Nārada sprach: Oh, dies wahrlich überaus Wunderbare hast du mir gesagt, Bruder – wie verbrannte jenes Feuer, Aditi ausgenommen, jene Daityas im Nu?
Wort für Wort
aho hyatyadbhutaṃ proktaṃ
oh, dies überaus Wunderbare wurde gesagt
tvayā bhrātaridaṃ mama
von dir mir, Bruder
sa vahniraditiṃ muktvā
jenes Feuer, Aditi ausgenommen
kathaṃ tānadahatkṣaṇāt
wie verbrannte es jene im Nu
[Anm.: Dem eigentlichen Vers 1 ist im Quelltext das Kolophon des vorangehenden Kapitels vorangestellt ('iti śrībṛhannāradīyapurāṇe... daśamo 'dhyāyaḥ' = 'So endet... das zehnte Kapitel' [Quellenzählung], mit dem Untertitel 'Schilderung der von Bali bewirkten Niederlage der Götter'), gefolgt von einer Trennlinie – ein reines Gliederungselement, im sa-Feld zur Dokumentation mitgeführt, nicht in die de-Übersetzung von V.1 einbezogen.]
Sanaka sprach: Höre, Nārada, die Größe derer, deren Sinn der Hingabe an Hari zugetan ist. Wer vermöchte die Frommen, die dem Gedenken an Hari hingegeben sind, zu bedrängen?
harirāste mahābhāga hṛdaye śāntacetasām /
harināmaparāṇāṃ ca kimu dhyānaratātmanām
Hari weilt, o Hochbeglückter, im Herzen der Friedvollen und derer, die dem Namen Haris ergeben sind – wieviel mehr im Herzen derer, deren Sinn der Meditation hingegeben ist!
Wort für Wort
harirāste mahābhāga
Hari weilt, o Hochbeglückter
hṛdaye śāntacetasām
im Herzen der Friedvollen
harināmaparāṇāṃ ca
und derer, die dem Namen Haris ergeben sind
kimu dhyānaratātmanām
wieviel mehr derer, deren Sinn der Meditation hingegeben ist
Sei es einer, der der Śiva-Verehrung, oder einer, der der Viṣṇu-Verehrung ergeben ist – wo ein solcher weilt, dort eben weilen Lakṣmī und alle Gottheiten.
parapīḍāratā ye tu bhūtavetālakādayaḥ /
naśyanti yatra sadbhakto harilakṣmyarcane rataḥ
Diejenigen, die anderen Schaden zufügen wollen – Bhūtas, Vetālas und dergleichen – schwinden dahin, wo ein wahrer Verehrer der Verehrung von Hari und Lakṣmī hingegeben ist.
Wort für Wort
parapīḍāratā ye tu
diejenigen aber, die anderen Schaden zufügen wollen
Wo ein Sinnenbezwungener, allen Wohlgesonnener, dem Wirken des Dharma Ergebener weilt, dort eben sind alle Pilgerstätten und Gottheiten zugegen.
Wort für Wort
jitendriyaḥ sarvahito
der Sinnenbezwungene, allen Wohlgesonnene
dharmakarmaparāyaṇaḥ
dem Wirken des Dharma ergeben
yatra tiṣṭati tatraiva
wo er weilt, dort eben
sarvatīrthāni devatāḥ
alle Pilgerstätten und Gottheiten
[Anm.: Dem Vers geht im Quelltext die isolierte Silbe 'ṭa' voran, offenbar ein Fragment oder Druckfehler ohne erkennbaren Sinn; sie wurde nicht übersetzt.]
Für einen Augenblick oder auch nur einen halben Augenblick, wo die Yogins weilen, dort eben sind alle Segnungen, das ist eine Pilgerstätte, das ist ein Büßerhain.
Allein durch das Aussprechen von dessen Namen schwinden alle Übel; durch Lobpreisungen oder Verehrungsriten ebenso – wieviel mehr durch Meditation, wozu es noch zu sagen wäre?
Wort für Wort
yannāmoccāraṇādeva
allein durch das Aussprechen von dessen Namen
sarve naśyantyupadravāḥ
schwinden alle Übel
stotrairvāpyarhaṇābhirvā
durch Lobpreisungen oder Verehrungsriten
kimu dhyānena kathyate
wieviel mehr durch Meditation, wozu es zu sagen wäre
So wurde, o Brahmane, durch jenes Feuer der von den Asuras bevölkerte Wald verbrannt; jene Aditi aber wurde nicht verbrannt, durch Viṣṇus Diskus beschützt.
Wort für Wort
evaṃ tenāgninā vipra
so durch jenes Feuer, o Brahmane
dagdhaṃ sāsurakānanam
wurde der von den Asuras bevölkerte Wald verbrannt
sāditirnaiva dagdhābhūt
jene Aditi aber wurde nicht verbrannt
viṣṇucakrābhirakṣitā
durch Viṣṇus Diskus beschützt
[?] rakṣitā: im Quelltext getrennt als 'kṣitā' erscheinend.
Mit dem Glanz seiner beim leichten Lächeln aufblitzenden Zähne die Himmelsrichtungen erhellend, berührte er mit heilbringender Hand Kaśyapas Geliebte und sprach:
Wort für Wort
īṣadvāsyasphuraddantaprabhā
mit dem Glanz seiner beim leichten Lächeln aufblitzenden Zähne
śrībhagavānanuvāca
devamātaḥ prasanno 'smi tapasārādhitastvayā /
ciraṃ śrāntāsi bhadraṃ te bhaviśaṣyati na saṃśayaḥ
Der erhabene Herr sprach: O Göttermutter, ich bin zufrieden, durch Askese von dir verehrt. Lange bist du ermüdet gewesen – Heil wird dir widerfahren, daran ist kein Zweifel.
Aditi sprach: Verehrung dir, Herr der Götter der Götter, Allesdurchdringender, Janārdana, der du durch die Unterscheidung der Guṇas Sattva und der anderen die Ursache des Wirkens der Welt bist.
Wort für Wort
namaste devadeveśa
Verehrung dir, Herr der Götter der Götter
sarvavyāpiñjanārdanā
Allesdurchdringender, Janārdana
sattvādiguṇabhedena
durch die Unterscheidung der Guṇas Sattva und der anderen
namaste bahuparupāyārupāya ca mahātmane /
sarvaikaruparupāya nirguṇāya guṇātmane
Verehrung dir, dem Vielgestaltigen und dem Gestaltlosen, dem Hochgesinnten, dem in Allem Einen und Vielgestaltigen, dem Eigenschaftslosen, dessen Wesen doch die Eigenschaften sind.
Wort für Wort
namaste bahuparupāya
Verehrung dir, dem Vielgestaltigen
arupāya ca mahātmane
und dem Gestaltlosen, dem Hochgesinnten
sarvaikaruparupāya
dem in Allem Einen und Vielgestaltigen
nirguṇāya guṇātmane
dem Eigenschaftslosen, dessen Wesen die Eigenschaften sind
Ihn, dessen Anblick wunderbar ist, die Ursache des Wirkens der Māyā, die Gestalt der Welt, die Ursache der Welt, ihn verehre ich, den von allen Verehrten.
Ihn, durch dessen Verehrung des Blütenstaubs seiner Lotosfüße die Häupter der Weisen beschützt sind und die höchste Vollendung erlangten, ihn, den Gemahl der Lotosgöttin, verehre ich.
yasya brahmādayo devā mahimānaṃ na vai viduḥ /
atyāsannaṃ ca bhaktānāṃ taṃ vande bhaktasaṃginam
Dessen Größe selbst Brahmā und die anderen Götter fürwahr nicht kennen, und der seinen Verehrern ganz nahe ist, ihn, den Gefährten der Hingebungsvollen, verehre ich.
Wort für Wort
yasya brahmādayo devā
dessen Größe Brahmā und die anderen Götter
mahimānaṃ na vai viduḥ
fürwahr nicht kennen
atyāsannaṃ ca bhaktānāṃ
und der seinen Verehrern ganz nahe ist
taṃ vande bhaktasaṃginam
ihn verehre ich, den Gefährten der Hingebungsvollen
Der Gott, der Ozean des Mitleids, der denen, die alle Bindung aufgegeben haben, den Friedvollen, Verbindung mit sich selbst gewährt, ihn, den von Bindung freien Gott, verehre ich.
Den Herrn des Opfers, im Opferwerk fest gegründet, verehre ich, den Geber der Opferfrucht, den Erwecker des Opferwerks.
Wort für Wort
yajñeśvaraṃ
den Herrn des Opfers
yajñakarmasu niṣṭitam
im Opferwerk fest gegründet
namāmi yajñaphaladaṃ
verehre ich, den Geber der Opferfrucht
yajñakarmaprabodhakam
den Erwecker des Opferwerks
[Anm.: Der Vers wirkt metrisch/strukturell unvollständig gegenüber den sonst üblichen zwei vollen Pādas pro Zeile; möglicherweise fehlt im Quelltext ein Textteil.]
Der, obwohl im Herzenslotos weilend, den Unwürdigen wie fernstehend erscheint, dessen wahres Sein jenseits aller Erkenntnismittel ist – ihn, den Zeugen des Wissens, verehre ich.
Wort für Wort
hyatpahmastho 'pi
der, obwohl im Herzenslotos weilend
ayogyānāṃ dūrastha iva bhāsate
den Unwürdigen wie fernstehend erscheint
pramāṇātītasadbhāvas
dessen wahres Sein jenseits aller Erkenntnismittel ist
taṃ vande jñānasākṣiṇam
ihn verehre ich, den Zeugen des Wissens
[?] hyatpahmastho: wohl yat padmastho ('der im [Herzens-]Lotos weilende').
Aus dessen Mund der Brahmane entstand, aus seinen Armen der Kṣatriya entstand, aus seinen Schenkeln der Vaiśya entstand, aus seinen Füßen der Śūdra geboren wurde –
Wort für Wort
yanmukhaḥ brāhyaṇo jāto
aus dessen Mund der Brahmane entstand
bāhubhyāṃ kṣatriyo 'jani
aus den Armen entstand der Kṣatriya
ūrvorvaiśyaḥ samutpannaḥ
aus den Schenkeln entstand der Vaiśya
padbhyāṃ śūdro 'bhyajāyata
aus den Füßen wurde der Śūdra geboren
[?] drvāhyaṇo: wohl brāhmaṇo; padyāṃ: wohl padbhyāṃ. [Anm.: Anspielung auf den Puruṣasūkta-Mythos (Ṛgveda 10.90) von der Entstehung der vier Stände aus dem Urwesen.]
– aus dem Geist entstand der Mond, aus dem Auge entstand die Sonne, aus dem Mund entstand das Feuer und ebenso Indra, aus dem Atem wurde der Wind geboren.
Wort für Wort
manasaścandramā jāto
aus dem Geist entstand der Mond
jātaḥ sūryaśca cakṣuṣaḥ
und aus dem Auge entstand die Sonne
mukhādagnistathendraśca
aus dem Mund das Feuer und ebenso Indra
prāṇādvāyurajāyata
aus dem Atem wurde der Wind geboren
[Anm.: Fortsetzung des Puruṣasūkta-Motivs; vgl. Ṛgveda 10.90.13.]
ṛgyajuḥsāmarupāya satyasvaragatātmane /
ṣaḍaṅgarupiṇe tubhyaṃ bhūyobhūyo namo namaḥ
Dir, dessen Gestalt Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda sind, dessen Wesen im wahren Klang des Veda gegründet ist, dessen Gestalt die sechs Veda-Glieder sind – immer wieder Verehrung, Verehrung!
Du bist die Götter und ebenso die unbeweglichen Wesen, die Piśācas und die Rākṣasas, die Berge, Siddhas und Gandharvas, die Flüsse, die Erde und die Ozeane.
tvameva jagatāmīśo yatrāsi tvaṃ parātparaḥ /
tvadrūpamakhilaṃ deva tasmānnityaṃ namo 'stu te
Du allein bist der Herr der Welten, wo du bist, dort bist du der Höchste über dem Höchsten; deine Gestalt ist das Ganze, o Gott – deshalb sei dir immerdar Verehrung!
Wort für Wort
tvameva jagatāmīśo
du allein bist der Herr der Welten
yatrāsi tvaṃ parātparaḥ
wo du bist, dort bist du der Höchste über dem Höchsten
'O innerer Lenker, dessen Gestalt die Welt ist, Allwissender, höchster Herr – was ist dir, Herr der Śrī, unbekannt? Warum lässt du mich erst noch bitten, o Herr?'
Der erhabene Herr sprach: 'Ich bin zufrieden, Göttin, Heil sei dir – ich werde fürwahr dein Sohn sein, denn Zärtlichkeit für alle Söhne gleichermaßen ist selten, o Göttin.'
Wort für Wort
prīto 'smi devi bhadraṃ te
ich bin zufrieden, Göttin, Heil sei dir
bhaviṣyāmi suto hyaham
ich werde fürwahr dein Sohn sein
yataḥ sapantiputreṣu
denn für die Söhne aller [Lesung unsicher]
vātsalyaṃ devi durlabham
ist Zärtlichkeit selten, o Göttin
[?] sapantiputreṣu: Lesung unsicher, etwa 'für die Söhne aller [Gattinnen] gleichermaßen'.
Aditi sprach: 'Wie vermöchte ich fürwahr dich zu tragen, o Gott, den höchsten Urmenschen, an dessen Körperhaaren unzählige Welteneier hängen, den Herrn von allem, die Ursache von allem?'
mahāyātakayukto 'pi yannāmasmṛtimātrataḥ /
mucyate sa kathaṃ devogrāmyeṣu janimarhati
'Selbst der mit großen Sünden Behaftete wird allein durch das Gedenken an deinen Namen befreit – wie sollte da ein solcher Gott es verdienen, unter gewöhnlichen Wesen geboren zu werden?'
Sanaka sprach: Als er die von ihr gesprochenen Worte gehört hatte, sprach der Gott der Götter, Janārdana, der Göttermutter Schutz gewährend, dieses Wort:
Der erhabene Herr sprach: 'Wahr ist, was du gesagt hast, Hochbeglückte, daran besteht kein Zweifel. Dennoch höre, ich will dir etwas Geheimeres als das Geheimste verkünden, o Heilvolle.'
'Diejenigen meiner Verehrer, die frei von Leidenschaft und Hass, mir ergeben, frei von Missgunst und ohne Heuchelei sind, die tragen mich beständig in sich.'
Wort für Wort
rāgadveṣavihīnā ye
diejenigen, die frei von Leidenschaft und Hass sind
paropatāpavimukhāḥ śivabhaktiparāyaṇaḥ /
matkathāśravaṇāsaktā vahanti satataṃ hi mām
'Diejenigen, die sich abwenden, anderen Schmerz zuzufügen, die der Śiva-Hingabe ergeben sind, die dem Hören von Erzählungen über mich zugetan sind, die tragen mich fürwahr beständig.'
Wort für Wort
paropatāpavimukhāḥ
die sich abwenden, anderen Schmerz zuzufügen
śivabhaktiparāyaṇaḥ
die der Śiva-Hingabe ergeben sind
matkathāśravaṇāsaktā
die dem Hören von Erzählungen über mich zugetan sind
'Auch Frauen, die dem Gatten treu ergeben sind, ihn wie ihr eigenes Leben lieben, der Hingabe an den Gatten ergeben sind und Neid abgelegt haben, tragen mich, Göttin, beständig.'
Wort für Wort
pativratāḥ pariprāṇāḥ
dem Gatten treu ergeben, ihn wie ihr eigenes Leben liebend
puṇyatīrtharatā nityaṃ satsaṅganiratāstathā /
lokānugrahaśīlāśca satataṃ te vahanti mām
'Diejenigen, die stets den heiligen Pilgerstätten zugetan sind, ebenso der Gemeinschaft der Guten hingegeben, und deren Wesen darin besteht, der Welt Gutes zu tun, die tragen mich beständig.'
Wort für Wort
puṇyatīrtharatā nityaṃ
stets den heiligen Pilgerstätten zugetan
satsaṅganiratāstathā
ebenso der Gemeinschaft der Guten hingegeben
lokānugrahaśīlāśca
und deren Wesen darin besteht, der Welt Gutes zu tun
paropakāraviratāḥ paradravyaparāṅmukhāḥ /
naṣuṃsakāḥ parastrīṣu te vahanti ca māṃ sadā
'Diejenigen, die sich der Hilfeleistung für andere widmen, die sich vom Eigentum anderer abwenden, die gegenüber fremden Frauen wie machtlos sind, die tragen mich auch stets.'
Wort für Wort
paropakāraviratāḥ
die sich der Hilfeleistung für andere widmen
paradravyaparāṅmukhāḥ
die sich vom Eigentum anderer abwenden
naṣuṃsakāḥ parastrīṣu
die gegenüber fremden Frauen wie machtlos sind
te vahanti ca māṃ sadā
die tragen mich auch stets
[?] naṣuṃsakāḥ: wohl napuṃsakāḥ, hier im übertragenen Sinn von 'enthaltsam' verstanden.
tulasyupāsanaratāḥ sadā nāmaparāyaṇāḥ /
gorakṣaṇaparā ye ca satataṃ māṃ vahanti te
'Diejenigen, die der Tulasī-Verehrung zugetan sind, stets dem Gottesnamen ergeben, und die dem Schutz der Kühe zugetan sind, die tragen mich beständig.'
pratigrahanivṛttā ye parānnavimukhāstathā /
annodakapradātāro vahṝnti satataṃ hi mām
'Diejenigen, die vom unrechtmäßigen Annehmen von Geschenken abgelassen haben und die sich von fremder Speise abwenden, die Speise und Wasser spenden, die tragen mich fürwahr beständig.'
Wort für Wort
pratigrahanivṛttā ye
diejenigen, die vom Annehmen von Geschenken abgelassen haben
tvaṃ tu devi patiprāṇā sādhvī bhūtahite ratā /
saṃprāpya putrabhāvaṃ te sādhayiṣye manoratham
'Du aber, Göttin, dem Gatten wie dem eigenen Leben ergeben, tugendhaft, dem Wohl der Wesen zugetan, dir werde ich, nachdem ich die Sohnschaft erlangt habe, deinen Herzenswunsch erfüllen.'
Wort für Wort
tvaṃ tu devi patiprāṇā
du aber, Göttin, dem Gatten wie dem eigenen Leben ergeben
ityuktvā devedevaśo hyaditiṃ devamātaram /
dattvā kaṇṭhagatāṃ mālāmabhayaṃ ca tirodadhe
So zu Aditi, der Göttermutter, gesprochen habend, gab ihr der Gott der Götter seine um den Hals getragene Girlande und Schutz vor Furcht und verschwand.
sā tu saṃhṛṣṭamanasā devasīrdakṣanandinī /
praṇamya kamalākāntaṃ punaḥ svasthaānamāvrajat
Sie aber, hocherfreuten Sinnes, die Göttermutter, Dakṣas Tochter, verneigte sich vor dem Gemahl der Lotosgöttin und kehrte wieder an ihren eigenen Ort zurück.
Den Muschelhorn- und Diskusträger, friedvoll, strahlend wie inmitten der Mondscheibe, mit einem Krug voll Amṛta und Nahrung in der Hand, mit Namen Vāmana.
Wort für Wort
śaṅgacakradharaṃ śāntaṃ
den Muschelhorn- und Diskusträger, friedvoll
candramaṇḍalamadhyagam
inmitten der Mondscheibe [strahlend]
sudhākalaśadadhyannakaraṃ
mit einem Krug voll Amṛta und Nahrung in der Hand
vāmanasaṃjñitam
mit Namen Vāmana
[?] śaṅgacakradharaṃ: wohl śaṅkhacakradharaṃ. Die Zusammensetzung 'sudhākalaśadadhyannakaraṃ' bleibt in ihrer genauen Auflösung unsicher.
Als Kaśyapa erkannte, dass Hari, würdig des Lobpreises der Scharen der Weisen, der einzige Führer aller Welten, erschienen war, begann er, sich verneigend, die Hände gefaltet, überwältigt von Freude, ihn zu preisen.
Wort für Wort
stutyaṃ munigaṇairyuktaṃ
würdig des Lobpreises der Scharen der Weisen
sarvalokaikanāyakam
der einzige Führer aller Welten
āvirbhūtaṃ hariṃ jñātvā
als er erkannte, dass Hari erschienen war
kaśyapo harṣavihvalaḥ
Kaśyapa, überwältigt von Freude
praṇamya prañjalirbhūtva
sich verneigend, die Hände gefaltet
stotuṃ samupacakrame
begann er zu preisen
[Anm.: Der Vers umfasst im Quelltext drei Pādas statt der üblichen zwei.]
Kaśyapa sprach: Verehrung, Verehrung dir, der Ursache von allem; Verehrung, Verehrung dir, dem Beschützer des Ganzen; Verehrung, Verehrung dir, dem Führer der Unsterblichen; Verehrung, Verehrung dem Vernichter der Daityas.
Wort für Wort
namonamaste 'khilakāraṇāya
Verehrung, Verehrung dir, der Ursache von allem
namonamaste 'khailapālakāya
Verehrung, Verehrung dir, dem Beschützer des Ganzen
namonamaste 'maranāyakāya
Verehrung, Verehrung dir, dem Führer der Unsterblichen
Verehrung, Verehrung dem, der seinen Verehrern lieb ist; Verehrung, Verehrung dem, der von den Guten erfreut wird; Verehrung, Verehrung dem Vernichter der Bösen; Verehrung sei jenem, dem Herrn der Welt.
Wort für Wort
namonamo bhaktajanapriyāya
Verehrung, Verehrung dem, der seinen Verehrern lieb ist
namonamaḥ sajjanarañjitāya
Verehrung, Verehrung dem, der von den Guten erfreut wird
namonamaḥ kāraṇavāmanāya nārāyaṇāyāmitavikramāya /
saśārṅgacakrāsigadādhārāya namo 'stu tasmai puruṣottamāya
Verehrung, Verehrung dem aus einem Grund heraus Zwerggestaltigen, Nārāyaṇa, dem von unermesslicher Kraft, dem Träger von Bogen, Diskus, Schwert und Keule; Verehrung sei jenem, dem höchsten Menschen.
Wort für Wort
namonamaḥ kāraṇavāmanāya
Verehrung, Verehrung dem aus einem Grund heraus Zwerggestaltigen
namaḥ payorāśinivāsanāya namo 'stu saddhṛtkamalasthitāya /
namo 'stu sūryādyamitaprabhāya namonamaḥ puṇyakathāgatāya
Verehrung dem, der im Milchozean wohnt; Verehrung dem, der im Lotos des Herzens der Guten weilt; Verehrung dem, dessen Glanz unermesslich ist wie Sonne und Sterne; Verehrung, Verehrung dem, der in heiligen Erzählungen gegenwärtig ist.
Wort für Wort
namaḥ payorāśinivāsanāya
Verehrung dem, der im Milchozean wohnt
namo 'stu saddhṛtkamalasthitāya
Verehrung dem, der im Lotos des Herzens der Guten weilt
namo 'stu sūryādyamitaprabhāya
Verehrung dem, dessen Glanz unermesslich ist wie Sonne und Sterne
namonamaḥ puṇyakathāgatāya
Verehrung, Verehrung dem, der in heiligen Erzählungen gegenwärtig ist
namonamor'kenduvilocanāya namo 'stu te yajñaphalapradāya /
namo 'stu yajñāṅgavirājitāya namo 'stu te sajjanavallabhāya
Verehrung, Verehrung dem, dessen Augen Sonne und Mond sind; Verehrung dir, dem Geber der Opferfrucht; Verehrung dem, der von den Opfergliedern geschmückt wird; Verehrung dir, dem Geliebten der Guten.
Wort für Wort
namonamor'kenduvilocanāya
Verehrung, Verehrung dem, dessen Augen Sonne und Mond sind
namo 'stu te yajñaphalapradāya
Verehrung dir, dem Geber der Opferfrucht
namo 'stu yajñāṅgavirājitāya
Verehrung dem, der von den Opfergliedern geschmückt wird
namo jagatkāraṇakāraṇāya namo 'stu śabdādivivarjitāya /
namo 'stu te divyasukhapradāya namo namo bhaktamanogatāya
Verehrung der Ursache der Ursache der Welt; Verehrung dem, der frei ist von Klang und den anderen Sinnesqualitäten; Verehrung dir, dem Geber göttlichen Glücks; Verehrung, Verehrung dem, der in den Sinn der Verehrer eingeht.
Wort für Wort
namo jagatkāraṇakāraṇāya
Verehrung der Ursache der Ursache der Welt
namo 'stu śabdādivivarjitāya
Verehrung dem, der frei ist von Klang und den anderen [Sinnesqualitäten]
namo 'stu te divyasukhapradāya
Verehrung dir, dem Geber göttlichen Glücks
namo namo bhaktamanogatāya
Verehrung, Verehrung dem, der in den Sinn der Verehrer eingeht
namo 'stu te dhvāntavināśakāya namo 'stu śabdādivivarjitāya /
namo 'stu te dhvāntavināśakāya mandaradhārakāya /
namo 'stu te yajñavarāhanāmne namo hiraṇyākṣavidārakāya
Verehrung dir, dem Vertreiber der Finsternis; Verehrung dem, der frei ist von Klang und den anderen Sinnesqualitäten; Verehrung dir, dem Vertreiber der Finsternis, dem Träger des Mandara-Berges; Verehrung dir, dessen Name der Opfer-Eber ist, Verehrung dem Zerreißer des Hiraṇyākṣa.
Wort für Wort
namo 'stu te dhvāntavināśakāya
Verehrung dir, dem Vertreiber der Finsternis
namo 'stu śabdādivivarjitāya
Verehrung dem, der frei von Klang und dergleichen ist [Wiederholung aus V.77]
namo 'stu te dhvāntavināśakāya mandaradhārakāya
Verehrung dir, dem Vertreiber der Finsternis, dem Träger des Mandara-Berges
namo 'stu te yajñavarāhanāmne
Verehrung dir, dessen Name der Opfer-Eber ist
namo hiraṇyākṣavidārakāya
Verehrung dem Zerreißer des Hiraṇyākṣa
[Anm.: Der Vers ist im Quelltext ungewöhnlich lang (drei Pādas statt zwei) und enthält eine wörtliche Wiederholung der Wendung 'namo 'stu śabdādivivarjitāya' aus V.77 sowie eine Doppelung von 'namo 'stu te dhvāntavināśakāya'; vermutlich eine Schreiber-Dittographie. Beide Vorkommen wurden im sa-Feld dokumentiert, in der Übersetzung ohne weitere Kürzung wiedergegeben.]
namo 'stu te vāmanarupabhāje namo 'stu te kṣatrakulāntakāya /
namo 'stu te rāvaṇamardanāya namo 'stu te nandasutāgrajāya
Verehrung dir, der die Vāmana-Gestalt angenommen hat; Verehrung dir, dem Vernichter des Kṣatriya-Geschlechts; Verehrung dir, dem Zermalmer Rāvaṇas; Verehrung dir, dem älteren Bruder des Sohnes Nandas.
Wort für Wort
namo 'stu te vāmanarupabhāje
Verehrung dir, der die Vāmana-Gestalt angenommen hat
namo 'stu te kṣatrakulāntakāya
Verehrung dir, dem Vernichter des Kṣatriya-Geschlechts
namo 'stu te rāvaṇamardanāya
Verehrung dir, dem Zermalmer Rāvaṇas
namo 'stu te nandasutāgrajāya
Verehrung dir, dem älteren Bruder des Sohnes Nandas
[Anm.: Die Anrufung reiht mehrere Avatāra-Gestalten Viṣṇus aneinander: Vāmana, Paraśurāma ('Vernichter des Kṣatriya-Geschlechts'), Rāma ('Zermalmer Rāvaṇas') und Balarāma/Kṛṣṇa (bezogen auf Nandas Sohn Kṛṣṇa).]
Verehrung dir, Gemahl der Lotosgöttin, Verehrung dir, dem Geber des Glücks; dir, der die Not dessen vernichtet, der deiner gedenkt, immer wieder Verehrung, Verehrung!
Wort für Wort
namaste kamalākānta
Verehrung dir, Gemahl der Lotosgöttin
namaste sukhadāyine
Verehrung dir, dem Geber des Glücks
smṛtārtināśine tubhyaṃ
dir, der die Not dessen vernichtet, der deiner gedenkt
O Herr des Opfers, der du das Opfer anordnest, Vernichter der Opferhindernisse, Opfergestaltiger, du, dessen eigenes Wesen das Opfer ist – dich, das Opferglied, verehre ich mit einem Opfer.
Wort für Wort
yajñeśa yajñavinyāsa
o Herr des Opfers, der du das Opfer anordnest
yajñavinghavināśana
Vernichter der Opferhindernisse
yajñarupa yajadrūpa
Opfergestaltiger, [dessen Wesen] das Opfer[nde] ist
Der erhabene Herr sprach: 'Vater, ich bin zufrieden, Heil sei dir – von den Göttern verehrt wirst du sein; bald werde ich deinen ganzen Herzenswunsch erfüllen.'
Wort für Wort
tāta tuṣṭo 'smi bhadraṃ te
Vater, ich bin zufrieden, Heil sei dir
bhaviṣyati surārcitā
von den Göttern verehrt wirst du sein
acirātsādhayiṣyāmi
bald werde ich erfüllen
nikhilaṃ tvanmanoratham
deinen ganzen Herzenswunsch
[?] surārcitā: grammatische Form (Femininum) unpassend zum männlichen Adressaten Kaśyapa; sinngemäß übertragen.
pravṛddhaiśvaryardaityasya varttamāne mahākratau /
āmantrya mātāpitarau sa baṭurvāmano yayau
Während das große Opfer des an Herrschermacht gewachsenen Daitya stattfand, bat jener Vāmana, in Gestalt eines Brahmanenschülers, Vater und Mutter um Erlaubnis und zog los.
Sei er von schlechtem oder gutem Wandel, sei er einfältig oder wohlgesonnen – wer der Hingabe verbunden ist, in dessen Innerem weilt Hari stets nahe gegenwärtig.
Als die Weisen, die mit dem Auge der Erkenntnis begabt waren, den herankommenden Vāmana erblickten und erkannten, dass es der Gott Nārāyaṇa war, erhoben sie sich, zusammen mit den Versammelten.
Śukra sprach: 'Oh, oh Herr der Daityas, Gütiger, der Rauber deiner Herrschermacht ist es fürwahr, der als Sohn der Aditi geboren, in Vāmana-Gestalt, Viṣṇu.'
'Die eigene Einsicht bringt Glück, die Einsicht des Guru ganz besonders; die Einsicht eines Fremden führt zum Verderben, die Einsicht einer Frau bringt den Untergang.'
Bali sprach: 'So sollst du nicht sprechen, Guru, das wäre dem Pfad des Dharma zuwider. Was könnte höher sein als die Gunst, dass Viṣṇu selbst annimmt?'
kurvanti viduṣo yajñānviṣṇuprīṇanakāraṇāt /
sa cetsākṣāddhavirbhogī mattaḥ ko 'bhyadhiko bhuvī
'Die Weisen vollziehen Opfer aus dem Grund, Viṣṇu zu erfreuen; wenn er nun selbst leibhaftig der Genießer des Opferschmalzes wird, wer wäre dann mehr gesegnet als ich auf Erden?'
Wort für Wort
kurvanti viduṣo yajñān
die Weisen vollziehen Opfer
viṣṇuprīṇanakāraṇāt
aus dem Grund, Viṣṇu zu erfreuen
sa cetsākṣāddhavirbhogī
wenn er selbst leibhaftig der Genießer des Opferschmalzes wird
'Was auch immer dem Feuer oder einem Brahmanen als Opferschmalz dargebracht wird, o Guru, mit Hingabe an Hari, o Hochbeglückter, dadurch wird Viṣṇu zufrieden.'
Wort für Wort
agnau vā brahmaṇe vāpi
dem Feuer oder auch einem Brahmanen
hūyate yadvavirguro
was auch immer als Opferschmalz dargebracht wird, o Guru
Als er ihn erblickte, dem Glanz von zehn Millionen Sonnen gleich, mit wohlgeformten, schönen Gliedern, erhob sich Bali sogleich und empfing Vāmana mit gefalteten Händen.
Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā koṭisūryābhaṃ
ihn erblickend, dem Glanz von zehn Millionen Sonnen gleich
dattvāsanaṃ ca prakṣālya pādau vāmanarupiṇam /
sakuṭuṃbo vahanmūrdhnā paramāṃ mudamātpavān
Er gab ihm, dem in Vāmana-Gestalt Erschienenen, einen Sitz und wusch ihm die Füße; mitsamt seiner Familie, das geweihte Wasser auf dem Haupt tragend, erlangte er höchste Freude.
Nachdem Bali diesem Viṣṇu, dem Wohnort der Welt, gebührend Ehrenwasser dargebracht hatte, sprach er, mit vor Rührung gesträubten Körperhärchen, mit Freudentränen in den Augen:
Wort für Wort
viṣṇave 'smai jagaddhānme
diesem Viṣṇu, dem Wohnort der Welt
dattvārghyaṃ vidhivadūliḥ
nachdem Bali gebührend Ehrenwasser dargebracht hatte
romāñcitatanurbhūtvā
mit vor Rührung gesträubten Körperhärchen
harṣāśrunayano 'bravīt
mit Freudentränen in den Augen sprach er
[?] jagaddhānme: wohl jagaddhāmne; ūliḥ: wohl baliḥ.
baliruvāca
adya me saphalaṃ janma adya me saphalo maravaḥ /
jīvitaṃ saphalaṃ me 'dya kṛtārtho 'smi na saṃśayaḥ
Bali sprach: 'Heute ist meine Geburt fruchtbringend, heute ist mein ganzes Streben fruchtbringend, heute ist mein Leben fruchtbringend – ich bin am Ziel angelangt, daran ist kein Zweifel.'
Wort für Wort
adya me saphalaṃ janma
heute ist meine Geburt fruchtbringend
adya me saphalo maravaḥ
heute ist mein Streben fruchtbringend
jīvitaṃ saphalaṃ me 'dya
heute ist mein Leben fruchtbringend
kṛtārtho 'smi na saṃśayaḥ
ich bin am Ziel angelangt, daran ist kein Zweifel
[?] maravaḥ: Sinn/Lesung unsicher, sinngemäß als 'Streben' wiedergegeben.
'Ein unfehlbarer Regen von Amṛta, überaus schwer zu erlangen, ist zu mir gekommen; allein durch dein Kommen ist ein mühelos erlangtes großes Fest angebrochen.'
ete ca ṛṣayaḥ sarve kṛtārthāṃ nātra saṃśayaḥ /
yaiḥ pūrvaṃ hi tapastaptaṃ tadadya saphalaṃ prabho
'Und alle diese Weisen sind am Ziel angelangt, daran ist kein Zweifel; die Askese, die sie zuvor geübt haben, ist heute fruchtbringend geworden, o Herr.'
'Ich bin am Ziel angelangt, ich bin am Ziel angelangt, ich bin am Ziel angelangt, daran ist kein Zweifel; deshalb sei dir Verehrung, dir Verehrung, dir Verehrung, dir Verehrung, Verehrung!'
Dies gehört habend, sprach Bali: 'Du hast nicht um ein Königreich gebeten, weder um ein Dorf noch um eine Stadt noch um Reichtum – was hast du da eigentlich getan?'
Der erhabene Herr sprach: 'Höre, Fürst der Daityas, ich will dir etwas Geheimeres als das Allergeheimste verkünden: Wozu bedarf es für die, die frei von aller Anhaftung sind, äußerer Mittel? Sag mir das.'
ahaṃ tu sarvabhūtānāmantaryāmīti bhāvaya /
mayi sarvamidaṃ daitya kimanyaiḥ sādhyate vada
'Ich aber bin der innere Lenker aller Wesen – so erkenne es. In mir ist dieses Ganze, o Daitya; was soll durch anderes Mittel erlangt werden – sag mir das.'
Wort für Wort
ahaṃ tu sarvabhūtānām
ich aber aller Wesen
antaryāmīti bhāvaya
bin der innere Lenker, so erkenne es
mayi sarvamidaṃ daitya
in mir ist dieses Ganze, o Daitya
kimanyaiḥ sādhyate vada
was soll durch anderes erlangt werden, sag mir das
'Für die, die frei von Leidenschaft und Hass, friedvoll, die die Māyā abgelegt haben, deren Wesen ewige Wonne ist – was soll für sie durch anderen Reichtum erlangt werden?'
Wort für Wort
rāgadveṣavihīnānāṃ śāntānāṃ
für die, die frei von Leidenschaft und Hass, friedvoll sind
ātmavatsarvabhūtāni paśyatāṃ śāntacetasām /
abhinnamātmanaḥ sarvaṃ ko dātā dīyate ca kim
'Für die Friedvollen, die alle Wesen wie sich selbst betrachten, für die alles vom eigenen Selbst ununterschieden ist – wer ist da noch Geber, und was wird da noch gegeben?'
'Diese Erde untersteht der Macht des Kṣatriya, so ist es in den Lehrschriften festgelegt; alle, die sich seinem Befehl unterstellen, erlangen höchstes Glück.'
'Auch von den Weisen ist ein Sechstel dem Herrscher der Erde zu geben, o Bali; diese Erde aber ist den Brahmanen gänzlich zu geben, mit allem Bemühen.'
'Wer selbst nur ein winziges Stück Land einem Śrotriya, der das heilige Feuer errichtet hat, gibt, erlangt die Welt Brahmās, aus der eine Rückkehr selten ist.'
Wort für Wort
svalpāmapi mahīṃ dattvā
selbst nur ein winziges Stück Land gebend
śrotriyāyāhitāgnaye
einem Śrotriya, der das heilige Feuer errichtet hat
bhūmidaḥ sarvadaḥ prokto bhūmido mokṣabhāgbhavet /
atidānaṃ tu tajjñeyaṃ sarvapāpapraṇāśanam
'Der Landspender wird „der alles Spendende“ genannt, der Landspender wird Anteil an der Erlösung erlangen; als die überragende Gabe aber ist dies zu erkennen, die alle Sünden völlig vernichtet.'
Wort für Wort
bhūmidaḥ sarvadaḥ prokto
der Landspender wird 'der alles Spendende' genannt
bhūmido mokṣabhāgbhavet
der Landspender wird Anteil an der Erlösung erlangen
'Wer einem Zweifachgeborenen ohne Lebensgrundlage Land gibt, o Bali, dessen verdienstvolle Frucht zu benennen bin ich selbst mit hundert Jahren nicht imstande.'
'Wer einem, der der Götterverehrung zugetan, doch ohne Lebensgrundlage ist, o Herr der Daityas, selbst nur ein winziges Stück Land gibt, der ist gleichsam selbst Viṣṇu, daran ist kein Zweifel.'
'Gibt man einem der Götterverehrung zugetanen Brahmanen ein Āḍhaka großes Stück Land, so erlangt man die Frucht eines dreinächtigen Bades in der Gaṅgā.'
gaṅgātīrthāśvamedhānāṃ śatāni vidhivannaraḥ /
kṛtvā yatphalamānpoti tadāpnoti sa puṣkalam
'Die Frucht, die ein Mensch erlangt, wenn er vorschriftsmäßig hundert Roßopfer an den Pilgerstätten der Gaṅgā vollzieht, eben die erlangt er reichlich allein durch diese Landgabe.'
'Pfui über die Geburt eines Mannes mit vielen Nachkommen, wenn sie ohne Wohlstand ist! Ach, Tugenden, Sanftmut, Gelehrsamkeit, Geburt in edler Familie –'
'– Schüler und alle Menschen verlassen den, der ohne Wohlstand ist; sei es ein Caṇḍāla oder ein Brahmane, nur wer vom Glück begünstigt ist, wird verehrt.'
'Ein armer Mensch wird in der Welt wie eine Leiche von den Leuten verachtet; ach, wer aber mit Reichtum ausgestattet ist, sei er hartherzig oder nicht hartherzig –'
guṇahīno 'pi guṇavānmūrkho vāpyatha paṇḍitaḥ /
aiśvaryaguṇayuktaścetpūjya eva na saṃśayaḥ
'– ob ohne Tugend oder tugendhaft, töricht oder gelehrt: wenn er mit der Eigenschaft des Wohlstands ausgestattet ist, wird er eben verehrt, daran ist kein Zweifel.'
Wort für Wort
guṇahīno 'pi guṇavān
ohne Tugend oder tugendhaft
mūrkho vāpyatha paṇḍitaḥ
töricht oder auch gelehrt
aiśvaryaguṇayuktaścet
wenn er mit der Eigenschaft des Wohlstands ausgestattet ist
'Diejenigen, die durch Hoffnung zu Sklaven werden, sind Sklaven der ganzen Welt; wessen Sklavin aber die Hoffnung selbst ist, deren Sklave wird die Welt.'
Wort für Wort
āśayādāsā ye
diejenigen, die durch Hoffnung zu Sklaven werden
dāsāste sarvalokasya
sind Sklaven der ganzen Welt
āśā dāsī yeṣāṃ
wessen Sklavin die Hoffnung ist
teṣāṃ dāsāyate lokaḥ
deren Sklave wird die Welt
[Anm.: Pāda-Grenzen und genauer Wortlaut dieses Verses sind im Quelltext unklar/verkürzt überliefert; sinngemäß wiedergegeben.]
māno hi mahatāṃ loke dhanamakṣayamucyate /
tasminnāśākhyaripuṇā māne naṣṭe daridratā
'Die Ehre der Großen in der Welt wird fürwahr unvergänglicher Reichtum genannt; wenn durch jenen Feind namens Hoffnung die Ehre zunichtegemacht ist, herrscht Armut.'
Wort für Wort
māno hi mahatāṃ loke
die Ehre der Großen in der Welt fürwahr
dhanamakṣayamucyate
wird unvergänglicher Reichtum genannt
tasminnāśākhyaripuṇā
durch jenen Feind namens Hoffnung
māne naṣṭe daridratā
wenn die Ehre zunichtegemacht ist, [herrscht] Armut
sarvaśāstrārthavettāpi daridro bhāti mūrkhavat /
naiṣkiñcanyamahāgrāhagrastānāṃ ko vimocacakaḥ
'Selbst der Kenner des Sinns aller Lehrschriften erscheint, wenn er arm ist, wie ein Tor; wer ist der Befreier für die, die vom großen Krokodil der Mittellosigkeit verschlungen sind?'
Wort für Wort
sarvaśāstrārthavettāpi
selbst der Kenner des Sinns aller Lehrschriften
daridro bhāti mūrkhavat
erscheint, wenn arm, wie ein Tor
naiṣkiñcanyamahāgrāhagrastānāṃ
für die, die vom großen Krokodil der Mittellosigkeit verschlungen sind
So gesprochen habend, sann Bhadramati, der Kenner des Sinns aller Lehrschriften, darauf im Geiste über einen anderen, wohlstandsspendenden Dharma nach.
– zog er, zusammen mit Gattin und Kindern, zur Stadt mit Namen Kauśāmbī, zu dem Brahmanenfürsten mit Namen Sughoṣa, der mit allem Wohlstand ausgestattet war.
Dorthin gegangen, bat er um ein Stück Land, fünf Handspannen groß, o Bali. Sughoṣa, dem Dharma zugetan, erblickte ihn, wie er kam mitsamt seiner Familie,
Wort für Wort
gatvā yācitavānbhūmiṃ
dorthin gegangen, bat er um Land
pañcahastāyatāṃ bale
fünf Handspannen groß, o Bali
sughoṣo dharmaniratastaṃ nirīkṣya
Sughoṣa, dem Dharma zugetan, ihn erblickend
kuṭumbikram
mitsamt der Familie [?]
[?] kuṭumbikram: Lesung unsicher, sinngemäß als 'mit Familie' wiedergegeben.
gab jenem, der Hochgesinnte, ein fünf Handspannen bemessenes Stück Land – die heilige, Viṣṇu gehörige Erde, die von Viṣṇu behütete Erde.
Wort für Wort
pañcahastamitāṃ bhūmiṃ
ein fünf Handspannen bemessenes Stück Land
dadau tasmai mahāmatiḥ
gab er jenem, der Hochgesinnte
pṛthivī vaiṣṇavī puṇyā
die heilige, Viṣṇu gehörige Erde
pṛthivīṃ viṣṇupālitā
die von Viṣṇu behütete Erde
[Anm.: Die zweite Vershälfte wirkt syntaktisch angehängt/elliptisch, mit zwei parallelen Umschreibungen der 'Erde' ohne eigenes Verb; sinngemäß als Apposition wiedergegeben.]
pṛthivyāstu pradānena prīyatāṃ me janārdanaḥ /
mantreṇānena daityendra sughoṣastaṃ dvijottamam
'Durch die Gabe der Erde möge Janārdana mir zufrieden sein' – mit diesem Spruch, o Fürst der Daityas, wandte sich Sughoṣa jenem besten der Zweifachgeborenen zu,
– ihn mit dem Gedanken an Viṣṇu verehrend, gab er jenes Stück Erde. Auch jener Brahmane Bhadramati, nachdem er das von dem Verständigen erbetene Land erhalten hatte,
– jenes Land gab Bhadramati seinerseits einem Hari ergebenen, vedakundigen [Brahmanen] mit Familie weiter. Sughoṣa [seinerseits gelangte] durch seine Landschenkung, mitsamt Millionen seiner Geschlechtsangehörigen,
Wort für Wort
dattavānharibhaktāya
gegeben habend einem Hari-Verehrer
śrotriyāya kuṭumbine
einem vedakundigen [Brahmanen] mit Familie
sughoṣo bhūmidānena
Sughoṣa, durch die Landschenkung
koṭivaṃśasamanvitaḥ
mitsamt Millionen seiner Geschlechtsangehörigen
[Anm.: Die Bezüge zwischen Bhadramati und Sughoṣa sind in V.166-168 im Quelltext nicht eindeutig aufgelöst (Subjektwechsel ohne klare Kennzeichnung); die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Lesart, wonach Bhadramati das erhaltene Land an einen weiteren Hari-Verehrer weiterschenkt und dadurch auch dem ursprünglichen Geber Sughoṣa Verdienst zufließt.]
– gelangte zu Viṣṇus Wohnstatt, wohin gegangen man nicht mehr trauert. Und auch Bhadramati, o Bali, da er [nur] um dieses [Land als] Wohlstand gebeten hatte,
Wort für Wort
prapede viṣṇubhavanaṃ
gelangte zu Viṣṇus Wohnstatt
yatra gatvā na śocati
wohin gegangen man nicht mehr trauert
bale bhadramatiścāpi
und auch Bhadramati, o Bali
yataḥ prārthitavāñchriyam
da er um diesen Wohlstand gebeten hatte
[?] prārthitavāñchriyam: Lesung/Sinn unsicher, sinngemäß als 'da er [nur] um diesen [bescheidenen] Wohlstand gebeten hatte' wiedergegeben.
– weilte, mitsamt seiner Familie, für zehntausend Zeitalter in Viṣṇus Wohnstatt; ebenso weilte er in der Wohnstatt Brahmās für zehn Millionen mal zehntausend Zeitalter.
Wort für Wort
sthitavānviṣṇubhavane
weilte in Viṣṇus Wohnstatt
sakuṭumbo yugāyutam
mitsamt seiner Familie für zehntausend Zeitalter
tathaiva brahmasadane
ebenso in der Wohnstatt Brahmās
sthitvā koṭiyugāyutam
weilend für zehn Millionen mal zehntausend Zeitalter
jātismaro mahābhāgo bubhuje bhogamuttamam /
tato bhadramatirdaitya niṣkāmo viṣṇutatparaḥ
– genoss der Hochbeglückte, sich an frühere Geburten erinnernd, den vorzüglichsten Genuss. Darauf, o Daitya, frei von Begierde, Viṣṇu ergeben, Bhadramati
Wort für Wort
jātismaro mahābhāgo
sich an frühere Geburten erinnernd, der Hochbeglückte
– gewährte er, dem mit Millionen seiner Geschlechtsangehörigen vereint war, die unübertreffliche Erlösung. Deshalb, Herr der Daityas, mir, dem ganzen Dharma Ergebenen,
Wort für Wort
koṭivaṃśasametasya
dem mit Millionen seiner Geschlechtsangehörigen vereint war
dadau mokṣamanuttamam
gewährte er die unübertreffliche Erlösung
tasmāddaityapate mahyaṃ
deshalb, Herr der Daityas, mir
sarvadharmaparāyaṇa
dem ganzen Dharma Ergebenen
[Anm.: Ab hier kehrt die Rede zur Rahmenerzählung zurück: Vāmana, der Bali diese ganze Geschichte von Bhadramati erzählt hat, wendet die Lehre nun auf die eigene, gegenwärtige Bitte um Land an.]
tapaścariṣyemokṣāya dehi me tripadāṃ mahīm /
vairocanistato dṛṣṭaḥ kalaśaṃ jalapūritam
'– ich werde Askese üben, zur Erlösung; gib mir ein mit drei Schritten bemessenes Stück Erde.' Darauf ergriff der Sohn Virocanas einen mit Wasser gefüllten Krug,
Wort für Wort
tapaścariṣyemokṣāya
ich werde Askese üben, zur Erlösung
dehi me tripadāṃ mahīm
gib mir ein mit drei Schritten bemessenes Stück Erde
vairocanistato dṛṣṭaḥ
darauf der Sohn Virocanas
kalaśaṃ jalapūritam
einen mit Wasser gefüllten Krug [ergriff er]
[?] dṛṣṭaḥ: Sinn sinngemäß als 'ergriff' wiedergegeben (vgl. V.174 'ādade').
– und ließ etwas in die Spitze des Darbha-Grashalms eindringen, der sich in Kāvyas Hand befand; an der Spitze des Darbha-Halms entstand eine große Waffe, dem Glanz von zehn Millionen Sonnen gleich.
Wort für Wort
kāvyaṃ hastasthadarbhāgraṃ
Kāvya, mit der Spitze eines Darbha-Grashalms in der Hand
tacchare saṃnyaveśayat
ließ [Viṣṇu etwas] in jenen [Halm] eindringen
darbhāgre 'bhūnmahāśāstraṃ
an der Spitze des Darbha-Halms entstand eine große Waffe
koṭisūryasamaprabham
dem Glanz von zehn Millionen Sonnen gleich
[Anm.: Anspielung auf die bekannte Episode, in der Śukra (Kāvya) sich in subtiler Gestalt in die Tülle des Wasserkrugs begibt, um den Wasserfluss – und damit die rechtsgültige Schenkung – zu blockieren; Viṣṇu durchbohrt daraufhin mit einem Kuśa-Grashalm die Tülle und verletzt dabei Śukras Auge.]
Die unfehlbare, überaus schreckliche Brahman-Waffe, begierig, Kāvyas Auge zu verschlingen, traf ihn – der Bhārgava näherte sich darauf einäugig den Göttern und Asuras.
Wort für Wort
amodhaṃ brahmamatyugraṃ
die unfehlbare, überaus schreckliche Brahman-Waffe
kāvyākṣigrāsalolupam
begierig, Kāvyas Auge zu verschlingen
āyāya bhārgavasurānasurān
der Bhārgava näherte sich den Göttern und Asuras
ekacakṣuṣā
einäugig
[Anm.: Der Vers ist im Quelltext syntaktisch stark verkürzt/schwer auflösbar; die Übersetzung folgt dem bekannten Mythos (Śukras Verlust eines Auges) sinngemäß.]
sa ābrahmakaṭāhāntapadānyetāni saprabhaḥ /
pādāṅkuṣṭāgranirbhinnaṃ brahmāṇḍaṃ vibhide dvidhā
Er, dessen Schritte, leuchtend, bis zum Rand der Brahmā-Schale reichten – von der Spitze seiner Fußzehe durchbohrt, spaltete sich das Weltenei entzwei.
Wort für Wort
sa ābrahmakaṭāhāntapadānyetāni saprabhaḥ
er, dessen leuchtende Schritte bis zum Rand der Brahmā-Schale reichten
Durch jene Öffnung kam das äußere Wasser des kosmischen Ozeans in vielen Strömen herbei – das Wasser, das Viṣṇus Fuß gewaschen hatte, rein, die Welt reinigend.
Außerhalb des Weltenei-Wohnorts nahm es die Gestalt eines Wasserstroms an; jenes Wasser, das vorzüglichste Reinigungsmittel, reinigte die Götter, Brahmā und die anderen.
– und, von den wahren Weisen verehrt, fiel es auf den Gipfel des Meru.
Wort für Wort
satparṣisevitaṃ caiva
und von den wahren Weisen verehrt
nyapatanmerumūrddhani
fiel es auf den Gipfel des Meru
[Anm.: Im Quelltext ist zu V.182 nur eine Halbzeile (ein Pāda) überliefert.] [?] satparṣisevitaṃ: wohl satparṣisevitaṃ = satpuruṣasevitaṃ / satparṣi für 'satṛṣi'.
devā ūcuḥ
namaḥ pareśāya parātmarupiṇe parātparāyāpararupadhāriṇe /
brahmātmane brahmaratātmabuddhaye namo 'stu te 'vyāhatakarmaśīline
Die Götter sprachen: Verehrung dem höchsten Herrn, dessen Gestalt das höchste Selbst ist, dem noch Höheren als der Höchste, dem Träger der niederen Gestalt; dem, dessen Wesen das Brahman ist, dessen Einsicht dem Brahman zugetan ist – Verehrung sei dir, dessen Wirken ungehindert ist.
Wort für Wort
namaḥ pareśāya parātmarupiṇe
Verehrung dem höchsten Herrn, dessen Gestalt das höchste Selbst ist
parātparāyāpararupadhāriṇe
dem noch Höheren als der Höchste, dem Träger der niederen Gestalt
brahmātmane brahmaratātmabuddhaye
dem, dessen Wesen das Brahman ist, dessen Einsicht dem Brahman zugetan ist
pareśa paramānanda paramātmanparātpara /
sarvātmane jaganmūrtte pramāṇātīta te namaḥ
O höchster Herr, höchste Wonne, höchste Seele, Höherer als der Höchste; dem Selbst von allem, dessen Gestalt die Welt ist, dem jenseits aller Erkenntnismittel Stehenden sei Verehrung dir.
Wort für Wort
pareśa paramānanda
o höchster Herr, höchste Wonne
paramātmanparātpara
höchste Seele, Höherer als der Höchste
sarvātmane jaganmūrtte
dem Selbst von allem, dessen Gestalt die Welt ist
pramāṇātīta te namaḥ
dem jenseits aller Erkenntnismittel Stehenden sei Verehrung dir
Dir, dessen Auge nach allen Seiten gerichtet ist, Verehrung; dessen Arm nach allen Seiten reicht; dessen Haupt nach allen Seiten ist, und dessen Gang nach allen Seiten führt, Verehrung.
Wort für Wort
viśvataśvakṣuṣe tubhyaṃ
dir, dessen Auge nach allen Seiten gerichtet ist
viśvato bāhave namaḥ
Verehrung [dir], dessen Arm nach allen Seiten reicht
viśvataḥ śirase caiva
und dessen Haupt nach allen Seiten ist
viśvato gataye namaḥ
Verehrung [dir], dessen Gang nach allen Seiten führt
[Anm.: Anklang an das Puruṣasūkta (Ṛgveda 10.90.1) bzw. an die Beschreibung des viśvatomukha/viśvarūpa.]
virocanātmajaṃ daityaṃ padaikārthaṃ babandha ha /
tataḥ prapannaṃ tu baliṃ jñātvā cāsmai rasātalam /
dadau tadvārapālaśca bhaktavaśyo babhūva ha
Den Daitya, den Sohn Virocanas, band er, um den dritten Schritt zu vollenden; als er darauf erkannte, dass Bali sich ihm ergeben hatte, gab er ihm die Unterwelt Rasātala und wurde fürwahr dessen Torwächter, den Verehrern gehorsam.
Wort für Wort
virocanātmajaṃ daityaṃ
den Daitya, den Sohn Virocanas
padaikārthaṃ babandha ha
band er, um den [dritten] Schritt zu vollenden
tataḥ prapannaṃ tu baliṃ jñātvā
als er erkannte, dass sich Bali ergeben hatte
cāsmai rasātalam dadau
gab er ihm die Unterwelt Rasātala
tadvārapālaśca bhaktavaśyo babhūva ha
und wurde dessen Torwächter, den Verehrern gehorsam
[Anm.: Der Vers umfasst im Quelltext drei Pādas statt der üblichen zwei.]
Sanaka sprach: 'Was für Opferschmalz, ohne dass es dazu eingeladen wurde, dem Feuer geopfert wird, und was einem unwürdigen Empfänger gegeben wird, das ist ein furchtbares Mittel des Genusses.'
hutaṃ haviraśucinā dṛttaṃ satkarma yatkṛtam /
tatsarvaṃ tatra bhogārhamadhaḥ pātaphalapradam
'Das von einem Unreinen geopferte Opferschmalz, die Gabe, das gute Werk, das unrein vollzogen wurde – das alles wird dort zum Genussgegenstand für die, deren Frucht der Sturz in die Tiefe war.'
Wort für Wort
hutaṃ haviraśucinā
das von einem Unreinen geopferte Opferschmalz
dṛttaṃ satkarma yatkṛtam
die gegebene Gabe, das unrein vollzogene gute Werk
tatsarvaṃ tatra bhogārham
das alles wird dort zum Genussgegenstand
adhaḥ pātaphalapradam
für die, deren Frucht der Sturz in die Tiefe war
[Anm.: Erklärt, dass Bali in Rasātala von den 'verunreinigten' Opfergaben der Menschenwelt genährt wird.] [?] dṛttaṃ: wohl dattaṃ.
Von den Scharen der Unsterblichen verehrt, von den großen Weisen gepriesen, von den Gandharvas besungen, kehrte er wieder in seine Vāmana-Gestalt zurück.
Dies große Werk erblickend, verneigten sich die Weisen, die Verkünder des Brahman, einander mit lächelndem Antlitz ansehend, vor dem höchsten Menschen.