Rāmāyaṇa · Ayodhyākāṇḍa
Sarga 89: Gaṅgā Taraṇam Prayāga Gamanam
Guha lässt fünfhundert Boote herbeischaffen; das gesamte Heer setzt über die Gaṅgā, und Bharata bricht auf, um den Weisen Bharadvāja in Prayāga aufzusuchen
uṣya rātrim tu tatra eva gaṅgā-kūle sa rāghavaḥ | bharataḥ kalyam utthāya śatrughnam idam abravīt ||
Nachdem er die Nacht dort am Ufer der Gaṅgā verbracht hatte, sprach jener Rāghava, Bharata, bei Tagesanbruch erhoben, dies zu Śatrughna:
Wort für Wort uṣya rātrim tu tatra eva nachdem er die Nacht dort verbracht hatte gaṅgā-kūle sa rāghavaḥ am Ufer der Gaṅgā, jener Rāghava bharataḥ kalyam utthāya Bharata, bei Tagesanbruch erhoben śatrughnam idam abravīt sprach dies zu Śatrughna śatrughna uttiṣṭha kim śeṣe niṣāda-adhipatim guham | śīghram ānaya bhadram te tārayiṣyati vāhinīm ||
'Śatrughna, erhebe dich! Was schläfst du noch? Hol schnell Guha, den Herrscher der Niṣādas — Segen dir — er wird das Heer übersetzen.'
Wort für Wort śatrughna uttiṣṭha Śatrughna, erhebe dich kim śeṣe was schläfst du noch niṣāda-adhipatim guham śīghram ānaya hol schnell Guha, den Herrscher der Niṣādas bhadram te tārayiṣyati vāhinīm Segen dir, er wird das Heer übersetzen jāgarmi na aham svapimi tathā eva āryam vicintayan | ity evam abravīt bhrātā śatrughnaḥ api procoditaḥ ||
'Ich wache, ich schlafe nicht, immerfort an den Edlen denkend' — so sprach, also aufgefordert, sein Bruder Śatrughna.
Wort für Wort jāgarmi na aham svapimi ich wache, ich schlafe nicht tathā eva āryam vicintayan immerfort an den Edlen denkend ity evam abravīt bhrātā so sprach sein Bruder śatrughnaḥ api procoditaḥ Śatrughna, also aufgefordert iti saṃvadatoḥ evam anyonyam nara-siṃhayoḥ | āgamya prāñjaliḥ kāle guhaḥ bharatam abravīt ||
Während die beiden Löwen unter den Männern so miteinander sprachen, kam Guha zur rechten Zeit mit gefalteten Händen herbei und sprach zu Bharata:
Wort für Wort iti saṃvadatoḥ evam anyonyam während sie so miteinander sprachen nara-siṃhayoḥ die beiden Löwen unter den Männern āgamya prāñjaliḥ kāle kam zur rechten Zeit mit gefalteten Händen herbei guhaḥ bharatam abravīt Guha sprach zu Bharata kaccit sukham nadī-tīre avātsīḥ kākutstha śarvarīm | kaccit ca saha sainyasya tava sarvam anāmayam ||
'Ich hoffe, du hast die Nacht am Flussufer glücklich verbracht, o Kākutstha, und ich hoffe, dir und deinem Heer geht es ganz wohl.'
Wort für Wort kaccit sukham nadī-tīre ich hoffe, glücklich am Flussufer avātsīḥ kākutstha śarvarīm hast du die Nacht verbracht, o Kākutstha kaccit ca saha sainyasya und ich hoffe, mit dem Heer tava sarvam anāmayam geht es dir ganz wohl guhasya tat tu vacanam śrutvā snehāt udīritam | rāmasya anuvaśaḥ vākyam bharataḥ api idam abravīt ||
Als er dieses aus Zuneigung gesprochene Wort Guhas gehört hatte, sprach Bharata, dem Willen Rāmas ergeben, dieses Wort:
Wort für Wort guhasya tat tu vacanam śrutvā als er dieses Wort Guhas gehört hatte snehāt udīritam aus Zuneigung gesprochen rāmasya anuvaśaḥ vākyam dem Willen Rāmas ergeben, das Wort bharataḥ api idam abravīt sprach auch Bharata dies sukham naḥ śarvarī rājan pūjitāḥ ca api te vayam | gaṅgām tu naubhiḥ bahvībhiḥ dāśāḥ saṃtārayantu naḥ ||
'Glücklich verbrachten wir die Nacht, o König, und von dir wurden wir gut geehrt; nun aber sollen die Fährleute uns mit vielen Booten über die Gaṅgā setzen.'
Wort für Wort sukham naḥ śarvarī rājan glücklich verbrachten wir die Nacht, o König pūjitāḥ ca api te vayam und von dir wurden wir geehrt gaṅgām tu naubhiḥ bahvībhiḥ über die Gaṅgā aber mit vielen Booten dāśāḥ saṃtārayantu naḥ sollen uns die Fährleute setzen tataḥ guhaḥ saṃtvaritaḥ śrutvā bharata-śāsanam | pratipraviśya nagaram tam jñāti-janam abravīt ||
Da eilte Guha, nachdem er Bharatas Befehl gehört hatte, in seine Stadt zurück und sprach zu seinen Verwandten:
Wort für Wort tataḥ guhaḥ saṃtvaritaḥ da eilte Guha śrutvā bharata-śāsanam nachdem er Bharatas Befehl gehört hatte pratipraviśya nagaram in seine Stadt zurückkehrend tam jñāti-janam abravīt sprach er zu seinen Verwandten uttiṣṭhata prabudhyadhvam bhadram astu hi vaḥ sadā | nāvaḥ samanukarṣadhvam tārayiṣyāma vāhinīm ||
'Erhebt euch, erwacht — stets sei euch Segen! Bringt die Boote herbei, wir wollen das Heer übersetzen.'
Wort für Wort uttiṣṭhata prabudhyadhvam erhebt euch, erwacht bhadram astu hi vaḥ sadā stets sei euch Segen nāvaḥ samanukarṣadhvam bringt die Boote herbei tārayiṣyāma vāhinīm wir wollen das Heer übersetzen te tathā uktāḥ samutthāya tvaritāḥ rāja-śāsanāt | pañca-nāva-śatāni eva samāninyuḥ samantataḥ ||
So angesprochen, erhoben sie sich eilig auf das königliche Geheiß und brachten von allen Seiten volle fünfhundert Boote herbei.
Wort für Wort te tathā uktāḥ samutthāya so angesprochen, erhoben sie sich tvaritāḥ rāja-śāsanāt eilig auf das königliche Geheiß pañca-nāva-śatāni eva volle fünfhundert Boote samāninyuḥ samantataḥ brachten sie von allen Seiten herbei anyaḥ svastika-vijñeyaḥ mahā-ghaṇṭā-dhara-varaḥ | śobhamānaḥ patākinyā yukta-vātaḥ su-saṃhataḥ ||
Ein anderes [Boot], am Svastika-Zeichen erkennbar, das vortreffliche mit der großen Glocke, prangend mit einer Fahne, gut bemannt, fest gefügt —
Wort für Wort anyaḥ svastika-vijñeyaḥ ein anderes, am Svastika-Zeichen erkennbar mahā-ghaṇṭā-dhara-varaḥ das vortreffliche mit der großen Glocke śobhamānaḥ patākinyā prangend mit einer Fahne yukta-vātaḥ su-saṃhataḥ gut bemannt, fest gefügt tataḥ svastika-vijñeyām pāṇḍu-kambala-saṃvṛtām | sa-nandi-ghoṣām kalyāṇīm guhaḥ nāvam upāharat ||
dieses, am Svastika-Zeichen erkennbare, mit weißer Decke bedeckte, von frohem Trommelklang begleitete, glückverheißende Boot brachte Guha herbei.
Wort für Wort tataḥ svastika-vijñeyām dieses, am Svastika-Zeichen erkennbare pāṇḍu-kambala-saṃvṛtām mit weißer Decke bedeckte sa-nandi-ghoṣām kalyāṇīm glückverheißende, von frohem Trommelklang begleitete guhaḥ nāvam upāharat dieses Boot brachte Guha herbei tām āruroha bharataḥ śatrughnaḥ ca mahā-balaḥ | kausalyā ca sumitrā ca yāḥ ca anyā rāja-yoṣitaḥ ||
Es bestiegen Bharata und der mächtige Śatrughna, Kausalyā und Sumitrā, und welche anderen königlichen Frauen es sonst noch gab.
Wort für Wort tām āruroha bharataḥ dieses bestieg Bharata śatrughnaḥ ca mahā-balaḥ und der mächtige Śatrughna kausalyā ca sumitrā ca Kausalyā und Sumitrā yāḥ ca anyā rāja-yoṣitaḥ und welche anderen königlichen Frauen es sonst gab purohitaḥ ca tat pūrvam gurave brāhmaṇāḥ ca ye | anantaram rāja-dāraḥ tathā eva śakaṭa-āpaṇaḥ ||
Zuerst der Hauspriester, und die Brahmanen um des Lehrers willen; danach die königlichen Gattinnen, und ebenso der Tross der Wagen und Krämer.
Wort für Wort purohitaḥ ca tat pūrvam zuerst der Hauspriester gurave brāhmaṇāḥ ca ye und die Brahmanen um des Lehrers willen anantaram rāja-dāraḥ danach die königlichen Gattinnen tathā eva śakaṭa-āpaṇaḥ und ebenso der Tross der Wagen und Krämer āvasam ādīpayatām tīrtham ca api avagāhatām | bhāṇḍī ca ādadānām ghoṣaḥ tridivam aspṛśat ||
Der Lärm derer, die die Lagerfeuer entzündeten, derer, die in die Badestelle stiegen, und derer, die ihr Gepäck aufnahmen, berührte den Himmel selbst.
Wort für Wort āvasam ādīpayatām derer, die die Lagerfeuer entzündeten tīrtham ca api avagāhatām und derer, die in die Badestelle stiegen bhāṇḍī ca ādadānām und derer, die ihr Gepäck aufnahmen ghoṣaḥ tridivam aspṛśat der Lärm berührte den Himmel selbst patākinyaḥ tu tāḥ nāvaḥ svayam dāśaiḥ adhiṣṭhitāḥ | vahantyaḥ janam ārūḍham tadā sampetuḥ āśugāḥ ||
Jene bannergeschmückten Boote, von den Fährleuten selbst gelenkt, das eingestiegene Volk tragend, eilten damals rasch dahin.
Wort für Wort patākinyaḥ tu tāḥ nāvaḥ jene bannergeschmückten Boote svayam dāśaiḥ adhiṣṭhitāḥ von den Fährleuten selbst gelenkt vahantyaḥ janam ārūḍham das eingestiegene Volk tragend tadā sampetuḥ āśugāḥ eilten damals rasch dahin narī-hnām abhipūrṇāḥ tu kaścit kaścit tu vājinām | kaścit tatra vahanti sma yāna-yugyam mahā-dhanam ||
Manche waren voll von Frauen, manche voll von Rossen, wieder andere trugen dort die großen Reichtümer und die Zugtiere der Wagen.
Wort für Wort narī-hnām abhipūrṇāḥ tu kaścit manche waren voll von Frauen kaścit tu vājinām manche voll von Rossen kaścit tatra vahanti sma wieder andere trugen dort yāna-yugyam mahā-dhanam die Zugtiere der Wagen und die großen Reichtümer tāḥ sma gatvā param tīram avaropya ca tam janam | nivṛtta-kāṇḍa-citrāṇi kriyante dāśa-bandhubhiḥ ||
Nachdem sie zum jenseitigen Ufer gefahren waren und jenes Volk abgesetzt hatten, wurden von den Verwandten der Fährleute wundersame Rückfahrten unternommen.
Wort für Wort tāḥ sma gatvā param tīram nachdem sie zum jenseitigen Ufer gefahren waren avaropya ca tam janam und jenes Volk abgesetzt hatten nivṛtta-kāṇḍa-citrāṇi wundersame Rückfahrten kriyante dāśa-bandhubhiḥ wurden von den Verwandten der Fährleute unternommen sa-vājayantaḥ tu gaja-gaja-ārohaiḥ procoditāḥ | tarantaḥ sma prakāśante sa-dhvajāḥ iva parvatāḥ ||
Die Elefanten, von ihren Führern zusammen mit Trompeten angetrieben, erschienen beim Überqueren wie bannergeschmückte Berge.
Wort für Wort sa-vājayantaḥ tu gaja die Elefanten, mit Trompeten gaja-ārohaiḥ procoditāḥ von ihren Führern angetrieben tarantaḥ sma prakāśante erschienen sie beim Überqueren sa-dhvajāḥ iva parvatāḥ wie bannergeschmückte Berge nāvaḥ ca āruruhuḥ tu anye plavaiḥ teruḥ tathā apare | anye kumbha-ghaṭaiḥ teruḥ anye teruḥ ca bāhubhiḥ ||
Manche bestiegen Boote, andere wiederum durchschwammen es mit Flößen; manche durchschwammen es mit Wasserkrügen, andere schwammen mit bloßen Armen hindurch.
Wort für Wort nāvaḥ ca āruruhuḥ tu anye manche bestiegen Boote plavaiḥ teruḥ tathā apare andere durchschwammen es mit Flößen anye kumbha-ghaṭaiḥ teruḥ manche durchschwammen es mit Wasserkrügen anye teruḥ ca bāhubhiḥ andere schwammen mit bloßen Armen hindurch sa puṇya dhvajinī gaṅgām dāśaiḥ saṃtāritā svayam | maitre muhūrte prayayau prayāga-vanam uttamam ||
Jenes heilvolle Heer, von den Fährleuten selbst über die Gaṅgā gesetzt, brach zur günstigen Maitra-Stunde zum vortrefflichen Wald von Prayāga auf.
Wort für Wort sa puṇya dhvajinī gaṅgām jenes heilvolle Heer über die Gaṅgā dāśaiḥ saṃtāritā svayam von den Fährleuten selbst übergesetzt maitre muhūrte prayayau brach zur günstigen Maitra-Stunde auf prayāga-vanam uttamam zum vortrefflichen Wald von Prayāga āśvāsayitvā ca camūm mahātmā | niveśayitvā ca yathā-upajoṣam | draṣṭum bharadvājam ṛṣi-pravaryam | ṛtvik-vṛtaḥ san bharataḥ pratasthe ||
Nachdem der Hochgesinnte sein Heer beruhigt und nach jeweiligem Belieben hatte aufschlagen lassen, brach Bharata, begleitet von seinem Opferpriester, auf, um Bharadvāja, den vorzüglichsten der Seher, zu besuchen.
Wort für Wort āśvāsayitvā ca camūm mahātmā nachdem der Hochgesinnte sein Heer beruhigt hatte niveśayitvā ca yathā-upajoṣam und es nach jeweiligem Belieben hatte aufschlagen lassen draṣṭum bharadvājam ṛṣi-pravaryam um Bharadvāja, den vorzüglichsten der Seher, zu besuchen ṛtvik-vṛtaḥ san bharataḥ pratasthe brach Bharata, begleitet von seinem Opferpriester, auf sa brāhmaṇasya āśramam abhyupetya | mahātmanaḥ deva-pūjitasya | dadarśa ramya-uṭaja-vṛkṣa-ṣaṇḍam | mahat vanam viprā-varasya ramyam ||
Als er sich der Einsiedelei jenes hochgesinnten, von den Göttern verehrten Brahmanen genähert hatte, erblickte er die liebliche Laubhütte, das Baumgehölz und den großen, lieblichen Wald jenes vorzüglichsten Brahmanen.
Wort für Wort sa brāhmaṇasya āśramam abhyupetya als er sich der Einsiedelei des Brahmanen genähert hatte mahātmanaḥ deva-pūjitasya des hochgesinnten, von den Göttern verehrten dadarśa ramya-uṭaja-vṛkṣa-ṣaṇḍam erblickte er die liebliche Laubhütte und das Baumgehölz mahat vanam viprā-varasya ramyam und den großen, lieblichen Wald jenes vorzüglichsten Brahmanen
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