Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 50: Gaṅgā Darśanam Guha Sambandhaḥ
Rāma zieht durch Kosala, erblickt die heilige Gaṅgā bei Śṛṅgiberapura und wird dort von seinem Freund, dem Niṣāda-Fürsten Guha, freudig empfangen und bewirtet, lehnt aber dessen Gaben für sich selbst ab und bittet nur um Futter für die Pferde
viśālān kosalān ramyān yātvā lakṣmaṇapūrvajaḥ |
ayodhyābhimukho dhīmān prāñjalir vākyam abravīt ||
Nachdem der ältere Bruder Lakṣmaṇas durch die weiten, lieblichen Lande Kosala gezogen war, sprach der Weise, nach Ayodhyā gewandt, mit gefalteten Händen dieses Wort:
Wort für Wort viśālān kosalān ramyān yātvā nachdem er durch die weiten, lieblichen Lande Kosala gezogen war lakṣmaṇapūrvajaḥ der ältere Bruder Lakṣmaṇas ayodhyābhimukhaḥ dhīmān nach Ayodhyā gewandt, der Weise prāñjaliḥ vākyam abravīt sprach mit gefalteten Händen das Wort āpṛcche tvāṃ purīśreṣṭhe kākutsthaparipālite |
daivatāni ca yāni tvāṃ pālayanty āvasanti ca ||
Ich nehme Abschied von dir, du vortrefflichste Stadt, die von den Kākutstha-Königen behütet wird, und von den Gottheiten, die dich beschützen und in dir wohnen.
Wort für Wort āpṛcche tvām purīśreṣṭhe ich nehme Abschied von dir, vortrefflichste Stadt kākutsthaparipālite die von den Kākutstha-Königen behütet wird daivatāni ca yāni tvām und von den Gottheiten, die dich pālayanti āvasanti ca beschützen und in dir wohnen nivṛttavanavāsas tvām anṛṇo jagatīpateḥ |
punar drakṣyāmi mātrā ca pitrā ca saha saṃgataḥ ||
Aus dem Waldleben zurückgekehrt, frei von meiner Schuld gegenüber dem Herrn der Erde, werde ich dich wiedersehen, mit meiner Mutter und meinem Vater vereint.
Wort für Wort nivṛttavanavāsaḥ tvām aus dem Waldleben zurückgekehrt, dich anṛṇaḥ jagatīpateḥ frei von Schuld gegenüber dem Herrn der Erde punaḥ drakṣyāmi werde ich wiedersehen mātrā ca pitrā ca saha saṃgataḥ mit Mutter und Vater vereint tato rudhiratāmrākṣo bhujam udyamya dakṣiṇam |
aśrupūrṇamukho dīno 'bravīj jānapadaṃ janam ||
Dann, seine Augen blutrot, den rechten Arm erhebend, mit tränenerfülltem, kläglichem Gesicht, sprach er zu dem Landvolk:
Wort für Wort tataḥ rudhiratāmrākṣaḥ dann, mit blutroten Augen bhujam udyamya dakṣiṇam den rechten Arm erhebend aśrupūrṇamukhaḥ dīnaḥ mit tränenerfülltem, kläglichem Gesicht abravīt jānapadam janam sprach er zu dem Landvolk anukrośo dayā caiva yathārhaṃ mayi vaḥ kṛtaḥ |
ciraṃ duḥkhasya pāpīyo gamyatām arthasiddhaye ||
Mitgefühl und Erbarmen habt ihr mir gebührend erwiesen; lange schon zieht sich das üble Leid – kehrt nun heim, um euren Anliegen nachzugehen.
Wort für Wort anukrośaḥ dayā ca eva Mitgefühl und Erbarmen yathārham mayi vaḥ kṛtaḥ habt ihr mir gebührend erwiesen ciram duḥkhasya pāpīyaḥ lange schon das üble Leid gamyatām arthasiddhaye kehrt heim, um euren Anliegen nachzugehen te 'bhivādya mahātmānaṃ kṛtvā cāpi pradakṣiṇam |
vilapanto narā ghoraṃ vyatiṣṭhanta kvacit kvacit ||
Sie, den Großmütigen begrüßend und auch die Umschreitung vollziehend, blieben, schrecklich klagend, hier und dort zurück.
Wort für Wort te abhivādya mahātmānam sie, den Großmütigen begrüßend kṛtvā ca api pradakṣiṇam und auch die Umschreitung vollziehend vilapantaḥ narāḥ ghoram schrecklich klagend, die Menschen vyatiṣṭhanta kvacit kvacit blieben hier und dort zurück tathā vilapatāṃ teṣām atṛptānāṃ ca rāghavaḥ |
acakṣurviṣayaṃ prāyād yathārkaḥ kṣaṇadāmukhe ||
Während sie so klagten und unbefriedigt blieben, entschwand Rāghava ihrem Blick, wie die Sonne beim Anbruch der Nacht.
Wort für Wort tathā vilapatām teṣām während sie so klagten atṛptānām ca und unbefriedigt blieben rāghavaḥ acakṣurviṣayam prāyāt entschwand Rāghava ihrem Blickfeld yathā arkaḥ kṣaṇadāmukhe wie die Sonne beim Anbruch der Nacht tato dhānyadhanopetān dānaśīlajanān śivān |
akutaścidbhayān ramyāṃś caityayūpasamāvṛtān ||
Dann durchzog er Länder, reich an Korn und Reichtum, mit freigebigen, heilvollen Menschen, ohne jede Furcht, lieblich, von Opferpfählen an heiligen Stätten umgeben,
Wort für Wort tataḥ dhānyadhanopetān dann, reich an Korn und Reichtum dānaśīlajanān śivān mit freigebigen, heilvollen Menschen akutaścidbhayān ramyān ohne jede Furcht, lieblich caityayūpasamāvṛtān von Opferpfählen an heiligen Stätten umgeben udyānāmravanopetān sampannasalilāśayān |
tuṣṭapuṣṭajanākīrṇān gokulākulasevitān ||
mit Gärten und Mangohainen versehen, mit reichlichen Wasserstellen, voll zufriedener, wohlgenährter Menschen, von Kuhherden belebt und besucht,
Wort für Wort udyānāmravanopetān mit Gärten und Mangohainen versehen sampannasalilāśayān mit reichlichen Wasserstellen tuṣṭapuṣṭajanākīrṇān voll zufriedener, wohlgenährter Menschen gokulākulasevitān von Kuhherden belebt und besucht lakṣaṇīyān narendrāṇāṃ brahmaghoṣābhināditān |
rathena puruṣavyāghraḥ kosalān atyavartata ||
beachtenswert für Fürsten, widerhallend vom Klang der Veden-Rezitation – so durchquerte der Tiger unter den Männern mit seinem Wagen die Lande Kosala.
Wort für Wort lakṣaṇīyān narendrāṇām beachtenswert für Fürsten brahmaghoṣābhināditān widerhallend vom Klang der Veden-Rezitation rathena puruṣavyāghraḥ mit seinem Wagen, der Tiger unter den Männern kosalān atyavartata durchquerte die Lande Kosala madhyena muditaṃ sphītaṃ ramyodyānasamākulam |
rājyaṃ bhogyaṃ narendrāṇāṃ yayau dhṛtimatāṃ varaḥ ||
Mitten hindurch zog der Vortrefflichste der Standhaften durch das freudige, blühende, von lieblichen Gärten durchsetzte, für Fürsten begehrenswerte Reich.
Wort für Wort madhyena muditam sphītam mitten hindurch, das freudige, blühende ramyodyānasamākulam von lieblichen Gärten durchsetzte rājyam bhogyam narendrāṇām das für Fürsten begehrenswerte Reich yayau dhṛtimatām varaḥ zog der Vortrefflichste der Standhaften tatra tripathagāṃ divyāṃ śivatoyām aśaivalām |
dadarśa rāghavo gaṅgāṃ puṇyām ṛṣiniṣevitām ||
Dort erblickte Rāghava die göttliche, dreifach fließende Gaṅgā, mit heilsamem, algenfreiem Wasser, die heilige, von Weisen besuchte,
Wort für Wort tatra tripathagām divyām dort die göttliche, dreifach fließende śivatoyām aśaivalām mit heilsamem, algenfreiem Wasser dadarśa rāghavaḥ gaṅgām erblickte Rāghava die Gaṅgā puṇyām ṛṣiniṣevitām die heilige, von Weisen besuchte āśramair avidūrasthaiḥ śrīmadbhiḥ samalaṃkṛtām |
kāle 'psarobhir hṛṣṭābhiḥ sevitāṃbhohradāṃ śivām ||
geschmückt von nicht fernen, glanzvollen Einsiedeleien, deren heilvolle Wasserbecken zur rechten Zeit von frohen Apsaras aufgesucht werden,
Wort für Wort āśramaiḥ avidūrasthaiḥ von nicht fernen Einsiedeleien śrīmadbhiḥ samalaṃkṛtām glanzvollen, geschmückt kāle apsarobhiḥ hṛṣṭābhiḥ zur rechten Zeit von frohen Apsaras sevitāṃbhohradām śivām deren heilvolle Wasserbecken aufgesucht werden devadānavagandharvaiḥ kinnarair upaśobhitām |
nāgagandharvapatnībhiḥ sevitāṃ satataṃ śivām ||
geziert von Göttern, Dānavas, Gandharvas und Kinnaras, stets besucht von den Gattinnen der Nāgas und Gandharvas, die heilvolle,
Wort für Wort devadānavagandharvaiḥ von Göttern, Dānavas, Gandharvas kinnaraiḥ upaśobhitām und Kinnaras geziert nāgagandharvapatnībhiḥ von den Gattinnen der Nāgas und Gandharvas sevitām satatam śivām stets besucht, die heilvolle devākrīḍaśatākīrṇāṃ devodyānaśatāyutām |
devārtham ākāśagamāṃ vikhyātāṃ devapadminīm ||
übersät mit hundert Spielplätzen der Götter, verbunden mit hundert Göttergärten, um der Götter willen durch den Himmel ziehend, die berühmte Götterlotusteich-Gaṅgā,
Wort für Wort devākrīḍaśatākīrṇām übersät mit hundert Spielplätzen der Götter devodyānaśatāyutām verbunden mit hundert Göttergärten devārtham ākāśagamām um der Götter willen durch den Himmel ziehend vikhyātām devapadminīm die berühmte Götterlotusteich-Gaṅgā jalaghātāṭṭahāsogrāṃ phenanirmalahāsinīm |
kvacid veṇīkṛtajalāṃ kvacid āvartaśobhitām ||
mit dem furchtbaren, laut lachenden Anprall ihres Wassers, mit reinem Schaum wie lächelnd, hier ihr Wasser zu Flechten geformt, dort von Wirbeln geziert,
Wort für Wort jalaghātāṭṭahāsogrām mit dem furchtbaren, laut lachenden Anprall des Wassers phenanirmalahāsinīm mit reinem Schaum wie lächelnd kvacit veṇīkṛtajalām hier ihr Wasser zu Flechten geformt kvacit āvartaśobhitām dort von Wirbeln geziert kvacit stimitagambhīrāṃ kvacid vegajalākulām |
kvacid gambhīranirghoṣāṃ kvacid bhairavanisvanām ||
hier still und tief, dort von reißendem Wasser aufgewühlt, hier mit tiefem Grollen, dort mit furchterregendem Tosen,
Wort für Wort kvacit stimitagambhīrām hier still und tief kvacit vegajalākulām dort von reißendem Wasser aufgewühlt kvacit gambhīranirghoṣām hier mit tiefem Grollen kvacit bhairavanisvanām dort mit furchterregendem Tosen devasaṃghāplutajalāṃ nirmalotpalaśobhitām |
kvacid ābhogapulināṃ kvacin narmalavālukām ||
mit von Götterscharen durchbadetem Wasser, geziert mit reinen Lotosblüten, hier mit weiten Sandbänken, dort mit spielerischem Sand,
Wort für Wort devasaṃghāplutajalām mit von Götterscharen durchbadetem Wasser nirmalotpalaśobhitām geziert mit reinen Lotosblüten kvacit ābhogapulinām hier mit weiten Sandbänken kvacit narmalavālukām dort mit spielerischem Sand haṃsasārasasaṃghuṣṭāṃ cakravākopakūjitām |
sadā madaiś ca vihagair abhisaṃnāditāṃ tathā ||
widerhallend vom Ruf der Schwäne und Kraniche, umkost vom Klagen der Cakravāka-Vögel, stets von trunkenen Vögeln durchtönt,
Wort für Wort haṃsasārasasaṃghuṣṭām widerhallend vom Ruf der Schwäne und Kraniche cakravākopakūjitām umkost vom Klagen der Cakravāka-Vögel sadā madaiḥ ca vihagaiḥ stets von trunkenen Vögeln abhisaṃnāditām tathā ebenso durchtönt kvacit tīraruhair vṛkṣair mālābhir iva śobhitām |
kvacit phullotpalacchannāṃ kvacit padmavanākulām ||
hier von den am Ufer wachsenden Bäumen wie mit Kränzen geziert, dort von aufgeblühten Lotosblüten bedeckt, dort von Lotoswäldern durchsetzt,
Wort für Wort kvacit tīraruhaiḥ vṛkṣaiḥ hier von den am Ufer wachsenden Bäumen mālābhiḥ iva śobhitām wie mit Kränzen geziert kvacit phullotpalacchannām dort von aufgeblühten Lotosblüten bedeckt kvacit padmavanākulām dort von Lotoswäldern durchsetzt kvacit kumudaṣaṇḍaiś ca kuḍmalair upaśobhitām |
nānāpuṣparajodhvastāṃ samadām iva ca kvacit ||
hier von Feldern weißer Seerosen und ihren Knospen geziert, mit dem Blütenstaub mancherlei Blumen bedeckt, hier gleichsam berauscht,
Wort für Wort kvacit kumudaṣaṇḍaiḥ ca hier von Feldern weißer Seerosen kuḍmalaiḥ upaśobhitām und ihren Knospen geziert nānāpuṣparajodhvastām mit dem Blütenstaub mancherlei Blumen bedeckt samadām iva ca kvacit hier gleichsam berauscht vyapetamalasaṃghātāṃ maṇinirmaladarśanām |
diśāgajair vanagajair mattaiś ca varavāraṇaiḥ ||
frei von aller Unreinheit, von juwelenhaft reinem Anblick, von den Weltenelefanten, von wilden Waldelefanten und trunkenen, vortrefflichen Elefanten,
Wort für Wort vyapetamalasaṃghātām frei von aller Unreinheit maṇinirmaladarśanām von juwelenhaft reinem Anblick diśāgajaiḥ vanagajaiḥ von den Weltenelefanten, von wilden Waldelefanten mattaiḥ ca varavāraṇaiḥ und von trunkenen, vortrefflichen Elefanten pramadām iva yatnena bhūṣitāṃ bhūṣaṇottamaiḥ ||
gleichsam geziert wie eine sorgfältig mit den vortrefflichsten Schmuckstücken geschmückte junge Frau.
Wort für Wort pramadām iva yatnena gleichsam sorgfältig wie eine junge Frau bhūṣitām bhūṣaṇottamaiḥ geschmückt mit den vortrefflichsten Schmuckstücken phalaiḥ puṣpaiḥ kisalayair vṛtāṃ gulmair dvijais tathā |
śiṃśumāraiś ca nakraiś ca bhujaṃgaiś ca niṣevitām ||
umgeben von Früchten, Blüten, jungen Sprossen und Gebüsch, ebenso von Vögeln, bewohnt von Krokodilen, Alligatoren und Schlangen,
Wort für Wort phalaiḥ puṣpaiḥ kisalayaiḥ vṛtām umgeben von Früchten, Blüten, jungen Sprossen gulmaiḥ dvijaiḥ tathā von Gebüsch, ebenso von Vögeln śiṃśumāraiḥ ca nakraiḥ ca von Krokodilen und Alligatoren bhujaṃgaiḥ ca niṣevitām und von Schlangen bewohnt viṣṇupādacyutāṃ divyām apāpām pāpanāśinīm |
tāṃ śaṅkarajaṭājūṭād bhraṣṭāṃ sāgaratejasā ||
die göttliche, aus Viṣṇus Fuß entsprungene, sündenlose, Sünden vernichtende, die aus Śaṅkaras Haarflechten herabgestürzte, durch die Kraft des Ozeans,
Wort für Wort viṣṇupādacyutām divyām die göttliche, aus Viṣṇus Fuß entsprungene apāpām pāpanāśinīm sündenlose, Sünden vernichtende tām śaṅkarajaṭājūṭāt sie, aus Śaṅkaras Haarflechten bhraṣṭām sāgaratejasā herabgestürzt, durch die Kraft des Ozeans samudramahiṣīṃ gaṅgāṃ sārasakrauñcanāditām |
āsasāda mahābāhuḥ śṛṅgiberapuraṃ prati ||
die Gaṅgā, die Königin des Meeres, widerhallend vom Ruf der Kraniche und Krauñca-Vögel – zu ihr gelangte der Langarmige, nahe der Stadt Śṛṅgiberapura.
Wort für Wort samudramahiṣīm gaṅgām die Gaṅgā, die Königin des Meeres sārasakrauñcanāditām widerhallend vom Ruf der Kraniche und Krauñca-Vögel āsasāda mahābāhuḥ zu ihr gelangte der Langarmige śṛṅgiberapuram prati nahe der Stadt Śṛṅgiberapura tām ūrmikalilāvartām anvavekṣya mahārathaḥ |
sumantram abravīt sūtam ihaiva adya vasāmahe ||
Als der große Wagenkämpfer sie erblickte, mit ihren wellenreichen Strudeln, sprach er zu dem Wagenlenker Sumantra: „Hier wollen wir heute verweilen.“
Wort für Wort tām ūrmikalilāvartām sie, mit ihren wellenreichen Strudeln anvavekṣya mahārathaḥ erblickend, der große Wagenkämpfer sumantram abravīt sūtam sprach er zum Wagenlenker Sumantra iha eva adya vasāmahe hier wollen wir heute verweilen avidūrāt ayaṃ nadyā bahupuṣpapravālavān |
sumahān iṅgudīvṛkṣo vasāmo 'tra eva sārathe ||
Nicht weit vom Fluss steht dort ein großer Iṅgudī-Baum, reich an Blüten und jungen Trieben; dort wollen wir verweilen, Wagenlenker.
Wort für Wort avidūrāt ayam nadyā nicht weit vom Fluss bahupuṣpapravālavān reich an Blüten und jungen Trieben sumahān iṅgudīvṛkṣaḥ der große Iṅgudī-Baum vasāmaḥ atra eva sārathe dort wollen wir verweilen, Wagenlenker drakṣyāmaḥ saritāṃ śreṣṭhāṃ sammānyasalilāṃ śivām |
devadānavagandharvamṛgamānuṣapakṣiṇām ||
Wir werden den vortrefflichsten der Flüsse sehen, dessen Wasser verehrungswürdig, heilvoll ist, den von Göttern, Dānavas, Gandharvas, Tieren, Menschen und Vögeln aufgesuchten.
Wort für Wort drakṣyāmaḥ saritām śreṣṭhām wir werden den vortrefflichsten der Flüsse sehen sammānyasalilām śivām dessen Wasser verehrungswürdig, heilvoll ist devadānavagandharva von Göttern, Dānavas, Gandharvas mṛgamānuṣapakṣiṇām Tieren, Menschen und Vögeln (aufgesucht) lakṣmaṇaś ca sumantraś ca bāḍham ity eva rāghavam |
uktvā tam iṅgudīvṛkṣaṃ tadopayayatur hayaiḥ ||
Lakṣmaṇa und Sumantra, „So sei es“ zu Rāghava sagend, lenkten daraufhin mit den Rossen zu jenem Iṅgudī-Baum hin.
Wort für Wort lakṣmaṇaḥ ca sumantraḥ ca Lakṣmaṇa und Sumantra bāḍham iti eva rāghavam „So sei es“ zu Rāghava uktvā tam iṅgudīvṛkṣam sagend, zu jenem Iṅgudī-Baum tadā upayayatuḥ hayaiḥ lenkten sie da mit den Rossen rāmo 'bhiyāya taṃ ramyaṃ vṛkṣam ikṣvākunandanaḥ |
rathād avātarat tasmāt sabhāryaḥ saha lakṣmaṇaḥ ||
Rāma, der Sproß der Ikṣvāku, gelangte zu jenem lieblichen Baum und stieg von dem Wagen herab, mit seiner Gattin und mit Lakṣmaṇa.
Wort für Wort rāmaḥ abhiyāya tam ramyam Rāma, zu jenem lieblichen vṛkṣam ikṣvākunandanaḥ Baum gelangend, der Sproß der Ikṣvāku rathāt avātarat tasmāt stieg von jenem Wagen herab sabhāryaḥ saha lakṣmaṇaḥ mit seiner Gattin und mit Lakṣmaṇa sumantro 'py avatīryaiva mocayitvā hayottamān |
vṛkṣamūlagataṃ rāmam upatasthe kṛtāñjaliḥ ||
Auch Sumantra stieg herab, spannte die vortrefflichen Rosse aus und trat, mit gefalteten Händen, vor Rāma, der am Fuß des Baumes weilte.
Wort für Wort sumantraḥ api avatīrya eva auch Sumantra, herabsteigend mocayitvā hayottamān die vortrefflichen Rosse ausspannend vṛkṣamūlagatam rāmam vor Rāma, der am Fuß des Baumes weilte upatasthe kṛtāñjaliḥ trat er mit gefalteten Händen tatra rājā guho nāma rāmasyātmasamaḥ sakhā |
niṣādajātyo balavān sthapatiś ceti viśrutaḥ ||
Dort lebte ein König namens Guha, Rāmas Freund, ihm gleich an Seele, ein kraftvoller Angehöriger des Niṣāda-Volkes, bekannt auch als Sthapati (Fürst).
Wort für Wort tatra rājā guhaḥ nāma dort ein König namens Guha rāmasya ātmasamaḥ sakhā Rāmas Freund, ihm gleich an Seele niṣādajātyaḥ balavān ein kraftvoller Angehöriger des Niṣāda-Volkes sthapatiḥ ca iti viśrutaḥ bekannt auch als Sthapati sa śrutvā puruṣavyāghraṃ rāmaṃ viṣayam āgatam |
vṛddhaiḥ parivṛto 'mātyair jñātibhiś cāpy upāgataḥ ||
Als er hörte, dass der Tiger unter den Männern, Rāma, in sein Gebiet gekommen war, kam er, von alten Ministern und Verwandten umgeben, herbei.
Wort für Wort sa śrutvā puruṣavyāghram als er hörte, den Tiger unter den Männern rāmam viṣayam āgatam dass Rāma in sein Gebiet gekommen war vṛddhaiḥ parivṛtaḥ amātyaiḥ von alten Ministern umgeben jñātibhiḥ ca api upāgataḥ und von Verwandten kam er herbei tato niṣādādhipatiṃ dṛṣṭvā dūrād avasthitam |
saha saumitriṇā rāmaḥ samāgacchad guhena saḥ ||
Als Rāma dann den Fürsten der Niṣādas von ferne erblickte, ging er, zusammen mit dem Sohn der Sumitrā, Guha entgegen.
Wort für Wort tataḥ niṣādādhipatim dann den Fürsten der Niṣādas dṛṣṭvā dūrāt avasthitam von ferne stehend erblickend saha saumitriṇā rāmaḥ zusammen mit dem Sohn der Sumitrā, Rāma samāgacchat guhena saḥ ging er Guha entgegen tam ārtaḥ sampariṣvajya guho rāghavam abravīt |
yathāyodhyā tathedaṃ te rāma kiṃ karavāṇi te ||
Ihn umarmend, von Kummer bewegt, sprach Guha zu Rāghava: „Dies hier ist wie Ayodhyā für dich, Rāma – was soll ich für dich tun?“
Wort für Wort tam ārtaḥ sampariṣvajya ihn umarmend, von Kummer bewegt guhaḥ rāghavam abravīt sprach Guha zu Rāghava yathā ayodhyā tathā idam te wie Ayodhyā, so dies für dich rāma kim karavāṇi te Rāma, was soll ich für dich tun tataḥ guṇavad annādyam upādāya pṛthagvidham |
arghyaṃ copānayat kṣipraṃ vākyaṃ cedam uvāca ha ||
Dann brachte er mannigfache, vortreffliche Speisen herbei, reichte rasch die Ehrengabe (Arghya) dar und sprach dieses Wort:
Wort für Wort tataḥ guṇavat annādyam dann vortreffliche Speisen upādāya pṛthagvidham mannigfach herbeibringend arghyam ca upānayat kṣipram und reichte rasch die Ehrengabe dar vākyam ca idam uvāca ha und sprach dieses Wort svāgataṃ te mahābāho tavaiyam akhilā mahī |
vayaṃ preṣyā bhavān bhartā sādhu rājyaṃ praśādhi naḥ ||
„Willkommen, o Langarmiger! Diese ganze Erde ist dein; wir sind deine Diener, du unser Herr – herrsche gütig über unser Reich.“
Wort für Wort svāgatam te mahābāho willkommen, o Langarmiger tava iyam akhilā mahī diese ganze Erde ist dein vayam preṣyāḥ bhavān bhartā wir sind deine Diener, du unser Herr sādhu rājyam praśādhi naḥ herrsche gütig über unser Reich bhakṣyaṃ bhojyaṃ ca peyaṃ ca lehyaṃ ca idam upasthitam |
śayanāni ca mukhyāni vājinām khādanaṃ ca te ||
„Speise zum Essen, Trinken und Schlecken steht hier bereit, ebenso vortreffliche Lager und Futter für deine Rosse.“
Wort für Wort bhakṣyam bhojyam ca peyam ca Speise zum Essen und Trinken lehyam ca idam upasthitam und zum Schlecken steht hier bereit śayanāni ca mukhyāni und vortreffliche Lager vājinām khādanam ca te und Futter für deine Rosse guham eva bruvāṇaṃ taṃ rāghavaḥ pratyuvāca ha ||
Auf Guhas so sprechende Worte erwiderte Rāghava:
Wort für Wort guham eva bruvāṇam tam auf Guhas so sprechende Worte rāghavaḥ pratyuvāca ha erwiderte Rāghava arcitāś caiva hṛṣṭāś ca bhavatā sarvathā vayam |
padbhyām abhigamāc caiva sneha saṃdarśanena ca ||
„Geehrt und erfreut sind wir von dir in jeder Weise worden, durch dein Herbeieilen zu Fuß und durch die Bekundung deiner Zuneigung.“
Wort für Wort arcitāḥ ca eva hṛṣṭāḥ ca geehrt und auch erfreut bhavatā sarvathā vayam sind wir von dir in jeder Weise worden padbhyām abhigamāt ca eva durch dein Herbeieilen zu Fuß sneha saṃdarśanena ca und durch die Bekundung deiner Zuneigung bhujābhyāṃ sādhu vṛttābhyāṃ pīḍayan vākyam abravīt |
diṣṭyā tvāṃ guha paśyāmi arogaṃ saha bāndhavaiḥ ||
Ihn mit seinen wohlgeformten Armen fest umschließend, sprach er: „Zum Glück sehe ich dich, Guha, gesund, zusammen mit deinen Verwandten.“
Wort für Wort bhujābhyām sādhu vṛttābhyām mit seinen wohlgeformten Armen pīḍayan vākyam abravīt fest umschließend, sprach er diṣṭyā tvām guha paśyāmi zum Glück sehe ich dich, Guha arogam saha bāndhavaiḥ gesund, zusammen mit deinen Verwandten api te kuśalaṃ rāṣṭre mitreṣu ca dhaneṣu ca |
yat tu idaṃ bhavatā kiṃcit prītyā samupakalpitam |
sarvaṃ tad anujānāmi na hi varte pratigrahe ||
„Geht es dir wohl in deinem Reich, bei deinen Freunden und deinem Besitz? Was du mir aber aus Zuneigung zubereitet hast – all das lehne ich dankend ab, denn ich darf nichts annehmen.“
Wort für Wort api te kuśalam rāṣṭre geht es dir wohl in deinem Reich mitreṣu ca dhaneṣu ca bei deinen Freunden und deinem Besitz yat tu idam bhavatā kiñcit prītyā samupakalpitam was du mir aus Zuneigung zubereitet hast sarvam tat anujānāmi na hi varte pratigrahe all das lehne ich ab, denn ich darf nichts annehmen kuśacīrājinadharaṃ phalamūlāśanaṃ ca mām |
viddhi praṇihitaṃ dharme tāpasaṃ vanagocaram ||
„Wisse, dass ich, Kuśagras, Rindenkleid und Fell tragend, von Früchten und Wurzeln lebend, der Rechtschaffenheit ergeben bin, ein Büßer, im Wald lebend.“
Wort für Wort kuśacīrājinadharam Kuśagras, Rindenkleid und Fell tragend phalamūlāśanam ca mām und mich, von Früchten und Wurzeln lebend viddhi praṇihitam dharme wisse, der Rechtschaffenheit ergeben tāpasam vanagocaram ein Büßer, im Wald lebend aśvānāṃ khādanenāhaṃ arthī nānyena kenacit |
etāvatā atra bhavatā bhaviṣyāmi supūjitaḥ ||
„Nur um Futter für die Pferde ersuche ich, um nichts anderes; damit allein werde ich von dir hier bereits vortrefflich geehrt sein.“
Wort für Wort aśvānām khādanena aham um Futter für die Pferde ich arthī na anyena kenacit ersuche, um nichts anderes etāvatā atra bhavatā damit allein, von dir hier bhaviṣyāmi supūjitaḥ werde ich vortrefflich geehrt sein ete hi dayitā rājñaḥ pitur daśarathasya me |
etaiḥ suvihitair aśvair bhaviṣyāmy ahaṃ arcitaḥ ||
„Denn diese Rosse sind meinem Vater, dem König Daśaratha, teuer; wenn diese gut versorgt sind, werde ich damit geehrt sein.“
Wort für Wort ete hi dayitāḥ rājñaḥ denn diese sind teuer dem König pituḥ daśarathasya me meinem Vater Daśaratha etaiḥ suvihitaiḥ aśvaiḥ durch diese gut versorgten Rosse bhaviṣyāmi aham arcitaḥ werde ich geehrt sein aśvānāṃ pratipānaṃ ca khādanaṃ caiva so 'nvaśāt |
guhas tatraiva puruṣāṃs tvaritaṃ dīyatām iti ||
Da befahl Guha sogleich seinen Männern, den Pferden Trank und Futter zu geben: „Rasch soll es gereicht werden!“
Wort für Wort aśvānām pratipānam ca den Pferden Trank khādanam ca eva saḥ anvaśāt und Futter, das befahl er guhaḥ tatra eva puruṣān Guha sogleich seinen Männern tvaritam dīyatām iti rasch soll es gereicht werden tataś cīrottarāsaṅgaḥ saṃdhyām anvāsya paścimām |
jalam evādade bhojyaṃ lakṣmaṇenāhṛtaṃ svayam ||
Dann, sein Rindengewand als Übergewand tragend, verehrte er die abendliche Dämmerung und nahm als Speise nur Wasser zu sich, das Lakṣmaṇa selbst herbeigebracht hatte.
Wort für Wort tataḥ cīrottarāsaṅgaḥ dann, sein Rindengewand als Übergewand tragend saṃdhyām anvāsya paścimām die abendliche Dämmerung verehrend jalam eva ādade bhojyam nahm er nur Wasser als Speise zu sich lakṣmaṇena āhṛtam svayam das Lakṣmaṇa selbst herbeigebracht hatte tasya bhūmau śayānasya pādau prakṣālya lakṣmaṇaḥ |
sabhāryasya tato 'bhyetya tasthau vṛkṣam upāśritaḥ ||
Nachdem Lakṣmaṇa ihm, der mit seiner Gattin am Boden lag, die Füße gewaschen hatte, trat er heran und stand dann, an einen Baum gelehnt.
Wort für Wort tasya bhūmau śayānasya ihm, der auf dem Boden lag pādau prakṣālya lakṣmaṇaḥ die Füße waschend, Lakṣmaṇa sabhāryasya tataḥ abhyetya des mit seiner Gattin, dann herantretend tasthau vṛkṣam upāśritaḥ stand er, an einen Baum gelehnt guho 'pi saha sūtena saumitrim anubhāṣayan |
anvajāgrat tato rāmam apramattaḥ dhanurdharaḥ ||
Auch Guha, zusammen mit dem Wagenlenker, im Gespräch mit dem Sohn der Sumitrā, wachte danach über Rāma, wachsam, den Bogen in der Hand.
Wort für Wort guhaḥ api saha sūtena auch Guha, zusammen mit dem Wagenlenker saumitrim anubhāṣayan im Gespräch mit dem Sohn der Sumitrā anvajāgrat tataḥ rāmam wachte danach über Rāma apramattaḥ dhanurdharaḥ wachsam, den Bogen in der Hand tathā śayānasya tato 'sya dhīmataḥ
yaśasvino dāśarather mahātmanaḥ |
adṛṣṭaduḥkhasya sukhocitasya sā
tadā vyatīyāya cireṇa śarvarī ||
So verging schließlich, während jener weise, ruhmreiche, großmütige Sohn des Daśaratha, dem Leid noch unbekannt und an Glück gewöhnt, dort so schlief, nur langsam jene Nacht.
Wort für Wort tathā śayānasya tataḥ asya dhīmataḥ während jener weise so schlief yaśasvinaḥ dāśaratheḥ mahātmanaḥ der ruhmreiche, großmütige Sohn des Daśaratha adṛṣṭaduḥkhasya sukhocitasya sā dem Leid unbekannt, an Glück gewöhnt tadā vyatīyāya cireṇa śarvarī verging da nur langsam jene Nacht
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