Sarga 31: Lakṣmaṇa Vana Gamana Anujñā
Lakṣmaṇa bittet flehentlich, mit in die Verbannung gehen zu dürfen; Rāma gibt schließlich nach und schickt ihn, die göttlichen Waffen zu holen, während er selbst noch Geschenke an die Brahmanen verteilen will
Nachdem Lakṣmaṇa, der schon zuvor herangekommen war, dieses Gespräch so gehört hatte, vermochte er, das Gesicht von Tränen überströmt, seinen Kummer nicht mehr zu ertragen.
sa bhrātuścaraṇau gāḍhaṃ nipīḍya raghunandanaḥ | sītāmuvācātiyaśāṃ rāghavaṃ ca mahāvratam ||
Er, der Nachkomme Raghus, umfasste fest die Füße seines Bruders und sprach dann zur hochberühmten Sītā und zu Rāghava, der seinem großen Gelübde treu blieb.
Wenn der Entschluss gefasst ist, in den von Hirschen und Elefanten bevölkerten Wald zu gehen, so werde ich, den Bogen tragend, dir noch heute in den Wald folgen.
Wort für Wort
yadi gantum kṛtā buddhiḥ
wenn der Entschluss zu gehen gefasst ist
vanam mṛga-gaja-āyutam
in den Wald, der von Hirschen und Elefanten bevölkert ist
snigdho dharmarato vīrassatataṃ satpathe sthitaḥ | priyaḥ prāṇasamo vaśyo bhrātā cāpi sakhā ca me ||
Liebevoll, der Rechtschaffenheit ergeben, ein Held, der beständig auf dem Pfad der Guten steht, mir lieb wie mein eigenes Leben, folgsam – so bist du mir Bruder und Freund zugleich.
Wort für Wort
snigdhaḥ dharmarataḥ vīraḥ
liebevoll, der Rechtschaffenheit ergeben, ein Held
abhivarṣati kāmairyaḥ parjanyaḥ pṛthivīmiva | sa kāmapāśaparyasto mahātejā mahīpatiḥ ||
Er, der wie eine Regenwolke die Erde mit der Erfüllung von Wünschen überschüttet, der hochglänzende Herrscher der Erde, ist nun von der Fessel der Begierde umschlungen.
sā hi rājyamidaṃ prāpya nṛpasyāśvapateḥ sutā | duḥkhitānāṃ sapatnīnāṃ na kariṣyati śobhanam ||
Denn sie, die Tochter des Königs Aśvapati, wird, nachdem sie diese Königsherrschaft erlangt hat, den leidenden Nebenfrauen gewiss nichts Gutes erweisen.
na smariṣyati kausalyāṃ sumitrāṃ ca suduḥkhitām | bharato rājyamāsādya kaikeyyāṃ paryavasthitaḥ ||
Und Bharata, der, ganz auf Kaikeyī ausgerichtet, die Herrschaft erlangt hat, wird sich nicht mehr an Kausalyā erinnern noch an die schwer leidende Sumitrā.
So versorge du, Sohn der Sumitrā, hier selbst jene edle Kausalyā, sei es aus eigenem Antrieb oder durch die Gunst des Königs, und erfülle diese Aufgabe unbeschwert.
evaṃ mama ca te bhaktirbhaviṣyati sudarśitā | dharmajña gurupūjāyāṃ dharmaścāpyatulo mahān ||
So wird deine Hingabe zu mir deutlich erwiesen sein, o Kenner der Rechtschaffenheit, und in der Verehrung der Älteren liegt zugleich ein unvergleichlich großes Verdienst.
Wort für Wort
evam mama ca te bhaktiḥ
so deine Hingabe zu mir
bhaviṣyati sudarśitā
wird deutlich gezeigt sein
dharmajña guru-pūjāyām
o Kenner der Pflicht, in der Verehrung der Älteren
So handle also, Sohn der Sumitrā, mir zuliebe, o Nachkomme Raghus – es soll nicht geschehen, dass unsere von uns getrennte Mutter kein Glück mehr findet.
Mache mich zu deinem Begleiter, hierin liegt kein Verstoß gegen die Pflicht; ich werde dadurch erfüllt sein, und auch dein Vorhaben wird sich verwirklichen.
die beiden unzerstörbaren göttlichen Panzer, die beiden Köcher mit nie versiegenden Pfeilen sowie die beiden sonnenhell reinen, goldverzierten Schwerter –
Wort für Wort
abhedye kavace divye
die beiden unzerstörbaren göttlichen Panzer
tūṇī ca akṣaya-sāyakau
und die beiden Köcher mit unerschöpflichen Pfeilen
Der besonnene Rāma sprach voll Freude zu dem zurückgekehrten Lakṣmaṇa: Zur rechten Zeit bist du gekommen, Sanftmütiger, gerade in dem von mir ersehnten Augenblick, Lakṣmaṇa.
vasantīha dṛḍhaṃ bhaktyā guruṣu dvijasattamāḥ | teṣāmapi ca me bhūyaḥ sarveṣāṃ copajīvinām ||
Hier wohnen die vortrefflichen Brahmanen, die in fester Hingabe den Älteren dienen; auch ihnen und all jenen, die von mir abhängig sind, will ich noch mehr zukommen lassen.
Wort für Wort
vasanti iha dṛḍham bhaktyā
hier wohnen in fester Hingabe
guruṣu dvijasattamāḥ
den Älteren gegenüber die vortrefflichen Zweifachgeborenen
Den edlen Suyajña aber, den Sohn des Vasiṣṭha, den Vorzüglichsten der Brahmanen, bringe du rasch herbei; erst wenn ich alle übrigen verbliebenen Brahmanen geehrt habe, werde ich in den Wald aufbrechen.
Wort für Wort
vasiṣṭha-putram tu suyajñam āryam
den Sohn des Vasiṣṭha aber, den edlen Suyajña
tvam ānaya āśu pravaram dvijānām
bringe du rasch den Vorzüglichsten der Brahmanen
abhiprayāsyāmi vanam samastān
ich werde in den Wald aufbrechen, alle
abhyarcya śiṣṭān aparān dvijātīn
nachdem ich die übrigen verbliebenen Brahmanen geehrt habe