Quellen der Menschheit

Nārada-Purāṇa (Nāradīya)

Kapitel 113: dvādaśamāsasthapañcamīvratanirūpaṇam Darlegung der im Zwölf-Monats-Zyklus stehenden Pañcamī-Gelübde

Titel rekonstruiert aus dem Kolophon, der (quellenbedingt versetzt) am Kopf der Datei src_kap114_raw.txt erscheint („...dvādaśamāsasthapañcamīvratanirūpaṇaṃ nāma caturdaśādhikaśatatamo 'dhyāyaḥ“) und inhaltlich eindeutig Kapitel 113 zuzuordnen ist; vgl. Anmerkung zu Kapitel 109. Zwei Verse (V33, V49) sind in der Quelle nur als Halbvers überliefert.

sanātana uvāca / śṛṇu vipra pravakṣyāmi pañcamyāste vratānyaham / yāni bhaktyā samāsthāya sarvānkāmānavāpnuyāt

Sanātana sprach: Höre, Brahmane, ich werde die Gelübde des fünften Mondtags (Pañcamī) verkünden, durch deren hingebungsvollen Vollzug man alle Wünsche erlangt.

Wort für Wort
sanātana uvāca
Sanātana sprach:
śṛṇu vipra pravakṣyāmi
höre, Brahmane, ich werde verkünden
pañcamyāste vratānyaham
ich die Gelübde des fünften Mondtags
yāni bhaktyā samāsthāya sarvānkāmānavāpnuyāt
durch deren hingebungsvollen Vollzug man alle Wünsche erlangt

Der eigentliche Kolophon des vorangehenden Kapitels (112, Caturthī-Vrata) erscheint quellenbedingt versetzt am Kopf dieser Datei und wurde nicht mitübersetzt (vgl. Anmerkung zu Kapitel 109).

proktā matsyajayantī tu pañcamī madhuśuklagā / asyāṃ matsyāvatārārcā bhaktaiḥ kāryā mahotsavā

Der fünfte helle Tag des Madhu (Caitra) wird 'Matsyajayantī' genannt; an diesem soll von den Hingebungsvollen die Verehrung der Fisch-Inkarnation als großes Fest vollzogen werden.

Wort für Wort
proktā matsyajayantī tu
wird 'Matsyajayantī' genannt
pañcamī madhuśuklagā
der fünfte helle Tag des Madhu
asyāṃ matsyāvatārārcā
an diesem die Verehrung der Fisch-Inkarnation
bhaktaiḥ kāryā mahotsavā
soll von den Hingebungsvollen als großes Fest vollzogen werden

śrīpañcamīti caiṣoktā tatra kāryaṃ śriyor'canam / gandhādyairupacāraistu naivedyaiḥ pāyasādibhiḥ

Sie wird auch 'Śrīpañcamī' genannt; dabei soll die Verehrung der Śrī vollzogen werden, mit Duftstoffen und anderen Ehrenerweisungen, sowie mit Speiseopfergaben, Milchreis und dergleichen.

Wort für Wort
śrīpañcamīti caiṣoktā
sie wird auch 'Śrīpañcamī' genannt
tatra kāryaṃ śriyor'canam
dabei soll die Verehrung der Śrī vollzogen werden
gandhādyairupacāraistu
mit Duftstoffen und anderen Ehrenerweisungen
naivedyaiḥ pāyasādibhiḥ
mit Speiseopfergaben, Milchreis und dergleichen

yo lakṣmīṃ pūjayeccātra taṃ vai lakṣmīrna muñcati / pṛthvīvrataṃ tathā cāndraṃ hayagarīvavrataṃ tathā

Wer hier Lakṣmī verehrt, den verlässt Lakṣmī fürwahr nicht. Ebenso gibt es das Erd-Gelübde, das Mond-Gelübde, und ebenso das Hayagrīva-Gelübde,

Wort für Wort
yo lakṣmīṃ pūjayeccātra
wer hier Lakṣmī verehrt
taṃ vai lakṣmīrna muñcati
den verlässt Lakṣmī fürwahr nicht
pṛthvīvrataṃ tathā cāndraṃ
das Erd-Gelübde, ebenso das Mond-Gelübde
hayagarīvavrataṃ tathā
und ebenso das Hayagrīva-Gelübde

kāryaṃ tattadvidhānena tattatsiddhimabhīpsubhiḥ / atha vaiśākhapañcamyāṃ śeṣaṃ cābhyarcya mānavaḥ

die jeweils nach ihrer Vorschrift von denen vollzogen werden sollen, die die jeweilige Vollkommenheit begehren. Nun, am fünften Tag des Vaiśākha, soll der Mensch, nachdem er Śeṣa verehrt hat,

Wort für Wort
kāryaṃ tattadvidhānena
sollen jeweils nach ihrer Vorschrift vollzogen werden
tattatsiddhimabhīpsubhiḥ
von denen, die die jeweilige Vollkommenheit begehren
atha vaiśākhapañcamyāṃ
nun, am fünften Tag des Vaiśākha
śeṣaṃ cābhyarcya mānavaḥ
der Mensch, nachdem er Śeṣa verehrt hat

sarvairnāgagaṇairyuktamabhīṣṭaṃ labhate phalam / tathā jyeṣṭhasya pañcamyāṃ pitṝnabhyarcayetsudhīḥ

verbunden mit allen Scharen der Schlangen, die gewünschte Frucht erlangen. Ebenso soll am fünften Tag des Jyeṣṭha der Kluge die Ahnen verehren,

Wort für Wort
sarvairnāgagaṇairyuktam
verbunden mit allen Scharen der Schlangen
abhīṣṭaṃ labhate phalam
erlangt man die gewünschte Frucht
tathā jyeṣṭhasya pañcamyāṃ
ebenso am fünften Tag des Jyeṣṭha
pitṝnabhyarcayetsudhīḥ
soll der Kluge die Ahnen verehren

sarvakāmaphalāvāptirbhavedvai viprabhojanaiḥ / athāṣāḍhasya pañcamyāṃ vāyuṃ sarvagataṃ mune

so entsteht fürwahr durch das Speisen von Brahmanen die Erlangung der Frucht aller Wünsche. Nun, am fünften Tag des Āṣāḍha, soll man den Wind, den Allgegenwärtigen, o Weiser,

Wort für Wort
sarvakāmaphalāvāptir
die Erlangung der Frucht aller Wünsche
bhavedvai viprabhojanaiḥ
entsteht fürwahr durch das Speisen von Brahmanen
athāṣāḍhasya pañcamyāṃ
nun, am fünften Tag des Āṣāḍha
vāyuṃ sarvagataṃ mune
den Wind, den Allgegenwärtigen, o Weiser

grāmādbahirvinirgatya dharopasthe samāstitaḥ / dhvajaṃ ca pañcavarṇaṃ tu vaṃśadaṇḍāgrasaṃsthitam

(verehren), nachdem man aus dem Dorf hinausgegangen ist, auf der Erdoberfläche sitzend, und eine fünffarbige Flagge, an der Spitze eines Bambusstabs befestigt,

Wort für Wort
grāmādbahirvinirgatya
nachdem man aus dem Dorf hinausgegangen ist
dharopasthe samāstitaḥ
auf der Erdoberfläche sitzend
dhvajaṃ ca pañcavarṇaṃ tu
und eine fünffarbige Flagge
vaṃśadaṇḍāgrasaṃsthitam
an der Spitze eines Bambusstabs befestigt

samucchritaṃ nidadhyāttu kalpitābje tu madhyataḥ / tatastanmūladeśe tu dikṣu sarvāsu nārada

aufgerichtet, in der Mitte eines dargestellten Lotus, aufstellen soll; danach an deren Fußpunkt, in allen Himmelsrichtungen, o Nārada,

Wort für Wort
samucchritaṃ nidadhyāttu
aufgerichtet soll man aufstellen
kalpitābje tu madhyataḥ
in der Mitte eines dargestellten Lotus
tatastanmūladeśe tu
danach an deren Fußpunkt
dikṣu sarvāsu nārada
in allen Himmelsrichtungen, o Nārada

lokapālānsamabhyarcya kuryādvāyuparīkṣaṇam / prathamādiṣu yāmeṣu yo yo vāyuḥ pravartate

soll man, nachdem man die Weltenhüter verehrt hat, die Windprüfung vollziehen; in der ersten und den folgenden Nachtwachen, welcher Wind auch immer herrscht,

Wort für Wort
lokapālānsamabhyarcya
nachdem man die Weltenhüter verehrt hat
kuryādvāyuparīkṣaṇam
soll man die Windprüfung vollziehen
prathamādiṣu yāmeṣu
in der ersten und den folgenden Nachtwachen
yo yo vāyuḥ pravartate
welcher Wind auch immer herrscht

tasmai tasmai digīśāya pūjāṃ samyak prakalpayet / evaṃ sthitvā nirāhārastatra yāmacatuṣṭayam

diesem jeweiligen Herrn der Himmelsrichtung soll man die Verehrung recht bereiten; so soll man dort ohne Nahrung vier Nachtwachen verbringen,

Wort für Wort
tasmai tasmai digīśāya
diesem jeweiligen Herrn der Himmelsrichtung
pūjāṃ samyak prakalpayet
soll man die Verehrung recht bereiten
evaṃ sthitvā nirāhāras
so, ohne Nahrung verweilend
tatra yāmacatuṣṭayam
dort vier Nachtwachen

sāyamāgatya gehaṃ svaṃ bhuktvā svalpaṃ samāhitaḥ / lokapālānnamaskṛtya svapyādbhūmitale śucau

am Abend, nachdem man zu seinem eigenen Haus zurückgekehrt ist und, gesammelt, eine kleine Mahlzeit genommen hat, soll man, nachdem man sich vor den Weltenhütern verneigt hat, auf reinem Erdboden schlafen.

Wort für Wort
sāyamāgatya gehaṃ svaṃ
am Abend, nachdem man zu seinem eigenen Haus zurückgekehrt ist
bhuktvā svalpaṃ samāhitaḥ
nachdem man, gesammelt, eine kleine Mahlzeit genommen hat
lokapālānnamaskṛtya
nachdem man sich vor den Weltenhütern verneigt hat
svapyādbhūmitale śucau
soll man auf reinem Erdboden schlafen

yaḥ svapno jāyate tasyāṃ rātrau yāme caturthake / sa eva bhavitā nūnaṃ svapna ityāha vai śivaḥ

Welcher Traum in dieser Nacht, in der vierten Nachtwache, entsteht, eben dieser wird fürwahr eintreffen – so sprach Śiva.

Wort für Wort
yaḥ svapno jāyate
welcher Traum entsteht
tasyāṃ rātrau yāme caturthake
in dieser Nacht, in der vierten Nachtwache
sa eva bhavitā nūnaṃ svapna
eben dieser Traum wird fürwahr eintreffen
ityāha vai śivaḥ
so sprach fürwahr Śiva

aśubhe tu samutpanne śivapūjāparāyaṇaḥ / sopavāso nayedaṣṭayāmaṃ taddinameva vā

Wenn aber ein unheilvoller (Traum) entstanden ist, soll man, der Verehrung Śivas hingegeben, fastend, die acht Nachtwachen bzw. eben diesen Tag verbringen,

Wort für Wort
aśubhe tu samutpanne
wenn aber ein unheilvoller (Traum) entstanden ist
śivapūjāparāyaṇaḥ
der Verehrung Śivas hingegeben
sopavāso nayedaṣṭayāmaṃ
soll man, fastend, die acht Nachtwachen verbringen
taddinameva vā
bzw. eben diesen Tag

bhojayitvā dvijānaṣṭau tataḥ śubhaphalaṃ labhet / vratametatsamuditaṃ śubhāśubhanidarśanam

nachdem man acht Brahmanen gespeist hat; danach erlangt man heilvolle Frucht. Dies ist das dargelegte Gelübde, das Heil und Unheil anzeigt,

Wort für Wort
bhojayitvā dvijānaṣṭau
nachdem man acht Brahmanen gespeist hat
tataḥ śubhaphalaṃ labhet
danach erlangt man heilvolle Frucht
vratametatsamuditaṃ
dies ist das dargelegte Gelübde
śubhāśubhanidarśanam
das Heil und Unheil anzeigt

nṛṇāṃ saubhāgyajanakamiha loke paratra ca / śrāvaṇe kṛṣṇapañcamyāṃ vrataṃ hyannasamṛddhidam

das den Menschen Glück verleiht, hier in dieser Welt und in der jenseitigen. Am fünften dunklen Tag des Śrāvaṇa gibt es fürwahr das Gelübde, das Fülle an Speise gewährt,

Wort für Wort
nṛṇāṃ saubhāgyajanakam
das den Menschen Glück verleiht
iha loke paratra ca
hier in dieser Welt und in der jenseitigen
śrāvaṇe kṛṣṇapañcamyāṃ
am fünften dunklen Tag des Śrāvaṇa
vrataṃ hyannasamṛddhidam
gibt es fürwahr das Gelübde, das Fülle an Speise gewährt

caturthyāṃ dinaśeṣe tu sarvāṇyannāni nārada / pṛthak pātreṣu saṃsthāpya jalairāplāvayetsudhīḥ

am vierten Tag, gegen Tagesende, sollen alle Speisen, o Nārada, einzeln in Gefäßen aufgestellt und vom Klugen mit Wasser übergossen werden,

Wort für Wort
caturthyāṃ dinaśeṣe tu
am vierten Tag, gegen Tagesende, aber
sarvāṇyannāni nārada
alle Speisen, o Nārada
pṛthak pātreṣu saṃsthāpya
einzeln in Gefäßen aufgestellt
jalairāplāvayetsudhīḥ
soll der Kluge mit Wasser übergießen

tato pātrāntare tattu niṣkāsyāṃbu nidhāpayet / prātarbhānau samudite pitṝṃścaiva tathā ṛṣīn

danach soll man dieses Wasser in ein anderes Gefäß herausnehmen und aufbewahren; am Morgen, wenn die Sonne aufgegangen ist, sollen die Ahnen sowie auch die Ṛṣis,

Wort für Wort
tato pātrāntare tattu
danach dieses (Wasser) in ein anderes Gefäß
niṣkāsyāṃbu nidhāpayet
soll man herausnehmen und das Wasser aufbewahren
prātarbhānau samudite
am Morgen, wenn die Sonne aufgegangen ist
pitṝṃścaiva tathā ṛṣīn
die Ahnen sowie auch die Ṛṣis

devāṃścābhyarcya susnātaṃ kṛtvā naivedyamagrataḥ / tadannaṃ yācakebhyastu prayacchetprītamānasaḥ

und die Götter verehrt werden; nachdem man sich gründlich gebadet hat, soll man die Speiseopfergabe vorne aufstellen und diese Speise den Bittstellern frohen Sinnes geben.

Wort für Wort
devāṃścābhyarcya susnātaṃ
und die Götter verehrt, nachdem man sich gründlich gebadet hat
kṛtvā naivedyamagrataḥ
die Speiseopfergabe vorne aufgestellt habend
tadannaṃ yācakebhyastu
diese Speise den Bittstellern
prayacchetprītamānasaḥ
soll man frohen Sinnes geben

sarvaṃ dinaṃ kṣipedevaṃ pradoṣe tu śivālaye / gatvā saṃpūjayeddevaṃ liṅgarūpiṇamīśvaram

So soll man den ganzen Tag verbringen; in der Abenddämmerung aber, nachdem man zum Śiva-Tempel gegangen ist, soll man den Gott, in Liṅga-Gestalt, den Herrn, verehren,

Wort für Wort
sarvaṃ dinaṃ kṣipedevaṃ
so soll man den ganzen Tag verbringen
pradoṣe tu śivālaye
in der Abenddämmerung aber zum Śiva-Tempel
gatvā saṃpūjayeddevaṃ
nachdem man gegangen ist, soll man den Gott verehren
liṅgarūpiṇamīśvaram
in Liṅga-Gestalt, den Herrn

gandhapuṣpādibhiḥ samyakpūjayitvā maheśvaram / japetpañcākṣarī vidyāṃ śataṃ cāpi sahasrakam

mit Duftstoffen, Blumen und dergleichen recht; nachdem man Maheśvara verehrt hat, soll man die Fünfsilben-Wissenschaft hundert- oder auch tausendmal murmeln,

Wort für Wort
gandhapuṣpādibhiḥ samyak
mit Duftstoffen, Blumen und dergleichen recht
pūjayitvā maheśvaram
nachdem man Maheśvara verehrt hat
japetpañcākṣarī vidyāṃ
soll man die Fünfsilben-Wissenschaft murmeln
śataṃ cāpi sahasrakam
hundert- oder auch tausendmal

japaṃ nivedya devāya bhavāya bhavarūpiṇe / stutvā sarvairvaundikaiśca paurāṇaiścāpyanākulaḥ

und, nachdem man das Murmelgebet dem Gott Bhava, dem, der die Gestalt des Werdens hat, dargebracht hat, ihn mit allen vedischen und Purāṇa-(Hymnen) preisen, ungestört,

Wort für Wort
japaṃ nivedya devāya
nachdem man das Murmelgebet dem Gott dargebracht hat
bhavāya bhavarūpiṇe
dem Bhava, dem, der die Gestalt des Werdens hat
stutvā sarvairvaundikaiśca
nachdem man mit allen vedischen (Hymnen) gepriesen hat
paurāṇaiścāpyanākulaḥ
und auch mit den Purāṇa-(Hymnen), ungestört

prārthayeddevamīśānaṃ śaśvatsarvānnasiddhaye / śāradīyāni cānnāni tathā vāsaṃtikānyapi

und den Gott Īśāna bitten, auf Dauer alle Speisen zu erlangen: 'die herbstlichen Speisen und ebenso auch die frühlingshaften,

Wort für Wort
prārthayeddevamīśānaṃ
soll man den Gott Īśāna bitten
śaśvatsarvānnasiddhaye
auf Dauer, zur Erlangung aller Speisen
śāradīyāni cānnāni
die herbstlichen Speisen
tathā vāsaṃtikānyapi
und ebenso auch die frühlingshaften

yāni syustaiḥ samṛddho 'haṃ bhūyāṃ janmani janmani / evaṃ saṃprārthya deveśaṃ gṛhamāgatya vai svakam

welche es geben mag – mit diesen möge ich in jeder Geburt reich sein.' So, nachdem man den Gott der Götter gebeten hat, soll man zu seinem eigenen Haus zurückkehren,

Wort für Wort
yāni syustaiḥ samṛddho 'haṃ
welche es geben mag – mit diesen möge ich reich sein
bhūyāṃ janmani janmani
möge ich sein, in jeder Geburt
evaṃ saṃprārthya deveśaṃ
so, nachdem man den Gott der Götter gebeten hat
gṛhamāgatya vai svakam
soll man fürwahr zu seinem eigenen Haus zurückkehren

datvānnaṃ brāhmaṇādibhyaḥ pakvaṃ bhuñjīta vāgyataḥ / etadannavrataṃ vipra vidhinā'caritaṃ nṛbhiḥ

und, nachdem man den Brahmanen und anderen gekochte Speise gegeben hat, schweigend essen. Dieses Speise-Gelübde, o Brahmane, von den Menschen nach Vorschrift vollzogen,

Wort für Wort
datvānnaṃ brāhmaṇādibhyaḥ
nachdem man den Brahmanen und anderen Speise gegeben hat
pakvaṃ bhuñjīta vāgyataḥ
soll man das Gekochte schweigend essen
etadannavrataṃ vipra
dieses Speise-Gelübde, o Brahmane
vidhinā'caritaṃ nṛbhiḥ
von den Menschen nach Vorschrift vollzogen

sarvānnasaṃpajjanakaṃ paraloke gatipradam / śrāvaṇe śuklapañcajamyāṃ [sic] nṛbhirāstikyatatparaiḥ

bewirkt Fülle aller Speisen und gewährt einen Weg in der jenseitigen Welt. Am fünften hellen Tag des Śrāvaṇa sollen von den dem Glauben ergebenen Menschen

Wort für Wort
sarvānnasaṃpajjanakaṃ
bewirkt Fülle aller Speisen
paraloke gatipradam
und gewährt einen Weg in der jenseitigen Welt
śrāvaṇe śuklapañcamyāṃ
am fünften hellen Tag des Śrāvaṇa
nṛbhirāstikyatatparaiḥ
von den dem Glauben ergebenen Menschen

śuklapañcajamyām liest die Quelle mit überzähliger Silbe für śuklapañcamyām; als Tippfehler belassen.

dvārasyobhayato lekhyā gomayena viṣolbaṇāḥ [?] / gandhādyaiḥ pūjayettāṃśca tathendrāṇīmanantaram

beiderseits der Tür sollen mit Kuhdung (Schlangenfiguren) [?] gezeichnet werden; mit Duftstoffen und dergleichen soll man diese verehren, und danach Indrāṇī,

Wort für Wort
dvārasyobhayato lekhyā
beiderseits der Tür sollen gezeichnet werden
gomayena viṣolbaṇāḥ [?]
mit Kuhdung, an Gift reiche [?] (Schlangenfiguren)
gandhādyaiḥ pūjayettāṃśca
mit Duftstoffen und dergleichen soll man diese verehren
tathendrāṇīmanantaram
und danach ebenso Indrāṇī

viṣolbaṇāḥ („an Gift reiche“) ist im Kontext unklar; vermutlich Bezug auf mit Kuhdung gezeichnete Schlangenfiguren (Nāgapañcamī-Brauch); mit [?] markiert.

saṃpūjya svarṇarūpyādidadhyakṣatakuśāṃbubhiḥ / gandhaiḥ puṣpaistathā dhūpairdīpairnaivedyasaṃcayaiḥ

nachdem man sie mit Gold, Silber und dergleichen, mit Quark, ungeschältem Reis, Kuśagras und Wasser verehrt hat, mit Duftstoffen, Blumen, sowie mit Räucherwerk, Lichtern und einer Fülle von Speiseopfergaben,

Wort für Wort
saṃpūjya svarṇarūpyādi
nachdem man mit Gold, Silber und dergleichen verehrt hat
dadhyakṣatakuśāṃbubhiḥ
mit Quark, ungeschältem Reis, Kuśagras und Wasser
gandhaiḥ puṣpaistathā dhūpaiḥ
mit Duftstoffen, Blumen, sowie mit Räucherwerk
dīpairnaivedyasaṃcayaiḥ
mit Lichtern und einer Fülle von Speiseopfergaben

tataḥ pradakṣiṇīkṛtya taddravyaṃ saṃpraṇamya ca / saṃprārthya bhaktibhāvena viprāgryeṣu samarpayet

danach, nachdem man die Umschreitung vollzogen und sich vor diesen Gegenständen verneigt hat, soll man, mit hingebungsvoller Gesinnung bittend, sie den vorzüglichsten Brahmanen übergeben,

Wort für Wort
tataḥ pradakṣiṇīkṛtya
danach, nachdem man die Umschreitung vollzogen hat
taddravyaṃ saṃpraṇamya ca
und sich vor diesen Gegenständen verneigt hat
saṃprārthya bhaktibhāvena
mit hingebungsvoller Gesinnung bittend
viprāgryeṣu samarpayet
soll man sie den vorzüglichsten Brahmanen übergeben

yadidaṃ svarṇaraupyādi dravyaṃ vai viprasātkṛtam / tadanantaphalaṃ bhūyānmama janmani janmani

'Was hier an Gold, Silber und dergleichen den Brahmanen zugeeignet wurde, dessen unendliche Frucht möge mir in jeder Geburt zuteilwerden.'

Wort für Wort
yadidaṃ svarṇaraupyādi
was hier an Gold, Silber und dergleichen
dravyaṃ vai viprasātkṛtam
an Gegenständen den Brahmanen zugeeignet wurde
tadanantaphalaṃ bhūyāt
dessen unendliche Frucht möge zuteilwerden
mama janmani janmani
mir in jeder Geburt

ityevaṃ dadato dravyaṃ bhaktibhāvena nārada / prasannaḥ syāddhanādhyakṣaḥ svarṇādikasamṛddhidaḥ

So, wenn man mit hingebungsvoller Gesinnung die Gegenstände gibt, o Nārada, wird der Herr der Schätze gnädig gestimmt, der Gold und dergleichen im Überfluss gewährt.

Wort für Wort
ityevaṃ dadato dravyaṃ
so, wenn man die Gegenstände gibt
bhaktibhāvena nārada
mit hingebungsvoller Gesinnung, o Nārada
prasannaḥ syāddhanādhyakṣaḥ
wird der Herr der Schätze gnädig gestimmt
svarṇādikasamṛddhidaḥ
der Gold und dergleichen im Überfluss gewährt

etadvrataṃ naraḥ kṛtvā viprānsaṃbhojya bhaktitaḥ / paścātsvayaṃ ca bhuñjīta dārāpatyasuhṛddṛtaḥ [?]

Nachdem der Mensch dieses Gelübde vollzogen und mit Hingabe Brahmanen gespeist hat, soll er danach selbst essen, zusammen mit Gattin, Kindern und Freunden [?].

Wort für Wort
etadvrataṃ naraḥ kṛtvā
nachdem der Mensch dieses Gelübde vollzogen hat
viprānsaṃbhojya bhaktitaḥ
und mit Hingabe Brahmanen gespeist hat
paścātsvayaṃ ca bhuñjīta
soll er danach selbst essen
dārāpatyasuhṛddṛtaḥ [?]
zusammen mit [?] Gattin, Kindern und Freunden

dṛtaḥ ist unklar überliefert; sinngemäß im Anschluss an dārāpatyasuhṛd- als 'zusammen mit' (etwa yutaḥ) gedeutet; mit [?] markiert.

bhādre tu kṛṣṇapañcamyāṃ nāgān kṣīreṇa tarpayet

Am fünften dunklen Tag des Bhādra aber soll man die Schlangen mit Milch sättigen...

Wort für Wort
bhādre tu kṛṣṇapañcamyāṃ
am fünften dunklen Tag des Bhādra aber
nāgān kṣīreṇa tarpayet
soll man die Schlangen mit Milch sättigen

V33 ist im Quelltext nur mit einer einzigen Halbzeile überliefert; der zweite Halbvers fehlt in der Quelle (vgl. dieselbe Anomalie bei V11/V40 in Kapitel 112 und V20 in Kapitel 110).

yastasyā'saptamaṃ yāvatkulaṃ sarpātsunirbhayam / bhādrasya śuklapañcamyāṃ pūjayedṛṣisattamān

wessen (Familie dies tut), dessen Geschlecht ist bis zur siebten Generation völlig sicher vor Schlangen. Am fünften hellen Tag des Bhādra soll man die besten der Ṛṣis verehren,

Wort für Wort
yastasyā'saptamaṃ yāvat
wessen (Familie dies tut), dessen bis zur siebten (Generation)
kulaṃ sarpātsunirbhayam
Geschlecht ist völlig sicher vor Schlangen
bhādrasya śuklapañcamyāṃ
am fünften hellen Tag des Bhādra
pūjayedṛṣisattamān
soll man die besten der Ṛṣis verehren

prātarnadyādike snātvā kṛtvā nityamatandritaḥ / gṛhamāgatya yatnena vedikāṃ kārayenmṛdā

nachdem man am Morgen im Fluss oder dergleichen gebadet und, unermüdlich, die tägliche Pflicht vollzogen hat; nachdem man nach Hause zurückgekehrt ist, soll man mit Bemühen einen Altar aus Lehm anfertigen lassen,

Wort für Wort
prātarnadyādike snātvā
nachdem man am Morgen im Fluss oder dergleichen gebadet hat
kṛtvā nityamatandritaḥ
und, unermüdlich, die tägliche Pflicht vollzogen hat
gṛhamāgatya yatnena
nachdem man nach Hause zurückgekehrt ist, mit Bemühen
vedikāṃ kārayenmṛdā
soll man einen Altar aus Lehm anfertigen lassen

gomayenopalipyātha kṛtvā puṣpopaśobhitām / tatrāstīrya kuśānvipraṛṣīnsapta samarcayet

nachdem man ihn mit Kuhdung bestrichen und mit Blumen verschönert hat; nachdem man dort Kuśagras ausgebreitet hat, soll man die sieben Brahmanen-Ṛṣis verehren,

Wort für Wort
gomayenopalipyātha
nachdem man ihn mit Kuhdung bestrichen hat
kṛtvā puṣpopaśobhitām
und mit Blumen verschönert hat
tatrāstīrya kuśānvipra-
nachdem man dort Kuśagras ausgebreitet hat, die Brahmanen-
ṛṣīnsapta samarcayet
-Ṛṣis, die sieben, soll man verehren

gandhaiśca vividhaiḥ puṣpairdhūpairdīpaiḥ suśobhaneḥ / kaśyapo 'trirbharadvājau viśvāmitro 'tha gautamaḥ

mit Duftstoffen und vielfältigen Blumen, mit Räucherwerk und schönen Lichtern: Kaśyapa, Atri, Bharadvāja, Viśvāmitra und Gautama,

Wort für Wort
gandhaiśca vividhaiḥ puṣpaiḥ
mit Duftstoffen und vielfältigen Blumen
dhūpairdīpaiḥ suśobhaneḥ
mit Räucherwerk und schönen Lichtern
kaśyapo 'trirbharadvājau
Kaśyapa, Atri, Bharadvāja
viśvāmitro 'tha gautamaḥ
Viśvāmitra und Gautama

jamadagnirvasiṣṭhaśca saptaite ṛṣayaḥ smṛtāḥ / etaibhyo 'ghya ca vidhivatkalpayitvā pradāya ca

Jamadagni und Vasiṣṭha – diese sieben werden als die Ṛṣis überliefert; nachdem man ihnen nach Vorschrift Ehrenwasser bereitet und gegeben hat,

Wort für Wort
jamadagnirvasiṣṭhaśca
Jamadagni und Vasiṣṭha
saptaite ṛṣayaḥ smṛtāḥ
diese sieben werden als die Ṛṣis überliefert
etaibhyo 'ghya ca vidhivat
diesen Ehrenwasser, nach Vorschrift
kalpayitvā pradāya ca
nachdem man es bereitet und gegeben hat

naivedyaṃ vipacedvīmānśyāmākādyairakṛṣṭakaiḥ / tannivedya visṛjyemānsvayaṃ cādyāttadeva hi

soll man ihnen die Speiseopfergabe kochen, mit Śyāmāka-Hirse und anderem ungepflügt Gewachsenem; nachdem man dies dargebracht und sie entlassen hat, soll man selbst eben davon essen.

Wort für Wort
naivedyaṃ vipacedvīmān
soll man ihnen die Speiseopfergabe kochen
śyāmākādyairakṛṣṭakaiḥ
mit Śyāmāka-Hirse und anderem ungepflügt Gewachsenem
tannivedya visṛjyemān
nachdem man dies dargebracht und sie entlassen hat
svayaṃ cādyāttadeva hi
soll man selbst eben davon essen

anena vidhinā sapta varṣāṇi prativatsaram / kṛtvā vratānte varayedācāryān sapta vaidikān

Nachdem man dies so nach dieser Vorschrift sieben Jahre lang, Jahr für Jahr, vollzogen hat, soll man am Ende des Gelübdes sieben vedakundige Lehrer erwählen,

Wort für Wort
anena vidhinā sapta varṣāṇi
nach dieser Vorschrift, sieben Jahre lang
prativatsaram kṛtvā
Jahr für Jahr, nachdem man es vollzogen hat
vratānte varayed
soll man am Ende des Gelübdes erwählen
ācāryān sapta vaidikān
sieben vedakundige Lehrer

pratimāḥ saptakurvīnta [?] suvarṇena svaśaktitaḥ / jaṭilāḥ sākṣasūtrāśca kamaṇḍalusamanvitāḥ

und sieben Abbilder aus Gold, nach eigener Kraft, anfertigen lassen [?], mit Haarschopf, mit Gebetskette und mit Wasserkrug versehen,

Wort für Wort
pratimāḥ sapta kurvīnta [?]
sieben Abbilder soll er anfertigen (lassen) [?]
suvarṇena svaśaktitaḥ
aus Gold, nach eigener Kraft
jaṭilāḥ sākṣasūtrāśca
mit Haarschopf und mit Gebetskette
kamaṇḍalusamanvitāḥ
und mit Wasserkrug versehen

kurvīnta ist eine ungewöhnliche Verbform; wohl für kārayet oder kurvīta („er soll anfertigen (lassen)“); mit [?] markiert.

saṃsthāpya kalaśeṣvetāṃstāmreṣu mṛnmayeṣu vā / snāpayedvidhi vadbhaktyā pṛthakpañcāmṛtairapi

nachdem man diese auf Wassertöpfen aufgestellt hat, aus Kupfer oder auch aus Ton, soll man sie nach Vorschrift und mit Hingabe je einzeln mit den fünf Nektarsubstanzen baden,

Wort für Wort
saṃsthāpya kalaśeṣvetāṃs
nachdem man diese auf Wassertöpfen aufgestellt hat
tāmreṣu mṛnmayeṣu vā
aus Kupfer oder auch aus Ton
snāpayedvidhivadbhaktyā
soll man nach Vorschrift und mit Hingabe baden
pṛthakpañcāmṛtairapi
je einzeln, auch mit den fünf Nektarsubstanzen

upacāraiḥ ṣoḍaśabhistataḥ saṃpūjya bhaktitaḥ / arghyaṃ datvā tato homaṃ tilavrīhiyavādibhiḥ

danach mit den sechzehn Ehrenerweisungen mit Hingabe verehren; nachdem man Ehrenwasser gegeben hat, soll man danach das Feueropfer mit Sesam, Reis, Gerste und dergleichen vollziehen,

Wort für Wort
upacāraiḥ ṣoḍaśabhistataḥ
danach mit den sechzehn Ehrenerweisungen
saṃpūjya bhaktitaḥ
soll man mit Hingabe verehren
arghyaṃ datvā tato homaṃ
nachdem man Ehrenwasser gegeben hat, danach das Feueropfer
tilavrīhiyavādibhiḥ
mit Sesam, Reis, Gerste und dergleichen

ṭhasahastomā'iti ṛkhā [?] nāmanantraistu vā pṛthak / puṇyairmantraistathaivānyairhutvā pūrṇāhutiṃ caret

mit dem verderbt überlieferten Vers [?], oder mit den jeweiligen Namen als Mantras einzeln, sowie auch mit anderen heilbringenden Mantras opfernd, soll man die Vollopfergabe vollziehen,

Wort für Wort
ṭhasahastomā'iti ṛkhā [?]
mit dem verderbt überlieferten Vers [?]
nāmanantraistu vā pṛthak
oder mit den jeweiligen Namen als Mantras einzeln
puṇyairmantraistathaivānyaiḥ
sowie auch mit anderen heilbringenden Mantras
hutvā pūrṇāhutiṃ caret
opfernd soll man die Vollopfergabe vollziehen

ṭhasahastomā'iti ṛkhā ist stark verderbt bzw. unklar überliefert (wohl Verweis auf einen bestimmten Ṛgveda-Vers/Stoma); mit [?] markiert.

tatastu sapta gā dadyādvastrālaṅkārasaṃyutāḥ / ācāryaṃ pūjayejjaiva vastrālaṅkārabhūṣaṇaiḥ

danach soll man sieben Kühe geben, versehen mit Gewand und Schmuck; und den Lehrer soll man ebenso mit Gewand, Schmuck und Zierrat verehren,

Wort für Wort
tatastu sapta gā dadyāt
danach soll man sieben Kühe geben
vastrālaṅkārasaṃyutāḥ
versehen mit Gewand und Schmuck
ācāryaṃ pūjayejjaiva
und den Lehrer soll man ebenso verehren
vastrālaṅkārabhūṣaṇaiḥ
mit Gewand, Schmuck und Zierrat

anujñayā guroḥ paścānmūrtīrvipreṣu cārpayet / bhojayitvā tu tānbhaktyā praṇipatya visarjayet

und danach, mit Erlaubnis des Lehrers, die Abbilder den Brahmanen übergeben; nachdem man sie mit Hingabe gespeist hat, soll man sie, sich verneigend, entlassen.

Wort für Wort
anujñayā guroḥ paścān
danach, mit Erlaubnis des Lehrers
mūrtīrvipreṣu cārpayet
soll man die Abbilder den Brahmanen übergeben
bhojayitvā tu tānbhaktyā
nachdem man sie mit Hingabe gespeist hat
praṇipatya visarjayet
soll man sich verneigend entlassen

tataśceṣṭaiḥ sahāsīnaḥ svayaṃ brāhmaṇaśeṣitam / bhuṅktvā vai ṣaḍrasopetaṃ pramudyātsaha bandhubhiḥ

Danach, zusammen mit den geliebten Verwandten sitzend, soll man selbst die von den Brahmanen übriggelassene, mit den sechs Geschmacksrichtungen versehene Speise essen und sich mit den Verwandten freuen.

Wort für Wort
tataśceṣṭaiḥ sahāsīnaḥ
danach, zusammen mit den geliebten (Verwandten) sitzend
svayaṃ brāhmaṇaśeṣitam
selbst die von den Brahmanen übriggelassene (Speise)
bhuṅktvā vai ṣaḍrasopetaṃ
nachdem man fürwahr die mit sechs Geschmacksrichtungen versehene gegessen hat
pramudyātsaha bandhubhiḥ
soll man sich mit den Verwandten freuen

etatkṛtvā vrataṃ gāṅgaṃ [?] bhogānbhuktvātha vāñchitān / saptarṣīṇāṃ prasādena vimānavarago bhavet

Nachdem man dieses (auf den Ganges bezogene?) [?] Gelübde vollzogen und die gewünschten Genüsse genossen hat, wird man durch die Gnade der Sieben Ṛṣis Fahrer eines vorzüglichen Himmelswagens.

Wort für Wort
etatkṛtvā vrataṃ gāṅgaṃ [?]
nachdem man dieses (auf den Ganges bezogene?) [?] Gelübde vollzogen hat
bhogānbhuktvātha vāñchitān
und danach die gewünschten Genüsse genossen hat
saptarṣīṇāṃ prasādena
durch die Gnade der Sieben Ṛṣis
vimānavarago bhavet
wird man Fahrer eines vorzüglichen Himmelswagens

gāṅgam („den Ganges betreffend“) passt inhaltlich nicht recht zum in diesem Abschnitt beschriebenen Sieben-Ṛṣi-Gelübde; möglicherweise Verschreibung für einen anderen Namen des Gelübdes; mit [?] markiert.

āśvine śuklapañcamyāmupāṅgalalitāvratam

Am fünften hellen Tag des Āśvina gibt es das Upāṅga-Lalitā-Gelübde...

Wort für Wort
āśvine śuklapañcamyām
am fünften hellen Tag des Āśvina
upāṅgalalitāvratam
gibt es das Upāṅga-Lalitā-Gelübde

V49 ist im Quelltext nur mit einer einzigen Halbzeile überliefert; der zweite Halbvers fehlt in der Quelle (vgl. dieselbe Anomalie bei V33).

tasyāḥ svarṇamayīṃ mūrtiṃ śaktyā nirmāya nārada / upacāraiḥ ṣoḍaśabhiḥ pūjayettāṃ vidhānataḥ

nachdem man von ihr ein goldenes Abbild nach Kraft angefertigt hat, o Nārada, soll man sie mit den sechzehn Ehrenerweisungen nach Vorschrift verehren,

Wort für Wort
tasyāḥ svarṇamayīṃ mūrtiṃ
von ihr ein goldenes Abbild
śaktyā nirmāya nārada
nachdem man nach Kraft angefertigt hat, o Nārada
upacāraiḥ ṣoḍaśabhiḥ
mit den sechzehn Ehrenerweisungen
pūjayettāṃ vidhānataḥ
soll man sie nach Vorschrift verehren

pakvānnaṃ phalasaṃyuktaṃ saghṛtaṃ dakṣiṇānvitam / dvijavaryāya dātavyaṃ vratasaṃpūrtihetave

gekochte Speise, verbunden mit Früchten, mit Ghee, samt Priestergabe, soll dem vorzüglichsten Brahmanen gegeben werden, zur Vollendung des Gelübdes,

Wort für Wort
pakvānnaṃ phalasaṃyuktaṃ
gekochte Speise, verbunden mit Früchten
saghṛtaṃ dakṣiṇānvitam
mit Ghee, samt Priestergabe
dvijavaryāya dātavyaṃ
soll dem vorzüglichsten Brahmanen gegeben werden
vratasaṃpūrtihetave
zur Vollendung des Gelübdes

savāhanā śaktiyutā varadā pūjitā mayā / mātarmāmanugṛhyātha gamyatāṃ nijamandiram

'Mit deinem Reittier, mit deiner Śakti versehen, Gewährerin von Gaben, wurdest du von mir verehrt; o Mutter, sei mir gnädig und gehe nun zu deinem eigenen Tempel.'

Wort für Wort
savāhanā śaktiyutā
mit deinem Reittier, mit deiner Śakti versehen
varadā pūjitā mayā
Gewährerin von Gaben, wurdest du von mir verehrt
mātarmāmanugṛhyātha
o Mutter, sei mir gnädig, und nun
gamyatāṃ nijamandiram
gehe zu deinem eigenen Tempel

kārtike śuklapañcamyāṃ jayāvratamanuttamam / kartavyaṃ pāpanāśāya śraddhayā dvijasattama

Am fünften hellen Tag des Kārtika soll das unübertreffliche Jayā-Gelübde vollzogen werden, zur Vernichtung von Sünde, mit Glauben, o bester der Brahmanen,

Wort für Wort
kārtike śuklapañcamyāṃ
am fünften hellen Tag des Kārtika
jayāvratamanuttamam
das unübertreffliche Jayā-Gelübde
kartavyaṃ pāpanāśāya
soll vollzogen werden, zur Vernichtung von Sünde
śraddhayā dvijasattama
mit Glauben, o bester der Brahmanen

pūjayitvā jayāṃ vipra yathāvidhi samāhitaḥ / upacāraiḥ ṣoḍaśabhistataḥ śuciralaṅkṛtaḥ

nachdem man, o Brahmane, Jayā der Vorschrift gemäß, gesammelt, mit den sechzehn Ehrenerweisungen verehrt hat, danach, rein und geschmückt,

Wort für Wort
pūjayitvā jayāṃ vipra
nachdem man, o Brahmane, Jayā verehrt hat
yathāvidhi samāhitaḥ
der Vorschrift gemäß, gesammelt
upacāraiḥ ṣoḍaśabhistataḥ
mit den sechzehn Ehrenerweisungen, danach
śuciralaṅkṛtaḥ
rein und geschmückt

vipraikaṃ bhojayeccāpi tasmai dattvā ca dakṣiṇām / visarjayettataḥ paścātsvayaṃ bhuñjīta vāgyataḥ

soll man auch einen Brahmanen speisen und ihm die Priestergabe geben; danach soll man die Göttin entlassen und selbst schweigend essen.

Wort für Wort
vipraikaṃ bhojayeccāpi
soll man auch einen Brahmanen speisen
tasmai dattvā ca dakṣiṇām
und ihm die Priestergabe geben
visarjayettataḥ paścāt
danach soll man (die Göttin) entlassen
svayaṃ bhuñjīta vāgyataḥ
und selbst schweigend essen

yastu vai bhaktisaṃyuktaḥ snānaṃ kuryāj jayādine / naśyanti tasya pāpāni siṃhākrāntā mṛgā yathā

Wer aber, von Hingabe erfüllt, an diesem Jayā-Tag badet, dessen Sünden vergehen, wie Rehe fliehen, von einem Löwen bedrängt.

Wort für Wort
yastu vai bhaktisaṃyuktaḥ
wer aber, fürwahr von Hingabe erfüllt
snānaṃ kuryāj jayādine
ein Bad vollzieht am Jayā-Tag
naśyanti tasya pāpāni
dessen Sünden vergehen
siṃhākrāntā mṛgā yathā
wie Rehe, von einem Löwen bedrängt

yadaśvamedhāvabhṛthe phalaṃ snānena kīrtitam / tatphalaṃ prāpyate viprasnānenāpi jayādine

Welche Frucht durch das Bad beim Abschlussbad des Aśvamedha-Opfers gepriesen wird, diese Frucht erlangt man, o Brahmane, auch durch das Bad am Jayā-Tag.

Wort für Wort
yadaśvamedhāvabhṛthe
welche beim Abschlussbad des Aśvamedha-Opfers
phalaṃ snānena kīrtitam
Frucht durch das Bad gepriesen wird
tatphalaṃ prāpyate vipra
diese Frucht erlangt man, o Brahmane
snānenāpi jayādine
auch durch das Bad am Jayā-Tag

aputro labhate putraṃ vandhyā gabha ca vindati / rogī rogātpramucyeta baddho mucyeta bandhanāt

Der Sohnlose erlangt einen Sohn, die Unfruchtbare erhält eine Schwangerschaft, der Kranke wird von der Krankheit befreit, der Gefangene wird aus der Gefangenschaft befreit.

Wort für Wort
aputro labhate putraṃ
der Sohnlose erlangt einen Sohn
vandhyā gabha ca vindati
die Unfruchtbare erhält eine Schwangerschaft
rogī rogātpramucyeta
der Kranke wird von der Krankheit befreit
baddho mucyeta bandhanāt
der Gefangene wird aus der Gefangenschaft befreit

mārgaśukle ca pañcamyāṃ nāgāniṣṭvā vidhānataḥ / nāgebhyo hyabhayaṃ labdhvā modate saha bāndhavaiḥ

Und am fünften hellen Tag des Mārga(śīrṣa), nachdem man die Schlangen nach Vorschrift verehrt hat, erlangt man von den Schlangen Sicherheit und freut sich zusammen mit den Verwandten.

Wort für Wort
mārgaśukle ca pañcamyāṃ
und am fünften hellen Tag des Mārga
nāgāniṣṭvā vidhānataḥ
nachdem man die Schlangen nach Vorschrift verehrt hat
nāgebhyo hyabhayaṃ labdhvā
nachdem man von den Schlangen Sicherheit erlangt hat
modate saha bāndhavaiḥ
freut man sich zusammen mit den Verwandten

pauṣe 'pi śuklapañcamyāṃ sampūjya madhusūdanam / labhate bāñchitānkāmānnātra kāryā vicāraṇā

Auch am fünften hellen Tag des Pauṣa, nachdem man Madhusūdana verehrt hat, erlangt man die gewünschten Wünsche – daran ist kein Zweifel zu hegen.

Wort für Wort
pauṣe 'pi śuklapañcamyāṃ
auch am fünften hellen Tag des Pauṣa
sampūjya madhusūdanam
nachdem man Madhusūdana verehrt hat
labhate bāñchitānkāmān
erlangt man die gewünschten Wünsche
nātra kāryā vicāraṇā
daran ist kein Zweifel zu hegen

pañcamyāṃ pratimāse tu śukle kṛṣṇe ca nārada / pitṝṇāṃ pūjanaṃ śastaṃ nāgānāṃ cāpi sarvathā

Am fünften Tag jeden Monats aber, sowohl im hellen als auch im dunklen Pakṣa, o Nārada, ist die Verehrung der Ahnen gepriesen, und auch die der Schlangen, in jeder Hinsicht.

Wort für Wort
pañcamyāṃ pratimāse tu
am fünften Tag jeden Monats aber
śukle kṛṣṇe ca nārada
im hellen und im dunklen (Pakṣa), o Nārada
pitṝṇāṃ pūjanaṃ śastaṃ
ist die Verehrung der Ahnen gepriesen
nāgānāṃ cāpi sarvathā
und auch die der Schlangen, in jeder Hinsicht

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