Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa

Sarga 44: Sumitrā Kausalyā Sāntvanam Sumitrā tröstet die klagende Kausalyā mit weisen Worten über Rāmas Tugend und die baldige glückliche Rückkehr, und der Kummer weicht aus Kausalyās Herzen

vilapantīṃ tathā tāṃ tu kausalyāṃ pramadottamām | idaṃ dharme sthitā dharmyaṃ sumitrā vākyam abravīt ||

Zu der so klagenden Kausalyā, der vortrefflichsten der Frauen, sprach Sumitrā, die in Rechtschaffenheit gefestigt war, dieses rechtschaffene Wort:

Wort für Wort
vilapantīm tathā tām tu
zu der so klagenden
kausalyām pramadottamām
Kausalyā, der vortrefflichsten der Frauen
idam dharme sthitā dharmyam
dieses rechtschaffene, in Rechtschaffenheit gefestigt
sumitrā vākyam abravīt
sprach Sumitrā das Wort

tavārye sadguṇair yuktaḥ putraḥ sa puruṣottamaḥ | kiṃ te vilapitenaivaṃ kṛpaṇaṃ ruditena vā ||

Edle, dein Sohn, jener vortrefflichste der Männer, ist mit guten Eigenschaften begabt; was nützt dir dieses klägliche Klagen und Weinen?

Wort für Wort
tava ārye sadguṇaiḥ yuktaḥ
dein, Edle, mit guten Eigenschaften begabter
putraḥ saḥ puruṣottamaḥ
Sohn, jener vortrefflichste der Männer
kim te vilapitena evam
was nützt dir dieses Klagen
kṛpaṇam ruditena vā
oder das klägliche Weinen

yas tavārye gataḥ putras tyaktvā rājyaṃ mahābalaḥ | sādhu kurvan mahātmānaṃ pitaraṃ satyavādinam ||

Der, Edle, dein Sohn, der mächtige, der das Königreich verließ, handelt recht gegenüber seinem großmütigen, wahrheitsredenden Vater.

Wort für Wort
yaḥ tava ārye gataḥ putraḥ
der, Edle, dein Sohn, der gegangen ist
tyaktvā rājyam mahābalaḥ
der mächtige, das Königreich verlassend
sādhu kurvan mahātmānam
recht handelnd gegenüber dem Großmütigen
pitaram satyavādinam
dem wahrheitsredenden Vater

śiṣṭair ācarite samyak śaśvat pretya phalodaye | rāmo dharme sthitaḥ śreṣṭho na sa śocyaḥ kadācana ||

Rāma, der beständig im Rechten wandelt, wie es die Rechtschaffenen tun und dessen Frucht sich immer erst später zeigt, der Vortrefflichste in der Rechtschaffenheit – er ist niemals zu beklagen.

Wort für Wort
śiṣṭaiḥ ācarite samyak
wie es die Rechtschaffenen recht ausüben
śaśvat pretya phalodaye
dessen Frucht sich stets erst später zeigt
rāmaḥ dharme sthitaḥ śreṣṭhaḥ
Rāma, der Vortrefflichste, in der Rechtschaffenheit stehend
na saḥ śocyaḥ kadācana
er ist niemals zu beklagen

vartate cottamāṃ vṛttiṃ lakṣmaṇo 'smin sadānaghaḥ | dayāvān sarvabhūteṣu lābhas tasya mahātmanaḥ ||

Und Lakṣmaṇa, der Makellose, verhält sich ihm gegenüber stets in vortrefflicher Weise, mitfühlend gegenüber allen Wesen – ein Gewinn ist er, der Großmütige.

Wort für Wort
vartate ca uttamām vṛttim
und er verhält sich in vortrefflicher Weise
lakṣmaṇaḥ asmin sadā anaghaḥ
Lakṣmaṇa, der Makellose, ihm gegenüber stets
dayāvān sarvabhūteṣu
mitfühlend gegenüber allen Wesen
lābhaḥ tasya mahātmanaḥ
ein Gewinn ist jener Großmütige

araṇyavāse yad duḥkhaṃ jānatī vai sukhocitā | anugacchati vaidehī dharmātmānaṃ tavātmajam ||

Obwohl sie weiß, welches Leid das Waldleben bringt, obgleich sie an Glück gewöhnt ist, folgt Vaidehī deinem rechtschaffenen Sohn.

Wort für Wort
araṇyavāse yat duḥkham
welches Leid im Waldleben ist
jānatī vai sukhocitā
das wissend, obgleich an Glück gewöhnt
anugacchati vaidehī
folgt Vaidehī
dharmātmānam tava ātmajam
deinem rechtschaffenen Sohn

kīrtibhūtāṃ patākāṃ yo loke bhrāmayati prabhuḥ | damasatyavrataparaḥ kiṃ na prāptas tavātmajaḥ ||

Er, der Herr, der die Fahne des Ruhmes in der Welt schwenkt, der Zügelung und Wahrheitstreue ergeben ist – was hat dein Sohn nicht erlangt?

Wort für Wort
kīrtibhūtām patākām
die zum Ruhm gewordene Fahne
yaḥ loke bhrāmayati prabhuḥ
der Herr, der sie in der Welt schwenkt
damasatyavrataparaḥ
der Zügelung und Wahrheitstreue ergeben ist
kim na prāptaḥ tava ātmajaḥ
was hat dein Sohn nicht erlangt

vyaktaṃ rāmasya vijñāya śaucaṃ māhātmyam uttamam | na gātram aṃśubhiḥ sūryaḥ saṃtāpayitum arhati ||

Da die Sonne offenkundig Rāmas Reinheit und höchste Größe erkennt, wird sie seinen Körper nicht mit ihren Strahlen verbrennen.

Wort für Wort
vyaktam rāmasya vijñāya
offenkundig Rāmas erkennend
śaucam māhātmyam uttamam
Reinheit und höchste Größe
na gātram aṃśubhiḥ sūryaḥ
wird die Sonne den Körper nicht mit ihren Strahlen
saṃtāpayitum arhati
zu verbrennen vermögen

śivaḥ sarveṣu kāleṣu kānanebhyo vinihsṛtaḥ | rāghavaṃ yuktaśītoṣṇaḥ seviṣyati sukho 'nilaḥ ||

Zu jeder Zeit wird ein heilsamer, angenehmer, weder zu kalter noch zu heißer Wind, aus den Wäldern hervorkommend, Rāghava umgeben.

Wort für Wort
śivaḥ sarveṣu kāleṣu
heilsam zu jeder Zeit
kānanebhyaḥ vinihsṛtaḥ
aus den Wäldern hervorkommend
rāghavam yuktaśītoṣṇaḥ
Rāghava, weder zu kalt noch zu heiß
seviṣyati sukhaḥ anilaḥ
wird der angenehme Wind umgeben

śayānam anagham rātrau pitevābhipariṣvajan | raśmibhiḥ saṃspṛśan śītaiś candramā hlādayiṣyati ||

Wenn er nachts, der Makellose, schläft, wird der Mond ihn wie ein Vater umarmen und, ihn mit kühlen Strahlen berührend, erquicken.

Wort für Wort
śayānam anagham rātrau
den nachts schlafenden Makellosen
pitā iva abhipariṣvajan
wie ein Vater umarmend
raśmibhiḥ saṃspṛśan śītaiḥ
mit kühlen Strahlen berührend
candramāḥ hlādayiṣyati
wird der Mond ihn erquicken

dadau ca astrāṇi divyāni yasmai brahmā mahaujase | dānavendraṃ hataṃ dṛṣṭvā timidhvajasutaṃ raṇe ||

Ihm, dem Hochmächtigen, gab Brahmā göttliche Waffen, als er den Fürsten der Dānavas, den Sohn des Timidhvaja, im Kampf erschlagen sah.

Wort für Wort
dadau ca astrāṇi divyāni
und er gab göttliche Waffen
yasmai brahmā mahaujase
dem Hochmächtigen, Brahmā
dānavendram hatam dṛṣṭvā
als er den Fürsten der Dānavas erschlagen sah
timidhvajasutam raṇe
den Sohn des Timidhvaja, im Kampf

sa śūraḥ puruṣavyāghraḥ svabāhubalam āśritaḥ | asaṃtrasto 'py araṇyastho veśmanīva nivatsyati ||

Jener Held, der Tiger unter den Männern, auf die Kraft seiner eigenen Arme gestützt, wird, ohne Furcht, selbst im Wald wohnen wie in seinem eigenen Haus.

Wort für Wort
saḥ śūraḥ puruṣavyāghraḥ
jener Held, der Tiger unter den Männern
svabāhubalam āśritaḥ
auf die Kraft der eigenen Arme gestützt
asaṃtrastaḥ api araṇyasthaḥ
ohne Furcht, selbst im Wald weilend
veśmani iva nivatsyati
wird er wie in seinem Haus wohnen

yasyeṣupadam āsādya vināśaṃ yānti śatravaḥ | kathaṃ na pṛthivī tasya śāsane sthātum arhati ||

Wessen Pfeilspitze erreichend die Feinde dem Untergang verfallen – wie sollte die Erde nicht unter seiner Herrschaft stehen wollen?

Wort für Wort
yasya iṣupadam āsādya
wessen Pfeilspur erreichend
vināśam yānti śatravaḥ
die Feinde dem Untergang verfallen
katham na pṛthivī tasya
wie sollte die Erde nicht seiner
śāsane sthātum arhati
Herrschaft unterstehen wollen

yā śrīḥ śauryaṃ ca rāmasya yā ca kalyāṇasattvatā | nivṛttāraṇyavāsaḥ svaṃ kṣipraṃ rājyam avāpsyati ||

Da Rāma solche Schönheit, solche Tapferkeit und solch heilvolles Wesen besitzt, wird er, aus dem Waldleben zurückgekehrt, bald sein eigenes Königreich erlangen.

Wort für Wort
yā śrīḥ śauryam ca rāmasya
welche Schönheit und Tapferkeit Rāmas
yā ca kalyāṇasattvatā
und welch heilvolles Wesen
nivṛttāraṇyavāsaḥ
aus dem Waldleben zurückgekehrt
svam kṣipram rājyam avāpsyati
wird er bald sein eigenes Königreich erlangen

sūryasyāpi bhavet sūryo hy agner agniḥ prabhoḥ prabhuḥ | śriyaś ca śrīr bhaved agryā kīrter apy uttamā kṣamā ||

Er ist gleichsam die Sonne der Sonne, das Feuer des Feuers, der Herr der Herren; er ist die erhabenste Pracht der Pracht und an Geduld dem Ruhm selbst überlegen.

Wort für Wort
sūryasya api bhavet sūryaḥ
er wäre die Sonne der Sonne
hi agneḥ agniḥ prabhoḥ prabhuḥ
das Feuer des Feuers, der Herr der Herren
śriyaḥ ca śrīḥ bhavet agryā
und die erhabenste Pracht der Pracht
kīrteḥ api uttamā kṣamā
und an Geduld dem Ruhm überlegen

daivataṃ daivatānāṃ ca bhūtānāṃ bhūtasattamaḥ | tasya ke hy aguṇā devi vane vāpy athavā pure ||

Er ist die Gottheit der Gottheiten, der Vortrefflichste unter den Wesen der Wesen – welche Unvollkommenheiten, o Göttliche, könnte er wohl haben, sei es im Wald oder in der Stadt?

Wort für Wort
daivatam daivatānām ca
die Gottheit der Gottheiten
bhūtānām bhūtasattamaḥ
der Vortrefflichste unter den Wesen der Wesen
tasya ke hi aguṇāḥ devi
welche Unvollkommenheiten hätte er, o Göttliche
vane vā api athavā pure
sei es im Wald oder in der Stadt

pṛthivyā saha vaidehyā śriyā ca puruṣarṣabhaḥ | kṣipraṃ tisṛbhir etābhiḥ saha rāmo 'bhiṣekṣyate ||

Zusammen mit der Erde, mit Vaidehī und mit dem Glanz – mit diesen dreien zugleich wird der Stier unter den Männern, Rāma, bald gesalbt werden.

Wort für Wort
pṛthivyā saha vaidehyā
mit der Erde, mit Vaidehī
śriyā ca puruṣarṣabhaḥ
und mit dem Glanz, der Stier unter den Männern
kṣipram tisṛbhiḥ etābhiḥ saha
bald zusammen mit diesen dreien
rāmaḥ abhiṣekṣyate
wird Rāma gesalbt werden

duḥkhajaṃ visṛjanty asraṃ niṣkrāmantam udīkṣya yam | samutsrakṣyasi netrābhyāṃ kṣipram ānandajaṃ payaḥ ||

Ihn, bei dessen Auszug man aus Schmerz Tränen vergoss – ihn erblickend, wirst du bald aus deinen Augen Tränen der Freude vergießen.

Wort für Wort
duḥkhajam visṛjanti asram
man vergießt schmerzgeborene Tränen
niṣkrāmantam udīkṣya yam
wenn man ihn beim Auszug erblickt
samutsrakṣyasi netrābhyām
wirst du aus deinen Augen vergießen
kṣipram ānandajam payaḥ
bald freudegeborenes Nass

kuśacīradharaṃ devaṃ gacchantam aparājitam | sītevānugatā lakṣmīs tasya kiṃ nāma durlabham ||

Dem Göttlichen, der, Kuśagras und Rindenkleid tragend, unbesiegt dahinzieht, folgt das Glück wie Sītā – was wäre ihm wohl unerreichbar?

Wort für Wort
kuśacīradharam devam
dem Göttlichen, Kuśagras und Rindenkleid tragend
gacchantam aparājitam
dem unbesiegt Dahinziehenden
sītā iva anugatā lakṣmīḥ
das ihm wie Sītā folgende Glück
tasya kim nāma durlabham
was wäre ihm wohl unerreichbar

dhanurgrahavaro yasya bāṇakhaḍgāstrabhṛt svayam | lakṣmaṇo vrajati hy agre tasya kiṃ nāma durlabham ||

Vor ihm, dem der vortreffliche Bogenträger, der selbst Pfeile, Schwert und Waffen trägt, Lakṣmaṇa, vorangeht – was wäre ihm wohl unerreichbar?

Wort für Wort
dhanurgrahavaraḥ yasya
dessen vortrefflicher Bogenträger
bāṇakhaḍgāstrabhṛt svayam
der selbst Pfeile, Schwert und Waffen trägt
lakṣmaṇaḥ vrajati hi agre
Lakṣmaṇa geht ihm ja voran
tasya kim nāma durlabham
was wäre ihm wohl unerreichbar

nivṛttavanavāsaṃ taṃ draṣṭāsi punar āgatam | jahi śokaṃ ca mohaṃ ca devi satyaṃ bravīmi te ||

Ihn, aus dem Waldleben zurückgekehrt, wirst du wiedersehen; verbanne Kummer und Verwirrung, o Göttliche, ich sage dir die Wahrheit.

Wort für Wort
nivṛttavanavāsam tam
ihn, aus dem Waldleben zurückgekehrt
draṣṭāsi punaḥ āgatam
wirst du wieder zurückgekehrt sehen
jahi śokam ca moham ca
verbanne Kummer und Verwirrung
devi satyam bravīmi te
o Göttliche, ich sage dir die Wahrheit

śirasā caraṇāv etau vandamānam anindite | punar drakṣyasi kalyāṇi putraṃ candram ivoditam ||

Du wirst, o Makellose, deinen Sohn wiedersehen, wie er sich mit dem Haupt zu diesen deinen Füßen verneigt, o Heilvolle, gleich dem aufgehenden Mond.

Wort für Wort
śirasā caraṇau etau
mit dem Haupt vor diesen Füßen
vandamānam anindite
sich verneigend, o Makellose
punaḥ drakṣyasi kalyāṇi
wirst du wiedersehen, o Heilvolle
putram candram iva uditam
den Sohn, gleich dem aufgehenden Mond

punaḥ praviṣṭaṃ dṛṣṭvā tam abhiṣiktaṃ mahāśriyam | samutsrakṣyasi netrābhyāṃ kṣipram ānandajaṃ payaḥ ||

Wenn du ihn wiederkehren und gesalbt, in großer Pracht, siehst, wirst du bald aus deinen Augen Tränen der Freude vergießen.

Wort für Wort
punaḥ praviṣṭam dṛṣṭvā tam
wenn du ihn wieder eingetreten siehst
abhiṣiktam mahāśriyam
gesalbt, in großer Pracht
samutsrakṣyasi netrābhyām
wirst du aus deinen Augen vergießen
kṣipram ānandajam payaḥ
bald freudegeborenes Nass

mā śoka devi duḥkhaṃ vā na rāme vidyate 'śivam | kṣipraṃ drakṣyasi putraṃ tvaṃ sasītaṃ saha lakṣmaṇam ||

Kein Kummer, o Göttliche, kein Schmerz! Rāma widerfährt nichts Unheilvolles. Bald wirst du deinen Sohn wiedersehen, zusammen mit Sītā und Lakṣmaṇa.

Wort für Wort
mā śoka devi duḥkham vā
kein Kummer, o Göttliche, kein Schmerz
na rāme vidyate aśivam
Rāma widerfährt nichts Unheilvolles
kṣipram drakṣyasi putram tvam
bald wirst du deinen Sohn sehen
sasītam saha lakṣmaṇam
mit Sītā, zusammen mit Lakṣmaṇa

tvayā śeṣo janaś caiva samāśvāsyo yadānaghe | kim idānīm idaṃ devi karoṣi hṛdi viklavam ||

Da du doch auch die übrigen Menschen trösten solltest, o Makellose – warum, o Göttliche, gibst du dich jetzt solcher Verzagtheit im Herzen hin?

Wort für Wort
tvayā śeṣaḥ janaḥ ca eva
da du doch die übrigen Menschen
samāśvāsyaḥ yadā anaghe
trösten solltest, o Makellose
kim idānīm idam devi
warum jetzt dies, o Göttliche
karoṣi hṛdi viklavam
hegst du Verzagtheit im Herzen

nārhā tvaṃ śocitum devi yasyāste rāghavas sutaḥ | na hi rāmāt paro loke vidyate satpathe sthitaḥ ||

Du solltest nicht trauern, o Göttliche, du, deren Sohn Rāghava ist; denn in der Welt gibt es niemanden, der fester auf dem rechten Pfad steht als Rāma.

Wort für Wort
na arhā tvam śocitum devi
du solltest nicht trauern, o Göttliche
yasya āste rāghavaḥ sutaḥ
deren Sohn Rāghava ist
na hi rāmāt paraḥ loke
denn niemand in der Welt ist größer als Rāma
vidyate satpathe sthitaḥ
der auf dem rechten Pfad steht

abhivādayamānaṃ taṃ dṛṣṭvā sasuhṛdaṃ sutam | mudāśru mokṣyase kṣipraṃ meghalekheva vārṣikī ||

Wenn du deinen Sohn siehst, wie er dich mit seinen Freunden ehrerbietig grüßt, wirst du bald Freudentränen vergießen, gleich einer Regenwolke.

Wort für Wort
abhivādayamānam tam
ihn, der ehrerbietig grüßt
dṛṣṭvā sasuhṛdam sutam
wenn du den Sohn mit seinen Freunden siehst
mudā aśru mokṣyase kṣipram
wirst du bald Freudentränen vergießen
meghalekhā iva vārṣikī
gleich einer Regenzeit-Wolkenreihe

putras te varadaḥ kṣipram ayodhyāṃ punar āgataḥ | pāṇibhyāṃ mṛdupīnābhyāṃ caraṇau pīḍayiṣyati ||

Dein gabenspendender Sohn, bald nach Ayodhyā zurückgekehrt, wird mit seinen weichen, vollen Händen deine Füße drücken.

Wort für Wort
putraḥ te varadaḥ kṣipram
dein gabenspendender Sohn wird bald
ayodhyām punaḥ āgataḥ
nach Ayodhyā zurückgekehrt
pāṇibhyām mṛdupīnābhyām
mit weichen, vollen Händen
caraṇau pīḍayiṣyati
wird er die Füße drücken

abhivādya namasyantaṃ śūraṃ sasuhṛdaṃ sutam | mudāsraiḥ prokṣyasi punar megharājir ivācalam ||

Deinen heldenhaften Sohn, der mit seinen Freunden ehrerbietig grüßt, wirst du wieder mit Freudentränen benetzen, wie eine Wolkenreihe einen Berg.

Wort für Wort
abhivādya namasyantam
den ehrerbietig grüßenden
śūram sasuhṛdam sutam
den heldenhaften Sohn mit seinen Freunden
mudāsraiḥ prokṣyasi punaḥ
wirst du wieder mit Freudentränen benetzen
megharājiḥ iva acalam
wie eine Wolkenreihe einen Berg

āśvāsayantī vividhaiś ca vākyair vākyopacāre kuśalā tayārtham | rāmasya tāṃ mātaram evam uktvā devī sumitrā virarāma rāmā ||

Nachdem sie, in der Kunst der Rede geschickt, mit mancherlei Worten Rāmas Mutter so getröstet hatte, verstummte die schöne Göttin Sumitrā.

Wort für Wort
āśvāsayantī vividhaiḥ ca vākyaiḥ
sie tröstend mit mancherlei Worten
vākyopacāre kuśalā
geschickt in der Kunst der Rede
rāmasya tām mātaram evam uktvā
nachdem sie Rāmas Mutter so angesprochen hatte
devī sumitrā virarāma rāmā
verstummte die schöne Göttin Sumitrā

niśamya tal lakṣmaṇamātṛvākyaṃ rāmasya mātur naradevapatnyāḥ | sadyaḥ śarīre vinanāśa śokaḥ śaradgatasyeva meghālpatoyaḥ ||

Als sie dieses Wort der Mutter Lakṣmaṇas vernommen hatte, verschwand der Kummer in Rāmas Mutter, der Gattin des Menschengottes, sogleich aus ihrem Leib, wie eine wasserarme Wolke am Ende des Herbstes.

Wort für Wort
niśamya tat lakṣmaṇamātṛvākyam
als sie dieses Wort der Mutter Lakṣmaṇas gehört hatte
rāmasya mātuḥ naradevapatnyāḥ
die Mutter Rāmas, die Gattin des Menschengottes
sadyaḥ śarīre vinanāśa śokaḥ
sogleich verschwand der Kummer im Leib
śaradgatasya iva megha alpatoyaḥ
wie eine wasserarme Wolke am Ende des Herbstes

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