Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa

Sarga 56: Citrakūṭa Vāsaḥ Parṇaśālā Nirmāṇam Rāma, Sītā und Lakṣmaṇa erreichen den Berg Citrakūṭa, grüßen den Weisen Vālmīki, errichten eine Laubhütte und beziehen sie nach vorschriftsmäßigem Opfer und Besänftigung des Bauplatzes

atha rātryāṃ vyatītāyām avasuptam anantaram | prabodhayām āsa śanaiḥ lakṣmaṇaṃ raghunandanaḥ ||

Als die Nacht vergangen war, weckte der Freudenbringer des Raghu-Geschlechts sogleich sanft den schlafenden Lakṣmaṇa.

Wort für Wort
atha rātryāṃ vyatītāyām
als dann die Nacht vergangen war
avasuptam anantaram
den sogleich Schlafenden
prabodhayām āsa śanaiḥ
weckte er sanft
lakṣmaṇaṃ raghunandanaḥ
den Lakṣmaṇa, der Freudenbringer des Raghu-Geschlechts

saumitre śṛṇu vanyānāṃ valgu vyāharatāṃ svanam | sampratiṣṭhāmahe kālaḥ prasthānasya paraṃtapa ||

'Höre, Sohn der Sumitrā, den lieblichen Ruf der Waldtiere; die Zeit für unseren Aufbruch ist gekommen, o Bezwinger der Feinde.'

Wort für Wort
saumitre śṛṇu vanyānām
höre, Sohn der Sumitrā, der Waldtiere
valgu vyāharatāṃ svanam
den lieblichen Ruf der Rufenden
sampratiṣṭhāmahe kālaḥ
die Zeit, dass wir aufbrechen, [ist da]
prasthānasya paraṃtapa
für den Aufbruch, o Bezwinger der Feinde

sa suptaḥ samaye bhrātrā lakṣmaṇaḥ pratibodhitaḥ | jahau nidrāṃ ca tandrīṃ ca prasaktaṃ ca pathi śramam ||

Lakṣmaṇa, der zur rechten Zeit von seinem Bruder geweckt wurde, verließ den Schlaf, die Mattigkeit und die vom Weg anhaftende Ermüdung.

Wort für Wort
sa suptaḥ samaye bhrātrā
er, der Schlafende, zur rechten Zeit vom Bruder
lakṣmaṇaḥ pratibodhitaḥ
Lakṣmaṇa, geweckt
jahau nidrāṃ ca tandrīṃ ca
verließ den Schlaf und die Mattigkeit
prasaktaṃ ca pathi śramam
und die vom Weg anhaftende Ermüdung

tata utthāya te sarve spṛṣṭvā nadyāḥ śivam jalam | panthānam ṛṣiṇoddiṣṭaṃ citrakūṭasya taṃ yayuḥ ||

Dann standen sie alle auf, berührten das heilsame Wasser des Flusses und zogen den vom Weisen gewiesenen Weg zum Citrakūṭa.

Wort für Wort
tata utthāya te sarve
dann, aufstehend, sie alle
spṛṣṭvā nadyāḥ śivam jalam
das heilsame Wasser des Flusses berührend
panthānam ṛṣiṇoddiṣṭam
den vom Weisen gewiesenen Weg
citrakūṭasya taṃ yayuḥ
zogen sie jenen zum Citrakūṭa

tataḥ samprasthitaḥ kāle rāmaḥ saumitriṇā saha | sītāṃ kamalapatrākṣīm idaṃ vacanam abravīt ||

Dann, zur rechten Zeit aufgebrochen, sprach Rāma zusammen mit dem Sohn der Sumitrā zu Sītā, der Lotusäugigen, diese Worte:

Wort für Wort
tataḥ samprasthitaḥ kāle
dann, zur rechten Zeit aufgebrochen
rāmaḥ saumitriṇā saha
Rāma, zusammen mit dem Sohn der Sumitrā
sītāṃ kamalapatrākṣīm
zu Sītā, der Lotusäugigen
idaṃ vacanam abravīt
sprach er diese Worte

ādīptān iva vaidehi sarvataḥ puṣpitān nagān | svaiḥ puṣpaiḥ kiṃśukān paśya mālinaḥ śiśirātyaye ||

'Sieh, Vaidehī, wie überall die blühenden Bäume gleich lodernden Flammen erscheinen - die Kiṃśuka-Bäume, bekränzt von ihren eigenen Blüten, nun da der Winter vergangen ist.'

Wort für Wort
ādīptān iva vaidehi
wie lodernd, Vaidehī
sarvataḥ puṣpitān nagān
überall die blühenden Bäume
svaiḥ puṣpaiḥ kiṃśukān paśya
sieh die Kiṃśuka-Bäume mit ihren eigenen Blüten
mālinaḥ śiśirātyaye
bekränzt, nun da der Winter vergangen ist

paśya bhallātakān phullān naraiḥ anupasevitān | phalapatrair avanatān nūnaṃ śakṣyāmi jīvitum ||

'Sieh die blühenden Bhallātaka-Bäume, von Menschen nicht aufgesucht, von Frucht und Laub gebeugt - gewiss werde ich hier leben können.'

Wort für Wort
paśya bhallātakān phullān
sieh die blühenden Bhallātaka-Bäume
naraiḥ anupasevitān
von Menschen nicht aufgesucht
phalapatrair avanatān
von Frucht und Laub gebeugt
nūnaṃ śakṣyāmi jīvitum
gewiss werde ich leben können

paśya droṇapramāṇāni lambamānāni lakṣmaṇa | madhūni madhukārībhiḥ sambhṛtāni nage nage ||

'Sieh, Lakṣmaṇa, an jedem Baum die Honigwaben von der Größe eines Droṇa-Maßes, herabhängend, von den Bienen zusammengetragen.'

Wort für Wort
paśya droṇapramāṇāni
sieh die von der Größe eines Droṇa-Maßes
lambamānāni lakṣmaṇa
herabhängenden, Lakṣmaṇa
madhūni madhukārībhiḥ
die Honigwaben, von den Bienen
sambhṛtāni nage nage
zusammengetragen, an jedem Baum

eṣa krośati natyūhaḥ tam śikhī pratikūjati | ramaṇīye vanoddeśe puṣpasaṃstarasaṃkaṭe ||

'Da ruft der Nadyūha-Vogel, und der Pfau antwortet ihm im lieblichen Waldwinkel, der dicht mit einer Blütendecke bestreut ist.'

Wort für Wort
eṣa krośati natyūhaḥ
da ruft der Nadyūha-Vogel
tam śikhī pratikūjati
ihm antwortet der Pfau
ramaṇīye vanoddeśe
im lieblichen Waldwinkel
puṣpasaṃstarasaṃkaṭe
der mit einer Blütendecke dicht bestreut ist

mātaṃgayūthānusṛtaṃ pakṣisaṃghānunāditam | citrakūṭam imaṃ paśya pravṛddhaśikharaṃ girim ||

'Sieh diesen Berg Citrakūṭa mit seinen hoch aufragenden Gipfeln, begangen von Elefantenherden, widerhallend von Vogelscharen.'

Wort für Wort
mātaṃgayūthānusṛtam
begangen von Elefantenherden
pakṣisaṃghānunāditam
widerhallend von Vogelscharen
citrakūṭam imaṃ paśya
sieh diesen Citrakūṭa
pravṛddhaśikharaṃ girim
den Berg mit hoch aufragenden Gipfeln

samabhūmitale ramye drumair bahubhir āvṛte | puṇye raṃsyāmahe tāta citrakūṭasya kānane ||

'Auf ebenem, lieblichem Grund, von vielen Bäumen bestanden, werden wir uns, meine Liebe, im heiligen Wald des Citrakūṭa erfreuen.'

Wort für Wort
samabhūmitale ramye
auf ebenem, lieblichem Grund
drumair bahubhir āvṛte
von vielen Bäumen bestanden
puṇye raṃsyāmahe tāta
im heiligen [Wald] werden wir uns erfreuen, meine Liebe
citrakūṭasya kānane
im Wald des Citrakūṭa

tatas tau pādacāreṇa gacchantau saha sītayā | ramyam āsedatuḥ śailaṃ citrakūṭaṃ manoramam ||

Dann erreichten die beiden, zu Fuß gehend, zusammen mit Sītā, den lieblichen, bezaubernden Berg Citrakūṭa.

Wort für Wort
tatas tau pādacāreṇa
dann die beiden, zu Fuß
gacchantau saha sītayā
gehend zusammen mit Sītā
ramyam āsedatuḥ śailam
erreichten sie den lieblichen Berg
citrakūṭaṃ manoramam
den bezaubernden Citrakūṭa

taṃ tu parvatam āsādya nānāpakṣigaṇāyutam | bahumūlaphalaṃ ramyaṃ sampannaṃ sarasodakam ||

Als sie jenen Berg erreicht hatten, der von mancherlei Vogelscharen belebt, reich an Wurzeln und Früchten, lieblich und mit klarem Wasser versehen war,

Wort für Wort
taṃ tu parvatam āsādya
jenen Berg aber erreichend
nānāpakṣigaṇāyutam
belebt von mancherlei Vogelscharen
bahumūlaphalaṃ ramyam
reich an Wurzeln und Früchten, lieblich
sampannaṃ sarasodakam
versehen mit klarem Wasser

manojño 'yaṃ giriḥ saumya nānādrumalatāyutaḥ | bahumūlaphalo ramyaḥ svājīvaḥ pratibhāti me ||

[sprach Rāma:] 'Dieser Berg, o Sanfter, ist bezaubernd, reich an mancherlei Bäumen und Schlingpflanzen; er scheint mir lieblich, reich an Wurzeln und Früchten, und leicht zu bewohnen.'

Wort für Wort
manojño 'yaṃ giriḥ saumya
dieser Berg, o Sanfter, ist bezaubernd
nānādrumalatāyutaḥ
reich an mancherlei Bäumen und Schlingpflanzen
bahumūlaphalo ramyaḥ
reich an Wurzeln und Früchten, lieblich
svājīvaḥ pratibhāti me
er scheint mir leicht zu bewohnen

munayaś ca mahātmāno vasanty asmin śiloccaye | ayaṃ vāso bhavet tāvad atra saumya ramemahi ||

'Auch hochgesinnte Weise wohnen auf dieser Bergeshöhe; dies soll fürderhin unsere Wohnstatt sein - hier, o Sanfter, wollen wir uns erfreuen.'

Wort für Wort
munayaś ca mahātmānaḥ
auch hochgesinnte Weise
vasanty asmin śiloccaye
wohnen auf dieser Bergeshöhe
ayaṃ vāso bhavet tāvat
dies soll fürderhin die Wohnstatt sein
atra saumya ramemahi
hier, o Sanfter, wollen wir uns erfreuen

iti sītā ca rāmaś ca lakṣmaṇaś ca kṛtāñjaliḥ | abhigamyāśramaṃ sarve vālmīkim abhivādayan ||

So sprechend, traten Sītā, Rāma und Lakṣmaṇa, die Hände gefaltet, alle an den Āśrama heran und begrüßten Vālmīki.

Wort für Wort
iti sītā ca rāmaś ca
so [sprechend] Sītā und Rāma
lakṣmaṇaś ca kṛtāñjaliḥ
und Lakṣmaṇa, mit gefalteten Händen
abhigamyāśramaṃ sarve
alle sich dem Āśrama nähernd
vālmīkim abhivādayan
begrüßten sie Vālmīki

tān maharṣiḥ pramuditaḥ pūjayāmāsa dharmavit | āsyatām iti covāca svāgataṃ tu nivedya ca ||

Der große, das Recht kennende Weise ehrte sie hocherfreut, hieß sie willkommen und sprach: 'Setzt euch.'

Wort für Wort
tān maharṣiḥ pramuditaḥ
sie der große Weise, hocherfreut
pūjayāmāsa dharmavit
ehrte, der das Recht kennt
āsyatām iti ca uvāca
und sprach: 'Setzt euch'
svāgataṃ tu nivedya ca
nachdem er auch willkommen geheißen hatte

tato 'bravīn mahābāhur lakṣmaṇaṃ lakṣmaṇāgrajaḥ | saṃnivedya yathānyāyam ātmānam ṛṣaye prabhuḥ ||

Nachdem der mächtige Herr, Lakṣmaṇas älterer Bruder, sich dem Weisen der Ordnung gemäß vorgestellt hatte, sprach er zu Lakṣmaṇa:

Wort für Wort
tato 'bravīn mahābāhuḥ
dann sprach der Starkarmige
lakṣmaṇaṃ lakṣmaṇāgrajaḥ
zu Lakṣmaṇa, der ältere Bruder Lakṣmaṇas
saṃnivedya yathānyāyam
nachdem er sich der Ordnung gemäß vorgestellt hatte
ātmānam ṛṣaye prabhuḥ
sich selbst dem Weisen, der Herr

lakṣmaṇānaya dārūṇi dṛḍhāni ca varāṇi ca | kuruṣvāvasathaṃ saumya vāse me 'bhiratam manaḥ ||

'Lakṣmaṇa, bring festes und vortreffliches Holz herbei; errichte eine Wohnstatt, o Sanfter - mein Herz ist auf diesen Aufenthalt gerichtet.'

Wort für Wort
lakṣmaṇānaya dārūṇi
Lakṣmaṇa, bring Holz herbei
dṛḍhāni ca varāṇi ca
festes und vortreffliches
kuruṣvāvasathaṃ saumya
errichte eine Wohnstatt, o Sanfter
vāse me 'bhiratam manaḥ
auf diesen Aufenthalt ist mein Herz gerichtet

tasya tad vacanaṃ śrutvā saumitrir vividhān drumān | ājahāra tataś cakre parṇaśālām ariṃdama ||

Als der Sohn der Sumitrā diese Worte gehört hatte, brachte er, der Bezwinger der Feinde, mancherlei Bäume herbei und errichtete eine Laubhütte.

Wort für Wort
tasya tad vacanaṃ śrutvā
nachdem er diese Worte gehört hatte
saumitrir vividhān drumān
der Sohn der Sumitrā mancherlei Bäume
ājahāra tataś cakre
brachte er herbei und errichtete
parṇaśālām ariṃdama
eine Laubhütte, der Bezwinger der Feinde

tāṃ niṣṭhitāṃ baddhakaṭāṃ dṛṣṭvā rāmaḥ sudarśanām | śuśrūṣamāṇam ekāgram idaṃ vacanam abravīt ||

Als Rāma sie fertig und wohlgeflochten, ansehnlich sah, sprach er zu dem aufmerksam Dienenden diese Worte:

Wort für Wort
tāṃ niṣṭhitāṃ baddhakaṭām
jene fertige, wohlgeflochtene
dṛṣṭvā rāmaḥ sudarśanām
sehend, Rāma, die ansehnliche
śuśrūṣamāṇam ekāgram
zu dem aufmerksam, gesammelt Dienenden
idaṃ vacanam abravīt
sprach er diese Worte

aiṇeyaṃ māṃsam āhṛtya śālāṃ yakṣyāmahe vayam | kartavyaṃ vāstuśamanaṃ saumitre cirajīvibhiḥ ||

'Nachdem du Fleisch der Antilope herbeigebracht hast, wollen wir der Hütte opfern; die Besänftigung des Bauplatzes muss von denen, die lange leben wollen, vollzogen werden, Sohn der Sumitrā.'

Wort für Wort
aiṇeyaṃ māṃsam āhṛtya
nachdem du Antilopenfleisch herbeigebracht hast
śālāṃ yakṣyāmahe vayam
wollen wir der Hütte opfern
kartavyaṃ vāstuśamanam
die Besänftigung des Bauplatzes muss vollzogen werden
saumitre cirajīvibhiḥ
Sohn der Sumitrā, von denen, die lange leben

mṛgaṃ hatvānaya kṣipraṃ lakṣmaṇeha śubhekṣaṇa | kartavyaḥ śāstradṛṣṭo hi vidhir dharmam anusmara ||

'Erlege ein Wildtier und bring es rasch hierher, Lakṣmaṇa, du mit den schönen Augen; die in den Schriften vorgeschriebene Zeremonie muss vollzogen werden - denk an das Recht.'

Wort für Wort
mṛgaṃ hatvānaya kṣipram
erlege ein Wildtier und bring es rasch
lakṣmaṇeha śubhekṣaṇa
hierher, Lakṣmaṇa, du mit den schönen Augen
kartavyaḥ śāstradṛṣṭo hi vidhiḥ
denn die in den Schriften vorgeschriebene Zeremonie muss vollzogen werden
dharmam anusmara
denk an das Recht

bhrātur vacanam ājñāya lakṣmaṇaḥ paravīrahā | cakāra sa yathoktaṃ ca taṃ rāmaḥ punar abravīt ||

Lakṣmaṇa, der Bezwinger feindlicher Helden, vernahm die Worte seines Bruders und tat, wie ihm gesagt worden war; und Rāma sprach wieder zu ihm:

Wort für Wort
bhrātur vacanam ājñāya
die Worte des Bruders vernehmend
lakṣmaṇaḥ paravīrahā
Lakṣmaṇa, der Bezwinger feindlicher Helden
cakāra sa yathoktaṃ ca
tat er, wie gesagt worden war
taṃ rāmaḥ punar abravīt
zu ihm sprach Rāma wieder

aiṇeyaṃ śrapayasvaitac chālāṃ yakṣyāmahe vayam | tvara saumya muhūrto 'yaṃ dhruvaś ca divaso 'py ayam ||

'Brate dieses Antilopenfleisch; wir wollen der Hütte opfern. Beeile dich, Sanfter - dies ist eine günstige Stunde, und auch dieser Tag ist beständig.'

Wort für Wort
aiṇeyaṃ śrapayasva etat
brate dieses Antilopenfleisch
śālāṃ yakṣyāmahe vayam
wir wollen der Hütte opfern
tvara saumya muhūrto 'yam
beeile dich, Sanfter, dies ist die Stunde
dhruvaś ca divaso 'py ayam
und beständig ist auch dieser Tag

sa lakṣmaṇaḥ kṛṣṇamṛgaṃ hatvā medhyaṃ pratāpavān | atha cikṣepa saumitriḥ samiddhe jātavedasi ||

Jener mächtige Lakṣmaṇa, nachdem er eine schwarze, opfertaugliche Antilope erlegt hatte, warf sie, der Sohn der Sumitrā, in das entfachte Feuer.

Wort für Wort
sa lakṣmaṇaḥ kṛṣṇamṛgam
jener Lakṣmaṇa die schwarze Antilope
hatvā medhyaṃ pratāpavān
erlegend, die opfertaugliche, der Mächtige
atha cikṣepa saumitriḥ
dann warf sie der Sohn der Sumitrā
samiddhe jātavedasi
in das entfachte Feuer

taṃ tu pakvaṃ samājñāya niṣṭaptaṃ cinnaśoṇitam | lakṣmaṇaḥ puruṣavyāghram atha rāghavam abravīt ||

Als er erkannte, dass es gebraten, durchgegart und von seinem Blut befreit war, sprach Lakṣmaṇa zu dem Tiger unter den Männern, dem Sohn des Raghu:

Wort für Wort
taṃ tu pakvaṃ samājñāya
es aber als gebraten erkennend
niṣṭaptaṃ cinnaśoṇitam
durchgegart, von seinem Blut befreit
lakṣmaṇaḥ puruṣavyāghram
Lakṣmaṇa zu dem Tiger unter den Männern
atha rāghavam abravīt
dann sprach er zu dem Sohn des Raghu

ayaṃ kṛṣṇaḥ samāptāṅgaḥ śṛtaḥ kṛṣṇamṛgo yathā | devatā devasaṃkāśa yajasva kuśalo hy asi ||

'Diese schwarze Antilope ist vollständig gegart, wie es sich gehört; opfere den Göttern, o Göttergleicher, denn du bist darin erfahren.'

Wort für Wort
ayaṃ kṛṣṇaḥ samāptāṅgaḥ
diese schwarze, mit vollständigen Gliedern
śṛtaḥ kṛṣṇamṛgo yathā
gegart, die schwarze Antilope, wie es sich gehört
devatā devasaṃkāśa
den Göttern, o Göttergleicher
yajasva kuśalo hy asi
opfere, denn du bist erfahren

rāmaḥ snātvā tu niyataḥ guṇavān japyakovidaḥ | saṃgraheṇākarot sarvān mantrān satrāvasānikān ||

Rāma, nachdem er gebadet hatte, zurückhaltend, tugendhaft und in der Rezitation kundig, sprach in kurzer Form alle Sprüche, die den Abschluss des Opfers begleiten.

Wort für Wort
rāmaḥ snātvā tu niyataḥ
Rāma, nachdem er gebadet hatte, zurückhaltend
guṇavān japyakovidaḥ
tugendhaft, in der Rezitation kundig
saṃgraheṇākarot sarvān
sprach in kurzer Form alle
mantrān satrāvasānikān
Sprüche zum Abschluss des Opfers

iṣṭvā devagaṇān sarvān viveśāvasathaṃ śuciḥ | babhūva ca manaḥprāhlādo rāmasyāmitatejasaḥ ||

Nachdem er allen Scharen der Götter geopfert hatte, betrat er rein die Wohnstatt; und dem Rāma von unermesslicher Kraft ward das Herz erfreut.

Wort für Wort
iṣṭvā devagaṇān sarvān
nachdem er allen Scharen der Götter geopfert hatte
viveśāvasathaṃ śuciḥ
betrat er rein die Wohnstatt
babhūva ca manaḥprāhlādaḥ
und es ward Herzensfreude
rāmasyāmitatejasaḥ
dem Rāma von unermesslicher Kraft

vaiśvadevabaliṃ kṛtvā raudraṃ vaiṣṇavam eva ca | vāstusaṃśamanīyāni maṅgaladāni pravartayan ||

Er brachte das Opfer für die Viśvedevas dar, sowie das für Rudra und Viṣṇu, und vollzog die heilbringenden Riten zur Besänftigung des Bauplatzes.

Wort für Wort
vaiśvadevabaliṃ kṛtvā
das Opfer für die Viśvedevas darbringend
raudraṃ vaiṣṇavam eva ca
und das für Rudra und Viṣṇu
vāstusaṃśamanīyāni
die zur Besänftigung des Bauplatzes dienenden
maṅgaladāni pravartayan
die heilbringenden [Riten] vollziehend

japaṃ ca nyāyataḥ kṛtvā snātvā nadyāṃ yathāvidhi | pāpasaṃśamanaṃ rāmaś cakāra baliṃ uttamam ||

Nachdem er die Rezitation ordnungsgemäß vollzogen und sich vorschriftsmäßig im Fluss gebadet hatte, brachte Rāma das vortreffliche Opfer zur Tilgung der Sünde dar.

Wort für Wort
japaṃ ca nyāyataḥ kṛtvā
die Rezitation ordnungsgemäß vollziehend
snātvā nadyāṃ yathāvidhi
im Fluss badend, vorschriftsmäßig
pāpasaṃśamanaṃ rāmaḥ
zur Tilgung der Sünde, Rāma
cakāra baliṃ uttamam
brachte das vortreffliche Opfer dar

vedisthalavidhānāni caityāny āyatanāni ca | āśramasyānurūpāṇi sthāpayāmāsa rāghavaḥ ||

Der Sohn des Raghu errichtete dem Āśrama entsprechend die vorgeschriebenen Opferstätten, Kultmale und Heiligtümer.

Wort für Wort
vedisthalavidhānāni
die vorgeschriebenen Opferstätten
caityāny āyatanāni ca
Kultmale und Heiligtümer
āśramasyānurūpāṇi
dem Āśrama entsprechend
sthāpayāmāsa rāghavaḥ
errichtete der Sohn des Raghu

vanyair mālyaiḥ phalair mūlaiḥ pakvair māṃsair yathāvidhi | adbhir japaiś ca vedoktair darbhaiś ca sasamitkuśaiḥ ||

Mit wilden Kränzen, Früchten, Wurzeln, gegartem Fleisch nach Vorschrift, mit Wasser und den in den Veden vorgeschriebenen Rezitationen, mit Darbha-Gras samt Opferholz und Kuśa-Gras -

Wort für Wort
vanyair mālyaiḥ phalair mūlaiḥ
mit wilden Kränzen, Früchten, Wurzeln
pakvair māṃsair yathāvidhi
mit gegartem Fleisch, vorschriftsmäßig
adbhir japaiś ca vedoktaiḥ
mit Wasser und den in den Veden vorgeschriebenen Rezitationen
darbhaiś ca sasamitkuśaiḥ
mit Darbha-Gras samt Opferholz und Kuśa-Gras

tau tarpayitvā bhūtāni rāghavau saha sītayā | tadā viviśatuḥ śālāṃ suśubhāṃ śubhalakṣaṇau ||

- damit erquickten die beiden Söhne des Raghu, von guten Vorzeichen, zusammen mit Sītā die Wesen, und betraten dann die wunderschöne Hütte.

Wort für Wort
tau tarpayitvā bhūtāni
die beiden, die Wesen erquickend
rāghavau saha sītayā
die Söhne des Raghu, zusammen mit Sītā
tadā viviśatuḥ śālām
dann betraten sie die Hütte
suśubhāṃ śubhalakṣaṇau
die wunderschöne, sie von guten Vorzeichen

tāṃ vṛkṣaparṇacchadanāṃ manojñāṃ yathāpradeśaṃ sukṛtāṃ nivātām | vāsāya sarve viviśuḥ sametāḥ sabhāṃ yathā devagaṇāḥ sudharmām ||

In jene mit Baumlaub gedeckte, bezaubernde, dem Ort entsprechend wohlgefertigte, windgeschützte Hütte traten sie alle gemeinsam zum Wohnen ein, wie die Götterscharen in ihre Halle Sudharmā.

Wort für Wort
tāṃ vṛkṣaparṇacchadanāṃ manojñām
in jene mit Baumlaub gedeckte, bezaubernde
yathāpradeśaṃ sukṛtāṃ nivātām
dem Ort entsprechend wohlgefertigte, windgeschützte
vāsāya sarve viviśuḥ sametāḥ
traten alle gemeinsam zum Wohnen ein
sabhāṃ yathā devagaṇāḥ sudharmām
wie die Götterscharen in die Halle Sudharmā

aneka nānāmṛgapakṣisaṃkule vicitrapuṣpastabakair drumair yute | vanottame vyālamṛgānunādite tathā vijahrur susukhaṃ jitendriyāḥ ||

In jenem vortrefflichen Wald, erfüllt von vielerlei Wild und Vögeln, bestanden mit Bäumen voll bunter Blütenbüschel, widerhallend von wilden Tieren, ergingen sie sich so, ihre Sinne beherrschend, in großem Glück.

Wort für Wort
aneka nānāmṛgapakṣisaṃkule
erfüllt von vielerlei mancherlei Wild und Vögeln
vicitrapuṣpastabakair drumair yute
bestanden mit Bäumen voll bunter Blütenbüschel
vanottame vyālamṛgānunādite
in jenem vortrefflichen, von wilden Tieren widerhallenden Wald
tathā vijahrur susukhaṃ jitendriyāḥ
ergingen sie sich so in großem Glück, die Sinne beherrschend

suramyam āsādya tu citrakūṭaṃ nadīṃ ca tāṃ mālyavatīṃ sutīrthām | nananda hṛṣṭo mṛgapakṣijuṣṭāṃ jahau ca duḥkhaṃ puravipravāsāt ||

Nachdem er den überaus lieblichen Citrakūṭa und jenen Fluss Mālyavatī mit seiner schönen Furt, belebt von Wild und Vögeln, erreicht hatte, freute er sich hocherfreut und legte den Kummer über die Verbannung aus der Stadt ab.

Wort für Wort
suramyam āsādya tu citrakūṭam
den überaus lieblichen Citrakūṭa aber erreichend
nadīṃ ca tāṃ mālyavatīṃ sutīrthām
und jenen Fluss Mālyavatī mit schöner Furt
nananda hṛṣṭo mṛgapakṣijuṣṭām
freute er sich hocherfreut, belebt von Wild und Vögeln
jahau ca duḥkhaṃ puravipravāsāt
und legte den Kummer über die Verbannung aus der Stadt ab

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