Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa

Sarga 106: Bharata Punaḥ Yācanā Rāma Sthairyam Bharata fleht Rāma erneut an, das Königreich zu übernehmen; Rāma bleibt fest bei seinem Entschluss, dem Wort des Vaters zu folgen

evam uktvā tu virate rāme vacanam arthavat | tato mandākinī tīre rāmam prakṛti vatsalam | uvāca bharataḥ citram dhārmiko dhārmikam vacaḥ |

Nachdem Rāma so gesprochen hatte und mit dem sinnvollen Wort geendet hatte, sprach dort am Ufer der Mandākinī Bharata, der Rechtschaffene, zu dem seine Untertanen liebenden Rāma erstaunliche, rechtschaffene Worte:

Wort für Wort
evam uktvā tu virate rāme
nachdem Rāma so gesprochen hatte und geendet hatte
vacanam arthavat
das sinnvolle Wort
tato mandākinī tīre
dann am Ufer der Mandākinī
rāmam prakṛti vatsalam
zu dem seine Untertanen liebenden Rāma
uvāca bharataḥ citram
sprach Bharata erstaunliche
dhārmiko dhārmikam vacaḥ
der Rechtschaffene rechtschaffene Worte

ko hi syād īdṛśo loke yādṛśaḥ tvam arim dama | na tvām pravyathayet duḥkham prītiḥ vā na praharṣayet |

Wer könnte in der Welt so sein wie du, Feindebezwinger, den weder Schmerz erschüttern noch Freude übermäßig erheitern könnte?

Wort für Wort
ko hi syād īdṛśo loke
wer könnte in der Welt so sein
yādṛśaḥ tvam arim dama
wie du, Feindebezwinger
na tvām pravyathayet duḥkham
dich soll kein Schmerz erschüttern
prītiḥ vā na praharṣayet
noch soll Freude dich übermäßig erheitern

sammataḥ ca asi vṛddhānām tān ca pṛcchasi saṃśayān ||

Und du bist von den Alten geachtet, und sie befragst du bei Zweifeln.

Wort für Wort
sammataḥ ca asi vṛddhānām
und du bist von den Alten geachtet
tān ca pṛcchasi saṃśayān
und sie befragst du bei Zweifeln

yathā mṛtaḥ tathā jīvan yathā asati tathā sati | yasya eṣa buddhi lābhaḥ syāt paritapyeta kena saḥ ||

Wer diese Einsicht gewonnen hat - dass Leben wie Tod, Sein wie Nichtsein gleich sind - wodurch sollte der noch gequält werden?

Wort für Wort
yathā mṛtaḥ tathā jīvan
wie tot, so lebend
yathā asati tathā sati
wie im Nichtsein, so im Sein
yasya eṣa buddhi lābhaḥ syāt
wer diese Einsicht gewonnen hat
paritapyeta kena saḥ
wodurch sollte der gequält werden

para avara jñaḥ yaḥ ca syāt yathā tvaṃ manuja adhipa | sa evam vyasanam prāpya na viṣīditum arhati ||

Wer, wie du, o Herrscher der Menschen, das Höhere und Niedere kennt, sollte, selbst wenn er in solches Unglück gerät, nicht verzagen.

Wort für Wort
para avara jñaḥ yaḥ ca syāt
wer das Höhere und Niedere kennt
yathā tvaṃ manuja adhipa
wie du, o Herrscher der Menschen
sa evam vyasanam prāpya
er, selbst in solches Unglück geraten
na viṣīditum arhati
sollte nicht verzagen

amara upama sattvaḥ tvam mahātmā satya saṃgaraḥ | sarvajñaḥ sarva darśī ca buddhimān ca asi rāghava ||

Von unsterblichengleichem Wesen bist du, hochgesinnt, deinen Versprechen treu; allwissend und alles durchschauend und klug bist du, Rāghava.

Wort für Wort
amara upama sattvaḥ tvam
von unsterblichengleichem Wesen bist du
mahātmā satya saṃgaraḥ
hochgesinnt, deinen Versprechen treu
sarvajñaḥ sarva darśī ca
allwissend und alles durchschauend
buddhimān ca asi rāghava
und klug bist du, Rāghava

na tvām evam guṇaiḥ yuktam prabhava abhava kovidam | aviṣahyatamam duḥkham āsādayitum arhati ||

Dich, der du mit solchen Eigenschaften begabt bist, kundig in Entstehen und Vergehen, sollte kein unerträglichstes Leid befallen.

Wort für Wort
na tvām evam guṇaiḥ yuktam
dich, der du mit solchen Eigenschaften begabt bist
prabhava abhava kovidam
kundig in Entstehen und Vergehen
aviṣahyatamam duḥkham
unerträglichstes Leid
āsādayitum arhati
sollte befallen

proṣite mayi yat pāpam mātrā mat kāraṇāt kṛtam | kṣudrayā tat aniṣṭam me prasīdatu bhavān mama ||

Was für eine Sünde während meiner Abwesenheit von meiner Mutter meinetwegen begangen wurde, jenes Unheil, von der Niederträchtigen - möge mir gegenüber gnädig sein.

Wort für Wort
proṣite mayi yat pāpam
was für eine Sünde, während ich abwesend war
mātrā mat kāraṇāt kṛtam
von der Mutter meinetwegen begangen
kṣudrayā tat aniṣṭam me
von der Niederträchtigen, jenes Unheil mir
prasīdatu bhavān mama
möge Ehrenwerter mir gegenüber gnädig sein

dharma bandhena baddhaḥ asmi tena imām na iha mātaram | hanmi tīvreṇa daṇḍena daṇḍa arhām pāpa kāriṇīm ||

Von der Fessel des Dharma bin ich gebunden; deshalb töte ich diese meine Mutter, die des Sündentuns Schuldige, die Strafe verdiente, nicht mit strenger Strafe.

Wort für Wort
dharma bandhena baddhaḥ asmi
von der Fessel des Dharma bin ich gebunden
tena imām na iha mātaram
deshalb diese meine Mutter nicht
hanmi tīvreṇa daṇḍena
töte ich mit strenger Strafe
daṇḍa arhām pāpa kāriṇīm
die Strafe verdiente, die Sündentäterin

katham daśarathāt jātaḥ śuddha abhijana karmaṇaḥ | jānan dharmam adharmiṣṭham kuryām karma jugupsitam ||

Wie könnte ich, von Daśaratha geboren, von reiner Abkunft und reinen Taten, den Dharma kennend, eine höchst unrechte, verabscheuungswürdige Tat begehen?

Wort für Wort
katham daśarathāt jātaḥ
wie könnte ich, von Daśaratha geboren
śuddha abhijana karmaṇaḥ
von reiner Abkunft und reinen Taten
jānan dharmam adharmiṣṭham
den Dharma kennend, höchst unrecht
kuryām karma jugupsitam
(wie) könnte ich eine verabscheuungswürdige Tat begehen

guruḥ kriyāvān vṛddhaḥ ca rājā pretaḥ pitā iti ca | tātam na parigarheyam daivatam ca iti saṃsadi ||

'Er war ein Lehrer, ein Handelnder, ein Alter, ein König, nun verstorben, mein Vater' - so würde ich den Vater nicht tadeln, wie eine Gottheit, in der Versammlung.

Wort für Wort
guruḥ kriyāvān vṛddhaḥ ca
ein Lehrer, ein Handelnder, ein Alter
rājā pretaḥ pitā iti ca
ein König, nun verstorben, mein Vater
tātam na parigarheyam
den Vater würde ich nicht tadeln
daivatam ca iti saṃsadi
wie eine Gottheit, in der Versammlung

ko hi dharma arthayoḥ hīnam īdṛśam karma kilbiṣam | striyāḥ priya cikīrṣuḥ san kuryāt dharmajña dharmavit ||

Wer, dem Dharma und Nutzen entbehrend, könnte, dharmakundig, den Dharma kennend, um einer Frau zu gefallen, eine solche sündige Tat begehen?

Wort für Wort
ko hi dharma arthayoḥ hīnam
wer, dem Dharma und Nutzen entbehrend
īdṛśam karma kilbiṣam
eine solche sündige Tat
striyāḥ priya cikīrṣuḥ san
einer Frau zu gefallen wünschend
kuryāt dharmajña dharmavit
könnte begehen, dharmakundig, den Dharma kennend

anta kāle hi bhūtāni muhyanti iti purā śrutiḥ | rājñā evam kurvatā loke pratyakṣā sā śrutiḥ kṛtā ||

'Zur Zeit des Endes verwirren sich die Wesen' - so lautet eine alte Überlieferung; durch den so handelnden König wurde diese Überlieferung in der Welt zur sichtbaren Wahrheit gemacht.

Wort für Wort
anta kāle hi bhūtāni muhyanti
zur Zeit des Endes verwirren sich die Wesen
iti purā śrutiḥ
so lautet eine alte Überlieferung
rājñā evam kurvatā loke
durch den so handelnden König in der Welt
pratyakṣā sā śrutiḥ kṛtā
wurde diese Überlieferung zur sichtbaren Wahrheit gemacht

sādhu artham abhisaṃdhāya krodhāt mohāt ca sāhasāt | tātasya yat atikrāntam pratyāharatu tat bhavān ||

Was der Vater aus Zorn, Verblendung und Übereilung im Blick auf einen guten Zweck übertreten hat - das möge Ehrenwerter rückgängig machen.

Wort für Wort
sādhu artham abhisaṃdhāya
im Blick auf einen guten Zweck
krodhāt mohāt ca sāhasāt
aus Zorn, Verblendung und Übereilung
tātasya yat atikrāntam
was der Vater übertreten hat
pratyāharatu tat bhavān
das möge Ehrenwerter rückgängig machen

pituḥ hi samatikrāntam putraḥ yaḥ sādhu manyate | tat apatyam matam loke viparītam ataḥ anyathā ||

Der Sohn, der das Übertretene des Vaters für gut hält, gilt in der Welt als wahrer Nachkomme; anders verhaltend ist das Gegenteil.

Wort für Wort
pituḥ hi samatikrāntam
des Vaters Übertretenes
putraḥ yaḥ sādhu manyate
der Sohn, der es für gut hält
tat apatyam matam loke
der gilt in der Welt als Nachkomme
viparītam ataḥ anyathā
anders (verhaltend) ist das Gegenteil

tat apatyam bhavān astu mā bhavān duṣkṛtam pituḥ | abhipat tat kṛtam karma loke dhīra vigarhitam ||

Sei du jener wahre Nachkomme; möge dich nicht die Übeltat des Vaters, jene begangene, von den Weisen der Welt getadelte Tat, treffen.

Wort für Wort
tat apatyam bhavān astu
sei du jener (wahre) Nachkomme
mā bhavān duṣkṛtam pituḥ
möge dich nicht die Übeltat des Vaters
abhipat tat kṛtam karma
treffen, jene begangene Tat
loke dhīra vigarhitam
von den Weisen der Welt getadelt

kaikeyīm mām ca tātam ca suhṛdaḥ bāndhavān ca naḥ | paura jānapadān sarvān trātu sarvam idam bhavān ||

Rette Kaikeyī, mich, den Vater, unsere Freunde und Verwandten, alle Stadt- und Landbewohner - all dies, Ehrenwerter.

Wort für Wort
kaikeyīm mām ca tātam ca
Kaikeyī, mich und den Vater
suhṛdaḥ bāndhavān ca naḥ
unsere Freunde und Verwandten
paura jānapadān sarvān
alle Stadt- und Landbewohner
trātu sarvam idam bhavān
rette all dies, Ehrenwerter

kva ca araṇyam kva ca kṣātram kva jaṭāḥ kva ca pālanam | īdṛśam vyāhatam karma na bhavān kartum arhati ||

Was hat der Wald mit dem Kriegertum zu tun, was die Jaṭā-Locken mit der Herrschaft? Eine solch widersprüchliche Tat solltest du nicht vollbringen.

Wort für Wort
kva ca araṇyam kva ca kṣātram
was hat der Wald mit dem Kriegertum zu tun
kva jaṭāḥ kva ca pālanam
was die Jaṭā-Locken mit der Herrschaft
īdṛśam vyāhatam karma
eine solch widersprüchliche Tat
na bhavān kartum arhati
solltest du nicht vollbringen

eṣa hi prathamo dharmaḥ kṣatriyasya abhiṣecanam | yena śakyam mahā prājña prajānām paripālanam ||

Denn dies ist die erste Pflicht des Kṣatriya: die Königsweihe, durch die der Schutz der Untertanen möglich wird, du überaus Weiser.

Wort für Wort
eṣa hi prathamo dharmaḥ
denn dies ist die erste Pflicht
kṣatriyasya abhiṣecanam
des Kṣatriya, die Königsweihe
yena śakyam mahā prājña
durch die möglich wird, du überaus Weiser
prajānām paripālanam
der Schutz der Untertanen

kaḥ ca pratyakṣam utsṛjya saṃśaya stham alakṣaṇam | āyati stham caret dharmam kṣatra bandhuḥ aniścitam ||

Wer, ein Angehöriger des Kṣatriya-Geschlechts, würde das Sichtbare aufgeben und einem ungewissen, in der Zukunft liegenden, unbestimmten Dharma folgen?

Wort für Wort
kaḥ ca pratyakṣam utsṛjya
wer, das Sichtbare aufgebend
saṃśaya stham alakṣaṇam
das im Zweifel stehende, ungewisse
āyati stham caret dharmam
würde einem in der Zukunft liegenden Dharma folgen
kṣatra bandhuḥ aniścitam
ein Angehöriger des Kṣatriya-Geschlechts, dem unbestimmten

atha kleśajam eva tvam dharmam caritum icchasi | dharmeṇa caturaḥ varṇān pālayan kleśam āpnuhi ||

Wenn du also gerade den aus Mühsal entstehenden Dharma ausüben willst, so erlange die Mühsal, indem du gemäß dem Dharma die vier Stände beschützt.

Wort für Wort
atha kleśajam eva tvam
wenn du also gerade den aus Mühsal entstehenden
dharmam caritum icchasi
Dharma ausüben willst
dharmeṇa caturaḥ varṇān pālayan
gemäß dem Dharma die vier Stände beschützend
kleśam āpnuhi
erlange die Mühsal

caturṇām āśramāṇām hi gārhasthyam śreṣṭham āśramam | āhuḥ dharma jña dharma jñāḥ tam katham tyaktum arhasi ||

Von den vier Lebensstufen nennen die Dharmakundigen den Haushälterstand die vorzüglichste Stufe - wie könntest du, der du den Dharma kennst, diese aufgeben?

Wort für Wort
caturṇām āśramāṇām hi
von den vier Lebensstufen
gārhasthyam śreṣṭham āśramam
den Haushälterstand als vorzüglichste Stufe
āhuḥ dharma jña dharma jñāḥ
nennen die Dharmakundigen, du Dharmakundiger
tam katham tyaktum arhasi
wie könntest du diese aufgeben

śrutena bālaḥ sthānena janmanā bhavataḥ hi aham | sa katham pālayiṣyāmi bhūmim bhavati tiṣṭhati ||

An Gelehrsamkeit bin ich ein Kind, an Rang und Geburt dir nachstehend - wie könnte ich die Erde beschützen, während du noch lebst?

Wort für Wort
śrutena bālaḥ sthānena janmanā
an Gelehrsamkeit ein Kind, an Rang und Geburt
bhavataḥ hi aham
dir gegenüber bin ich
sa katham pālayiṣyāmi bhūmim
wie könnte ich die Erde beschützen
bhavati tiṣṭhati
während du noch lebst

hīna buddhi guṇo bālaḥ hīnaḥ sthānena ca api aham | bhavatā ca vinā bhūtaḥ na vartayitum utsahe ||

Von geringer Klugheit und geringen Eigenschaften, ein Kind, auch im Rang unterlegen - ohne dich, geworden, wage ich nicht, das Reich zu führen.

Wort für Wort
hīna buddhi guṇo bālaḥ
von geringer Klugheit und geringen Eigenschaften, ein Kind
hīnaḥ sthānena ca api aham
auch im Rang unterlegen bin ich
bhavatā ca vinā bhūtaḥ
ohne dich geworden
na vartayitum utsahe
wage ich nicht zu führen

idam nikhilam avyagram pitryam rājyam akaṇṭakam | anuśādhi svadharmeṇa dharmajña saha bāndhavaiḥ ||

Dieses ganze, ungetrübte, väterliche Königreich, frei von Widersachern, regiere du gemäß deinem eigenen Dharma, du Dharmakundiger, zusammen mit den Verwandten.

Wort für Wort
idam nikhilam avyagram
dieses ganze, ungetrübte
pitryam rājyam akaṇṭakam
väterliche Königreich, frei von Widersachern
anuśādhi svadharmeṇa
regiere gemäß deinem eigenen Dharma
dharmajña saha bāndhavaiḥ
du Dharmakundiger, zusammen mit den Verwandten

iha eva tvā abhiṣiñcantu dharmajña saha bāndhavaiḥ | ṛtvijaḥ sa vasiṣṭhāḥ ca mantra van mantra kovidāḥ ||

Eben hier mögen dich die Opferpriester zusammen mit Vasiṣṭha, kundig in den Mantras, weihen, du Dharmakundiger, zusammen mit den Verwandten.

Wort für Wort
iha eva tvā abhiṣiñcantu
eben hier mögen dich weihen
dharmajña saha bāndhavaiḥ
du Dharmakundiger, zusammen mit den Verwandten
ṛtvijaḥ sa vasiṣṭhāḥ ca
die Opferpriester zusammen mit Vasiṣṭha
mantra van mantra kovidāḥ
kundig in den Mantras

abhiṣiktaḥ tvam asmābhiḥ ayodhyām pālane vraja | vijitya tarasā lokān marudbhiḥ iva vāsavaḥ ||

Von uns geweiht, geh nach Ayodhyā, um zu herrschen, nachdem du mit Kraft die Welten erobert hast, wie Vāsava mit den Marut-Winden.

Wort für Wort
abhiṣiktaḥ tvam asmābhiḥ
von uns geweiht
ayodhyām pālane vraja
geh nach Ayodhyā, um zu herrschen
vijitya tarasā lokān
nachdem du mit Kraft die Welten erobert hast
marudbhiḥ iva vāsavaḥ
wie Vāsava mit den Marut-Winden

ṛṇāni trīṇi apākurvan durhṛdaḥ sādhu nirdahan | suhṛdaḥ tarpayan kāmaiḥ tvam eva atra anuśādhi mām ||

Die drei Schulden ablegend, die Übelgesinnten gebührend vernichtend, die Freunde mit ihren Wünschen erfreuend - herrsche du hierin über mich.

Wort für Wort
ṛṇāni trīṇi apākurvan
die drei Schulden ablegend
durhṛdaḥ sādhu nirdahan
die Übelgesinnten gebührend vernichtend
suhṛdaḥ tarpayan kāmaiḥ
die Freunde mit ihren Wünschen erfreuend
tvam eva atra anuśādhi mām
herrsche du hierin über mich

adya ārya muditāḥ santu suhṛdaḥ te abhiṣecane | adya bhītāḥ pālayantām durhṛdaḥ te diśo daśa ||

Heute, Edler, mögen deine Freunde sich über deine Weihe freuen; heute mögen deine Übelgesinnten, erschreckt, in die zehn Himmelsrichtungen fliehen.

Wort für Wort
adya ārya muditāḥ santu
heute, Edler, mögen sich freuen
suhṛdaḥ te abhiṣecane
deine Freunde über deine Weihe
adya bhītāḥ pālayantām
heute mögen, erschreckt, fliehen
durhṛdaḥ te diśo daśa
deine Übelgesinnten, in die zehn Himmelsrichtungen

ākrośam mama mātuḥ ca pramṛjya puruṣa ṛṣabha | adya tatra bhavantam ca pitaram rakṣa kilbiṣāt ||

Wische den Tadel gegen meine Mutter fort, du Stier unter den Männern, und bewahre heute auch jenen ehrwürdigen Vater vor der Schuld.

Wort für Wort
ākrośam mama mātuḥ ca
den Tadel gegen meine Mutter
pramṛjya puruṣa ṛṣabha
wische fort, du Stier unter den Männern
adya tatra bhavantam ca
und heute jenen Ehrwürdigen
pitaram rakṣa kilbiṣāt
bewahre den Vater vor der Schuld

śirasā tvā abhiyāce aham kuruṣva karuṇām mayi | bāndhaveṣu ca sarveṣu bhūteṣu iva mahā īśvaraḥ ||

Mit gebeugtem Haupt flehe ich dich an: hab Erbarmen mit mir, mit allen Verwandten, wie der große Herr mit allen Wesen.

Wort für Wort
śirasā tvā abhiyāce aham
mit gebeugtem Haupt flehe ich dich an
kuruṣva karuṇām mayi
hab Erbarmen mit mir
bāndhaveṣu ca sarveṣu
und mit allen Verwandten
bhūteṣu iva mahā īśvaraḥ
wie der große Herr mit allen Wesen

atha vā pṛṣṭhataḥ kṛtvā vanam eva bhavān itaḥ | gamiṣyati gamiṣyāmi bhavatā sārdham api aham ||

Oder, wenn du, den Wald hinter dir lassend, von hier fortgehen wirst, werde auch ich mit dir zusammen gehen.

Wort für Wort
atha vā pṛṣṭhataḥ kṛtvā
oder, hinter sich lassend
vanam eva bhavān itaḥ
den Wald, Ehrenwerter, von hier
gamiṣyati gamiṣyāmi
wenn du gehen wirst, werde ich gehen
bhavatā sārdham api aham
auch ich, zusammen mit dir

tathā api rāmo bharatena tāmyata | prasādyamānaḥ śirasā mahī patiḥ | na ca eva cakre gamanāya sattva vān | matim pituḥ tat vacane pratiṣṭhitaḥ ||

Dennoch, obwohl der Herr der Erde von dem sich abmühenden Bharata mit gebeugtem Haupt um Gnade angefleht wurde, fasste der Standhafte nicht den Entschluss zu gehen, in dem Wort des Vaters fest gegründet.

Wort für Wort
tathā api rāmo bharatena tāmyata
dennoch Rāma, von dem sich abmühenden Bharata
prasādyamānaḥ śirasā mahī patiḥ
um Gnade angefleht, mit gebeugtem Haupt, der Herr der Erde
na ca eva cakre gamanāya sattva vān
fasste der Standhafte nicht den Entschluss zu gehen
matim pituḥ tat vacane pratiṣṭhitaḥ
in dem Wort des Vaters mit seinem Sinn fest gegründet

tat adbhutam sthairyam avekṣya rāghave | samam janaḥ harṣam avāpa duḥkhitaḥ | na yāti ayodhyām iti duḥkhitaḥ abhavat | sthira pratijñatvam avekṣya harṣitaḥ ||

Als das Volk diese erstaunliche Standhaftigkeit bei Rāghava sah, empfand es zugleich Freude und Kummer - Kummer, weil er nicht nach Ayodhyā ging, Freude, seine feste Entschlossenheit sehend.

Wort für Wort
tat adbhutam sthairyam avekṣya rāghave
diese erstaunliche Standhaftigkeit bei Rāghava sehend
samam janaḥ harṣam avāpa duḥkhitaḥ
empfand das Volk zugleich Freude, betrübt
na yāti ayodhyām iti duḥkhitaḥ abhavat
betrübt war es, weil er nicht nach Ayodhyā ging
sthira pratijñatvam avekṣya harṣitaḥ
erfreut, seine feste Entschlossenheit sehend

tam ṛtvijaḥ naigama yūtha vallabhāḥ | tathā visaṃjñāḥ aśru kalāḥ ca mātaraḥ | tathā bruvāṇam bharatam pratuṣṭuvuḥ | praṇamya rāmam ca yayācire saha ||

Die Opferpriester, die Vorsteher der Kaufmannszünfte, ebenso die von Sinnen geratenen, tränenerfüllten Mütter priesen den so sprechenden Bharata, und, sich vor Rāma verneigend, flehten sie zusammen mit ihm.

Wort für Wort
tam ṛtvijaḥ naigama yūtha vallabhāḥ
die Opferpriester, die Vorsteher der Kaufmannszünfte
tathā visaṃjñāḥ aśru kalāḥ ca mātaraḥ
ebenso die von Sinnen geratenen, tränenerfüllten Mütter
tathā bruvāṇam bharatam pratuṣṭuvuḥ
priesen den so sprechenden Bharata
praṇamya rāmam ca yayācire saha
und, sich vor Rāma verneigend, flehten sie zusammen

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