Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 24: Kausalyā Anujñā Rāma Upadeśaḥ
Kausalyā will Rāma in die Verbannung folgen, doch er mahnt sie zum Dienst am König; schließlich gibt sie ihren Segen und wartet seiner Rückkehr entgegen
tam samīkṣya tu avahitam pitur nirdeśa-pālane | kausalyā bāṣpa-samruddhā vaco dharmiṣṭham abravīt ||
Als sie ihn sah, wie er entschlossen war, dem Befehl des Vaters zu gehorchen, sprach Kausalyā, von Tränen erstickt, ein dem Dharma gemäßes Wort.
Wort für Wort tam samīkṣya tu avahitam als sie ihn sah, entschlossen pitur nirdeśa-pālane dem Befehl des Vaters zu gehorchen kausalyā bāṣpa-samruddhā Kausalyā, von Tränen erstickt vaco dharmiṣṭham abravīt sprach ein dem Dharma gemäßes Wort adṛṣṭa-duḥkho dharmātmā sarva-bhūta-priyam-vadaḥ | mayi jātaḥ daśarathāt katham uñchena vartayet ||
Wie könnte er, der noch nie Leid gesehen hat, der Dharma-Gesinnte, der zu allen Wesen freundlich spricht, von mir und Daśaratha geboren, wie könnte er vom Ährenlesen leben?
Wort für Wort adṛṣṭa-duḥkho dharmātmā der noch nie Leid gesehen hat, der Dharma-Gesinnte sarva-bhūta-priyam-vadaḥ der zu allen Wesen freundlich spricht mayi jātaḥ daśarathāt von mir und Daśaratha geboren katham uñchena vartayet wie könnte er vom Ährenlesen leben yasya bhṛtyāḥ ca dāsāḥ ca mṛṣṭāni annāni bhuñjate | katham sa bhokṣyate nātho vane mūla-phalāni ayam ||
Er, dessen Diener und Sklaven feine Speisen genießen – wie soll dieser Herr im Wald nun Wurzeln und Früchte essen?
Wort für Wort yasya bhṛtyāḥ ca dāsāḥ ca dessen Diener und Sklaven mṛṣṭāni annāni bhuñjate feine Speisen genießen katham sa bhokṣyate nātho wie soll dieser Herr essen vane mūla-phalāni ayam im Wald diese Wurzeln und Früchte ka etat śraddadhet śrutvā kasya vā na bhaved bhayam | guṇavān dayitaḥ rājño rāghavo yad vivāsyate ||
Wer würde, dies hörend, es glauben, wem würde nicht Furcht ankommen, dass der tugendhafte, dem König liebe Rāghava verbannt werden soll?
Wort für Wort ka etat śraddadhet śrutvā wer würde, dies hörend, es glauben kasya vā na bhaved bhayam wem würde nicht Furcht ankommen guṇavān dayitaḥ rājño rāghavo der tugendhafte, dem König liebe Rāghava yad vivāsyate dass er verbannt werden soll nūnam tu balavān loke kṛtāntaḥ sarvam ādiśan | loke rāmābhirāmas tvam vanam yatra gamiṣyasi ||
Gewiss ist das Schicksal in der Welt mächtig, das alles bestimmt, da du, an dem die Welt sich erfreut, nun in den Wald gehen sollst.
Wort für Wort nūnam tu balavān loke kṛtāntaḥ sarvam ādiśan gewiss ist das mächtige Schicksal in der Welt, das alles bestimmt loke rāmābhirāmas tvam du, an dem sich die Welt erfreut vanam yatra gamiṣyasi wohin du in den Wald gehen wirst ayam tu mām ātma-bhavas tavādarśana-mārutaḥ | vilāpa-duḥkha-samidho rudita-aśru-hutāhutiḥ ||
Dieses aus mir selbst entstandene Feuer, angefacht vom Wind deines Nichtmehr-Sehens, mit dem Kummer der Klage als Brennholz, mit den vergossenen Tränen als dargebrachtem Opfer,
Wort für Wort ayam tu mām ātma-bhavas dieses aus mir selbst entstandene (Feuer) tava-adarśana-mārutaḥ vom Wind deines Nichtmehr-Sehens angefacht vilāpa-duḥkha-samidhaḥ mit dem Kummer der Klage als Brennholz rudita-aśru-hutāhutiḥ mit den vergossenen Tränen als dargebrachtem Opfer cintā-bāṣpa-mahā-dhūs tava āgamana-cintajaḥ | karśayitvā bhṛśam putra niśvāsa-āyāsa-sambhavaḥ ||
mit dem großen Rauch der Sorgentränen, entstanden aus der Sorge um deine Rückkehr, aus dem Aufwand der Seufzer geboren, wird mich, mein Sohn, heftig auszehren.
Wort für Wort cintā-bāṣpa-mahā-dhūs mit dem großen Rauch der Sorgentränen tava āgamana-cintajaḥ aus der Sorge um deine Rückkehr entstanden karśayitvā bhṛśam putra mich heftig auszehrend, mein Sohn niśvāsa-āyāsa-sambhavaḥ aus dem Aufwand der Seufzer entstanden tvayā vihīnām iha mām śoka-agnir atulo mahān | pradhakṣyati yathā kakṣam citra-bhānur hima-atyaye ||
Mich, die ich hier ohne dich zurückbleibe, wird das unvergleichlich große Feuer des Kummers verzehren, wie die glänzende Sonne am Ende des Winters das trockene Gras verbrennt.
Wort für Wort tvayā vihīnām iha mām mich, die ich hier ohne dich zurückbleibe śoka-agnir atulo mahān das unvergleichlich große Feuer des Kummers pradhakṣyati yathā kakṣam wird verbrennen wie trockenes Gras citra-bhānur hima-atyaye die glänzende Sonne am Ende des Winters katham hi dhenuḥ svam vatsam gacchantam na anugacchati | aham tvā anugamiṣyāmi yatra putra gamiṣyasi ||
Wie sollte eine Kuh ihrem fortgehenden Kalb nicht folgen? Ich werde dir folgen, mein Sohn, wohin du auch gehst.
Wort für Wort katham hi dhenuḥ svam vatsam wie sollte eine Kuh ihrem eigenen Kalb gacchantam na anugacchati dem fortgehenden nicht folgen aham tvā anugamiṣyāmi ich werde dir folgen yatra putra gamiṣyasi wohin du auch gehst, mein Sohn tathā nigaditam mātrā tat vākyam puruṣa-ṛṣabhaḥ | śrutvā rāmaḥ abravīd vākyam mātaram bhṛśa-duḥkhitām ||
Nachdem der Stier unter den Männern dieses so von der Mutter gesprochene Wort gehört hatte, sprach Rāma zu seiner tief betrübten Mutter dieses Wort:
Wort für Wort tathā nigaditam mātrā tat vākyam dieses so von der Mutter gesprochene Wort puruṣa-ṛṣabhaḥ śrutvā nachdem der Stier unter den Männern gehört hatte rāmaḥ abravīd vākyam sprach Rāma das Wort mātaram bhṛśa-duḥkhitām zur tief betrübten Mutter kaikeyyā vañcitaḥ rājā mayi ca araṇyam āśrite | bhavatyā ca parityaktaḥ na nūnam vartayiṣyati ||
Von Kaikeyī betrogen, und wenn ich in den Wald gegangen bin und auch von dir verlassen, wird der König gewiss nicht weiterleben können.
Wort für Wort kaikeyyā vañcitaḥ rājā von Kaikeyī betrogen, der König mayi ca araṇyam āśrite und wenn ich zum Wald Zuflucht genommen habe bhavatyā ca parityaktaḥ und von dir verlassen na nūnam vartayiṣyati wird er gewiss nicht weiterleben bhartuḥ kila parityāgo nṛśaṃsaḥ kevalam striyāḥ | sa bhavatyā na kartavyo manasā api vigarhitaḥ ||
Das Verlassen des Gatten ist wahrlich eine Grausamkeit, die nur einer gewöhnlichen Frau eigen ist; das darfst du nicht tun, selbst in Gedanken ist es verwerflich.
Wort für Wort bhartuḥ kila parityāgo das Verlassen des Gatten ist wahrlich nṛśaṃsaḥ kevalam striyāḥ eine Grausamkeit, die nur einer Frau eigen ist sa bhavatyā na kartavyo das darfst du nicht tun manasā api vigarhitaḥ selbst in Gedanken ist es verwerflich yāvaj jīvati kākutsthaḥ pitā me jagatī-patiḥ | śuśrūṣā kriyatām tāvat sa hi dharmaḥ sanātanaḥ ||
Solange der Kākutstha, mein Vater, der Herr der Erde, lebt, soll ihm gedient werden – das ist der ewige Dharma.
Wort für Wort yāvaj jīvati kākutsthaḥ solange der Kākutstha lebt pitā me jagatī-patiḥ mein Vater, der Herr der Erde śuśrūṣā kriyatām tāvat solange soll ihm gedient werden sa hi dharmaḥ sanātanaḥ das ist der ewige Dharma evam uktā tu rāmeṇa kausalyā śubha-darśanā | tathā iti uvāca suprītā rāmam akliṣṭa-kāriṇam ||
So von Rāma angesprochen, sagte Kausalyā, die schön Anzuschauende, hocherfreut „So sei es“ zu Rāma, dem Unermüdlichen im Handeln.
Wort für Wort evam uktā tu rāmeṇa so von Rāma angesprochen kausalyā śubha-darśanā Kausalyā, die schön Anzuschauende tathā iti uvāca suprītā sagte hocherfreut so sei es rāmam akliṣṭa-kāriṇam zu Rāma, dem im Handeln Unermüdlichen evam uktaḥ tu vacanam rāmaḥ dharma-bhṛtām varaḥ | bhūyaḥ tām abravīd vākyam mātaram bhṛśa-duḥkhitām ||
So angesprochen, sagte Rāma, der Beste der Dharma-Wahrer, wiederum dieses Wort zu seiner tief betrübten Mutter:
Wort für Wort evam uktaḥ tu vacanam so mit diesem Wort angesprochen rāmaḥ dharma-bhṛtām varaḥ Rāma, der Beste der Dharma-Wahrer bhūyaḥ tām abravīd vākyam sprach wiederum dieses Wort zu ihr mātaram bhṛśa-duḥkhitām zur tief betrübten Mutter mayā caiva bhavatyā ca kartavyam vacanam pituḥ | rājā bhartā guruḥ śreṣṭhaḥ sarveṣām īśvaraḥ prabhuḥ ||
Sowohl von mir als auch von dir muss das Wort des Vaters befolgt werden; der König ist Gatte, höchster Lehrer, Herr und Herrscher über alle.
Wort für Wort mayā caiva bhavatyā ca sowohl von mir als auch von dir kartavyam vacanam pituḥ muss das Wort des Vaters befolgt werden rājā bhartā guruḥ śreṣṭhaḥ der König ist Gatte, höchster Lehrer sarveṣām īśvaraḥ prabhuḥ Herr und Herrscher über alle imāni tu mahā-araṇye vihṛtya nava-pañca ca | varṣāṇi parama-prītaḥ sthāsyāmi vacane tava ||
Nachdem ich neun und fünf Jahre im großen Wald verbracht habe, werde ich, höchst erfreut, deinem Wort gemäß wieder bei dir sein.
Wort für Wort imāni tu mahā-araṇye vihṛtya nachdem ich diese im großen Wald verbracht habe nava-pañca ca varṣāṇi neun und fünf Jahre parama-prītaḥ sthāsyāmi werde ich höchst erfreut da sein vacane tava deinem Wort gemäß evam uktā priyam putram bāṣpa-pūrṇa-ānanā tadā | uvāca parama-ārtā tu kausalyā putra-vatsalā ||
So sprach Kausalyā, die ihren Sohn zärtlich liebt, mit tränenüberströmtem Gesicht, in höchstem Schmerz, zu ihrem geliebten Sohn:
Wort für Wort evam uktā priyam putram so zum geliebten Sohn sprechend bāṣpa-pūrṇa-ānanā tadā mit tränenüberströmtem Gesicht dann uvāca parama-ārtā tu sprach sie in höchstem Schmerz kausalyā putra-vatsalā Kausalyā, ihren Sohn zärtlich liebend āsām rāma sapatnīnām vastum madhye na me kṣamam | naya mām api kākutstha vanam vanyam mṛgīm yathā ||
Unter diesen meinen Nebenfrauen zu bleiben, Rāma, ist mir nicht erträglich; nimm auch mich mit, o Kākutstha, in den Wald, wie eine wilde Hirschkuh in die Wildnis.
Wort für Wort āsām rāma sapatnīnām unter diesen Nebenfrauen, Rāma vastum madhye na me kṣamam in ihrer Mitte zu bleiben ist mir nicht erträglich naya mām api kākutstha nimm auch mich mit, o Kākutstha vanam vanyam mṛgīm yathā in den Wald, wie eine wilde Hirschkuh yadi te gamane buddhiḥ kṛtā pitur apekṣayā | tām tathā rudatīm rāmaḥ rudan vacanam abravīt ||
Wenn du, mit Rücksicht auf deinen Vater, den Entschluss zum Gehen gefasst hast – zu ihr, die so weinte, sprach Rāma, selbst weinend, dieses Wort:
Wort für Wort yadi te gamane buddhiḥ kṛtā wenn du den Entschluss zum Gehen gefasst hast pitur apekṣayā mit Rücksicht auf den Vater tām tathā rudatīm rāmaḥ zu ihr, die so weinte, Rāma rudan vacanam abravīt selbst weinend sprach er das Wort jīvantyā hi striyā bhartā daivatam prabhur eva ca | bhavatyā mama caiva adya rājā prabhavati prabhuḥ ||
Für eine lebende Frau ist der Gatte ihre Gottheit und ihr Herr; für dich wie für mich ist heute der König der maßgebliche Herr.
Wort für Wort jīvantyā hi striyā bhartā für eine lebende Frau ist der Gatte daivatam prabhur eva ca ihre Gottheit und ihr Herr bhavatyā mama caiva adya für dich wie für mich heute rājā prabhavati prabhuḥ ist der König der maßgebliche Herr bharataḥ ca api dharmātmā sarva-bhūta-priyam-vadaḥ | bhavatīm anuvarteta sa hi dharma-rataḥ sadā ||
Und auch Bharata, der Dharma-Gesinnte, der zu allen Wesen freundlich spricht, wird sich dir gegenüber gehorsam zeigen, denn er ist stets dem Dharma zugetan.
Wort für Wort bharataḥ ca api dharmātmā und auch Bharata, der Dharma-Gesinnte sarva-bhūta-priyam-vadaḥ der zu allen Wesen freundlich spricht bhavatīm anuvarteta wird sich dir gegenüber gehorsam zeigen sa hi dharma-rataḥ sadā denn er ist stets dem Dharma zugetan yathā mayi tu niṣkrānte putra-śokena pārthivaḥ | śramam na avāpnuyāt kiṃcit apramattā tathā kuru ||
Sorge unermüdlich dafür, dass der König, wenn ich fortgegangen bin, nicht durch den Kummer um den Sohn irgendeine Erschöpfung erleidet.
Wort für Wort yathā mayi tu niṣkrānte so dass, wenn ich fortgegangen bin putra-śokena pārthivaḥ der König durch den Kummer um den Sohn śramam na avāpnuyāt kiṃcit keine Erschöpfung erleide apramattā tathā kuru sorge unermüdlich dafür dāruṇaḥ ca api ayam śoko yathā enam na vināśayet | rājño vṛddhasya satatam hitam cara samāhitā ||
Dieser schreckliche Kummer möge ihn nicht vernichten – sorge stets aufmerksam und gesammelt für das Wohl des alten Königs.
Wort für Wort dāruṇaḥ ca api ayam śoko dieser schreckliche Kummer auch yathā enam na vināśayet möge ihn nicht vernichten rājño vṛddhasya satatam hitam für das stete Wohl des alten Königs cara samāhitā sorge gesammelt vrata-upavāsa-niratā yā nārī parama-uttamā | bhartāram na anuvarteta sā ca pāpa-gatir bhavet ||
Selbst die vortrefflichste Frau, die sich Gelübden und Fasten hingibt, gerät, wenn sie ihrem Gatten nicht gehorsam ist, auf einen sündigen Pfad.
Wort für Wort vrata-upavāsa-niratā yā nārī eine Frau, die sich Gelübden und Fasten hingibt parama-uttamā die vortrefflichste bhartāram na anuvarteta wenn sie dem Gatten nicht gehorsam ist sā ca pāpa-gatir bhavet gerät sie auf einen sündigen Pfad bhartuḥ śuśrūṣayā nārī labhate svargam uttamam | api yā nirnamaskārā nivṛttā deva-pūjanāt ||
Durch den Dienst am Gatten erlangt eine Frau den höchsten Himmel, selbst wenn sie sich keiner Verehrung widmet und von der Götterverehrung abgewendet ist.
Wort für Wort bhartuḥ śuśrūṣayā nārī durch den Dienst am Gatten eine Frau labhate svargam uttamam erlangt den höchsten Himmel api yā nirnamaskārā selbst wenn sie ohne weitere Verehrung ist nivṛttā deva-pūjanāt von der Götterverehrung abgewendet śuśrūṣām eva kurvīta bhartuḥ priya-hite ratā | eṣa dharmaḥ purā dṛṣṭaḥ loke vede śrutaḥ smṛtaḥ ||
Nur den Dienst am Gatten soll sie leisten, seinem Wohl und Wohlgefallen zugetan; dies ist der von alters her erkannte Dharma, in der Welt aus Śruti und Smṛti bekannt.
Wort für Wort śuśrūṣām eva kurvīta nur den Dienst soll sie leisten bhartuḥ priya-hite ratā dem Wohlgefallen und Wohl des Gatten zugetan eṣa dharmaḥ purā dṛṣṭaḥ dies ist der von alters her erkannte Dharma loke vede śrutaḥ smṛtaḥ in der Welt aus Veda, Śruti und Smṛti bekannt agni-kāryeṣu ca sadā sumanobhiḥ ca devatāḥ | pūjyāḥ te mat-kṛte devi brāhmaṇāḥ caiva suvratāḥ ||
Bei den Feueropfern stets mit schönen Blumen sollen die Götter verehrt werden, und um meinetwillen, Herrin, sollen auch die Brahmanen von rechtem Gelübde verehrt werden.
Wort für Wort agni-kāryeṣu ca sadā bei den Feueropfern stets sumanobhiḥ ca devatāḥ pūjyāḥ sollen die Götter mit schönen Blumen verehrt werden te mat-kṛte devi von dir, um meinetwillen, Herrin brāhmaṇāḥ caiva suvratāḥ auch die Brahmanen von rechtem Gelübde evam kālam pratīkṣasva mama āgamana-kāṅkṣiṇī | prāpsyase paramam kāmam mayi pratyāgate sati ||
So erwarte die Zeit, meiner Rückkehr entgegensehend; du wirst höchste Erfüllung deines Wunsches erlangen, wenn ich zurückgekehrt bin.
Wort für Wort evam kālam pratīkṣasva so erwarte die Zeit mama āgamana-kāṅkṣiṇī meiner Rückkehr entgegensehend prāpsyase paramam kāmam du wirst höchste Erfüllung des Wunsches erlangen mayi pratyāgate sati wenn ich zurückgekehrt bin prāpsyase paramam kāmam mayi pratyāgate sati | yadi dharma-bhṛtām śreṣṭho dhārayiṣyati jīvitam ||
Du wirst höchste Erfüllung deines Wunsches erlangen, wenn ich zurückgekehrt bin – wenn der Beste der Dharma-Wahrer sein Leben bewahren wird.
Wort für Wort prāpsyase paramam kāmam du wirst höchste Erfüllung des Wunsches erlangen mayi pratyāgate sati wenn ich zurückgekehrt bin yadi dharma-bhṛtām śreṣṭho wenn der Beste der Dharma-Wahrer dhārayiṣyati jīvitam sein Leben bewahren wird evam uktā tu rāmeṇa bāṣpa-paryākula-īkṣaṇā | kausalyā putra-śoka-ārtā rāmam vacanam abravīt ||
So von Rāma angesprochen, mit tränenverwirrtem Blick, vom Kummer um den Sohn gequält, sprach Kausalyā zu Rāma dieses Wort:
Wort für Wort evam uktā tu rāmeṇa so von Rāma angesprochen bāṣpa-paryākula-īkṣaṇā mit tränenverwirrtem Blick kausalyā putra-śoka-ārtā Kausalyā, vom Kummer um den Sohn gequält rāmam vacanam abravīt sprach zu Rāma dieses Wort gamane sukṛtām buddhim na te śaknomi putraka | vinivartayitum vīra nūnam kālo duratyayaḥ ||
Deinen wohlgefassten Entschluss zu gehen kann ich, mein Söhnchen, nicht rückgängig machen, o Held; gewiss ist die Zeit unüberwindlich.
Wort für Wort gamane sukṛtām buddhim den zum Gehen wohlgefassten Entschluss na te śaknomi putraka kann ich nicht, mein Söhnchen vinivartayitum vīra rückgängig machen, o Held nūnam kālo duratyayaḥ gewiss ist die Zeit unüberwindlich gaccha putra tvam eka-agraḥ bhadram te astu sadā vibho | punas tvayi nivṛtte tu bhaviṣyāmi gata-klamā ||
Geh, mein Sohn, mit einzig gerichtetem Sinn – Heil sei dir stets, o Erhabener; wenn du zurückgekehrt bist, werde ich von meiner Erschöpfung befreit sein.
Wort für Wort gaccha putra tvam eka-agraḥ geh, mein Sohn, mit einzig gerichtetem Sinn bhadram te astu sadā vibho Heil sei dir stets, o Erhabener punas tvayi nivṛtte tu wenn du aber zurückgekehrt bist bhaviṣyāmi gata-klamā werde ich von meiner Erschöpfung befreit sein pratyāgate mahā-bhāge kṛta-arthe carita-vrate | pitur ānṛṇyatām prāpte tvayi lapsye param sukham ||
Wenn du, der Hochgesegnete, dein Ziel erreicht, dein Gelübde erfüllt und die Schuld gegenüber dem Vater beglichen hast, zurückgekehrt bist, werde ich höchstes Glück erlangen.
Wort für Wort pratyāgate mahā-bhāge wenn du, der Hochgesegnete, zurückgekehrt bist kṛta-arthe carita-vrate dein Ziel erreicht, dein Gelübde erfüllt habend pitur ānṛṇyatām prāpte tvayi wenn du die Schuld gegenüber dem Vater beglichen hast lapsye param sukham werde ich höchstes Glück erlangen kṛta-antasya gatiḥ putra durvibhāvyā sadā bhuvi | yas tvā saṃcodayati me vaca āccidya rāghava ||
Der Weg des Schicksals, mein Sohn, ist auf Erden stets schwer zu ergründen, das dich antreibt, mein Wort zu durchtrennen, o Rāghava.
Wort für Wort kṛta-antasya gatiḥ putra der Weg des Schicksals, mein Sohn durvibhāvyā sadā bhuvi ist auf Erden stets schwer zu ergründen yas tvā saṃcodayati das dich antreibt me vaca āccidya rāghava indem es mein Wort durchtrennt, o Rāghava gaccha idānīm mahā-bāho kṣemeṇa punaḥ āgataḥ | nandayiṣyasi mām putraḥ sāmnā vākyena cāruṇā ||
Geh nun, Starkarmiger; wenn du wohlbehalten wiedergekommen bist, wirst du mich, mein Sohn, mit sanften, lieblichen Worten erfreuen.
Wort für Wort gaccha idānīm mahā-bāho geh nun, Starkarmiger kṣemeṇa punaḥ āgataḥ wohlbehalten wiedergekommen nandayiṣyasi mām putraḥ wirst du mich erfreuen, mein Sohn sāmnā vākyena cāruṇā mit sanften, lieblichen Worten api idānīm sa kālaḥ syād vanāt pratyāgatam punaḥ | yat tvām putrakaḥ paśyeyam jaṭā-valka-dhāriṇam ||
Möge doch bald jene Zeit kommen, da ich dich, mein Söhnchen, aus dem Wald zurückgekehrt sehen darf, Flechtenhaar und Bastgewand tragend.
Wort für Wort api idānīm sa kālaḥ syād möge doch bald jene Zeit kommen vanāt pratyāgatam punaḥ aus dem Wald wieder zurückgekehrt yat tvām putrakaḥ paśyeyam dass ich dich, mein Söhnchen, sehen möge jaṭā-valka-dhāriṇam Flechtenhaar und Bastgewand tragend tathā hi rāmam vana-vāsa-niścitam | dadarśa devī parameṇa cetasā | uvāca rāmam śubha-lakṣaṇam vacaḥ | babhūva ca svastyayana-abhikāṅkṣiṇī ||
So blickte die Fürstin mit höchster Geistesgegenwart auf Rāma, der zum Waldaufenthalt entschlossen war, sprach zu Rāma, dem von glückverheißenden Zeichen Gezeichneten, dieses Wort, und war eifrig darauf bedacht, Segensriten für ihn zu vollziehen.
Wort für Wort tathā hi rāmam vana-vāsa-niścitam so auf Rāma, der zum Waldaufenthalt entschlossen war dadarśa devī parameṇa cetasā blickte die Fürstin mit höchster Geistesgegenwart uvāca rāmam śubha-lakṣaṇam vacaḥ sprach zu Rāma, dem von glückverheißenden Zeichen Gezeichneten, dieses Wort babhūva ca svastyayana-abhikāṅkṣiṇī und war eifrig darauf bedacht, Segensriten für ihn zu vollziehen
Interaktive Leseansicht des ganzen Werks
← Sarga 23 Sarga 25 →