Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 12: Daśaratha Vilāpaḥ
Daśaratha bricht zusammen, fleht Kaikeyī vergeblich an und klagt über sein selbstverschuldetes Verderben
tataḥ śrutvā mahārājaḥ kaikeyyā dāruṇam vacaḥ / cintāmabhisamāpede muhūrtam pratatāpa ca
Als er darauf das harte Wort Kaikeyīs gehört hatte, verfiel der Großkönig in Grübeln und war einen Augenblick von Schmerz gequält.
Wort für Wort tataḥ śrutvā mahārājaḥ darauf hörend, der Großkönig kaikeyyā dāruṇam vacaḥ Kaikeyīs hartes Wort cintām abhisamāpede verfiel in Grübeln muhūrtam pratatāpa ca und war einen Augenblick gequält kim nu me yadi vā svapnaścittamohoo.api vāmama / anubhūtopasargo vā manaso vāpyupadravaḥ
'Ist dies ein Traum, oder eine Verwirrung meines Geistes, oder ein erlebtes Unheilszeichen, oder eine Störung meines Sinnes?'
Wort für Wort kim nu me yadi vā svapnaḥ ist dies etwa ein Traum citta-mohaḥ api vā mama oder eine Verwirrung meines Geistes anubhūta-upasargaḥ vā oder ein erlebtes Unheilszeichen manasaḥ vā api upadravaḥ oder eine Störung des Sinnes iti saṃcintya tadrājā nādhyagaccha ttadā sukham / pratilabhya cirātsamjñām kaikeyīvākyatāḍitaḥ
So überlegend, fand der König damals kein Glück; erst nach langer Zeit erlangte er, von Kaikeyīs Wort getroffen, sein Bewusstsein wieder.
Wort für Wort iti saṃcintya tat rājā so überlegend, jener König na adhyagacchat tadā sukham fand damals kein Glück pratilabhya cirāt saṃjñām erst nach langer Zeit das Bewusstsein wiedererlangend kaikeyī-vākya-tāḍitaḥ von Kaikeyīs Wort getroffen vyathito viklabaśacaiva vyāghrīm dṛṣṭvā yathā mṛgaḥ / asamvṛtāyāmāsīno jagatyām dīrghamucchvasan
Erschüttert und bestürzt, wie ein Reh, das eine Tigerin erblickt, saß er auf dem nackten Boden und seufzte lang.
Wort für Wort vyathitaḥ viklabaḥ ca eva erschüttert und bestürzt vyāghrīm dṛṣṭvā yathā mṛgaḥ wie ein Reh, das eine Tigerin erblickt asaṃvṛtāyām āsīnaḥ jagatyām auf dem nackten Boden sitzend dīrgham ucchvasan lang seufzend maṇḍle pannago ruddho mantrairiva mahāviṣaḥ / ahodhigiti sāmarṣo vācamuktvā narādhipaḥ
Wie eine große Giftschlange, die durch Zaubersprüche in einem Kreis gebannt ist, stieß der Herrscher der Menschen zornerfüllt das Wort 'Ach, verflucht!' aus.
Wort für Wort maṇḍale pannagaḥ ruddhaḥ eine im Kreis gebannte Schlange mantraiḥ iva mahā-viṣaḥ durch Zaubersprüche, die große Giftige aho dhik iti sa-amarṣaḥ 'ach, verflucht' zornerfüllt vācam uktvā narādhipaḥ das Wort ausstoßend, der Menschenherrscher cireṇa tu nṛpaḥ samjñām pratilabhya suduḥkhitaḥ / kaikeyīmabravītkruddhaḥ pradahanniva cakṣuṣā
Nach langer Zeit aber, sein Bewusstsein wiedererlangend, überaus bekümmert, sprach der König zornig zu Kaikeyī, sie gleichsam mit den Augen verbrennend:
Wort für Wort cireṇa tu nṛpaḥ saṃjñām nach langer Zeit aber der König das Bewusstsein pratilabhya su-duḥkhitaḥ wiedererlangend, überaus bekümmert kaikeyīm abravīt kruddhaḥ sprach zornig zu Kaikeyī pradahan iva cakṣuṣā gleichsam mit den Augen verbrennend nṛśaṃse duṣṭacāritre kulasyāsya vināśini / kim kṛtam tava rāmeṇa pāpaṃ pāpe mayāpi vā
'Du Grausame, von bösem Wandel, Verderberin dieses Geschlechts – was hat dir Rāma Böses angetan, oder auch ich, du Böse?'
Wort für Wort nṛśaṃse duṣṭa-cāritre du Grausame, von bösem Wandel kulasya asya vināśini Verderberin dieses Geschlechts kim kṛtam tava rāmeṇa pāpam was hat dir Rāma Böses angetan pāpe mayā api vā du Böse, oder auch ich yadā te jananītulyām vṛttim vahati rāghavaḥ / tasyaiva tvamanarthāya kim nimittamihodyatā
'Wo doch Rāghava dir gegenüber ein Verhalten wie einer Mutter erweist – warum bist du gerade ihm zum Verderben hier bereit, aus welchem Grund?'
Wort für Wort yadā te jananī-tulyām vṛttim da er dir wie einer Mutter ein Verhalten vahati rāghavaḥ erweist, Rāghava tasya eva tvam anarthāya bist du gerade zu dessen Verderben kim nimittam iha udyatā aus welchem Grund hier bereit tvaṃ mamātmavināśārtham bhavanam svaṃ praveśitā / avijñānānnṛpasutā vyāldī tīkṣṇaviṣā yathā
'Zu meinem eigenen Verderben bist du in mein Haus aufgenommen worden, ohne dass ich es wusste, du Königstochter, wie eine scharfgiftige Schlange.'
Wort für Wort tvam mama ātma-vināśa-artham du zu meinem eigenen Verderben bhavanam svam praveśitā bist in mein eigenes Haus aufgenommen worden avijñānāt nṛpa-sutā ohne mein Wissen, Königstochter vyāldī tīkṣṇa-viṣā yathā wie eine scharfgiftige Schlange jīvaloko yadā sarvo rāmasyāha guṇastavam / aparādham kamuddiśya tyakṣyāmīṣṭamaham sutam
'Wo doch die ganze lebende Welt Rāmas Tugenden preist – welches Vergehen soll ich anführen, um meinen geliebten Sohn zu verstoßen?'
Wort für Wort jīva-lokaḥ yadā sarvaḥ da die ganze lebende Welt rāmasya āha guṇa-stavam Rāmas Tugenden preist aparādham kam uddiśya welches Vergehen anführend tyakṣyāmi iṣṭam aham sutam soll ich den geliebten Sohn verstoßen kausalyām vā sumitrām vā tyajeyamapi vā śriyam / jīvitam vātmano rāmam na tveva pitṛvatsalam
'Kausalyā oder Sumitrā könnte ich verlassen, oder sogar meinen Königsglanz, oder mein eigenes Leben – nicht aber Rāma, der seinem Vater so zugetan ist.'
Wort für Wort kausalyām vā sumitrām vā Kausalyā oder Sumitrā tyajeyam api vā śriyam könnte ich verlassen, oder den Glanz jīvitam vā ātmanaḥ oder mein eigenes Leben rāmam na tu eva pitṛ-vatsalam nicht aber Rāma, den seinem Vater Zugetanen parā bhavati me prītirdhṛṣṭvā tanayamagrajam / apaśyatastu me rāmam naṣṭā bhavati cetanā
'Höchste Freude erfasst mich, wenn ich meinen ältesten Sohn sehe; sehe ich Rāma aber nicht, so schwindet mir die Besinnung.'
Wort für Wort parā bhavati me prītiḥ höchste Freude erfasst mich dṛṣṭvā tanayam agrajam wenn ich den ältesten Sohn sehe apaśyataḥ tu me rāmam wenn ich aber Rāma nicht sehe naṣṭā bhavati cetanā schwindet die Besinnung tiṣṭhelloko vinā sūryam sasyam vā salilam vinā / na tu rāmam vinā dehe tiṣṭhettu mama jīvitam
'Die Welt mag ohne Sonne bestehen, die Saat ohne Wasser – doch ohne Rāma wird mein Leben nicht im Leib bestehen bleiben.'
Wort für Wort tiṣṭhet lokaḥ vinā sūryam die Welt möge ohne Sonne bestehen sasyam vā salilam vinā oder die Saat ohne Wasser na tu rāmam vinā dehe aber ohne Rāma im Leib tiṣṭhet tu mama jīvitam wird mein Leben bestehen bleiben tadalam tyajyatāmeṣa niścayaḥ pāpaniścaye / api te caraṇau mūrdhnā spṛśāmyeṣa prasīda me
'Darum genug, lass ab von diesem Entschluss, du Böse; ich berühre mit meinem Haupt deine Füße – sei mir gnädig!'
Wort für Wort tat alam tyajyatām eṣaḥ darum genug, lass ab von diesem niścayaḥ pāpa-niścaye Entschluss, du mit bösem Entschluss api te caraṇau mūrdhnā auch deine Füße mit dem Haupt spṛśāmi eṣaḥ prasīda me berühre ich, sei mir gnädig kimidam cintitam pāpe tvayā paramadāruṇam / atha jījñāsase mām tvam bharatasya priyāpriye
'Was ist das für ein überaus schreckliches Vorhaben, das du erdacht hast, Böse? Oder willst du mich prüfen, du, der Bharatas Wohl und Wehe am Herzen liegt?'
Wort für Wort kim idam cintitam pāpe was ist das erdachte, Böse tvayā parama-dāruṇam von dir, überaus schrecklich atha jījñāsase mām tvam oder willst du mich prüfen bharatasya priya-apriye du, der Bharatas Wohl und Wehe astu yattattvayāpūrvam vyāhṛtam rāghavam prati / sa me jyeṣṭhaḥ sutaḥ śrīmān dharmajyeṣṭha itīva me
'Mag sein, dass das, was du eben über Rāghava gesagt hast, nur eine Prüfung war – er ist mein ältester, glanzvoller Sohn, mir gleichsam der Erste an Pflichttreue.'
Wort für Wort astu yat tat tvayā pūrvam mag sein, was du eben vyāhṛtam rāghavam prati über Rāghava gesagt hast sa me jyeṣṭhaḥ sutaḥ śrīmān er ist mein ältester glanzvoller Sohn dharma-jyeṣṭhaḥ iti iva me mir gleichsam der Erste an Pflichttreue tattvayā priyavādinyā sevārtham kathitam bhavet
'Das mag von dir, die du sonst so freundlich redest, nur zum Zweck des Dienstes an mir gesagt worden sein.'
Wort für Wort tat tvayā priya-vādinyā das von dir, die du freundlich redest sevā-artham kathitam bhavet mag zum Zweck des Dienstes gesagt sein tacchrutvā śokasamtaptā samtāpayasi mām bhṛśam / āviṣṭāsi gṛham śūnyam sā tvam paravaśam gatā
'Dies hörend, von Kummer versengt, quälst du mich heftig; du hast das leere Haus betreten, ganz einer fremden Macht verfallen.'
Wort für Wort tat śrutvā śoka-saṃtaptā dies hörend, von Kummer versengt saṃtāpayasi mām bhṛśam quälst du mich heftig āviṣṭā asi gṛham śūnyam du hast das leere Haus betreten sā tvam paravaśam gatā du bist einer fremden Macht verfallen ikṣvākūṇām kule devi samprāptaḥ sumahānayam / anayo nayasampanne yatra te vikṛtā matiḥ
'In das Geschlecht der Ikṣvākus, o Herrin, ist ein gewaltiges Unrecht gekommen – ein Unrecht, du sonst so Klugbegabte, wo doch dein Sinn nun verkehrt ist.'
Wort für Wort ikṣvākūṇām kule devi in das Geschlecht der Ikṣvākus, o Herrin samprāptaḥ su-mahān ayam ist ein gewaltiges [Unrecht] gekommen anayaḥ naya-sampanne ein Unrecht, du Klugbegabte yatra te vikṛtā matiḥ wo dein Sinn verkehrt ist na hi kiṃcidayuktam vā vipriyam vā purā mama / akarostvam viśālākṣi tena na śraddadhāmyaham
'Denn nie zuvor hast du mir etwas Unschickliches oder Unerfreuliches angetan, du Großäugige; darum kann ich es nicht glauben.'
Wort für Wort na hi kiñcit ayuktam vā denn nichts Unschickliches vipriyam vā purā mama oder Unerfreuliches mir zuvor akaroḥ tvam viśāla-akṣi hast du getan, Großäugige tena na śraddadhāmi aham darum glaube ich es nicht nanu te rāghavastulyo bharatena mahātmanā / bahuśo hi sma bāle tvam kathayase mama
'Ist dir nicht Rāghava dem großherzigen Bharata gleich? Oftmals hast du doch, meine Liebe, mir das gesagt.'
Wort für Wort nanu te rāghavaḥ tulyaḥ ist dir nicht Rāghava gleich bharatena mahātmanā dem großherzigen Bharata bahuśaḥ hi sma bāle oftmals doch, meine Liebe tvam kathayase mama hast du mir gesagt tasya dharmātmano devi vanavāsam yaśasvinaḥ / katham rocayase bhīru nava varṣāṇi pañca ca
'Wie kannst du, Herrin, den Waldaufenthalt jenes gerechten, ruhmreichen Sohnes für neun und fünf Jahre wünschen, du Furchtsame?'
Wort für Wort tasya dharma-ātmanaḥ devi jenes gerechten, o Herrin vana-vāsam yaśasvinaḥ den Waldaufenthalt des Ruhmreichen katham rocayase bhīru wie kannst du wünschen, Furchtsame nava varṣāṇi pañca ca neun und fünf Jahre atyantasukumārasya tasya dharme dhṛtātmanaḥ / katham rocayase vāsamaraṇye bhṛśadāruṇe
'Wie kannst du für ihn, den überaus zarten, in der Pflicht gefestigten Sohn, den Aufenthalt im überaus schrecklichen Wald wünschen?'
Wort für Wort atyanta-sukumārasya für den überaus zarten tasya dharme dhṛta-ātmanaḥ ihn, in der Pflicht gefestigten katham rocayase vāsam wie kannst du den Aufenthalt wünschen araṇye bhṛśa-dāruṇe im überaus schrecklichen Wald rocayasyabhirāmasya rāmasya śubhalocane / tava śuśrūṣamāṇasya kimartham vipravāsanam
'Warum wünschst du, o du mit den schönen Augen, die Verbannung Rāmas, des Erfreulichen, der dir stets zu Diensten steht?'
Wort für Wort rocayasi abhirāmasya du wünschst für den Erfreulichen rāmasya śubha-locane für Rāma, du Schönäugige tava śuśrūṣamāṇasya der dir zu Diensten steht kim-artham vipravāsanam wozu die Verbannung rāmo hi bharatādbhūyastava śuśrūṣte sadā / viśeṣam tvayi tasmāttu bharatasya na lakṣaye
'Denn Rāma dient dir sogar mehr als Bharata stets; einen Unterschied zugunsten Bharatas sehe ich darin nicht.'
Wort für Wort rāmaḥ hi bharatāt bhūyaḥ Rāma denn mehr als Bharata tava śuśrūṣate sadā dient dir stets viśeṣam tvayi tasmāt tu einen Unterschied dir gegenüber daher bharatasya na lakṣaye Bharatas sehe ich nicht śuśrūṣām gauravam caiva pramāṇam vacanakriyām / kaste bhūyastaram kuryādanyatra manujarṣabhāt
'Wer sonst als dieser Stier unter den Menschen könnte dir mehr Dienst, Ehrerbietung, Autorität und Wortfolgsamkeit erweisen?'
Wort für Wort śuśrūṣām gauravam ca eva Dienst und Ehrerbietung pramāṇam vacana-kriyām Autorität, Wortfolgsamkeit kaḥ te bhūyastaram kuryāt wer könnte dir mehr erweisen anyatra manuja-ṛṣabhāt außer diesem Stier der Menschen parivādo.apavādo vā rāghave nopapadyate / sāntvayan sarvabhūtāni rāmaḥ śuddhena cetasā
'Weder Tadel noch Vorwurf trifft auf Rāghava zu; alle Wesen besänftigend, handelt Rāma mit reinem Herzen.'
Wort für Wort parivādaḥ apavādaḥ vā Tadel oder Vorwurf rāghave na upapadyate trifft auf Rāghava nicht zu sāntvayan sarva-bhūtāni alle Wesen besänftigend rāmaḥ śuddhena cetasā Rāma mit reinem Herzen gṛhṇāti manujavyāgraḥ priyairviṣayavāsinaḥ
'Der Tiger unter den Menschen gewinnt durch Freundlichkeit die Bewohner des Landes für sich.'
Wort für Wort gṛhṇāti manuja-vyāghraḥ gewinnt der Tiger der Menschen priyaiḥ viṣaya-vāsinaḥ durch Freundlichkeit die Landbewohner satyena lokān jayati dīnān dānena rāghavaḥ / gurūn śuśrūṣayā vīro dhanuśā yudhi śātravān
'Durch Wahrhaftigkeit gewinnt Rāghava die Welt, die Bedürftigen durch Freigebigkeit, die Lehrer durch Dienst, der Held im Kampf die Feinde durch seinen Bogen.'
Wort für Wort satyena lokān jayati durch Wahrheit gewinnt er die Welt dīnān dānena rāghavaḥ die Bedürftigen durch Freigebigkeit, Rāghava gurūn śuśrūṣayā vīraḥ die Lehrer durch Dienst, der Held dhanuśā yudhi śātravān im Kampf die Feinde durch den Bogen satyam dānam tapastyago vratatā śaucamārjavam / vidyā ca guruśuśrūṣā dhruvāṇyetāni rāghave
'Wahrhaftigkeit, Freigebigkeit, Askese, Entsagung, Gelübdetreue, Reinheit, Rechtschaffenheit, Wissen und Dienst am Lehrer – all dies ist in Rāghava fest verankert.'
Wort für Wort satyam dānam tapaḥ tyāgaḥ Wahrheit, Freigebigkeit, Askese, Entsagung vratatā śaucam ārjavam Gelübdetreue, Reinheit, Rechtschaffenheit vidyā ca guru-śuśrūṣā Wissen und Dienst am Lehrer dhruvāṇi etāni rāghave all dies ist fest in Rāghava verankert tasminnārjavasampanne devi devopame katham / pāpamāśaṃsase rāme maharṣisamatejasi
'Wie kannst du, o Herrin, Böses für Rāma wünschen, der voll Rechtschaffenheit, den Göttern gleich und den großen Sehern an Glanz ebenbürtig ist?'
Wort für Wort tasmin ārjava-sampanne für ihn, voll Rechtschaffenheit devi deva-upame katham o Herrin, wie für den Göttergleichen pāpam āśaṃsase rāme wünschst du Böses für Rāma mahā-ṛṣi-sama-tejasi der den großen Sehern an Glanz gleicht na smarāmyapriyam vākyam lokasya priyavādinaḥ / sa katham tvatkṛte rāmam vakṣyāmi priyamapriyam
'Ich erinnere mich an kein unfreundliches Wort von ihm, der zur Welt stets freundlich redet – wie sollte ich dann Rāma um deinetwillen etwas Unerfreuliches sagen?'
Wort für Wort na smarāmi apriyam vākyam ich erinnere mich an kein unfreundliches Wort lokasya priya-vādinaḥ von ihm, der zur Welt freundlich redet sa katham tvat-kṛte rāmam wie sollte ich Rāma deinetwegen vakṣyāmi priyam apriyam etwas ihm Unerfreuliches sagen kṣamā yasmin damastyāgaḥ satyam dharmaḥ kṛtajñatā / apyahiṃsā ca bhūtānām tamṛte kā gatirmama
'In ihm sind Geduld, Selbstbeherrschung, Entsagung, Wahrheit, Pflicht, Dankbarkeit und Gewaltlosigkeit gegen alle Wesen – ohne ihn, welche Zuflucht bliebe mir?'
Wort für Wort kṣamā yasmin damaḥ tyāgaḥ in dem Geduld, Selbstbeherrschung, Entsagung satyam dharmaḥ kṛtajñatā Wahrheit, Pflicht, Dankbarkeit api ahiṃsā ca bhūtānām auch Gewaltlosigkeit gegen die Wesen tam ṛte kā gatiḥ mama ohne ihn, welche Zuflucht bliebe mir mama vṛddhasya kaikeyi gatāntasya tapasvinaḥ / dīnam lālapyamānasya kāruṇyam kartumarhasi
'Mit mir, dem Alten, Kaikeyī, dessen Ende naht, dem Elenden, der so kläglich klagt, solltest du Mitleid haben.'
Wort für Wort mama vṛddhasya kaikeyi mit mir, dem Alten, Kaikeyī gata-antasya tapasvinaḥ dessen Ende naht, dem Elenden dīnam lālapyamānasya der kläglich klagt kāruṇyam kartum arhasi solltest du Mitleid haben pṛthivyām sāgarāntāyām yatkiñcaidadhigamyate / tatsarvam tava dāsyāmi mā ca tvām manyurāviśet
'Was immer auf der bis zum Meer reichenden Erde zu erlangen ist, das alles will ich dir geben – lass nicht Zorn von dir Besitz ergreifen!'
Wort für Wort pṛthivyām sāgara-antāyām auf der bis zum Meer reichenden Erde yat kiñcit adhigamyate was immer zu erlangen ist tat sarvam tava dāsyāmi das alles will ich dir geben mā ca tvām manyuḥ āviśet und Zorn möge nicht von dir Besitz ergreifen añjalim kurmi kaikeyi pādau cāpi spṛśāmi te / śaraṇam bhava rāmasya mā.adharmo māmiha spṛśet
'Ich falte die Hände, Kaikeyī, und berühre auch deine Füße; sei Rāmas Zuflucht – möge das Unrecht mich hier nicht treffen!'
Wort für Wort añjalim kurmi kaikeyi ich falte die Hände, Kaikeyī pādau ca api spṛśāmi te und berühre auch deine Füße śaraṇam bhava rāmasya sei Rāmas Zuflucht mā adharmaḥ mām iha spṛśet möge das Unrecht mich hier nicht treffen iti duḥkhābhisantaptam vilapantamacetanam / ghūrṇamānam mahārājam śokena samabhiplutam
So den von Schmerz versengten, klagenden, fast besinnungslosen, taumelnden Großkönig, ganz von Kummer überflutet,
Wort für Wort iti duḥkha-abhisantaptam so den von Schmerz versengten vilapantam acetanam klagenden, fast besinnungslosen ghūrṇamānam mahārājam taumelnden Großkönig śokena samabhiplutam ganz von Kummer überflutet pāram śokārṇavasyāśu prārthayantam punaḥ punaḥ / pratyuvācātha kaikeyī raudrā raudrātaram vacaḥ
der immer wieder rasch das andere Ufer des Meeres seines Kummers zu erreichen suchte – ihm erwiderte Kaikeyī, die Grausame, ein noch grausameres Wort:
Wort für Wort pāram śoka-arṇavasya āśu das andere Ufer des Kummermeeres rasch prārthayantam punaḥ punaḥ immer wieder suchend pratyuvāca atha kaikeyī raudrā erwiderte da die grausame Kaikeyī raudra-taram vacaḥ ein noch grausameres Wort yadi datvā varau rājan punaḥ pratyanutapyase / dhārmikatvam katham vīra pṛthivyām kathayiṣyasi
'Wenn du, o König, nachdem du die Wünsche gewährt hast, es nun bereust, wie wirst du dann, o Held, auf Erden noch als tugendhaft gelten?'
Wort für Wort yadi datvā varau rājan wenn du, o König, die Wünsche gewährt hast punaḥ pratyanutapyase und es nun bereust dhārmikatvam katham vīra wie wirst du, o Held, als tugendhaft pṛthivyām kathayiṣyasi auf Erden gelten yadā sametā bahavastvayā rājarṣayassaha / kathayiṣyanti dharmajña tatra kim prativakṣyasi
'Wenn sich viele königliche Seher mit dir versammeln und davon erzählen, o Pflichtkundiger, was wirst du dann erwidern?'
Wort für Wort yadā sametāḥ bahavaḥ wenn viele versammelt tvayā rāja-ṛṣayaḥ saha königliche Seher mit dir kathayiṣyanti dharma-jña erzählen werden, o Pflichtkundiger tatra kim prativakṣyasi was wirst du dann erwidern yasyāḥ prasāde jīvāmi yā ca māmabhyapālayat / tasyāḥ kṛtam mayā mithyā kaikeyyā iti vakṣyasi
'Wirst du sagen: Durch deren Gnade ich lebe, die mich beschützte, dieser Kaikeyī gegenüber habe ich mein Wort gebrochen?'
Wort für Wort yasyāḥ prasāde jīvāmi durch deren Gnade ich lebe yā ca mām abhyapālayat und die mich beschützte tasyāḥ kṛtam mayā mithyā der gegenüber ich mein Wort gebrochen habe kaikeyyāḥ iti vakṣyasi der Kaikeyī, so wirst du sagen kilbiṣam narendhrāṇām kariṣyasi narādhipa / yo dattvā varamadyaiva punaranyāni bhāṣase
'Du wirst eine Schuld unter den Herrschern der Menschen auf dich laden, o Menschenherr, wenn du, nachdem du eben erst den Wunsch gewährt hast, nun anderes redest.'
Wort für Wort kilbiṣam nara-indrāṇām eine Schuld unter den Menschenherrschern kariṣyasi narādhipa wirst du auf dich laden, Menschenherr yaḥ dattvā varam adya eva wenn du, nachdem du eben erst den Wunsch gewährt hast punaḥ anyāni bhāṣase nun anderes redest śaibyaḥ śyenakapotīye svamāṃsaṃ pakṣite dadau / alarkaścakṣuṣī datvā jagāma gatimuttamām
'Śaibya gab in der Geschichte von Falke und Taube sein eigenes Fleisch dem Vogel; Alarka, nachdem er seine Augen gegeben hatte, erlangte den höchsten Zustand.'
Wort für Wort śaibyaḥ śyena-kapotīye Śaibya in der Falke-Taube-Geschichte svamāṃsam pakṣite dadau gab sein eigenes Fleisch dem Vogel alarkaḥ cakṣuṣī datvā Alarka, nachdem er seine Augen gegeben hatte jagāma gatim uttamām erlangte den höchsten Zustand sāgaraḥ samayam kṛtvāna velāmativartate / samayam mā.anṛtam kārṣīḥ purvavṛttamanusmaran
'Der Ozean, einen Vertrag geschlossen habend, überschreitet nie seine Küstenlinie; brich also nicht deinen Vertrag, eingedenk der früheren Geschehnisse!'
Wort für Wort sāgaraḥ samayam kṛtvā der Ozean, einen Vertrag geschlossen habend na velām ativartate überschreitet nicht die Küstenlinie samayam mā anṛtam kārṣīḥ brich nicht deinen Vertrag pūrva-vṛttam anusmaran eingedenk der früheren Geschehnisse sa tvam dharmam parityajya rāmam rājye.abhiṣicyaca / saha kaulasyayā nityam rantumicchasi durmate
'Du also, die Pflicht verlassend, willst Rāma im Königtum weihen und dich für immer mit Kausalyā vergnügen, du Übelgesinnter!'
Wort für Wort sa tvam dharmam parityajya du also, die Pflicht verlassend rāmam rājye abhiṣicya ca und Rāma im Königtum weihend saha kausalyayā nityam für immer mit Kausalyā rantum icchasi durmate willst du dich vergnügen, Übelgesinnter bhavatvadharmo dharmo vā satyam vā yadi vānṛtam / yattvayā saṃśrutam mahyam tasya nāsti vyatikramaḥ
'Mag es Unrecht sein oder Recht, Wahrheit oder Unwahrheit – was du mir zugesagt hast, davon gibt es kein Abweichen.'
Wort für Wort bhavatu adharmaḥ dharmaḥ vā mag es Unrecht sein oder Recht satyam vā yadi vā anṛtam Wahrheit oder Unwahrheit yat tvayā saṃśrutam mahyam was du mir zugesagt hast tasya na asti vyatikramaḥ davon gibt es kein Abweichen aham hi viṣamadyaiva pītvā bahu tavāgrataḥ / paśyataste mariṣyāmi rāmo yadyabhiṣicyate
'Ich werde noch heute, viel Gift trinkend, vor deinen Augen sterben, während du zusiehst, wenn Rāma geweiht wird.'
Wort für Wort aham hi viṣam adya eva ich werde noch heute Gift pītvā bahu tava agrataḥ viel trinkend, vor dir paśyataḥ te mariṣyāmi während du zusiehst, sterben rāmaḥ yadi abhiṣicyate wenn Rāma geweiht wird ekāhamapi paśyeyam yadyaham rāmamātaram / añjalim pratigṛhṇantīm śreyo nanu mṛtirmama
'Müsste ich auch nur einen Tag sehen, wie Rāmas Mutter meine Ehrerbietung entgegennimmt, wäre mir wahrlich der Tod besser.'
Wort für Wort eka-aham api paśyeyam müsste ich auch nur einen Tag sehen yadi aham rāma-mātaram wenn ich Rāmas Mutter añjalim pratigṛhṇantīm meine Ehrerbietung entgegennehmend śreyaḥ nanu mṛtiḥ mama wäre mir wahrlich der Tod besser bharatenātmanā cāham śape te manujādhipa / yathā nānyena tuṣyeyamṛte rāmavivāsanāt
'Bei Bharata und bei mir selbst schwöre ich dir, Herrscher der Menschen: durch nichts anderes werde ich zufrieden sein als durch Rāmas Verbannung.'
Wort für Wort bharatena ātmanā ca aham bei Bharata und bei mir selbst śape te manuja-adhipa schwöre ich dir, Herrscher der Menschen yathā na anyena tuṣyeyam dass ich durch nichts anderes zufrieden werde ṛte rāma-vivāsanāt außer durch Rāmas Verbannung etāvaduktvā vacanam kaikeyī virarāma ha / vilapantam ca rājānam na prativyājahāra sā
Nachdem sie so viel gesprochen hatte, verstummte Kaikeyī; und dem klagenden König erwiderte sie nichts mehr.
Wort für Wort etāvat uktvā vacanam nachdem sie so viel gesprochen hatte kaikeyī virarāma ha verstummte Kaikeyī vilapantam ca rājānam und dem klagenden König na prativyājahāra sā erwiderte sie nichts mehr śrutvā tu rājā kaikeyyā vṛtam paramaśobhanam / rāmasya ca vane vāsamaiśvaryam bharatasya ca
Als der König aber von Kaikeyī den überaus [für sie] herrlichen Wunsch gehört hatte, Rāmas Waldaufenthalt und Bharatas Herrschaft,
Wort für Wort śrutvā tu rājā kaikeyyā als der König aber von Kaikeyī gehört hatte vṛtam parama-śobhanam den überaus herrlichen [Wunsch] rāmasya ca vane vāsam Rāmas Aufenthalt im Wald aiśvaryam bharatasya ca und Bharatas Herrschaft nābhyabhāṣata kaikeyyim muhūrtam vyākulendriyaḥ / praikṣatānimiṣo devīm priyāmapriyavādinīm
sprach er einen Augenblick nicht zu Kaikeyī, seine Sinne verwirrt; unverwandt blickte er die Herrin an, seine Geliebte, die nun Unerfreuliches redete.
Wort für Wort na abhyabhāṣata kaikeyīm sprach nicht zu Kaikeyī muhūrtam vyākula-indriyaḥ einen Augenblick, seine Sinne verwirrt praikṣata animiṣaḥ devīm blickte unverwandt die Herrin an priyām apriya-vādinīm seine Geliebte, die Unerfreuliches redete tām hi vajrasamām vācamākarṇya hṛdayā priyām / duḥkhaśokamayīm ghorām rājā na sukhito.abhavat
Jenes blitzgleiche, schmerz- und kummervolle, schreckliche Wort seiner Herzensgeliebten vernehmend, war der König nicht glücklich.
Wort für Wort tām hi vajra-samām vācam jenes dem Blitz gleiche Wort ākarṇya hṛdayā priyām der Herzensgeliebten vernehmend duḥkha-śoka-mayīm ghorām schmerz- und kummervoll, schrecklich rājā na sukhitaḥ abhavat war der König nicht glücklich sa devyā vyavasāyam ca ghoram ca śapatham kṛtam / dhyātvā rāmeti niśśvasya chinnastarurivāpatat
Er, über der Herrin Entschluss und den schrecklichen Schwur nachdenkend, seufzte 'Rāma!' und fiel um wie ein gefällter Baum.
Wort für Wort sa devyā vyavasāyam ca er, über der Herrin Entschluss ghoram ca śapatham kṛtam und den schrecklichen geleisteten Schwur dhyātvā rāma iti niḥśvasya nachdenkend, 'Rāma' seufzend chinnaḥ taruḥ iva āpatat fiel er wie ein gefällter Baum naṣṭacitto yathonmatto viparīto yathāturaḥ / hṛtatejā yathā sarpo babhūva jagatīpatiḥ
Wie von Sinnen, wie von Verstand verlassen, wie krank, wie eine ihrer Kraft beraubte Schlange wurde der Herrscher der Welt.
Wort für Wort naṣṭa-cittaḥ yathā unmattaḥ wie von Sinnen, wie von Verstand verlassen viparītaḥ yathā āturaḥ verkehrt, wie krank hṛta-tejāḥ yathā sarpaḥ wie eine ihrer Kraft beraubte Schlange babhūva jagatī-patiḥ wurde der Herrscher der Welt dīnayā tu girā rājā iti hovāca kaikayim / anarthamimamarthābham kena tvamupadarśitā
Mit kläglicher Stimme aber sprach der König so zu Kaikeyī: 'Wer hat dir dieses Unheil in der Gestalt eines Vorteils gezeigt?'
Wort für Wort dīnayā tu girā rājā mit kläglicher Stimme aber der König iti ha uvāca kaikeyīm sprach so zu Kaikeyī anartham imam artha-ābham dieses Unheil in Gestalt des Vorteils kena tvam upadarśitā wer hat dir gezeigt bhūtopahatacitteva bruvantī mām na lajjase / śīlavyasanametatte nābhijānāmyaham purā
'Wie eine von einem Geist Besessene sprichst du und schämst dich vor mir nicht; diesen Fehler in deinem Charakter kannte ich früher nicht.'
Wort für Wort bhūta-upahata-cittā iva wie eine von einem Geist Besessene bruvantī mām na lajjase sprichst du und schämst dich vor mir nicht śīla-vyasanam etat te diesen Fehler in deinem Charakter na abhijānāmi aham purā kannte ich früher nicht balāyāstattvidānīm te lakṣaye viparītavat / kuto vā te bhayam jātam yā tvamevamvidam varam
'Deine einstige Kraft erkenne ich jetzt als verkehrt; woher ist dir denn diese Furcht gekommen, dass du einen solchen Wunsch erbittest?'
Wort für Wort balāyāḥ tat tu idānīm te deine damalige Kraft nun jetzt lakṣaye viparītavat erkenne ich als verkehrt kutaḥ vā te bhayam jātam woher ist dir Furcht gekommen yā tvam evaṃvidam varam dass du einen solchen Wunsch rāṣṭre bharatamāsīnam vṛṇīṣe rāghavam vane / viramaitena bhāvena tvametenānṛtena vā
'Du wählst, dass Bharata im Reich throne, Rāghava aber im Wald sei; lass ab von dieser Gesinnung, oder von dieser Unwahrheit!'
Wort für Wort rāṣṭre bharatam āsīnam dass Bharata im Reich throne vṛṇīṣe rāghavam vane wählst du, Rāghava im Wald virama etena bhāvena lass ab von dieser Gesinnung tvam etena anṛtena vā du, oder von dieser Unwahrheit yadi bhartuḥ priyam kāryam lokasya bharatasya ca / nṛśaṃse pāpasamkalpe kṣudre duṣkṛtakāriṇi
'Wenn dir das Wohl deines Gemahls, des Volkes und Bharatas am Herzen liegt – du Grausame, mit bösem Vorhaben, Niederträchtige, Übeltäterin –'
Wort für Wort yadi bhartuḥ priyam kāryam wenn das Wohl des Gemahls dir am Herzen liegt lokasya bharatasya ca des Volkes und Bharatas nṛśaṃse pāpa-saṃkalpe du Grausame, mit bösem Vorhaben kṣudre duṣkṛta-kāriṇi Niederträchtige, Übeltäterin kim nu duḥkhamaldīkam vā mayi rāme ca paśyasi / na kathaṃci dṛte rāmādbharato rājyamāvaset
'welches Leid oder welchen Fehler siehst du denn an mir oder an Rāma? Keinesfalls könnte Bharata ohne Rāma im Königtum wohnen.'
Wort für Wort kim nu duḥkham alīkam vā welches Leid oder welchen Fehler mayi rāme ca paśyasi siehst du an mir und Rāma na kathaṃcit ṛte rāmāt keinesfalls ohne Rāma bharataḥ rājyam āvaset könnte Bharata im Königtum wohnen rāmādapi hi tam manye dharmato balavattaram / katham drakṣyāmi rāmasya vanam gaccheti bhāṣite
'Ich halte ihn sogar für pflichtbewusster als Rāma selbst. Wie könnte ich es ertragen, wenn zu Rāma gesagt wird: Geh in den Wald!'
Wort für Wort rāmāt api hi tam manye ich halte ihn sogar für dharmataḥ balavattaram pflichtbewusster als Rāma katham drakṣyāmi rāmasya wie könnte ich sehen, dass zu Rāma vanam gaccha iti bhāṣite 'geh in den Wald' gesagt wird mukhavarṇam vivarṇam tam yathaivendumupaplutam / tām hi me sukṛtām buddhim suhṛdbhiḥ saha niścitām
'Sein Gesicht bleich sehen, wie den vom Rāhu verschlungenen Mond? Diese meine wohlerwogene, mit Freunden gemeinsam gefasste Entscheidung –'
Wort für Wort mukha-varṇam vivarṇam tam sein Gesicht bleich yathā eva indum upaplutam wie den verschlungenen Mond tām hi me sukṛtām buddhim diese meine wohlerwogene Entscheidung suhṛdbhiḥ saha niścitām mit Freunden gemeinsam gefasst katham drakṣyāmyapāvṛttām parairiva hatām camūm / kim mām vakṣyanti rājāno nānādigbhyaḥ samāgatāh
'wie soll ich sie umgestoßen sehen, wie ein von Feinden geschlagenes Heer? Was werden die aus allen Himmelsrichtungen versammelten Könige zu mir sagen?'
Wort für Wort katham drakṣyāmi apāvṛttām wie soll ich umgestoßen sehen paraiḥ iva hatām camūm wie ein von Feinden geschlagenes Heer kim mām vakṣyanti rājānaḥ was werden die Könige zu mir sagen nānā-digbhyaḥ samāgatāḥ aus allen Richtungen versammelt bālo batāya maikṣvākaściram rājyamakārayat / yadā tu bahavo vṛddhā guṇavanto bahuśrutāh
'"Kindisch fürwahr hat dieser Ikṣvāku lange geherrscht" – wenn dann viele Alte, Tugendhafte, Vielgelehrte'
Wort für Wort bālaḥ bata ayam aikṣvākaḥ 'kindisch fürwahr, dieser Ikṣvāku' ciram rājyam akārayat hat lange geherrscht yadā tu bahavaḥ vṛddhāḥ wenn dann viele Alte guṇavantaḥ bahuśrutāḥ Tugendhafte, Vielgelehrte pariprakṣyanti kākutthsam vakṣyāmi kimmahām tadā / kaikeyyā kliśyamānena rāmaḥ pravrājito mayā
'den Kākutstha [Bharata] befragen werden, was soll ich dann Großes sagen? "Von Kaikeyī gequält, habe ich Rāma verbannt" –'
Wort für Wort pariprakṣyanti kākutthsam den Kākutstha befragen werden vakṣyāmi kim mahām tadā was soll ich dann Großes sagen kaikeyyā kliśyamānena von Kaikeyī gequält rāmaḥ pravrājitaḥ mayā habe ich Rāma verbannt yadi satyam bravīmyetattadasatyam bhaviṣyati / kim mām vakṣyati kausalyā rāghave vanamāsthite
'wenn ich dies als Wahrheit sage, wird es dennoch wie Unwahrheit klingen. Was wird Kausalyā zu mir sagen, wenn Rāghava im Wald weilt?'
Wort für Wort yadi satyam bravīmi etat wenn ich dies als Wahrheit sage tat asatyam bhaviṣyati wird es wie Unwahrheit sein kim mām vakṣyati kausalyā was wird Kausalyā zu mir sagen rāghave vanam āsthite wenn Rāghava im Wald weilt kim cainām prativakṣyāmi kṛtvā cāpriyamīdṛśam / yadā yadā hī kausalyā dāsīvacca sakhīva ca
'Und was soll ich ihr erwidern, nachdem ich ihr solches Leid angetan habe? Ihr, Kausalyā, die mir immer wieder wie eine Dienerin, wie eine Freundin,'
Wort für Wort kim ca enām prativakṣyāmi und was soll ich ihr erwidern kṛtvā ca apriyam īdṛśam nachdem ich solches Unerfreuliches getan habe yadā yadā hi kausalyā ihr, Kausalyā, die immer wieder dāsī-vat ca sakhī-vat ca wie eine Dienerin und wie eine Freundin bhāryāvadbhaginīvacca mātṛvaccopatiṣṭhati / satatam priyakāmā me priyaputrā priyamvadā
'wie eine Gattin, wie eine Schwester, wie eine Mutter zu Diensten steht, die stets nach meinem Wohl trachtet, deren Sohn mir teuer ist, die freundlich redet –'
Wort für Wort bhāryā-vat bhaginī-vat ca wie eine Gattin, wie eine Schwester mātṛ-vat ca upatiṣṭhati und wie eine Mutter zu Diensten steht satatam priya-kāmā me stets nach meinem Wohl trachtend priya-putrā priyaṃvadā deren Sohn mir teuer ist, freundlich redend na mayā satkṛtā devi satkārārhā kṛte tava / idānīm tattapati mām yanmayā sukṛtam tvayi
'sie, die Ehre verdient, habe ich nicht geehrt, deinetwegen, o Herrin; jetzt quält mich, was ich dir Gutes getan habe.'
Wort für Wort na mayā satkṛtā devi nicht von mir geehrt, o Herrin satkāra-arhā kṛte tava sie, die Ehre verdient, deinetwegen idānīm tat tapati mām jetzt quält mich das yat mayā sukṛtam tvayi was ich dir Gutes getan habe avathyavyañjanonopetam bhuktamannamivāturam / viprakāram ca rāmasya samprayāṇam vanasya ca
'Wie ein Kranker, der Speise ohne die richtige Würze gegessen hat, quält mich die Misshandlung Rāmas und sein Aufbruch in den Wald.'
Wort für Wort avathya-vyañjana-anupetam ohne die richtige Würze bhuktam annam iva āturam wie ein Kranker, der Speise gegessen hat viprakāram ca rāmasya und die Misshandlung Rāmas samprayāṇam vanasya ca und seinen Aufbruch in den Wald sumitrā prekṣyavai bhītā katham me viśvasiṣyati / kṛpaṇam bata vaidehī śroṣyati dvayamapriyam
'Wie wird Sumitrā, dies sehend, erschrocken mir noch vertrauen? Ach, elend wird die Vaidehī zweifaches Unerfreuliches hören:'
Wort für Wort sumitrā prekṣya vai bhītā Sumitrā, dies sehend, erschrocken katham me viśvasiṣyati wie wird sie mir vertrauen kṛpaṇam bata vaidehī elend, fürwahr, die Vaidehī śroṣyati dvayam apriyam wird zweifaches Unerfreuliches hören mām ca pañcatvamāpannam rāmam ca vanamāśritam / vaidehī bata me prāṇān śocantī kṣapayiṣyati
'dass ich gestorben bin und Rāma in den Wald gegangen ist. Die Vaidehī wird, um mein Leben trauernd, vergehen.'
Wort für Wort mām ca pañcatvam āpannam dass ich gestorben bin rāmam ca vanam āśritam und Rāma in den Wald gegangen ist vaidehī bata me prāṇān die Vaidehī fürwahr um mein Leben śocantī kṣapayiṣyati trauernd wird sie vergehen hīnā himavataḥ pārśvae kinnareṇena kinnarā / na hi rāmamaham dṛṣṭva pravasantam mahāvane
'Wie eine Kinnarī, die am Hang des Himālaya ihres Kinnara-Gatten beraubt ist. Denn wenn ich sehe, dass Rāma im großen Wald verweilt,'
Wort für Wort hīnā himavataḥ pārśve beraubt am Hang des Himālaya kinnareṇa iva kinnarā wie eine Kinnarī ihres Gatten na hi rāmam aham dṛṣṭvā denn wenn ich Rāma sehe pravasantam mahā-vane im großen Wald verweilend ciram jīvitumāśaṃse rudatīm cāpi maithilīm / sā nūnam vidhavā rājyam saputrā kārayiṣyasi
'hoffe ich nicht, noch lange zu leben, noch die weinende Maithilī zu ertragen. Du wirst dann gewiss verwitwet, mit deinem Sohn, das Königtum ausüben.'
Wort für Wort ciram jīvitum āśaṃse hoffe ich, lange zu leben rudatīm ca api maithilīm noch die weinende Maithilī sā nūnam vidhavā rājyam du wirst gewiss verwitwet das Königtum saputrā kārayiṣyasi mit deinem Sohn ausüben na hi pravājite rāme devi jīvitumutsahe / satīm tvāmahamatyantam vyavasyāmyasatīm satīm
'Denn wenn Rāma verbannt ist, kann ich, o Herrin, nicht am Leben bleiben. Dich, die ich für tugendhaft hielt, erkenne ich nun gänzlich als eine Untugendhafte unter dem Schein der Tugend.'
Wort für Wort na hi pravājite rāme denn wenn Rāma verbannt ist devi jīvitum utsahe kann ich, o Herrin, nicht am Leben bleiben satīm tvām aham atyantam dich, die ich für tugendhaft hielt, gänzlich vyavasyāmi asatīm satīm erkenne ich als Untugendhafte unter Tugendschein rūpiṇīm viṣasamyuktām pītveva madirām narah / anṛtairbahu mām sānvaiḥsā ntvayantī sma bhāṣase
'Wie ein Mann, der schönen, doch mit Gift vermischten Wein getrunken hat – so hast du mich mit vielen falschen Tröstungen beschwichtigt und angesprochen.'
Wort für Wort rūpiṇīm viṣa-saṃyuktām schön aussehenden, mit Gift vermischten pītvā iva madirām naraḥ wie ein Mann, der Wein getrunken hat anṛtaiḥ bahu mām sāntvaiḥ mit vielen falschen Tröstungen mich sāntvayantī sma bhāṣase hast du beschwichtigend angesprochen gītaśabdena samrudhya lubdho mṛgamivāvadhīḥ / anārya iti māmāryāḥ putravikrāyikam dhruvam
'Wie ein Jäger, der durch Lockgesang das Wild betäubt, hast du mich getötet. Als "unedel" werden mich die Edlen bezeichnen, als einen, der gewiss seinen Sohn verkauft hat.'
Wort für Wort gīta-śabdena saṃrudhya durch Lockgesang betäubend lubdhaḥ mṛgam iva avadhīḥ wie ein Jäger das Wild, hast du getötet anāryaḥ iti mām āryāḥ 'unedel' werden mich die Edlen putra-vikrāyikam dhruvam gewiss als Sohnverkäufer nennen dhikkariṣyanti rathyāsu surāpam brāhmaṇam yathā / aho duḥkhamaho kṛcchram yatra vācaḥ kṣame tava
'Sie werden mich auf den Straßen verachten, wie einen weintrinkenden Brahmanen. Ach welches Leid, ach welche Not, dass ich hier deine Worte ertragen muss!'
Wort für Wort dhik kariṣyanti rathyāsu werden verachten auf den Straßen surāpam brāhmaṇam yathā wie einen weintrinkenden Brahmanen aho duḥkham aho kṛcchram ach welches Leid, ach welche Not yatra vācaḥ kṣame tava dass ich hier deine Worte ertragen muss duḥkhamevamvidham prāptam purākṛtamivāśubham / ciram khalu mayā pāpe tvam pāpenābhirakṣitā
'Solches Leid habe ich erlangt, wie eine einst begangene Untat. Lange fürwahr, du Böse, habe ich dich, die Böse, in meiner Obhut gehalten,'
Wort für Wort duḥkham evaṃ-vidham prāptam solches Leid habe ich erlangt purā-kṛtam iva aśubham wie eine einst begangene üble Tat ciram khalu mayā pāpe lange fürwahr habe ich, Böse tvam pāpena abhirakṣitā dich, du Böse, in Obhut gehalten ajñānādupasampannā rajjurudbaṃdhinī yathā / ramamāṇastvayā sārdham mṛtyum tvā nābhilakṣaye
'in Unwissenheit an mich genommen, wie ein Strick, der zum Erhängen dient. Mich mit dir vergnügend, erkannte ich in dir nicht den Tod.'
Wort für Wort ajñānāt upasampannā in Unwissenheit an mich genommen rajjuḥ udbandhinī yathā wie ein Strick zum Erhängen ramamāṇaḥ tvayā sārdham mich mit dir vergnügend mṛtyum tvā na abhilakṣaye erkannte ich in dir nicht den Tod bālo rahasi hastena kṛṣṇasarpamivāspṛśam / mayā hyapitṛkaḥ putraḥsa mahātmā durātmanā
'Wie ein Kind, das im Geheimen mit der Hand eine schwarze Schlange berührt – so habe ich dich berührt. Denn durch mich, den Bösgesinnten, wird jener großherzige Sohn vaterlos werden.'
Wort für Wort bālaḥ rahasi hastena wie ein Kind im Geheimen mit der Hand kṛṣṇa-sarpam iva aspṛśam eine schwarze Schlange berührend, so habe ich [dich] berührt mayā hi apitṛkaḥ putraḥ denn durch mich wird der Sohn vaterlos sa mahātmā durātmanā er, der Großherzige, durch mich Bösgesinnten tam tu mām jīvaloko.ayam nūnamākroṣṭumarhati / bāliśo bata kāmātmā rājā daśaratho bhṛśam
'Mich aber wird diese lebende Welt gewiss verfluchen dürfen: "Töricht fürwahr und ganz von Begierde beherrscht ist der König Daśaratha,'
Wort für Wort tam tu mām jīva-lokaḥ ayam mich aber wird diese lebende Welt nūnam ākroṣṭum arhati gewiss verfluchen dürfen bāliśaḥ bata kāma-ātmā 'töricht fürwahr, von Begierde beherrscht' rājā daśarathaḥ bhṛśam der König Daśaratha, überaus' yaḥ strīkṛte priyam putram vanam prasthāpayiṣyati / vrataiśca brahmacaryaiśca gurubhiścapakarśitaḥ
der um einer Frau willen seinen geliebten Sohn in den Wald schicken wird, ihn, der durch Gelübde, Keuschheit und Lehrer wohlerzogen und dennoch abgemagert ist.'
Wort für Wort yaḥ strī-kṛte priyam putram der um einer Frau willen den geliebten Sohn vanam prasthāpayiṣyati in den Wald schicken wird vrataiḥ ca brahmacaryaiḥ ca durch Gelübde und Keuschheit gurubhiḥ ca apakarśitaḥ und von den Lehrern abgemagert bhogakāle mahatkṛcchram punareva prapatsyate / nālam dvitīyam vacanam putro mām prati bhāṣitum
'Gerade zur Zeit des Genusses gerät er nun wieder in große Not.' Nicht wird mein Sohn ein zweites Wort zu mir sprechen, um sich zu widersetzen –
Wort für Wort bhoga-kāle mahat kṛcchram zur Zeit des Genusses große Not punaḥ eva prapatsyate wird er wieder erlangen na alam dvitīyam vacanam nicht wird ein zweites Wort putraḥ mām prati bhāṣitum mein Sohn zu mir sprechen sa vanam pravrajetyukto bāḍhamityeva vakṣyati / yadi me rāghavaḥ kuryādvanam gacceti coditaḥ
wenn er, 'geh in den Wald', angesprochen, nur 'Gewiss' sagen wird. Wenn Rāghava mir, aufgefordert 'geh in den Wald', gehorchte,
Wort für Wort sa vanam pravraja iti uktaḥ er, 'geh in den Wald' angesprochen bāḍham iti eva vakṣyati wird nur 'gewiss' sagen yadi me rāghavaḥ kuryāt wenn Rāghava mir gehorchte vanam gaccha iti coditaḥ aufgefordert 'geh in den Wald' pratikūlam priyam me syānna tu vatsaḥ kariṣyati / śuddhibhāvo hi bhāvam me na tu jñāsyati rāghavaḥ
wäre mir das Widrige lieb – doch mein Kind wird das nicht tun; sein reiner Sinn wird meine heimliche Gesinnung nicht erkennen, Rāghava.
Wort für Wort pratikūlam priyam me syāt das Widrige wäre mir lieb na tu vatsaḥ kariṣyati doch mein Kind wird es nicht tun śuddhi-bhāvaḥ hi bhāvam me denn sein reiner Sinn meine Gesinnung na tu jñāsyati rāghavaḥ wird Rāghava nicht erkennen sa vanam pravraje tyuktobāḍha vityeva vakṣyati / rāghave hi vanam prāpte sarvalokasya dhikkṛtam
Er wird, 'geh in den Wald' angesprochen, nur 'Gewiss' sagen. Denn wenn Rāghava in den Wald gegangen ist, wird alle Welt mich verachten,
Wort für Wort sa vanam pravraja iti uktaḥ er, 'geh in den Wald' angesprochen bāḍham iti eva vakṣyati wird nur 'gewiss' sagen rāghave hi vanam prāpte denn wenn Rāghava im Wald angelangt ist sarva-lokasya dhikkṛtam wird [mich] alle Welt verachten mṛtyurakṣamaṇīyam mām nayiṣyati yamakṣayam / mṛte mayi gate rāme vanam manujapuṅgave
wird der unerbittliche Tod mich zu Yamas Reich führen. Wenn ich gestorben und Rāma, der Stier unter den Menschen, in den Wald gegangen ist,
Wort für Wort mṛtyuḥ akṣamaṇīyam mām der unerbittliche Tod wird mich nayiṣyati yama-kṣayam zu Yamas Reich führen mṛte mayi gate rāme wenn ich gestorben, Rāma gegangen ist vanam manuja-puṅgave in den Wald, der Stier der Menschen iṣṭe mama jane śeṣe kim pāpam prativatsyase / kausalyā mām ca rāmam ca putrau ca yadi hāsyati
was für ein Unrecht wirst du dann, bei meinem übrig gebliebenen geliebten Volk, weiter begehen? Wenn Kausalyā mich und Rāma und ihre beiden Söhne verliert,
Wort für Wort iṣṭe mama jane śeṣe bei meinem übrig gebliebenen geliebten Volk kim pāpam prativatsyase was für ein Unrecht wirst du weiter begehen kausalyā mām ca rāmam ca wenn Kausalyā mich und Rāma putrau ca yadi hāsyati und die beiden Söhne verliert duḥkhānyasahatī devī māmevānumariṣyati / kausalyām ca sumitrām ca mām ca putraistribhiḥ saha
wird die Herrin, das Leid nicht ertragend, mir im Tod folgen. Kausalyā und Sumitrā und mich, samt den drei Söhnen,
Wort für Wort duḥkhāni asahatī devī die Herrin, das Leid nicht ertragend mām eva anumariṣyati wird mir im Tod folgen kausalyām ca sumitrām ca Kausalyā und Sumitrā mām ca putraiḥ tribhiḥ saha und mich, samt den drei Söhnen prakṣivya narake sā tvam kaikeyi sukhitā bhava / mayā rāmeṇa ca tyaktam śāśvatam satkṛtam guṇaiḥ
in die Hölle stürzend, sei du, Kaikeyī, glücklich! Was von mir und Rāma verlassen wird – das ewige, durch Tugenden geehrte
Wort für Wort prakṣivya narake in die Hölle stürzend sā tvam kaikeyi sukhitā bhava sei du, Kaikeyī, glücklich mayā rāmeṇa ca tyaktam von mir und Rāma verlassen śāśvatam satkṛtam guṇaiḥ das ewige, durch Tugenden geehrte ikṣvākukulamakṣobhyamākulam pālayiṣyasi / priyam cedbharatasyaitadrāmapravrājanam bhavet
unerschütterliche Ikṣvāku-Geschlecht, wirst du dann in Verwirrung regieren. Wenn dies, Rāmas Verbannung, Bharata wirklich lieb wäre –
Wort für Wort ikṣvāku-kulam akṣobhyam das unerschütterliche Ikṣvāku-Geschlecht ākulam pālayiṣyasi wirst du in Verwirrung regieren priyam cet bharatasya etat wenn dies Bharata lieb wäre rāma-pravrājanam bhavet nämlich Rāmas Verbannung mā sma me bharataḥ kārṣīt pretakṛtyam gatāyuṣaḥ / hantānārye mamāmitre sakāmā bhava kaikayi
dann möge Bharata mir, dem Verstorbenen, nicht die Totenriten vollziehen! Wohlan, du Unedle, meine Feindin, sei nach deinem Wunsch zufrieden, Kaikeyī!
Wort für Wort mā sma me bharataḥ kārṣīt möge Bharata mir nicht vollziehen preta-kṛtyam gata-āyuṣaḥ die Totenriten, dem Verstorbenen hanta anārye mama amitre wohlan, du Unedle, meine Feindin sakāmā bhava kaikeyi sei nach deinem Wunsch zufrieden, Kaikeyī mṛte mayi gate rāme vanam puruṣapuṅgave / sedānīm vidhavā rājyam saputrā kārayiṣyasi
Wenn ich tot bin und Rāma, der Stier unter den Männern, in den Wald gegangen ist, wirst du dann, verwitwet, mit deinem Sohn, das Königtum ausüben.
Wort für Wort mṛte mayi gate rāme wenn ich gestorben, Rāma gegangen ist vanam puruṣa-puṅgave in den Wald, der Stier der Männer sā idānīm vidhavā rājyam du wirst dann, verwitwet, das Königtum saputrā kārayiṣyasi mit deinem Sohn ausüben tvam rājaputrīvādena nyavaso mama veśmani / akīrtiścātulā loke dhruvaḥ paribhavaśca me
Du hast, unter dem Namen einer Königstochter, in meinem Haus gewohnt; unvergleichliche Schande und gewisse Schmach werden mir nun in der Welt zuteil.
Wort für Wort tvam rāja-putrī-vādena du, unter dem Namen einer Königstochter nyavasaḥ mama veśmani hast in meinem Haus gewohnt akīrtiḥ ca atulā loke und unvergleichliche Schande in der Welt dhruvaḥ paribhavaḥ ca me und gewisse Schmach wird mir zuteil sarvabhūteṣu cāvajñā yathā pāpakṛtastathā / katham rathairvibhurgatvā gajāśvaiśca muhurmuhuḥ
Und Verachtung von allen Wesen, wie einem Übeltäter. Wie soll er, der einst mit Wagen, Elefanten und Pferden immer wieder fuhr, mächtig,
Wort für Wort sarva-bhūteṣu ca avajñā und Verachtung bei allen Wesen yathā pāpa-kṛtaḥ tathā wie bei einem Übeltäter, so katham rathaiḥ vibhuḥ gatvā wie [wird] er, mächtig, mit Wagen gefahren gaja-aśvaiḥ ca muhuḥ muhuḥ und mit Elefanten und Pferden immer wieder padbhyām rāmo mahāraṇye vatso me vicariṣyati / yasya tvāhārasamaye sūdāḥ kuṇḍaladhāriṇaḥ
mein Kind Rāma nun zu Fuß im großen Wald umherwandern? Er, für den zur Essenszeit die Köche, mit Ohrringen geschmückt,
Wort für Wort padbhyām rāmaḥ mahā-araṇye zu Fuß Rāma im großen Wald vatsaḥ me vicariṣyati mein Kind wird umherwandern yasya tu āhāra-samaye für den zur Essenszeit sūdāḥ kuṇḍala-dhāriṇaḥ die Köche, mit Ohrringen geschmückt ahampurvāḥ pacanti sma praśastam pānabhojanam / sa kathannu kaṣāyāṇi tiktāni kaṭukāni ca
als erste vorzügliche Speisen und Getränke bereiteten – wie soll er nun herbe, bittere und scharfe
Wort für Wort aham-pūrvāḥ pacanti sma als erste bereiteten praśastam pāna-bhojanam vorzügliche Speisen und Getränke sa katham nu kaṣāyāṇi wie soll er nun herbe tiktāni kaṭukāni ca bittere und scharfe bhakṣayanvanyamāhāram suto me vartayiṣyati / mahārhavastrasamvīto bhūtvā cirasukhoṣitaḥ
wilde Nahrung essen, mein Sohn, sein Leben fristen? Er, der einst in kostbare Gewänder gehüllt, lange im Glück gelebt hat –
Wort für Wort bhakṣayan vanyam āhāram wilde Nahrung essend sutaḥ me vartayiṣyati wird mein Sohn sein Leben fristen mahārha-vastra-saṃvītaḥ bhūtvā in kostbare Gewänder gehüllt gewesen cira-sukha-uṣitaḥ lange im Glück gelebt habend kāśāyaparidhānastu katham bhūmau nivatsyati / kasyaitaddhāruṇam vākyamevam vidhamacintitam
wie wird er, nun in ockerfarbenes Gewand gekleidet, auf dem bloßen Boden nächtigen? Wessen Werk ist dieses schreckliche, so unvorstellbare Wort?
Wort für Wort kāṣāya-paridhānaḥ tu in ockerfarbenes Gewand gekleidet katham bhūmau nivatsyati wie wird er auf dem Boden nächtigen kasya etat dāruṇam vākyam wessen ist dieses schreckliche Wort evaṃ-vidham acintitam dieser Art, unvorstellbar rāmasyāraṇyagavanam bharatasyaiva mātaram / dhigastu yoṣito nāma śaṭhāḥ svārthaparāssadā
Rāmas Verbannung in den Wald – von Bharatas eigener Mutter! Verwünscht seien die Frauen, hinterlistig und stets nur auf den eigenen Vorteil bedacht!
Wort für Wort rāmasya araṇya-gavanam Rāmas Verbannung in den Wald bharatasya eva mātaram von Bharatas eigener Mutter [ausgehend] dhik astu yoṣitaḥ nāma verwünscht seien die Frauen śaṭhāḥ svārtha-parāḥ sadā hinterlistig, stets auf eigenen Vorteil bedacht na bravīmi striyaḥ sarvā bharatasyaiva mātaram / anarthabhāve.arthapare nṛśaṃse
'Ich rede nicht von allen Frauen schlecht – nur von Bharatas eigener Mutter, die im Unheil ihren Vorteil sucht, du Grausame,'
Wort für Wort na bravīmi striyaḥ sarvāḥ ich rede nicht schlecht von allen Frauen bharatasya eva mātaram nur von Bharatas eigener Mutter anartha-bhāve artha-pare die im Unheil ihren Vorteil sucht nṛśaṃse du Grausame mamānutāpāya niviṣṭabhāve / kimapriyam paśyasi mannimittam / hitānukāriṇyathavāpi rāme / parityajeyuḥ pitaro hi putrān / bhāryāḥ vatīṃścāpi kṛtānurāgāḥ / kṛtsnam hi sarvam kupitam jagatsyāt
'die auf meine Reue aus ist – was für Unerfreuliches siehst du denn meinetwegen, oder als vermeintliches Wohl für Rāma? Väter mögen ihre Söhne verlassen, Gattinnen ihre einst geliebten Männer – die ganze Welt geriete in Aufruhr, sähe sie dies.'
Wort für Wort mama anutāpāya niviṣṭa-bhāve du, auf meine Reue aus kim apriyam paśyasi mat-nimittam was Unerfreuliches siehst du meinetwegen hita-anukāriṇi athavā api rāme oder als vermeintliches Wohl für Rāma parityajeyuḥ pitaraḥ hi putrān Väter mögen ihre Söhne verlassen bhāryāḥ patīn ca api kṛta-anurāgāḥ Gattinnen ihre einst geliebten Gatten kṛtsnam hi sarvam kupitam jagat syāt die ganze Welt geriete in Aufruhr aham punardevakumārarūpam / tam sutamāvrajantam / nandāmi paśyannapi darśanena / bhavāmi dṛṣṭvā ca punaryuveva
'Sehe ich aber jenen Sohn von göttergleicher Gestalt herankommen, so freue ich mich schon beim bloßen Anblick, und sehe ich ihn, werde ich gleichsam wieder jung.'
Wort für Wort aham punaḥ deva-kumāra-rūpam ich aber, seine göttergleiche Gestalt tam sutam āvrajantam jenen Sohn herankommend nandāmi paśyan api darśanena freue ich mich schon beim bloßen Anblick bhavāmi dṛṣṭvā ca punaḥ yuvā iva und werde, ihn sehend, gleichsam wieder jung vināpi sūryeṇa bhavetpravṛtti / ravarṣtā vajradhareṇa vāpi / rāmam tu gacchantamitaḥ samīkṣya / jīvenna kaścittviti cetanā me
'Auch ohne Sonne könnte es Bewegung geben, oder Regen ohne den Blitzträger Indra – doch dass jemand lebt, nachdem er Rāma von hier fortgehen gesehen hat, das, meine ich, könnte niemand.'
Wort für Wort vinā api sūryeṇa bhavet pravṛttiḥ auch ohne Sonne könnte es Bewegung geben varṣatā vajra-dhareṇa vā api oder Regen durch den Blitzträger rāmam tu gacchantam itaḥ samīkṣya doch Rāma von hier fortgehen sehend jīvet na kaścit iti cetanā me könnte niemand leben, so meine ich vināśakāmāmahitāmamitrā / māvāsayam mṛtyumivātmanastvam / ciram batāṅkena dhṛtāsi sarpī / mahāviṣa tena hato.asmi mohāt
'Dich, die Verderben Wünschende, Unheilvolle, Feindin, habe ich, wie meinen eigenen Tod, bei mir wohnen lassen. Lange fürwahr habe ich dich, eine Schlange, an meinem Schoß gehegt – von ihrem starken Gift bin ich nun aus Torheit vergiftet.'
Wort für Wort vināśa-kāmām ahitām amitrām dich, die Verderben Wünschende, Unheilvolle, Feindin mā avāsayam mṛtyum iva ātmanaḥ tvam habe ich, wie meinen eigenen Tod, bei mir wohnen lassen ciram bata aṅkena dhṛtā asi sarpī lange fürwahr am Schoß gehegt, eine Schlange mahā-viṣa tena hataḥ asmi mohāt von ihrem starken Gift bin ich aus Torheit vergiftet mayā ca rāmeṇa salakṣmaṇena / praśāstu hīno bharatastvayā saha / puram ca rāṣṭram ca nihatya bāndhavān / mamāhitānām ca bhavābhiharṣiṇī
'Beraubt meiner selbst und Rāmas samt Lakṣmaṇa, mag Bharata zusammen mit dir herrschen, nachdem er Stadt, Reich und Verwandte vernichtet hat – du, die sich an meinem Unheil erfreut!'
Wort für Wort mayā ca rāmeṇa sa-lakṣmaṇena meiner selbst und Rāmas samt Lakṣmaṇa praśāstu hīnaḥ bharataḥ tvayā saha beraubt, mag Bharata mit dir herrschen puram ca rāṣṭram ca nihatya bāndhavān nachdem er Stadt, Reich und Verwandte vernichtet hat mama ahitānām ca bhava-abhiharṣiṇī du, die sich an meinem Unheil erfreut nṛśaṃsavṛtte vyasanaprahāriṇi / prasahya vākyam yadihādya bhāṣase / na nāma te kena mukhātpatantyadho / viśīryamāṇā daśanā ssahasradhā
'Du Grausame, die du mit Unglück zuschlägst – dass du hier heute mit solcher Gewalt sprichst, wie kommt es, dass dir da nicht die Zähne aus dem Mund fallen, tausendfach zersplitternd?'
Wort für Wort nṛśaṃsa-vṛtte vyasana-prahāriṇi du Grausame, die mit Unglück zuschlägt prasahya vākyam yat iha adya bhāṣase dass du hier heute mit Gewalt sprichst na nāma te kena mukhāt patanti adhaḥ wie fallen dir da nicht aus dem Mund viśīryamāṇāḥ daśanāḥ sahasradhā die Zähne, tausendfach zersplitternd na kiṃcidāhāhitamapriyam vaco / na vetti rāmaḥ paruśāṇi bhāṣitum / kathannu rāme hyabhirāmavādini / bravīṣi doṣān guṇanityasammate
'Nichts Unheilvolles oder Unerfreuliches hat er je gesagt; Rāma weiß nicht, harte Worte zu sprechen. Wie kannst du nur von Rāma, dem freundlich Redenden, Fehler behaupten – von ihm, der stets im Einklang mit der Tugend steht?'
Wort für Wort na kiñcit āha ahitam apriyam vacaḥ nichts Unheilvolles oder Unerfreuliches hat er gesagt na vetti rāmaḥ paruṣāṇi bhāṣitum Rāma weiß nicht, harte Worte zu sprechen katham nu rāme hi abhirāma-vādini wie nur von Rāma, dem freundlich Redenden bravīṣi doṣān guṇa-nitya-sammate behauptest du Fehler, von ihm, der stets tugendhaft ist pratāmya vā prajvala vā praṇaśya vā / sahasraśo vā sphuṭitā mahīm vraja / na te kariṣyami vacaḥ sudāruṇam / mamāhitam kekayarājapāṃsani
'Verzehre dich, oder entflamme, oder vergehe, oder zerspringe tausendfach und fahre in die Erde – dein überaus schreckliches, mir schädliches Wort werde ich nicht erfüllen, du Schande des Kekaya-Königsgeschlechts!'
Wort für Wort pratāmya vā prajvala vā verzehre dich oder entflamme praṇaśya vā sahasraśaḥ vā oder vergehe, oder tausendfach sphuṭitā mahīm vraja zerspringend fahre in die Erde na te kariṣyāmi vacaḥ su-dāruṇam mama ahitam kekaya-rāja-pāṃsani dein überaus schreckliches, mir schädliches Wort werde ich nicht erfüllen, du Schande des Kekaya-Königsgeschlechts kṣuropamām nityamasatpriyamvadām / praduṣṭabhāvām svakulopaghātinīm / na jīvitum tvām viṣahe.amanoramām / didhakṣamāṇām hṛdayam sabandhanam
'Dich, dem Rasiermesser gleich, stets falsch und doch süß redend, von verderbter Gesinnung, deinem eigenen Geschlecht zum Verderben – dich, die Unliebliche, die mein Herz samt seiner Bindung verbrennen will, ertrage ich nicht mehr am Leben zu sehen.'
Wort für Wort kṣura-upamām nityam asat-priyaṃvadām dem Rasiermesser gleich, stets falsch und süß redend praduṣṭa-bhāvām sva-kula-upaghātinīm von verderbter Gesinnung, dem eigenen Geschlecht zum Verderben na jīvitum tvām viṣahe amanoramām ertrage ich nicht mehr, dich Unliebliche, am Leben zu sehen didhakṣamāṇām hṛdayam sa-bandhanam die mein Herz samt seiner Bindung verbrennen will na jīvitam me.asti punaḥ kutaḥ sukham / vinātmajenātmavataḥ kuto ratiḥ / mamāhitam devi na kartumarhasi / spṛśāmi pādāvapi te prasīda me
'Kein Leben ist mir mehr, geschweige denn Glück; ohne den Sohn, welche Freude bliebe dem Selbstbeherrschten? Tu mir, o Herrin, nichts Schädliches an – ich berühre sogar deine Füße, sei mir gnädig!'
Wort für Wort na jīvitam me asti punaḥ kutaḥ sukham kein Leben ist mir mehr, geschweige denn Glück vinā ātmajena ātmavataḥ kutaḥ ratiḥ ohne den Sohn, welche Freude bliebe dem Selbstbeherrschten mama ahitam devi na kartum arhasi tu mir, o Herrin, nichts Schädliches an spṛśāmi pādau api te prasīda me ich berühre sogar deine Füße, sei mir gnädig sa bhūmipalo vilapannanāthavat / strīyā gṛhīto hṛdaye.atimātrayā / papāta devyāścaraṇau prasāritā / pubhāvasamprāpya yathāturastathā
So klagend, wie ohne Beschützer, von der Frau übermäßig im Herzen ergriffen, fiel der Erdenherrscher vor die ausgestreckten Füße der Herrin nieder, wie ein Kranker, der die Fassung verloren hat.
Wort für Wort sa bhūmipālaḥ vilapan anāthavat so klagend, wie ohne Beschützer, der Erdenherrscher striyā gṛhītaḥ hṛdaye atimātrayā von der Frau übermäßig im Herzen ergriffen papāta devyāḥ caraṇau prasāritā fiel vor die ausgestreckten Füße der Herrin prabhāvam saṃprāpya yathā āturaḥ tathā wie ein Kranker, der die Fassung verloren hat
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