Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa

Sarga 98: Bharata Vana Praveśaḥ Bharata lässt den Wald durchsuchen und macht sich selbst zu Fuß auf, um Rāma zu finden

niveśya senāṃ tu vibhuḥ padbhyāṃ pādavatāṃ varaḥ | abhigantuṃ sa kākutsthaṃ iyeṣa guru vartakam ||

Nachdem der Mächtige, der Beste der Fußgänger, das Heer hatte lagern lassen, wünschte er, zu Fuß den Kākutstha aufzusuchen, um seinem älteren Bruder zu dienen.

Wort für Wort
niveśya senāṃ tu vibhuḥ
nachdem der Mächtige das Heer hatte lagern lassen
padbhyāṃ pādavatāṃ varaḥ
der Beste der Fußgänger, zu Fuß
abhigantuṃ sa kākutsthaṃ
um den Kākutstha aufzusuchen
iyeṣa guru vartakam
wünschte er, dem Älteren zu dienen

niviṣṭa mātre sainye tu yathā uddeśaṃ vinītavat | bharato bhrātaraṃ vākyaṃ śatrughnam idam abravīt ||

Kaum war das Heer, wie angewiesen, ehrerbietig gelagert, da sprach Bharata zu seinem Bruder Śatrughna diese Worte:

Wort für Wort
niviṣṭa mātre sainye tu
kaum war das Heer gelagert
yathā uddeśaṃ vinītavat
wie angewiesen, ehrerbietig
bharato bhrātaraṃ vākyaṃ
Bharata sprach zum Bruder das Wort
śatrughnam idam abravīt
zu Śatrughna sprach er dies

kṣipraṃ vanam idaṃ saumya nara saṃghaiḥ samantataḥ | lubdhaiś ca sahitair ebhis tvam anveṣitum arhasi ||

Rasch, mein Sanfter, solltest du diesen Wald ringsum mit Menschenscharen zusammen mit diesen Jägern durchsuchen lassen.

Wort für Wort
kṣipraṃ vanam idaṃ saumya
rasch diesen Wald, mein Sanfter
nara saṃghaiḥ samantataḥ
mit Menschenscharen ringsum
lubdhaiś ca sahitair ebhis
zusammen mit diesen Jägern
tvam anveṣitum arhasi
du solltest durchsuchen lassen

guho jñāti sahasreṇa śara cāpa asi dhāriṇā | samanveṣatu kākutthsam asmin parivṛtaḥ svayam ||

Guha, mit tausend Verwandten, die Pfeile, Bogen und Schwert tragen, möge selbst, von ihnen umgeben, hierin den Kākutstha suchen.

Wort für Wort
guho jñāti sahasreṇa
Guha, mit tausend Verwandten
śara cāpa asi dhāriṇā
die Pfeile, Bogen und Schwert tragen
samanveṣatu kākutthsam
möge den Kākutstha suchen
asmin parivṛtaḥ svayam
hierin, selbst umgeben (von ihnen)

amātyaiḥ saha pauraiś ca gurubhiś ca dvijātibhiḥ | vanaṃ sarvaṃ cariṣyāmi padbhyāṃ parivṛtaḥ svayam ||

Zusammen mit den Ministern, den Bürgern, den Lehrern und den Zweifachgeborenen werde ich selbst zu Fuß, von ihnen umgeben, den ganzen Wald durchstreifen.

Wort für Wort
amātyaiḥ saha pauraiś ca
zusammen mit den Ministern und Bürgern
gurubhiś ca dvijātibhiḥ
und den Lehrern und Zweifachgeborenen
vanaṃ sarvaṃ cariṣyāmi
werde ich den ganzen Wald durchstreifen
padbhyāṃ parivṛtaḥ svayam
zu Fuß, selbst umgeben

yāvan na rāmaṃ drakṣyāmi lakṣmaṇaṃ vā mahā balam | vaidehīṃ vā mahā bhāgāṃ na me śāntir bhaviṣyati ||

Solange ich Rāma nicht sehe, oder Lakṣmaṇa, den Starken, oder die hochgesegnete Vaidehī, wird mir keine Ruhe zuteilwerden.

Wort für Wort
yāvan na rāmaṃ drakṣyāmi
solange ich Rāma nicht sehe
lakṣmaṇaṃ vā mahā balam
oder Lakṣmaṇa, den Starken
vaidehīṃ vā mahā bhāgāṃ
oder die hochgesegnete Vaidehī
na me śāntir bhaviṣyati
wird mir keine Ruhe zuteilwerden

yāvan na candra saṃkāśaṃ drakṣyāmi śubham ānanam | bhrātuḥ padma palāśa akṣaṃ na me śāntir bhaviṣyati ||

Solange ich nicht das mondgleiche, glückverheißende Antlitz meines Bruders sehe, mit Augen wie Lotusblütenblätter, wird mir keine Ruhe zuteilwerden.

Wort für Wort
yāvan na candra saṃkāśaṃ
solange ich nicht das mondgleiche
drakṣyāmi śubham ānanam
glückverheißende Antlitz sehe
bhrātuḥ padma palāśa akṣaṃ
meines Bruders, mit lotusblattgleichen Augen
na me śāntir bhaviṣyati
wird mir keine Ruhe zuteilwerden

yāvan na caraṇau bhrātuḥ pārthiva vyañjana anvitau | śirasā dhārayiṣyāmi na me śāntir bhaviṣyati ||

Solange ich nicht die Füße meines Bruders, die mit den Kennzeichen eines Königs versehen sind, auf meinem Haupt trage, wird mir keine Ruhe zuteilwerden.

Wort für Wort
yāvan na caraṇau bhrātuḥ
solange ich nicht die Füße des Bruders
pārthiva vyañjana anvitau
mit den Kennzeichen eines Königs versehen
śirasā dhārayiṣyāmi
auf dem Haupt trage
na me śāntir bhaviṣyati
wird mir keine Ruhe zuteilwerden

yāvan rājye rājya arhaḥ pitṛ paitāmahe sthitaḥ | abhiṣeka jala klinno na me śāntir bhaviṣyati ||

Solange nicht der des Königreichs Würdige, im väterlichen und großväterlichen Königreich eingesetzt, von den Weihewassern benetzt ist, wird mir keine Ruhe zuteilwerden.

Wort für Wort
yāvan rājye rājya arhaḥ
solange nicht der des Königreichs Würdige im Königreich
pitṛ paitāmahe sthitaḥ
im väterlichen und großväterlichen (Reich) eingesetzt ist
abhiṣeka jala klinno
von den Weihewassern benetzt
na me śāntir bhaviṣyati
wird mir keine Ruhe zuteilwerden

siddhārthaḥ khalu saumitrir yaś candra vimalo upamam | mukhaṃ paśyati rāmasya rājīva akṣaṃ mahādyuti ||

Fürwahr, sein Ziel erreicht hat Saumitri, der das mondrein-strahlende, hochglänzende, lotusäugige Antlitz Rāmas sieht.

Wort für Wort
siddhārthaḥ khalu saumitrir
sein Ziel erreicht hat fürwahr Saumitri
yaś candra vimalo upamam
der dem reinen Mond gleiche
mukhaṃ paśyati rāmasya
Antlitz Rāmas sieht
rājīva akṣaṃ mahādyuti
das lotusäugige, hochglänzende

kṛta kṛtyā mahā bhāgā vaidehī janaka ātmajā | bhartāraṃ sāgara antāyāḥ pṛthivyā yā anugacchati ||

Ihr Werk vollbracht hat die hochgesegnete Vaidehī, die Tochter Janakas, die ihrem Gemahl folgt und nicht der bis zum Ozean reichenden Erde den Vorzug gibt.

Wort für Wort
kṛta kṛtyā mahā bhāgā
ihr Werk vollbracht hat die hochgesegnete
vaidehī janaka ātmajā
Vaidehī, die Tochter Janakas
bhartāraṃ
ihrem Gemahl
sāgara antāyāḥ pṛthivyā yā anugacchati
die (ihm) folgt (statt) der bis zum Ozean reichenden Erde

subhagaḥ citra kūṭo asau giri rāja upamo giriḥ | yasmin vasati kākutsthaḥ kubera iva nandane ||

Glückbringend ist jener Citrakūṭa, der Berg, dem König der Berge gleich, auf dem der Kākutstha weilt wie Kubera im Nandana-Hain.

Wort für Wort
subhagaḥ citra kūṭo asau
glückbringend ist jener Citrakūṭa
giri rāja upamo giriḥ
der Berg, dem König der Berge gleich
yasmin vasati kākutsthaḥ
auf dem der Kākutstha weilt
kubera iva nandane
wie Kubera im Nandana-Hain

kṛta kāryam idaṃ durgaṃ vanaṃ vyāla niṣevitam | yad adhyāste mahā tejā rāmaḥ śastra bhṛtāṃ varaḥ ||

Sein Ziel erreicht hat dieser unzugängliche, von wilden Tieren bewohnte Wald, in dem der überaus glanzvolle Rāma, der Beste der Waffenträger, weilt.

Wort für Wort
kṛta kāryam idaṃ durgaṃ
sein Ziel erreicht hat dieser unzugängliche
vanaṃ vyāla niṣevitam
Wald, von wilden Tieren bewohnt
yad adhyāste mahā tejā
in dem der überaus Glanzvolle weilt
rāmaḥ śastra bhṛtāṃ varaḥ
Rāma, der Beste der Waffenträger

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