Als Bharata, der Makellose, damals zum Haus seines Onkels mütterlicherseits zog, wurde Śatrughna, der stets seine Feinde bezwang, mitgenommen, von Liebe geleitet.
kathaṃchit upakāreṇa kṛtena eka kena tuṣyati | na smarati apakārāṇāṃ śatam api ātmavattayā || 2-1-11
Durch irgendeine, auch nur geringe, erwiesene Wohltat war er zufrieden; und selbst hundert erlittener Unbill gedachte er nicht, aus Selbstbeherrschung.
śīlavṛddhaiḥ jñānavṛddhaiḥ vayovṛddhaiḥ cha sajjanaiḥ | kathayan āsta vai nityam mantrayogyāntareṣu api || 2-1-12
Mit den an Charakter Gereiften, an Wissen Gereiften und an Alter Gereiften, den Rechtschaffenen, weilte er stets im Gespräch, auch in den für Beratung geeigneten Zwischenzeiten.
Wort für Wort
śīlavṛddhaiḥ jñānavṛddhaiḥ
mit den an Charakter Gereiften, an Wissen Gereiften
vayovṛddhaiḥ cha sajjanaiḥ
und an Alter Gereiften, den Rechtschaffenen
kathayan āsta vai nityam
weilte er stets im Gespräch
mantrayogyāntareṣu api
auch in den für Beratung geeigneten Zwischenzeiten
Seinem Geschlecht gemäß gesinnt, schätzte er seine eigene Kriegerpflicht hoch; er erachtete, dass daraus mit höchstem Ruhm die große Frucht des Himmels erwachse.
Gesund, jung, redegewandt, von schönem Körper, Kenner von Ort und Zeit; in der Welt ein Kenner des Wesentlichen unter den Menschen, ein einzigartig Trefflicher, wie eigens geschaffen.
Wort für Wort
arogaḥ taruṇaḥ vāgmī
gesund, jung, redegewandt
vapuṣmān deśakālavit
von schönem Körper, Kenner von Ort und Zeit
loke puruṣasārajñaḥ
in der Welt Kenner des Wesentlichen unter den Menschen
sādhuḥ ekaḥ vinirmitaḥ
ein einzigartig Trefflicher, wie eigens geschaffen
sa tu śreṣṭhaiḥ guṇaiḥ yuktaḥ prajānāṃ pārthivātmajaḥ | bahiścaraḥ iva prāṇo babhūva guṇataḥ priyaḥ || 2-1-19
Er aber, mit den vorzüglichsten Eigenschaften begabt, der Königssohn, ward den Untertanen lieb durch seine Tugenden, wie ihr nach außen wandelnder Lebensatem.
Wort für Wort
sa tu śreṣṭhaiḥ guṇaiḥ yuktaḥ
er aber, mit den vorzüglichsten Eigenschaften begabt
samyak vidyā vrata snātaḥ yathāvat sāṅgavedavit | iṣvastre cha pituḥ śreṣṭho babhūva bharatāgrajaḥ || 2-1-20
Vollständig im Wissen und Gelübde gebadet, ein Kenner der Veden mit ihren Hilfswissenschaften, wie es sich gebührt, und im Bogenschießen dem Vater überlegen ward Bharatas älterer Bruder.
Wort für Wort
samyak vidyā vrata snātaḥ
vollständig im Wissen und Gelübde gebadet
yathāvat sāṅgavedavit
wie es sich gebührt, Kenner der Veden mit Hilfswissenschaften
Von edler Herkunft, trefflich, nicht kleinmütig, wahrhaftig redend, aufrichtig; von den Alten, den Rechtes und Nutzens kundigen Brahmanen wohlunterwiesen.
Wort für Wort
kalyāṇa abhijanaḥ sādhuḥ
von edler Herkunft, trefflich
adīnaḥ satyavāk ṛjuḥ
nicht kleinmütig, wahrhaftig redend, aufrichtig
vṛddhaiḥ abhivinītaḥ cha
und von den Alten wohlunterwiesen
dvijaiḥ dharmārthadarśibhiḥ
von den Brahmanen, die Recht und Nutzen kundig sind
Still, sein Wesen verbergend, sein Ratschluss geheim, von Gefährten begleitet; sein Zorn und seine Freude nie wirkungslos, Kenner der rechten Zeit für Freigebigkeit und Zurückhaltung.
Wort für Wort
nibhṛtaḥ saṃvṛta ākāraḥ
still, sein Wesen verbergend
gupta mantraḥ sahāyavān
sein Ratschluss geheim, von Gefährten begleitet
amogha krodha harṣaḥ cha
sein Zorn und seine Freude nie wirkungslos
tyāga saṃyama kālavit
Kenner der rechten Zeit für Freigebigkeit und Zurückhaltung
dṛḍha bhaktiḥ sthira prajñaḥ na asat grāhī na durvacāḥ | nistandriḥ apramattaḥ cha svadoṣa paradoṣavit || 2-1-24
Von fester Ergebenheit, standhafter Einsicht, nicht Unwahres annehmend, nicht übel redend; frei von Trägheit, unachtsam nie, Kenner der eigenen und fremden Fehler.
śāstrajñaḥ cha kṛtajñaḥ cha puruṣāntara kovidaḥ | yaḥ pragrahānugrahayoḥ yathānyāyaṃ vicakṣaṇaḥ || 2-1-25
Kenner der Lehrschriften und der erwiesenen Wohltaten eingedenk, kundig der Unterschiede zwischen Menschen; der bei Zügelung und Gunsterweisung, wie es dem Recht entspricht, scharfsichtig war.
Wort für Wort
śāstrajñaḥ cha kṛtajñaḥ cha
Kenner der Lehrschriften und der erwiesenen Wohltaten eingedenk
sat saṃgraha pragrahaṇe sthānavit nigrahasya cha | āyakarmaṇi upāyajñaḥ saṃdṛṣṭa vyayakarmavit || 2-1-26
Beim Zusammenhalten und Fördern der Rechtschaffenen, wie auch beim rechten Ort der Zurechtweisung kundig; in Einkommensangelegenheiten der Mittel kundig, in Ausgabenangelegenheiten wohlerfahren.
Wort für Wort
sat saṃgraha pragrahaṇe
beim Zusammenhalten und Fördern der Rechtschaffenen
śraiṣṭhyaṃ śāstra samūheṣu prāptaḥ vyāmiśrakeṣu cha | arthadharmau cha saṃgṛhya sukhatantraḥ na cha alasaḥ || 2-1-27
Vorzüglichkeit in den Lehrschriften erlangt, auch in den vermischten Wissensgebieten; Nutzen und Recht miteinander verbindend, dem Wohlergehen zugetan, doch niemals träge.
vaihārikāṇāṃ śilpānāṃ vijñāta artha vibhāgavit | ārohe vinaye cha eva yuktaḥ vāraṇavājinām || 2-1-28
Kenner der zur Unterhaltung dienenden Künste und ihrer Bedeutungen und Unterteilungen; geübt sowohl im Besteigen wie in der Lenkung von Elefanten und Rossen.
Der vorzüglichste unter den Kennern der Bogenschusskunst, in der Welt als überragender Wagenkämpfer anerkannt; ein Angreifer und Zuschlagender, kundig in der Heeresführung.
Wort für Wort
dhanurveda vidāṃ śreṣṭho
der vorzüglichste unter den Kennern der Bogenschusskunst
loke atiratha saṃmataḥ
in der Welt als überragender Wagenkämpfer anerkannt
apradhṛṣyaḥ cha saṃgrāme kruddhaiḥ api surāsuraiḥ | anasūyo jitakrodho na dṛpto na cha matsarī | na cha avamantā bhūtānāṃ na cha kālavaśānugaḥ || 2-1-30
Unangreifbar in der Schlacht selbst von zornigen Göttern und Dämonen; frei von Missgunst, den Zorn bezwungen, nicht überheblich und nicht neidisch; kein Verächter der Geschöpfe, und nicht der Laune der Zeit unterworfen.
So mit den vorzüglichsten Eigenschaften begabt, der Königssohn der Untertanen, in den drei Welten anerkannt durch die Tugend der Geduld, gleich der Erde; an Klugheit Bṛhaspati gleich, an Tapferkeit auch dem Gemahl der Śacī gleich.
Als er seinen Sohn, mit diesen zahlreichen, unvergleichlichen Tugenden ausgestattet, sah, fasste König Daśaratha, der Bezwinger der Feinde, einen Gedanken.
Wort für Wort
etaiḥ tu bahubhiḥ yuktaṃ
mit diesen zahlreichen ausgestattet
guṇaiḥ anupamaiḥ sutam
mit unvergleichlichen Tugenden, den Sohn
dṛṣṭvā daśaratho rājā
als er sah, König Daśaratha
chakre chintāṃ paraṃtapaḥ
fasste er einen Gedanken, der Bezwinger der Feinde
Ihn betrachtend, mit den zusammengekommenen glückverheißenden Eigenschaften ausgestattet, beschloss der Großkönig, zusammen mit seinen Ministern, ihn zum Kronprinzen zu machen.
Wort für Wort
taṃ samīkṣya mahārājo
ihn betrachtend, der Großkönig
yuktaṃ samuditaiḥ śubhaiḥ
ausgestattet mit den zusammengekommenen glückverheißenden Eigenschaften
divi antarikṣe bhūmau cha ghoram utpātajaṃ bhayam | saṃchachakṣe atha medhāvī śarīre cha ātmano jarām || 2-1-42
Am Himmel, im Luftraum und auf der Erde nahm der Kluge die schreckliche, durch Vorzeichen entstandene Gefahr wahr, und auch das Alter im eigenen Körper.
Wort für Wort
divi antarikṣe bhūmau cha
am Himmel, im Luftraum und auf der Erde
ghoram utpātajaṃ bhayam
die schreckliche, durch Vorzeichen entstandene Gefahr
na tu kekaya rājānaṃ janakaṃ vā narādhipaḥ | tvarayā cha anayāmāsa paśchāt tau śroṣyataḥ priyam || 2-1-46
Doch weder den König von Kekaya noch Janaka ließ der Herrscher der Menschen eilends herbeibringen; erst später sollten die beiden von der frohen Botschaft hören.
Wort für Wort
na tu kekaya rājānaṃ janakaṃ vā
doch weder den König von Kekaya noch Janaka
narādhipaḥ tvarayā cha anayāmāsa
ließ der Herrscher der Menschen eilends herbeibringen
paśchāt tau śroṣyataḥ priyam
erst später sollten die beiden die frohe Botschaft hören
Er erstrahlte, umgeben von den geehrten, in Bescheidenheit gefestigten Königen, von den Stadt- und Landbewohnern, den nahesitzenden Menschen, wie der erhabene Tausendäugige, umgeben von den Unsterblichen.
Wort für Wort
sa labdhamānaiḥ vinaya anvitaiḥ nṛpaiḥ
er, umgeben von den geehrten, in Bescheidenheit gefestigten Königen
purālayaiḥ jānapadaiḥ cha mānavaiḥ
von Stadt- und Landbewohnern, den Menschen
upopaviṣṭaiḥ nṛtaḥ babhau
nahesitzend, erstrahlte er, umgeben
sahasrachakṣuḥ bhagavān iva amaraiḥ
wie der erhabene Tausendäugige, umgeben von den Unsterblichen