Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 30: Sītā Rāma Vana Gamana Anujñā
Sītā tadelt Rāma leidenschaftlich und droht mit dem Tod, bis er schließlich nachgibt und sie mitnimmt; freudig beginnt sie, Gaben an Brahmanen und Diener zu verteilen
sāntvyamānā tu rāmeṇa maithilī janaka-ātmajā | vana-vāsa-nimittāya bhartāram idam abravīt ||
Von Rāma besänftigt, sprach Maithilī, die Tochter Janakas, wegen des Waldaufenthalts zu ihrem Gatten dieses Wort:
Wort für Wort sāntvyamānā tu rāmeṇa von Rāma besänftigt maithilī janaka-ātmajā Maithilī, die Tochter Janakas vana-vāsa-nimittāya wegen des Waldaufenthalts bhartāram idam abravīt sprach sie zum Gatten dieses Wort sā tam uttama-saṃvignā sītā vipula-vakṣasam | praṇayāt ca abhimānāt ca paricikṣepa rāghavam ||
Sie, Sītā, aufs Höchste erregt, tadelte ihn, den breitbrüstigen Rāghava, aus Liebe wie aus Stolz.
Wort für Wort sā tam uttama-saṃvignā sītā sie, Sītā, aufs Höchste erregt vipula-vakṣasam den Breitbrüstigen praṇayāt ca abhimānāt ca aus Liebe und aus Stolz paricikṣepa rāghavam tadelte sie den Rāghava kim tvā amanyata vaidehaḥ pitā me mithilā-adhipaḥ | rāma jāmātaram prāpya striyam puruṣa-vigraham ||
Was dachte sich wohl der Vaideha, mein Vater, der Herrscher von Mithilā, als er dich, Rāma, zum Schwiegersohn gewann – eine Frau in Männergestalt?
Wort für Wort kim tvā amanyata vaidehaḥ was dachte sich wohl der Vaideha pitā me mithilā-adhipaḥ mein Vater, der Herrscher von Mithilā rāma jāmātaram prāpya als er dich, Rāma, als Schwiegersohn gewann striyam puruṣa-vigraham eine Frau in Männergestalt anṛtam bāla-lokaḥ ayam ajñānāt yad dhi vakṣyati | tejo na asti param rāme tapati iva divā-kare ||
Was diese unkundige Menge aus Unwissenheit an Unwahrem über dich sagen mag – es gibt keine höhere Glut als in Rāma, gleich der brennenden Sonne.
Wort für Wort anṛtam bāla-lokaḥ ayam das Unwahre, dieses unkundige Volk ajñānāt yad dhi vakṣyati was es aus Unwissenheit sagen mag tejo na asti param rāme es gibt keine höhere Glut als in Rāma tapati iva divā-kare gleich der brennenden Sonne kim hi kṛtvā viṣaṇṇaḥ tvam kutaḥ vā bhayam asti te | yat parityaktu-kāmaḥ tvam mām ananya-parāyaṇām ||
Was hast du denn getan, dass du niedergeschlagen bist, oder woher kommt deine Furcht, dass du mich, die keinem anderen zugetan ist, verlassen willst?
Wort für Wort kim hi kṛtvā viṣaṇṇaḥ tvam was hast du denn getan, dass du niedergeschlagen bist kutaḥ vā bhayam asti te oder woher kommt deine Furcht yat parityaktu-kāmaḥ tvam dass du verlassen willst mām ananya-parāyaṇām mich, die keinem anderen zugetan ist dyumatsena-sutam vīra satyavantam anuvratām | sāvitrīm iva mām viddhi tvam ātma-vaśa-vartinīm ||
Erkenne mich, o Held, als eine, die dir ganz zu eigen ist, wie Sāvitrī, die dem Satyavant, dem Sohn des Dyumatsena, treu ergeben war.
Wort für Wort dyumatsena-sutam vīra satyavantam anuvratām die dem Satyavant, dem Sohn des Dyumatsena, treu ergebene, o Held sāvitrīm iva mām viddhi tvam erkenne mich wie Sāvitrī ātma-vaśa-vartinīm als eine, die dir ganz zu eigen ist na tu aham manasā api anyam draṣṭā asmi tvad ṛte anagha | tvayā rāghava gaccheyam yathā anyā kula-pāṃsanī ||
Nicht einmal in Gedanken werde ich, o Makelloser, einen anderen außer dir betrachten; mit dir, Rāghava, will ich gehen, nicht wie eine andere, die ihr Geschlecht beschmutzt.
Wort für Wort na tu aham manasā api anyam draṣṭā asmi nicht einmal in Gedanken werde ich einen anderen betrachten tvad ṛte anagha außer dir, o Makelloser tvayā rāghava gaccheyam mit dir, Rāghava, will ich gehen yathā anyā kula-pāṃsanī nicht wie eine andere, die ihr Geschlecht beschmutzt svayam tu bhāryām kaumārīm ciram adhyuṣitām satīm | śailūṣī iva mām rāma parebhyo dātum icchasi ||
Willst du selbst mich, deine Frau seit der Jugend, die lange mit dir zusammengelebt hat, die Treue, wie eine Schauspielerin anderen übergeben, Rāma?
Wort für Wort svayam tu bhāryām kaumārīm deine eigene Frau seit der Jugend ciram adhyuṣitām satīm die lange zusammengelebt hat, die Treue śailūṣī iva mām rāma mich, Rāma, wie eine Schauspielerin parebhyo dātum icchasi willst du anderen übergeben yasya pathyam ca rāma atha yasya ca arthe.avarudhyase | tvam tasya bhava vaśyaḥ ca vidheyaḥ ca sadā anagha ||
Wessen Wohl du auch dienst und um wessen willen du dich zurückhältst, Rāma, dessen sollst du stets gehorsam und ihm ergeben sein, o Makelloser.
Wort für Wort yasya pathyam ca rāma wessen Wohl auch, Rāma atha yasya ca arthe.avarudhyase und um wessen willen du dich zurückhältst tvam tasya bhava vaśyaḥ ca vidheyaḥ ca dessen sollst du gehorsam und ergeben sein sadā anagha stets, o Makelloser sa mām anādāya vanam na tvam prasthātum arhasi | tapo vā yadi vā araṇyam svargo vā syāt saha tvayā ||
So solltest du nicht, ohne mich mitzunehmen, in den Wald aufbrechen – sei es Askese, sei es Wildnis, sei es der Himmel, mit dir möge es sein.
Wort für Wort sa mām anādāya vanam ohne mich mitzunehmen, in den Wald na tvam prasthātum arhasi solltest du nicht aufbrechen tapo vā yadi vā araṇyam sei es Askese oder Wildnis svargo vā syāt saha tvayā oder der Himmel, es möge mit dir sein na ca me bhavitā tatra kaścit pathi pariśramaḥ | pṛṣṭhataḥ tava gacchantyā vihāra-śayaneṣv api ||
Und mir wird dort auf dem Weg keinerlei Erschöpfung widerfahren, wenn ich dir folge, wie beim Wandeln und Ruhen an deiner Seite.
Wort für Wort na ca me bhavitā tatra und mir wird dort nicht sein kaścit pathi pariśramaḥ irgendeine Erschöpfung auf dem Weg pṛṣṭhataḥ tava gacchantyā während ich dir folge vihāra-śayaneṣv api wie beim Wandeln und Ruhen kuśa-kāśa-śara-iṣīkā ye ca kaṇṭakino drumāḥ | tūla-ajina-sama-sparśāḥ mārge mama saha tvayā ||
Kuśa-, Kāśa- und Rohrgräser und die dornigen Bäume werden sich auf dem Weg an deiner Seite für mich wie weiche Baumwolle und Fell anfühlen.
Wort für Wort kuśa-kāśa-śara-iṣīkā Kuśa-, Kāśa- und Rohrgräser ye ca kaṇṭakino drumāḥ und die dornigen Bäume tūla-ajina-sama-sparśāḥ wie Baumwolle und Fell in ihrer Berührung mārge mama saha tvayā auf dem Weg für mich an deiner Seite mahā-vāta-samuddhūtam yan mām avakariṣyati | rajaḥ ramaṇa tan manye para-ardhyam iva candanam ||
Der Staub, den der große Wind aufwirbelt und auf mich niederrieseln lässt, o Geliebter, den halte ich für kostbaren Sandelduft.
Wort für Wort mahā-vāta-samuddhūtam vom großen Wind aufgewirbelt yan mām avakariṣyati der auf mich niederrieseln wird rajaḥ ramaṇa tan manye diesen Staub, o Geliebter, halte ich para-ardhyam iva candanam für kostbaren Sandelduft śādvaleṣu yad āsiṣye vana-ante vana-go-carā | kuthā-āstaraṇa-talpeṣu kim syāt sukhataram tataḥ ||
Wenn ich mich auf den Grasflächen am Waldesrand ausruhen werde, wie ein wildes Reh, was könnte glücklicher sein als das, mehr noch als auf Betten mit Decken?
Wort für Wort śādvaleṣu yad āsiṣye wenn ich auf den Grasflächen ruhen werde vana-ante vana-go-carā am Waldesrand, wie ein wilder Waldbewohner kuthā-āstaraṇa-talpeṣu auf Betten mit ausgebreiteten Decken kim syāt sukhataram tataḥ was könnte glücklicher sein als das patram mūlam phalam yat tvam alpam vā yadi vā bahu | dāsyasi svayam āhṛtya tan me amṛta-rasa-upamam ||
Blatt, Wurzel oder Frucht, wenig oder viel, die du mir selbst herbeigetragen geben wirst, wird für mich wie der Geschmack des Nektars sein.
Wort für Wort patram mūlam phalam yat Blatt, Wurzel oder Frucht, was immer tvam alpam vā yadi vā bahu du, sei es wenig oder viel dāsyasi svayam āhṛtya selbst herbeigetragen geben wirst tan me amṛta-rasa-upamam das wird für mich dem Geschmack des Nektars gleichen na mātur na pitus tatra smariṣyāmi na veśmanaḥ | ārtavāni upabhuñjānā puṣpāṇi ca phalāni ca ||
Weder an meine Mutter noch an meinen Vater noch an mein Haus werde ich dort denken, wenn ich die saisonalen Blüten und Früchte genieße.
Wort für Wort na mātur na pitus tatra smariṣyāmi na veśmanaḥ weder an Mutter noch Vater noch Haus werde ich dort denken ārtavāni upabhuñjānā während ich die saisonalen genieße puṣpāṇi ca phalāni ca Blüten und Früchte na ca tatra gataḥ kiṃcit draṣṭum arhasi vipriyam | mat-kṛte na ca te śoko na bhaviṣyāmi durbharā ||
Und wenn du dorthin gegangen bist, wirst du an mir nichts Unangenehmes zu sehen bekommen; wegen mir wird dir kein Kummer entstehen, ich werde dir nicht zur Last fallen.
Wort für Wort na ca tatra gataḥ kiṃcit draṣṭum arhasi vipriyam und dort wirst du nichts Unangenehmes zu sehen bekommen mat-kṛte na ca te śoko wegen mir wird dir kein Kummer sein na bhaviṣyāmi durbharā ich werde nicht schwer zu ertragen sein yaḥ tvayā saha sa svargo nirayaḥ yaḥ tvayā vinā | iti jānan parām prītim gaccha rāma mayā saha ||
Wo du bist, dort ist der Himmel; wo du nicht bist, dort ist die Hölle – dies wissend, geh, Rāma, mit mir, in höchster Freude.
Wort für Wort yaḥ tvayā saha sa svargo wo du bist, das ist der Himmel nirayaḥ yaḥ tvayā vinā die Hölle, wo du nicht bist iti jānan parām prītim dies wissend, in höchster Freude gaccha rāma mayā saha geh, Rāma, mit mir atha mām evam avyagrām vanam na eva nayiṣyasi | viṣam adya eva pāsyāmi mā viśam dviṣatām vaśam ||
Wenn du mich, so unerschrocken, dennoch nicht in den Wald mitnehmen wirst, so werde ich noch heute Gift trinken, ehe ich in die Gewalt der Feinde gerate.
Wort für Wort atha mām evam avyagrām wenn mich, so unerschrocken vanam na eva nayiṣyasi du dennoch nicht in den Wald mitnehmen wirst viṣam adya eva pāsyāmi werde ich noch heute Gift trinken mā viśam dviṣatām vaśam damit ich nicht in die Gewalt der Feinde gerate paścāt api hi duḥkhena mama na eva asti jīvitam | ujjhitāyāḥ tvayā nātha tadā eva maraṇam varam ||
Denn auch später gäbe es für mich vor Leid kein Leben mehr, wenn du mich verlassen hast, mein Gebieter; da ist mir der Tod schon jetzt lieber.
Wort für Wort paścāt api hi duḥkhena auch später vor Leid mama na eva asti jīvitam gäbe es für mich kein Leben ujjhitāyāḥ tvayā nātha wenn ich von dir verlassen bin, o Gebieter tadā eva maraṇam varam dann ist mir der Tod schon jetzt lieber idam hi sahitum śokam muhūrtam api na utsahe | kim punaḥ daśa varṣāṇi trīṇi ca ekam ca duḥkhitā ||
Schon diesen Kummer vermag ich nicht einmal für einen Augenblick zu ertragen – wie viel weniger, betrübt, vierzehn Jahre lang!
Wort für Wort idam hi sahitum śokam diesen Kummer zu ertragen muhūrtam api na utsahe vermag ich nicht einmal für einen Augenblick kim punaḥ daśa varṣāṇi trīṇi ca ekam ca wie viel weniger für zehn und drei und ein Jahr duḥkhitā betrübt iti sā śoka-samtaptā vilapya karuṇam bahu | cukrośa patim āyastā bhṛśam āliṅgya sasvaram ||
So klagte sie, vom Kummer versengt, viel und kläglich, und, erschöpft, umschlang sie ihren Gatten fest und schrie mit lauter Stimme.
Wort für Wort iti sā śoka-samtaptā so sie, vom Kummer versengt vilapya karuṇam bahu nachdem sie viel und kläglich geklagt hatte cukrośa patim āyastā schrie sie, erschöpft, zum Gatten bhṛśam āliṅgya sasvaram ihn fest umschlingend, mit lauter Stimme sā viddhā bahubhiḥ vākyaiḥ digdhaiḥ iva gaja-aṅganā | cira-saṃniyatam bāṣpam mumoca agnim iva araṇiḥ ||
Sie, von vielen Worten getroffen wie eine Elefantenkuh von vergifteten Pfeilen, ließ die lange zurückgehaltenen Tränen fließen, wie das Reibholz das Feuer.
Wort für Wort sā viddhā bahubhiḥ vākyaiḥ digdhaiḥ iva gaja-aṅganā sie, von vielen Worten getroffen wie eine Elefantenkuh von vergifteten (Pfeilen) cira-saṃniyatam bāṣpam mumoca ließ die lange zurückgehaltenen Tränen los agnim iva araṇiḥ wie das Reibholz das Feuer tasyāḥ sphaṭika-saṃkāśam vāri saṃtāpa-sambhavam | netrābhyām parisusrāva paṅkajābhyām iva udakam ||
Aus ihren Augen floss kristallklares, aus Kummer entstandenes Wasser, wie Wasser aus zwei Lotusblüten.
Wort für Wort tasyāḥ sphaṭika-saṃkāśam vāri ihr kristallklares Wasser saṃtāpa-sambhavam aus Kummer entstanden netrābhyām parisusrāva floss aus ihren beiden Augen paṅkajābhyām iva udakam wie Wasser aus zwei Lotusblüten tat ca eva amala-candra-ābham mukham āyata-locanam | paryaśuṣyata bāṣpeṇa jala-uddhṛtam iva ambujam ||
Und jenes ihr Gesicht, dem makellosen Mond gleich, mit den großen Augen, welkte durch die Tränen dahin, wie eine aus dem Wasser gezogene Lotusblüte.
Wort für Wort tat ca eva amala-candra-ābham mukham und jenes Gesicht, dem makellosen Mond gleich āyata-locanam mit den großen Augen paryaśuṣyata bāṣpeṇa welkte durch die Tränen dahin jala-uddhṛtam iva ambujam wie eine aus dem Wasser gezogene Lotusblüte tām pariṣvajya bāhubhyām visaṃjñām iva duḥkhitām | uvāca vacanam rāmaḥ pariviśvāsayan tadā ||
Sie, die betrübt wie bewusstlos war, mit seinen Armen umfangend, sprach Rāma damals dieses Wort, um sie zu beruhigen:
Wort für Wort tām pariṣvajya bāhubhyām sie mit seinen Armen umfangend visaṃjñām iva duḥkhitām die betrübt, wie bewusstlos war uvāca vacanam rāmaḥ sprach Rāma dieses Wort pariviśvāsayan tadā um sie damals zu beruhigen na devi tava duḥkhena svargam api abhirocaye | na hi me asti bhayam kiṃcit svayambhoḥ iva sarvataḥ ||
Nicht einmal den Himmel will ich, Herrin, wenn er durch dein Leid erkauft würde; denn ich habe von nichts Furcht, wie der Selbstentstandene von nichts.
Wort für Wort na devi tava duḥkhena nicht durch dein Leid, Herrin svargam api abhirocaye selbst den Himmel möchte ich (nicht) na hi me asti bhayam kiṃcit denn ich habe keinerlei Furcht svayambhoḥ iva sarvataḥ wie der Selbstentstandene, von allem tava sarva-abhiprāyam avijñāya śubha-ānane | vāsam na rocaye araṇye śaktimān api rakṣaṇe ||
Ohne deine ganze Absicht zu kennen, Schönantlitzige, wollte ich deinen Aufenthalt im Wald nicht gutheißen, obwohl ich fähig bin, dich zu beschützen.
Wort für Wort tava sarva-abhiprāyam avijñāya ohne deine ganze Absicht zu kennen śubha-ānane o Schönantlitzige vāsam na rocaye araṇye wollte ich den Aufenthalt im Wald nicht gutheißen śaktimān api rakṣaṇe obwohl fähig zum Schutz yat sṛṣṭā asi mayā sārdham vana-vāsāya maithili | na vihātum mayā śakyā kīrtiḥ ātmavatā yathā ||
Dass du mit mir zusammen für den Waldaufenthalt bestimmt bist, Maithilī – dich kann ich ebenso wenig aufgeben wie ein Selbstbeherrschter seinen Ruhm.
Wort für Wort yat sṛṣṭā asi mayā sārdham dass du zusammen mit mir bestimmt bist vana-vāsāya maithili für den Waldaufenthalt, Maithilī na vihātum mayā śakyā du kannst von mir nicht aufgegeben werden kīrtiḥ ātmavatā yathā wie ein Selbstbeherrschter seinen Ruhm (nicht aufgeben kann) dharmaḥ tu gaja-nāsa-ūru-sadbhiḥ ācaritaḥ purā | tam ca aham anuvarte adya yathā sūryam suvarcalā ||
Der Dharma aber wurde einst von den Guten geübt, deren Schenkel dem Rüssel des Elefanten gleichen; ihm folge ich nun, wie Suvarcalā der Sonne folgt.
Wort für Wort dharmaḥ tu gaja-nāsa-ūru-sadbhiḥ ācaritaḥ purā der Dharma aber wurde einst von den Guten mit rüsselgleichen Schenkeln geübt tam ca aham anuvarte adya ihm folge ich nun yathā sūryam suvarcalā wie Suvarcalā der Sonne folgt na khalu aham na gaccheyam vanam janaka-nandini | vacanam tan nayati mām pituḥ satya-upabṛṃhitam ||
Fürwahr, ich würde nicht in den Wald gehen, Tochter Janakas, wäre da nicht jenes Wort meines Vaters, das mich leitet, durch Wahrhaftigkeit bekräftigt.
Wort für Wort na khalu aham na gaccheyam vanam fürwahr, ich würde nicht in den Wald gehen janaka-nandini o Tochter Janakas vacanam tan nayati mām jenes Wort leitet mich pituḥ satya-upabṛṃhitam meines Vaters, durch Wahrhaftigkeit bekräftigt eṣa dharmaḥ tu su-śroṇi pitur mātuḥ ca vaśyatā | ataḥ ca ājñām vyatikramya na aham jīvitum utsahe ||
Dies eben ist der Dharma, Schönhüftige: Gehorsam gegenüber Vater und Mutter; darum wage ich nicht, seinen Befehl zu übertreten und dennoch zu leben.
Wort für Wort eṣa dharmaḥ tu su-śroṇi dies ist der Dharma, Schönhüftige pitur mātuḥ ca vaśyatā der Gehorsam gegenüber Vater und Mutter ataḥ ca ājñām vyatikramya und darum, den Befehl übertretend na aham jīvitum utsahe wage ich nicht zu leben asvādhīnam katham daivam prakāraiḥ abhirādhyate | svādhīnam samatikramya mātaram pitaram gurum ||
Wie sollte man das nicht in der eigenen Macht stehende Schicksal auf irgendeine Weise gnädig stimmen, wenn man das, was in der eigenen Macht steht – Mutter, Vater, Lehrer – missachtet?
Wort für Wort asvādhīnam katham daivam wie das nicht selbst verfügbare Schicksal prakāraiḥ abhirādhyate auf irgendeine Weise gnädig gestimmt werden könnte svādhīnam samatikramya indem man das selbst Verfügbare übergeht mātaram pitaram gurum Mutter, Vater, Lehrer yat trayam tat trayo lokāḥ pavitram tat samam bhuvi | na anyat asti śubha-apāṅge tena idam abhirādhyate ||
Dieses Dreigespann sind die drei Welten selbst, es ist das reinste Heilige auf Erden – nichts anderes gibt es, o Schönäugige; dadurch wird dies gnädig gestimmt.
Wort für Wort yat trayam tat trayo lokāḥ dieses Dreigespann, das sind die drei Welten pavitram tat samam bhuvi es ist das ihnen gleiche Heilige auf Erden na anyat asti śubha-apāṅge nichts anderes gibt es, o Schönäugige tena idam abhirādhyate dadurch wird dies gnädig gestimmt na satyam dāna-mānau vā na yajñāḥ ca āpta-dakṣiṇāḥ | tathā bala-karāḥ sīte yathā sevā pitur matā ||
Weder Wahrhaftigkeit noch Gaben und Ehrerbietung, noch Opfer mit reichlichen Priestergaben verleihen so viel Kraft, Sītā, wie der als vortrefflich geltende Dienst am Vater.
Wort für Wort na satyam dāna-mānau vā weder Wahrhaftigkeit noch Gaben und Ehrerbietung na yajñāḥ ca āpta-dakṣiṇāḥ noch Opfer mit reichlichen Priestergaben tathā bala-karāḥ sīte verleihen so viel Kraft, Sītā yathā sevā pitur matā wie der als vortrefflich geltende Dienst am Vater svargo dhanam vā dhānyam vā vidyāḥ putrāḥ sukhāni ca | guru-vṛtti-anurodhena na kiṃcit api durlabham ||
Himmel, Reichtum, Getreide, Wissen, Söhne und Glück – durch das Befolgen des Dienstes an den Älteren ist nichts davon unerreichbar.
Wort für Wort svargo dhanam vā dhānyam vā Himmel, Reichtum oder Getreide vidyāḥ putrāḥ sukhāni ca Wissen, Söhne und Glückseligkeiten guru-vṛtti-anurodhena durch das Befolgen des Dienstes an den Älteren na kiṃcit api durlabham ist nichts davon unerreichbar deva-gandharva-golokān brahma-lokam tathā aparān | prāpnuvanti mahātmānaḥ mātā-pitṛ-parāyaṇāḥ ||
Die Welten der Götter, der Gandharvas, der Kühe, die Brahmawelt und noch andere erlangen die Hochgesinnten, die Vater und Mutter ergeben sind.
Wort für Wort deva-gandharva-golokān die Welten der Götter, Gandharvas und Kühe brahma-lokam tathā aparān die Brahmawelt und noch andere prāpnuvanti mahātmānaḥ erlangen die Hochgesinnten mātā-pitṛ-parāyaṇāḥ die Vater und Mutter ergeben sind sa mām pitā yathā śāsti satya-dharma-pathe sthitaḥ | tathā vartitum icchāmi sa hi dharmaḥ sanātanaḥ ||
Wie mein Vater, der auf dem Pfad von Wahrheit und Dharma steht, mir gebietet, so will ich mich verhalten; denn das ist der ewige Dharma.
Wort für Wort sa mām pitā yathā śāsti wie mir mein Vater gebietet satya-dharma-pathe sthitaḥ der auf dem Pfad von Wahrheit und Dharma steht tathā vartitum icchāmi so will ich mich verhalten sa hi dharmaḥ sanātanaḥ denn das ist der ewige Dharma mama sannā matiḥ sīte tvām netum daṇḍaka-vanam | vasiṣyāmi iti sā tvam mām anuyātum su-niścitā ||
Mein Entschluss, dich in den Daṇḍaka-Wald mitzunehmen, war geschwunden – doch da du fest entschlossen bist, „ich werde dort wohnen“, und mir zu folgen,
Wort für Wort mama sannā matiḥ sīte mein Entschluss war geschwunden, Sītā tvām netum daṇḍaka-vanam dich in den Daṇḍaka-Wald mitzunehmen vasiṣyāmi iti sā tvam ich werde wohnen, so du mām anuyātum su-niścitā fest entschlossen, mir zu folgen sā hi diṣṭā anavadya-aṅgī vanāya varada-īkṣaṇe | anugaccha sva mām bhīru saha-dharma-carī bhava ||
so bist du denn, du Makellose, für den Wald bestimmt, du mit dem gnadenspendenden Blick; folge mir, Furchtsame, sei meine Gefährtin im Dharma.
Wort für Wort sā hi diṣṭā anavadya-aṅgī so bist du denn bestimmt, du Makellose vanāya varada-īkṣaṇe für den Wald, du mit dem gnadenspendenden Blick anugaccha sva mām bhīru folge mir, Furchtsame saha-dharma-carī bhava sei meine Gefährtin im Dharma sarvathā sadṛśam sīte mama svasya kulasya ca | vyavasāyam anukrāntā kānte tvam ati-śobhanam ||
In jeder Hinsicht ist es meiner selbst und meines Geschlechts würdig, Sītā, dass du, Geliebte, diesem meinem überaus edlen Entschluss gefolgt bist.
Wort für Wort sarvathā sadṛśam sīte in jeder Hinsicht angemessen, Sītā mama svasya kulasya ca mir selbst und meinem Geschlecht vyavasāyam anukrāntā kānte dem Entschluss gefolgt, Geliebte tvam ati-śobhanam du, dem überaus edlen Entschluss ārabhasva śubha-śroṇi vana-vāsa-kṣamāḥ kriyāḥ | na idānīm tvad-ṛte sīte svargo.api mama rocate ||
Beginne, Schönhüftige, mit den für den Waldaufenthalt geeigneten Vorbereitungen; jetzt gefällt mir selbst der Himmel nicht mehr ohne dich, Sītā.
Wort für Wort ārabhasva śubha-śroṇi beginne, Schönhüftige vana-vāsa-kṣamāḥ kriyāḥ mit den für den Waldaufenthalt geeigneten Vorbereitungen na idānīm tvad-ṛte sīte jetzt nicht ohne dich, Sītā svargo.api mama rocate gefällt mir selbst der Himmel brāhmaṇebhyaḥ ca ratnāni bhikṣukebhyaḥ ca bhojanam | dehi ca āśaṃsamānebhyaḥ saṃtvarasva ca mā ciram ||
Gib den Brahmanen Juwelen und den Bettlern Speise; und gib denen, die hoffnungsvoll bitten – beeile dich, und zögere nicht.
Wort für Wort brāhmaṇebhyaḥ ca ratnāni den Brahmanen Juwelen bhikṣukebhyaḥ ca bhojanam und den Bettlern Speise dehi ca āśaṃsamānebhyaḥ und gib denen, die hoffnungsvoll bitten saṃtvarasva ca mā ciram beeile dich und zögere nicht bhūṣaṇāni mahā-arhāṇi vara-vastrāṇi yāni ca | ramaṇīyāḥ ca ye kecit krīḍā-arthāḥ ca upaskarāḥ ||
Kostbare Schmuckstücke und vortreffliche Gewänder, sowie alle anzumutenden Gerätschaften, die zum Spiel dienen,
Wort für Wort bhūṣaṇāni mahā-arhāṇi kostbare Schmuckstücke vara-vastrāṇi yāni ca und vortreffliche Gewänder, welche es gibt ramaṇīyāḥ ca ye kecit und was auch immer anmutend ist krīḍā-arthāḥ ca upaskarāḥ und die dem Spiel dienenden Gerätschaften śayanīyāni yānāni mama ca anyāni yāni ca | dehi svabhṛtya-vargasya brāhmaṇānām anantaram ||
Lager, Fahrzeuge und was ich sonst noch besitze – gib es meinen eigenen Dienern, gleich nach den Brahmanen.
Wort für Wort śayanīyāni yānāni Lager und Fahrzeuge mama ca anyāni yāni ca und was ich sonst noch besitze dehi svabhṛtya-vargasya gib es der Schar meiner eigenen Diener brāhmaṇānām anantaram gleich nach den Brahmanen anukūlam tu sā bhartuḥ jñātvā gamanam ātmanaḥ | kṣipram pramuditā devī dātum eva upacakrame ||
Als sie erkannte, dass ihr eigenes Mitgehen dem Wunsch ihres Gatten entsprach, machte sich die hocherfreute Fürstin rasch daran, die Gaben zu verteilen.
Wort für Wort anukūlam tu sā bhartuḥ dem Gatten zusagend, sie jñātvā gamanam ātmanaḥ als sie erkannte, dass ihr eigenes Mitgehen kṣipram pramuditā devī rasch die hocherfreute Fürstin dātum eva upacakrame machte sich daran zu geben tataḥ prahṛṣṭā paripūrṇa-mānasā | yaśasvinī bhartuḥ avekṣya bhāṣitam | dhanāni ratnāni ca dātum aṅganā | pracakrame dharma-bhṛtām manasvinī ||
Da machte sich die ruhmreiche, hocherfreute, in ihrem Herzen erfüllte Frau, nachdem sie das Wort ihres Gatten bedacht hatte, die Besonnene unter den Dharma-Hütern, daran, Reichtümer und Juwelen zu verteilen.
Wort für Wort tataḥ prahṛṣṭā paripūrṇa-mānasā da, hocherfreut, in ihrem Herzen erfüllt yaśasvinī bhartuḥ avekṣya bhāṣitam die ruhmreiche, nachdem sie das Wort des Gatten bedacht hatte dhanāni ratnāni ca dātum aṅganā die Frau, um Reichtümer und Juwelen zu geben pracakrame dharma-bhṛtām manasvinī machte sich daran, die Besonnene unter den Dharma-Hütern
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