddhyasva rāghava
erwache, Rāghava

stuvantam tam tadā sūtam sumantram mantra-kovidam / pratibuddhya tataḥ rājā idam vacanam abravīt

Als der König, den ihn also preisenden Wagenlenker Sumantra, den im Rat Erfahrenen, gehört hatte, erwacht war, sprach er darauf dieses Wort:

Wort für Wort
stuvantam tam tadā sūtam
den ihn also preisenden Wagenlenker
sumantram mantra-kovidam
Sumantra, den im Rat Erfahrenen
pratibuddhya tataḥ rājā
erwacht, sprach darauf der König
idam vacanam abravīt
dieses Wort

rāmam ānaya sūta iti yat asi abhihitaḥ anayā / kim idam kāraṇam yena mama ājñā pratihanyate

'Wenn dir von ihr gesagt wurde: "Bringe Rāma her, Wagenlenker" – was ist der Grund, dass mein Befehl dennoch hintertrieben wird?'

Wort für Wort
rāmam ānaya sūta iti
'bringe Rāma her, Wagenlenker' so
yat asi abhihitaḥ anayā
wie dir von ihr gesagt wurde
kim idam kāraṇam yena
was ist dieser Grund, durch den
mama ājñā pratihanyate
mein Befehl hintertrieben wird

na ca eva samprasuptaḥ aham ānaya iha āśu rāghavam / iti rājā daśarathaḥ sūtam tatra anvaśāt punaḥ

'Und ich schlief keineswegs tief; bringe rasch Rāghava hierher!' So befahl König Daśaratha dem Wagenlenker dort abermals.

Wort für Wort
na ca eva samprasuptaḥ aham
und ich schlief keineswegs tief
ānaya iha āśu rāghavam
bringe rasch Rāghava hierher
iti rājā daśarathaḥ
so sprach König Daśaratha
sūtam tatra anvaśāt punaḥ
befahl dort dem Wagenlenker abermals

sa rāja-vacanam śrutvā śirasā pratipūjya tam / nirjagāma nṛpa-āvāsāt manyamānaḥ priyam mahat

Er, nachdem er des Königs Wort gehört und ihn mit dem Haupt verehrt hatte, ging aus der königlichen Wohnstatt hinaus, es für ein großes Glück haltend.

Wort für Wort
sa rāja-vacanam śrutvā
nachdem er des Königs Wort gehört hatte
śirasā pratipūjya tam
ihn mit dem Haupt verehrend
nirjagāma nṛpa-āvāsāt
ging er aus der königlichen Wohnstatt hinaus
manyamānaḥ priyam mahat
es für ein großes Glück haltend

prasannaḥ rāja-mārgam ca patākā-dhvaja-śobhitam / hṛṣṭaḥ pramuditaḥ sūtaḥ jagāma āśu vilokayan

Heiter, den von Bannern und Standarten geschmückten Königsweg betrachtend, ging der frohe, hocherfreute Wagenlenker rasch dahin.

Wort für Wort
prasannaḥ rāja-mārgam ca
heiter, den Königsweg
patākā-dhvaja-śobhitam
von Bannern und Standarten geschmückt
hṛṣṭaḥ pramuditaḥ sūtaḥ
der frohe, hocherfreute Wagenlenker
jagāma āśu vilokayan
ging rasch dahin, betrachtend

sa sūtaḥ tatra śuśrāva rāma-adhikaraṇāḥ kathāḥ / abhiṣecana-saṃyuktāḥ sarva-lokasya hṛṣṭavat

Jener Wagenlenker hörte dort die Gespräche des ganzen freudig gestimmten Volkes, die von Rāma und von der Weihe handelten.

Wort für Wort
sa sūtaḥ tatra śuśrāva
jener Wagenlenker hörte dort
rāma-adhikaraṇāḥ kathāḥ
die Gespräche über Rāma
abhiṣecana-saṃyuktāḥ
die mit der Weihe verbunden waren
sarva-lokasya hṛṣṭavat
des ganzen freudig gestimmten Volkes

tataḥ dadarśa ruciram kailāsa-śikhara-prabham / rāma-veśma sumantraḥ tu śakra-veśma-sama-prabham

Da erblickte Sumantra Rāmas anmutiges Gemach, das dem Kailāsa-Gipfel glich an Glanz, dem Palast Indras an Glanz gleichend.

Wort für Wort
tataḥ dadarśa ruciram
da erblickte er das anmutige
kailāsa-śikhara-prabham
dem Kailāsa-Gipfel gleichend an Glanz
rāma-veśma sumantraḥ tu
Sumantra aber erblickte Rāmas Gemach
śakra-veśma-sama-prabham
dem Palast Indras an Glanz gleichend

mahā-kavāṭa-pihitam vitardi-śata-śobhitam / kāñcana-pratima-eka-agram maṇi-vidruma-toraṇam

verschlossen von großen Torflügeln, geschmückt mit hundert Terrassen, überragt von einer goldenen Zinne, mit Torbögen aus Edelsteinen und Korallen,

Wort für Wort
mahā-kavāṭa-pihitam
verschlossen von großen Torflügeln
vitardi-śata-śobhitam
geschmückt mit hundert Terrassen
kāñcana-pratima-eka-agram
überragt von einer einzigen goldenen Zinne
maṇi-vidruma-toraṇam
mit Torbögen aus Edelsteinen und Korallen

śārada-abhra-ghana-prakhyam dīptam meru-guhā-upamam

strahlend gleich einer herbstlichen Wolkenmasse, leuchtend, einer Höhle des Berges Meru gleichend,

Wort für Wort
śārada-abhra-ghana-prakhyam
gleich einer herbstlichen Wolkenmasse
dīptam meru-guhā-upamam
leuchtend, einer Meru-Höhle gleichend

maṇibhiḥ vara-mālyānām su-mahadbhiḥ alaṃkṛtam / muktā-maṇibhiḥ ākīrṇam candana-aguru-bhūṣitam

geschmückt mit sehr großen Edelsteinen für vortreffliche Girlanden, übersät mit Perlen und Juwelen, geziert mit Sandel und Aguru,

Wort für Wort
maṇibhiḥ vara-mālyānām
mit Edelsteinen für vortreffliche Girlanden
su-mahadbhiḥ alaṃkṛtam
mit sehr großen Edelsteinen geschmückt
muktā-maṇibhiḥ ākīrṇam
übersät mit Perlen und Juwelen
candana-aguru-bhūṣitam
geziert mit Sandel und Aguru

gandhān manojñān visṛjat dhāra-dharam śikharam yathā / sārasaiḥ ca mayūraiḥ ca vinadadbhiḥ virājitam

herrliche Düfte aussendend wie ein wolkentragender Gipfel, erstrahlend von Kranichen und Pfauen, die ihre Rufe erschallen ließen,

Wort für Wort
gandhān manojñān visṛjat
herrliche Düfte aussendend
dhāra-dharam śikharam yathā
wie ein wolkentragender Gipfel
sārasaiḥ ca mayūraiḥ ca
von Kranichen und Pfauen
vinadadbhiḥ virājitam
die riefen, erstrahlend

su-kṛta-īhā-mṛga-ākīrṇam su-kīrṇam bhaktibhiḥ tathā / manaḥ cakṣuḥ ca bhūtānām ādadat tigma-tejasā

übersät mit kunstvoll gebildeten Wildtierfiguren, ebenso reich mit Ergebenheit versehen, das durch seinen scharfen Glanz Sinn und Auge der Geschöpfe gefangen nahm,

Wort für Wort
su-kṛta-īhā-mṛga-ākīrṇam
übersät mit kunstvoll gebildeten Wildtierfiguren
su-kīrṇam bhaktibhiḥ tathā
ebenso reich mit Ergebenheit versehen
manaḥ cakṣuḥ ca bhūtānām
Sinn und Auge der Geschöpfe
ādadat tigma-tejasā
gefangen nehmend durch seinen scharfen Glanz

candra-bhāskara-saṃkāśam kubera-bhavana-upamam / mahendra-dhāma-pratimam nānā-pakṣi-samākulam

dem Glanz von Mond und Sonne gleichend, dem Wohnsitz Kuberas vergleichbar, dem Palast Mahendras ähnlich, von mancherlei Vögeln erfüllt,

Wort für Wort
candra-bhāskara-saṃkāśam
dem Glanz von Mond und Sonne gleichend
kubera-bhavana-upamam
dem Wohnsitz Kuberas vergleichbar
mahendra-dhāma-pratimam
dem Palast Mahendras ähnlich
nānā-pakṣi-samākulam
von mancherlei Vögeln erfüllt

upasthitaiḥ samākīrṇam janaiḥ añjali-kāribhiḥ

erfüllt von herbeigekommenen Menschen, die mit gefalteten Händen dastanden,

Wort für Wort
upasthitaiḥ samākīrṇam
erfüllt von den herbeigekommenen
janaiḥ añjali-kāribhiḥ
Menschen, die die Handgebärde machten

upādāya samākrāntaiḥ tathā jānapadaiḥ janaiḥ / rāma-abhiṣeka-sumukhaiḥ unmukhaiḥ samalaṃkṛtam

herrlich geschmückt durch die Landbewohner, die mit Gaben herbeigeeilt waren, freudig aufblickend im Hinblick auf Rāmas Weihe,

Wort für Wort
upādāya samākrāntaiḥ
mit Gaben herbeigeeilt
tathā jānapadaiḥ janaiḥ
ebenso von den Landbewohnern
rāma-abhiṣeka-sumukhaiḥ
im Hinblick auf Rāmas Weihe wohlgesinnt
unmukhaiḥ samalaṃkṛtam
aufblickend, geschmückt

mahā-megha-sama-prakhyam udagram su-vibhūṣitam / nānā-ratna-samākīrṇam kubjaka-airātaka-āvṛtam

einer großen Gewitterwolke gleichend, hoch aufragend, prächtig geziert, übersät mit mancherlei Edelsteinen, von Buckligen und Zwergen umgeben,

Wort für Wort
mahā-megha-sama-prakhyam
einer großen Gewitterwolke gleichend
udagram su-vibhūṣitam
hoch aufragend, prächtig geziert
nānā-ratna-samākīrṇam
übersät mit mancherlei Edelsteinen
kubjaka-airātaka-āvṛtam
von Buckligen und Zwergen umgeben

sa vāji-yuktena rathena sārathiḥ / nara-ākulam rāja-kulam virājayan / varūthinā rāma-gṛha-abhipātinā / purasya sarvasya manāṃsi harṣayan

Er, der Wagenlenker, ließ mit seinem rossbespannten Wagen das von Menschen erfüllte Fürstengeschlecht erstrahlen, mit dem stattlichen Gefährt, das zu Rāmas Haus eilte, und erfreute die Herzen der ganzen Stadt.

Wort für Wort
sa vāji-yuktena rathena sārathiḥ
er, der Wagenlenker, mit seinem rossbespannten Wagen
nara-ākulam rāja-kulam virājayan
das von Menschen erfüllte Fürstengeschlecht erstrahlen lassend
varūthinā rāma-gṛha-abhipātinā
mit dem stattlichen, zu Rāmas Haus eilenden Gefährt
purasya sarvasya manāṃsi harṣayan
die Herzen der ganzen Stadt erfreuend

tataḥ samāsādya mahā-dhanam mahat / prahṛṣṭa-romā sa babhūva sārathiḥ / mṛgaiḥ mayūraiḥ ca samākula-ulbaṇam / gṛham vara-arhasya śacī-pateḥ iva

Als er dann jenes große, reiche Haus erreicht hatte, sträubten sich vor Freude die Haare des Wagenlenkers – das von Wildtieren und Pfauen dicht erfüllte Haus, gleich dem des vortrefflichkeitswürdigen Gemahls der Śacī.

Wort für Wort
tataḥ samāsādya mahā-dhanam mahat
als er dann das große, reiche Haus erreicht hatte
prahṛṣṭa-romā sa babhūva sārathiḥ
sträubten sich vor Freude die Haare des Wagenlenkers
mṛgaiḥ mayūraiḥ ca samākula-ulbaṇam
das von Wildtieren und Pfauen dicht erfüllte
gṛham vara-arhasya śacī-pateḥ iva
Haus, gleich dem des vortrefflichkeitswürdigen Gemahls der Śacī

sa tatra kailāsa-nibhāḥ su-alaṃkṛtāḥ / praviśya kakṣyāḥ tridaśa-ālaya-upamāḥ / priyān varān rāma-mate sthitān bahūn / vyapohya śuddha-antam upasthitaḥ rathī

Er, dort eingetreten in die dem Kailāsa gleichenden, wohlgeschmückten, den Wohnsitzen der Götter vergleichbaren Vorhöfe, schritt an den vielen lieben, treuen Dienern, die in Rāmas Vertrauen standen, vorbei und gelangte, der Wagenlenker, zu den inneren Gemächern.

Wort für Wort
sa tatra kailāsa-nibhāḥ su-alaṃkṛtāḥ
er, dort, die dem Kailāsa gleichenden, wohlgeschmückten
praviśya kakṣyāḥ tridaśa-ālaya-upamāḥ
eintretend in die Vorhöfe, den Götterwohnsitzen gleich
priyān varān rāma-mate sthitān bahūn
an den vielen lieben, treuen, in Rāmas Vertrauen stehenden Dienern
vyapohya śuddha-antam upasthitaḥ rathī
vorbeischreitend gelangte der Wagenlenker zu den inneren Gemächern

sa tatra śuśrāva ca harṣa-yuktāḥ / rāma-abhiṣeka-artha-kṛtāḥ janānām / narendra-sūnoḥ abhimaṅgalā-arthāḥ / sarvasya lokasya giraḥ prahṛṣṭaḥ

Er hörte dort, hocherfreut, die von Freude erfüllten Stimmen des ganzen Volkes, die um Rāmas Weihe willen erklangen, voll Segenswünsche für den Sohn des Königs.

Wort für Wort
sa tatra śuśrāva ca harṣa-yuktāḥ
er hörte dort die von Freude erfüllten
rāma-abhiṣeka-artha-kṛtāḥ janānām
des Volkes Stimmen, die um Rāmas Weihe willen erklangen
narendra-sūnoḥ abhimaṅgalā-arthāḥ
voll Segenswünsche für den Sohn des Königs
sarvasya lokasya giraḥ prahṛṣṭaḥ
die Stimmen des ganzen Volkes, hocherfreut

mahendra-sadma-pratimam tu veśma / rāmasya ramyam mṛga-uccam / vibhrājamānam prabhayā sumantraḥ

Und Sumantra erblickte das dem Palast des großen Indra gleichende, liebliche Gemach Rāmas, hoch aufragend, von seinem Glanz erstrahlend.

Wort für Wort
mahendra-sadma-pratimam tu veśma
und das dem Palast des großen Indra gleichende Gemach
rāmasya ramyam mṛga-uccam
Rāmas liebliches, hoch aufragendes
vibhrājamānam prabhayā sumantraḥ
von seinem Glanz erstrahlend, erblickte Sumantra

upasthitaiḥ ca añjali-kāribhiḥ / sa-upāyanaiḥ jānapadaiḥ janaiḥ ca / koṭyā para-ardhaiḥ ca vimukta-yānaiḥ / samākulam dvāra-padam dadarśa

Er sah den vom Volk erfüllten Torbereich, mit herbeigekommenen, die Handgebärde machenden Menschen, mit Landbewohnern, die Gaben brachten, und mit unzähligen Wagen mit ausgespannten Gespannen.

Wort für Wort
upasthitaiḥ ca añjali-kāribhiḥ
mit herbeigekommenen, die Handgebärde machenden
sa-upāyanaiḥ jānapadaiḥ janaiḥ ca
und mit Landbewohnern, die Gaben brachten
koṭyā para-ardhaiḥ ca vimukta-yānaiḥ
und mit unzähligen Wagen mit ausgespannten Gespannen
samākulam dvāra-padam dadarśa
sah er den erfüllten Torbereich

tataḥ mahā-megha-mahī-dhara-ābham / prabhinnam ati-aṅkuśam ati-asahyam / rāma-upavāhyam ruciram dadarśa / śatruṃjayam nāgam udagra-kāyam

Dann erblickte er, glänzend, den einer großen Gewitterwolke gleichenden, ausbrechenden, dem Elefantenstachel kaum mehr gehorchenden, kaum zu bändigenden Elefanten Śatruṃjaya, Rāmas Reittier, von gewaltigem Leib.

Wort für Wort
tataḥ mahā-megha-mahī-dhara-ābham
dann den einer großen Gewitterwolke gleichenden
prabhinnam ati-aṅkuśam ati-asahyam
ausbrechenden, dem Stachel kaum gehorchenden, kaum zu bändigenden
rāma-upavāhyam ruciram dadarśa
erblickte er, glänzend, Rāmas Reittier
śatruṃjayam nāgam udagra-kāyam
den Elefanten Śatruṃjaya, von gewaltigem Leib

su-alaṃkṛtān sa-aśva-rathān sa-kuñjarān / na amātya-mukhyān ca dadarśa vallabhān / vyapohya sūtaḥ sahitān samantataḥ / samṛddham antaḥpuram āviveśa ha

Ohne auf die wohlgeschmückten Rosse und Wagen und Elefanten, noch auf die geliebten Häupter der Minister zu achten, schritt der Wagenlenker, alles ringsum beiseitelassend, in den prächtigen inneren Palastbezirk hinein.

Wort für Wort
su-alaṃkṛtān sa-aśva-rathān sa-kuñjarān
die wohlgeschmückten Wagen mit Rossen und Elefanten
na amātya-mukhyān ca dadarśa vallabhān
er beachtete nicht die geliebten Häupter der Minister
vyapohya sūtaḥ sahitān samantataḥ
alles ringsum beiseitelassend, der Wagenlenker
samṛddham antaḥpuram āviveśa ha
trat er in den prächtigen inneren Palastbezirk ein

tataḥ adri-kūṭa-acala-megha-sannibham / mahā-vimāna-upama-veśma-saṃyutam / avāryamāṇaḥ praviveśa sārathiḥ / prabhūta-ratnam makaraḥ yathā arṇavam

Dann, unaufgehalten, betrat der Wagenlenker den den Berggipfeln, unbewegten Bergen und Wolken gleichenden, mit einem einem großen Himmelswagen gleichenden Gemach versehenen Bezirk – wie ein Meeresungeheuer den an Juwelen reichen Ozean betritt.

Wort für Wort
tataḥ adri-kūṭa-acala-megha-sannibham
dann den Berggipfeln, unbewegten Bergen und Wolken gleichenden
mahā-vimāna-upama-veśma-saṃyutam
mit einem einem großen Himmelswagen gleichenden Gemach versehenen
avāryamāṇaḥ praviveśa sārathiḥ
unaufgehalten betrat der Wagenlenker
prabhūta-ratnam makaraḥ yathā arṇavam
wie ein Meeresungeheuer den an Juwelen reichen Ozean

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