Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 35: Sumantra Kaikeyī Nirbhartsanam
Sumantra klagt Kaikeyī voller Zorn vor der Versammlung an und erzählt die Geschichte ihres Vaters Aśvapati, der einst ihre Mutter wegen eines ähnlichen Verlangens verstieß; doch Kaikeyī bleibt unbewegt
tato nirdhūya sahasā śiro niḥśvasya cāsakṛt | pāṇau pāṇiṃ viniṣpiṣya dantān kaṭakaṭāyya ca ||
Da schüttelte er plötzlich den Kopf, seufzte wiederholt, rieb Hand an Hand und ließ die Zähne knirschend aufeinanderschlagen,
Wort für Wort tataḥ nirdhūya sahasā śiraḥ da plötzlich den Kopf schüttelnd niḥśvasya ca asakṛt und wiederholt seufzend pāṇau pāṇim viniṣpiṣya Hand an Hand reibend dantān kaṭakaṭāyya ca und mit den Zähnen knirschend locane kopasaṃrakte varṇaṃ pūrvocitaṃ jahat | kopābhibhūtaḥ sahasā saṃtāpamaśubhaṃ gataḥ ||
mit von Zorn geröteten Augen, seine gewohnte Gesichtsfarbe verlierend, geriet er, von Zorn überwältigt, plötzlich in unheilvolle Erregung.
Wort für Wort locane kopasaṃrakte die beiden Augen, von Zorn gerötet varṇam pūrvocitam jahat die gewohnte Farbe aufgebend kopābhibhūtaḥ sahasā von Zorn überwältigt, plötzlich saṃtāpam aśubham gataḥ in unheilvolle Erregung geraten manaḥ samīkṣamāṇaśca sūto daśarathasya saḥ | kampayanniva kaikeyyā hṛdayaṃ vākcharaiśśitaiḥ ||
Er, der Wagenlenker des Daśaratha, sein eigenes Herz betrachtend, gleichsam das Herz der Kaikeyī mit scharfen Wortpfeilen erschütternd,
Wort für Wort manaḥ samīkṣamāṇaḥ ca und sein Herz betrachtend sūtaḥ daśarathasya saḥ er, der Wagenlenker des Daśaratha kampayan iva kaikeyyā gleichsam erschütternd der Kaikeyī hṛdayam vāk-śaraiḥ śitaiḥ das Herz mit scharfen Wortpfeilen vākyavajrairanupamairnirbhindanniva cāśugaiḥ | kaikeyyāḥ sarvamarmāṇi sumantraḥ pratyabhāṣata ||
gleichsam alle empfindlichen Stellen der Kaikeyī mit unvergleichlichen, schnellen Wort-Donnerkeilen durchbohrend, sprach Sumantra.
Wort für Wort vākya-vajraiḥ anupamaiḥ mit unvergleichlichen Wort-Donnerkeilen nirbhindan iva ca āśugaiḥ gleichsam durchbohrend und mit schnellen (Pfeilen) kaikeyyāḥ sarva-marmāṇi alle empfindlichen Stellen der Kaikeyī sumantraḥ pratyabhāṣata sprach Sumantra yasyāstava patistyakto rājā daśarathaḥ svayam | bhartā sarvasya jagataḥ sthāvarasya carasya ca ||
Du, deren Gatte selbst, König Daśaratha, der Herr der ganzen Welt, des Beweglichen und Unbeweglichen, von dir verlassen wurde –
Wort für Wort yasyāḥ tava patiḥ tyaktaḥ deren Gatte, deiner, verlassen wurde rājā daśarathaḥ svayam König Daśaratha selbst bhartā sarvasya jagataḥ der Herr der ganzen Welt sthāvarasya carasya ca des Unbeweglichen und des Beweglichen patighnīṃ tvāmahaṃ manye kulaghnīmapi cāntataḥ ||
dich halte ich für eine Gattenmörderin, und letztlich auch für eine, die ihre eigene Sippe zerstört.
Wort für Wort patighnīm tvām aham manye dich halte ich für eine Gattenmörderin kulaghnīm api ca antataḥ und letztlich auch für eine Sippenzerstörerin yanmaheṃdramivājayyaṃ duṣprakampyamivācalam | mahodadhimivākṣobhyaṃ santāpayasi karmabhiḥ ||
da du den, der wie Indra unbesiegbar, wie ein Berg unerschütterlich, wie der große Ozean unaufwühlbar ist, mit deinen Taten quälst.
Wort für Wort yat mahendram iva ajayyam da den, wie Mahendra unbesiegbaren duṣprakampyam iva acalam wie einen Berg unerschütterlichen mahā-udadhim iva akṣobhyam wie den großen Ozean unaufwühlbaren santāpayasi karmabhiḥ du quälst mit deinen Taten māvamaṃsthā daśarathaṃ bhartāraṃ varadaṃ patim | bharturicchā hi nārīṇāṃ putrakoṭyā viśiṣyate ||
Verachte nicht Daśaratha, deinen Gatten, den Wunscherfüller, deinen Herrn; denn der Wille des Gatten übertrifft bei Frauen selbst zehn Millionen Söhne.
Wort für Wort mā avamaṃsthāḥ daśaratham verachte nicht Daśaratha bhartāram varadam patim den Gatten, den Wunscherfüller, den Herrn bhartuḥ icchā hi nārīṇām der Wille des Gatten bei Frauen putrakoṭyā viśiṣyate übertrifft eine zehnmillionenfache Zahl von Söhnen yathāvayo hi rājyāni prāpnuvanti nṛpakṣaye | ikṣvākukulanāthe.asmiṃstallopayitumicchasi ||
So wie Rangniedere die Königreiche erlangen, wenn der König untergeht — genau das willst du bei diesem Herrn des Ikṣvāku-Geschlechts zunichtemachen.
Wort für Wort yathā avayaḥ hi rājyāni wie Niedere die Königreiche prāpnuvanti nṛpakṣaye erlangen, wenn der König zugrunde geht ikṣvāku-kula-nāthe asmin bei diesem Herrn des Ikṣvāku-Geschlechts tat lopayitum icchasi das willst du zunichtemachen rājā bhavatu te putro bharataśśāstu medinīm | vayaṃ tatra gamiṣyāmo rāmo yatra gamiṣyati ||
Mag dein Sohn König werden, mag Bharata über die Erde herrschen – wir aber werden dorthin gehen, wohin Rāma geht.
Wort für Wort rājā bhavatu te putraḥ mag dein Sohn König werden bharataḥ śāstu medinīm mag Bharata über die Erde herrschen vayam tatra gamiṣyāmaḥ wir werden dorthin gehen rāmaḥ yatra gamiṣyati wohin Rāma gehen wird na hi te viṣaye kaścidbrāhmaṇo vastumarhati | tādṛśaṃ tvamamaryādamadya karma cikīrṣasi ||
Denn kein Brahmane wird es verdienen, in deinem Reich zu wohnen, wenn du heute eine so maßlose Tat zu vollbringen gedenkst.
Wort für Wort na hi te viṣaye kaścit brāhmaṇaḥ denn kein Brahmane in deinem Reich vastum arhati wird es verdienen zu wohnen tādṛśam tvam amaryādam so maßlose Tat, du adya karma cikīrṣasi gedenkst heute zu vollbringen nūnaṃ sarve gamiṣyāmo mārgaṃ rāmaniṣevitam | tyaktāyā bāndhavaiḥ sarvairbrāhmaṇaiḥ sādhubhiḥ sadā ||
Gewiss werden wir alle den von Rāma beschrittenen Weg gehen, dich verlassend – von allen Verwandten, den Brahmanen und den Rechtschaffenen für immer verlassen.
Wort für Wort nūnam sarve gamiṣyāmaḥ gewiss werden wir alle gehen mārgam rāma-niṣevitam den von Rāma begangenen Weg tyaktāyāḥ bāndhavaiḥ sarvaiḥ von dir Verlassenen, von allen Verwandten brāhmaṇaiḥ sādhubhiḥ sadā von den Brahmanen, den Rechtschaffenen, für immer kā prītī rājyalābhena tava devi bhaviṣyati | tādṛśaṃ tvamamaryādaṃ karma kartuṃ cikīrṣasi ||
Welche Freude, o Königin, wird dir aus dem Erlangen der Herrschaft erwachsen, wenn du eine so maßlose Tat zu tun gedenkst?
Wort für Wort kā prītiḥ rājya-lābhena welche Freude durch den Gewinn der Herrschaft tava devi bhaviṣyati wird dir, o Königin, zuteilwerden tādṛśam tvam amaryādam so maßlose Tat, du karma kartum cikīrṣasi zu tun gedenkst āścaryamiva paśyāmi yasyāste vṛttamīdṛśam | ācarantyā na vidṛtā sadyo bhavati medinī ||
Wie ein Wunder erscheint es mir, dass, obwohl dein Verhalten derartig ist, die Erde sich nicht sofort spaltet, während du es begehst.
Wort für Wort āścaryam iva paśyāmi wie ein Wunder sehe ich es yasyāḥ te vṛttam īdṛśam deren Verhalten so beschaffen ist ācarantyāḥ na vidṛtā obwohl du es begehst, spaltet sich nicht sadyaḥ bhavati medinī sogleich die Erde mahābrahmarṣisṛṣṭā vā jvalanto bhīmadarśanāḥ | dhigvāgdaṇḍā na hiṃsanti rāmapravrājane sthitām ||
Selbst die von den großen Brahmanenweisen ausgestoßenen, flammenden, furchterregend anzusehenden Verwünschungen des Tadels vernichten dich nicht, die du auf Rāmas Verbannung bestehst.
Wort für Wort mahābrahmarṣi-sṛṣṭāḥ vā oder die von den großen Brahmanenweisen ausgestoßenen jvalantaḥ bhīmadarśanāḥ die flammenden, furchterregend anzusehenden dhik-vāg-daṇḍāḥ na hiṃsanti die Tadelworte-Strafen schaden nicht rāma-pravrājane sthitām dir, die auf Rāmas Verbannung besteht āmraṃ citvā kuṭhāreṇa nimbaṃ paricarettu yaḥ | yaścenaṃ payasā siñcennaivāsya madhuro bhavet ||
Wer den Mangobaum mit der Axt fällt und stattdessen den Nimbaum pflegt, und wer diesen mit Milch begießt — nie wird er dadurch süß werden.
Wort für Wort āmram citvā kuṭhāreṇa den Mangobaum mit der Axt gefällt habend nimbam paricaret tu yaḥ wer aber den Nimbaum pflegt yaḥ ca enam payasā siñcet und wer ihn mit Milch begösse na eva asya madhuraḥ bhavet nie würde er dadurch süß werden abhijātyaṃ hi te manye yathā mātustathaiva ca | na hi nimbātsravetkṣaudraṃ loke nigaditaṃ vacaḥ ||
Deine Herkunft, meine ich, gleicht ganz der deiner Mutter; denn aus dem Nimbaum fließt kein Honig, so lautet ein in der Welt bekanntes Wort.
Wort für Wort abhijātyam hi te manye deine Herkunft, meine ich yathā mātuḥ tathā eva ca ist genauso wie die der Mutter na hi nimbāt sravet kṣaudram denn aus dem Nimbaum fließt kein Honig loke nigaditam vacaḥ ein in der Welt gesprochenes Wort tava māturasadgrāhaṃ vidmaḥ pūrvaṃ yathāśrutam | pituste varadaḥ kaściddadau varamanuttamam ||
Von deiner Mutter üblem Vorhaben wissen wir aus früherer Überlieferung, wie wir es gehört haben: Deinem Vater gab einst jemand, ein Gabenspender, eine unübertreffliche Gabe.
Wort für Wort tava mātuḥ asadgrāham deiner Mutter üble Absicht vidmaḥ pūrvam yathāśrutam wissen wir von früher, wie überliefert pitur te varadaḥ kaścit deinem Vater ein gewisser Gabenspender dadau varam anuttamam gab eine unübertreffliche Gabe sarvabhūtarutaṃ tasmātsaṃjajñe vasudhādhipaḥ | tena tiryaggatānāṃ ca bhūtānāṃ viditaṃ vacaḥ ||
Dadurch erlangte der Herr der Erde die Fähigkeit, die Laute aller Wesen zu verstehen; durch sie wurde ihm auch die Sprache der Tiere verständlich.
Wort für Wort sarva-bhūta-rutam tasmāt die Laute aller Wesen dadurch saṃjajñe vasudhādhipaḥ erlangte der Herr der Erde tena tiryak-gatānām ca dadurch auch der zu den Tieren Gehörenden bhūtānām viditam vacaḥ wurde die Sprache der Wesen verständlich tato jṛmbhasya śayane virutādbhūrivarcasā | pituste vidito bhāvaḥ sa tatra bahudhā.ahasat ||
Dann, im Bett liegend, verstand er, der von großem Glanz war, dank eines Lautes etwas und lachte dort vielfach darüber, dein Vater.
Wort für Wort tataḥ jṛmbhasya śayane dann, sich streckend, im Bett virutāt bhūrivarcasā durch einen Laut, er von großem Glanz pituḥ te viditaḥ bhāvaḥ deinem Vater wurde ein Sachverhalt verständlich sa tatra bahudhā ahasat er lachte dort auf vielfache Weise tatra te jananī kruddhā mṛtyupāśamabhīpsatī | hāsaṃ te nṛpate saumya jijñāsāmīti hābravīt ||
Da wurde deine Mutter zornig, geradezu den Fesseln des Todes entgegenstrebend, und sprach: König, Sanftmütiger, ich möchte wissen, worüber du lachst.
Wort für Wort tatra te jananī kruddhā da wurde deine Mutter zornig mṛtyu-pāśam abhīpsatī geradezu den Todesfesseln entgegenstrebend hāsam te nṛpate saumya über dein Lachen, König, Sanftmütiger jijñāsāmi iti ha abravīt ich möchte wissen, so sprach sie nṛpaścovāca tāṃ devīṃ devi śaṃsāmi te yadi | tato me maraṇaṃ sadyo bhaviṣyati na saṃśayaḥ ||
Der König aber sprach zu jener Königin: Königin, wenn ich es dir mitteile, dann wird mein Tod sogleich eintreten, ohne Zweifel.
Wort für Wort nṛpaḥ ca uvāca tām devīm der König aber sprach zu jener Königin devi śaṃsāmi te yadi Königin, wenn ich dir mitteile tataḥ me maraṇam sadyaḥ dann wird mein Tod sogleich bhaviṣyati na saṃśayaḥ eintreten, ohne Zweifel mātā te pitaraṃ devi tataḥ kekayamabravīt | śaṃsa me jīva vā mā vā na māmapahasiṣyasi ||
Deine Mutter aber sprach da zu deinem Vater, dem Kekaya: Sag es mir, ob du dann lebst oder nicht – aber verspotte mich nicht.
Wort für Wort mātā te pitaram devi deine Mutter zu deinem Vater, Königin tataḥ kekayam abravīt sprach dann zum Kekaya śaṃsa me jīva vā mā vā sag es mir, ob du lebst oder nicht na mām apahasiṣyasi du sollst mich nicht verspotten priyayā ca tathoktaḥ san kekayaḥ pṛthivīpatiḥ | tasmai taṃ varadāyārthaṃ kathayāmāsa tattvataḥ ||
So von seiner Geliebten angesprochen, erzählte der Kekaya, der Herr der Erde, jenem Gabenspender die Sache wahrheitsgemäß.
Wort für Wort priyayā ca tathā uktaḥ san und so von seiner Geliebten angesprochen kekayaḥ pṛthivīpatiḥ der Kekaya, der Herr der Erde tasmai tam varadāya artham jenem Gabenspender die Sache kathayāmāsa tattvataḥ erzählte er der Wahrheit gemäß tataḥ sa varadaḥ sādhu rājānaṃ pratyabhāṣata | mriyatāṃ dhvaṃsatāṃ veyaṃ mā kṛthāstvaṃ mahīpate ||
Da sprach jener Gabenspender richtig zum König: Möge sie sterben, möge sie zugrunde gehen – du selbst aber, Herr der Erde, sollst es nicht tun.
Wort für Wort tataḥ sa varadaḥ sādhu da jener Gabenspender treffend rājānam pratyabhāṣata sprach zum König mriyatām dhvaṃsatām vā iyam möge sie sterben oder zugrunde gehen mā kṛthāḥ tvam mahīpate tu es nicht, Herr der Erde sa tacchrutvā vacastasya prasannamanaso nṛpaḥ | mātaraṃ te nirasyāśu vijahāra kuberavat ||
Als er, mit ruhig gewordenem Sinn, dieses Wort gehört hatte, verstieß der König deine Mutter alsbald und ließ sie fahren, wie Kubera.
Wort für Wort sa tat śrutvā vacaḥ tasya er, dieses Wort von jenem gehört habend prasanna-manasaḥ nṛpaḥ der König, mit ruhig gewordenem Sinn mātaram te nirasya āśu deine Mutter alsbald verstoßend vijahāra kuberavat ließ er sie fahren, wie Kubera tathā tvamapi rājānaṃ durjanācarite pathi | asadgrāhamimaṃ mohātkuruṣe pāpadarśini ||
Ebenso bringst du, auf dem von Übelgesinnten beschrittenen Pfad, aus Verblendung diesen üblen Anschlag gegen den König zustande, du mit böser Absicht.
Wort für Wort tathā tvam api rājānam ebenso auch du gegen den König durjana-ācarite pathi auf dem von Übelgesinnten begangenen Pfad asadgrāham imam mohāt diesen üblen Anschlag aus Verblendung kuruṣe pāpadarśini tust du, du mit böser Absicht satyaścādya pravādo.ayaṃ laukikaḥ pratibhāti mā | pitṝn samanujāyante narā mātaramaṅganāḥ ||
Und heute erscheint mir dieser weltläufige Ausspruch wahr: Männer geraten nach den Vätern, Frauen nach der Mutter.
Wort für Wort satyaḥ ca adya pravādaḥ ayam und wahr erscheint mir heute dieser Ausspruch laukikaḥ pratibhāti mā der weltläufige, so scheint mir pitṝn samanujāyante narāḥ die Männer geraten nach den Vätern mātaram aṅganāḥ die Frauen nach der Mutter naivaṃ bhava gṛhāṇedaṃ yadāha vasudhādhipaḥ | bhartuḥ icchāmupāsveha janasyāsya gatirbhava ||
Sei nicht so; nimm dies an, was der Herr der Erde gesagt hat; diene hier dem Willen deines Gatten, werde die Zuflucht dieses Volkes.
Wort für Wort na evam bhava gṛhāṇa idam sei nicht so, nimm dies an yat āha vasudhādhipaḥ was der Herr der Erde gesagt hat bhartuḥ icchām upāsva iha diene hier dem Willen des Gatten janasya asya gatiḥ bhava werde die Zuflucht dieses Volkes mā tvaṃ protsāhitā pāpairdevarājasamaprabhaṃ | bhartāraṃ lokabhartāramasaddharmamupādadhāḥ ||
Lass dich nicht von den Bösen anstacheln, deinen Gatten, der dem König der Götter an Glanz gleicht, den Erhalter der Welt, mit unrechtem Vorgehen zu belasten.
Wort für Wort mā tvam protsāhitā pāpaiḥ lass dich nicht angestachelt von den Bösen devarāja-sama-prabham der dem Götterkönig an Glanz gleicht bhartāram lokabhartāram den Gatten, den Erhalter der Welt asaddharmam upādadhāḥ belaste nicht mit unrechtem Handeln na hi mithyā pratijñātaṃ kariṣyati tavānaghaḥ | śrīmāndaśaratho rājā devi rājīvalocanaḥ ||
Denn der makellose, glanzvolle König Daśaratha mit den lotusgleichen Augen wird sein dir gegebenes Versprechen nicht zunichtemachen, Königin.
Wort für Wort na hi mithyā pratijñātam denn nicht zunichte das Versprochene kariṣyati tava anaghaḥ wird machen der Makellose, dir gegenüber śrīmān daśarathaḥ rājā der glanzvolle König Daśaratha devi rājīva-locanaḥ Königin, der Lotusäugige jyeṣṭho vadānyaḥ karmaṇyaḥ svadharmaparirakṣitā | rakṣitā jīvalokasya balī rāmo.abhiṣicyatām ||
Der Älteste, Großzügige, Tüchtige, der seine eigene Pflicht wahrt, der Beschützer der Lebewesen, der Kraftvolle, Rāma, möge geweiht werden.
Wort für Wort jyeṣṭhaḥ vadānyaḥ karmaṇyaḥ der Älteste, der Großzügige, der Tüchtige svadharma-parirakṣitā der die eigene Pflicht wahrt rakṣitā jīvalokasya balī der Beschützer der Lebewelt, der Kraftvolle rāmaḥ abhiṣicyatām Rāma möge geweiht werden parivādo hi te devi mahānloke cariṣyati | yadi rāmo vanaṃ yāti vihāya pitaraṃ nṛpam ||
Denn große Schmähung wird über dich, Königin, in der Welt umgehen, wenn Rāma, den königlichen Vater verlassend, in den Wald geht.
Wort für Wort parivādaḥ hi te devi denn Schmähung, Königin, deine mahān loke cariṣyati wird groß in der Welt umgehen yadi rāmaḥ vanam yāti wenn Rāma in den Wald geht vihāya pitaram nṛpam den königlichen Vater verlassend sa rājyaṃ rāghavaḥ pātu bhavatvaṃ vigatajvarā | na hi te rāghavādanyaḥ kṣamaḥ puravare vaset ||
Er, Rāghava, möge das Reich beschützen — sei du frei von Sorge; denn außer Rāghava ist niemand geeignet, in dieser besten Stadt zu herrschen.
Wort für Wort sa rājyam rāghavaḥ pātu er, Rāghava, möge das Reich beschützen bhava tvam vigatajvarā sei du frei von Fieber (Sorge) na hi te rāghavāt anyaḥ denn nicht außer Rāghava ein anderer kṣamaḥ puravare vaset geeignet, in der besten Stadt zu wohnen rāme hi yauvarājyasthe rājā daśaratho vanam | pravekṣyati maheṣvāsaḥ pūrvavṛttamanusmaran ||
Denn wenn Rāma die Stellung des Thronfolgers innehat, wird König Daśaratha, der große Bogenschütze, sich seines früheren Gelübdes erinnernd, selbst in den Wald ziehen.
Wort für Wort rāme hi yauvarājyasthe denn wenn Rāma die Stellung des Thronfolgers innehat rājā daśarathaḥ vanam König Daśaratha in den Wald pravekṣyati maheṣvāsaḥ wird eintreten, der große Bogenschütze pūrvavṛttam anusmaran sich an sein früheres Gelübde erinnernd iti sānvaiśca tīkṣṇaiśca kaikeyīṃ rājasaṃsadi | sumantraḥ kṣobhayāmāsa bhūya eva kṛtāñjaliḥ ||
So versuchte Sumantra, mit sanften und zugleich scharfen Worten, mit gefalteten Händen, Kaikeyī vor der Königsversammlung immer wieder aufzurütteln.
Wort für Wort iti sānvaiḥ ca tīkṣṇaiḥ ca so mit sanften und scharfen Worten kaikeyīm rājasaṃsadi Kaikeyī vor der Königsversammlung sumantraḥ kṣobhayāmāsa versuchte Sumantra aufzurütteln bhūyaḥ eva kṛtāñjaliḥ immer wieder, mit gefalteten Händen naivāsau kṣubhyate devī na ca sma paridūyate | na cāsyā mukhavarṇasya vikriyā lakṣyate tadā ||
Doch jene Königin geriet nicht in Erregung, noch litt sie darunter; auch keine Veränderung ihrer Gesichtsfarbe war da zu bemerken.
Wort für Wort na eva asau kṣubhyate devī jene Königin geriet nicht in Erregung na ca sma paridūyate und litt auch nicht darunter na ca asyāḥ mukhavarṇasya und nicht ihrer Gesichtsfarbe vikriyā lakṣyate tadā war eine Veränderung dabei zu bemerken
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