Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa

Sarga 16: Rāma Rāja Mārga Yātrā Rāma verabschiedet sich von Sītā und fährt, ahnungslos der wahren Absicht, im Jubel des Volkes zum Palast des Königs

sa tat antaḥ-pura-dvāram samatītya jana-ākulam / praviviktām tataḥ kakṣyām āsasāda purāṇa-vit

Er, nachdem er jenes von Menschen erfüllte Tor des inneren Palastes durchschritten hatte, gelangte darauf, der Kenner der alten Überlieferung, zu einem stillen Vorhof.

Wort für Wort
sa tat antaḥ-pura-dvāram
er, jenes Tor des inneren Palastes
samatītya jana-ākulam
durchschritten, das von Menschen erfüllte
praviviktām tataḥ kakṣyām
darauf zu einem stillen Vorhof
āsasāda purāṇa-vit
gelangte der Kenner der alten Überlieferung

prāsa-kārmuka-bibhradbhiḥ yuvabhiḥ mṛṣṭa-kuṇḍalaiḥ / apramādibhiḥ eka-agraiḥ su-anuraktaiḥ adhiṣṭhitām

besetzt von jungen Männern, die Speere und Bögen trugen, mit blitzenden Ohrringen, unermüdlich, aufmerksamen Sinnes, in treuer Ergebenheit,

Wort für Wort
prāsa-kārmuka-bibhradbhiḥ yuvabhiḥ
von jungen Männern, die Speere und Bögen trugen
mṛṣṭa-kuṇḍalaiḥ
mit blitzenden Ohrringen
apramādibhiḥ eka-agraiḥ
unermüdlich, aufmerksamen Sinnes
su-anuraktaiḥ adhiṣṭhitām
in treuer Ergebenheit besetzt

tatra kāṣāyiṇaḥ vṛddhān vetra-pāṇīn su-alaṃkṛtān / dadarśa viṣṭhitān dvāri strī-adhyakṣān su-samāhitān

Dort sah er alte Männer in safranfarbenen Gewändern, mit Rohrstöcken in den Händen, wohlgeschmückt, an der Tür aufgestellt, die Aufseher der Frauen, aufmerksam gesammelt.

Wort für Wort
tatra kāṣāyiṇaḥ vṛddhān
dort alte Männer in safranfarbenen Gewändern
vetra-pāṇīn su-alaṃkṛtān
mit Rohrstöcken in den Händen, wohlgeschmückt
dadarśa viṣṭhitān dvāri
sah er an der Tür aufgestellt
strī-adhyakṣān su-samāhitān
die Aufseher der Frauen, aufmerksam gesammelt

te samīkṣya samāyāntam rāma-priya-cikīrṣavaḥ / saha bhāryāya rāmāya kṣipram eva ācacakṣire

Sie, als sie ihn herankommen sahen, im Verlangen, Rāma gefällig zu sein, meldeten dies sogleich Rāma mitsamt seiner Gattin.

Wort für Wort
te samīkṣya samāyāntam
sie, als sie ihn herankommen sahen
rāma-priya-cikīrṣavaḥ
im Verlangen, Rāma gefällig zu sein
saha bhāryāya rāmāya
dem Rāma, mitsamt seiner Gattin
kṣipram eva ācacakṣire
meldeten sie sogleich

prativeditam ājñāya sūtam abhyantaram pituḥ / tatra eva ānāyayām āsa rāghavaḥ priya-kāmyayā

Nachdem er erfahren hatte, dass ihm der Wagenlenker seines Vaters gemeldet worden war, ließ Rāghava ihn eben dorthin bringen, aus Verlangen, ihm gefällig zu sein.

Wort für Wort
prativeditam ājñāya
nachdem er erfahren hatte, dass gemeldet worden war
sūtam abhyantaram pituḥ
der Wagenlenker seines Vaters, im Inneren
tatra eva ānāyayām āsa
ließ eben dorthin bringen
rāghavaḥ priya-kāmyayā
Rāghava, aus Verlangen, gefällig zu sein

te rāmam upasaṃgamya bhartuḥ priya-cikīrṣavaḥ / saha bhāryāya rāmāya kṣipram eva ācacakṣire

Sie, zu Rāma tretend, im Verlangen, ihrem Herrn gefällig zu sein, meldeten es sogleich Rāma mitsamt seiner Gattin.

Wort für Wort
te rāmam upasaṃgamya
sie, zu Rāma tretend
bhartuḥ priya-cikīrṣavaḥ
im Verlangen, dem Herrn gefällig zu sein
saha bhāryāya rāmāya
dem Rāma, mitsamt seiner Gattin
kṣipram eva ācacakṣire
meldeten sie sogleich

prativeditam ājñāya sūtam abhyantaram pituḥ / tatra eva ānāyayām āsa rāghavaḥ priya-kāmyayā

Nachdem er erfahren hatte, dass ihm der Wagenlenker seines Vaters gemeldet worden war, ließ Rāghava ihn eben dorthin bringen, aus Verlangen, ihm gefällig zu sein.

Wort für Wort
prativeditam ājñāya
nachdem er erfahren hatte, dass gemeldet worden war
sūtam abhyantaram pituḥ
der Wagenlenker seines Vaters, im Inneren
tatra eva ānāyayām āsa
ließ eben dorthin bringen
rāghavaḥ priya-kāmyayā
Rāghava, aus Verlangen, gefällig zu sein

tam vaiśravaṇa-saṃkāśam upaviṣṭam su-alaṃkṛtam / dadarśa sūtaḥ paryaṅke sauvarṇe sa-uttara-chade

Ihn sah der Wagenlenker, dem Vaiśravaṇa gleichend, wohlgeschmückt, sitzend auf einem goldenen Bett mit prächtiger Decke.

Wort für Wort
tam vaiśravaṇa-saṃkāśam
ihn, dem Vaiśravaṇa gleichend
upaviṣṭam su-alaṃkṛtam
sitzend, wohlgeschmückt
dadarśa sūtaḥ paryaṅke
sah der Wagenlenker auf dem Bett
sauvarṇe sa-uttara-chade
dem goldenen, mit prächtiger Decke

varāha-rudhira-ābheṇa śucinā ca su-gandhinā / anuliptam para-ardhyena candanena parantapam

den Feindebezwinger, gesalbt mit kostbarstem Sandel, der dem Blut eines Ebers glich, rein und wohlriechend,

Wort für Wort
varāha-rudhira-ābheṇa
der dem Blut eines Ebers glich
śucinā ca su-gandhinā
rein und wohlriechend
anuliptam para-ardhyena candanena
gesalbt mit kostbarstem Sandel
parantapam
den Feindebezwinger

sthitayā pārśvataḥ ca api vāla-vyajana-hastayā / upetam sītayā bhūyaḥ citrayā śaśinam yathā

begleitet von Sītā, die an seiner Seite stand, einen Haarfächer in der Hand, abermals, wie der Mond von einem Sternbild begleitet ist.

Wort für Wort
sthitayā pārśvataḥ ca api
und die an seiner Seite stand
vāla-vyajana-hastayā
mit einem Haarfächer in der Hand
upetam sītayā bhūyaḥ
begleitet von Sītā, abermals
citrayā śaśinam yathā
wie der Mond von einem Sternbild

tam tapantam iva ādityam upapannam sva-tejasā / vavande varadam bandī niyama-jñaḥ vinīta-vat

Ihn, der wie die glühende Sonne von eigenem Glanz erfüllt war, den Gewährer von Gaben, verehrte der Barde, kundig der Sitte, in demütiger Weise.

Wort für Wort
tam tapantam iva ādityam
ihn, der wie die glühende Sonne war
upapannam sva-tejasā
erfüllt von eigenem Glanz
vavande varadam bandī
verehrte der Barde den Gewährer von Gaben
niyama-jñaḥ vinīta-vat
kundig der Sitte, in demütiger Weise

prāñjaliḥ tu sukham pṛṣṭvā vihāra-śayana-āsane / rāja-putram uvāca idam sumantraḥ rāja-satkṛtaḥ

Nachdem er, die Hände gefaltet, nach seinem Wohlergehen bei Muße, Ruhe und Sitzen gefragt hatte, sprach Sumantra, der vom König Geehrte, zum Königssohn dies:

Wort für Wort
prāñjaliḥ tu sukham pṛṣṭvā
die Hände gefaltet, nach dem Wohlergehen fragend
vihāra-śayana-āsane
bei Muße, Ruhe und Sitzen
rāja-putram uvāca idam
sprach zum Königssohn dies
sumantraḥ rāja-satkṛtaḥ
Sumantra, der vom König Geehrte

kausalyā su-prabhā deva pitā tvam draṣṭum icchati / mahiṣyā saha kaikeyyā gamyatām tatra mā ciram

'O Herr, die glanzvolle Kausalyā und dein Vater wünschen dich zu sehen, zusammen mit der Königin Kaikeyī – gehe dorthin, ohne zu zögern.'

Wort für Wort
kausalyā su-prabhā deva
o Herr, die glanzvolle Kausalyā
pitā tvam draṣṭum icchati
und dein Vater wünschen dich zu sehen
mahiṣyā saha kaikeyyā
zusammen mit der Königin Kaikeyī
gamyatām tatra mā ciram
gehe dorthin, ohne zu zögern

evam uktaḥ tu saṃhṛṣṭaḥ nara-siṃhaḥ mahā-dyutiḥ / tataḥ sammānayām āsa sītām idam uvāca ha

So angesprochen, hocherfreut, erwies der glanzvolle Löwe unter den Männern daraufhin Sītā seine Achtung und sprach dies:

Wort für Wort
evam uktaḥ tu saṃhṛṣṭaḥ
so angesprochen, hocherfreut
nara-siṃhaḥ mahā-dyutiḥ
der glanzvolle Löwe unter den Männern
tataḥ sammānayām āsa sītām
erwies daraufhin Sītā seine Achtung
idam uvāca ha
sprach er dies

devi devaḥ ca devī ca samāgamya mad-antare / mantrayete dhruvam kiṃcit abhiṣecana-saṃhitam

'O Herrin, der König und die Königin haben sich wohl, mich betreffend, zusammengefunden und beraten gewiss etwas, das mit der Weihe zusammenhängt.'

Wort für Wort
devi devaḥ ca devī ca
o Herrin, der König und die Königin
samāgamya mad-antare
zusammengekommen, mich betreffend
mantrayete dhruvam kiṃcit
beraten gewiss etwas
abhiṣecana-saṃhitam
das mit der Weihe zusammenhängt

lakṣayitvā hi abhiprāyam priya-kāmā su-dakṣiṇā / saṃcodayati rājānam mad-artham madira-īkṣaṇā

'Denn Kaikeyī, die meinem Wunsch entsprechen möchte, die Freundliche, mit den berauschenden Augen, hat wohl seine Absicht erkannt und drängt den König um meinetwillen.'

Wort für Wort
lakṣayitvā hi abhiprāyam
denn nachdem sie die Absicht erkannt hat
priya-kāmā su-dakṣiṇā
die meinem Wunsch entsprechen möchte, die Freundliche
saṃcodayati rājānam
drängt sie den König
mad-artham madira-īkṣaṇā
um meinetwillen, sie mit den berauschenden Augen

sā prahṛṣṭā mahā-rājam hita-kāma-anuvartinī / jananī cāru-kāmā me kekaya-adhipateḥ sutā

'Sie, hocherfreut, ihm zum Wohle ergeben, die Tochter des Herrschers von Kekaya, meine Mutter, wünscht mir Schönes.'

Wort für Wort
sā prahṛṣṭā mahā-rājam
sie, hocherfreut, dem großen König
hita-kāma-anuvartinī
seinem Wohlwollen ergeben
jananī cāru-kāmā me
meine Mutter, mir Schönes wünschend
kekaya-adhipateḥ sutā
die Tochter des Herrschers von Kekaya

diṣṭyā khalu mahārājaḥ mahiṣyā priyayā saha / sumantram prāhiṇot dūtam artha-kāma-karam mama

'Zum Glück fürwahr hat der große König, zusammen mit seiner geliebten Königin, Sumantra als Boten gesandt, der mein Anliegen erfüllt.'

Wort für Wort
diṣṭyā khalu mahārājaḥ
zum Glück fürwahr der große König
mahiṣyā priyayā saha
zusammen mit seiner geliebten Königin
sumantram prāhiṇot dūtam
hat Sumantra als Boten gesandt
artha-kāma-karam mama
der mein Anliegen erfüllt

yādṛśī pariṣat tatra tādṛśaḥ dūtaḥ āgataḥ / dhruvam adya eva mām rājā yauva-rājye abhiṣekṣyati

'Wie die Versammlung dort beschaffen ist, so ist auch der Bote gekommen; gewiss wird mich der König noch heute zum Thronfolger weihen.'

Wort für Wort
yādṛśī pariṣat tatra
wie die Versammlung dort ist
tādṛśaḥ dūtaḥ āgataḥ
so ist der Bote gekommen
dhruvam adya eva mām rājā
gewiss wird mich der König noch heute
yauva-rājye abhiṣekṣyati
zum Thronfolger weihen

hanta śīghram itaḥ gatvā drakṣyāmi ca mahī-patim / saha tvam parivāreṇa sukham āssva sīte ca

'Wohlan, ich werde eilends von hier gehen und den Herrscher der Erde sehen; du, Sīte, verweile derweil mit deinem Gefolge in Frieden.'

Wort für Wort
hanta śīghram itaḥ gatvā
wohlan, eilends von hier gehend
drakṣyāmi ca mahī-patim
werde ich den Herrscher der Erde sehen
saha tvam parivāreṇa
du, mit deinem Gefolge
sukham āssva sīte ca
verweile in Frieden, o Sīta

pati-sammānitā sītā bhartāram asita-īkṣaṇā / ā-dvāram anuvavrāja maṅgalāni abhidadhyuṣī

Sītā, die vom Gatten Geehrte, mit den dunklen Augen, begleitete den Gemahl bis zur Tür, Segenswünsche sprechend.

Wort für Wort
pati-sammānitā sītā
Sītā, die vom Gatten Geehrte
bhartāram asita-īkṣaṇā
den Gemahl, sie mit den dunklen Augen
ā-dvāram anuvavrāja
begleitete sie bis zur Tür
maṅgalāni abhidadhyuṣī
Segenswünsche sprechend

rājyam dvijātibhiḥ juṣṭam rājasūya-abhiṣecanam / kartum arhati te rājā vāsavasya iva loka-kṛt

'Möge dir der König, der Weltenschöpfer, das von den Zweifachgeborenen gepflegte Königreich und die dem Rājasūya-Opfer gleichende Weihe bereiten, wie einst dem Vāsava.'

Wort für Wort
rājyam dvijātibhiḥ juṣṭam
das von den Zweifachgeborenen gepflegte Königreich
rājasūya-abhiṣecanam
die dem Rājasūya-Opfer gleichende Weihe
kartum arhati te rājā
möge dir der König bereiten
vāsavasya iva loka-kṛt
wie der Weltenschöpfer dem Vāsava

dīkṣitam vrata-sampannam vara-ajina-dharam śucim / kuraṅga-pāṇim ca paśyantī tvām bhajāmi aham

'Dich, geweiht, dem Gelübde ergeben, das kostbare Antilopenfell tragend, rein, das Fell in der Hand, dich sehend, huldige ich dir.'

Wort für Wort
dīkṣitam vrata-sampannam
geweiht, dem Gelübde ergeben
vara-ajina-dharam śucim
das kostbare Fell tragend, rein
kuraṅga-pāṇim ca paśyantī
und, das Antilopenfell in der Hand sehend
tvām bhajāmi aham
huldige ich dir

pūrvām diśam vajra-dharaḥ dakṣiṇām pātu te yamaḥ / varuṇaḥ paścimām āśām dhaneśaḥ tu uttarām diśam

'Der Träger des Blitzes möge die Ostrichtung für dich beschützen, Yama die südliche, Varuṇa die westliche Gegend, und der Herr der Schätze die nördliche Richtung.'

Wort für Wort
pūrvām diśam vajra-dharaḥ
die Ostrichtung der Träger des Blitzes
dakṣiṇām pātu te yamaḥ
die südliche möge Yama für dich beschützen
varuṇaḥ paścimām āśām
Varuṇa die westliche Gegend
dhaneśaḥ tu uttarām diśam
und der Herr der Schätze die nördliche Richtung

atha sītām anujñāpya kṛta-kautuka-maṅgalaḥ / niścakrāma sumantreṇa saha rāmaḥ niveśanāt

Dann, nachdem er sich von Sītā verabschiedet hatte, trat Rāma, nachdem die Schutzriten und Segenszeremonien vollzogen waren, zusammen mit Sumantra aus dem Gemach hinaus.

Wort für Wort
atha sītām anujñāpya
dann, sich von Sītā verabschiedend
kṛta-kautuka-maṅgalaḥ
nachdem die Schutzriten und Segenszeremonien vollzogen waren
niścakrāma sumantreṇa saha
trat er zusammen mit Sumantra hinaus
rāmaḥ niveśanāt
Rāma, aus dem Gemach

parvatāt iva niṣkramya siṃhaḥ giri-guhā-āśayaḥ / lakṣmaṇam dvāri saḥ apaśyat prahva-añjali-puṭam sthitam

Wie ein Löwe, der aus einer Bergeshöhle hervortritt, erblickte er, aus dem Gemach heraustretend, Lakṣmaṇa an der Tür stehen, mit demütig gefalteten Händen.

Wort für Wort
parvatāt iva niṣkramya
wie aus einem Berg hervortretend
siṃhaḥ giri-guhā-āśayaḥ
ein Löwe, der in einer Bergeshöhle wohnt
lakṣmaṇam dvāri saḥ apaśyat
erblickte er Lakṣmaṇa an der Tür
prahva-añjali-puṭam sthitam
stehend, mit demütig gefalteten Händen

atha madhyama-kakṣyāyām samāgacchat suhṛt-janaiḥ / sa sarvān arthinaḥ dṛṣṭvā sametya pratinandya ca

Dann traf er im mittleren Vorhof mit seinen Freunden zusammen; er, nachdem er alle Bittsteller gesehen hatte, trat zu ihnen und begrüßte sie freundlich.

Wort für Wort
atha madhyama-kakṣyāyām
dann im mittleren Vorhof
samāgacchat suhṛt-janaiḥ
traf er mit seinen Freunden zusammen
sa sarvān arthinaḥ dṛṣṭvā
er, nachdem er alle Bittsteller gesehen hatte
sametya pratinandya ca
trat er zu ihnen und begrüßte sie freundlich

tataḥ pāvaka-saṃkāśam āruroha ratha-uttamam / vaiyāghram puruṣa-vyāghraḥ rājitam rāja-nandanaḥ

Da bestieg der Freudensohn des Königs, der Tiger unter den Männern, den dem Feuer gleichenden, vortrefflichen, mit Tigerfell geschmückten Wagen.

Wort für Wort
tataḥ pāvaka-saṃkāśam
da den dem Feuer gleichenden
āruroha ratha-uttamam
bestieg er den vortrefflichen Wagen
vaiyāghram puruṣa-vyāghraḥ
den mit Tigerfell geschmückten, der Tiger unter den Männern
rājitam rāja-nandanaḥ
den prächtigen, der Freudensohn des Königs

megha-nādam asaṃbādham maṇi-hema-vibhūṣitam / muṣṇantam iva cakṣūṃṣi prabhayā hema-varcasam

den Wagen, der wie eine Wolke tönte, geräumig, mit Edelsteinen und Gold geschmückt, der mit seinem Glanz die Augen gleichsam raubte, von goldenem Glanz,

Wort für Wort
megha-nādam asaṃbādham
der wie eine Wolke tönte, geräumig
maṇi-hema-vibhūṣitam
mit Edelsteinen und Gold geschmückt
muṣṇantam iva cakṣūṃṣi
der die Augen gleichsam raubte
prabhayā hema-varcasam
mit seinem Glanz, von goldenem Glanz

kareṇu-śiśu-kalpaiḥ ca yuktam parama-vājibhiḥ / hari-yuktam sahasra-akṣaḥ ratham iva āśugam

bespannt mit vortrefflichen, jungen Elefantenkälbern gleichenden Rossen – wie der geschwinde, von Falben gezogene Wagen des Tausendäugigen.

Wort für Wort
kareṇu-śiśu-kalpaiḥ ca
und mit jungen Elefantenkälbern gleichenden
yuktam parama-vājibhiḥ
bespannt mit vortrefflichen Rossen
hari-yuktam sahasra-akṣaḥ
von Falben gezogen, wie der Tausendäugige
ratham iva āśugam
wie dessen geschwinden Wagen

sa parjanyaḥ iva ākāśe svanavān abhinādayan / niketāt niryayau śrīmān mahā-abhrāt iva candramāḥ

Der Glanzvolle, tönend wie eine Regenwolke am Himmel, trat aus dem Palast hervor, wie der Mond aus einer großen Wolke.

Wort für Wort
sa parjanyaḥ iva ākāśe
er, wie eine Regenwolke am Himmel
svanavān abhinādayan
tönend, erschallend
niketāt niryayau śrīmān
trat der Glanzvolle aus dem Palast hervor
mahā-abhrāt iva candramāḥ
wie der Mond aus einer großen Wolke

chatra-cāmara-pāṇiḥ tu lakṣmaṇaḥ rāghava-anujaḥ / jugopa bhrātaram bhrātā ratham āsthāya pṛṣṭhataḥ

Lakṣmaṇa aber, Rāghavas jüngerer Bruder, den Schirm und Fächer in der Hand, wachte, den Wagen von hinten besteigend, als Bruder über seinen Bruder.

Wort für Wort
chatra-cāmara-pāṇiḥ tu
den Schirm und Fächer in der Hand aber
lakṣmaṇaḥ rāghava-anujaḥ
Lakṣmaṇa, Rāghavas jüngerer Bruder
jugopa bhrātaram bhrātā
wachte der Bruder über den Bruder
ratham āsthāya pṛṣṭhataḥ
den Wagen von hinten besteigend

tataḥ hala-halā-śabdaḥ tumulaḥ samajāyata / tasya niṣkramamāṇasya jana-oghasya samantataḥ

Da erhob sich ein gewaltiger, tosender Lärm der Menschenmenge ringsumher, als er hervortrat.

Wort für Wort
tataḥ hala-halā-śabdaḥ
da ein tosender Lärm
tumulaḥ samajāyata
gewaltig erhob sich
tasya niṣkramamāṇasya
als er hervortrat
jana-oghasya samantataḥ
der Menschenmenge ringsumher

tataḥ haya-varāḥ mukhyāḥ nāgāḥ ca giri-sannibhāḥ / anujagmuḥ tadā rāmam śataśaḥ atha sahasraśaḥ

Da folgten Rāma vortreffliche, edle Rosse und den Bergen gleichende Elefanten, zu Hunderten und zu Tausenden.

Wort für Wort
tataḥ haya-varāḥ mukhyāḥ
da vortreffliche, edle Rosse
nāgāḥ ca giri-sannibhāḥ
und den Bergen gleichende Elefanten
anujagmuḥ tadā rāmam
folgten da Rāma
śataśaḥ atha sahasraśaḥ
zu Hunderten und zu Tausenden

agrataḥ ca asya sannaddhāḥ candana-aguru-bhūṣitāḥ / khaḍga-cāpa-dharāḥ śūrāḥ jagmuḥ āśaṃsavaḥ janāḥ

Vor ihm her zogen gerüstete, mit Sandel und Aguru geschmückte, Schwert und Bogen tragende, tapfere Männer, voller Hoffnung.

Wort für Wort
agrataḥ ca asya sannaddhāḥ
und vor ihm gerüstete
candana-aguru-bhūṣitāḥ
mit Sandel und Aguru geschmückte
khaḍga-cāpa-dharāḥ śūrāḥ
Schwert und Bogen tragende Tapfere
jagmuḥ āśaṃsavaḥ janāḥ
zogen die hoffnungsvollen Männer

tataḥ vāditra-śabdāḥ ca stuti-śabdāḥ ca vandinām / siṃha-nādāḥ ca śūrāṇām tadā śuśruvire pathi

Da wurden der Klang der Musikinstrumente, die Lobreden der Barden und die Löwenschreie der Helden auf dem Wege gehört.

Wort für Wort
tataḥ vāditra-śabdāḥ ca
da der Klang der Musikinstrumente
stuti-śabdāḥ ca vandinām
und die Lobreden der Barden
siṃha-nādāḥ ca śūrāṇām
und die Löwenschreie der Helden
tadā śuśruvire pathi
wurden da auf dem Wege gehört

harmya-vātāyana-sthābhiḥ bhūṣitābhiḥ samantataḥ / kīryamāṇaḥ su-puṣpa-oghaiḥ yayau strībhiḥ ariṃdamaḥ

Von Frauen, die ringsum an den Fenstern der Paläste standen, geschmückt, mit Blütenströmen überschüttet, zog der Feindebezwinger dahin.

Wort für Wort
harmya-vātāyana-sthābhiḥ
die an den Fenstern der Paläste standen
bhūṣitābhiḥ samantataḥ
geschmückt, ringsumher
kīryamāṇaḥ su-puṣpa-oghaiḥ
überschüttet mit Blütenströmen
yayau strībhiḥ ariṃdamaḥ
zog der Feindebezwinger, von den Frauen, dahin

rāmam sarva-anavadya-aṅgyaḥ rāma-piprīṣayā tataḥ / vacobhiḥ agraiḥ harmya-sthāḥ kṣiti-sthāḥ ca vavandire

Rāma priesen darauf, im Verlangen, ihm zu gefallen, die an den Palästen und die auf der Erde Stehenden mit erlesenen Worten, sie, deren Glieder ganz makellos waren.

Wort für Wort
rāmam sarva-anavadya-aṅgyaḥ
Rāma priesen die ganz Makellosen
rāma-piprīṣayā tataḥ
darauf, im Verlangen, Rāma zu gefallen
vacobhiḥ agraiḥ harmya-sthāḥ
mit erlesenen Worten die an den Palästen Stehenden
kṣiti-sthāḥ ca vavandire
und die auf der Erde Stehenden priesen

nūnam nandati te mātā kausalyā mātṛ-nandana / paśyantī siddha-yātram tvām pitryam rājyam upasthitam

'Gewiss freut sich deine Mutter Kausalyā, o Freude der Mutter, wenn sie dich sieht, wie du zur vollzogenen Weihe fährst, das väterliche Königreich dir bevorstehend.'

Wort für Wort
nūnam nandati te mātā
gewiss freut sich deine Mutter
kausalyā mātṛ-nandana
Kausalyā, o Freude der Mutter
paśyantī siddha-yātram tvām
wenn sie dich sieht, auf der vollzogenen Fahrt
pitryam rājyam upasthitam
das väterliche Königreich bevorstehend

sarva-sīmantinībhyaḥ ca sītām sīmantinīm varām / amanyanta hi tāḥ nāryaḥ rāmasya hṛdaya-priyām

'Vor allen Ehefrauen halten wir Sītā, die vortreffliche Ehefrau, für die dem Herzen Rāmas liebste' – so dachten jene Frauen.

Wort für Wort
sarva-sīmantinībhyaḥ ca
und vor allen Ehefrauen
sītām sīmantinīm varām
Sītā, die vortreffliche Ehefrau
amanyanta hi tāḥ nāryaḥ
hielten fürwahr jene Frauen
rāmasya hṛdaya-priyām
für die dem Herzen Rāmas liebste

tayā su-caritam devyā purā nūnam mahat tapaḥ / rohiṇī iva śaśāṅkena rāma-saṃyogam āpa yā

'Gewiss hat jene Herrin einst gutes Werk und große Buße vollbracht, sie, die, der Rohiṇī mit dem Mond gleich, die Vereinigung mit Rāma erlangte.'

Wort für Wort
tayā su-caritam devyā
von jener Herrin wurde gutes Werk vollbracht
purā nūnam mahat tapaḥ
einst gewiss große Buße
rohiṇī iva śaśāṅkena
wie Rohiṇī mit dem Mond
rāma-saṃyogam āpa yā
die die Vereinigung mit Rāma erlangte

iti prāsāda-śṛṅgeṣu pramadābhiḥ nara-uttamaḥ / śuśrāva rāja-mārga-sthaḥ priyā vācaḥ udāhṛtāḥ

So hörte der Beste der Männer, auf dem Königsweg dahinfahrend, die von den Frauen auf den Palastzinnen ausgesprochenen, lieblichen Worte.

Wort für Wort
iti prāsāda-śṛṅgeṣu pramadābhiḥ
so von den Frauen auf den Palastzinnen
nara-uttamaḥ śuśrāva
hörte der Beste der Männer
rāja-mārga-sthaḥ
auf dem Königsweg befindlich
priyā vācaḥ udāhṛtāḥ
die lieblichen, ausgesprochenen Worte

sa rāghavaḥ tatra kathā-pralāpam / śuśrāva lokasya samāgatasya / ātma-adhikārāḥ vividhāḥ ca vācaḥ / prahṛṣṭa-rūpasya pure janasya

Jener Rāghava hörte dort das Geplauder des versammelten Volkes, die mancherlei Worte, die von ihm selbst handelten, des hocherfreuten Volkes der Stadt.

Wort für Wort
sa rāghavaḥ tatra kathā-pralāpam
jener Rāghava hörte dort das Geplauder
śuśrāva lokasya samāgatasya
des versammelten Volkes
ātma-adhikārāḥ vividhāḥ ca vācaḥ
die mancherlei Worte, die von ihm selbst handelten
prahṛṣṭa-rūpasya pure janasya
des hocherfreuten Volkes der Stadt

eṣa śriyam gacchati rāghavaḥ adya / rāja-prasādāt vipulām gamiṣyan / ete vayam sarva-samṛddha-kāmāḥ / yeṣām ayam naḥ bhavitā praśāstā

'Dieser Rāghava gelangt heute zum Glanz, wird durch die Gnade des Königs zu großer Fülle gelangen; wir alle sind es, deren Wünsche vollends erfüllt sind, denen dieser hier unser Herrscher sein wird.'

Wort für Wort
eṣa śriyam gacchati rāghavaḥ adya
dieser Rāghava gelangt heute zum Glanz
rāja-prasādāt vipulām gamiṣyan
wird durch die Gnade des Königs zu großer Fülle gelangen
ete vayam sarva-samṛddha-kāmāḥ
wir alle sind es, deren Wünsche vollends erfüllt sind
yeṣām ayam naḥ bhavitā praśāstā
denen dieser hier unser Herrscher sein wird

lābhaḥ janasya asya yat eṣa sarvam / prapatsyate rāṣṭram idam cirāya / sa ghoṣavadbhiḥ ca hayaiḥ sa-nāgaiḥ / puraḥsaraiḥ svastika-sūta-māgadhaiḥ

'Ein Gewinn ist es für dieses Volk, dass dieser hier für lange Zeit dieses ganze Reich erlangen wird' – so zog er dahin, begleitet von wiehernden Rossen und Elefanten, mit Vorreitern, Herolden, Wagenlenkern und Sängern voran,

Wort für Wort
lābhaḥ janasya asya yat eṣa
ein Gewinn ist es für dieses Volk, dass dieser
sarvam prapatsyate rāṣṭram idam cirāya
dieses ganze Reich für lange Zeit erlangen wird
sa ghoṣavadbhiḥ ca hayaiḥ sa-nāgaiḥ
er, begleitet von wiehernden Rossen und Elefanten
puraḥsaraiḥ svastika-sūta-māgadhaiḥ
mit Vorreitern, Herolden, Wagenlenkern und Sängern

sa ghoṣavadbhiḥ ca hayaiḥ sa-nāgaiḥ / puraḥsaraiḥ svastika-sūta-māgadhaiḥ / mahīyamānaḥ pravaraiḥ ca vādakaiḥ / abhiṣṭutaḥ vaiśravaṇaḥ yathā yayau

begleitet von wiehernden Rossen und Elefanten, mit Vorreitern, Herolden, Wagenlenkern und Sängern voran, geehrt von den vortrefflichen Musikanten, gepriesen, zog er dahin, wie Vaiśravaṇa.

Wort für Wort
sa ghoṣavadbhiḥ ca hayaiḥ sa-nāgaiḥ
er, begleitet von wiehernden Rossen und Elefanten
puraḥsaraiḥ svastika-sūta-māgadhaiḥ
mit Vorreitern, Herolden, Wagenlenkern und Sängern
mahīyamānaḥ pravaraiḥ ca vādakaiḥ
geehrt von den vortrefflichen Musikanten
abhiṣṭutaḥ vaiśravaṇaḥ yathā yayau
gepriesen zog er dahin, wie Vaiśravaṇa

kareṇu-mātaṅga-ratha-aśva-saṃkulam / mahā-jana-oghaiḥ paripūrṇa-catvaram / prabhūta-ratnam bahu-paṇya-saṃcayam / dadarśa rāmaḥ vimalam mahā-patham

Rāma erblickte den makellosen, großen Weg, gedrängt voll von Elefantenkühen, Elefanten, Wagen und Rossen, dessen Plätze von gewaltigen Menschenmengen erfüllt waren, reich an Juwelen, mit Häufungen zahlreicher Handelswaren.

Wort für Wort
kareṇu-mātaṅga-ratha-aśva-saṃkulam
gedrängt voll von Elefantenkühen, Elefanten, Wagen und Rossen
mahā-jana-oghaiḥ paripūrṇa-catvaram
dessen Plätze von gewaltigen Menschenmengen erfüllt waren
prabhūta-ratnam bahu-paṇya-saṃcayam
reich an Juwelen, mit Häufungen zahlreicher Handelswaren
dadarśa rāmaḥ vimalam mahā-patham
erblickte Rāma den makellosen großen Weg

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