Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa

Sarga 55: Kālindī Yamunā Taraṇam Nyagrodha Vāsaḥ Bharadvāja weist Rāma den Weg zum Citrakūṭa über die Kālindī, Rāma, Sītā und Lakṣmaṇa überqueren auf einem Floß die Yamunā, wobei Sītā den Fluss und den Banyanbaum um glückliche Rückkehr anfleht, und wandern durch den Yamunā-Wald weiter

uṣitvā rajanīṃ tatra rājaputrāv ariṃdamau | maharṣim abhivādyātha jagmatus taṃ girim prati ||

Nachdem sie dort die Nacht verbracht hatten, verabschiedeten sich die beiden Feindebezwinger, die Königssöhne, von dem großen Weisen und zogen jenem Berg entgegen.

Wort für Wort
uṣitvā rajanīṃ tatra
nachdem sie dort die Nacht verbracht hatten
rājaputrāv ariṃdamau
die beiden Königssöhne, Feindebezwinger
maharṣim abhivādya atha
den großen Weisen grüßend, dann
jagmatus taṃ girim prati
zogen sie jenem Berg entgegen

teṣāṃ caiva svastyayanaṃ maharṣiḥ sa cakāra ha | prasthitāṃś caiva tān prekṣya pitā putrān ivānvagāt ||

Jener große Weise sprach für sie einen Segensspruch; und als er sie aufbrechen sah, begleitete er sie im Geiste, wie ein Vater seinen Söhnen folgt.

Wort für Wort
teṣāṃ caiva svastyayanam
für sie einen Segensspruch
maharṣiḥ sa cakāra ha
sprach jener große Weise
prasthitāṃś caiva tān prekṣya
und sie, die Aufgebrochenen, betrachtend
pitā putrān iva anvagāt
folgte er ihnen wie ein Vater den Söhnen

tataḥ pracakrame vaktuṃ vacanaṃ sa mahāmuniḥ | bharadvājo mahātejā rāmaṃ satyaparākramam ||

Dann begann jener große, machtvolle Weise Bharadvāja, zu Rāma, dessen Tapferkeit wahrhaftig ist, Worte zu sprechen:

Wort für Wort
tataḥ pracakrame vaktum
dann begann er zu sprechen
vacanaṃ sa mahāmuniḥ
die Worte, jener große Weise
bharadvājo mahātejāḥ
Bharadvāja, von großer Macht
rāmaṃ satyaparākramam
zu Rāma, dessen Tapferkeit wahrhaftig ist

gaṅgāyamunayoḥ sandhim āsādya manujarṣabhau | kālindīm anugacchetāṃ nadīṃ paścānmukhāśritām ||

'Habt ihr Stiere unter den Menschen den Zusammenfluss von Gaṅgā und Yamunā erreicht, so folgt der Kālindī, dem nach Westen gerichteten Strom.'

Wort für Wort
gaṅgāyamunayoḥ sandhim
den Zusammenfluss von Gaṅgā und Yamunā
āsādya manujarṣabhau
erreicht habend, ihr Stiere unter den Menschen
kālindīm anugacchetām
möget ihr der Kālindī folgen
nadīṃ paścānmukhāśritām
dem Fluss, der nach Westen gerichtet ist

athāsādya tu kālindīṃ śīghrasrotasam āpagām | tasyās tīrtham pracaritaṃ purāṇaṃ prekṣya rāghavau ||

'Und wenn ihr, Söhne des Raghu, die Kālindī erreicht habt, jenen Strom mit schneller Strömung, so betrachtet dort die alte, viel begangene Furt.'

Wort für Wort
athāsādya tu kālindīm
und wenn ihr die Kālindī erreicht habt
śīghrasrotasam āpagām
den Strom mit schneller Strömung
tasyās tīrtham pracaritam
ihre viel begangene Furt
purāṇaṃ prekṣya rāghavau
die alte, betrachtet, ihr Söhne des Raghu

tato nyagrodham āsādya mahāntaṃ haritacchadam ||

'Dann, wenn ihr einen großen Banyanbaum mit grünem Laub erreicht habt -'

Wort für Wort
tato nyagrodham āsādya
dann, den Banyanbaum erreicht habend
mahāntaṃ haritacchadam
den großen, mit grünem Laub

vivṛddhaṃ bahubhir vṛkṣair śyāmaṃ siddhopasevitam | tasmai sītāñjaliṃ kṛtvā prayuñjītāśiṣaḥ śivāḥ ||

'- groß gewachsen inmitten vieler Bäume, dunkel, von Siddhas aufgesucht: dem sollst du, Sītā, mit gefalteten Händen Verehrung erweisen und günstige Segenssprüche darbringen.'

Wort für Wort
vivṛddhaṃ bahubhir vṛkṣaiḥ
groß gewachsen inmitten vieler Bäume
śyāmaṃ siddhopasevitam
dunkel, von Siddhas aufgesucht
tasmai sītāñjaliṃ kṛtvā
ihm, Sītā, mit gefalteten Händen
prayuñjītāśiṣaḥ śivāḥ
möge sie günstige Segenssprüche darbringen

samāsādya tu taṃ vṛkṣaṃ vased vātikrameta vā | krośamātraṃ tato gatvā nīlaṃ drakṣyatha kānanam ||

'Habt ihr jenen Baum erreicht, so möget ihr dort verweilen oder weiterziehen; nach etwa einem Krośa werdet ihr einen dunklen Wald erblicken.'

Wort für Wort
samāsādya tu taṃ vṛkṣam
habt ihr jenen Baum erreicht
vased vātikrameta vā
möge man verweilen oder weiterziehen
krośamātraṃ tato gatvā
von dort etwa ein Krośa gegangen
nīlaṃ drakṣyatha kānanam
werdet ihr einen dunklen Wald sehen

sa panthāś citrakūṭasya gataḥ subahuśo mayā | ramye mārdavayuktaś ca vanadāvair vivarjitaḥ ||

'Jener Weg zum Citrakūṭa ist von mir schon oft gegangen worden - er ist lieblich, sanft zu begehen und frei von Waldbränden.'

Wort für Wort
sa panthāś citrakūṭasya
jener Weg zum Citrakūṭa
gataḥ subahuśo mayā
ist von mir schon oft gegangen worden
ramye mārdavayuktaś ca
lieblich und von Sanftheit
vanadāvair vivarjitaḥ
frei von Waldbränden

iti panthānam āvedya maharṣiḥ sa nyavartata | abhivādya tathety uktvā rāmeṇa vinivartitaḥ ||

Nachdem der große Weise so den Weg beschrieben hatte, kehrte er um, von Rāma gegrüßt, der 'So sei es' gesagt hatte, und so entlassen.

Wort für Wort
iti panthānam āvedya
so den Weg beschreibend
maharṣiḥ sa nyavartata
kehrte jener große Weise um
abhivādya tathety uktvā
gegrüßt, nachdem 'so sei es' gesagt worden war
rāmeṇa vinivartitaḥ
von Rāma entlassen

upāvṛtte munau tasmin rāmo lakṣmaṇam abravīt | kṛtapuṇyāḥ sma saumitre munir yan no 'nukampate ||

Als jener Weise sich zurückgewandt hatte, sprach Rāma zu Lakṣmaṇa: 'Verdienstvoll sind wir wahrlich, Sohn der Sumitrā, dass der Weise uns sein Mitgefühl schenkt.'

Wort für Wort
upāvṛtte munau tasmin
als jener Weise sich zurückgewandt hatte
rāmo lakṣmaṇam abravīt
sprach Rāma zu Lakṣmaṇa
kṛtapuṇyāḥ sma saumitre
verdienstvoll sind wir, Sohn der Sumitrā
munir yan no 'nukampate
dass der Weise uns Mitgefühl schenkt

iti tau puruṣavyāghrau mantrayitvā manasvinau | sītām evāgrataḥ kṛtvā kālindīṃ jagmatur nadīm ||

So sprachen die beiden hochgesinnten Tiger unter den Männern miteinander und zogen, mit Sītā voran, zum Fluss Kālindī.

Wort für Wort
iti tau puruṣavyāghrau
so sprachen die beiden Tiger unter den Männern
mantrayitvā manasvinau
die hochgesinnten, miteinander beratend
sītām evāgrataḥ kṛtvā
Sītā voranstellend
kālindīṃ jagmatur nadīm
zogen sie zum Fluss Kālindī

athāsādya tu kālindīṃ śīghrasrotovahāṃ nadīm | cintām āpedire sarve nadījalatitīrṣavaḥ ||

Als sie dann die Kālindī erreicht hatten, den Fluss von rasch strömendem Wasser, gerieten sie alle, die das Flusswasser überqueren wollten, in Nachdenken.

Wort für Wort
athāsādya tu kālindīm
als sie dann die Kālindī erreicht hatten
śīghrasrotovahāṃ nadīm
den Fluss von rasch strömendem Wasser
cintām āpedire sarve
gerieten sie alle in Nachdenken
nadījalatitīrṣavaḥ
die das Flusswasser überqueren wollten

tau kāṣṭhasaṃghātam atho cakratustu mahāplavam | śuṣkair vaṃśaiḥ samāstīrṇam uḍupaiś ca samāvṛtam ||

Da bauten die beiden aus einer Ansammlung von Holz ein großes Floß, das mit trockenem Bambus dicht belegt und mit Rundhölzern umgeben war.

Wort für Wort
tau kāṣṭhasaṃghātam atho
die beiden, aus einer Ansammlung von Holz, dann
cakratustu mahāplavam
bauten ein großes Floß
śuṣkair vaṃśaiḥ samāstīrṇam
mit trockenem Bambus dicht belegt
uḍupaiś ca samāvṛtam
und mit Rundhölzern umgeben

tato vetasaśākhāś ca jambūśākhāś ca vīryavān | cakāra lakṣmaṇaś chitvā sītāyāḥ sukham āsanam ||

Dann schnitt der tatkräftige Lakṣmaṇa Zweige der Weide und des Jambu-Baumes ab und bereitete Sītā einen bequemen Sitz.

Wort für Wort
tato vetasaśākhāś ca
dann Zweige der Weide
jambūśākhāś ca vīryavān
und des Jambu-Baumes, der Tatkräftige
cakāra lakṣmaṇaś chitvā
schnitt Lakṣmaṇa ab und bereitete
sītāyāḥ sukham āsanam
für Sītā einen bequemen Sitz

tatra śriyam ivācintyāṃ rāmo dāśarathiḥ priyām | āropya tāṃ tu taṃ tīrtvā tarasā tat plavaṃ tataḥ ||

Dort ließ Rāma, Daśarathas Sohn, jene Geliebte, die einer unvorstellbaren Glücksgöttin glich, auf das Floß steigen und bestieg dann selbst rasch jenes Floß.

Wort für Wort
tatra śriyam ivācintyām
dort, wie eine unvorstellbare Glücksgöttin
rāmo dāśarathiḥ priyām
Rāma, der Sohn des Daśaratha, die Geliebte
āropya tāṃ tu
sie hinaufsteigen lassend
taṃ tīrtvā tarasā tat plavaṃ tataḥ
bestieg er dann rasch jenes Floß

pārśve ca tatra vaidehyā vasane cordhvāni ca | plave kaṭhinakāṃ caiva rāmaś cakre sahāyudhaiḥ ||

An ihrer Seite legte Rāma Vaidehīs Kleider sowie die harten Geräte samt den Waffen auf das Floß.

Wort für Wort
pārśve ca tatra vaidehyā
an ihrer Seite, dort, der Vaidehī
vasane ca ūrdhvāni ca
und die Gewänder und die aufragenden [Gegenstände]
plave kaṭhinakāṃ caiva
und auch die harten Geräte auf dem Floß
rāmaś cakre sahāyudhaiḥ
legte Rāma samt den Waffen

āropya prathamaṃ sītāṃ saṃghāṭaṃ pratigṛhya tau | tataḥ prateratur yattau vīrau daśarathātmajau ||

Nachdem sie zuerst Sītā an Bord gebracht und das Floß in Empfang genommen hatten, fuhren die beiden achtsamen, heldenhaften Söhne Daśarathas hinüber.

Wort für Wort
āropya prathamaṃ sītām
nachdem sie zuerst Sītā hinaufgebracht hatten
saṃghāṭaṃ pratigṛhya tau
die beiden, das Floß in Empfang nehmend
tataḥ prateratur yattau
dann fuhren die beiden Achtsamen hinüber
vīrau daśarathātmajau
die heldenhaften Söhne Daśarathas

kālindīm adhyamāyātā sītā tv enām avandata ||

Als sie zur Mitte der Kālindī gelangt war, verehrte Sītā den Fluss mit den Worten:

Wort für Wort
kālindīm adhyamāyātā
zur Mitte der Kālindī gelangt
sītā tv enām avandata
verehrte Sītā ihn (den Fluss)

svasti devi tarāmi tvāṃ pāryen me patir vratam | yakṣye tvāṃ gosahasreṇa surāghaṭaśatena ca ||

'Heil, o Göttin! Möge ich dich glücklich überqueren, möge mein Gatte sein Gelübde erfüllen! Ich werde dir mit tausend Kühen und hundert Krügen Wein opfern.'

Wort für Wort
svasti devi tarāmi tvām
Heil, o Göttin, möge ich dich überqueren
pāryen me patir vratam
möge mein Gatte sein Gelübde erfüllen
yakṣye tvāṃ gosahasreṇa
ich werde dir mit tausend Kühen opfern
surāghaṭaśatena ca
und mit hundert Krügen Wein

kālindīm atha sītā tu yācamānā kṛtāñjaliḥ | tīram evābhisamprāptā dakṣiṇaṃ varavarṇinī ||

So flehend, mit gefalteten Händen, erreichte Sītā, die Schönfarbige, das südliche Ufer der Kālindī.

Wort für Wort
kālindīm atha sītā tu
die Kālindī aber, Sītā
yācamānā kṛtāñjaliḥ
bittend, mit gefalteten Händen
tīram evābhisamprāptā
erreichte eben das Ufer
dakṣiṇaṃ varavarṇinī
das südliche, die Schönfarbige

tataḥ plavenāṃśumatīm śīghragām ūrmimālinīm | tīrajair bahubhir vṛkṣaiḥ saṃterur yamunāṃ nadīm ||

Dann überquerten sie mit dem Floß den Fluss Yamunā, der von rascher Strömung und Wellenkränzen glänzte, umsäumt von vielen Uferbäumen.

Wort für Wort
tataḥ plavenāṃśumatīm
dann mit dem Floß den strahlenden [Fluss]
śīghragām ūrmimālinīm
von rascher Strömung, mit Wellenkränzen
tīrajair bahubhir vṛkṣaiḥ
mit vielen Uferbäumen
saṃterur yamunāṃ nadīm
überquerten sie den Fluss Yamunā

te tīrṇāḥ plavam utsṛjya prasthāya yamunāvanāt | śyāmaṃ nyagrodham āseduḥ śītalaṃ haritacchadam ||

Nachdem sie hinübergesetzt waren, ließen sie das Floß zurück, verließen den Yamunā-Wald und erreichten einen dunklen, kühlen Banyanbaum mit grünem Laub.

Wort für Wort
te tīrṇāḥ plavam utsṛjya
sie, hinübergesetzt, das Floß zurücklassend
prasthāya yamunāvanāt
vom Yamunā-Wald aufbrechend
śyāmaṃ nyagrodham āseduḥ
erreichten sie einen dunklen Banyanbaum
śītalaṃ haritacchadam
kühl, mit grünem Laub

nyagrodhaṃ tam upāgamya vaidehī vākyam abravīt ||

Als sie zu jenem Banyanbaum getreten war, sprach Vaidehī die Worte:

Wort für Wort
nyagrodhaṃ tam upāgamya
zu jenem Banyanbaum tretend
vaidehī vākyam abravīt
sprach Vaidehī die Worte

namas te 'stu mahāvṛkṣa pārayen me patir vratam | kausalyāṃ caiva paśyeyaṃ sumitrāṃ ca yaśasvinīm ||

'Verehrung sei dir, großer Baum! Möge mein Gatte sein Gelübde erfüllen; möge ich Kausalyā und die ruhmreiche Sumitrā wiedersehen.'

Wort für Wort
namas te 'stu mahāvṛkṣa
Verehrung sei dir, großer Baum
pārayen me patir vratam
möge mein Gatte sein Gelübde erfüllen
kausalyāṃ caiva paśyeyam
möge ich Kausalyā sehen
sumitrāṃ ca yaśasvinīm
und die ruhmreiche Sumitrā

avalokya tataḥ sītām āyācantīm aninditām | dayitāṃ ca vidheyāṃ ca rāmo lakṣmaṇam abravīt ||

Als Rāma sah, wie die untadelige, ihm ergebene und geliebte Sītā so betete, sprach er zu Lakṣmaṇa:

Wort für Wort
avalokya tataḥ sītām
als er dann Sītā betrachtete
āyācantīm aninditām
die betende, Untadelige
dayitāṃ ca vidheyāṃ ca
die Geliebte und Ergebene
rāmo lakṣmaṇam abravīt
sprach Rāma zu Lakṣmaṇa

sītām ādāya gaccha tvam agrato bharatānuja | pṛṣṭhato 'haṃ gamiṣyāmi sāyudho dvipadāṃ vara ||

'Nimm Sītā und gehe du voran, jüngerer Bruder Bharatas; ich werde bewaffnet dahinter gehen, o Bester der Zweifüßler.'

Wort für Wort
sītām ādāya gaccha tvam
nimm Sītā und gehe du
agrato bharatānuja
voran, jüngerer Bruder Bharatas
pṛṣṭhato 'haṃ gamiṣyāmi
ich werde dahinter gehen
sāyudho dvipadāṃ vara
bewaffnet, o Bester der Zweifüßler

yad yat phalaṃ prārthayate puṣpaṃ vā janakātmajā | tat tat pradadyā vaidehyā yatrāsya ramate manaḥ ||

'Welche Frucht oder Blume auch immer die Tochter Janakas begehrt, die sollst du Vaidehī geben, worin sich ihr Herz erfreut.'

Wort für Wort
yad yat phalaṃ prārthayate
welche Frucht auch immer sie begehrt
puṣpaṃ vā janakātmajā
oder Blume, die Tochter Janakas
tat tat pradadyā vaidehyā
die sollst du Vaidehī geben
yatrāsya ramate manaḥ
worin sich ihr Herz erfreut

gacchatos tu tayor madhye babhūva janakātmajā | mātaṅgayor madhyagatā śubhā nāgavadhūr iva ||

Während sie so gingen, befand sich die Tochter Janakas zwischen den beiden, wie eine schöne Elefantenkuh zwischen zwei Elefantenbullen.

Wort für Wort
gacchatos tu tayor madhye
während sie beide gingen, in ihrer Mitte
babhūva janakātmajā
befand sich die Tochter Janakas
mātaṅgayor madhyagatā
zwischen zwei Elefanten befindlich
śubhā nāgavadhūr iva
schön, wie eine Elefantenkuh

ekaikaṃ pādapaṃ gulmaṃ latāṃ vā puṣpaśālinīm | adṛṣṭapūrvāṃ paśyantī rāmam papraccha sābalā ||

Bei jedem einzelnen Baum, Strauch oder blütenreichen Schlinggewächs, das sie zuvor nie gesehen hatte, fragte jene zarte Frau Rāma danach.

Wort für Wort
ekaikaṃ pādapaṃ gulmam
jeden einzelnen Baum, Strauch
latāṃ vā puṣpaśālinīm
oder blütenreiches Schlinggewächs
adṛṣṭapūrvāṃ paśyantī
betrachtend, das zuvor nie gesehene
rāmam papraccha sābalā
fragte jene zarte Frau Rāma

ramaṇīyān bahuvidhān pādapān kusumotkaṭān | sītāvacanasaṃrabdha anayāmāsa lakṣmaṇaḥ ||

Lakṣmaṇa, von Sītās Worten angespornt, nannte ihr die lieblichen, mancherlei blütenüberreichen Bäume.

Wort für Wort
ramaṇīyān bahuvidhān
die lieblichen, mancherlei
pādapān kusumotkaṭān
Bäume, blütenüberreich
sītāvacanasaṃrabdhaḥ
angespornt von Sītās Worten
anayāmāsa lakṣmaṇaḥ
nannte Lakṣmaṇa [sie]

vicitravālukajalāṃ haṃsasārasanāditām | reme janakarājasya tadā prekṣya sutā nadīm ||

Die Tochter des Königs Janaka freute sich damals, als sie den Fluss mit seinem bunten, sandigen Wasser, belebt vom Ruf der Gänse und Kraniche, betrachtete.

Wort für Wort
vicitravālukajalām
mit buntem, sandigem Wasser
haṃsasārasanāditām
belebt vom Ruf der Gänse und Kraniche
reme janakarājasya
freute sich [die Tochter] des Königs Janaka
tadā prekṣya sutā nadīm
damals, den Fluss betrachtend, die Tochter

krośamātraṃ tato gatvā bhrātarau rāmalakṣmaṇau | bahūn medhyān mṛgān hatvā ceratur yamunāvane ||

Nachdem sie etwa ein Krośa weitergegangen waren, erlegten die Brüder Rāma und Lakṣmaṇa viele reine Wildtiere und wanderten durch den Yamunā-Wald.

Wort für Wort
krośamātraṃ tato gatvā
nachdem sie etwa ein Krośa gegangen waren
bhrātarau rāmalakṣmaṇau
die Brüder Rāma und Lakṣmaṇa
bahūn medhyān mṛgān hatvā
viele reine (opfertaugliche) Wildtiere erlegend
ceratur yamunāvane
wanderten sie durch den Yamunā-Wald

vihṛtya te barhiṇapūganādite | śubhe vane vānaravāraṇāyute | samaṃ nadīvapram upetya sammataṃ | nivāsam ājagmur adīnadarśanāḥ ||

Nachdem sie sich in jenem schönen Wald ergangen hatten, der vom Ruf zahlreicher Pfauenscharen widerhallte und von Affen und Elefanten bevölkert war, erreichten sie gemeinsam, unverzagten Blickes, das angenehme Flussufer als ihre Wohnstatt.

Wort für Wort
vihṛtya te barhiṇapūganādite
nachdem sie sich ergangen hatten, in dem vom Ruf der Pfauenscharen widerhallenden
śubhe vane vānaravāraṇāyute
schönen Wald, von Affen und Elefanten bevölkert
samaṃ nadīvapram upetya sammatam
gemeinsam das angenehme Flussufer erreichend
nivāsam ājagmur adīnadarśanāḥ
kamen sie zur Wohnstatt, unverzagten Blickes

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