Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 93: Citrakūṭa Darśanam Dhūma Darśanam
Bharatas gewaltiges Heer erreicht den Citrakūṭa; er erblickt Rauch im Wald, hält das Heer zurück und macht sich mit Vasiṣṭha und Sumantra auf, um Rāma zu finden
tayā mahatyā yāyinyā dhvajinyā vana-vāsinaḥ | arditāḥ yūthapāḥ mattāḥ sa-yūthāḥ sampradudruvuḥ ||
Von jenem großen, heranziehenden, bannergeschmückten Heer bedrängt, flohen die brünstigen Herdenführer der Waldbewohner samt ihren Herden nach allen Seiten.
Wort für Wort tayā mahatyā yāyinyā dhvajinyā von jenem großen, heranziehenden, bannergeschmückten [Heer] vana-vāsinaḥ arditāḥ die Waldbewohner bedrängt yūthapāḥ mattāḥ sa-yūthāḥ die brünstigen Herdenführer samt ihren Herden sampradudruvuḥ flohen sie nach allen Seiten ṛkṣāḥ pṛṣata-saṃghāḥ ca ruravaḥ ca samantataḥ | dṛśyente vana-rājīṣu giriṣu api nadīṣu ca ||
Bären, Rudel von Sprenkelhirschen und Ruru-Hirsche sind überall zu sehen, in den Waldreihen, auf den Bergen und in den Flüssen.
Wort für Wort ṛkṣāḥ pṛṣata-saṃghāḥ ca Bären und Rudel von Sprenkelhirschen ruravaḥ ca samantataḥ und Ruru-Hirsche überall dṛśyente vana-rājīṣu sind zu sehen in den Waldreihen giriṣu api nadīṣu ca auf den Bergen und in den Flüssen sa sampratasthe dharma-ātmā prītaḥ daśaratha-ātmajaḥ | vṛtaḥ mahatyā nādinyā senayā catur-aṅgayā ||
Der rechtschaffene Sohn des Daśaratha zog, hoch erfreut, weiter, umgeben von seinem großen, lärmenden, viergliedrigen Heer.
Wort für Wort sa sampratasthe dharma-ātmā der rechtschaffene zog weiter prītaḥ daśaratha-ātmajaḥ hoch erfreut, der Sohn des Daśaratha vṛtaḥ mahatyā nādinyā umgeben von seinem großen, lärmenden senayā catur-aṅgayā seinem viergliedrigen Heer sāgara-ogha-nibhā senā bharatasya mahātmanaḥ | mahīm saṃchādayām āsa prāvṛṣi dyām iva ambudaḥ ||
Das einer Meeresflut gleichende Heer des hochgesinnten Bharata bedeckte die Erde, wie eine Regenwolke im Monsun den Himmel bedeckt.
Wort für Wort sāgara-ogha-nibhā senā das einer Meeresflut gleichende Heer bharatasya mahātmanaḥ des hochgesinnten Bharata mahīm saṃchādayām āsa bedeckte die Erde prāvṛṣi dyām iva ambudaḥ wie eine Regenwolke im Monsun den Himmel turaṃga-oghaiḥ avatatā vāraṇaiḥ ca mahā-javaiḥ | anālakṣyā ciram kālam tasmin kāle babhūva bhūḥ ||
Von Scharen von Pferden und überaus schnellen Elefanten überzogen, war die Erde zu jener Zeit lange nicht mehr zu erkennen.
Wort für Wort turaṃga-oghaiḥ avatatā von Scharen von Pferden überzogen vāraṇaiḥ ca mahā-javaiḥ und von überaus schnellen Elefanten anālakṣyā ciram kālam lange Zeit nicht mehr zu erkennen tasmin kāle babhūva bhūḥ war die Erde zu jener Zeit sa yātvā dūram adhvānam su-pariśrānta-vāhanaḥ | uvāca bharataḥ śrīmān vasiṣṭham mantriṇām varam ||
Nachdem er eine weite Strecke zurückgelegt hatte, seine Reittiere völlig erschöpft, sprach der glorreiche Bharata zu Vasiṣṭha, dem Besten der Minister:
Wort für Wort sa yātvā dūram adhvānam nachdem er eine weite Strecke zurückgelegt hatte su-pariśrānta-vāhanaḥ seine Reittiere völlig erschöpft uvāca bharataḥ śrīmān sprach der glorreiche Bharata vasiṣṭham mantriṇām varam zu Vasiṣṭha, dem Besten der Minister yādṛśam lakṣyate rūpam yathā caiva śrutam mayā | vyaktam prāptāḥ sma tam deśam bharadvājaḥ yam abravīt ||
'Nach dem Anblick, den wir hier sehen, und nach dem, was ich gehört habe, sind wir offenkundig in jener Gegend angelangt, von der Bharadvāja sprach.
Wort für Wort yādṛśam lakṣyate rūpam nach dem Anblick, den wir sehen yathā caiva śrutam mayā und nach dem, was ich gehört habe vyaktam prāptāḥ sma tam deśam sind wir offenkundig in jener Gegend angelangt bharadvājaḥ yam abravīt von der Bharadvāja sprach ayam giriḥ citra-kūṭaḥ tathā mandākinī nadī | etat prakāśate dūrāt nīla-megha-nibham vanam ||
Dies ist der Berg Citrakūṭa, und dort der Fluss Mandākinī; dieser Wald, einer dunklen Wolke gleich, leuchtet schon von Weitem.
Wort für Wort ayam giriḥ citra-kūṭaḥ dies ist der Berg Citrakūṭa tathā mandākinī nadī und dort der Fluss Mandākinī etat prakāśate dūrāt dies leuchtet schon von Weitem nīla-megha-nibham vanam der Wald, einer dunklen Wolke gleich gireḥ sānūni ramyāṇi citra-kūṭasya samprati | vāraṇaiḥ avamṛdyante māmakaiḥ parvata-upamaiḥ ||
Die lieblichen Bergrücken des Citrakūṭa werden gerade von meinen Elefanten zertreten, die selbst Bergen gleichen.
Wort für Wort gireḥ sānūni ramyāṇi die lieblichen Bergrücken citra-kūṭasya samprati des Citrakūṭa gerade jetzt vāraṇaiḥ avamṛdyante werden von den Elefanten zertreten māmakaiḥ parvata-upamaiḥ von meinen, die Bergen gleichen muñcanti kusumāni ete nagāḥ parvata-sānuṣu | nīlāḥ iva ātapa-apāye toyam toya-dharāḥ ghanāḥ ||
Diese Bäume auf den Bergrücken lassen ihre Blüten fallen, wie dunkle, dichte Regenwolken ihr Wasser fallen lassen, wenn der Sonnenschein schwindet.
Wort für Wort muñcanti kusumāni ete nagāḥ diese Bäume lassen ihre Blüten fallen parvata-sānuṣu auf den Bergrücken nīlāḥ iva ātapa-apāye wie dunkle, wenn der Sonnenschein schwindet toyam toya-dharāḥ ghanāḥ dichte Regenwolken ihr Wasser [fallen lassen] kinnara-ācarita-uddeśam paśya śatrughna parvatam | hayaiḥ samantāt ākīrṇam makaraiḥ iva sāgaram ||
Sieh, Śatrughna, den Berg, ein von Kinnaras durchstreiftes Gebiet, nun ringsum von Pferden bedeckt, wie das Meer von Meeresungeheuern.
Wort für Wort kinnara-ācarita-uddeśam ein von Kinnaras durchstreiftes Gebiet paśya śatrughna parvatam sieh, Śatrughna, den Berg hayaiḥ samantāt ākīrṇam ringsum von Pferden bedeckt makaraiḥ iva sāgaram wie das Meer von Meeresungeheuern ete mṛga-gaṇāḥ bhānti śīghra-vegāḥ pracoditāḥ | vāyu-praviddhāḥ śaradi megha-rājyaḥ iva ambare ||
Diese Hirschherden erscheinen, in schnellem Lauf aufgescheucht, wie herbstliche Wolkenreihen, vom Wind getrieben, am Himmel.
Wort für Wort ete mṛga-gaṇāḥ bhānti diese Hirschherden erscheinen śīghra-vegāḥ pracoditāḥ in schnellem Lauf aufgescheucht vāyu-praviddhāḥ śaradi vom Wind getrieben, im Herbst megha-rājyaḥ iva ambare wie Wolkenreihen am Himmel kurvanti kusuma-āpīḍān śirasu su-rabhīn amī | megha-prakāśaiḥ phalakaiḥ dākṣiṇātyāḥ yathā narāḥ ||
Sie tragen duftende Blütenkränze auf den Köpfen, wie südländische Männer mit ihren wolkenhellen Schilden.
Wort für Wort kurvanti kusuma-āpīḍān sie tragen Blütenkränze śirasu su-rabhīn amī auf den Köpfen, duftende, diese megha-prakāśaiḥ phalakaiḥ mit wolkenhellen Schilden dākṣiṇātyāḥ yathā narāḥ wie südländische Männer niṣkūjam iva bhūtvā idam vanam ghora-pradarśanam | ayodhyā iva jana-ākīrṇā samprati pratibhāti mā ||
Dieser Wald, der einst wie verstummt und von schrecklichem Anblick war, erscheint mir jetzt wie Ayodhyā selbst, von Menschen wimmelnd.
Wort für Wort niṣkūjam iva bhūtvā idam vanam dieser Wald, der wie verstummt war ghora-pradarśanam von schrecklichem Anblick ayodhyā iva jana-ākīrṇā wie Ayodhyā, von Menschen wimmelnd samprati pratibhāti mā erscheint er mir jetzt khuraiḥ udīritaḥ reṇuḥ divam pragcchādya tiṣṭhati | tam vahati anilaḥ śīghram kurvan iva mama priyam ||
Der von den Hufen aufgewirbelte Staub steht da und bedeckt den Himmel; der Wind trägt ihn rasch, als täte er mir damit einen Gefallen.
Wort für Wort khuraiḥ udīritaḥ reṇuḥ der von den Hufen aufgewirbelte Staub divam pragcchādya tiṣṭhati steht da und bedeckt den Himmel tam vahati anilaḥ śīghram der Wind trägt ihn rasch kurvan iva mama priyam als täte er mir damit einen Gefallen syandanān turaga-upetān sūta-mukhyaiḥ adhiṣṭhitān | etān sampatataḥ śīghram paśya śatrughna kānane ||
Sieh, Śatrughna, wie diese mit Pferden bespannten, von vortrefflichen Wagenlenkern gesteuerten Wagen rasch durch den Wald dahinjagen.
Wort für Wort syandanān turaga-upetān die mit Pferden bespannten Wagen sūta-mukhyaiḥ adhiṣṭhitān von vortrefflichen Wagenlenkern gesteuert etān sampatataḥ śīghram wie diese rasch dahinjagen paśya śatrughna kānane sieh, Śatrughna, im Wald etān vitrāsitān paśya barhiṇaḥ priya-darśanān | etam āviśataḥ śailam adhivāsam patatriṇām ||
Sieh diese aufgescheuchten Pfauen von lieblichem Anblick, wie sie diesen Berg aufsuchen, die Wohnstatt der Vögel.
Wort für Wort etān vitrāsitān paśya sieh diese aufgescheuchten barhiṇaḥ priya-darśanān Pfauen von lieblichem Anblick etam āviśataḥ śailam wie sie diesen Berg aufsuchen adhivāsam patatriṇām die Wohnstatt der Vögel atimātram ayam deśaḥ manojñaḥ pratibhāti mā | tāpasānām nivāsaḥ ayam vyaktam svarga-pathaḥ yathā ||
Diese Gegend erscheint mir überaus reizvoll; dieser Wohnort der Asketen gleicht offenkundig dem Pfad zum Himmel.
Wort für Wort atimātram ayam deśaḥ diese Gegend, überaus manojñaḥ pratibhāti mā erscheint mir reizvoll tāpasānām nivāsaḥ ayam dieser Wohnort der Asketen vyaktam svarga-pathaḥ yathā gleicht offenkundig dem Pfad zum Himmel mṛga-mṛgībhiḥ sahitāḥ bahavaḥ pṛṣatāḥ vane | manojña-rūpāḥ lakṣyante kusumaiḥ iva citritaḥ ||
Viele Sprenkelhirsche, mit ihren Hirschkühen vereint, von reizvoller Gestalt, sind im Wald zu sehen, wie mit Blumen bemalt.
Wort für Wort mṛga-mṛgībhiḥ sahitāḥ mit ihren Hirschkühen vereint bahavaḥ pṛṣatāḥ vane viele Sprenkelhirsche im Wald manojña-rūpāḥ lakṣyante sind von reizvoller Gestalt zu sehen kusumaiḥ iva citritaḥ wie mit Blumen bemalt sādhu sainyāḥ pratiṣṭhantām vicinvantu ca kānanam | yathā tau puruṣa-vyāghrau dṛśyete rāma-lakṣmaṇau ||
'Die Soldaten sollen ordentlich haltmachen und den Wald durchsuchen, damit jene beiden Tiger unter den Männern, Rāma und Lakṣmaṇa, gefunden werden.'
Wort für Wort sādhu sainyāḥ pratiṣṭhantām die Soldaten sollen ordentlich haltmachen vicinvantu ca kānanam und den Wald durchsuchen yathā tau puruṣa-vyāghrau damit jene beiden Tiger unter den Männern dṛśyete rāma-lakṣmaṇau gefunden werden, Rāma und Lakṣmaṇa bharatasya vacaḥ śrutvā puruṣāḥ śastra-pāṇayaḥ | viviśuḥ tat vanam śūrāḥ dhūmam ca dadṛśuḥ tataḥ ||
Als sie Bharatas Wort gehört hatten, drangen die tapferen Männer, Waffen in der Hand, in jenen Wald ein und erblickten daraufhin Rauch.
Wort für Wort bharatasya vacaḥ śrutvā als sie Bharatas Wort gehört hatten puruṣāḥ śastra-pāṇayaḥ die Männer, Waffen in der Hand viviśuḥ tat vanam śūrāḥ die tapferen drangen in jenen Wald ein dhūmam ca dadṛśuḥ tataḥ und erblickten daraufhin Rauch te samālokya dhūma-agram ūcuḥ bharatam āgatāḥ | na a-manuṣye bhavati agniḥ vyaktam atra eva rāghavau ||
Als sie die Rauchspitze erblickt hatten, kamen sie zurück und sagten zu Bharata: 'An unbewohntem Ort gibt es kein Feuer — offenkundig sind die beiden Rāghavas genau hier.'
Wort für Wort te samālokya dhūma-agram als sie die Rauchspitze erblickt hatten ūcuḥ bharatam āgatāḥ kamen sie zurück und sagten zu Bharata na a-manuṣye bhavati agniḥ an unbewohntem Ort gibt es kein Feuer vyaktam atra eva rāghavau offenkundig sind die beiden Rāghavas genau hier atha na atra nara-vyāghrau rāja-putrau param-tapau | anye rāma-upamāḥ santi vyaktam atra tapasvinaḥ ||
'Oder, sollten die beiden Tiger unter den Männern, die feindebezwingenden Königssöhne, nicht hier sein, so gibt es offenkundig andere, Rāma gleichende Asketen hier.'
Wort für Wort atha na atra nara-vyāghrau oder, sollten die Tiger unter den Männern nicht hier sein rāja-putrau param-tapau die feindebezwingenden Königssöhne anye rāma-upamāḥ santi so gibt es andere, Rāma gleichende vyaktam atra tapasvinaḥ offenkundig Asketen hier tat śrutvā bharataḥ teṣām vacanam sādhu sammatam | sainyān uvāca sarvān tān amitra-bala-mardanaḥ ||
Als er dieses ihr treffliches, zustimmungswürdiges Wort gehört hatte, sprach Bharata, der Zermalmer feindlicher Heere, zu all jenen Soldaten:
Wort für Wort tat śrutvā bharataḥ als Bharata dies gehört hatte teṣām vacanam sādhu sammatam ihr treffliches, zustimmungswürdiges Wort sainyān uvāca sarvān tān sprach er zu all jenen Soldaten amitra-bala-mardanaḥ der Zermalmer feindlicher Heere yatra bhavantaḥ tiṣṭhantu na itaḥ gantavyam agrataḥ | aham eva gamiṣyāmi sumantraḥ guruḥ eva ca ||
'Ihr sollt bleiben, wo ihr seid; niemand soll von hier aus weitergehen. Ich selbst werde gehen, und Sumantra, und auch der Lehrer.'
Wort für Wort yatra bhavantaḥ tiṣṭhantu ihr sollt bleiben, wo ihr seid na itaḥ gantavyam agrataḥ niemand soll von hier aus weitergehen aham eva gamiṣyāmi ich selbst werde gehen sumantraḥ guruḥ eva ca und Sumantra und auch der Lehrer evam uktāḥ tataḥ sarve tatra tasthuḥ samantataḥ | bharataḥ yatra dhūma-agram tatra dṛṣṭim samādadhat ||
So angesprochen, blieben alle daraufhin dort ringsum stehen; Bharata aber richtete seinen Blick dorthin, wo die Rauchspitze war.
Wort für Wort evam uktāḥ tataḥ sarve so angesprochen, alle daraufhin tatra tasthuḥ samantataḥ blieben sie dort ringsum stehen bharataḥ yatra dhūma-agram Bharata aber, wo die Rauchspitze war tatra dṛṣṭim samādadhat richtete er dorthin seinen Blick vyavasthitā yā bharatena sā camūḥ | nirīkṣamāṇā api ca dhūmam agrataḥ | babhūva hṛṣṭā na cireṇa jānatī | priyasya rāmasya samāgamam tadā ||
Jenes von Bharata zum Stehen gebrachte Heer, das den Rauch in der Ferne betrachtete, wurde freudig, da es wusste, dass es bald zur Begegnung mit dem geliebten Rāma kommen würde.
Wort für Wort vyavasthitā yā bharatena sā camūḥ jenes von Bharata zum Stehen gebrachte Heer nirīkṣamāṇā api ca dhūmam agrataḥ das den Rauch in der Ferne betrachtete babhūva hṛṣṭā na cireṇa jānatī wurde freudig, da es bald wusste priyasya rāmasya samāgamam tadā dass es zur Begegnung mit dem geliebten Rāma kommen würde
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