Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 92: Citrakūṭa Mārga Nirdeśaḥ Kaikeyī Nirbhartsanam Prayāṇam
Bharadvāja weist Bharata den Weg zum Citrakūṭa; Bharata stellt seine Mütter vor und verurteilt Kaikeyī scharf, doch der Seher lehrt ihn, dass Rāmas Verbannung letztlich zum Guten dienen wird; das Heer bricht zum Citrakūṭa auf
tataḥ tām rajanīm uṣya bharataḥ sa-paricchadaḥ | kṛta-ātithyaḥ bharadvājam kāmāt abhijagāma ha ||
Nachdem er jene Nacht verbracht hatte, ging Bharata, samt seinem Gefolge, gastlich bewirtet, aus eigenem Wunsch erneut zu Bharadvāja.
Wort für Wort tataḥ tām rajanīm uṣya nachdem er jene Nacht verbracht hatte bharataḥ sa-paricchadaḥ Bharata, samt seinem Gefolge kṛta-ātithyaḥ gastlich bewirtet bharadvājam kāmāt abhijagāma ha ging er aus eigenem Wunsch zu Bharadvāja tam ṛṣiḥ puruṣa-vyāghram prekṣya prāñjaliṃ āgatam | huta-agni-hotraḥ bharatam bharadvājaḥ abhyabhāṣata ||
Als er den mit gefalteten Händen kommenden Tiger unter den Männern sah, sprach Bharadvāja, der das Feueropfer dargebracht hatte, zu Bharata:
Wort für Wort tam ṛṣiḥ puruṣa-vyāghram jenen Tiger unter den Männern prekṣya prāñjaliṃ āgatam als er ihn mit gefalteten Händen kommen sah huta-agni-hotraḥ der das Feueropfer dargebracht hatte bharadvājaḥ abhyabhāṣata sprach Bharadvāja kaccit atra sukham rātrim tava asmat-viṣaye gatā | samagrāḥ te janaḥ kaccit atithye śaṃsa me an-agha ||
'Ich hoffe, die Nacht ist hier in unserem Gebiet glücklich für dich vergangen; ich hoffe, dein Volk ist wohlauf nach der Gastfreundschaft — sag es mir, du Sündloser.'
Wort für Wort kaccit atra sukham rātrim ich hoffe, die Nacht ist hier glücklich tava asmat-viṣaye gatā für dich in unserem Gebiet vergangen samagrāḥ te janaḥ kaccit atithye ich hoffe, dein Volk ist wohlauf nach der Gastfreundschaft śaṃsa me an-agha sag es mir, du Sündloser tam uvāca añjalim kṛtvā bharataḥ abhipraṇamya ca | āśramāt abhiniṣkrāntam ṛṣim uttama-tejasam ||
Bharata, die Hände gefaltet und sich verneigend, sprach zu ihm, dem Seher von höchstem Glanz, der aus der Einsiedelei herausgetreten war:
Wort für Wort tam uvāca añjalim kṛtvā er sprach zu ihm, die Hände gefaltet bharataḥ abhipraṇamya ca Bharata, und sich verneigend āśramāt abhiniṣkrāntam der aus der Einsiedelei herausgetreten war ṛṣim uttama-tejasam dem Seher von höchstem Glanz sukha-uṣitaḥ asmi bhagavan samagra-bala-vāhanaḥ | tarpitāḥ sarva-kāmaiḥ ca sa-amātyaḥ balavat tvayā ||
'Ich habe glücklich genächtigt, Ehrwürdiger, mit meinem gesamten Heer und dessen Reittieren; durch deine Macht wurden wir, samt den Ministern, mit jedem Wunsch gesättigt.
Wort für Wort sukha-uṣitaḥ asmi bhagavan ich habe glücklich genächtigt, Ehrwürdiger samagra-bala-vāhanaḥ mit meinem gesamten Heer und dessen Reittieren tarpitāḥ sarva-kāmaiḥ ca wir wurden mit jedem Wunsch gesättigt sa-amātyaḥ balavat tvayā samt den Ministern, durch deine Macht apeta-klama-saṃtāpaḥ su-bhakṣyaḥ sura-tṛptayaḥ | api preṣyān upādāya sarve sma su-sukha-uṣitāḥ ||
Frei von Erschöpfung und Bedrängnis, mit guter Speise, mit gutem Trank gesättigt — sogar die Diener eingeschlossen, haben wir alle in überaus großem Glück genächtigt.'
Wort für Wort apeta-klama-saṃtāpaḥ frei von Erschöpfung und Bedrängnis su-bhakṣyaḥ sura-tṛptayaḥ mit guter Speise, mit Trank gesättigt api preṣyān upādāya sogar die Diener eingeschlossen sarve sma su-sukha-uṣitāḥ haben wir alle in überaus großem Glück genächtigt āmantraye aham bhagavan kāmam tvām ṛṣi-sattama | samīpam prasthitam bhrātuḥ maitreṇa īkṣasva cakṣuṣā ||
'Ich nehme nun Abschied von dir, Ehrwürdiger, wenn du gestattest, o Bester der Seher; sieh mit freundlichem Auge auf mich, der ich zu meinem Bruder aufbreche.
Wort für Wort āmantraye aham bhagavan ich nehme Abschied von dir, Ehrwürdiger kāmam tvām ṛṣi-sattama wenn du gestattest, o Bester der Seher samīpam prasthitam bhrātuḥ der ich zu meinem Bruder aufbreche maitreṇa īkṣasva cakṣuṣā sieh mit freundlichem Auge auf mich āśramam tasya dharmajña dhārmikasya mahātmanaḥ | ācakṣva katamaḥ mārgaḥ kiyat iti ca śaṃsa me ||
Sag mir, o Rechtskundiger, den Weg zur Einsiedelei jenes rechtschaffenen, hochgesinnten Bruders, und wie weit es ist.'
Wort für Wort āśramam tasya dharmajña zur Einsiedelei jenes, o Rechtskundiger dhārmikasya mahātmanaḥ des rechtschaffenen, hochgesinnten ācakṣva katamaḥ mārgaḥ sag mir, welcher Weg kiyat iti ca śaṃsa me und wie weit, sag mir iti pṛṣṭaḥ tu bharatam bhrātṛ-darśana-lālasam | pratyuvāca mahā-tejāḥ bharadvājaḥ mahā-tapāḥ ||
So gefragt, erwiderte dem nach dem Anblick seines Bruders verlangenden Bharata der überaus glanzvolle, überaus asketische Bharadvāja:
Wort für Wort iti pṛṣṭaḥ tu so gefragt bharatam bhrātṛ-darśana-lālasam dem nach dem Anblick seines Bruders verlangenden Bharata pratyuvāca mahā-tejāḥ erwiderte der überaus glanzvolle bharadvājaḥ mahā-tapāḥ Bharadvāja, überaus asketisch bharata ardha-tṛtīyeṣu yojaneṣu a-jane vane | citra-kūṭaḥ giriḥ tatra ramya-nirdara-kānanaḥ ||
'Bharata, in zweieinhalb Yojanas Entfernung, in unbewohntem Wald, liegt dort der Berg Citrakūṭa mit seinen lieblichen Höhlen und Hainen.
Wort für Wort bharata ardha-tṛtīyeṣu yojaneṣu Bharata, in zweieinhalb Yojanas Entfernung a-jane vane in unbewohntem Wald citra-kūṭaḥ giriḥ tatra liegt dort der Berg Citrakūṭa ramya-nirdara-kānanaḥ mit lieblichen Höhlen und Hainen uttaram pārśvam āsādya tasya mandākinī nadī | puṣpita-druma-sañchannā ramya-puṣpita-kānanā ||
Erreichst du seine Nordseite, [findest du] den Fluss Mandākinī, überdeckt von blühenden Bäumen, mit einem lieblichen, blütenreichen Hain.
Wort für Wort uttaram pārśvam āsādya erreichst du seine Nordseite tasya mandākinī nadī dessen Fluss Mandākinī puṣpita-druma-sañchannā überdeckt von blühenden Bäumen ramya-puṣpita-kānanā mit einem lieblichen, blütenreichen Hain anantaram tat saritaḥ citra-kūṭaḥ ca parvataḥ | tataḥ parṇa-kuṭī tatra tatra tau vasataḥ dhruvam ||
Jenseits dieses Flusses liegt der Berg Citrakūṭa; dort ist eine Laubhütte — dort weilen die beiden gewiss.
Wort für Wort anantaram tat saritaḥ jenseits dieses Flusses citra-kūṭaḥ ca parvataḥ liegt der Berg Citrakūṭa tataḥ parṇa-kuṭī tatra dort ist eine Laubhütte tatra tau vasataḥ dhruvam dort weilen die beiden gewiss dakṣiṇena eva mārgeṇa savya-dakṣiṇam eva ca | gaja-vāji-ratha-ākīrṇam vāhinīm vāhinī-pate | vāhayasva mahā-bhāga tataḥ drakṣyasi rāghavam ||
Auf dem südlichen Weg, nach links und rechts ausweichend, führe, o Heerführer, dein von Elefanten, Pferden und Wagen wimmelndes Heer — dann, o Glücklicher, wirst du den Rāghava sehen.'
Wort für Wort dakṣiṇena eva mārgeṇa auf dem südlichen Weg savya-dakṣiṇam eva ca nach links und rechts ausweichend gaja-vāji-ratha-ākīrṇam vāhinīm dein von Elefanten, Pferden und Wagen wimmelndes Heer vāhayasva mahā-bhāga tataḥ drakṣyasi rāghavam führe, o Glücklicher, dann wirst du den Rāghava sehen prayāṇam iti ca śrutvā rāja-rājasya yoṣitaḥ | hitvā yānāni yāna-arhāḥ brāhmaṇam paryavārayan ||
Als sie so vom Aufbruch hörten, verließen die Frauen des Königs der Könige, obwohl der Fahrzeuge würdig, ihre Wagen und umringten den Brahmanen.
Wort für Wort prayāṇam iti ca śrutvā als sie so vom Aufbruch hörten rāja-rājasya yoṣitaḥ die Frauen des Königs der Könige hitvā yānāni yāna-arhāḥ obwohl der Fahrzeuge würdig, verließen sie ihre Wagen brāhmaṇam paryavārayan und umringten den Brahmanen vepamānā kṛśā dīnā saha devyā sumantriyā | kausalyā tatra jagrāha karābhyām caraṇau muneḥ ||
Zitternd, abgemagert, elend, ergriff dort Kausalyā zusammen mit der Königin von gutem Rat mit beiden Händen die Füße des Weisen.
Wort für Wort vepamānā kṛśā dīnā zitternd, abgemagert, elend saha devyā sumantriyā zusammen mit der Königin von gutem Rat kausalyā tatra jagrāha ergriff dort Kausalyā karābhyām caraṇau muneḥ mit beiden Händen die Füße des Weisen asamṛddhena kāmena sarva-lokasya garhitā | kaikeyī tasya jagrāha caraṇau sa-vyapatrapā ||
Auch Kaikeyī, von aller Welt getadelt wegen ihres unerfüllten Wunsches, ergriff, mit Scham, dessen Füße.
Wort für Wort asamṛddhena kāmena wegen ihres unerfüllten Wunsches sarva-lokasya garhitā von aller Welt getadelt kaikeyī tasya jagrāha ergriff Kaikeyī dessen caraṇau sa-vyapatrapā Füße, mit Scham tam pradakṣiṇam āgamya bhagavantam mahā-munim | ādūrāt bharatasya eva tasthau dīna-manāḥ tadā ||
Nachdem sie jenen ehrwürdigen großen Weisen rechts umschritten hatte, stand sie nicht weit von Bharata, ihres Sinnes elend.
Wort für Wort tam pradakṣiṇam āgamya nachdem sie ihn rechts umschritten hatte bhagavantam mahā-munim jenen ehrwürdigen großen Weisen ādūrāt bharatasya eva nicht weit von Bharata tasthau dīna-manāḥ tadā stand sie da, ihres Sinnes elend tataḥ papraccha bharatam bharadvājaḥ dṛḍha-vrataḥ | viśeṣam jñātum icchāmi mātṝṇām tava rāghava ||
Da fragte der in seinem Gelübde feste Bharadvāja Bharata: 'Ich möchte gerne die Unterscheidungsmerkmale deiner Mütter erfahren, o Rāghava.'
Wort für Wort tataḥ papraccha bharatam da fragte Bharata bharadvājaḥ dṛḍha-vrataḥ der in seinem Gelübde feste Bharadvāja viśeṣam jñātum icchāmi ich möchte die Unterscheidungsmerkmale erfahren mātṝṇām tava rāghava deiner Mütter, o Rāghava evam uktaḥ tu bharataḥ bharadvājena dhārmikaḥ | uvāca prāñjaliḥ bhūtvā vākyam vacana-kovidaḥ ||
So von Bharadvāja angesprochen, sprach der rechtschaffene Bharata, mit gefalteten Händen, der Rede Kundige, dieses Wort:
Wort für Wort evam uktaḥ tu bharataḥ so angesprochen, Bharata bharadvājena dhārmikaḥ der rechtschaffene, von Bharadvāja uvāca prāñjaliḥ bhūtvā sprach, mit gefalteten Händen vākyam vacana-kovidaḥ dieses Wort, der Rede Kundige yām imām bhagavan dīnām śokān-aśana-karśitām | pituḥ hi mahiṣīm devīm devatām iva paśyasi ||
'Diese hier, Ehrwürdiger, die du elend, von Kummer anstatt von Speise abgemagert siehst, ist die erste Gemahlin meines Vaters, verehrt wie eine Göttin —
Wort für Wort yām imām bhagavan dīnām diese hier, Ehrwürdiger, elend śokān-aśana-karśitām von Kummer anstatt von Speise abgemagert pituḥ hi mahiṣīm devīm die erste Gemahlin meines Vaters, wie eine Göttin devatām iva paśyasi die du siehst, verehrt wie eine Göttin eṣā tam puruṣa-vyāghram siṃha-vikrānta-gāminam | kausalyā suṣuve rāmam dhātāram aditiḥ yathā ||
sie, Kausalyā, hat jenen Tiger unter den Männern geboren, der mit dem Schritt eines Löwen einhergeht, Rāma, wie Aditi den Dhātṛ gebar.
Wort für Wort eṣā tam puruṣa-vyāghram sie hat jenen Tiger unter den Männern siṃha-vikrānta-gāminam der mit dem Schritt eines Löwen einhergeht kausalyā suṣuve rāmam Kausalyā hat Rāma geboren dhātāram aditiḥ yathā wie Aditi den Dhātṛ gebar asyāḥ vāma-bhujam śliṣṭā yā eṣā tiṣṭhati durmanāḥ | karṇikārasya śākhā iva śīrṇa-puṣpā vana-antare ||
Sie, die sich an ihren linken Arm klammert und dort niedergeschlagen dasteht, gleicht einem Zweig des Karṇikāra-Baumes, dessen Blüten mitten im Wald abgefallen sind —
Wort für Wort asyāḥ vāma-bhujam śliṣṭā die sich an ihren linken Arm klammert yā eṣā tiṣṭhati durmanāḥ und dort niedergeschlagen dasteht karṇikārasya śākhā iva einem Zweig des Karṇikāra-Baumes gleich śīrṇa-puṣpā vana-antare dessen Blüten mitten im Wald abgefallen sind etasyāḥ tau sutau devyāḥ kumārau deva-varṇinau | ubhau lakṣmaṇa-śatrughnau vīrau satya-parākramau ||
das sind die Söhne dieser Königin, zwei Prinzen von göttlichem Aussehen, beide Lakṣmaṇa und Śatrughna, Helden von wahrhaftiger Tatkraft.
Wort für Wort etasyāḥ tau sutau devyāḥ das sind die Söhne dieser Königin kumārau deva-varṇinau zwei Prinzen von göttlichem Aussehen ubhau lakṣmaṇa-śatrughnau beide, Lakṣmaṇa und Śatrughna vīrau satya-parākramau Helden von wahrhaftiger Tatkraft yasyāḥ kṛte nara-vyāghrau jīva-nāśam itaḥ gatau | rājā putra-vihīnaḥ ca svargam daśarathaḥ gataḥ ||
Um derentwillen jene beiden Tiger unter den Männern von hier zum Verlust ihres [gewohnten] Lebens gegangen sind, und der Vater, seiner Söhne beraubt, König Daśaratha, zum Himmel gegangen ist —
Wort für Wort yasyāḥ kṛte nara-vyāghrau um derentwillen jene Tiger unter den Männern jīva-nāśam itaḥ gatau von hier zum Verlust ihres Lebens gegangen sind rājā putra-vihīnaḥ ca und der König, seiner Söhne beraubt svargam daśarathaḥ gataḥ König Daśaratha, zum Himmel gegangen ist krodhanām a-kṛta-prajñām dṛptām su-bhaga-māninīm | aiśvarya-kāmām kaikeyīm an-āryām āryā-rūpiṇīm ||
sie, jähzornig, von ungereifter Einsicht, hochmütig, sich selbst für glücklich haltend, gierig nach Herrschaft — Kaikeyī, unedel trotz edlen Aussehens —
Wort für Wort krodhanām a-kṛta-prajñām jähzornig, von ungereifter Einsicht dṛptām su-bhaga-māninīm hochmütig, sich für glücklich haltend aiśvarya-kāmām kaikeyīm gierig nach Herrschaft, Kaikeyī an-āryām āryā-rūpiṇīm unedel trotz edlen Aussehens mama etām mātaram viddhi nṛśaṃsām pāpa-niścayām | yataḥ mūlam hi paśyāmi vyasanam mahat ātmanaḥ ||
sie erkenne als meine Mutter, grausam, von bösem Entschluss, aus der ich die Wurzel meines eigenen großen Unglücks entspringen sehe.'
Wort für Wort mama etām mātaram viddhi erkenne sie als meine Mutter nṛśaṃsām pāpa-niścayām grausam, von bösem Entschluss yataḥ mūlam hi paśyāmi aus der ich die Wurzel sehe vyasanam mahat ātmanaḥ meines eigenen großen Unglücks iti uktvā nara-śārdūlaḥ bāṣpa-gadgadayā girā | saḥ niśaśvāsa tāmra-akṣaḥ kruddhaḥ nāgaḥ iva a-sakṛt ||
So sprach der Tiger unter den Männern mit tränenerstickter Stimme, und er, seine Augen kupferrot, seufzte immer wieder wie eine erzürnte Schlange.
Wort für Wort iti uktvā nara-śārdūlaḥ so sprach der Tiger unter den Männern bāṣpa-gadgadayā girā mit tränenerstickter Stimme saḥ niśaśvāsa tāmra-akṣaḥ er seufzte, seine Augen kupferrot kruddhaḥ nāgaḥ iva a-sakṛt immer wieder wie eine erzürnte Schlange bharadvājaḥ maharṣiḥ tam bruvantam bharatam tadā | pratyuvāca mahā-buddhiḥ idam vacanam artha-vat ||
Der große Seher Bharadvāja, von großer Weisheit, erwiderte dem so sprechenden Bharata da dieses bedeutungsvolle Wort:
Wort für Wort bharadvājaḥ maharṣiḥ tam der große Seher Bharadvāja bruvantam bharatam tadā dem so sprechenden Bharata da pratyuvāca mahā-buddhiḥ erwiderte er, von großer Weisheit idam vacanam artha-vat dieses bedeutungsvolle Wort na doṣeṇa avagantavyā kaikeyī bharata tvayā | rāma-pravrājanam hi etat sukha-udarkam bhaviṣyati ||
'Kaikeyī soll von dir, Bharata, nicht als Schuldige betrachtet werden; denn diese Verbannung Rāmas wird ein glückliches Ende haben.
Wort für Wort na doṣeṇa avagantavyā sie soll nicht als Schuldige betrachtet werden kaikeyī bharata tvayā Kaikeyī, von dir, Bharata rāma-pravrājanam hi etat denn diese Verbannung Rāmas sukha-udarkam bhaviṣyati wird ein glückliches Ende haben devānām dānavānām ca ṛṣīṇām bhāvita-ātmanām | hitam eva bhaviṣyati hi rāma-pravrājanāt iha ||
Denn den Göttern, den Dānavas und den Sehern geläuterter Seele wird aus Rāmas Verbannung hier nur Gutes erwachsen.'
Wort für Wort devānām dānavānām ca den Göttern und den Dānavas ṛṣīṇām bhāvita-ātmanām und den Sehern geläuterter Seele hitam eva bhaviṣyati hi wird nur Gutes erwachsen rāma-pravrājanāt iha aus Rāmas Verbannung hier abhivādya tu saṃsiddhaḥ kṛtvā ca enam pradakṣiṇam | āmantrya bharataḥ sainyam yujyatām iti acodayat ||
Nachdem er gegrüßt, sein Ziel erreicht und ihn rechts umschritten hatte, verabschiedete sich Bharata und gab dem Heer den Befehl: 'Rüstet euch.'
Wort für Wort abhivādya tu saṃsiddhaḥ nachdem er gegrüßt, sein Ziel erreicht hatte kṛtvā ca enam pradakṣiṇam und ihn rechts umschritten hatte āmantrya bharataḥ sainyam verabschiedete sich Bharata und dem Heer yujyatām iti acodayat gab er den Befehl: 'Rüstet euch' tataḥ vāji-rathān yuktvā divyān hema-parikṣṛtān | adhyārohat prayāṇa-arthī bahūn bahu-vidhaḥ janaḥ ||
Da bestiegen viele Leute vieler Art, zur Abreise bereit, die göttlichen, mit Gold verzierten, angespannten Rosse und Wagen.
Wort für Wort tataḥ vāji-rathān yuktvā da die angespannten Rosse und Wagen divyān hema-parikṣṛtān die göttlichen, mit Gold verzierten adhyārohat prayāṇa-arthī bestiegen, zur Abreise bereit bahūn bahu-vidhaḥ janaḥ viele Leute vieler Art gaja-kanyā gajāḥ caiva hema-kakṣyāḥ patākinaḥ | jīmūtāḥ iva gharma-ante sa-ghoṣāḥ sampratasthire ||
Elefantenkühe und Elefanten, mit goldenen Gurten, bannergeschmückt, brachen mit lautem Getöse auf, wie Gewitterwolken am Ende der Hitzezeit.
Wort für Wort gaja-kanyā gajāḥ caiva Elefantenkühe und Elefanten hema-kakṣyāḥ patākinaḥ mit goldenen Gurten, bannergeschmückt jīmūtāḥ iva gharma-ante wie Gewitterwolken am Ende der Hitzezeit sa-ghoṣāḥ sampratasthire brachen sie mit lautem Getöse auf vividhāni api yānāni mahānti ca laghūni ca | prayayuḥ su-mahā-arhāṇi pādaiḥ eva padātayaḥ ||
Mancherlei Fahrzeuge, große und kleine, überaus prächtige, zogen dahin, und die Fußsoldaten zu Fuß.
Wort für Wort vividhāni api yānāni mancherlei Fahrzeuge mahānti ca laghūni ca große und kleine prayayuḥ su-mahā-arhāṇi zogen dahin, überaus prächtige pādaiḥ eva padātayaḥ und die Fußsoldaten zu Fuß atha yāna-pravekaiḥ tu kausalyā-pramukhāḥ striyaḥ | rāma-darśana-kāṅkṣiṇyaḥ prayayuḥ muditāḥ tadā ||
Dann zogen in den vortrefflichsten Fahrzeugen die Frauen um Kausalyā, voll Verlangen, Rāma zu sehen, damals freudig dahin.
Wort für Wort atha yāna-pravekaiḥ tu dann in den vortrefflichsten Fahrzeugen kausalyā-pramukhāḥ striyaḥ die Frauen um Kausalyā rāma-darśana-kāṅkṣiṇyaḥ voll Verlangen, Rāma zu sehen prayayuḥ muditāḥ tadā zogen sie damals freudig dahin candrikā-taruṇa-ābhāsām niyuktām śibikām śubham | āsthāya prayayau śrīmān bharataḥ sa-paricchadaḥ ||
Eine glückverheißende Sänfte besteigend, die dem sanften Schimmer des Mondlichts glich, zog der glorreiche Bharata, samt seinem Gefolge, dahin.
Wort für Wort candrikā-taruṇa-ābhāsām die dem sanften Schimmer des Mondlichts glich niyuktām śibikām śubham eine bereitgestellte, glückverheißende Sänfte āsthāya prayayau śrīmān bestieg der glorreiche und zog dahin bharataḥ sa-paricchadaḥ Bharata, samt seinem Gefolge sā prayātā mahā-senā gaja-vāji-ratha-ākulā | dakṣiṇām diśam āvṛtya mahā-meghaḥ iva utthitaḥ ||
Jenes aufbrechende große Heer, von Elefanten, Pferden und Wagen durchsetzt, bedeckte die Südrichtung, wie eine aufgestiegene große Gewitterwolke.
Wort für Wort sā prayātā mahā-senā jenes aufbrechende große Heer gaja-vāji-ratha-ākulā von Elefanten, Pferden und Wagen durchsetzt dakṣiṇām diśam āvṛtya bedeckte die Südrichtung mahā-meghaḥ iva utthitaḥ wie eine aufgestiegene große Gewitterwolke vanāni tu vyatikramya juṣṭāni mṛga-pakṣibhiḥ | gaṅgāyāḥ para-velāyām giriṣu api nadīṣu ca ||
Durch Wälder ziehend, die von Wild und Vögeln bewohnt waren, jenseits des Ufers der Gaṅgā, über Berge und Flüsse hinweg,
Wort für Wort vanāni tu vyatikramya durch Wälder ziehend juṣṭāni mṛga-pakṣibhiḥ die von Wild und Vögeln bewohnt waren gaṅgāyāḥ para-velāyām jenseits des Ufers der Gaṅgā giriṣu api nadīṣu ca über Berge und Flüsse hinweg sā samprahṛṣṭa-dvipa-vāji-yodhā | vitrāsayantī mṛga-pakṣi-saṃghān | mahat vanam tat pravigāhamānā | rarāja senā bharatasya tatra ||
erstrahlte dort Bharatas Heer, dessen Elefanten, Pferde und Krieger hoch erfreut waren, die Scharen von Wild und Vögeln aufscheuchend, jenen großen Wald durchdringend.
Wort für Wort sā samprahṛṣṭa-dvipa-vāji-yodhā jenes Heer mit hoch erfreuten Elefanten, Pferden und Kriegern vitrāsayantī mṛga-pakṣi-saṃghān die Scharen von Wild und Vögeln aufscheuchend mahat vanam tat pravigāhamānā jenen großen Wald durchdringend rarāja senā bharatasya tatra erstrahlte dort Bharatas Heer
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