Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa

Sarga 79: Bharata Rājya Grahaṇa Pratyākhyānam Bharata weist am vierzehnten Tag das ihm angetragene Königtum zurück und kündigt an, Rāma aus dem Wald zurückzuholen; Handwerker werden beauftragt, einen Weg dorthin zu bahnen

tataḥ prabhāta-samaye divase atha caturdaśe | sametya rāja-kartāraḥ bharatam vākyam abruvan ||

Da, zur Morgenzeit, am vierzehnten Tag, versammelten sich die Königsmacher und sprachen zu Bharata dieses Wort:

Wort für Wort
tataḥ prabhāta-samaye
da, zur Morgenzeit
divase atha caturdaśe
am vierzehnten Tag
sametya rāja-kartāraḥ
die Königsmacher versammelten sich
bharatam vākyam abruvan
und sprachen zu Bharata dieses Wort

gataḥ daśarathaḥ svargam yo naḥ gurutaraḥ guruḥ | rāmam pravrājya vai jyeṣṭham lakṣmaṇam ca mahā-balam ||

Daśaratha, der uns der gewichtigste Lehrer war, ist in den Himmel gegangen, nachdem er den ältesten Rāma und den überaus starken Lakṣmaṇa in die Verbannung geschickt hatte.

Wort für Wort
gataḥ daśarathaḥ svargam
Daśaratha ist zum Himmel gegangen
yaḥ naḥ gurutaraḥ guruḥ
der uns der gewichtigste Lehrer war
rāmam pravrājya vai jyeṣṭham
nachdem er den ältesten Rāma verbannt hatte
lakṣmaṇam ca mahā-balam
und den überaus starken Lakṣmaṇa

tvam adya bhava naḥ rājā rāja-putra mahā-yaśaḥ | saṃgatyā na aparādhnoti rājyam etat anāyakam ||

Sei du heute unser König, o Königssohn von großem Ruhm! Ein Königreich ohne Anführer gedeiht nicht in Eintracht.

Wort für Wort
tvam adya bhava naḥ rājā
sei du heute unser König
rāja-putra mahā-yaśaḥ
o Königssohn von großem Ruhm
saṃgatyā na aparādhnoti
es gedeiht nicht in Eintracht
rājyam etat anāyakam
dieses Königreich ohne Anführer

ābhiṣecanikam sarvam idam ādāya rāghava | pratīkṣate tvām sva-janaḥ śreṇayaḥ ca nṛpa-ātmaja ||

Nachdem sie all dies für die Weihe Nötige herbeigebracht haben, o Rāghava, erwarten dich dein eigenes Volk und die Zünfte, o Königssohn.

Wort für Wort
ābhiṣecanikam sarvam idam ādāya
nachdem sie all dies für die Weihe herbeigebracht haben
rāghava
o Rāghava
pratīkṣate tvām sva-janaḥ
dein eigenes Volk erwartet dich
śreṇayaḥ ca nṛpa-ātmaja
und die Zünfte, o Königssohn

rājyam gṛhāṇa bharata pitṛ-paitāmaham mahat | abhiṣecaya ca ātmānam pāhi ca asmān nara-ṛṣabha ||

Nimm das große Königreich deines Vaters und Großvaters an, Bharata, weihe dich selbst und beschütze uns, o Stier unter den Männern.

Wort für Wort
rājyam gṛhāṇa bharata
nimm das Königreich an, Bharata
pitṛ-paitāmaham mahat
das große, von Vater und Großvater ererbte
abhiṣecaya ca ātmānam
und weihe dich selbst
pāhi ca asmān nara-ṛṣabha
und beschütze uns, o Stier unter den Männern

ābhiṣecanikam bhāṇḍam kṛtvā sarvam pradakṣiṇam | bharataḥ tam janam sarvam pratyuvāca dhṛta-vrataḥ ||

Nachdem er die gesamten Weihegefäße rechts umschritten hatte, antwortete Bharata, der Standhafte, all diesem Volk:

Wort für Wort
ābhiṣecanikam bhāṇḍam sarvam
alle Weihegefäße
kṛtvā pradakṣiṇam
nachdem er rechts umschritten hatte
bharataḥ dhṛta-vrataḥ
Bharata, der an seinem Gelübde Festhaltende
tam janam sarvam pratyuvāca
antwortete all diesem Volk

jyeṣṭhasya rājatā nityam ucitā hi kulasya naḥ | na evam bhavantaḥ mām vaktum arhanti kuśalā janāḥ ||

Die Königsherrschaft des Ältesten ist für unser Geschlecht von jeher die geziemende; so dürft ihr, kundige Männer, nicht zu mir sprechen.

Wort für Wort
jyeṣṭhasya rājatā nityam
die Königsherrschaft des Ältesten, von jeher
ucitā hi kulasya naḥ
ist ja für unser Geschlecht geziemend
na evam bhavantaḥ mām vaktum arhanti
so dürft ihr nicht zu mir sprechen
kuśalā janāḥ
ihr kundigen Männer

rāmaḥ pūrvo hi naḥ bhrātā bhaviṣyati mahī-patiḥ | aham tu araṇye vatsyāmi varṣāṇi nava pañca ca ||

Rāma, unser älterer Bruder, wird der Herr der Erde sein; ich aber werde vierzehn Jahre im Wald wohnen.

Wort für Wort
rāmaḥ pūrvaḥ hi naḥ bhrātā
Rāma, unser älterer Bruder
bhaviṣyati mahī-patiḥ
wird der Herr der Erde sein
aham tu araṇye vatsyāmi
ich aber werde im Wald wohnen
varṣāṇi nava pañca ca
vierzehn Jahre (neun und fünf)

yujyatām mahatī senā catur-aṅga mahā-balā | ānayiṣyāmi aham jyeṣṭham bhrātaram rāghavam vanāt ||

Ein großes, viergliedriges, mächtiges Heer soll bereitgestellt werden; ich werde meinen ältesten Bruder, den Rāghava, aus dem Wald zurückholen.

Wort für Wort
yujyatām mahatī senā
ein großes Heer soll bereitgestellt werden
catur-aṅga mahā-balā
viergliedrig, überaus mächtig
ānayiṣyāmi aham jyeṣṭham bhrātaram
ich werde den ältesten Bruder zurückholen
rāghavam vanāt
den Rāghava, aus dem Wald

ābhiṣecanikam caiva sarvam etat upaskṛtam | puraḥ kṛtya gamiṣyāmi rāma-hetor vanam prati ||

All dies für die Weihe Bereitgestellte werde ich voranstellen und um Rāmas willen in den Wald ziehen.

Wort für Wort
ābhiṣecanikam sarvam etat upaskṛtam
all dies für die Weihe Bereitgestellte
puraḥ kṛtya
voranstellend
gamiṣyāmi rāma-hetor vanam prati
werde ich um Rāmas willen zum Wald ziehen

tatra eva tam nara-vyāghram abhiṣicya puraḥ-kṛtam | āneṣyāmi tu vai rāmam havya-vāham iva adhvarāt ||

Dort selbst werde ich diesen Tiger unter den Männern weihen und ihn voranstellen; ich werde Rāma zurückbringen, wie man das Opferfeuer vom Opfer heimholt.

Wort für Wort
tatra eva tam nara-vyāghram abhiṣicya
dort selbst, nachdem ich diesen Tiger unter den Männern geweiht habe
puraḥ-kṛtam
ihn vorangestellt habend
āneṣyāmi tu vai rāmam
werde ich Rāma zurückbringen
havya-vāham iva adhvarāt
wie das Opferfeuer vom Opfer

na sakāmām kariṣyāmi svām imām mātṛ-gandhinīm | vane vatsyāmi aham durge rāmaḥ rājā bhaviṣyati ||

Ich werde dieser meiner Mutter, die nur dem Namen nach eine Mutter ist, ihren Wunsch nicht erfüllen; im unwegsamen Wald werde ich wohnen, Rāma wird König sein.

Wort für Wort
na sakāmām kariṣyāmi
ich werde ihren Wunsch nicht erfüllen
svām imām mātṛ-gandhinīm
dieser meinen, nur dem Namen nach Mutter
vane vatsyāmi aham durge
im unwegsamen Wald werde ich wohnen
rāmaḥ rājā bhaviṣyati
Rāma wird König sein

kriyatām śilpibhiḥ panthāḥ samāni viṣamāṇi ca | rakṣiṇaḥ ca anusaṃyāntu pathi durga-vicārakāḥ ||

Die Handwerker sollen einen Weg bauen, über ebenes wie unebenes Land, und Wächter, die sich auf unwegsames Gelände verstehen, sollen dem Pfad folgen.

Wort für Wort
kriyatām śilpibhiḥ panthāḥ
ein Weg soll von den Handwerkern gebaut werden
samāni viṣamāṇi ca
über ebenes und unebenes Land
rakṣiṇaḥ ca anusaṃyāntu pathi
und Wächter sollen dem Pfad folgen
durga-vicārakāḥ
die sich auf unwegsames Gelände verstehen

evam saṃbhāṣamāṇam tam rāma-hetor nṛpa-ātmajam | pratyuvāca janaḥ sarvaḥ śrīmad vākyam anuttamam ||

Als der Königssohn so sprach um Rāmas willen, antwortete ihm das ganze Volk mit einem herrlichen, unübertrefflichen Wort:

Wort für Wort
evam saṃbhāṣamāṇam tam
zu ihm, der so sprach
rāma-hetor nṛpa-ātmajam
dem Königssohn, um Rāmas willen
pratyuvāca janaḥ sarvaḥ
antwortete das ganze Volk
śrīmad vākyam anuttamam
mit einem herrlichen, unübertrefflichen Wort

evam te bhāṣamāṇasya padmā śrīr upatiṣṭhatām | yaḥ tvam jyeṣṭhe nṛpa-sute pṛthivīm dātum icchasi ||

Dir, der du so sprichst, möge die lotusgleiche Glücksgöttin beistehen, der du willens bist, deinem älteren Bruder, dem Königssohn, die Erde zu geben.

Wort für Wort
evam te bhāṣamāṇasya
dir, der du so sprichst
padmā śrīḥ upatiṣṭhatām
möge die lotusgleiche Glücksgöttin beistehen
yaḥ tvam jyeṣṭhe nṛpa-sute
der du deinem älteren Bruder, dem Königssohn
pṛthivīm dātum icchasi
die Erde zu geben wünschst

anuttamam tat vacanam nṛpa-ātmaja-prabhāṣitam saṃśravaṇe niśamya ca | praharṣajāḥ tam prati bāṣpa-bindavo nipetuḥ ārya-ānana-netra-sambhavāḥ ||

Als sie dieses unübertreffliche, vom Königssohn öffentlich gesprochene Wort vernommen hatten, fielen ihm vor Freude Tränentropfen entgegen, die aus den Augen edler Gesichter entsprangen.

Wort für Wort
anuttamam tat vacanam
dieses unübertreffliche Wort
nṛpa-ātmaja-prabhāṣitam
vom Königssohn ausgesprochen
saṃśravaṇe niśamya ca
als sie es öffentlich vernommen hatten
praharṣajāḥ tam prati bāṣpa-bindavaḥ nipetuḥ
fielen ihm vor Freude entstandene Tränentropfen entgegen
ārya-ānana-netra-sambhavāḥ
die aus den Augen edler Gesichter entstanden

ūcuḥ te vacanam idam niśamya hṛṣṭāḥ sāmātyāḥ sapariṣadaḥ viyāta-śokāḥ | panthānam nara-vara-bhaktimān janaḥ ca vyādiṣṭaḥ tava vacanāt ca śilpi-vargaḥ ||

Sie sprachen, nachdem sie dieses Wort vernommen hatten, erfreut, samt den Ministern und dem Hofstaat, ihren Kummer abgelegt: Das dem trefflichen Manne ergebene Volk und die von deinem Wort beauftragte Zunft der Handwerker bahnen bereits den Weg.

Wort für Wort
ūcuḥ te vacanam idam niśamya
sie sprachen, nachdem sie dieses Wort vernommen hatten
hṛṣṭāḥ sāmātyāḥ sapariṣadaḥ viyāta-śokāḥ
erfreut, samt den Ministern und dem Hofstaat, ihren Kummer abgelegt
panthānam nara-vara-bhaktimān janaḥ ca
und das dem trefflichen Manne ergebene Volk den Weg
vyādiṣṭaḥ tava vacanāt ca śilpi-vargaḥ
und die von deinem Wort beauftragte Zunft der Handwerker

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