Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa

Sarga 14: Sumantra Rāma Āvāhanam Vasiṣṭha und Sumantra bereiten die Weihe vor, während Daśaratha seine letzte Nacht durchleidet und Kaikeyī Sumantra aussendet, Rāma zu holen

putra-śoka-arditam pāpā visaṃjñam patitam bhuvi / viveṣṭamānam udīkṣya sā aikṣvākam idam abravīt

Als sie den vom Sohnesschmerz Geplagten, den Bewusstlosen, auf die Erde Gefallenen, sich Windenden erblickte, sprach die Böse zu dem Ikṣvāku-Nachkommen dies:

Wort für Wort
putra-śoka-arditam
vom Sohnesschmerz Geplagten
pāpā visaṃjñam patitam bhuvi
die Böse erblickte ihn, bewusstlos, zu Boden gefallen
viveṣṭamānam udīkṣya
sich windend, erblickend
sā aikṣvākam idam abravīt
sprach sie zu dem Ikṣvāku-Nachkommen dies

pāpam kṛtvā iva kim idam mama saṃśrutya saṃśravam / śeṣe kṣiti-tale sannaḥ sthityām sthātum tvam arhasi

'Wie einer, der ein Verbrechen begangen hat, warum liegst du so, nachdem du mir dein Wort gegeben hast? Erschöpft ruhst du auf dem Erdboden – du solltest zu deinem Versprechen stehen.'

Wort für Wort
pāpam kṛtvā iva kim idam
warum liegst du so, wie einer, der eine Untat begangen hat
mama saṃśrutya saṃśravam
nachdem du mir dein Versprechen gegeben hast
śeṣe kṣiti-tale sannaḥ
liegst du erschöpft auf dem Erdboden
sthityām sthātum tvam arhasi
du solltest zu deinem Wort stehen

āhuḥ satyam hi paramam dharmam dharma-vido janāḥ / satyam āśritya hi mayā tvam ca dharmam pracoditaḥ

'Die Wahrheit, sagen die Kundigen des Rechts, sei die höchste Pflicht. Auf die Wahrheit mich stützend, habe ich auch dich zur Pflicht ermahnt.'

Wort für Wort
āhuḥ satyam hi paramam dharmam
die Wahrheit, sagen sie, sei die höchste Pflicht
dharma-vidaḥ janāḥ
die Kundigen des Rechts
satyam āśritya hi mayā
indem ich mich auf die Wahrheit stützte
tvam ca dharmam pracoditaḥ
wurdest auch du zur Pflicht ermahnt

saṃśrutya śaibyaḥ śyenāya svām tanum jagatī-patiḥ / pradāya pakṣiṇaḥ rājan jagāma gatim uttamām

'Nachdem König Śaibya dem Falken sein Versprechen gegeben hatte, gab er, der Herr der Welt, dem Vogel seinen eigenen Leib und ging, o König, den höchsten Weg.'

Wort für Wort
saṃśrutya śaibyaḥ śyenāya
nachdem Śaibya dem Falken sein Versprechen gegeben hatte
svām tanum jagatī-patiḥ
gab der Herr der Welt seinen eigenen Leib
pradāya pakṣiṇaḥ rājan
dem Vogel hin, o König
jagāma gatim uttamām
ging er den höchsten Weg

tathā hi alarkaḥ tejasvī brāhmaṇe veda-pārage / yācamāne svake netre uddhṛtya avimanā dadau

'So auch riss der glanzvolle Alarka, als ein Brahmane, ein Kenner der Veden, ihn darum bat, ohne zu zögern seine eigenen Augen aus und gab sie hin.'

Wort für Wort
tathā hi alarkaḥ tejasvī
so auch der glanzvolle Alarka
brāhmaṇe veda-pārage yācamāne
als ein Brahmane, ein Kenner der Veden, bat
svake netre uddhṛtya
seine eigenen Augen ausreißend
avimanā dadau
gab er sie ohne zu zögern

saritām tu patiḥ su-alpām maryādām satyam anvitaḥ / satya-anurodhāt samaye velām khām na ativartate

'Der Herr der Flüsse überschreitet, der Wahrheit ergeben, seine noch so geringe Grenze nicht; aus Achtung vor der Wahrheit übertritt er zur festgesetzten Zeit nicht sein Ufer.'

Wort für Wort
saritām tu patiḥ su-alpām
der Herr der Flüsse überschreitet seine noch so geringe
maryādām satyam anvitaḥ
Grenze nicht, der Wahrheit ergeben
satya-anurodhāt samaye
aus Achtung vor der Wahrheit zur festgesetzten Zeit
velām kham na ativartate
übertritt er das Ufer nicht

satyam eka-padam brahma satye dharmaḥ pratiṣṭhitaḥ / satyam eva akṣayā vedāḥ satyena eva āptyate param

'Die Wahrheit allein ist das Brahman in einem Wort, auf der Wahrheit gründet die Pflicht; die Wahrheit allein macht die Veden unerschöpflich, durch die Wahrheit allein erreicht man das Höchste.'

Wort für Wort
satyam eka-padam brahma
die Wahrheit ist in einem Wort das Brahman
satye dharmaḥ pratiṣṭhitaḥ
auf der Wahrheit gründet die Pflicht
satyam eva akṣayā vedāḥ
allein durch Wahrheit sind die Veden unerschöpflich
satyena eva āptyate param
allein durch Wahrheit erreicht man das Höchste

satyam samanuvartasva yadi dharme dhṛtā matiḥ / saphalaḥ sa varaḥ me astu varadaḥ hi asi sattama

'Halte dich an die Wahrheit, wenn dein Sinn auf die Pflicht gerichtet ist; erfüllt möge jene meine Gabe sein, denn du bist ein Gewährer von Gaben, o Bester.'

Wort für Wort
satyam samanuvartasva
halte dich an die Wahrheit
yadi dharme dhṛtā matiḥ
wenn dein Sinn auf die Pflicht gerichtet ist
saphalaḥ sa varaḥ me astu
erfüllt möge jene meine Gabe sein
varadaḥ hi asi sattama
denn du bist ein Gewährer von Gaben, o Bester

dharmasya iha abhikāma-artham mama ca eva ācicodanāt / pravrājaya sutam rāmam triḥ khalu tvām bravīmi aham

'Um der Pflicht willen, hier aus Verlangen nach ihrer Erfüllung, und auf mein eigenes Andrängen hin: verbanne deinen Sohn Rāma! Dreimal fürwahr sage ich es dir.'

Wort für Wort
dharmasya iha abhikāma-artham
um der Pflicht willen, aus Verlangen
mama ca eva ācicodanāt
und auch auf mein eigenes Andrängen hin
pravrājaya sutam rāmam
verbanne deinen Sohn Rāma
triḥ khalu tvām bravīmi aham
dreimal fürwahr sage ich es dir

samayam ca mama ārya imam yadi tvam na kariṣyasi / agrataḥ te parityaktā parityakṣyāmi jīvitam

'Und wenn du, Edler, dieses mein Versprechen nicht einlöst, werde ich, verlassen, vor deinen Augen mein Leben aufgeben.'

Wort für Wort
samayam ca mama ārya imam
und dieses mein Versprechen, o Edler
yadi tvam na kariṣyasi
wenn du nicht erfüllen wirst
agrataḥ te parityaktā
verlassen, vor dir
parityakṣyāmi jīvitam
werde ich das Leben aufgeben

evam pracoditaḥ rājā kaikeyyā nirviśaṅkayā / na aśakat pāśam unmoktum baliḥ indra-kṛtam yathā

So von Kaikeyī, der Furchtlosen, angetrieben, konnte der König die Schlinge nicht abwerfen, wie Bali die von Indra gemachte nicht.

Wort für Wort
evam pracoditaḥ rājā
so angetrieben, der König
kaikeyyā nirviśaṅkayā
von Kaikeyī, der Furchtlosen
na aśakat pāśam unmoktum
konnte er die Schlinge nicht abwerfen
baliḥ indra-kṛtam yathā
wie Bali die von Indra gemachte

udbhrānta-hṛdayaḥ ca api vivarṇaḥ vanadaḥ abhavat / sa dhuryaḥ vai parispandan yuga-cakra-antaram yathā

Verwirrten Herzens und bleich wurde er, der sonst Wolkengleiche; er zitterte wie ein Zugtier zwischen Joch und Rad.

Wort für Wort
udbhrānta-hṛdayaḥ ca api
verwirrten Herzens auch
vivarṇaḥ vanadaḥ abhavat
wurde er bleich, der sonst Wolkengleiche
sa dhuryaḥ vai parispandan
er zitterte wie ein Zugtier
yuga-cakra-antaram yathā
wie zwischen Joch und Rad

vihvalābhyām ca netrābhyām apaśyan iva bhūmi-paḥ / kṛcchrāt dhairyeṇa saṃstabhya kaikeyīm idam abravīt

Mit verwirrten Augen, als sähe er nichts, hielt sich der Herrscher der Erde nur mit Mühe durch Standhaftigkeit gefasst und sprach zu Kaikeyī dies:

Wort für Wort
vihvalābhyām ca netrābhyām
mit verwirrten Augen
apaśyan iva bhūmi-paḥ
wie nichts sehend, der Herrscher der Erde
kṛcchrāt dhairyeṇa saṃstabhya
mit Mühe durch Standhaftigkeit gefasst
kaikeyīm idam abravīt
sprach er zu Kaikeyī dies

yaḥ te mantra-kṛtaḥ pāṇiḥ agnau pāpe mayā dhṛtaḥ / tam tyajāmi svajam ca eva tava putram saha tvayā

'Die Hand, die einst von mir, du Böse, im Feuer mit Sprüchen ergriffen wurde – die gebe ich auf, ebenso wie den mit dir gemeinsam gezeugten, deinen eigenen Sohn.'

Wort für Wort
yaḥ te mantra-kṛtaḥ pāṇiḥ
die Hand, die durch Sprüche ergriffen wurde
agnau pāpe mayā dhṛtaḥ
im Feuer, du Böse, von mir gehalten
tam tyajāmi svajam ca eva
die gebe ich auf, ebenso den eigenen
tava putram saha tvayā
deinen Sohn, zusammen mit dir

prayātā rajanī devi sūryasya udayanam prati / abhiṣekam guru-janaḥ tvarayiṣyati mām dhruvam

'Vergangen ist die Nacht, o Herrin, hin zum Aufgang der Sonne; die ehrwürdigen Lehrer werden mich gewiss zur Weihe drängen.'

Wort für Wort
prayātā rajanī devi
vergangen ist die Nacht, o Herrin
sūryasya udayanam prati
hin zum Aufgang der Sonne
abhiṣekam guru-janaḥ
zur Weihe die ehrwürdigen Lehrer
tvarayiṣyati mām dhruvam
werden mich gewiss drängen

rāma-abhiṣeka-sambhāraiḥ tat-artham upakalpitaiḥ / rāmaḥ kārayitavyaḥ me mṛtasya salila-kriyām

'Mit den für Rāmas Weihe bereitgestellten Gerätschaften, die zu diesem Zweck vorbereitet wurden, soll Rāma stattdessen mir, dem Toten, die Wasserzeremonie vollziehen.'

Wort für Wort
rāma-abhiṣeka-sambhāraiḥ
mit den Gerätschaften für Rāmas Weihe
tat-artham upakalpitaiḥ
die zu diesem Zweck bereitet wurden
rāmaḥ kārayitavyaḥ me
Rāma soll mir vollziehen
mṛtasya salila-kriyām
dem Toten die Wasserzeremonie

tvayā sa-putrayā na eva kartavyā salila-kriyā / vyāhantā asi aśubha-ācāre yadi rāma-abhiṣecanam

'Du mit deinem Sohn sollst gar keine Wasserzeremonie für mich vollziehen dürfen, du Übeltäterin, wenn du Rāmas Weihe verhindert haben wirst.'

Wort für Wort
tvayā sa-putrayā na eva
von dir, mit deinem Sohn, gar nicht
kartavyā salila-kriyā
soll die Wasserzeremonie vollzogen werden
vyāhantā asi aśubha-ācāre
du wirst verhindert haben, du Übeltäterin
yadi rāma-abhiṣecanam
falls du Rāmas Weihe verhindert hast

na ca śaknomi aham draṣṭum pūrvam tathā sukham / hata-harṣam nirānandam punaḥ janam avāṅ-mukham

'Und ich kann es nicht ertragen, das Volk wiederzusehen, wie zuvor so froh, nun aber der Freude beraubt, ohne Jubel, die Gesichter niedergeschlagen.'

Wort für Wort
na ca śaknomi aham draṣṭum
und ich kann es nicht sehen
pūrvam tathā sukham
wie zuvor, so froh
hata-harṣam nirānandam
der Freude beraubt, ohne Jubel
punaḥ janam avāṅ-mukham
das Volk wiederum, mit gesenktem Blick

tām tathā bruvataḥ tasya bhūmi-pasya mahā-ātmanaḥ / prabhātā śarvarī puṇyā candra-nakṣatra-mālinī

Während der hochgesinnte Herrscher der Erde so zu ihr sprach, brach die heilige, von Mond und Sternen geschmückte Nacht in den Morgen an.

Wort für Wort
tām tathā bruvataḥ tasya
während er so zu ihr sprach
bhūmi-pasya mahā-ātmanaḥ
des hochgesinnten Herrschers der Erde
prabhātā śarvarī puṇyā
es brach die heilige Nacht zum Morgen an
candra-nakṣatra-mālinī
die von Mond und Sternen geschmückte

tataḥ pāpa-samācārā kaikeyī pārthivam punaḥ / uvāca paruṣam vākyam vākya-jñā roṣa-mūrchitā

Da sprach Kaikeyī, deren Handeln böse war, zum Herrscher abermals harte Worte, sie, die Redegewandte, ganz von Zorn erfüllte.

Wort für Wort
tataḥ pāpa-samācārā kaikeyī
da Kaikeyī, deren Handeln böse war
pārthivam punaḥ uvāca
sprach abermals zum Herrscher
paruṣam vākyam vākya-jñā
harte Worte, die Redegewandte
roṣa-mūrchitā
von Zorn ganz erfüllt

kim idam bhāṣase rājan vākyam gara-ruja-upamam / ānāyayitum akliṣṭam putram rāmam iha arhasi

'Was sprichst du da, König, Worte einer Gifteskrankheit gleich? Du solltest ohne Umstände deinen Sohn Rāma hierher holen lassen.'

Wort für Wort
kim idam bhāṣase rājan
was sprichst du da, König
vākyam gara-ruja-upamam
Worte, einer Gifteskrankheit gleich
ānāyayitum akliṣṭam
ohne Umstände herholen lassen
putram rāmam iha arhasi
solltest du deinen Sohn Rāma hierher

sthāpya rājye mama sutam kṛtvā rāmam vane caram / niḥsapatnām ca mām kṛtvā kṛta-kṛtyaḥ bhaviṣyasi

'Wenn du meinen Sohn im Königreich eingesetzt und Rāma zum Waldwanderer gemacht hast, und mich rivalenlos gemacht hast, wirst du deine Pflicht erfüllt haben.'

Wort für Wort
sthāpya rājye mama sutam
meinen Sohn im Königreich eingesetzt habend
kṛtvā rāmam vane caram
Rāma zum Waldwanderer gemacht habend
niḥsapatnām ca mām kṛtvā
und mich rivalenlos gemacht habend
kṛta-kṛtyaḥ bhaviṣyasi
wirst du deine Pflicht erfüllt haben

sa nunnaḥ iva tīkṣṇena pratodena haya-uttamaḥ / rājā pradoṣitaḥ abhīkṣṇam kaikeyīm idam abravīt

Wie ein bestes Ross, von scharfer Peitsche getrieben, wiederholt gekränkt, sprach der König zu Kaikeyī dies:

Wort für Wort
sa nunnaḥ iva tīkṣṇena pratodena
wie von scharfer Peitsche getrieben
haya-uttamaḥ rājā
das beste Ross, der König
pradoṣitaḥ abhīkṣṇam
wiederholt gekränkt
kaikeyīm idam abravīt
sprach zu Kaikeyī dies

dharma-bandhena baddhaḥ asmi naṣṭā ca mama cetanā / jyeṣṭham putram priyam rāmam draṣṭum icchāmi dhārmikam

'Durch das Band der Pflicht bin ich gebunden, und mein Bewusstsein ist mir vergangen; meinen ältesten, geliebten, rechtschaffenen Sohn Rāma möchte ich sehen.'

Wort für Wort
dharma-bandhena baddhaḥ asmi
durch das Band der Pflicht bin ich gebunden
naṣṭā ca mama cetanā
und mein Bewusstsein ist vergangen
jyeṣṭham putram priyam rāmam
meinen ältesten, geliebten Sohn Rāma
draṣṭum icchāmi dhārmikam
möchte ich sehen, den Rechtschaffenen

tataḥ prabhātām rajanīm udite ca divākare / puṇye nakṣatra-yoge ca muhūrte ca samāhite

Als dann die Nacht zum Morgen geworden war und die Sonne aufgegangen war, bei glückverheißender Sternkonstellation und günstiger Stunde,

Wort für Wort
tataḥ prabhātām rajanīm
als dann die Nacht zum Morgen wurde
udite ca divākare
und die Sonne aufgegangen war
puṇye nakṣatra-yoge ca
bei glückverheißender Sternkonstellation
muhūrte ca samāhite
und zu günstiger Stunde

vasiṣṭhaḥ guṇa-sampannaḥ śiṣyaiḥ parivṛtaḥ tadā / upagṛhya āśu sambhārān praviveśa purottamam

trat da Vasiṣṭha, der Tugendbegabte, von seinen Schülern umgeben, nachdem er rasch die Weiheutensilien zusammengenommen hatte, in die vortreffliche Stadt ein.

Wort für Wort
vasiṣṭhaḥ guṇa-sampannaḥ
Vasiṣṭha, der Tugendbegabte
śiṣyaiḥ parivṛtaḥ tadā
da von seinen Schülern umgeben
upagṛhya āśu sambhārān
nachdem er rasch die Utensilien genommen hatte
praviveśa purottamam
trat er in die vortreffliche Stadt ein

sikta-sammārjita-pathām patākā-uttama-bhūṣitām / vicitra-kusuma-ākīrṇām nānā-srajbhiḥ virājitām

die Stadt, deren Wege besprengt und gefegt waren, mit prächtigen Bannern geschmückt, mit bunten Blüten übersät, von mancherlei Blumengirlanden erstrahlend,

Wort für Wort
sikta-sammārjita-pathām
deren Wege besprengt und gefegt waren
patākā-uttama-bhūṣitām
mit vortrefflichen Bannern geschmückt
vicitra-kusuma-ākīrṇām
mit bunten Blüten übersät
nānā-srajbhiḥ virājitām
von mancherlei Girlanden erstrahlend

sa-hṛṣṭa-manuja-upetām samṛddha-vipaṇa-āpaṇām / mahotsava-samākīrṇām rāghava-arthe samutsukām

von frohgestimmten Menschen erfüllt, mit reich bestückten Marktständen, von einem großen Fest überströmt, ganz begierig um Rāghavas willen,

Wort für Wort
sa-hṛṣṭa-manuja-upetām
von frohgestimmten Menschen erfüllt
samṛddha-vipaṇa-āpaṇām
mit reich bestückten Ständen
mahotsava-samākīrṇām
von einem großen Fest überströmt
rāghava-arthe samutsukām
begierig um Rāghavas willen

candana-aguru-dhūpaiḥ ca sarvataḥ pratidhūpitām / tām purīm samatikramya purandara-pura-upamām

und überall mit Weihrauch aus Sandel und Aguru durchduftet – jene Stadt, der Stadt Indras gleich, durchschreitend,

Wort für Wort
candana-aguru-dhūpaiḥ ca
mit Weihrauch aus Sandel und Aguru
sarvataḥ pratidhūpitām
überall durchduftet
tām purīm samatikramya
jene Stadt durchschreitend
purandara-pura-upamām
die der Stadt Indras gleicht

dadarśa antaḥ-pura-śreṣṭham nānā-dvija-gaṇa-āyutam / paura-jānapada-ākīrṇam brāhmaṇaiḥ upaśobhitam

erblickte er den vortrefflichen inneren Palastbezirk, erfüllt von mancherlei Scharen von Brahmanen, überströmt von Stadt- und Landbewohnern, geschmückt durch Brahmanen,

Wort für Wort
dadarśa antaḥ-pura-śreṣṭham
er erblickte den vortrefflichen inneren Palastbezirk
nānā-dvija-gaṇa-āyutam
erfüllt von mancherlei Scharen von Brahmanen
paura-jānapada-ākīrṇam
überströmt von Stadt- und Landbewohnern
brāhmaṇaiḥ upaśobhitam
durch Brahmanen geschmückt

tat-antaḥ-puram āsādya vyaticakrāma tam janam / vasiṣṭhaḥ parama-prītaḥ paramarṣiḥ viveśa ca

An jenen inneren Palastbezirk gelangt, durchschritt Vasiṣṭha, der höchste Seher, in höchster Freude, jene Menschenmenge und trat ein.

Wort für Wort
tat-antaḥ-puram āsādya
zu jenem inneren Palastbezirk gelangt
vyaticakrāma tam janam
durchschritt er jene Menschenmenge
vasiṣṭhaḥ parama-prītaḥ
Vasiṣṭha, in höchster Freude
paramarṣiḥ viveśa ca
der höchste Seher, trat er ein

sa tu apaśyat viniṣkrāntam sumantram nāma sārathim / dvāre manuja-siṃhasya sacivam priya-darśanam

Er nun erblickte, am Tor des Löwen unter den Menschen heraustretend, den Wagenlenker namens Sumantra, den Rat, von angenehmem Anblick.

Wort für Wort
sa tu apaśyat viniṣkrāntam
er erblickte, heraustretend
sumantram nāma sārathim
den Wagenlenker namens Sumantra
dvāre manuja-siṃhasya
am Tor des Löwen unter den Menschen
sacivam priya-darśanam
den Rat, von angenehmem Anblick

tam uvāca mahā-tejāḥ sūta-putram viśāradam / vasiṣṭhaḥ kṣipram ācakṣva nṛpate mām iha āgatam

Zu ihm, dem kundigen Sohn eines Wagenlenkers, sprach der glanzvolle Vasiṣṭha: 'Melde rasch dem König, dass ich hier angekommen bin.'

Wort für Wort
tam uvāca mahā-tejāḥ
zu ihm sprach der Glanzvolle
sūta-putram viśāradam
zum kundigen Sohn des Wagenlenkers
vasiṣṭhaḥ kṣipram ācakṣva
Vasiṣṭha: melde rasch
nṛpate mām iha āgatam
dem König, dass ich hier angekommen bin

ime gaṅgā-udaka-ghaṭāḥ sāgarebhyaḥ ca kāñcanāḥ / audumbaram bhadra-pīṭham abhiṣeka-artham āgatam

'Hier sind Krüge mit Gaṅgā-Wasser, und goldene aus den Meeren geholte; ein Sitz aus Udumbara-Holz ist zum Zwecke der Weihe hergebracht worden.'

Wort für Wort
ime gaṅgā-udaka-ghaṭāḥ
hier sind Krüge mit Gaṅgā-Wasser
sāgarebhyaḥ ca kāñcanāḥ
und goldene, aus den Meeren
audumbaram bhadra-pīṭham
ein Sitz aus Udumbara-Holz
abhiṣeka-artham āgatam
ist zum Zweck der Weihe angekommen

sarva-bījāni gandhāḥ ca ratnāni vividhāni ca / kṣaudram dadhi ghṛtam lājāḥ darbhāḥ sumanasaḥ payaḥ

'Alle Arten von Samen und Duftstoffe und mancherlei Edelsteine, Honig, Dickmilch, geklärte Butter, gerösteter Reis, Darbha-Gras, Blüten, Milch,'

Wort für Wort
sarva-bījāni gandhāḥ ca
alle Samen und Duftstoffe
ratnāni vividhāni ca
und mancherlei Edelsteine
kṣaudram dadhi ghṛtam lājāḥ
Honig, Dickmilch, geklärte Butter, gerösteter Reis
darbhāḥ sumanasaḥ payaḥ
Darbha-Gras, Blüten, Milch

aṣṭau ca kanyāḥ rucirāḥ mattaḥ ca vara-vāraṇaḥ / catur-aśvaḥ rathaḥ śrīmān nistriṃśaḥ dhanuḥ-uttamam

'acht anmutige Jungfrauen, ein brünstiger, vortrefflicher Elefant, ein prächtiger Wagen mit vier Rossen, ein Schwert, ein vorzüglicher Bogen,'

Wort für Wort
aṣṭau ca kanyāḥ rucirāḥ
und acht anmutige Jungfrauen
mattaḥ ca vara-vāraṇaḥ
und ein brünstiger, vortrefflicher Elefant
catur-aśvaḥ rathaḥ śrīmān
ein prächtiger Wagen mit vier Rossen
nistriṃśaḥ dhanuḥ-uttamam
ein Schwert, ein vorzüglicher Bogen

vāhanam nara-saṃyuktam chatram ca śaśi-pannibham / śvete ca vāla-vyajane bhṛṅgāraḥ ca hiraṇmayaḥ

'ein von Männern getragenes Fahrzeug, ein Schirm, dem Mond gleich, zwei weiße Fächer aus Haar, und ein goldener Wasserkrug,'

Wort für Wort
vāhanam nara-saṃyuktam
ein von Männern getragenes Fahrzeug
chatram ca śaśi-pannibham
und ein Schirm, dem Mond gleich
śvete ca vāla-vyajane
und zwei weiße Fächer aus Haar
bhṛṅgāraḥ ca hiraṇmayaḥ
und ein goldener Wasserkrug

hema-dāma-apinaddhaḥ ca kakudmān pāṇḍuraḥ vṛṣaḥ / kesarī ca catur-daṃṣṭraḥ hi śreṣṭhaḥ mahā-balaḥ

'ein mit goldener Kette geschmückter, höckertragender, weißer Stier, ein Löwe mit vier Fangzähnen, der vortrefflichste, überaus starke,'

Wort für Wort
hema-dāma-apinaddhaḥ ca
und mit goldener Kette geschmückt
kakudmān pāṇḍuraḥ vṛṣaḥ
ein höckertragender, weißer Stier
kesarī ca catur-daṃṣṭraḥ
und ein Löwe mit vier Fangzähnen
hi śreṣṭhaḥ mahā-balaḥ
der vortrefflichste, überaus starke

siṃha-āsanam vyāghra-tanuḥ samiddhaḥ ca hutāśanaḥ / sarva-vāditra-saṃghāḥ ca veśyāḥ ca alaṃkṛtāḥ striyaḥ

'ein Löwenthron, eine Tigerhaut, ein entflammtes Opferfeuer, und alle Arten von Musikinstrumenten, und geschmückte Frauen aus den Freudenhäusern,'

Wort für Wort
siṃha-āsanam vyāghra-tanuḥ
ein Löwenthron, eine Tigerhaut
samiddhaḥ ca hutāśanaḥ
und ein entflammtes Opferfeuer
sarva-vāditra-saṃghāḥ ca
und alle Scharen von Musikinstrumenten
veśyāḥ ca alaṃkṛtāḥ striyaḥ
und geschmückte Frauen aus den Freudenhäusern

ācāryāḥ brāhmaṇāḥ gāvaḥ puṇyāḥ ca mṛga-pakṣiṇaḥ / paura-jānapada-śreṣṭhāḥ naigamāḥ ca gaṇaiḥ saha

'Lehrer, Brahmanen, Kühe, heilverheißende Wild- und Vogeltiere, die Vornehmsten der Stadt- und Landbewohner, und die Kaufleute mit ihren Zünften –'

Wort für Wort
ācāryāḥ brāhmaṇāḥ gāvaḥ
Lehrer, Brahmanen, Kühe
puṇyāḥ ca mṛga-pakṣiṇaḥ
und heilverheißende Wild- und Vogeltiere
paura-jānapada-śreṣṭhāḥ
die Vornehmsten der Stadt- und Landbewohner
naigamāḥ ca gaṇaiḥ saha
und die Kaufleute mit ihren Zünften

ete ca anye ca bahavaḥ nīyamānāḥ priyaṃ-vadāḥ / abhiṣekāya rāmasya saha tiṣṭhanti pārthivaiḥ

'diese und viele andere, freundlich Redende, herbeigeführt, stehen für Rāmas Weihe zusammen mit den Fürsten bereit.'

Wort für Wort
ete ca anye ca bahavaḥ
diese und viele andere
nīyamānāḥ priyaṃ-vadāḥ
herbeigeführt, freundlich redend
abhiṣekāya rāmasya
für Rāmas Weihe
saha tiṣṭhanti pārthivaiḥ
stehen zusammen mit den Fürsten bereit

tvarayasva mahā-rājam yathā samudite ahani / puṇye nakṣatra-yoge ca rāmaḥ rājyam avāpnuyāt

'Dränge den großen König, damit Rāma, sobald der Tag angebrochen ist, bei glückverheißender Sternkonstellation das Königreich erlange.'

Wort für Wort
tvarayasva mahā-rājam
dränge den großen König
yathā samudite ahani
damit, sobald der Tag angebrochen ist
puṇye nakṣatra-yoge ca
bei glückverheißender Sternkonstellation
rāmaḥ rājyam avāpnuyāt
Rāma das Königreich erlange

iti tasya vacaḥ śrutvā sūta-putraḥ mahā-ātmanaḥ / stuvan nṛpati-śārdūlam praviveśa niveśanam

Nachdem er diese Worte des Hochgesinnten gehört hatte, trat der Sohn des Wagenlenkers, den Tiger unter den Königen lobpreisend, in die Gemächer ein.

Wort für Wort
iti tasya vacaḥ śrutvā
nachdem er diese seine Worte gehört hatte
sūta-putraḥ mahā-ātmanaḥ
der Sohn des Wagenlenkers, Worte des Hochgesinnten
stuvan nṛpati-śārdūlam
den Tiger unter den Königen lobpreisend
praviveśa niveśanam
trat er in die Gemächer ein

tam tu pūrva-uditam vṛddham dvāra-sthā rāja-sammatam / na śekuḥ abhisaṃroddhum rājñaḥ prayacikīrṣavaḥ

Ihn aber, den früh Aufgestandenen, den Alten, den vom König Geschätzten, konnten die Torwächter, die dem König dienen wollten, nicht aufhalten.

Wort für Wort
tam tu pūrva-uditam vṛddham
ihn aber, den früh Aufgestandenen, den Alten
dvāra-sthā rāja-sammatam
die Torwächter, den vom König Geschätzten
na śekuḥ abhisaṃroddhum
konnten sie nicht aufhalten
rājñaḥ prayacikīrṣavaḥ
die dem König dienen wollten

sa samīpa-sthitaḥ rājñaḥ tām avasthām ajajñīvān / vāgbhiḥ parama-tuṣṭābhiḥ abhiṣṭotum pracakrame

Er, in die Nähe des Königs getreten, ohne dessen wahren Zustand zu erkennen, begann, ihn mit höchst erfreulichen Worten zu preisen.

Wort für Wort
sa samīpa-sthitaḥ rājñaḥ
er, in die Nähe des Königs getreten
tām avasthām ajajñīvān
ohne jenen Zustand zu erkennen
vāgbhiḥ parama-tuṣṭābhiḥ
mit höchst erfreulichen Worten
abhiṣṭotum pracakrame
begann er ihn zu preisen

tataḥ sūtaḥ yathā-kālam pārthivasya niveśane / sumantraḥ prāñjaliḥ bhūtvā tuṣṭāva jagatī-patim

Da lobte der Wagenlenker Sumantra zu rechter Zeit in den Gemächern des Herrschers, die Hände gefaltet, den Herrn der Welt.

Wort für Wort
tataḥ sūtaḥ yathā-kālam
da der Wagenlenker, zu rechter Zeit
pārthivasya niveśane
in den Gemächern des Herrschers
sumantraḥ prāñjaliḥ bhūtvā
Sumantra, die Hände gefaltet
tuṣṭāva jagatī-patim
lobte er den Herrn der Welt

yathā nandati tejasvī sāgaraḥ bhāskara-udaye / prītaḥ prītena manasā tathā ānanda-ghanaḥ svataḥ

'Wie sich der glanzvolle Ozean beim Aufgang der Sonne freut, so freue ich mich, erfreut mit erfreutem Herzen, von selbst voll Wonne –'

Wort für Wort
yathā nandati tejasvī
wie sich der glanzvolle
sāgaraḥ bhāskara-udaye
Ozean beim Aufgang der Sonne freut
prītaḥ prītena manasā
erfreut, mit erfreutem Herzen
tathā ānanda-ghanaḥ svataḥ
so von selbst voll Wonne

indram asyām tu velāyām abhituṣṭāva mātaliḥ / saḥ ajayat dānavān sarvān tathā tvām bodhayāmi aham

'– so wie Mātali zu dieser Stunde Indra pries: "Er hat alle Dānavas bezwungen" – ebenso wecke ich dich auf.'

Wort für Wort
indram asyām tu velāyām
Indra aber zu dieser Stunde
abhituṣṭāva mātaliḥ
pries Mātali
saḥ ajayat dānavān sarvān
er habe alle Dānavas bezwungen
tathā tvām bodhayāmi aham
ebenso wecke ich dich auf

vedāḥ saha-aṅga-vidyāḥ ca yathā hi ātma-bhuvam vibhum / brahmāṇam bodhayanti adya tathā tvām bodhayāmi aham

'Wie die Veden mitsamt ihren Hilfswissenschaften heute den Selbstentstandenen, den Herrn Brahman, aufwecken, so wecke ich dich auf.'

Wort für Wort
vedāḥ saha-aṅga-vidyāḥ ca
die Veden mitsamt ihren Hilfswissenschaften
yathā hi ātma-bhuvam vibhum
wie den Selbstentstandenen, den Herrn
brahmāṇam bodhayanti adya
wecken sie heute den Brahman auf
tathā tvām bodhayāmi aham
so wecke ich dich auf

ādityaḥ saha candreṇa yathā bhūta-dharām śubhām / bodhayati adya pṛthivīm tathā tvām bodhayāmi aham

'Wie die Sonne mitsamt dem Mond heute die schöne, alle Wesen tragende Erde aufweckt, so wecke ich dich auf.'

Wort für Wort
ādityaḥ saha candreṇa
die Sonne mitsamt dem Mond
yathā bhūta-dharām śubhām
wie die schöne, Wesen tragende
bodhayati adya pṛthivīm
weckt heute die Erde auf
tathā tvām bodhayāmi aham
so wecke ich dich auf

uttiṣṭha āśu mahā-rāja kṛta-kautuka-maṅgalaḥ / virājamānaḥ vapuṣā meroḥ iva divākaraḥ

'Erhebe dich rasch, großer König, nachdem die Schutzriten und Segenszeremonien vollzogen sind, im Leib erstrahlend wie die Sonne über dem Meru.'

Wort für Wort
uttiṣṭha āśu mahā-rāja
erhebe dich rasch, großer König
kṛta-kautuka-maṅgalaḥ
nachdem Schutzriten und Segen vollzogen sind
virājamānaḥ vapuṣā
im Leib erstrahlend
meroḥ iva divākaraḥ
wie die Sonne über dem Meru

soma-sūryau ca kākutstha śiva-vaiśravaṇau api / varuṇaḥ ca agniḥ indraḥ ca vijayam pradiśantu te

'Mond und Sonne, o Kākutstha, und auch Śiva und Vaiśravaṇa, Varuṇa und Agni und Indra – sie alle mögen dir den Sieg verleihen.'

Wort für Wort
soma-sūryau ca kākutstha
Mond und Sonne, o Kākutstha
śiva-vaiśravaṇau api
und auch Śiva und Vaiśravaṇa
varuṇaḥ ca agniḥ indraḥ ca
und Varuṇa und Agni und Indra
vijayam pradiśantu te
mögen dir den Sieg verleihen

gatā bhagavatī rātriḥ kṛta-kṛtyam idam tava / buddhyasva nṛpa-śārdūla kuru kāryam anantaram

'Vergangen ist die erhabene Nacht, dies ist nun deine zu vollbringende Aufgabe; erwache, Tiger unter den Königen, verrichte sogleich das Werk.'

Wort für Wort
gatā bhagavatī rātriḥ
vergangen ist die erhabene Nacht
kṛta-kṛtyam idam tava
dies ist nun deine zu vollbringende Aufgabe
buddhyasva nṛpa-śārdūla
erwache, Tiger unter den Königen
kuru kāryam anantaram
verrichte sogleich das Werk

udatiṣṭhata rāmasya samagram abhiṣecanam

'Erhebt euch! Denn Rāmas vollständige Weihe steht bevor!'

Wort für Wort
udatiṣṭhata
erhebt euch, bereitet euch
rāmasya samagram abhiṣecanam
für Rāmas vollständige Weihe

paura-jānapadaiḥ ca api naigamaiḥ ca kṛta-añjaliḥ / svayam vasiṣṭhaḥ bhagavān brāhmaṇaiḥ saha tiṣṭhati

'Mit gefalteten Händen stehen die Stadt- und Landbewohner und auch die Kaufleute bereit; der erhabene Vasiṣṭha selbst weilt zusammen mit den Brahmanen hier.'

Wort für Wort
paura-jānapadaiḥ ca api
und auch mit Stadt- und Landbewohnern
naigamaiḥ ca kṛta-añjaliḥ
und Kaufleuten, mit gefalteten Händen
svayam vasiṣṭhaḥ bhagavān
der erhabene Vasiṣṭha selbst
brāhmaṇaiḥ saha tiṣṭhati
weilt zusammen mit den Brahmanen

kṣipram ājñāpyatām rājan rāghavasya abhiṣecanam / yathā hi apālāḥ paśavaḥ yathā senā hi anāyakā

'Rasch werde, König, die Weihe des Rāghava angeordnet – denn wie Vieh ohne Hirten, wie ein Heer ohne Führer,'

Wort für Wort
kṣipram ājñāpyatām rājan
rasch werde angeordnet, König
rāghavasya abhiṣecanam
die Weihe des Rāghava
yathā hi apālāḥ paśavaḥ
denn wie Vieh ohne Hirten
yathā senā hi anāyakā
wie ein Heer ohne Führer

yathā candram vinā rātriḥ yathā gāvaḥ vinā vṛṣam / evam hi bhavitā rāṣṭram yatra rājā na dṛśyate

'wie die Nacht ohne den Mond, wie die Kühe ohne den Stier – so wird das Reich sein, in dem kein König zu sehen ist.'

Wort für Wort
yathā candram vinā rātriḥ
wie die Nacht ohne den Mond
yathā gāvaḥ vinā vṛṣam
wie die Kühe ohne den Stier
evam hi bhavitā rāṣṭram
so wird das Reich sein
yatra rājā na dṛśyate
in dem kein König zu sehen ist

iti tasya vacaḥ śrutvā sāntva-pūrvam iva artha-vat / abhyakīryata śokena bhūyaḥ eva mahī-patiḥ

Als er diese seine Worte hörte, so wohlmeinend und sinnvoll, wurde der Herrscher der Erde abermals ganz von Kummer überflutet.

Wort für Wort
iti tasya vacaḥ śrutvā
als er diese seine Worte hörte
sāntva-pūrvam iva artha-vat
so wohlmeinend und sinnvoll wie
abhyakīryata śokena
wurde er von Kummer überflutet
bhūyaḥ eva mahī-patiḥ
der Herrscher der Erde, wiederum

tataḥ sa rājā tam sūtam sanna-harṣaḥ sutam prati / śoka-ārakta-īkṣaṇaḥ śrīmān udvīkṣya uvāca dhārmikaḥ

Da sprach der König, dessen Freude im Hinblick auf den Sohn geschwunden war, mit vom Kummer geröteten Augen, der Glanzvolle, der Rechtschaffene, zum Wagenlenker aufblickend:

Wort für Wort
tataḥ sa rājā tam sūtam
da der König, zu dem Wagenlenker
sanna-harṣaḥ sutam prati
dessen Freude im Hinblick auf den Sohn geschwunden war
śoka-ārakta-īkṣaṇaḥ
mit vom Kummer geröteten Augen
śrīmān udvīkṣya uvāca dhārmikaḥ
der Glanzvolle, aufblickend, sprach der Rechtschaffene

vākyaiḥ tu khalu marmāṇi mama bhūyaḥ nikṛntasi / sumantraḥ karuṇam śrutvā dṛṣṭvā dīnam ca pārthivam

'Mit solchen Worten zerschneidest du fürwahr abermals meine verwundbarsten Stellen' – als Sumantra dies kläglich hörte und den elenden Herrscher sah,

Wort für Wort
vākyaiḥ tu khalu marmāṇi
mit Worten fürwahr die verwundbaren Stellen
mama bhūyaḥ nikṛntasi
zerschneidest du abermals mir
sumantraḥ karuṇam śrutvā
als Sumantra dies kläglich hörte
dṛṣṭvā dīnam ca pārthivam
und den elenden Herrscher sah

pragṛhīta-añjaliḥ kiṃcit tasmāt deśāt apākraman / yadā vaktum svayam dainyāt na śaśāka mahī-patiḥ

trat er, die Hände ein wenig gefaltet, von jenem Ort ein Stück zurück, als der Herrscher aus Elend selbst nicht mehr zu sprechen vermochte.

Wort für Wort
pragṛhīta-añjaliḥ kiṃcit
die Hände ein wenig gefaltet
tasmāt deśāt apākraman
von jenem Ort zurücktretend
yadā vaktum svayam dainyāt
als er selbst aus Elend zu sprechen
na śaśāka mahī-patiḥ
nicht mehr vermochte, der Herrscher

tadā sumantram mantra-jñā kaikeyī pratyuvāca ha / sumantra rājā rajanīm rāma-harṣa-samutsukaḥ

Da erwiderte Kaikeyī, die Kundige des Rats, dem Sumantra: 'Sumantra, der König, voll Verlangen nach Rāmas Freude, hat die Nacht durchwacht —

Wort für Wort
tadā sumantram mantra-jñā
da dem Sumantra, die Kundige des Rats
kaikeyī pratyuvāca ha
Kaikeyī erwiderte
sumantra rājā rajanīm
Sumantra, der König, die Nacht
rāma-harṣa-samutsukaḥ
voll Verlangen nach Rāmas Freude

prajāgara-pariśrāntaḥ nidrā-vaśam upeyuvān / tat gaccha tvaritam sūta rāja-putram yaśasvinam

– und, vom Wachbleiben erschöpft, ist er in den Schlaf gesunken. Darum geh eilends, Wagenlenker, zu dem ruhmreichen Königssohn.'

Wort für Wort
prajāgara-pariśrāntaḥ
vom Wachbleiben erschöpft
nidrā-vaśam upeyuvān
ist er der Macht des Schlafes verfallen
tat gaccha tvaritam sūta
darum geh eilends, Wagenlenker
rāja-putram yaśasvinam
zu dem ruhmreichen Königssohn

rāmam ānaya bhadram te na atra kāryā vicāraṇā / sa manyamānaḥ kalyāṇam hṛdayena nananda ca

'Bringe Rāma her, Segen sei mit dir – hierbei ist kein Bedenken nötig.' Er, das für gut haltend, freute sich im Herzen

Wort für Wort
rāmam ānaya bhadram te
bringe Rāma her, Segen sei mit dir
na atra kāryā vicāraṇā
hier ist kein Bedenken nötig
sa manyamānaḥ kalyāṇam
er, das für gut haltend
hṛdayena nananda ca
freute sich im Herzen

nirjagāma ca samprītyā tvaritaḥ rāja-śāsanāt / sumantraḥ cintayāmāsa tvaritam coditaḥ tayā

und ging voll Freude eilends auf des Königs Geheiß hinaus; Sumantra überlegte, von ihr eilends angetrieben:

Wort für Wort
nirjagāma ca samprītyā
und ging voll Freude hinaus
tvaritaḥ rāja-śāsanāt
eilends auf des Königs Geheiß
sumantraḥ cintayāmāsa
Sumantra überlegte
tvaritam coditaḥ tayā
eilends von ihr angetrieben

vyaktam rāmaḥ abhiṣeka-artham iha āyāsyati dharma-vit / iti sūtaḥ matim kṛtvā harṣeṇa mahatā vṛtaḥ

'Gewiss wird der rechtskundige Rāma zum Zwecke der Weihe hierherkommen' – so, zu diesem Gedanken gelangt, von großer Freude erfüllt, ging der Wagenlenker

Wort für Wort
vyaktam rāmaḥ abhiṣeka-artham
gewiss wird Rāma zum Zwecke der Weihe
iha āyāsyati dharma-vit
hierherkommen, der Rechtskundige
iti sūtaḥ matim kṛtvā
so, zu diesem Gedanken gelangt, der Wagenlenker
harṣeṇa mahatā vṛtaḥ
von großer Freude erfüllt

nirjagāma mahā-bāho rāghavasya didṛkṣayā / sāgara-hrada-saṃkāśāt sumantraḥ antaḥ-purāt śubhāt

hinaus, o Starkarmiger, im Verlangen, Rāghava zu sehen, aus dem einem Ozean-See gleichenden, glückverheißenden inneren Gemach, Sumantra.

Wort für Wort
nirjagāma mahā-bāho
er ging hinaus, o Starkarmiger
rāghavasya didṛkṣayā
im Verlangen, Rāghava zu sehen
sāgara-hrada-saṃkāśāt
aus dem einem Ozean-See gleichenden
sumantraḥ antaḥ-purāt śubhāt
Sumantra, aus dem glückverheißenden inneren Gemach

niṣkramya jana-sambādham dadarśa dvāram agrataḥ / tataḥ purastāt sā

Nachdem er hinausgetreten war, sah er vor sich das von Menschen gedrängte Tor, und von dort schritt er weiter voran.

Wort für Wort
niṣkramya jana-sambādham
nachdem er hinausgetreten war, das von Menschen gedrängte
dadarśa dvāram agrataḥ
sah er das Tor vor sich
tataḥ purastāt sā
von dort daraufhin schritt er weiter

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