Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 67: Arājaka Doṣa Varṇanam Vasiṣṭha Prārthanam
Die versammelten Brahmanen und Minister schildern Vasiṣṭha die Schrecken eines königlosen Landes und bitten ihn, sogleich einen König aus dem Hause der Ikṣvākus einzusetzen
ākranditanirānandā sāsrakaṇṭhajanākulā |
ayodhyāyāmatiratā sā vyatīyāya śarvarī ||
Jene Nacht, erfüllt von Wehklagen und Freudlosigkeit, ihre Menschen mit tränenerstickter Kehle verwirrt, verging schwer lastend über Ayodhyā.
Wort für Wort ākranditanirānandā erfüllt von Wehklagen und Freudlosigkeit sāsrakaṇṭhajanākulā ihre Menschen mit tränenerstickter Kehle verwirrt ayodhyāyām atiratā sā śarvarī jene schwer lastende Nacht über Ayodhyā vyatīyāya verging vyatītāyāṃ tu śarvaryām ādityasyodaye tataḥ |
sametya rājakartāraḥ sabhāmīyurdvijātayaḥ ||
Als jene Nacht aber vergangen war, versammelten sich dann bei Sonnenaufgang die zweifach Geborenen, die Königsmacher, und gingen zur Ratsversammlung.
Wort für Wort vyatītāyām tu śarvaryām als aber jene Nacht vergangen war ādityasya udaye tataḥ dann bei Sonnenaufgang sametya rājakartāraḥ die Königsmacher, sich versammelnd sabhām īyuḥ dvijātayaḥ gingen die zweifach Geborenen zur Versammlung mārkaṇḍeyo 'tha maudgalyo vāmadevaśca kāśyapaḥ |
Mārkaṇḍeya, und Maudgalya, Vāmadeva und Kāśyapa,
Wort für Wort mārkaṇḍeyaḥ atha maudgalyaḥ Mārkaṇḍeya und Maudgalya vāmadevaḥ ca kāśyapaḥ und Vāmadeva und Kāśyapa kātyāyano gautamaśca jābāliśca mahāyaśāḥ |
ete dvijāḥ saha amātyaiḥ pṛthagvācamudīrayan |
vasiṣṭhameva abhimukhāḥ śreṣṭhaṃ rājapurohitam ||
Kātyāyana, und Gautama, und der überaus ruhmreiche Jābāli - diese zweifach Geborenen erhoben, zusammen mit den Ministern, jeder für sich ihre Stimme, dem besten der königlichen Hauspriester, Vasiṣṭha, zugewandt.
Wort für Wort kātyāyanaḥ gautamaḥ ca Kātyāyana und Gautama jābāliḥ ca mahāyaśāḥ und der ruhmreiche Jābāli ete dvijāḥ saha amātyaiḥ diese zweifach Geborenen, zusammen mit den Ministern pṛthak vācam udīrayan erhoben jeder für sich [ihre] Stimme vasiṣṭham eva abhimukhāḥ Vasiṣṭha zugewandt śreṣṭham rājapurohitam dem besten der königlichen Hauspriester atītā śarvarī duḥkhaṃ yā no varṣaśatopamā |
asmin pañcatvamāpanne putraśokena pārthive ||
Vergangen ist jene leidvolle Nacht, die uns wie hundert Jahre erschien, da nun der König durch den Kummer um den Sohn seines Endes teilhaftig geworden ist.
Wort für Wort atītā śarvarī duḥkham vergangen ist die leidvolle Nacht yā naḥ varṣaśatopamā die uns wie hundert Jahre [erschien] asmin pañcatvam āpanne nun da [er] seines Endes teilhaftig geworden ist putraśokena pārthive der König, durch Kummer um den Sohn svargataśca mahārājo rāmaśca araṇyamāśritaḥ |
lakṣmaṇaścāpi tejasvī rāmeṇaiva gataḥ saha ||
Der große König ist zum Himmel gegangen, und Rāma hat im Wald Zuflucht genommen, und auch der glanzvolle Lakṣmaṇa ist zusammen mit Rāma allein gegangen.
Wort für Wort svargataḥ ca mahārājaḥ zum Himmel gegangen ist der große König rāmaḥ ca araṇyam āśritaḥ und Rāma hat im Wald Zuflucht genommen lakṣmaṇaḥ ca api tejasvī und auch der glanzvolle Lakṣmaṇa rāmeṇa eva gataḥ saha ist zusammen mit Rāma allein gegangen ubhau bharataśatrughnau kekayeṣu paraṃtapau |
pure rājagṛhe ramye mātāmahaniveśane ||
Beide, Bharata und Śatrughna, Bezwinger der Feinde, [weilen] bei den Kekayas, in der schönen Königsstadt, im Hause des Großvaters mütterlicherseits.
Wort für Wort ubhau bharataśatrughnau beide, Bharata und Śatrughna paraṃtapau kekayeṣu die Feindbezwinger, bei den Kekayas pure rājagṛhe ramye in der schönen Königsstadt mātāmahaniveśane im Hause des mütterlichen Großvaters ikṣvākūṇāmihādyaiva kaścidrājā vidhīyatām |
arājakaṃ hi no rāṣṭraṃ na vināśamavāpnuyāt ||
So möge noch heute hier ein König aus dem Geschlecht der Ikṣvākus eingesetzt werden; denn unser Reich, wäre es ohne König, dürfte nicht dem Untergang verfallen.
Wort für Wort ikṣvākūṇām iha adya eva aus den Ikṣvākus hier noch heute kaścit rājā vidhīyatām möge irgendein König eingesetzt werden arājakam hi naḥ rāṣṭram denn unser Reich, ohne König na vināśam avāpnuyāt dürfte nicht dem Untergang verfallen nārājake janapade vidyunmālī mahāsvanaḥ |
abhivarṣati parjanyo mahīṃ divyena vāriṇā ||
In einem königlosen Land lässt die blitzbekränzte, laut donnernde Regenwolke die Erde nicht mit himmlischem Wasser überströmen.
Wort für Wort na arājake janapade in einem nicht-königlosen [Land nicht -] in einem königlosen Land nicht vidyunmālī mahāsvanaḥ parjanyaḥ die blitzbekränzte, laut donnernde Regenwolke abhivarṣati mahīm überströmt die Erde divyena vāriṇā mit himmlischem Wasser nārājake janapade bījamuṣṭiḥ prakīryate |
nārājake pituḥ putro bhāryā vā vartate vaśe ||
In einem königlosen Land wird keine Handvoll Samen ausgestreut; in einem königlosen [Land] bleibt weder der Sohn dem Vater noch die Gattin [dem Gatten] gehorsam.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land bījamuṣṭiḥ prakīryate wird eine Handvoll Samen ausgestreut na arājake pituḥ putraḥ nicht in einem königlosen [Land] der Sohn dem Vater bhāryā vā vartate vaśe oder die Gattin [dem Gatten] gehorsam arājake dhanaṃ nāsti nāsti bhāryāpyarājake |
idamatyāhitaṃ cānyat kutaḥ satyamarājake ||
In einem königlosen [Land] gibt es keinen Reichtum, und es gibt auch keine [treue] Gattin in einem königlosen [Land]; dies ist [nur] das größte Unheil - wie sollte es in einem königlosen [Land] gar Wahrheit geben?
Wort für Wort arājake dhanam na asti in einem königlosen [Land] gibt es keinen Reichtum na asti bhāryā api arājake es gibt auch keine [treue] Gattin in einem königlosen [Land] idam atyāhitam ca anyat dies ist [nur] das größte Unheil, und anderes [mehr] kutaḥ satyam arājake woher [gar] Wahrheit in einem königlosen [Land] nārājake janapade kārayanti sabhāṃ narāḥ |
udyānāni ca ramyāṇi hṛṣṭāḥ puṇyagṛhāṇi ca ||
In einem königlosen Land errichten die Menschen nicht freudig Versammlungshallen, noch schöne Gärten, noch heilige Häuser.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land kārayanti sabhām narāḥ errichten die Menschen eine Versammlungshalle udyānāni ca ramyāṇi und schöne Gärten hṛṣṭāḥ puṇyagṛhāṇi ca freudig, und heilige Häuser nārājake janapade yajñaśīlā dvijātayaḥ |
satrāṇyanvāsate dāntā brāhmaṇāḥ saṃśitavratāḥ ||
In einem königlosen Land nehmen die dem Opfer zugetanen, selbstbeherrschten Brahmanen von strengen Gelübden nicht an den Opfersitzungen teil.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land yajñaśīlā dvijātayaḥ die dem Opfer zugetanen zweifach Geborenen satrāṇi anvāsate nehmen an den Opfersitzungen teil dāntā brāhmaṇāḥ saṃśitavratāḥ die selbstbeherrschten Brahmanen von strengen Gelübden nārājake janapade mahāyajñeṣu yajvanaḥ |
brāhmaṇā vasusampannā visṛjantyāptadakṣiṇāḥ ||
In einem königlosen Land verteilen die Opfernden, mit Reichtum ausgestatteten Brahmanen bei den großen Opfern nicht die reichlich zugemessenen Opfergaben.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land mahāyajñeṣu yajvanaḥ bei den großen Opfern die Opfernden brāhmaṇāḥ vasusampannāḥ die mit Reichtum ausgestatteten Brahmanen visṛjanti āptadakṣiṇāḥ verteilen die reichlich zugemessenen Opfergaben nārājake janapade prabhūtanaṭanartakāḥ |
utsavāśca samājāśca vardhante rāṣṭravardhanāḥ ||
In einem königlosen Land gedeihen nicht Feste und Versammlungen, die das Reich fördern, mit ihrer Fülle an Schauspielern und Tänzern.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land prabhūtanaṭanartakāḥ mit einer Fülle an Schauspielern und Tänzern utsavāḥ ca samājāḥ ca Feste und Versammlungen vardhante rāṣṭravardhanāḥ gedeihen, die das Reich fördernden nārājake janapade siddhārthā vyavahāriṇaḥ |
kathābhiranurajyante kathāśīlāḥ kathāpriyaiḥ ||
In einem königlosen Land erfreuen sich die Geschäftsleute, deren Anliegen sich erfüllt haben, dem Erzählen zugetan, nicht an den Erzählungen derer, die gerne erzählen.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land siddhārthā vyavahāriṇaḥ die Geschäftsleute, deren Anliegen erfüllt sind kathābhiḥ anurajyante erfreuen sich an Erzählungen kathāśīlāḥ kathāpriyaiḥ dem Erzählen zugetan, durch [solche], die gerne erzählen nārājake janapade udyānāni samāgatāḥ |
sāyāhne krīḍituṃ yānti kumāryo hemabhūṣitāḥ ||
In einem königlosen Land gehen mit Gold geschmückte Mädchen nicht, versammelt, am Abend zum Spielen in die Gärten.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land udyānāni samāgatāḥ versammelt, zu den Gärten sāyāhne krīḍitum yānti gehen zum Spielen am Abend kumāryaḥ hemabhūṣitāḥ die mit Gold geschmückten Mädchen nārājake janapade vāhanaiḥ śīghragāmibhiḥ |
narā niryāntyaraṇyāni nāribhiḥ saha kāminaḥ ||
In einem königlosen Land ziehen liebeslustige Männer nicht mit Frauen zusammen auf schnellen Gefährten in die Wälder hinaus.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land vāhanaiḥ śīghragāmibhiḥ auf schnell fahrenden Gefährten narāḥ niryānti araṇyāni ziehen die Männer in die Wälder hinaus nāribhiḥ saha kāminaḥ die Liebeslustigen, zusammen mit Frauen nārājake janapade dhanavantaḥ surakṣitāḥ |
śerate vivṛtadvārāḥ kṛṣigorakṣajīvinaḥ ||
In einem königlosen Land schlafen die wohlbehüteten Reichen sowie die vom Ackerbau und der Rinderzucht Lebenden nicht mit offenstehenden Türen.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land dhanavantaḥ surakṣitāḥ die wohlbehüteten Reichen śerate vivṛtadvārāḥ schlafen mit offenstehenden Türen kṛṣigorakṣajīvinaḥ die vom Ackerbau und der Rinderzucht Lebenden nārājake janapade baddhaghaṇṭā viṣāṇinaḥ |
āṭanti rājamārgeṣu kuñjarāḥ ṣaṣṭihāyanāḥ ||
In einem königlosen Land durchstreifen keine sechzigjährigen, stoßzahntragenden Elefanten mit umgebundenen Glöckchen die Königsstraßen.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land baddhaghaṇṭā viṣāṇinaḥ mit umgebundenen Glöckchen, die Stoßzahntragenden āṭanti rājamārgeṣu durchstreifen die Königsstraßen kuñjarāḥ ṣaṣṭihāyanāḥ sechzigjährige Elefanten nārājake janapade śarān saṃtatamasyatām |
śrūyate talanirghoṣa iṣvastrāṇāmupāsane ||
In einem königlosen Land ist bei der Übung des Bogenschießens nicht der Klang des Handschlags derer zu hören, die fortwährend Pfeile abschießen.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land śarān saṃtatam asyatām derer, die fortwährend Pfeile abschießen śrūyate talanirghoṣaḥ ist der Klang des Handschlags zu hören iṣvastrāṇām upāsane bei der Übung des Bogenschießens nārājake janapade vaṇijo dūragāminaḥ |
gacchanti kṣemamadhvānaṃ bahupuṇyasamācitāḥ ||
In einem königlosen Land ziehen weithin reisende, mit vielen guten Waren beladene Kaufleute nicht sicher ihres Weges.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land vaṇijaḥ dūragāminaḥ die weithin reisenden Kaufleute gacchanti kṣemam adhvānam ziehen sicher ihres Weges bahupuṇyasamācitāḥ mit vielen guten [Waren] beladen nārājake janapade carati ekacaro vaśī |
bhāvayannātmanātmānaṃ yatra sāyaṃ gṛho muniḥ ||
In einem königlosen Land wandert kein selbstbeherrschter, allein wandelnder Weiser umher, der mit dem Selbst über das Selbst meditiert, für den, wo immer er am Abend [weilt], das Haus ist.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land carati ekacaraḥ vaśī wandert der allein wandelnde, selbstbeherrschte [Weise] bhāvayan ātmanā ātmānam mit dem Selbst über das Selbst meditierend yatra sāyam gṛhaḥ muniḥ für den, wo [immer] am Abend [ist], das Haus [ist], der Weise nārājake janapade yogakṣemaṃ pravartate |
na cāpyarājake senā śatrūn viṣahate yudhi ||
In einem königlosen Land gedeiht kein Erwerb noch Bewahrung [von Gut]; und auch kein Heer besteht in einem königlosen [Land] gegen die Feinde in der Schlacht.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land yogakṣemam pravartate gedeiht Erwerb und Bewahrung na ca api arājake senā und auch kein Heer, in einem königlosen [Land] śatrūn viṣahate yudhi besteht gegen die Feinde in der Schlacht nārājake janapade hṛṣṭaiḥ paramavājibhiḥ |
narāḥ saṃyānti sahasā rathaiśca parimaṇḍitāḥ ||
In einem königlosen Land ziehen geschmückte Männer nicht rasch aus auf freudigen, edlen Rossen und Wagen.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land hṛṣṭaiḥ paramavājibhiḥ auf freudigen, edlen Rossen narāḥ saṃyānti sahasā ziehen die Männer rasch aus rathaiḥ ca parimaṇḍitāḥ und auf Wagen, geschmückt nārājake janapade narāḥ śāstraviśāradāḥ |
saṃpadyante nāvatiṣṭhante vaneṣūpavaneṣu ca ||
In einem königlosen Land bleiben die in den heiligen Schriften kundigen Männer nicht [gedeihlich] in den Wäldern und Hainen.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land narāḥ śāstraviśāradāḥ die in den Schriften kundigen Männer saṃpadyante na avatiṣṭhante gedeihen [und] verweilen nicht vaneṣu upavaneṣu ca in Wäldern und Hainen nārājake janapade mālyamodakadakṣiṇāḥ |
devatābhyarcanārthāya kalpyante niyatairjanaiḥ ||
In einem königlosen Land werden Blumengirlanden, Süßspeisen und Opfergaben von den in Zucht lebenden Menschen nicht zur Verehrung der Götter bereitet.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land mālyamodakadakṣiṇāḥ Blumengirlanden, Süßspeisen und Opfergaben devatābhyarcanārthāya zum Zweck der Götterverehrung kalpyante niyataiḥ janaiḥ werden von in Zucht lebenden Menschen bereitet nārājake janapade candanāgururūṣitāḥ |
rājaputrā virājante vasanta iva śākhinaḥ ||
In einem königlosen Land erstrahlen keine mit Sandel und Aloe gesalbten Königssöhne, gleich Bäumen im Frühling.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land candanāgururūṣitāḥ mit Sandel und Aloe gesalbt rājaputrāḥ virājante erstrahlen die Königssöhne vasante iva śākhinaḥ gleich Bäumen im Frühling yathā hyanudakā nadyo yathā vāpyatṛṇaṃ vanam |
agopālā yathā gāvastathā rāṣṭramarājakam ||
Wie Flüsse ohne Wasser, wie ein Wald ohne Gras, wie Rinder ohne Hirten - so ist ein Reich ohne König.
Wort für Wort yathā hi anudakā nadyaḥ wie Flüsse ohne Wasser yathā vā api atṛṇam vanam oder wie ein grasloser Wald agopālā yathā gāvaḥ wie hirtenlose Rinder tathā rāṣṭram arājakam so ist ein Reich ohne König dhvajo rathasya prajñānaṃ dhūmo jñānaṃ vibhāvasoḥ |
teṣāṃ yo no dhvajo rājā sa devatvamito gataḥ ||
Das Banner ist das Erkennungszeichen des Wagens, der Rauch das Kennzeichen des Feuers; er, der unser Banner unter ihnen war, der König, ist von hier zur Göttlichkeit gegangen.
Wort für Wort dhvajaḥ rathasya prajñānam das Banner ist das Erkennungszeichen des Wagens dhūmaḥ jñānam vibhāvasoḥ der Rauch das Kennzeichen des Feuers teṣām yaḥ naḥ dhvajaḥ rājā er, der unser Banner unter ihnen war, der König saḥ devatvam itaḥ gataḥ er ist von hier zur Göttlichkeit gegangen nārājake janapade svakaṃ bhavati kasyacit |
matsyā iva narā nityaṃ bhakṣayanti parasparam ||
In einem königlosen Land gehört nichts irgendjemandem als Eigen; wie Fische verzehren die Menschen einander beständig.
Wort für Wort na arājake janapade nicht in einem königlosen Land svakam bhavati kasyacit gehört [etwas] irgendjemandem als Eigen matsyāḥ iva narāḥ nityam wie Fische die Menschen beständig bhakṣayanti parasparam verzehren einander ye hi sambhinnamaryādā nāstikāścinnasaṃśayāḥ |
te 'pi bhāvāya kalpante rājadaṇḍanipīḍitāḥ ||
Selbst jene, deren Schranken zerbrochen sind, die Ungläubigen, frei von Zweifel [am Unrecht], werden, vom Stab des Königs bedrängt, zum [rechten] Sein tauglich.
Wort für Wort ye hi sambhinnamaryādāḥ jene, deren Schranken zerbrochen sind nāstikāḥ cinnasaṃśayāḥ die Ungläubigen, frei von Zweifel te api bhāvāya kalpante auch sie werden zum [rechten] Sein tauglich rājadaṇḍanipīḍitāḥ vom Stab des Königs bedrängt yathā dṛṣṭiḥ śarīrasya nityamevapravartate |
tathā narendro rāṣṭrasya prabhavaḥ satyadharmayoḥ ||
Wie das Sehvermögen stets für den Leib wirkt, so ist der Herr der Menschen für das Reich der Ursprung von Wahrheit und Rechtschaffenheit.
Wort für Wort yathā dṛṣṭiḥ śarīrasya wie das Sehvermögen für den Leib nityam eva pravartate stets wirkt tathā narendraḥ rāṣṭrasya so [ist] der Herr der Menschen für das Reich prabhavaḥ satyadharmayoḥ der Ursprung von Wahrheit und Rechtschaffenheit rājā satyaṃ ca dharmaśca rājā kulavatāṃ kulam |
rājā mātā pitā caiva rājā hitakaro nṛṇām ||
Der König ist Wahrheit und Rechtschaffenheit, der König ist das Geschlecht der Wohlgeborenen, der König ist Mutter und Vater, der König ist der Wohltäter der Menschen.
Wort für Wort rājā satyam ca dharmaḥ ca der König ist Wahrheit und Rechtschaffenheit rājā kulavatām kulam der König ist das Geschlecht der Wohlgeborenen rājā mātā pitā ca eva der König ist Mutter und Vater rājā hitakaraḥ nṛṇām der König ist der Wohltäter der Menschen yamo vaiśravaṇaḥ śakro varuṇaśca mahābalaḥ |
viśeṣyante narendreṇa vṛttena mahatā tataḥ ||
Yama, Vaiśravaṇa, Śakra und der mächtige Varuṇa - durch sein großes Handeln übertrifft der Herr der Menschen dann sogar diese.
Wort für Wort yamaḥ vaiśravaṇaḥ śakraḥ Yama, Vaiśravaṇa, Śakra varuṇaḥ ca mahābalaḥ und der mächtige Varuṇa viśeṣyante narendreṇa werden übertroffen vom Herrn der Menschen vṛttena mahatā tataḥ durch [sein] großes Handeln, sodann aho tama eva idaṃ syānna prajñāyeta kiṃcana |
rājā cenna bhaveloke vibhajan sādhvasādhunī ||
Ach, dies alles würde reine Finsternis werden, gar nichts würde mehr erkannt werden, wenn es in der Welt keinen König gäbe, der Gutes und Böses unterscheidet.
Wort für Wort aho tamaḥ eva idam syāt ach, dies würde reine Finsternis werden na prajñāyeta kiṃcana nichts würde mehr erkannt werden rājā cet na bhavet loke wenn es in der Welt keinen König gäbe vibhajan sādhu asādhunī der Gutes und Böses unterscheidet jīvatyapi mahārāje tavaiva vacanaṃ vayam |
nātikrāmāmahe sarve velāṃ prāptamiva sāgaraḥ ||
Schon während der große König lebte, überschritten wir alle niemals dein Wort, gleich dem Meer, das die erreichte Küste [nicht überschreitet].
Wort für Wort jīvati api mahārāje schon während der große König lebte tava eva vacanam vayam dein Wort haben wir na atikrāmāmahe sarve niemals alle überschritten velām prāptam iva sāgaraḥ gleich dem Meer [gegenüber] der erreichten Küste sa naḥ samīkṣya dvijavarya vṛttaṃ |
nṛpaṃ vinā rājyamaraṇyabhūtam |
kumāramikṣvākusutaṃ vadānyaṃ |
tvameva rājānamihābhiṣiñca ||
So erwäge, o Bester der zweifach Geborenen, unsere Lage: das Reich, ohne König, ist zur Wildnis geworden - weihe du selbst hier den jungen, freigebigen Sohn der Ikṣvākus zum König.
Wort für Wort saḥ naḥ samīkṣya dvijavarya vṛttam so unsere Lage erwägend, o Bester der zweifach Geborenen nṛpam vinā rājyam araṇyabhūtam das Reich, ohne König, zur Wildnis geworden kumāram ikṣvākusutam vadānyam den jungen, freigebigen Sohn der Ikṣvākus tvam eva rājānam iha abhiṣiñca weihe du selbst hier zum König
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