Kapitel 113: dvādaśamāsasthapañcamīvratanirūpaṇam
Darlegung der im Zwölf-Monats-Zyklus stehenden Pañcamī-Gelübde
Titel rekonstruiert aus dem Kolophon, der (quellenbedingt versetzt) am Kopf der Datei src_kap114_raw.txt erscheint („...dvādaśamāsasthapañcamīvratanirūpaṇaṃ nāma caturdaśādhikaśatatamo 'dhyāyaḥ“) und inhaltlich eindeutig Kapitel 113 zuzuordnen ist; vgl. Anmerkung zu Kapitel 109. Zwei Verse (V33, V49) sind in der Quelle nur als Halbvers überliefert.
Sanātana sprach: Höre, Brahmane, ich werde die Gelübde des fünften Mondtags (Pañcamī) verkünden, durch deren hingebungsvollen Vollzug man alle Wünsche erlangt.
Wort für Wort
sanātana uvāca
Sanātana sprach:
śṛṇu vipra pravakṣyāmi
höre, Brahmane, ich werde verkünden
pañcamyāste vratānyaham
ich die Gelübde des fünften Mondtags
yāni bhaktyā samāsthāya sarvānkāmānavāpnuyāt
durch deren hingebungsvollen Vollzug man alle Wünsche erlangt
Der eigentliche Kolophon des vorangehenden Kapitels (112, Caturthī-Vrata) erscheint quellenbedingt versetzt am Kopf dieser Datei und wurde nicht mitübersetzt (vgl. Anmerkung zu Kapitel 109).
Der fünfte helle Tag des Madhu (Caitra) wird 'Matsyajayantī' genannt; an diesem soll von den Hingebungsvollen die Verehrung der Fisch-Inkarnation als großes Fest vollzogen werden.
Wort für Wort
proktā matsyajayantī tu
wird 'Matsyajayantī' genannt
pañcamī madhuśuklagā
der fünfte helle Tag des Madhu
asyāṃ matsyāvatārārcā
an diesem die Verehrung der Fisch-Inkarnation
bhaktaiḥ kāryā mahotsavā
soll von den Hingebungsvollen als großes Fest vollzogen werden
śrīpañcamīti caiṣoktā tatra kāryaṃ śriyor'canam / gandhādyairupacāraistu naivedyaiḥ pāyasādibhiḥ
Sie wird auch 'Śrīpañcamī' genannt; dabei soll die Verehrung der Śrī vollzogen werden, mit Duftstoffen und anderen Ehrenerweisungen, sowie mit Speiseopfergaben, Milchreis und dergleichen.
die jeweils nach ihrer Vorschrift von denen vollzogen werden sollen, die die jeweilige Vollkommenheit begehren. Nun, am fünften Tag des Vaiśākha, soll der Mensch, nachdem er Śeṣa verehrt hat,
Wort für Wort
kāryaṃ tattadvidhānena
sollen jeweils nach ihrer Vorschrift vollzogen werden
tattatsiddhimabhīpsubhiḥ
von denen, die die jeweilige Vollkommenheit begehren
so entsteht fürwahr durch das Speisen von Brahmanen die Erlangung der Frucht aller Wünsche. Nun, am fünften Tag des Āṣāḍha, soll man den Wind, den Allgegenwärtigen, o Weiser,
grāmādbahirvinirgatya dharopasthe samāstitaḥ / dhvajaṃ ca pañcavarṇaṃ tu vaṃśadaṇḍāgrasaṃsthitam
(verehren), nachdem man aus dem Dorf hinausgegangen ist, auf der Erdoberfläche sitzend, und eine fünffarbige Flagge, an der Spitze eines Bambusstabs befestigt,
lokapālānsamabhyarcya kuryādvāyuparīkṣaṇam / prathamādiṣu yāmeṣu yo yo vāyuḥ pravartate
soll man, nachdem man die Weltenhüter verehrt hat, die Windprüfung vollziehen; in der ersten und den folgenden Nachtwachen, welcher Wind auch immer herrscht,
am Abend, nachdem man zu seinem eigenen Haus zurückgekehrt ist und, gesammelt, eine kleine Mahlzeit genommen hat, soll man, nachdem man sich vor den Weltenhütern verneigt hat, auf reinem Erdboden schlafen.
Wort für Wort
sāyamāgatya gehaṃ svaṃ
am Abend, nachdem man zu seinem eigenen Haus zurückgekehrt ist
bhuktvā svalpaṃ samāhitaḥ
nachdem man, gesammelt, eine kleine Mahlzeit genommen hat
lokapālānnamaskṛtya
nachdem man sich vor den Weltenhütern verneigt hat
aśubhe tu samutpanne śivapūjāparāyaṇaḥ / sopavāso nayedaṣṭayāmaṃ taddinameva vā
Wenn aber ein unheilvoller (Traum) entstanden ist, soll man, der Verehrung Śivas hingegeben, fastend, die acht Nachtwachen bzw. eben diesen Tag verbringen,
Wort für Wort
aśubhe tu samutpanne
wenn aber ein unheilvoller (Traum) entstanden ist
śivapūjāparāyaṇaḥ
der Verehrung Śivas hingegeben
sopavāso nayedaṣṭayāmaṃ
soll man, fastend, die acht Nachtwachen verbringen
nṛṇāṃ saubhāgyajanakamiha loke paratra ca / śrāvaṇe kṛṣṇapañcamyāṃ vrataṃ hyannasamṛddhidam
das den Menschen Glück verleiht, hier in dieser Welt und in der jenseitigen. Am fünften dunklen Tag des Śrāvaṇa gibt es fürwahr das Gelübde, das Fülle an Speise gewährt,
Wort für Wort
nṛṇāṃ saubhāgyajanakam
das den Menschen Glück verleiht
iha loke paratra ca
hier in dieser Welt und in der jenseitigen
śrāvaṇe kṛṣṇapañcamyāṃ
am fünften dunklen Tag des Śrāvaṇa
vrataṃ hyannasamṛddhidam
gibt es fürwahr das Gelübde, das Fülle an Speise gewährt
danach soll man dieses Wasser in ein anderes Gefäß herausnehmen und aufbewahren; am Morgen, wenn die Sonne aufgegangen ist, sollen die Ahnen sowie auch die Ṛṣis,
und die Götter verehrt werden; nachdem man sich gründlich gebadet hat, soll man die Speiseopfergabe vorne aufstellen und diese Speise den Bittstellern frohen Sinnes geben.
Wort für Wort
devāṃścābhyarcya susnātaṃ
und die Götter verehrt, nachdem man sich gründlich gebadet hat
sarvaṃ dinaṃ kṣipedevaṃ pradoṣe tu śivālaye / gatvā saṃpūjayeddevaṃ liṅgarūpiṇamīśvaram
So soll man den ganzen Tag verbringen; in der Abenddämmerung aber, nachdem man zum Śiva-Tempel gegangen ist, soll man den Gott, in Liṅga-Gestalt, den Herrn, verehren,
Wort für Wort
sarvaṃ dinaṃ kṣipedevaṃ
so soll man den ganzen Tag verbringen
pradoṣe tu śivālaye
in der Abenddämmerung aber zum Śiva-Tempel
gatvā saṃpūjayeddevaṃ
nachdem man gegangen ist, soll man den Gott verehren
mit Duftstoffen, Blumen und dergleichen recht; nachdem man Maheśvara verehrt hat, soll man die Fünfsilben-Wissenschaft hundert- oder auch tausendmal murmeln,
und, nachdem man das Murmelgebet dem Gott Bhava, dem, der die Gestalt des Werdens hat, dargebracht hat, ihn mit allen vedischen und Purāṇa-(Hymnen) preisen, ungestört,
Wort für Wort
japaṃ nivedya devāya
nachdem man das Murmelgebet dem Gott dargebracht hat
bhavāya bhavarūpiṇe
dem Bhava, dem, der die Gestalt des Werdens hat
stutvā sarvairvaundikaiśca
nachdem man mit allen vedischen (Hymnen) gepriesen hat
welche es geben mag – mit diesen möge ich in jeder Geburt reich sein.' So, nachdem man den Gott der Götter gebeten hat, soll man zu seinem eigenen Haus zurückkehren,
Wort für Wort
yāni syustaiḥ samṛddho 'haṃ
welche es geben mag – mit diesen möge ich reich sein
bhūyāṃ janmani janmani
möge ich sein, in jeder Geburt
evaṃ saṃprārthya deveśaṃ
so, nachdem man den Gott der Götter gebeten hat
gṛhamāgatya vai svakam
soll man fürwahr zu seinem eigenen Haus zurückkehren
und, nachdem man den Brahmanen und anderen gekochte Speise gegeben hat, schweigend essen. Dieses Speise-Gelübde, o Brahmane, von den Menschen nach Vorschrift vollzogen,
Wort für Wort
datvānnaṃ brāhmaṇādibhyaḥ
nachdem man den Brahmanen und anderen Speise gegeben hat
bewirkt Fülle aller Speisen und gewährt einen Weg in der jenseitigen Welt. Am fünften hellen Tag des Śrāvaṇa sollen von den dem Glauben ergebenen Menschen
Wort für Wort
sarvānnasaṃpajjanakaṃ
bewirkt Fülle aller Speisen
paraloke gatipradam
und gewährt einen Weg in der jenseitigen Welt
śrāvaṇe śuklapañcamyāṃ
am fünften hellen Tag des Śrāvaṇa
nṛbhirāstikyatatparaiḥ
von den dem Glauben ergebenen Menschen
śuklapañcajamyām liest die Quelle mit überzähliger Silbe für śuklapañcamyām; als Tippfehler belassen.
beiderseits der Tür sollen mit Kuhdung (Schlangenfiguren) [?] gezeichnet werden; mit Duftstoffen und dergleichen soll man diese verehren, und danach Indrāṇī,
Wort für Wort
dvārasyobhayato lekhyā
beiderseits der Tür sollen gezeichnet werden
gomayena viṣolbaṇāḥ [?]
mit Kuhdung, an Gift reiche [?] (Schlangenfiguren)
gandhādyaiḥ pūjayettāṃśca
mit Duftstoffen und dergleichen soll man diese verehren
tathendrāṇīmanantaram
und danach ebenso Indrāṇī
viṣolbaṇāḥ („an Gift reiche“) ist im Kontext unklar; vermutlich Bezug auf mit Kuhdung gezeichnete Schlangenfiguren (Nāgapañcamī-Brauch); mit [?] markiert.
nachdem man sie mit Gold, Silber und dergleichen, mit Quark, ungeschältem Reis, Kuśagras und Wasser verehrt hat, mit Duftstoffen, Blumen, sowie mit Räucherwerk, Lichtern und einer Fülle von Speiseopfergaben,
Wort für Wort
saṃpūjya svarṇarūpyādi
nachdem man mit Gold, Silber und dergleichen verehrt hat
tataḥ pradakṣiṇīkṛtya taddravyaṃ saṃpraṇamya ca / saṃprārthya bhaktibhāvena viprāgryeṣu samarpayet
danach, nachdem man die Umschreitung vollzogen und sich vor diesen Gegenständen verneigt hat, soll man, mit hingebungsvoller Gesinnung bittend, sie den vorzüglichsten Brahmanen übergeben,
Wort für Wort
tataḥ pradakṣiṇīkṛtya
danach, nachdem man die Umschreitung vollzogen hat
taddravyaṃ saṃpraṇamya ca
und sich vor diesen Gegenständen verneigt hat
saṃprārthya bhaktibhāvena
mit hingebungsvoller Gesinnung bittend
viprāgryeṣu samarpayet
soll man sie den vorzüglichsten Brahmanen übergeben
So, wenn man mit hingebungsvoller Gesinnung die Gegenstände gibt, o Nārada, wird der Herr der Schätze gnädig gestimmt, der Gold und dergleichen im Überfluss gewährt.
Nachdem der Mensch dieses Gelübde vollzogen und mit Hingabe Brahmanen gespeist hat, soll er danach selbst essen, zusammen mit Gattin, Kindern und Freunden [?].
Wort für Wort
etadvrataṃ naraḥ kṛtvā
nachdem der Mensch dieses Gelübde vollzogen hat
viprānsaṃbhojya bhaktitaḥ
und mit Hingabe Brahmanen gespeist hat
paścātsvayaṃ ca bhuñjīta
soll er danach selbst essen
dārāpatyasuhṛddṛtaḥ [?]
zusammen mit [?] Gattin, Kindern und Freunden
dṛtaḥ ist unklar überliefert; sinngemäß im Anschluss an dārāpatyasuhṛd- als 'zusammen mit' (etwa yutaḥ) gedeutet; mit [?] markiert.
Am fünften dunklen Tag des Bhādra aber soll man die Schlangen mit Milch sättigen...
Wort für Wort
bhādre tu kṛṣṇapañcamyāṃ
am fünften dunklen Tag des Bhādra aber
nāgān kṣīreṇa tarpayet
soll man die Schlangen mit Milch sättigen
V33 ist im Quelltext nur mit einer einzigen Halbzeile überliefert; der zweite Halbvers fehlt in der Quelle (vgl. dieselbe Anomalie bei V11/V40 in Kapitel 112 und V20 in Kapitel 110).
wessen (Familie dies tut), dessen Geschlecht ist bis zur siebten Generation völlig sicher vor Schlangen. Am fünften hellen Tag des Bhādra soll man die besten der Ṛṣis verehren,
Wort für Wort
yastasyā'saptamaṃ yāvat
wessen (Familie dies tut), dessen bis zur siebten (Generation)
nachdem man am Morgen im Fluss oder dergleichen gebadet und, unermüdlich, die tägliche Pflicht vollzogen hat; nachdem man nach Hause zurückgekehrt ist, soll man mit Bemühen einen Altar aus Lehm anfertigen lassen,
Wort für Wort
prātarnadyādike snātvā
nachdem man am Morgen im Fluss oder dergleichen gebadet hat
kṛtvā nityamatandritaḥ
und, unermüdlich, die tägliche Pflicht vollzogen hat
gṛhamāgatya yatnena
nachdem man nach Hause zurückgekehrt ist, mit Bemühen
nachdem man ihn mit Kuhdung bestrichen und mit Blumen verschönert hat; nachdem man dort Kuśagras ausgebreitet hat, soll man die sieben Brahmanen-Ṛṣis verehren,
Wort für Wort
gomayenopalipyātha
nachdem man ihn mit Kuhdung bestrichen hat
kṛtvā puṣpopaśobhitām
und mit Blumen verschönert hat
tatrāstīrya kuśānvipra-
nachdem man dort Kuśagras ausgebreitet hat, die Brahmanen-
naivedyaṃ vipacedvīmānśyāmākādyairakṛṣṭakaiḥ / tannivedya visṛjyemānsvayaṃ cādyāttadeva hi
soll man ihnen die Speiseopfergabe kochen, mit Śyāmāka-Hirse und anderem ungepflügt Gewachsenem; nachdem man dies dargebracht und sie entlassen hat, soll man selbst eben davon essen.
Wort für Wort
naivedyaṃ vipacedvīmān
soll man ihnen die Speiseopfergabe kochen
śyāmākādyairakṛṣṭakaiḥ
mit Śyāmāka-Hirse und anderem ungepflügt Gewachsenem
tannivedya visṛjyemān
nachdem man dies dargebracht und sie entlassen hat
Nachdem man dies so nach dieser Vorschrift sieben Jahre lang, Jahr für Jahr, vollzogen hat, soll man am Ende des Gelübdes sieben vedakundige Lehrer erwählen,
nachdem man diese auf Wassertöpfen aufgestellt hat, aus Kupfer oder auch aus Ton, soll man sie nach Vorschrift und mit Hingabe je einzeln mit den fünf Nektarsubstanzen baden,
Wort für Wort
saṃsthāpya kalaśeṣvetāṃs
nachdem man diese auf Wassertöpfen aufgestellt hat
upacāraiḥ ṣoḍaśabhistataḥ saṃpūjya bhaktitaḥ / arghyaṃ datvā tato homaṃ tilavrīhiyavādibhiḥ
danach mit den sechzehn Ehrenerweisungen mit Hingabe verehren; nachdem man Ehrenwasser gegeben hat, soll man danach das Feueropfer mit Sesam, Reis, Gerste und dergleichen vollziehen,
Wort für Wort
upacāraiḥ ṣoḍaśabhistataḥ
danach mit den sechzehn Ehrenerweisungen
saṃpūjya bhaktitaḥ
soll man mit Hingabe verehren
arghyaṃ datvā tato homaṃ
nachdem man Ehrenwasser gegeben hat, danach das Feueropfer
mit dem verderbt überlieferten Vers [?], oder mit den jeweiligen Namen als Mantras einzeln, sowie auch mit anderen heilbringenden Mantras opfernd, soll man die Vollopfergabe vollziehen,
Wort für Wort
ṭhasahastomā'iti ṛkhā [?]
mit dem verderbt überlieferten Vers [?]
nāmanantraistu vā pṛthak
oder mit den jeweiligen Namen als Mantras einzeln
puṇyairmantraistathaivānyaiḥ
sowie auch mit anderen heilbringenden Mantras
hutvā pūrṇāhutiṃ caret
opfernd soll man die Vollopfergabe vollziehen
ṭhasahastomā'iti ṛkhā ist stark verderbt bzw. unklar überliefert (wohl Verweis auf einen bestimmten Ṛgveda-Vers/Stoma); mit [?] markiert.
anujñayā guroḥ paścānmūrtīrvipreṣu cārpayet / bhojayitvā tu tānbhaktyā praṇipatya visarjayet
und danach, mit Erlaubnis des Lehrers, die Abbilder den Brahmanen übergeben; nachdem man sie mit Hingabe gespeist hat, soll man sie, sich verneigend, entlassen.
tataśceṣṭaiḥ sahāsīnaḥ svayaṃ brāhmaṇaśeṣitam / bhuṅktvā vai ṣaḍrasopetaṃ pramudyātsaha bandhubhiḥ
Danach, zusammen mit den geliebten Verwandten sitzend, soll man selbst die von den Brahmanen übriggelassene, mit den sechs Geschmacksrichtungen versehene Speise essen und sich mit den Verwandten freuen.
Wort für Wort
tataśceṣṭaiḥ sahāsīnaḥ
danach, zusammen mit den geliebten (Verwandten) sitzend
svayaṃ brāhmaṇaśeṣitam
selbst die von den Brahmanen übriggelassene (Speise)
bhuṅktvā vai ṣaḍrasopetaṃ
nachdem man fürwahr die mit sechs Geschmacksrichtungen versehene gegessen hat
Nachdem man dieses (auf den Ganges bezogene?) [?] Gelübde vollzogen und die gewünschten Genüsse genossen hat, wird man durch die Gnade der Sieben Ṛṣis Fahrer eines vorzüglichen Himmelswagens.
Wort für Wort
etatkṛtvā vrataṃ gāṅgaṃ [?]
nachdem man dieses (auf den Ganges bezogene?) [?] Gelübde vollzogen hat
bhogānbhuktvātha vāñchitān
und danach die gewünschten Genüsse genossen hat
saptarṣīṇāṃ prasādena
durch die Gnade der Sieben Ṛṣis
vimānavarago bhavet
wird man Fahrer eines vorzüglichen Himmelswagens
gāṅgam („den Ganges betreffend“) passt inhaltlich nicht recht zum in diesem Abschnitt beschriebenen Sieben-Ṛṣi-Gelübde; möglicherweise Verschreibung für einen anderen Namen des Gelübdes; mit [?] markiert.
'Mit deinem Reittier, mit deiner Śakti versehen, Gewährerin von Gaben, wurdest du von mir verehrt; o Mutter, sei mir gnädig und gehe nun zu deinem eigenen Tempel.'
Am fünften hellen Tag des Kārtika soll das unübertreffliche Jayā-Gelübde vollzogen werden, zur Vernichtung von Sünde, mit Glauben, o bester der Brahmanen,
Welche Frucht durch das Bad beim Abschlussbad des Aśvamedha-Opfers gepriesen wird, diese Frucht erlangt man, o Brahmane, auch durch das Bad am Jayā-Tag.
Der Sohnlose erlangt einen Sohn, die Unfruchtbare erhält eine Schwangerschaft, der Kranke wird von der Krankheit befreit, der Gefangene wird aus der Gefangenschaft befreit.
mārgaśukle ca pañcamyāṃ nāgāniṣṭvā vidhānataḥ / nāgebhyo hyabhayaṃ labdhvā modate saha bāndhavaiḥ
Und am fünften hellen Tag des Mārga(śīrṣa), nachdem man die Schlangen nach Vorschrift verehrt hat, erlangt man von den Schlangen Sicherheit und freut sich zusammen mit den Verwandten.
Wort für Wort
mārgaśukle ca pañcamyāṃ
und am fünften hellen Tag des Mārga
nāgāniṣṭvā vidhānataḥ
nachdem man die Schlangen nach Vorschrift verehrt hat
nāgebhyo hyabhayaṃ labdhvā
nachdem man von den Schlangen Sicherheit erlangt hat
pañcamyāṃ pratimāse tu śukle kṛṣṇe ca nārada / pitṝṇāṃ pūjanaṃ śastaṃ nāgānāṃ cāpi sarvathā
Am fünften Tag jeden Monats aber, sowohl im hellen als auch im dunklen Pakṣa, o Nārada, ist die Verehrung der Ahnen gepriesen, und auch die der Schlangen, in jeder Hinsicht.