sa dhanyo yasya putrau dvau dharmajnau dharma vikramau |
śrutvā vayam hi sambhāṣām ubhayoḥ spṛhayāmahe || 2-112-3
Glücklich ist der, dessen zwei Söhne beide dharmakundig und in Tapferkeit dem Dharma treu sind; nachdem wir das Gespräch von beiden gehört haben, beneiden wir ihn darum.
Da sprachen die Scharen der Weisen, die schnell den Tod des Zehnhalsigen herbeiwünschten, gemeinsam zu Bharata, dem Tiger unter den Königen, folgendes Wort.
Wort für Wort
tataḥ tu ṛṣi gaṇāḥ
da sprachen die Scharen der Weisen
kṣipram daśagrīva vadha eṣiṇaḥ
die schnell den Tod des Zehnhalsigen [Rāvaṇa] herbeiwünschten
Wir wünschen, dass dieser Rāma stets frei von der Schuld gegenüber dem Vater sei; und durch das Freisein von Schuld gegenüber Kaikeyī ist Daśaratha zum Himmel gegangen.
Eher möge der Glanz vom Mond weichen, oder der Himālaya seinen Schnee aufgeben, oder das Meer sein Ufer überschreiten, als dass ich das Versprechen an meinen Vater breche.
Wort für Wort
lakṣmīḥ candrād apeyād vā
eher möge der Glanz vom Mond weichen
himavān vā himam tyajet
oder der Himālaya seinen Schnee aufgeben
atīyāt sāgaro velām
oder das Meer sein Ufer überschreiten
na pratijnām aham pituḥ
[eher als dass] ich das Versprechen an meinen Vater [breche]
kāmād vā tāta lobhād vā mātrā tubhyam idam kṛtam |
na tan manasi kartavyam vartitavyam ca mātṛvat || 2-112-19
Ob aus Wunsch oder aus Gier, mein Sohn, dies von der Mutter dir angetan wurde - das sollst du dir nicht zu Herzen nehmen, und du sollst dich ihr gegenüber wie einer Mutter gegenüber verhalten.
tava pādukayor nyasta rājya tantraḥ param tapa |
caturdaśe tu sampūrṇe varṣe ahāni raghūttama || 2-112-25
na drakṣyāmi yadi tvāṃ tu pravekṣyāmi hutāśanam |
Die Regierungsgeschäfte auf deine Sandalen niedergelegt, o großer Büßer; wenn ich dich aber nach Ablauf des vierzehnten Jahres, o Bester der Raghus, nicht sehe, werde ich in das Feuer eingehen.
Wort für Wort
tava pādukayor nyasta rājya tantraḥ
die Regierungsgeschäfte auf deine Sandalen niedergelegt
param tapa
o großer Büßer
caturdaśe tu sampūrṇe varṣe ahāni raghūttama
wenn das vierzehnte Jahr vollendet ist, o Bester der Raghus
sa pāduke te bharataḥ pratāpavān |
su alamkṛte samparigṛhya dharmavit |
pradakṣiṇam caiva cakāra rāghavam |
cakāra caiva uttama nāga mūrdhani || 2-112-29
Der machtvolle, dharmakundige Bharata nahm jene beiden wohlgeschmückten Sandalen entgegen, umschritt den Rāghava rechts herum und setzte sie auf den Kopf des vorzüglichen Elefanten.
Wort für Wort
sa pāduke te bharataḥ pratāpavān
der machtvolle Bharata jene Sandalen
su alamkṛte samparigṛhya dharmavit
die wohlgeschmückten entgegennehmend, der Dharmakundige
pradakṣiṇam caiva cakāra rāghavam
und umschritt den Rāghava rechts herum
cakāra caiva uttama nāga mūrdhani
und setzte sie auf den Kopf des vorzüglichen Elefanten
atha ānupūrvyāt pratipūjya tam janam |
gurūn ca mantri prakṛtīḥ tathā anujau |
vyasarjayad rāghava vaṃśa vardhanaḥ |
sthitaḥ sva dharme himavān iva acalaḥ || 2-112-30
Dann, nachdem er der Reihe nach jene Leute geehrt hatte - die Lehrer, die Minister, die Untertanen und ebenso die beiden jüngeren Brüder - entließ sie der Mehrer des Rāghava-Geschlechts, fest in seinem eigenen Dharma stehend wie der unbewegliche Himālaya.
Wort für Wort
atha ānupūrvyāt pratipūjya tam janam
dann, der Reihe nach jene Leute ehrend
gurūn ca mantri prakṛtīḥ tathā anujau
die Lehrer, Minister, Untertanen und die beiden jüngeren Brüder
vyasarjayad rāghava vaṃśa vardhanaḥ
entließ sie der Mehrer des Rāghava-Geschlechts
sthitaḥ sva dharme himavān iva acalaḥ
fest im eigenen Dharma stehend wie der unbewegliche Himālaya
tam mātaro bāṣpa gṛhīta kaṇṭho |
duḥkhena na āmantrayitum hi śekuḥ |
sa tu eva mātṛr abhivādya sarvā |
rudan kuṭīm svām praviveśa rāmaḥ || 2-112-31
Die Mütter, deren Kehle von Tränen erstickt war, vermochten ihn vor Schmerz nicht zu verabschieden; er aber, alle Mütter ehrerbietig grüßend, ging weinend in seine eigene Hütte.