Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa

Sarga 31: Lakṣmaṇa Vana Gamana Anujñā Lakṣmaṇa bittet flehentlich, mit in die Verbannung gehen zu dürfen; Rāma gibt schließlich nach und schickt ihn, die göttlichen Waffen zu holen, während er selbst noch Geschenke an die Brahmanen verteilen will

evam śrutvā tu saṃvādaṃ lakṣmaṇaḥ pūrvamāgataḥ | bāṣpaparyākulamukhaḥ śokaṃ soḍhumaśaknuvan ||

Nachdem Lakṣmaṇa, der schon zuvor herangekommen war, dieses Gespräch so gehört hatte, vermochte er, das Gesicht von Tränen überströmt, seinen Kummer nicht mehr zu ertragen.

Wort für Wort
evam śrutvā tu saṃvādam
so das Gespräch aber gehört habend
lakṣmaṇaḥ pūrvam āgataḥ
Lakṣmaṇa, der zuvor gekommen war
bāṣpa-paryākula-mukhaḥ
dessen Gesicht von Tränen überströmt war
śokam soḍhum aśaknuvan
den Kummer nicht ertragen könnend

sa bhrātuścaraṇau gāḍhaṃ nipīḍya raghunandanaḥ | sītāmuvācātiyaśāṃ rāghavaṃ ca mahāvratam ||

Er, der Nachkomme Raghus, umfasste fest die Füße seines Bruders und sprach dann zur hochberühmten Sītā und zu Rāghava, der seinem großen Gelübde treu blieb.

Wort für Wort
sa bhrātuḥ caraṇau gāḍham nipīḍya
er, die Füße des Bruders fest gedrückt habend
raghunandanaḥ
der Nachkomme Raghus
sītām uvāca atiyaśām
sprach zu Sītā, der hochberühmten
rāghavam ca mahāvratam
und zu Rāghava, dem großes Gelübde Haltenden

yadi gantuṃ kṛtā buddhirvanaṃ mṛgagajāyutam | ahaṃ tvānugamiṣyāmi vanamadya dhanurdharaḥ ||

Wenn der Entschluss gefasst ist, in den von Hirschen und Elefanten bevölkerten Wald zu gehen, so werde ich, den Bogen tragend, dir noch heute in den Wald folgen.

Wort für Wort
yadi gantum kṛtā buddhiḥ
wenn der Entschluss zu gehen gefasst ist
vanam mṛga-gaja-āyutam
in den Wald, der von Hirschen und Elefanten bevölkert ist
aham tvā anugamiṣyāmi
ich werde dir folgen
vanam adya dhanurdharaḥ
heute in den Wald, als Bogenträger

mayā sameto.araṇyāni bahūni vicariṣyasi | pakṣibhirmṛgayūthaiśca saṃghuṣṭāni samantataḥ ||

Von mir begleitet wirst du viele Wälder durchstreifen, die ringsum vom Ruf der Vögel und der Hirschherden widerhallen.

Wort für Wort
mayā sametaḥ
von mir begleitet
araṇyāni bahūni vicariṣyasi
wirst du viele Wälder durchstreifen
pakṣibhiḥ mṛga-yūthaiḥ ca
von Vögeln und Hirschherden
saṃghuṣṭāni samantataḥ
die widerhallen ringsum

na devalokākramaṇaṃ nāmaratvamahaṃ vṛṇe | aiśvaryaṃ vāpi lokānāṃ kāmaye na tvayā vinā ||

Weder das Betreten der Götterwelt noch Unsterblichkeit wähle ich, und auch die Herrschaft über alle Welten begehre ich nicht ohne dich.

Wort für Wort
na deva-loka-ākramaṇam
nicht das Betreten der Götterwelt
na amaratvam aham vṛṇe
nicht Unsterblichkeit wähle ich
aiśvaryam vā api lokānām
noch auch die Herrschaft über die Welten
kāmaye na tvayā vinā
begehre ich nicht ohne dich

evaṃ bruvāṇaḥ saumitrirvanavāsāya niścitaḥ | rāmeṇa bahubhiḥ sānvairniṣiddhaḥ punarabravīt ||

So sprach der Sohn der Sumitrā, fest entschlossen zum Leben im Wald, doch Rāma wies ihn mit vielen sanften Worten zurück; da sprach er abermals.

Wort für Wort
evam bruvāṇaḥ saumitriḥ
so sprechend der Sohn der Sumitrā
vana-vāsāya niścitaḥ
fest entschlossen zum Waldleben
rāmeṇa bahubhiḥ sānvaiḥ niṣiddhaḥ
von Rāma mit vielen sanften (Worten) zurückgewiesen
punaḥ abravīt
sprach abermals

anujñātaśca bhavatā pūrvameva yadasmyaham | kimidānīṃ punaridaṃ kriyate me nivāraṇam ||

Du hast mir doch schon zuvor die Erlaubnis gegeben – warum wird mir nun wiederum diese Zurückweisung zuteil?

Wort für Wort
anujñātaḥ ca bhavatā
und erlaubt worden von dir
pūrvam eva yat asmi aham
schon zuvor, da ich bin
kim idānīm punaḥ idam
warum jetzt wiederum dies
kriyate me nivāraṇam
wird mir die Zurückweisung gemacht

yadarthaṃ pratiṣedho me kriyate gantumicchataḥ | etadicchāmi vijñātuṃ saṃśayo hi mamānagha ||

Aus welchem Grund mir, der ich zu gehen wünsche, die Verweigerung zuteilwird, das möchte ich erfahren, o Makelloser, denn mich befällt ein Zweifel.

Wort für Wort
yad-artham pratiṣedhaḥ me kriyate
aus welchem Grund die Verweigerung mir gemacht wird
gantum icchataḥ
der ich zu gehen wünsche
etat icchāmi vijñātum
dies möchte ich erfahren
saṃśayaḥ hi mama anagha
denn ein Zweifel ist bei mir, o Makelloser

tata abravīnmahātejā rāmo lakṣmaṇamagrataḥ | sthitaṃ prāggāminaṃ vīraṃ yācamānaṃ kṛtāñjalim ||

Da sprach der hochglänzende Rāma zu Lakṣmaṇa, dem Helden, der vor ihm stand, bereit voranzugehen, und ihn mit gefalteten Händen bat.

Wort für Wort
tataḥ abravīt mahātejāḥ rāmaḥ
da sprach der hochglänzende Rāma
lakṣmaṇam agrataḥ sthitam
zu Lakṣmaṇa, der davor stand
prāggāminam vīram
dem Helden, bereit voranzugehen
yācamānam kṛtāñjalim
der bat, mit gefalteten Händen

snigdho dharmarato vīrassatataṃ satpathe sthitaḥ | priyaḥ prāṇasamo vaśyo bhrātā cāpi sakhā ca me ||

Liebevoll, der Rechtschaffenheit ergeben, ein Held, der beständig auf dem Pfad der Guten steht, mir lieb wie mein eigenes Leben, folgsam – so bist du mir Bruder und Freund zugleich.

Wort für Wort
snigdhaḥ dharmarataḥ vīraḥ
liebevoll, der Rechtschaffenheit ergeben, ein Held
satatam satpathe sthitaḥ
beständig auf dem Pfad der Guten stehend
priyaḥ prāṇasamaḥ vaśyaḥ
lieb, gleich dem Leben, folgsam
bhrātā ca api sakhā ca me
und auch Bruder und Freund mir

mayā adya saha saumitre tvayi gacchati tadvanam | ko bhariṣyati kausalyāṃ sumitrāṃ vā yaśasvinīm ||

Doch wenn du, Sohn der Sumitrā, mit mir zusammen heute in jenen Wald gehst, wer wird dann Kausalyā versorgen oder die ruhmreiche Sumitrā?

Wort für Wort
mayā adya saha saumitre
mit mir heute, o Sohn der Sumitrā
tvayi gacchati tat vanam
wenn du in jenen Wald gehst
kaḥ bhariṣyati kausalyām
wer wird Kausalyā versorgen
sumitrām vā yaśasvinīm
oder Sumitrā, die ruhmreiche

abhivarṣati kāmairyaḥ parjanyaḥ pṛthivīmiva | sa kāmapāśaparyasto mahātejā mahīpatiḥ ||

Er, der wie eine Regenwolke die Erde mit der Erfüllung von Wünschen überschüttet, der hochglänzende Herrscher der Erde, ist nun von der Fessel der Begierde umschlungen.

Wort für Wort
abhivarṣati kāmaiḥ yaḥ
der überschüttet mit Wünschen (Gaben), welcher
parjanyaḥ pṛthivīm iva
wie eine Regenwolke die Erde
sa kāma-pāśa-paryastaḥ
er, von der Fessel der Begierde umschlungen
mahātejāḥ mahīpatiḥ
der hochglänzende Herr der Erde

sā hi rājyamidaṃ prāpya nṛpasyāśvapateḥ sutā | duḥkhitānāṃ sapatnīnāṃ na kariṣyati śobhanam ||

Denn sie, die Tochter des Königs Aśvapati, wird, nachdem sie diese Königsherrschaft erlangt hat, den leidenden Nebenfrauen gewiss nichts Gutes erweisen.

Wort für Wort
sā hi rājyam idam prāpya
denn sie, diese Königsherrschaft erlangt habend
nṛpasya aśvapateḥ sutā
die Tochter des Königs Aśvapati
duḥkhitānām sapatnīnām
den leidenden Mit-Frauen
na kariṣyati śobhanam
wird nichts Gutes tun

na smariṣyati kausalyāṃ sumitrāṃ ca suduḥkhitām | bharato rājyamāsādya kaikeyyāṃ paryavasthitaḥ ||

Und Bharata, der, ganz auf Kaikeyī ausgerichtet, die Herrschaft erlangt hat, wird sich nicht mehr an Kausalyā erinnern noch an die schwer leidende Sumitrā.

Wort für Wort
na smariṣyati kausalyām
wird sich nicht erinnern an Kausalyā
sumitrām ca suduḥkhitām
und an Sumitrā, die schwer leidende
bharataḥ rājyam āsādya
Bharata, die Herrschaft erlangt habend
kaikeyyām paryavasthitaḥ
ganz auf Kaikeyī gerichtet

tāmāryāṃ svayameveha rājānugrahaṇena vā | saumitre bhara kausalyāṃ muktamarthamimaṃ cara ||

So versorge du, Sohn der Sumitrā, hier selbst jene edle Kausalyā, sei es aus eigenem Antrieb oder durch die Gunst des Königs, und erfülle diese Aufgabe unbeschwert.

Wort für Wort
tām āryām svayam eva iha
jene Edle hier selbst
rāja-anugrahaṇena vā
oder durch die Gunst des Königs
saumitre bhara kausalyām
o Sohn der Sumitrā, versorge Kausalyā
muktam artham imam cara
erfülle diese Aufgabe frei (unbeschwert)

evaṃ mama ca te bhaktirbhaviṣyati sudarśitā | dharmajña gurupūjāyāṃ dharmaścāpyatulo mahān ||

So wird deine Hingabe zu mir deutlich erwiesen sein, o Kenner der Rechtschaffenheit, und in der Verehrung der Älteren liegt zugleich ein unvergleichlich großes Verdienst.

Wort für Wort
evam mama ca te bhaktiḥ
so deine Hingabe zu mir
bhaviṣyati sudarśitā
wird deutlich gezeigt sein
dharmajña guru-pūjāyām
o Kenner der Pflicht, in der Verehrung der Älteren
dharmaḥ ca api atulaḥ mahān
und ein Verdienst, unvergleichlich groß

evaṃ kuruṣva saumitre matkṛte raghunandana | asmābhirviprahīnāyā māturno na bhavetsukham ||

So handle also, Sohn der Sumitrā, mir zuliebe, o Nachkomme Raghus – es soll nicht geschehen, dass unsere von uns getrennte Mutter kein Glück mehr findet.

Wort für Wort
evam kuruṣva saumitre
so handle, o Sohn der Sumitrā
mat-kṛte raghunandana
mir zuliebe, o Nachkomme Raghus
asmābhiḥ viprahīnāyāḥ mātuḥ naḥ
unserer von uns getrennten Mutter
na bhavet sukham
soll nicht Glück zuteilwerden

evamuktastu rāmeṇa lakṣmaṇaḥ ślakṣṇayā girā | pratyuvāca tadā rāmaṃ vākyajño vākyakovidam ||

So von Rāma angesprochen, erwiderte Lakṣmaṇa, selbst kundig der Rede, mit sanfter Stimme dem in der Redekunst erfahrenen Rāma.

Wort für Wort
evam uktaḥ tu rāmeṇa
so aber von Rāma angesprochen
lakṣmaṇaḥ ślakṣṇayā girā
Lakṣmaṇa mit sanfter Stimme
pratyuvāca tadā rāmam
erwiderte da Rāma
vākyajñaḥ vākyakovidam
der Redekundige dem Redeerfahrenen

tavaiva tejasā vīra bharataḥ pūjayiṣyati | kausalyāṃ ca sumitrāṃ ca prayato nātra saṃśayaḥ ||

Allein schon durch deinen Glanz, o Held, wird Bharata Kausalyā und Sumitrā mit Andacht ehren – daran besteht kein Zweifel.

Wort für Wort
tava eva tejasā vīra
allein durch deinen Glanz, o Held
bharataḥ pūjayiṣyati
wird Bharata ehren
kausalyām ca sumitrām ca prayataḥ
Kausalyā und Sumitrā, andächtig
na atra saṃśayaḥ
daran ist kein Zweifel

kausalyā bibhṛyādāryā sahasramapi madvidhān | yasyāḥ sahasraṃ grāmāṇāṃ samprāptamupajīvanam ||

Die edle Kausalyā könnte sogar tausend Wesen meinesgleichen ernähren, ihr, der ja tausend Dörfer zum Lebensunterhalt zugefallen sind.

Wort für Wort
kausalyā bibhṛyāt āryā
die edle Kausalyā könnte versorgen
sahasram api madvidhān
sogar tausend Wesen meinesgleichen
yasyāḥ sahasram grāmāṇām
der tausend Dörfer
samprāptam upajīvanam
als Lebensunterhalt zugefallen sind

tadātmabharaṇe caiva mama mātustathaiva ca | paryāptā madvidhānāṃ ca bharaṇāya yaśasvinī ||

Dies reicht der ruhmreichen für ihre eigene Versorgung sowie für die meiner Mutter und auch für die Versorgung von noch mehr Menschen meinesgleichen.

Wort für Wort
tat ātma-bharaṇe ca eva
dies für die eigene Versorgung sowie
mama mātuḥ tathā eva ca
und ebenso für meine Mutter
paryāptā
ausreichend
madvidhānām ca bharaṇāya yaśasvinī
und auch zur Versorgung von Wesen meinesgleichen, die ruhmreiche

kuruṣva māmanucaraṃ vaidharmyaṃ neha vidyate | kṛtārtho.ahaṃ bhaviṣyāmi tava cārthaḥ prakalpate ||

Mache mich zu deinem Begleiter, hierin liegt kein Verstoß gegen die Pflicht; ich werde dadurch erfüllt sein, und auch dein Vorhaben wird sich verwirklichen.

Wort für Wort
kuruṣva mām anucaram
mach mich zu deinem Begleiter
vaidharmyam na iha vidyate
ein Pflichtverstoß liegt hierin nicht vor
kṛtārthaḥ aham bhaviṣyāmi
erfüllt werde ich sein
tava ca arthaḥ prakalpate
und auch dein Ziel wird sich verwirklichen

dhanurādāya saśaraṃ khanitrapiṭakādharaḥ | agrataste gamiṣyāmi panthānamanudarśayan ||

Den Bogen samt Pfeilen ergreifend und Grabstock sowie Korb tragend, werde ich dir vorangehen und den Weg weisen.

Wort für Wort
dhanuḥ ādāya saśaram
den Bogen samt Pfeilen ergreifend
khanitra-piṭaka-dharaḥ
Grabstock und Korb tragend
agrataḥ te gamiṣyāmi
vor dir werde ich gehen
panthānam anudarśayan
den Weg weisend

āhariṣyāmi te nityaṃ mūlāni ca phalāni ca | vanyāni yāni cānyāni svāhārāṇi tapasvinām ||

Ich werde dir beständig Wurzeln und Früchte aus dem Wald bringen und was sonst noch Büßern als gute Nahrung dient.

Wort für Wort
āhariṣyāmi te nityam
ich werde dir beständig bringen
mūlāni ca phalāni ca
Wurzeln und Früchte
vanyāni yāni ca anyāni
und was sonst Wildes
sva-āhārāṇi tapasvinām
was gute Nahrung für Büßer ist

bhavāṃstu saha vaidehyā girisānuṣu raṃsyate | ahaṃ sarvaṃ kariṣyāmi jāgrataḥ svapataśca te ||

Du aber wirst dich mit der Vaidehī auf den Bergrücken erfreuen; ich werde derweil alles besorgen, ob du nun wachst oder schläfst.

Wort für Wort
bhavān tu saha vaidehyā
du aber mit der Vaidehī
giri-sānuṣu raṃsyate
auf den Bergrücken wirst du dich erfreuen
aham sarvam kariṣyāmi
ich werde alles tun
jāgrataḥ svapataḥ ca te
während du wachst und schläfst

rāmastvanena vākyena suprītaḥ pratyuvāca tam | vrajāpṛcchasva saumitre sarvameva suhṛjjanam ||

Rāma aber, durch diese Rede hocherfreut, erwiderte ihm: Geh, Sohn der Sumitrā, und verabschiede dich von allen unseren Freunden.

Wort für Wort
rāmaḥ tu anena vākyena
Rāma aber durch diese Rede
suprītaḥ pratyuvāca tam
hocherfreut erwiderte ihm
vraja āpṛcchasva saumitre
geh, verabschiede dich, o Sohn der Sumitrā
sarvam eva suhṛjjanam
von allen Freunden

ye ca rājño dadau divye mahātmā varuṇaḥ svayam | janakasya mahāyajñe dhanuṣī raudradarśane ||

Und was der hochherzige Varuṇa selbst dem König beim großen Opfer Janakas geschenkt hatte: die beiden göttlichen, furchterregend anzusehenden Bogen –

Wort für Wort
ye ca rājñaḥ dadau divye
und die göttlichen, die er dem König gab
mahātmā varuṇaḥ svayam
der hochherzige Varuṇa selbst
janakasya mahāyajñe
beim großen Opfer Janakas
dhanuṣī raudra-darśane
die beiden Bogen, furchterregend anzusehen

abhedyakavace divye tūṇī cākṣayasāyakau | ādityavimalau caubhau khaḍgau hemapariṣkṛtau ||

die beiden unzerstörbaren göttlichen Panzer, die beiden Köcher mit nie versiegenden Pfeilen sowie die beiden sonnenhell reinen, goldverzierten Schwerter –

Wort für Wort
abhedye kavace divye
die beiden unzerstörbaren göttlichen Panzer
tūṇī ca akṣaya-sāyakau
und die beiden Köcher mit unerschöpflichen Pfeilen
āditya-vimalau ca ubhau khaḍgau
und die beiden sonnenreinen Schwerter
hema-pariṣkṛtau
mit Gold verziert

satkṛtya nihitaṃ sarvametadācāryasadmani | sa tvamāyudhamādāya kṣipramāvraja lakṣmaṇa ||

dies alles ist mit Ehren im Haus des Lehrers niedergelegt – so nimm, Lakṣmaṇa, diese Waffen und kehre rasch zurück.

Wort für Wort
satkṛtya nihitam sarvam etat
mit Ehren niedergelegt dies alles
ācārya-sadmani
im Haus des Lehrers
sa tvam āyudham ādāya
du also, die Waffen nehmend
kṣipram āvraja lakṣmaṇa
komm rasch zurück, o Lakṣmaṇa

sa suhṛjjanamāmantrya vanavāsāya niścitaḥ | ikṣvākuguru māmantrya jagrāhāyudhamuttamam ||

Er, zum Leben im Wald entschlossen, nahm Abschied von den Freunden, begrüßte den Hauslehrer der Ikṣvākus und ergriff die vortrefflichen Waffen.

Wort für Wort
sa suhṛjjanam āmantrya
er, von den Freunden Abschied nehmend
vana-vāsāya niścitaḥ
entschlossen zum Waldleben
ikṣvāku-gurum āmantrya
den Hauslehrer der Ikṣvākus begrüßend
jagrāha āyudham uttamam
ergriff er die vortrefflichen Waffen

tad divyaṃ rājaśārdūlaḥ satkṛtaṃ mālyabhūṣitam | rāmāya darśayāmāsa saumitriḥ sarvamāyudham ||

Der Sohn der Sumitrā, ein Tiger unter den Fürsten, zeigte Rāma all jene göttlichen, mit Ehren behandelten und mit Blumengirlanden geschmückten Waffen.

Wort für Wort
tat divyam rājaśārdūlaḥ
jene göttlichen, der Tiger unter den Fürsten
satkṛtam mālya-bhūṣitam
mit Ehren behandelt, mit Girlanden geschmückt
rāmāya darśayāmāsa
zeigte dem Rāma
saumitriḥ sarvam āyudham
der Sohn der Sumitrā, alle Waffen

tamuvācātmavān rāmaḥ prītyā lakṣmaṇamāgatam | kāle tvamāgataḥ saumya kāṅkṣite mama lakṣmaṇa ||

Der besonnene Rāma sprach voll Freude zu dem zurückgekehrten Lakṣmaṇa: Zur rechten Zeit bist du gekommen, Sanftmütiger, gerade in dem von mir ersehnten Augenblick, Lakṣmaṇa.

Wort für Wort
tam uvāca ātmavān rāmaḥ
zu ihm sprach der besonnene Rāma
prītyā lakṣmaṇam āgatam
mit Freude zu dem zurückgekehrten Lakṣmaṇa
kāle tvam āgataḥ saumya
zur rechten Zeit bist du gekommen, Sanftmütiger
kāṅkṣite mama lakṣmaṇa
in dem von mir ersehnten (Moment), o Lakṣmaṇa

ahaṃ pradātumicchāmi yadidaṃ māmakaṃ dhanam | brāhmaṇebhyastapasvibhyastvayā saha paraṃtapa ||

Ich möchte, zusammen mit dir, o Bezwinger der Feinde, diesen meinen Besitz an die büßenden Brahmanen verschenken.

Wort für Wort
aham pradātum icchāmi
ich möchte schenken
yat idam māmakam dhanam
diesen meinen Besitz
brāhmaṇebhyaḥ tapasvibhyaḥ
den büßenden Brahmanen
tvayā saha paraṃtapa
zusammen mit dir, o Bezwinger der Feinde

vasantīha dṛḍhaṃ bhaktyā guruṣu dvijasattamāḥ | teṣāmapi ca me bhūyaḥ sarveṣāṃ copajīvinām ||

Hier wohnen die vortrefflichen Brahmanen, die in fester Hingabe den Älteren dienen; auch ihnen und all jenen, die von mir abhängig sind, will ich noch mehr zukommen lassen.

Wort für Wort
vasanti iha dṛḍham bhaktyā
hier wohnen in fester Hingabe
guruṣu dvijasattamāḥ
den Älteren gegenüber die vortrefflichen Zweifachgeborenen
teṣām api ca me bhūyaḥ
auch ihnen von mir noch mehr
sarveṣām ca upajīvinām
und allen, die von mir abhängen

vasiṣṭhaputraṃ tu suyajñamāryaṃ tvamānayāśu pravaraṃ dvijānām | abhiprayāsyāmi vanaṃ samastānabhyarcya śiṣṭānaparān dvijātīn ||

Den edlen Suyajña aber, den Sohn des Vasiṣṭha, den Vorzüglichsten der Brahmanen, bringe du rasch herbei; erst wenn ich alle übrigen verbliebenen Brahmanen geehrt habe, werde ich in den Wald aufbrechen.

Wort für Wort
vasiṣṭha-putram tu suyajñam āryam
den Sohn des Vasiṣṭha aber, den edlen Suyajña
tvam ānaya āśu pravaram dvijānām
bringe du rasch den Vorzüglichsten der Brahmanen
abhiprayāsyāmi vanam samastān
ich werde in den Wald aufbrechen, alle
abhyarcya śiṣṭān aparān dvijātīn
nachdem ich die übrigen verbliebenen Brahmanen geehrt habe

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