Sarga 38: Daśaratha Vilāpaḥ Rāma Kausalyā Rakṣaṇa Yācanā
Das Volk verflucht Daśaratha beim Anblick Sītās im Rindengewand; der König verwehrt ihr dieses Gewand und klagt über sein grausames Versprechen; Rāma bittet den zusammengebrochenen Vater, seine Mutter Kausalyā während seiner Abwesenheit sorgsam zu behüten
Denn was tut diese Büßerin, die Tochter des vortrefflichen Königs, wem irgendein Unrecht an, sie, die, das Rindengewand angelegt habend, inmitten des Volkes wie besinnungslos dasteht, wie irgendeine Asketin?
Wort für Wort
iyam hi kasya api karoti kiñcit
denn wem tut diese irgendetwas an
tapasvinī rājavarasya kanyā
die Büßerin, die Tochter des vortrefflichen Königs
yā cīram āsādya janasya madhye
die, das Rindengewand angelegt habend, inmitten des Volkes
cīrāṇyasāvasyā janakasya kanyā | neyaṃ pratijñā mama dattapūrvā | yathāsukhaṃ gacchatu rājaputrī | vanaṃ saṅgā saha sarvaratnaiḥ ||
Diese Rindengewänder soll die Tochter Janakas nicht tragen müssen; dies war nicht Teil meines früher gegebenen Versprechens. Nach Belieben möge die Königstochter, mit allen Kostbarkeiten versehen, in den Wald gehen.
Von mir, dem es nicht ansteht so zu leben, wurde, grausam, ein Versprechen unter Zwang gegeben; dies wurde von dir aus kindischer Torheit angenommen — dies wird mich verzehren, wie die eigene Blüte den Bambus verzehrt.
Wort für Wort
ajīvana-arheṇa mayā
von mir, dem es nicht ansteht so zu leben
nṛśaṃsā kṛtā pratijñā
ein grausames Versprechen wurde gegeben
niyamena tāvat
unter Zwang, so weit
tvayā hi bālyāt pratipannam etat
von dir aus Torheit wurde dies angenommen
tat mām dahet veṇum iva ātmapuṣpam
dies wird mich verzehren, wie die eigene Blüte den Bambus
So klagend, der Hochherzige, fand der König keinerlei Ende seines Kummers; und vor überwältigendem Leiden fiel er zu Boden, versunken in eben diesem Unglück um seinen Sohn.
Sie, die durch mich verlassen und in den Ozean des Kummers gestürzt ist, die ein nie zuvor gesehenes Unglück erlebt, sollst du, Wunscherfüller, weiterhin achten.
Damit sie den Kummer um ihren Sohn nicht übermäßig nähre, von dir, dem Verehrungswürdigen, geehrt — sie, die stets an mich denkt, möge durch dich weiterleben, die Bedauernswerte.
Diese meine Mutter, die einen dem Mahendra gleichenden Sohn geboren hat, sollst du so behandeln, dass sie, während ich im Wald weile, nicht, von Kummer abgezehrt, ihr Leben aufgibt und in das Reich des Yama eingeht.
Wort für Wort
imām mahendra-upama-jāta-garbhiṇīm
diese, die einen dem Mahendra gleichenden Sohn geboren hat
tathā vidhātum jananīm mama arhasi
so sollst du meine Mutter behandeln
yathā vanasthe mayi śokakarśitā
dass sie, während ich im Wald weile, von Kummer abgezehrt
na jīvitam nyasya yamakṣayam vrajet
nicht ihr Leben aufgebend in das Reich des Yama eingeht