Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 26: Rāma Sītā Anuśāsanam
Rāma kehrt heim, offenbart Sītā sein Schicksal und weist sie an, in Ayodhyā zu bleiben, dem König und Bharata treu ergeben
abhivādya tu kausalyām rāmaḥ samprasthitaḥ vanam | kṛta-svastyayano mātrā dharmiṣṭhe vartmani sthitaḥ ||
Nachdem er Kausalyā verehrt hatte, machte sich Rāma auf den Weg in den Wald; von seiner Mutter mit den Segensriten versehen, stand er fest auf dem Pfad des Dharma.
Wort für Wort abhivādya tu kausalyām nachdem er Kausalyā verehrt hatte rāmaḥ samprasthitaḥ vanam machte sich Rāma auf den Weg in den Wald kṛta-svastyayano mātrā von der Mutter mit den Segensriten versehen dharmiṣṭhe vartmani sthitaḥ stand er fest auf dem Pfad des Dharma virājayan rāja-sutaḥ rāja-mārgam naraiḥ vṛtam | hṛdayāni āmamantha iva janasya guṇavattayā ||
Der Königssohn, der die von Menschen erfüllte Königsstraße erstrahlen ließ, durchdrang gleichsam mit seiner Vortrefflichkeit die Herzen der Leute.
Wort für Wort virājayan rāja-sutaḥ der Königssohn, erstrahlen lassend rāja-mārgam naraiḥ vṛtam die von Menschen erfüllte Königsstraße hṛdayāni āmamantha iva durchdrang gleichsam die Herzen janasya guṇavattayā der Leute mit seiner Vortrefflichkeit vaidehī ca api tat sarvam na śuśrāva tapasvinī | tad eva hṛdi tasyāḥ ca yauva-rājya-abhiṣecanam ||
Vaidehī aber, die Bemitleidenswerte, hatte von alledem nichts gehört; in ihrem Herzen war noch immer nur die Weihe zum Thronfolger.
Wort für Wort vaidehī ca api tat sarvam Vaidehī aber, all das na śuśrāva tapasvinī hatte nicht gehört, die Bemitleidenswerte tad eva hṛdi tasyāḥ ca eben dies allein war in ihrem Herzen yauva-rājya-abhiṣecanam die Weihe zum Thronfolger deva-kāryam sma sā kṛtvā kṛta-jñā hṛṣṭa-cetanā | abhijñā rāja-dharmāṇām rāja-putram pratīkṣate ||
Nachdem sie, dankbar und frohen Gemüts, das Götteropfer vollzogen hatte, wartete sie, kundig der Regeln des Königtums, auf den Königssohn.
Wort für Wort deva-kāryam sma sā kṛtvā nachdem sie das Götteropfer vollzogen hatte kṛta-jñā hṛṣṭa-cetanā dankbar und frohen Gemüts abhijñā rāja-dharmāṇām kundig der Regeln des Königtums rāja-putram pratīkṣate wartete sie auf den Königssohn praviveśa atha rāmaḥ tu sva-veśma su-vibhūṣitam | prahṛṣṭa-jana-sampūrṇam hriyā kiṃcit avān-mukhaḥ ||
Da betrat Rāma sein eigenes, prächtig geschmücktes, von frohen Menschen erfülltes Haus, das Gesicht aus Scham ein wenig gesenkt.
Wort für Wort praviveśa atha rāmaḥ tu da betrat Rāma sva-veśma su-vibhūṣitam sein eigenes prächtig geschmücktes Haus prahṛṣṭa-jana-sampūrṇam das von frohen Menschen erfüllte hriyā kiṃcit avān-mukhaḥ das Gesicht aus Scham ein wenig gesenkt atha sītā samutpatya vepamānā ca tam patim | apaśyat śoka-samtaptam cintā-vyākulita-indriyam ||
Da sprang Sītā auf, zitternd, und erblickte ihren Gatten, vom Kummer versengt, die Sinne von Sorge aufgewühlt.
Wort für Wort atha sītā samutpatya da sprang Sītā auf vepamānā ca tam patim zitternd, und jenen Gatten apaśyat śoka-samtaptam sah ihn vom Kummer versengt cintā-vyākulita-indriyam die Sinne von Sorge aufgewühlt tām dṛṣṭvā sa hi dharmātmā na śaśāka manogatam | tam śokam rāghavaḥ soḍhum tato vivṛtatām gataḥ ||
Als er sie sah, vermochte der Dharma-Gesinnte, der Rāghava, jenen im Herzen verborgenen Kummer nicht länger zu verbergen, und er wurde offenkundig.
Wort für Wort tām dṛṣṭvā sa hi dharmātmā als er sie sah, der Dharma-Gesinnte na śaśāka manogatam vermochte er den im Herzen befindlichen tam śokam rāghavaḥ soḍhum jenen Kummer zu ertragen, der Rāghava tato vivṛtatām gataḥ darauf wurde er offenkundig vivarṇa-vadanam dṛṣṭvā tam prasvinnam amarṣaṇam | āha duḥkha-abhisamtaptā kim idānīm idam prabho ||
Als sie ihn mit blassem Gesicht, schweißbedeckt und unwillig sah, sprach sie, vom Schmerz überwältigt: „Was ist dies nun, mein Gebieter?
Wort für Wort vivarṇa-vadanam dṛṣṭvā als sie ihn mit blassem Gesicht sah tam prasvinnam amarṣaṇam ihn, schweißbedeckt und unwillig āha duḥkha-abhisamtaptā sprach sie, vom Schmerz überwältigt kim idānīm idam prabho was ist dies nun, mein Gebieter adya bārhaspataḥ śrīmān yuktaḥ puṣyo na rāghava | procyate brāhmaṇaiḥ prājñaiḥ kena tvam asi durmanāḥ ||
Heute ist doch der glückverheißende, mit Bṛhaspati verbundene Puṣya-Stern, wie die weisen Brahmanen sagen, o Rāghava – warum bist du so bedrückt?
Wort für Wort adya bārhaspataḥ śrīmān heute ist doch der glückverheißende, mit Bṛhaspati (verbundene) yuktaḥ puṣyo na rāghava Puṣya-Stern, o Rāghava, nicht wahr procyate brāhmaṇaiḥ prājñaiḥ wird von den weisen Brahmanen gesagt kena tvam asi durmanāḥ warum bist du so bedrückt na te śata-śalākena jala-phena-nibhena ca | āvṛtam vadanam valgu chatreṇa abhivirājate ||
Dein liebliches Gesicht erstrahlt nicht mehr, überdeckt von dem hundertspeichigen Schirm, der dem Schaum des Wassers gleicht.
Wort für Wort na te śata-śalākena nicht dein, mit hundert Speichen jala-phena-nibhena ca und dem Schaum des Wassers gleichenden āvṛtam vadanam valgu dein liebliches, bedecktes Gesicht chatreṇa abhivirājate erstrahlt mit dem Schirm (nicht) vyajanābhyām ca mukhyābhyām śata-patra-nibha-īkṣaṇam | candra-haṃsa-prakāśābhyām vījyate na tava ānanam ||
Dein Antlitz mit den lotusblattgleichen Augen wird nicht mehr mit den beiden vortrefflichen Fächern gefächelt, die wie Mond und Schwan glänzen.
Wort für Wort vyajanābhyām ca mukhyābhyām mit den beiden vortrefflichen Fächern śata-patra-nibha-īkṣaṇam dein Antlitz mit den lotusblattgleichen Augen candra-haṃsa-prakāśābhyām die wie Mond und Schwan glänzenden vījyate na tava ānanam wird dein Antlitz nicht gefächelt vāgmino bandinaḥ ca api prahṛṣṭāḥ tvam nara-ṛṣabha | stuvantaḥ na adya dṛśyante maṅgalaiḥ sūta-māgadhāḥ ||
Die redegewandten, frohen Barden und Sänger sind heute nicht zu sehen, wie sie dich, o Stier unter den Männern, mit Segensworten preisen.
Wort für Wort vāgmino bandinaḥ ca api die redegewandten Barden auch prahṛṣṭāḥ tvam nara-ṛṣabha froh, dich, o Stier unter den Männern stuvantaḥ na adya dṛśyante preisend werden heute nicht gesehen maṅgalaiḥ sūta-māgadhāḥ mit Segensworten die Sūtas und Māgadhas na te kṣaudram ca dadhi ca brāhmaṇā veda-pāragāḥ | mūrdhni mūrdha-avasiktasya dadhati sma vidhānataḥ ||
Die im Veda bewanderten Brahmanen legen dir, dem zum Königtum Geweihten, nicht Honig und Quark, wie es vorgeschrieben ist, auf das Haupt.
Wort für Wort na te kṣaudram ca dadhi ca nicht dir Honig und Quark brāhmaṇā veda-pāragāḥ die im Veda bewanderten Brahmanen mūrdhni mūrdha-avasiktasya auf das Haupt des zum Herrscher Geweihten dadhati sma vidhānataḥ legen sie vorschriftsgemäß na tvām prakṛtayaḥ sarvā śreṇī-mukhyāḥ ca bhūṣitāḥ | anuvrajitum icchanti paura-jānapadāḥ tathā ||
Weder alle Untertanen noch die geschmückten Häupter der Zünfte, noch die Bürger und Landbewohner wünschen dir heute zu folgen.
Wort für Wort na tvām prakṛtayaḥ sarvā nicht dir alle Untertanen śreṇī-mukhyāḥ ca bhūṣitāḥ und die geschmückten Häupter der Zünfte anuvrajitum icchanti wünschen zu folgen paura-jānapadāḥ tathā und ebenso die Bürger und Landbewohner caturbhir vega-sampannaiḥ hayaiḥ kāñcana-bhūṣaṇaiḥ | mukhyaḥ puṣya-ratho yuktaḥ kim na gacchati te agrataḥ ||
Warum fährt nicht dein vorzüglicher, mit vier schnellen, goldgeschmückten Pferden bespannter Puṣya-Wagen vor dir her?
Wort für Wort caturbhir vega-sampannaiḥ mit vier schnellen hayaiḥ kāñcana-bhūṣaṇaiḥ goldgeschmückten Pferden mukhyaḥ puṣya-ratho yuktaḥ der vorzügliche, bespannte Puṣya-Wagen kim na gacchati te agrataḥ warum fährt er nicht vor dir her na hastī ca agrataḥ śrīmāṃs tava lakṣaṇa-pūjitaḥ | prayāṇe lakṣyate vīra kṛṣṇa-megha-giri-prabhaḥ ||
Auch der prächtige, mit Glückszeichen ausgezeichnete Elefant, der schwarzen Wolken oder Bergen gleicht, ist bei deinem Auszug nicht vor dir zu sehen, o Held.
Wort für Wort na hastī ca agrataḥ śrīmāṃs nicht der prächtige Elefant voran tava lakṣaṇa-pūjitaḥ der mit Glückszeichen ausgezeichnete deine prayāṇe lakṣyate vīra wird beim Auszug gesehen, o Held kṛṣṇa-megha-giri-prabhaḥ der wie eine schwarze Wolke oder ein Berg glänzt na ca kāñcanam citram te paśyāmi priya-darśana | bhadra-āsanam puraḥ kṛtya yāntam vīra puraḥsaram ||
Auch sehe ich nicht deinen prachtvoll goldverzierten Ehrensitz vorangetragen, während du, o Held, lieblich anzuschauen, dahinschreitest, ihm voran.
Wort für Wort na ca kāñcanam citram te auch nicht deinen goldverzierten prachtvollen paśyāmi priya-darśana sehe ich, o lieblich Anzuschauender bhadra-āsanam puraḥ kṛtya den Ehrensitz vorangetragen yāntam vīra puraḥsaram während du, Held, vorangehst abhiṣeko yadā sajjaḥ kim idānīm idam tava | apūrvo mukha-varṇaḥ ca na praharṣaḥ ca lakṣyate ||
Da doch die Weihe bereitsteht – was ist dies nun mit dir? Eine ungewohnte Gesichtsfarbe zeigt sich, und keine Freude ist zu erkennen.“
Wort für Wort abhiṣeko yadā sajjaḥ da die Weihe bereitsteht kim idānīm idam tava was ist dies nun mit dir apūrvo mukha-varṇaḥ ca eine ungewohnte Gesichtsfarbe na praharṣaḥ ca lakṣyate und keine Freude ist zu erkennen iti iva vilapantīm tām provāca raghu-nandanaḥ | sīte tatra bhavāṃs tāta pravrājayati mām vanam ||
Zu ihr, die so klagte, sprach der Freudenbringer der Raghus: „Sītā, mein Vater verbannt mich in den Wald.
Wort für Wort iti iva vilapantīm tām zu ihr, die so klagte provāca raghu-nandanaḥ sprach der Freudenbringer der Raghus sīte tatra bhavāṃs tāta Sītā, mein Vater dort pravrājayati mām vanam verbannt mich in den Wald kule mahati sambhūte dharma-jñe dharma-cāriṇi | śṛṇu jānaki yena idam krameṇa abhyāgatam mama ||
Höre, Jānakī, die du aus großem Geschlecht entstammst, dem Dharma kundig bist und ihn übst, wie mir dies der Reihe nach widerfahren ist.
Wort für Wort kule mahati sambhūte aus großem Geschlecht entstammt dharma-jñe dharma-cāriṇi dem Dharma kundig und ihn übend śṛṇu jānaki höre, Jānakī yena idam krameṇa abhyāgatam mama wie mir dies der Reihe nach widerfahren ist rājñā satya-pratijñena pitrā daśarathena me | kaikeyyai prīta-manasā purā dattau mahā-varau ||
Vom König, meinem Vater Daśaratha, dem der Wahrhaftigkeit Verpflichteten, wurden einst, frohen Herzens, der Kaikeyī zwei große Gunstgewährungen gewährt.
Wort für Wort rājñā satya-pratijñena vom König, dem der Wahrhaftigkeit Verpflichteten pitrā daśarathena me von meinem Vater Daśaratha kaikeyyai prīta-manasā der Kaikeyī, frohen Herzens purā dattau mahā-varau wurden einst zwei große Gunstgewährungen gegeben tayā adya mama sajje asmin abhiṣeke nṛpa-udyate | pracoditaḥ sa samayo dharmeṇa pratinirjitaḥ ||
Heute, da meine Weihe bereitsteht und der König sie in Gang gesetzt hat, wurde von ihr jener Anspruch geltend gemacht, dem sich der Dharma gemäß beugen musste.
Wort für Wort tayā adya mama sajje von ihr heute, da meine bereitstehende asmin abhiṣeke nṛpa-udyate diese Weihe vom König in Gang gesetzt pracoditaḥ sa samayo wurde jener Anspruch geltend gemacht dharmeṇa pratinirjitaḥ dem gemäß dem Dharma entschieden werden musste caturdaśa hi varṣāṇi vastavyam daṇḍake mayā | pitrā me bharataḥ ca api yauva-rājye niyojitaḥ ||
Vierzehn Jahre lang muss ich im Daṇḍaka-Wald wohnen, und mein Vater hat auch Bharata mit der Thronfolge betraut.
Wort für Wort caturdaśa hi varṣāṇi vierzehn Jahre lang vastavyam daṇḍake mayā muss von mir im Daṇḍaka gewohnt werden pitrā me bharataḥ ca api und mein Vater hat auch Bharata yauva-rājye niyojitaḥ mit der Thronfolge betraut so.aham tvām āgataḥ draṣṭum prasthitaḥ vijanam vanam | bharatasya samīpe te na aham kathyaḥ kadācana ||
So bin ich gekommen, dich zu sehen, bevor ich mich auf den Weg in den menschenleeren Wald mache; von mir sollst du niemals in Bharatas Gegenwart sprechen.
Wort für Wort so.aham tvām āgataḥ draṣṭum so bin ich gekommen, dich zu sehen prasthitaḥ vijanam vanam aufgebrochen zum menschenleeren Wald bharatasya samīpe te in Bharatas Gegenwart sollst du na aham kathyaḥ kadācana niemals von mir sprechen ṛddhi-yuktā hi puruṣā na sahante para-stavam | tasmān na te guṇāḥ kathyā bharatasya agrataḥ mama ||
Denn Menschen, die in Macht und Fülle stehen, ertragen nicht das Lob eines anderen; darum sollen meine Vorzüge nicht in Bharatas Gegenwart genannt werden.
Wort für Wort ṛddhi-yuktā hi puruṣā Menschen, die in Macht und Fülle stehen na sahante para-stavam ertragen nicht das Lob eines anderen tasmān na te guṇāḥ kathyā darum sollen meine Vorzüge nicht genannt werden bharatasya agrataḥ mama in Bharatas Gegenwart na api tvam tena bhartavyā viśeṣeṇa kadācana | anukūlatayā śakyam samīpe tasya vartitum ||
Auch sollst du niemals in besonderer Weise von ihm unterhalten werden; nur durch Wohlgesinntheit ist es möglich, in seiner Nähe zu bestehen.
Wort für Wort na api tvam tena bhartavyā auch sollst du nicht von ihm unterhalten werden viśeṣeṇa kadācana jemals in besonderer Weise anukūlatayā śakyam nur durch Wohlgesinntheit ist es möglich samīpe tasya vartitum in seiner Nähe zu bestehen tasmai dattam nṛpa-patinā yauva-rājyam sanātanam | sa prasādyaḥ tvayā sīte nṛpatiḥ ca viśeṣataḥ ||
Ihm wurde vom Herrscherfürsten die althergebrachte Thronfolge übertragen; ihn sollst du, Sītā, wie auch den König, besonders zu Wohlwollen stimmen.
Wort für Wort tasmai dattam nṛpa-patinā ihm wurde vom Herrscherfürsten gegeben yauva-rājyam sanātanam die althergebrachte Thronfolge sa prasādyaḥ tvayā sīte ihn sollst du, Sītā, zu Wohlwollen stimmen nṛpatiḥ ca viśeṣataḥ und den König besonders aham ca api pratijñām tām guroḥ samanupālayan | vanam adya eva yāsyāmi sthirā bhava manasvini ||
Auch ich, dieses Versprechen meines Vaters wahrend, werde noch heute in den Wald gehen; sei standhaft, du Besonnene.
Wort für Wort aham ca api pratijñām tām auch ich, jenes Versprechen guroḥ samanupālayan das des Vaters wahrend vanam adya eva yāsyāmi werde noch heute in den Wald gehen sthirā bhava manasvini sei standhaft, du Besonnene yāte ca mayi kalyāṇi vanam muni-niṣevitam | vrata-upavāsa-ratayā bhavitavyam tvayā anaghe ||
Wenn ich, Glückverheißende, in den von Asketen bewohnten Wald gegangen bin, sollst du, Makellose, dich Gelübden und Fasten hingeben.
Wort für Wort yāte ca mayi kalyāṇi wenn ich gegangen bin, Glückverheißende vanam muni-niṣevitam in den von Asketen bewohnten Wald vrata-upavāsa-ratayā den Gelübden und dem Fasten hingegeben bhavitavyam tvayā anaghe sollst du sein, Makellose kālyam utthāya devānām kṛtvā pūjām yathā-vidhi | vanditavyo daśarathaḥ pitā mama nara-īśvaraḥ ||
Nach dem morgendlichen Erwachen und der vorschriftsmäßigen Verehrung der Götter soll Daśaratha, mein Vater, der Herr der Menschen, verehrt werden.
Wort für Wort kālyam utthāya nach dem morgendlichen Erwachen devānām kṛtvā pūjām yathā-vidhi nach vorschriftsmäßiger Verehrung der Götter vanditavyo daśarathaḥ soll Daśaratha verehrt werden pitā mama nara-īśvaraḥ mein Vater, der Herr der Menschen mātā ca mama kausalyā vṛddhā saṃtāpa-karśitā | dharmam eva agrataḥ kṛtvā tvattaḥ sammānam arhati ||
Und meine Mutter Kausalyā, alt und vom Kummer ausgezehrt, verdient, dass du den Dharma voranstellst und ihr Ehrerbietung erweist.
Wort für Wort mātā ca mama kausalyā und meine Mutter Kausalyā vṛddhā saṃtāpa-karśitā alt, vom Kummer ausgezehrt dharmam eva agrataḥ kṛtvā indem du den Dharma voranstellst tvattaḥ sammānam arhati verdient sie von dir Ehrerbietung vanditavyāḥ ca te nityam yāḥ śeṣā mama mātaraḥ | sneha-praṇaya-sambhogaiḥ samā hi mama mātaraḥ ||
Auch die übrigen meiner Mütter sollen von dir stets verehrt werden; denn durch Zuneigung, Liebe und Fürsorge sind sie mir alle gleich Mütter.
Wort für Wort vanditavyāḥ ca te nityam und sie sollen von dir stets verehrt werden yāḥ śeṣā mama mātaraḥ die übrigen meiner Mütter sneha-praṇaya-sambhogaiḥ durch Zuneigung, Liebe und Fürsorge samā hi mama mātaraḥ sind sie mir alle gleich Mütter bhrātṛ-putra-samau ca api draṣṭavyau ca viśeṣataḥ | tvayā lakṣmaṇa-śatrughnau prāṇaiḥ priyatarau mama ||
Lakṣmaṇa und Śatrughna, die mir teurer sind als das eigene Leben, sollst du besonders wie einen Bruder und einen Sohn zugleich betrachten.
Wort für Wort bhrātṛ-putra-samau ca api einem Bruder und einem Sohn gleich draṣṭavyau ca viśeṣataḥ sollen sie besonders betrachtet werden tvayā lakṣmaṇa-śatrughnau von dir, Lakṣmaṇa und Śatrughna prāṇaiḥ priyatarau mama die mir teurer sind als das Leben vipriyam na ca kartavyam bharatasya kadācana | sa hi rājā prabhuḥ caiva deśasya ca kulasya ca ||
Niemals soll Bharata etwas Unliebsames zugefügt werden; denn er ist der König und Herr sowohl des Landes als auch des Geschlechts.
Wort für Wort vipriyam na ca kartavyam nichts Unliebsames soll getan werden bharatasya kadācana Bharata jemals sa hi rājā prabhuḥ caiva denn er ist der König und Herr deśasya ca kulasya ca sowohl des Landes als auch des Geschlechts ārādhitā hi śīlena prayatnaiḥ ca upasevitāḥ | rājānaḥ samprasīdanti prakupyanti viparyaye ||
Wenn Könige durch gutes Verhalten und eifrigen Dienst zufriedengestellt werden, sind sie wohlgesinnt; im Gegenteil aber werden sie zornig.
Wort für Wort ārādhitā hi śīlena durch gutes Verhalten zufriedengestellt prayatnaiḥ ca upasevitāḥ und durch eifrigen Dienst umsorgt rājānaḥ samprasīdanti sind Könige wohlgesinnt prakupyanti viparyaye im Gegenteil werden sie zornig aurasān api putrān hi tyajanti ahita-kāriṇaḥ | samarthān sampragṛhṇanti janān api nara-adhipāḥ ||
Selbst leibliche Söhne, die ihnen schaden, verstoßen die Herrscher der Menschen, und auch fähige fremde Männer nehmen sie in Gunst auf.
Wort für Wort aurasān api putrān hi selbst leibliche Söhne tyajanti ahita-kāriṇaḥ verstoßen sie, die ihnen schaden samarthān sampragṛhṇanti fähige nehmen sie in Gunst auf janān api nara-adhipāḥ auch fremde Leute, die Herrscher der Menschen sā tvam vasa iha kalyāṇi rājñaḥ samanuvartinī | bharatasya ratā dharme satya-vrata-parāyaṇā ||
So bleibe du hier, Glückverheißende, dem König gehorsam, dem Dharma zugetan und dem Gelübde der Wahrhaftigkeit ergeben, in Bharatas Nähe.
Wort für Wort sā tvam vasa iha kalyāṇi so bleibe du hier, Glückverheißende rājñaḥ samanuvartinī dem König gehorsam bharatasya ratā dharme Bharata zugetan, im Dharma satya-vrata-parāyaṇā dem Gelübde der Wahrhaftigkeit ergeben aham gamiṣyāmi mahā-vanam priye | tvayā hi vastavyam iha eva bhāmini | yathā vyalīkam kuruṣe na kasyacit | tathā tvayā kāryam idam vaco mama ||
Ich werde in den großen Wald gehen, meine Liebe; du aber musst hier bleiben, du Schöne; und so, dass du niemandem etwas Unliebsames tust, sollst du dieses mein Wort befolgen.“
Wort für Wort aham gamiṣyāmi mahā-vanam priye ich werde in den großen Wald gehen, meine Liebe tvayā hi vastavyam iha eva bhāmini du aber musst hier bleiben, du Schöne yathā vyalīkam kuruṣe na kasyacit so dass du niemandem etwas Unliebsames tust tathā tvayā kāryam idam vaco mama so sollst du dieses mein Wort befolgen
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