Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa

Sarga 88: Bharata Vilāpaḥ Iṅgudī Mūle Bharata beklagt an der Wurzel des Iṅgudī-Baumes ergreifend Rāmas und Sītās Nachtlager auf dem bloßen Boden und beschließt, selbst im Wald zu leben, während Rāma mit Lakṣmaṇa nach Ayodhyā zurückkehren und dort geweiht werden soll

tat śrutvā nipuṇam sarvam bharataḥ saha mantribhiḥ | iṅgudī-mūlam āgamya rāma-śayyām avekṣya tām ||

Nachdem er all dies genau vernommen hatte, ging Bharata zusammen mit seinen Ministern zur Wurzel des Iṅgudī-Baumes und betrachtete jenes Lager Rāmas.

Wort für Wort
tat śrutvā nipuṇam sarvam
nachdem er all dies genau vernommen hatte
bharataḥ saha mantribhiḥ
Bharata zusammen mit seinen Ministern
iṅgudī-mūlam āgamya
ging zur Wurzel des Iṅgudī-Baumes
rāma-śayyām avekṣya tām
und betrachtete jenes Lager Rāmas

abravīt jananīḥ sarvāḥ iha tena mahātmanā | śarvarīm śayitam bhūmau idam asya vimarditam ||

Er sprach zu allen Müttern: 'Hier hat jener Hochgesinnte die Nacht auf dem Boden liegend verbracht; dies hier ist der von ihm niedergedrückte Grund.

Wort für Wort
abravīt jananīḥ sarvāḥ
er sprach zu allen Müttern
iha tena mahātmanā
hier von jenem Hochgesinnten
śarvarīm śayitam bhūmau
die Nacht auf dem Boden liegend verbracht
idam asya vimarditam
dies ist der von ihm niedergedrückte [Grund]

mahā-bhāgaḥ kulīnena mahā-bhāgena dhīmatā | jātaḥ daśarathena urvyām na rāmaḥ svaptum arhati ||

Der überaus Erhabene, von dem edelgeborenen, überaus erhabenen, weisen Daśaratha gezeugt — Rāma verdient es nicht, auf bloßer Erde zu schlafen.

Wort für Wort
mahā-bhāgaḥ
der überaus Erhabene
kulīnena mahā-bhāgena dhīmatā
von dem edelgeborenen, erhabenen, weisen
jātaḥ daśarathena
von Daśaratha gezeugt
urvyām na rāmaḥ svaptum arhati
verdient es Rāma nicht, auf Erde zu schlafen

ajina-uttara-saṃstīrṇe vara-āstaraṇa-saṃcaye | śayitvā puruṣa-vyāghraḥ katham śete mahī-tale ||

Er, der Tiger unter den Männern, der einst auf einem Haufen vortrefflicher, über Antilopenfelle gebreiteter Decken lag — wie liegt er nun auf dem Erdboden?

Wort für Wort
ajina-uttara-saṃstīrṇe
über Antilopenfelle gebreitet
vara-āstaraṇa-saṃcaye
auf einem Haufen vortrefflicher Decken
śayitvā puruṣa-vyāghraḥ
der Tiger unter den Männern, der [so] lag
katham śete mahī-tale
wie liegt er nun auf dem Erdboden

prāsāda-agra-vimāneṣu valabhīṣu ca sarvadā | haima-rajata-bhaumeṣu vara-āstaraṇa-śāliṣu ||

Er, der stets in Söllern auf Palastdächern weilte, auf Terrassen mit Böden aus Gold und Silber, reich an vortrefflichen Decken,

Wort für Wort
prāsāda-agra-vimāneṣu
in Söllern auf Palastdächern
valabhīṣu ca sarvadā
und stets auf Terrassen
haima-rajata-bhaumeṣu
mit Böden aus Gold und Silber
vara-āstaraṇa-śāliṣu
reich an vortrefflichen Decken

puṣpa-saṃcaya-citreṣu candana-agaru-gandhiṣu | pāṇḍura-abhra-prakāśeṣu śuka-saṃgha-rutesu ca ||

geschmückt mit Blumenhaufen, duftend von Sandel und Aloeholz, hell strahlend wie weiße Wolken, und widerhallend vom Geschwätz der Papageienschwärme,

Wort für Wort
puṣpa-saṃcaya-citreṣu
geschmückt mit Blumenhaufen
candana-agaru-gandhiṣu
duftend von Sandel und Aloeholz
pāṇḍura-abhra-prakāśeṣu
hell strahlend wie weiße Wolken
śuka-saṃgha-rutesu ca
und widerhallend vom Geschwätz der Papageienschwärme

prāsāda-vara-varyeṣu śīta-vatsu su-gandhiṣu | uṣitvā meru-kalpeṣu kṛta-kāñcana-bhittiṣu ||

der in den allerbesten Palästen weilte, kühl, wohlriechend, dem Meru gleichend, mit Wänden aus Gold —

Wort für Wort
prāsāda-vara-varyeṣu
in den allerbesten Palästen
śīta-vatsu su-gandhiṣu
kühl, wohlriechend
uṣitvā meru-kalpeṣu
der weilte, dem Meru gleichend
kṛta-kāñcana-bhittiṣu
mit Wänden aus Gold

gīta-vāditra-nirghoṣaiḥ vara-ābharaṇa-niḥsvanaiḥ | mṛdaṅga-vara-śabdaiḥ ca satatam pratibodhitaḥ ||

der stets geweckt wurde von Gesang und Instrumentenklang, vom Klirren edler Schmuckstücke und dem Schall vortrefflicher Trommeln,

Wort für Wort
gīta-vāditra-nirghoṣaiḥ
von Gesang und Instrumentenklang
vara-ābharaṇa-niḥsvanaiḥ
vom Klirren edler Schmuckstücke
mṛdaṅga-vara-śabdaiḥ ca
und dem Schall vortrefflicher Trommeln
satatam pratibodhitaḥ
stets geweckt

bandibhiḥ vanditaḥ kāle bahubhiḥ sūta-māgadhaiḥ | gāthābhiḥ anurūpābhiḥ stutibhiḥ ca param-tapaḥ ||

er, der Feindbezwinger, der zur rechten Zeit von vielen Barden und Sängern mit passenden Liedern und Lobpreisungen gepriesen wurde —

Wort für Wort
bandibhiḥ vanditaḥ kāle
zur rechten Zeit von Barden gepriesen
bahubhiḥ sūta-māgadhaiḥ
von vielen Sängern und Barden
gāthābhiḥ anurūpābhiḥ
mit passenden Liedern
stutibhiḥ ca param-tapaḥ
und Lobpreisungen, er, der Feindbezwinger

aśraddheyam idam loke na satyam pratibhāti mā | muhyate khalu me bhāvaḥ svapnaḥ ayam iti me matiḥ ||

dies hier ist in der Welt unglaublich, es erscheint mir nicht als Wahrheit; mein Sinn ist wahrhaftig verwirrt — ich meine, dies sei ein Traum.'

Wort für Wort
aśraddheyam idam loke
dies ist in der Welt unglaublich
na satyam pratibhāti mā
es erscheint mir nicht als Wahrheit
muhyate khalu me bhāvaḥ
mein Sinn ist wahrhaftig verwirrt
svapnaḥ ayam iti me matiḥ
ich meine, dies sei ein Traum

na nūnam daivatam kiñcit kālena bala-vattaram | yatra daśarathiḥ rāmaḥ bhūmau evam śayitaḥ saḥ ||

'Es gibt gewiss keine Gottheit, mächtiger als die Zeit, da doch Rāma, der Sohn des Daśaratha, so auf dem Boden liegen musste.

Wort für Wort
na nūnam daivatam kiñcit
es gibt gewiss keine Gottheit
kālena bala-vattaram
mächtiger als die Zeit
yatra daśarathiḥ rāmaḥ
da doch Rāma, der Sohn des Daśaratha
bhūmau evam śayitaḥ saḥ
so auf dem Boden liegen musste

videha-rājasya sutā sītā ca priya-darśanā | dayitā śayitā bhūmau snuṣā daśarathasya ca ||

Und Sītā, die Tochter des Königs von Videha, von lieblichem Aussehen, die Geliebte, die Schwiegertochter des Daśaratha, lag auf dem Boden.

Wort für Wort
videha-rājasya sutā sītā
Sītā, die Tochter des Königs von Videha
ca priya-darśanā
von lieblichem Aussehen
dayitā śayitā bhūmau
die Geliebte lag auf dem Boden
snuṣā daśarathasya ca
die Schwiegertochter des Daśaratha

iyam śayyā mama bhrātuḥ idam hi parivartitam | sthaṇḍale kaṭhine sarvam gātraiḥ vimṛditam tṛṇam ||

Dies ist das Lager meines Bruders, hier hat er sich hin und her gewälzt; auf diesem harten, bloßen Grund ist alles Gras von seinen Gliedern zerdrückt.

Wort für Wort
iyam śayyā mama bhrātuḥ
dies ist das Lager meines Bruders
idam hi parivartitam
hier hat er sich gewälzt
sthaṇḍale kaṭhine
auf diesem harten, bloßen Grund
sarvam gātraiḥ vimṛditam tṛṇam
ist alles Gras von seinen Gliedern zerdrückt

manye sa-ābharaṇā suptā sītā asmin śayane tadā | tatra tatra hi dṛśyante saktāḥ kanaka-bindavaḥ ||

Ich glaube, Sītā schlief damals noch mit ihrem Schmuck auf diesem Lager, denn hier und dort sind kleine goldene Punkte zu sehen, die daran haften geblieben sind.

Wort für Wort
manye sa-ābharaṇā suptā sītā
ich glaube, Sītā schlief noch mit ihrem Schmuck
asmin śayane tadā
damals auf diesem Lager
tatra tatra hi dṛśyante
denn hier und dort sind zu sehen
saktāḥ kanaka-bindavaḥ
kleine goldene Punkte, die haften geblieben sind

uttarīyam iha āsaktam su-vyaktam sītayā tadā | tathā hi ete prakāśante saktāḥ kauśeya-tantavaḥ ||

Ihr Übergewand muss sich hier verfangen haben, offenkundig von Sītā getragen; denn ebenso schimmern hier haftende Fäden aus Seide.

Wort für Wort
uttarīyam iha āsaktam
ihr Übergewand hat sich hier verfangen
su-vyaktam sītayā tadā
offenkundig, von Sītā damals [getragen]
tathā hi ete prakāśante
denn ebenso schimmern hier
saktāḥ kauśeya-tantavaḥ
haftende Fäden aus Seide

manye bhartuḥ sukha-śayyā yena bāla tapasvinī | su-kumārī satī duḥkham na vijānāti maithilī ||

Ich glaube, durch die Nähe ihres Gatten wurde ihr dies zum Lager des Glücks, sodass die junge, leidgeprüfte, zarte, tugendhafte Tochter Mithilās den Kummer nicht wahrnahm.

Wort für Wort
manye bhartuḥ sukha-śayyā
ich glaube, durch den Gatten [wurde es] zum Lager des Glücks
yena bāla tapasvinī
wodurch die junge, leidgeprüfte
su-kumārī satī
die zarte, tugendhafte
duḥkham na vijānāti maithilī
die Tochter Mithilās den Kummer nicht wahrnahm

hā hanta asmi nṛśaṃsaḥ aham yat sa-bhāryam mama | īdṛśīm rāghavaḥ śayyām adhiśete hi anātha-vat ||

Ach weh, grausam bin ich, dass der Rāghava meinetwegen samt seiner Gattin auf einem solchen Lager liegt, gleichsam schutzlos!

Wort für Wort
hā hanta asmi nṛśaṃsaḥ aham
ach weh, grausam bin ich
yat sa-bhāryam mama
dass meinetwegen, samt seiner Gattin
īdṛśīm rāghavaḥ śayyām adhiśete
auf einem solchen Lager der Rāghava liegt
hi anātha-vat
gleichsam schutzlos

sārva-bhauma-kule jātaḥ sarva-loka-sukha-āvahaḥ | sarva-loka-priyaḥ tyaktvā rājyam priyam anuttamam ||

In einem Geschlecht von Weltherrschern geboren, ein Bringer des Glücks für alle Welt, allen Welten lieb, hat er das geliebte, unübertreffliche Königreich verlassen —

Wort für Wort
sārva-bhauma-kule jātaḥ
in einem Geschlecht von Weltherrschern geboren
sarva-loka-sukha-āvahaḥ
ein Bringer des Glücks für alle Welt
sarva-loka-priyaḥ
allen Welten lieb
tyaktvā rājyam priyam anuttamam
hat er das geliebte, unübertreffliche Königreich verlassen

katham indīvara-śyāmaḥ rakta-akṣaḥ priya-darśanaḥ | sukha-bhāgī ca duḥkha-arhaḥ śayitaḥ bhuvi rāghavaḥ ||

Wie kommt es, dass der Rāghava, dunkel wie eine blaue Lotusblüte, rotäugig, von lieblichem Aussehen, des Glücks, nicht des Leids würdig, auf der Erde liegt?

Wort für Wort
katham indīvara-śyāmaḥ
wie, der dunkel wie ein blauer Lotus
rakta-akṣaḥ priya-darśanaḥ
rotäugig, von lieblichem Aussehen
sukha-bhāgī ca duḥkha-arhaḥ
des Glücks, nicht des Leids würdig
śayitaḥ bhuvi rāghavaḥ
liegt der Rāghava auf der Erde

dhanyaḥ khalu mahā-bhāgaḥ lakṣmaṇaḥ śubha-lakṣaṇaḥ | bhrātaram viṣame kāle yaḥ rāmam anuvartate ||

Wahrlich gesegnet, überaus glückhaft ist Lakṣmaṇa von glückverheißenden Merkmalen, der seinem Bruder Rāma in dieser schweren Zeit folgt.

Wort für Wort
dhanyaḥ khalu mahā-bhāgaḥ
wahrlich gesegnet, überaus glückhaft
lakṣmaṇaḥ śubha-lakṣaṇaḥ
Lakṣmaṇa von glückverheißenden Merkmalen
bhrātaram viṣame kāle
seinem Bruder in dieser schweren Zeit
yaḥ rāmam anuvartate
der Rāma folgt

siddha-arthā khalu vaidehī patim yā anugatā vanam | vayam saṃśayitāḥ sarve hīnāḥ tena mahātmanā ||

Wahrlich, ihr Ziel erreicht hat die Tochter Videhas, die ihrem Gatten in den Wald gefolgt ist; wir aber alle sind in Ungewissheit, jenes Hochgesinnten beraubt.

Wort für Wort
siddha-arthā khalu vaidehī
wahrlich, ihr Ziel erreicht hat die Tochter Videhas
patim yā anugatā vanam
die ihrem Gatten in den Wald gefolgt ist
vayam saṃśayitāḥ sarve
wir aber alle sind in Ungewissheit
hīnāḥ tena mahātmanā
jenes Hochgesinnten beraubt

akarṇa-dhārā pṛthivī śūnyā iva pratibhāti mā | gate daśarathe svarge rāme ca araṇyam āśrite ||

Die Erde, ohne Steuermann, erscheint mir wie leer, da Daśaratha zum Himmel gegangen und Rāma in den Wald geflohen ist.

Wort für Wort
akarṇa-dhārā pṛthivī
die Erde, ohne Steuermann
śūnyā iva pratibhāti mā
erscheint mir wie leer
gate daśarathe svarge
da Daśaratha zum Himmel gegangen ist
rāme ca araṇyam āśrite
und Rāma in den Wald geflohen ist

na ca prārthayate kaścit manasā api vasundharām | vane api vasataḥ tasya bahu-vīrya-abhirakṣitam ||

Und niemand begehrt, auch nicht in Gedanken, die Erde, die durch seine große Kraft geschützt ist, obwohl er im Wald weilt.

Wort für Wort
na ca prārthayate kaścit
und niemand begehrt
manasā api vasundharām
auch nicht in Gedanken die Erde
vane api vasataḥ tasya
obwohl er im Wald weilt
bahu-vīrya-abhirakṣitam
die durch seine große Kraft geschützt ist

śūnya-saṃvaraṇa-rakṣam ayantrita-haya-dvipam | apāvṛta-pura-dvāram rāja-dhānīm arakṣitam ||

die Hauptstadt, ihre Wälle und Wachen verlassen, ihre Pferde und Elefanten ungezügelt, ihre Stadttore weit offen, unbewacht,

Wort für Wort
śūnya-saṃvaraṇa-rakṣam
ihre Wälle und Wachen verlassen
ayantrita-haya-dvipam
ihre Pferde und Elefanten ungezügelt
apāvṛta-pura-dvāram
ihre Stadttore weit offen
rāja-dhānīm arakṣitam
die Hauptstadt, unbewacht

aprahṛṣṭam balam nyūnam viṣama-sthām anāvṛtam | śatravaḥ na abhimanyante bhakṣyān viṣa-kṛtān iva ||

dennoch, obwohl ihr Heer freudlos, geschwächt, in prekärer, ungeschützter Lage ist, begehren die Feinde sie nicht — wie man vergiftete Speisen nicht begehrt.

Wort für Wort
aprahṛṣṭam balam nyūnam
ihr Heer freudlos, geschwächt
viṣama-sthām anāvṛtam
in prekärer, ungeschützter Lage
śatravaḥ na abhimanyante
begehren die Feinde sie nicht
bhakṣyān viṣa-kṛtān iva
wie vergiftete Speisen

adya prabhṛti bhūmau tu śayiṣye aham tṛṇeṣu vā | phala-mūla-aśanaḥ nityam jaṭā-cīrāṇi dhārayan ||

Von heute an werde auch ich auf dem Boden oder auf Gras schlafen, mich stets von Früchten und Wurzeln nähren und Jaṭā-Locken und Rindenkleidung tragen.

Wort für Wort
adya prabhṛti bhūmau tu
von heute an auf dem Boden
śayiṣye aham tṛṇeṣu vā
werde auch ich schlafen, oder auf Gras
phala-mūla-aśanaḥ nityam
mich stets von Früchten und Wurzeln nährend
jaṭā-cīrāṇi dhārayan
Jaṭā-Locken und Rindenkleidung tragend

tasya artham uttaram kālam nivatsyāmi sukham vane | tam pratiśravam amuñcya na asya mithyā bhaviṣyati ||

Um seinetwillen werde ich für die verbleibende Zeit glücklich im Wald weilen; dieses Gelübde nicht aufgebend, soll es nicht seinetwegen zunichte werden.

Wort für Wort
tasya artham uttaram kālam
um seinetwillen, für die verbleibende Zeit
nivatsyāmi sukham vane
werde ich glücklich im Wald weilen
tam pratiśravam amuñcya
dieses Gelübde nicht aufgebend
na asya mithyā bhaviṣyati
soll es seinetwegen nicht zunichte werden

vasantam bhrātuḥ arthāya śatrughnaḥ mā anuvatsyati | lakṣmaṇena saha tu āryaḥ ayodhyām pālayiṣyati ||

Śatrughna wird um unseres Bruders willen bei mir bleiben; der Edle [Rāma] aber wird zusammen mit Lakṣmaṇa Ayodhyā regieren.

Wort für Wort
vasantam bhrātuḥ arthāya
um unseres Bruders willen bei mir bleibend
śatrughnaḥ mā anuvatsyati
wird Śatrughna bei mir bleiben
lakṣmaṇena saha tu āryaḥ
der Edle aber zusammen mit Lakṣmaṇa
ayodhyām pālayiṣyati
wird Ayodhyā regieren

abhiṣekṣyanti kākutstham ayodhyāyām dvijātayaḥ | api me devatāḥ kuryuḥ imam satyam manaḥ-ratham ||

Die Zweifachgeborenen werden den Kākutstha in Ayodhyā weihen; mögen die Götter mir diesen Herzenswunsch wahr werden lassen.

Wort für Wort
abhiṣekṣyanti kākutstham
sie werden den Kākutstha weihen
ayodhyāyām dvijātayaḥ
in Ayodhyā die Zweifachgeborenen
api me devatāḥ kuryuḥ
mögen mir die Götter [gewähren]
imam satyam manaḥ-ratham
dass dieser Herzenswunsch wahr werde

tam anuvatsyāmi cirāya rāghavam | vane carantam na hi rocate mama | upekṣitum ||

Diesem im Wald wandelnden Rāghava werde ich lange Zeit folgen; es gefällt mir nämlich nicht, ihn zu vernachlässigen.

Wort für Wort
tam anuvatsyāmi cirāya rāghavam
diesem Rāghava werde ich lange Zeit folgen
vane carantam
der im Wald wandelt
na hi rocate mama upekṣitum
es gefällt mir nämlich nicht, ihn zu vernachlässigen

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