Quellen der Menschheit

Nārada-Purāṇa (Nāradīya)

Kapitel 15: bhagīrathagaṅgānayanam Bhagīrathas Herabführung der Gaṅgā

iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge prathamapāde dharmākhyāne dharmarājopadeśena bhagīrathasya gaṅgānayanodyamavarṇanaṃ nāma pañcadaśo 'dhyāyaḥ _____________________________________________________________ nārada uvāca himavadgirimāsādya kiṃ cakāra mahīpatiḥ / kathamānītavāṅgaṅgāmetanme vaktumarhasi

Nārada sprach: Nachdem er den Himalaya-Berg erreicht hatte, was tat da der König? Wie er die Gaṅgā herabgeführt hat -- dies sollst du mir erzählen.

Wort für Wort
himavadgirimāsādya kiṃ cakāra mahīpatiḥ /
nachdem er den Himalaya-Berg erreicht hatte, was tat der König?
kathamānītavāṅgaṅgāmetanme vaktumarhasi
wie er die Gaṅgā herbeigeführt hat -- dies sollst du mir sagen

[Anm.: Dem eigentlichen Vers 1 ist im Quelltext das Kolophon des vorangehenden (14.) Kapitels vorangestellt, gefolgt von einer Trennlinie -- ein reines Gliederungselement, im sa-Feld zur Dokumentation mitgeführt, nicht in die de-Übersetzung von V.1 einbezogen.]

sanaka uvāca bhagīratho mahārājo jaṭācīradharo mune / gacchanhimādriṃ tapase prāpto godāvarī taṭam

Sanaka sprach: Der große König Bhagīratha, o Muni, trug Flechtenhaar und Rindenkleid; auf dem Weg zum Himalaya-Berg, um Askese zu üben, erreichte er das Ufer der Godāvarī.

Wort für Wort
bhagīratho mahārājo jaṭācīradharo mune /
der große König Bhagīratha, o Muni, trug Flechtenhaar (jaṭā) und Rindengewand
gacchanhimādriṃ tapase prāpto godāvarī taṭam
zum Himalaya-Berg gehend, um Askese zu üben, erreichte er das Ufer der Godāvarī

tatrāpaśyanmahāraṇye bhṛgorāśramamuttamam / kṛṣṇasārasamākīrṇaṃ mātaṅgagaṇasevitam

Dort sah er in dem großen Wald den herrlichen Āśrama des Bhṛgu, erfüllt von schwarzen Antilopen, von Scharen von Elefanten aufgesucht.

Wort für Wort
tatrāpaśyanmahāraṇye bhṛgorāśramamuttamam /
dort sah er in dem großen Wald den herrlichen Āśrama des Bhṛgu
kṛṣṇasārasamākīrṇaṃ mātaṅgagaṇasevitam
erfüllt von schwarzen Antilopen, von Scharen von Elefanten aufgesucht

bhramadbhūmarasaṃghuṣṭaṃ kūjadvihagasaṃkulam / vrajadvarāhanikaraṃ camarīpucchavīcitam

widerhallend vom Summen umherschwärmender Bienen, wimmelnd von zwitschernden Vögeln, durchzogen von Scharen wandernder Eber, bewegt von den Schweifen der Yak-Kühe.

Wort für Wort
bhramadbhūmarasaṃghuṣṭaṃ kūjadvihagasaṃkulam /
widerhallend vom Summen umherschwärmender Bienen, wimmelnd von zwitschernden Vögeln
vrajadvarāhanikaraṃ camarīpucchavīcitam
durchzogen von Scharen wandernder Eber, bewegt von den Schweifen der Yak-Kühe (camarī)

nṛtyanmayūranikaraṃ sāraṅgādiniṣevitam / pravarddhitamahāvṛkṣaṃ munikanyābhirādarāt

mit Scharen tanzender Pfauen, von Hirschen und anderem Wild aufgesucht, mit großen Bäumen, die von den Töchtern der Asketen mit Sorgfalt großgezogen worden waren.

Wort für Wort
nṛtyanmayūranikaraṃ sāraṅgādiniṣevitam /
mit Scharen tanzender Pfauen, von Hirschen und anderem Wild aufgesucht
pravarddhitamahāvṛkṣaṃ munikanyābhirādarāt
mit großen Bäumen, von den Muni-Töchtern mit Sorgfalt großgezogen

śālatālatamālāḍhyaṃ nūnahintālamaṇḍitam / mālatīyūthikākundacampakāśaavatthabhūṣitam

reich an Śāla-, Tāla- und Tamāla-Bäumen, geschmückt mit [?] Hintāla-Palmen, geziert mit Mālatī-, Yūthikā-, Kunda-, Campaka- und [?] Aśvattha-Bäumen.

Wort für Wort
śālatālatamālāḍhyaṃ nūnahintālamaṇḍitam /
reich an Śāla-, Tāla- und Tamāla-Bäumen, geschmückt mit [?] Hintāla-Palmen
mālatīyūthikākundacampakāśaavatthabhūṣitam
geziert mit Mālatī-, Yūthikā-, Kunda-, Campaka- und [?] Aśvattha(-Bäumen)

[?] 'nūnahintāla' unklar überliefert (Lesung unsicher). [?] 'āśaavattha' vermutlich verderbt für 'aśvattha'.

utpullakusumopeta mṛṣisaṅghaniṣevitam / vedaśāstramahāghoṣamāśramaṃ prāviśadbhṛgoḥ

[?] versehen mit aufgeblühten Blüten, von Scharen von Weisen aufgesucht -- den Āśrama des Bhṛgu, der vom lauten Widerhall der Veden und Śāstren erfüllt war, betrat er.

Wort für Wort
utpullakusumopeta mṛṣisaṅghaniṣevitam /
[?] versehen mit aufgeblühten Blüten, von Scharen von Weisen aufgesucht
vedaśāstramahāghoṣamāśramaṃ prāviśadbhṛgoḥ
den vom lauten Widerhall der Veden und Śāstren erfüllten Āśrama des Bhṛgu betrat er

[?] 'utpullakusumopeta' für erwartetes 'utphullakusumopetaṃ'; 'mṛṣi' für 'ṛṣi' -- beides wohl Schreibfehler der Vorlage.

gṛṇantaṃ parama brahma vṛttaṃ śiṣyagaṇairmunim / tejasā sūryasadṛśaṃ bhṛguṃ tatra dadarśa saḥ

Dort sah er den Bhṛgu, der das höchste Brahman rezitierte, umgeben von der Schar seiner Schüler, an Glanz der Sonne gleich.

Wort für Wort
gṛṇantaṃ parama brahma vṛttaṃ śiṣyagaṇairmunim /
den Muni, der das höchste Brahman rezitierte, umgeben von der Schar seiner Schüler
tejasā sūryasadṛśaṃ bhṛguṃ tatra dadarśa saḥ
an Glanz der Sonne gleich -- den Bhṛgu sah er dort

praṇanāmātha viprendraṃ pādasaṃgrahaṇādinā / ātithyaṃ bhṛgurapyasya cakre sanmānapūrvakam

Da verneigte er sich vor dem Fürsten der Brahmanen, indem er dessen Füße umfasste und dergleichen; und auch Bhṛgu erwies ihm Gastfreundschaft, verbunden mit ehrenvoller Anerkennung.

Wort für Wort
praṇanāmātha viprendraṃ pādasaṃgrahaṇādinā /
da verneigte er sich vor dem Fürsten der Brahmanen, indem er dessen Füße umfasste und dergleichen
ātithyaṃ bhṛgurapyasya cakre sanmānapūrvakam
und auch Bhṛgu erwies ihm Gastfreundschaft, verbunden mit ehrenvoller Anerkennung

kṛtātithyakriyo rājā bhṛguṇā paramarṣiṇā / uvāca prāñjalirbhūtvā vinayānmunipuṅgavam

Nachdem dem König von dem höchsten Weisen Bhṛgu die Gastfreundschaft erwiesen worden war, sprach er, die Hände ehrerbietig gefaltet, aus Demut zu dem Stier unter den Munis.

Wort für Wort
kṛtātithyakriyo rājā bhṛguṇā paramarṣiṇā /
nachdem dem König von dem höchsten Weisen Bhṛgu die Gastfreundschaft erwiesen worden war
uvāca prāñjalirbhūtvā vinayānmunipuṅgavam
sprach er, die Hände gefaltet, aus Demut zu dem Stier unter den Munis

bhagīratha uvāca bhagavansarvadharmajña sarvaśāstraviśārada / pṛcchāmi bhavabhīto 'haṃ nṛṇāmuddhārakāraṇam

Bhagīratha sprach: O Erhabener, Kenner alles Dharma, Kundiger in allen Śāstren! Aus Furcht vor dem [weltlichen] Dasein frage ich dich nach dem Grund der Erlösung der Menschen.

Wort für Wort
bhagavansarvadharmajña sarvaśāstraviśārada /
o Erhabener, Kenner alles Dharma, Kundiger in allen Śāstren
pṛcchāmi bhavabhīto 'haṃ nṛṇāmuddhārakāraṇam
ich frage, aus Furcht vor dem [weltlichen] Dasein, nach dem Grund der Erlösung der Menschen

bhagavāṃstuṣyate yena karmaṇā munisattama / tanmamākhyāhi sarvajña anugrāhyo 'smi te yati

Durch welches Werk der Erhabene zufrieden wird, o bester der Munis -- das verkünde mir, Allwissender; ich bin, wenn [?] es dir beliebt, deiner Gnade würdig.

Wort für Wort
bhagavāṃstuṣyate yena karmaṇā munisattama /
durch welches Werk der Erhabene zufrieden wird, o bester der Munis
tanmamākhyāhi sarvajña anugrāhyo 'smi te yati
das verkünde mir, Allwissender; ich bin, wenn [?] [es beliebt], deiner Gnade würdig

[?] 'yati' passt grammatisch nicht recht; vermutlich Verschreibung für 'yadi' ('wenn').

bhṛguruvāca rājaṃstavepsitaṃ jñātaṃ tvaṃ hi puṇyavatāṃ varaḥ / anyathā svakulaṃ sarvaṃ kathamuddharttumarhasi

Bhṛgu sprach: O König, dein Wunsch ist erkannt; du bist ja der Beste der Verdienstvollen. Wie anders solltest du imstande sein, dein ganzes Geschlecht zu erlösen?

Wort für Wort
rājaṃstavepsitaṃ jñātaṃ tvaṃ hi puṇyavatāṃ varaḥ /
o König, dein Wunsch ist erkannt; du bist ja der Beste der Verdienstvollen
anyathā svakulaṃ sarvaṃ kathamuddharttumarhasi
wie anders solltest du dein ganzes Geschlecht zu erlösen vermögen

yo vā ko vāpi bhūpāla svakulaṃ śubhakarmaṇā / uddharttakāmastaṃ vidyānnararupadharaṃ harim

Wer auch immer, o Herrscher der Erde, durch gutes Werk sein eigenes Geschlecht zu erlösen wünscht, der erkenne jenen [Gott] als Hari, der die Gestalt eines Menschen angenommen hat.

Wort für Wort
yo vā ko vāpi bhūpāla svakulaṃ śubhakarmaṇā /
wer auch immer, o Herrscher der Erde, durch gutes Werk sein eigenes Geschlecht
uddharttakāmastaṃ vidyānnararupadharaṃ harim
zu erlösen wünscht, der erkenne jenen als Hari, der Menschengestalt trägt

karmaṇā yena deveśo nṛṇāmiṣṭaphalapradaḥ / tatpravakṣyāmi rājendra śṛṇuṣva susamāhitaḥ

Durch welches Werk der Gott der Götter den Menschen die erwünschte Frucht gewährt -- das will ich verkünden, o Fürst der Könige; höre wohlgesammelt zu.

Wort für Wort
karmaṇā yena deveśo nṛṇāmiṣṭaphalapradaḥ /
durch welches Werk der Gott der Götter den Menschen die erwünschte Frucht gewährt
tatpravakṣyāmi rājendra śṛṇuṣva susamāhitaḥ
das will ich verkünden, o Fürst der Könige; höre wohlgesammelt zu

bhava satyaparo rājanna hiṃsāniratastathā / sarvabhūtahito nityaṃ mānṛtaṃ vada vai kvacit

Sei der Wahrheit ergeben, o König, und ebenso nicht der Gewalttätigkeit hingegeben; sei stets allen Wesen zum Heil und sprich niemals Unwahres.

Wort für Wort
bhava satyaparo rājanna hiṃsāniratastathā /
sei der Wahrheit ergeben, o König, und ebenso nicht der Gewalttätigkeit hingegeben
sarvabhūtahito nityaṃ mānṛtaṃ vada vai kvacit
sei stets allen Wesen zum Heil und sprich niemals Unwahres

tyaja durjanasaṃsargaṃ bhaja sādhusamāgamam / kuru puṇyamahorātraṃ smara viṣṇuṃ sanātanam

Meide den Umgang mit Schlechten, suche die Gemeinschaft der Guten; übe Tag und Nacht Verdienstvolles, gedenke des ewigen Viṣṇu.

Wort für Wort
tyaja durjanasaṃsargaṃ bhaja sādhusamāgamam /
meide den Umgang mit Schlechten, suche die Gemeinschaft der Guten
kuru puṇyamahorātraṃ smara viṣṇuṃ sanātanam
übe Tag und Nacht Verdienstvolles, gedenke des ewigen Viṣṇu

kuru pūjāṃ mahāviṣṇoryāhi śānti manuttamām / dvādaśāṣṭākṣaraṃ mantraṃ jaya śreyo bhaviṣyati

Vollziehe Verehrung des großen Viṣṇu, gehe ein zum unübertrefflichen Frieden; wiederhole das Mantra von zwölf und von acht Silben -- Heil wird dir widerfahren.

Wort für Wort
kuru pūjāṃ mahāviṣṇoryāhi śānti manuttamām /
vollziehe Verehrung des großen Viṣṇu, gehe ein zum unübertrefflichen Frieden [?]
dvādaśāṣṭākṣaraṃ mantraṃ jaya śreyo bhaviṣyati
wiederhole das Zwölf- und das Acht-Silben-Mantra -- Heil wird geschehen

[?] 'śānti manuttamām' als Sandhi-Trennung von 'śāntim anuttamām' gedeutet.

bhagīratha uvāca satyaṃ tu kīdṛśaṃ proktaṃ sarvabhūtahitaṃ mune / anṛtaṃ kīdṛśaṃ proktaṃ durjanāścāpi kīdṛśāḥ

Bhagīratha sprach: Was aber wird als Wahrheit bezeichnet, o Muni, und was als allen Wesen zuträglich? Was wird als Unwahrheit bezeichnet, und wer sind die Schlechten?

Wort für Wort
satyaṃ tu kīdṛśaṃ proktaṃ sarvabhūtahitaṃ mune /
was aber wird als Wahrheit bezeichnet, o Muni, und was als allen Wesen zuträglich
anṛtaṃ kīdṛśaṃ proktaṃ durjanāścāpi kīdṛśāḥ
was wird als Unwahrheit bezeichnet, und wer sind die Schlechten

[Anm.: Im Quelltext 'bhagīrathā uvāca' statt 'bhagīratha uvāca' -- offenkundiger Schreibfehler.]

sādhavaḥ kīdṛśāḥ proktāstathā puṇyaṃ ca kīdṛśam / smartavyaśca kathaṃ viṣṇustasya pūjā ca kīdṛśī

Wer wird als die Guten bezeichnet, und was ist Verdienst? Wie soll Viṣṇu bedacht werden, und wie ist seine Verehrung [zu vollziehen]?

Wort für Wort
sādhavaḥ kīdṛśāḥ proktāstathā puṇyaṃ ca kīdṛśam /
wer wird als die Guten bezeichnet, und was ist Verdienst
smartavyaśca kathaṃ viṣṇustasya pūjā ca kīdṛśī
wie soll Viṣṇu bedacht werden, und wie ist seine Verehrung

śāntiśca kīdṛśī proktā ko mantro 'ṣṭākṣaro mune / ko vā dvādaśavarṇaśca mune tattvārthakovida

Was wird als Frieden bezeichnet? Welches ist das Mantra von acht Silben, o Muni? Und welches das von zwölf Lauten, o du, der die Wahrheit der Wirklichkeit kennt?

Wort für Wort
śāntiśca kīdṛśī proktā ko mantro 'ṣṭākṣaro mune /
was wird als Frieden bezeichnet, welches ist das Mantra von acht Silben, o Muni
ko vā dvādaśavarṇaśca mune tattvārthakovida
und welches das von zwölf Lauten, o Kundiger der Wahrheit der Wirklichkeit

kṛpāṃ kṛtvā mayi parāṃ sarvaṃ vyākhyātamarhasi / bhṛguruvāca sādhu sādhumahāprājña tava buddhiranuttamā

Erweise mir große Gnade und erkläre mir alles. -- Bhṛgu sprach: Gut, gut, o hochweiser [König], deine Einsicht ist unübertrefflich.

Wort für Wort
kṛpāṃ kṛtvā mayi parāṃ sarvaṃ vyākhyātamarhasi /
erweise mir große Gnade und erkläre alles
sādhu sādhumahāprājña tava buddhiranuttamā
gut, gut, o hochweiser [König], deine Einsicht ist unübertrefflich

[Anm.: Innerhalb des Verses wechselt der Sprecher -- Bhagīrathas Bitte endet, und mit 'bhṛguruvāca' setzt unmittelbar Bhṛgus Antwort ein.]

yatpṛṣṭo 'haṃ tvayā bhūpa tatsarvaṃ pravadāmi te / yathārthakathanaṃ yattatsatyamāhurvipaścitaḥ

Wonach du mich gefragt hast, o Herrscher, das alles will ich dir verkünden. Was der Wirklichkeit gemäße Rede ist, das nennen die Weisen Wahrheit.

Wort für Wort
yatpṛṣṭo 'haṃ tvayā bhūpa tatsarvaṃ pravadāmi te /
wonach du mich gefragt hast, o Herrscher, das alles will ich dir verkünden
yathārthakathanaṃ yattatsatyamāhurvipaścitaḥ
was der Wirklichkeit gemäße Rede ist, das nennen die Weisen Wahrheit

dharmāvirodhato vācyaṃ taddhi dharmaparāyaṇaiḥ / deśakālādi vijñāya svayamasyāvirodhataḥ

Was, ohne dem Dharma zu widersprechen, gesprochen wird -- dies eben [gilt als Wahrheit] bei denen, die dem Dharma ergeben sind, indem sie selbst Ort, Zeit und dergleichen erkennen, ohne [dem Wohl der Wesen] zu widersprechen.

Wort für Wort
dharmāvirodhato vācyaṃ taddhi dharmaparāyaṇaiḥ /
was, ohne dem Dharma zu widersprechen, gesprochen wird -- dies eben [gilt] bei den dem Dharma Ergebenen
deśakālādi vijñāya svayamasyāvirodhataḥ
indem sie selbst Ort, Zeit und dergleichen erkennen, ohne [dem Wohl] zu widersprechen

yadvacaḥ procyate sadbhistastatyamabhidhīyate / sarveṣāmeva jantūnāmakleṣajananaṃ hi tat

Welche Rede von den Guten gesprochen wird, die wird Wahrheit genannt; sie ist es nämlich, die für alle Lebewesen kein Leid erzeugt.

Wort für Wort
yadvacaḥ procyate sadbhistastatyamabhidhīyate /
welche Rede von den Guten gesprochen wird, die wird [?] Wahrheit genannt
sarveṣāmeva jantūnāmakleṣajananaṃ hi tat
sie ist es nämlich, die für alle Lebewesen kein Leid erzeugt

[?] 'tastatyam' im Quelltext für erwartetes 'tat satyam'.

ahiṃsā sā nṛpa proktā sarvakāmapradāyinī / karmakāryasahāyatvamakāryaparipanthitā

Diese [Haltung] wird, o König, Gewaltlosigkeit genannt, die alle Wünsche gewährt: Hilfsbereitschaft beim rechten Handeln und Widerstand gegen unrechtes Tun.

Wort für Wort
ahiṃsā sā nṛpa proktā sarvakāmapradāyinī /
diese wird, o König, Gewaltlosigkeit genannt, die alle Wünsche gewährt
karmakāryasahāyatvamakāryaparipanthitā
Hilfsbereitschaft beim rechten Handeln, Widerstand gegen unrechtes Tun

sarvalokahitatvaṃ vai procyate dharmakovidaiḥ / icchānuvṛttakathanaṃ dharmādharmavivekinaḥ

Als Wohlwollen für alle Welt bezeichnen es die des Dharma Kundigen: das Reden im Einklang mit dem [rechten] Wunsch bei dem, der Recht und Unrecht zu unterscheiden vermag.

Wort für Wort
sarvalokahitatvaṃ vai procyate dharmakovidaiḥ /
als Wohlwollen für alle Welt bezeichnen es die des Dharma Kundigen
icchānuvṛttakathanaṃ dharmādharmavivekinaḥ
das Reden im Einklang mit dem [rechten] Wunsch bei dem, der Recht und Unrecht unterscheidet

anṛtaṃ taddhi vijñeya sarvaśreyovirodhi tat / ye loke dveṣiṇo mūrkhāḥ kumārgaratabuddhayaḥ

Als Unwahrheit aber ist das zu erkennen, was allem Heil widerspricht. Diejenigen, die in der Welt hasserfüllt, töricht sind und deren Sinn am falschen Weg Gefallen findet --

Wort für Wort
anṛtaṃ taddhi vijñeya sarvaśreyovirodhi tat /
als Unwahrheit aber ist zu erkennen, was allem Heil widerspricht
ye loke dveṣiṇo mūrkhāḥ kumārgaratabuddhayaḥ
die in der Welt hasserfüllt, töricht sind, deren Sinn am falschen Weg Gefallen findet

te rājandurjjanā jñeyāḥ sarvadharmabahiṣkṛtāḥ / dharmādharmavivekena vedamārgānusāriṇaḥ

diese, o König, sind als die Schlechten zu erkennen, von allem Dharma Ausgeschlossene. Diejenigen aber, die durch Unterscheidung von Recht und Unrecht dem Weg der Veden folgen --

Wort für Wort
te rājandurjjanā jñeyāḥ sarvadharmabahiṣkṛtāḥ /
diese, o König, sind als die Schlechten zu erkennen, von allem Dharma ausgeschlossen
dharmādharmavivekena vedamārgānusāriṇaḥ
die durch Unterscheidung von Recht und Unrecht dem Weg der Veden folgen

sarvalokahitāsaktāḥ sādhavaḥ parikīrttitāḥ / hari bhaktikaraṃ yattatsadbhiśca parirañcitam

die dem Wohl aller Welt zugetan sind, werden als die Guten gepriesen. Was Hingabe an Hari bewirkt und von den Guten geliebt wird --

Wort für Wort
sarvalokahitāsaktāḥ sādhavaḥ parikīrttitāḥ /
die dem Wohl aller Welt zugetan sind, werden als die Guten gepriesen
hari bhaktikaraṃ yattatsadbhiśca parirañcitam
was Hingabe an Hari bewirkt und von den Guten geliebt wird [?]

[?] 'parirañcitam' vermutlich für 'parirañjitam' ('geliebt, erfreut').

ātmanaḥ prītijanakaṃ tatpuṇyaṃ parikīrttitam / sarvaṃ jagadidaṃ viṣṇurvaṣṇuḥ sarvasya kāraṇam

was der eigenen Seele Freude bereitet, das wird als Verdienst gepriesen. Diese ganze Welt ist Viṣṇu; Viṣṇu ist die Ursache von allem.

Wort für Wort
ātmanaḥ prītijanakaṃ tatpuṇyaṃ parikīrttitam /
was der eigenen Seele Freude bereitet, das wird als Verdienst gepriesen
sarvaṃ jagadidaṃ viṣṇurvaṣṇuḥ sarvasya kāraṇam
diese ganze Welt ist Viṣṇu; Viṣṇu [ist] die Ursache von allem

[?] 'vaṣṇuḥ' im Quelltext für 'viṣṇuḥ' (Schreibfehler).

ahaṃ ca viṣṇuryajjñānaṃ tadviṣṇusmaraṇaṃ viduḥ / sarvadevamayo viṣṇurvidhinā pūjayāmi tam

'Auch ich bin Viṣṇu' -- welche Erkenntnis das ist, das kennt man als Gedenken an Viṣṇu. Viṣṇu ist die Wesenheit aller Götter -- ich verehre ihn nach der vorgeschriebenen Weise.

Wort für Wort
ahaṃ ca viṣṇuryajjñānaṃ tadviṣṇusmaraṇaṃ viduḥ /
'auch ich bin Viṣṇu' -- welche Erkenntnis das ist, das kennt man als Gedenken an Viṣṇu
sarvadevamayo viṣṇurvidhinā pūjayāmi tam
Viṣṇu ist die Wesenheit aller Götter -- ich verehre ihn nach Vorschrift

iti yā bhavati śraddhā sā tadbhaktiḥ prakīrtitāḥ / sarvabhūtamayo viṣṇuḥ paripūrṇaḥ sanātanaḥ

Der Glaube, der in dieser Weise entsteht, wird als Hingabe an ihn gepriesen. Viṣṇu ist die Wesenheit aller Geschöpfe, vollkommen erfüllt, ewig.

Wort für Wort
iti yā bhavati śraddhā sā tadbhaktiḥ prakīrtitāḥ /
der Glaube, der so entsteht, wird als Hingabe an ihn gepriesen
sarvabhūtamayo viṣṇuḥ paripūrṇaḥ sanātanaḥ
Viṣṇu ist die Wesenheit aller Geschöpfe, vollkommen erfüllt, ewig

ityabhedena yā buddhiḥ samatā sā prakīrttitā / samatā śatrumitreṣu vaśitvaṃ ca tathā nṛpa

Die Erkenntnis, die in dieser Weise ohne Unterschied [ist], wird als Gleichmut gepriesen: Gleichmut gegenüber Feind und Freund, und ebenso Selbstbeherrschung, o König.

Wort für Wort
ityabhedena yā buddhiḥ samatā sā prakīrttitā /
die Erkenntnis, die so ohne Unterschied ist, wird als Gleichmut gepriesen
samatā śatrumitreṣu vaśitvaṃ ca tathā nṛpa
Gleichmut gegenüber Feind und Freund und ebenso Selbstbeherrschung, o König

yadṛcchālābhasaṃtuṣṭiḥ sā śāntiḥ parikīrtitā / ete sarve samākhyātāstapaḥ siddhipradā nṛṇām

Die Zufriedenheit mit dem, was von selbst zufällt, wird als Friede gepriesen. Diese alle sind erklärt worden als das, was den Menschen die Vollendung der Askese verleiht.

Wort für Wort
yadṛcchālābhasaṃtuṣṭiḥ sā śāntiḥ parikīrtitā /
die Zufriedenheit mit dem, was von selbst zufällt, wird als Friede gepriesen
ete sarve samākhyātāstapaḥ siddhipradā nṛṇām
diese alle sind erklärt, als das, was den Menschen die Vollendung der Askese verleiht

samastapāparāśīnāṃ tarasā nāśahetavaḥ / aṣṭākṣaraṃ mahāmantraṃ sarvapāpapraṇāśanam

sie sind die Ursachen der raschen Vernichtung aller Sündenhaufen. [Nun höre] das große Mantra von acht Silben, das alle Sünde vernichtet.

Wort für Wort
samastapāparāśīnāṃ tarasā nāśahetavaḥ /
sie sind die Ursachen der raschen Vernichtung aller Sündenhaufen
aṣṭākṣaraṃ mahāmantraṃ sarvapāpapraṇāśanam
das große Mantra von acht Silben, das alle Sünde vernichtet

vakṣyāmi tava rājendra puruṣārthaikasādhanam / viṣṇoḥ priyakaraṃ caiva sarvasiddhipradāyakam

Ich will es dir verkünden, o Fürst der Könige, das alleinige Mittel zum Ziel des Menschen, das Viṣṇu wohlgefällig ist und alle Vollendung gewährt.

Wort für Wort
vakṣyāmi tava rājendra puruṣārthaikasādhanam /
ich will es dir verkünden, o Fürst der Könige, das alleinige Mittel zum Menschenziel
viṣṇoḥ priyakaraṃ caiva sarvasiddhipradāyakam
das Viṣṇu wohlgefällig ist und alle Vollendung gewährt

namo nārāyaṇāyeti japetpraṇavapūrvakam / namo bhagavate procya vāsudevāya tatparam

'Namo Nārāyaṇāya' -- dies rezitiere man, [der Silbe Om] vorangestellt; 'namo bhagavate' spreche man, worauf 'vāsudevāya' folgt.

Wort für Wort
namo nārāyaṇāyeti japetpraṇavapūrvakam /
'Namo Nārāyaṇāya' rezitiere man, [dem Om] vorangestellt [?]
namo bhagavate procya vāsudevāya tatparam
'namo bhagavate' spreche man, worauf 'vāsudevāya' folgt

[?] 'praṇakpūrvakam' im Quelltext -- als 'praṇavapūrvakam' ('mit vorangestelltem Praṇava/Om') gedeutet.

praṇavādyaṃ mahārāja dvādaśārṇamudāhṛtam / dvayoḥ samaṃ phalaṃ rājannaṣṭadvādaśavarṇayoḥ

Mit vorangestelltem Praṇava, o großer König, wird [dies] als das Zwölfsilben-Mantra bezeichnet. Gleich ist die Frucht, o König, dieser beiden [Mantras] von acht und von zwölf Silben.

Wort für Wort
praṇavādyaṃ mahārāja dvādaśārṇamudāhṛtam /
mit vorangestelltem Praṇava, o großer König, wird [dies] als Zwölf-Silben-Mantra bezeichnet
dvayoḥ samaṃ phalaṃ rājannaṣṭadvādaśavarṇayoḥ
gleich ist die Frucht, o König, dieser beiden von acht und zwölf Silben

pravṛttau ca nivṛttau ca sāmyamuddiṣṭametayoḥ / śaṅkhacakradharaṃ śāntaṃ nārāyaṇamanāmayam

Sowohl im [Weg des] weltlichen Wirkens als auch im [Weg der] Weltentsagung wird die Gleichheit dieser beiden gelehrt. [Man meditiere über] Nārāyaṇa, den Friedvollen, Makellosen, der Muschelhorn und Diskus trägt.

Wort für Wort
pravṛttau ca nivṛttau ca sāmyamuddiṣṭametayoḥ /
sowohl im [Weg des] weltlichen Wirkens als auch der Weltentsagung wird die Gleichheit dieser beiden gelehrt
śaṅkhacakradharaṃ śāntaṃ nārāyaṇamanāmayam
[man meditiere über] Nārāyaṇa, den Friedvollen, Makellosen, der Muschelhorn und Diskus trägt

lakṣmīsaṃśritavāmāṅkaṃ tathābhayakaraṃ prabhum / kirīṭakuṇḍaladharaṃ nānāmaṇḍanaśobhitam

[man meditiere über] den Herrn, dessen linke Seite von Lakṣmī umfangen ist, der die Geste der Furchtlosigkeit zeigt, der Krone und Ohrringe trägt und durch mancherlei Schmuck erstrahlt.

Wort für Wort
lakṣmīsaṃśritavāmāṅkaṃ tathābhayakaraṃ prabhum /
den Herrn, dessen linke Seite von Lakṣmī umfangen ist, der die Geste der Furchtlosigkeit zeigt
kirīṭakuṇḍaladharaṃ nānāmaṇḍanaśobhitam
der Krone und Ohrringe trägt und durch mancherlei Schmuck erstrahlt

bhrājatkaustubhamālāḍhyaṃ śrīvatsāṅkitavakṣasam / pītāmbaradharaṃ devaṃ surāsuranamaskṛtam

reich geschmückt mit der leuchtenden Kaustubha-Kette, an dessen Brust das Zeichen Śrīvatsa prangt, der gelbe Gewänder trägt, den Gott, dem Götter und Dämonen sich verneigen.

Wort für Wort
bhrājatkaustubhamālāḍhyaṃ śrīvatsāṅkitavakṣasam /
reich geschmückt mit der leuchtenden Kaustubha-Kette, an dessen Brust das Zeichen Śrīvatsa prangt
pītāmbaradharaṃ devaṃ surāsuranamaskṛtam
der gelbe Gewänder trägt, den Gott, dem Götter und Dämonen sich verneigen

dhyāyedanādinidhanaṃ sarvakāmaphalapradam / antaryāmī jñānarupī paripūrṇaḥ sanātanaḥ

Man meditiere über ihn, der ohne Anfang und Ende ist, der die Frucht aller Wünsche gewährt -- den inneren Lenker, der Erkenntnisgestalt ist, den vollkommen erfüllten, ewigen [Gott].

Wort für Wort
dhyāyedanādinidhanaṃ sarvakāmaphalapradam /
man meditiere über ihn, der ohne Anfang und Ende ist, der die Frucht aller Wünsche gewährt
antaryāmī jñānarupī paripūrṇaḥ sanātanaḥ
den inneren Lenker, der Erkenntnisgestalt ist, den vollkommen erfüllten, ewigen [Gott]

etatsarvaṃ samākhyātaṃ yattu pṛṣṭaṃ tvayā nṛpa / svasti te 'stu tapaḥ siddhiṃ gaccha labdhuṃ yathāsukham

Dies alles ist dir verkündet worden, was du, o König, gefragt hattest. Heil sei dir! Gehe hin, um nach Belieben die Vollendung der Askese zu erlangen.

Wort für Wort
etatsarvaṃ samākhyātaṃ yattu pṛṣṭaṃ tvayā nṛpa /
dies alles ist verkündet, was du, o König, gefragt hattest [?]
svasti te 'stu tapaḥ siddhiṃ gaccha labdhuṃ yathāsukham
Heil sei dir! Gehe hin, um nach Belieben die Vollendung der Askese zu erlangen

[?] 'puṣṭaṃ' im Quelltext -- als 'pṛṣṭaṃ' ('gefragt') gedeutet.

evamukto mahīpālo bhṛguṇā paramarṣiṇā / paramāṃ prītimāpannaḥ prapedetapase vanam

So von dem höchsten Weisen Bhṛgu angesprochen, ergriffen von höchster Freude, begab sich der Herrscher der Erde in den Wald, um Askese zu üben.

Wort für Wort
evamukto mahīpālo bhṛguṇā paramarṣiṇā /
so von dem höchsten Weisen Bhṛgu angesprochen, der Herrscher der Erde
paramāṃ prītimāpannaḥ prapedetapase vanam
von höchster Freude ergriffen, begab er sich in den Wald, um Askese zu üben

himavadgirimāsādya puṇyadeśe manohare / nādeśvare mahākṣetre tapastepe 'tiduścaram

Nachdem er den Himalaya-Berg erreicht hatte, übte er an dem verdienstvollen, herzerfreuenden Ort, an der großen heiligen Stätte Nādeśvara, überaus schwer zu vollbringende Askese.

Wort für Wort
himavadgirimāsādya puṇyadeśe manohare /
nachdem er den Himalaya-Berg erreicht hatte, an dem verdienstvollen, herzerfreuenden Ort
nādeśvare mahākṣetre tapastepe 'tiduścaram
an der großen heiligen Stätte Nādeśvara übte er überaus schwer zu vollbringende Askese

rājā triṣavaṇasnāyī kandamūlaphalāśanaḥ / kṛtātithyarhaṇaścāpi nityaṃ homaparāyaṇaḥ

Der König badete dreimal täglich, nährte sich von Wurzeln, Knollen und Früchten, erwies stets Gästen die gebührende Ehre und war beständig dem Feueropfer hingegeben.

Wort für Wort
rājā triṣavaṇasnāyī kandamūlaphalāśanaḥ /
der König badete dreimal täglich, nährte sich von Wurzeln, Knollen und Früchten
kṛtātithyarhaṇaścāpi nityaṃ homaparāyaṇaḥ
erwies Gästen die gebührende Ehre und war beständig dem Feueropfer hingegeben

sarvabhūtahitaḥ śānto nārāyaṇaparāyaṇaḥ / patraiḥ puṣpaiḥ phalaistoyaistrikālaṃ haripūjakaḥ

Allen Wesen zuträglich, friedvoll, ganz Nārāyaṇa ergeben, verehrte er Hari dreimal täglich mit Blättern, Blüten, Früchten und Wasser.

Wort für Wort
sarvabhūtahitaḥ śānto nārāyaṇaparāyaṇaḥ /
allen Wesen zuträglich, friedvoll, ganz Nārāyaṇa ergeben
patraiḥ puṣpaiḥ phalaistoyaistrikālaṃ haripūjakaḥ
verehrte er Hari dreimal täglich mit Blättern, Blüten, Früchten und Wasser

evaṃ bahutithaṃ kālaṃ nītvā cātyantadhairyavān / dhyāyannārāyaṇaṃ devaṃ śīrṇaparṇāśano 'bhavat

Nachdem er so eine lange Zeit verbracht hatte, von höchster Standhaftigkeit, wurde er, indem er über den Gott Nārāyaṇa meditierte, zu einem, der nur noch welke Blätter aß.

Wort für Wort
evaṃ bahutithaṃ kālaṃ nītvā cātyantadhairyavān /
nachdem er so eine lange Zeit verbracht hatte, von höchster Standhaftigkeit
dhyāyannārāyaṇaṃ devaṃ śīrṇaparṇāśano 'bhavat
über den Gott Nārāyaṇa meditierend, wurde er zu einem, der nur welke Blätter aß

prāṇāyāmaparo bhūtvā rājā paramadhārmikaḥ / nirucchvāsastapastaptuṃ tataḥ samupacakrame

Der überaus rechtschaffene König, der sich der Atemkontrolle hingab, begann sodann, ohne Ausatmen Askese zu üben.

Wort für Wort
prāṇāyāmaparo bhūtvā rājā paramadhārmikaḥ /
der überaus rechtschaffene König, der sich der Atemkontrolle hingab
nirucchvāsastapastaptuṃ tataḥ samupacakrame
begann sodann, ohne Ausatmen Askese zu üben

dhyāyannārāyaṇaṃ devamanantamaparājitam / ṣaṣṭivarṣasahastāṇi nirucchvāsaparo 'bhavat

Über den unendlichen, unbesiegten Gott Nārāyaṇa meditierend, verharrte er sechzigtausend Jahre lang im Zustand ohne Ausatmen.

Wort für Wort
dhyāyannārāyaṇaṃ devamanantamaparājitam /
über den unendlichen, unbesiegten Gott Nārāyaṇa meditierend
ṣaṣṭivarṣasahastāṇi nirucchvāsaparo 'bhavat
verharrte er sechzigtausend Jahre lang im Zustand ohne Ausatmen

tasya nāsāpuṭādrājño vahnirjajñe bhayaṅkaraḥ / taṃ dṛṣṭvā devatāḥ sarve vitrastā vahninā tapitāḥ

Aus den Nasenlöchern jenes Königs entstand ein furchterregendes Feuer; als sie dies sahen, gerieten alle Götter in Schrecken, von dem Feuer versengt.

Wort für Wort
tasya nāsāpuṭādrājño vahnirjajñe bhayaṅkaraḥ /
aus den Nasenlöchern [?] dieses Königs entstand ein furchterregendes Feuer
taṃ dṛṣṭvā devatāḥ sarve vitrastā vahninā tapitāḥ
als sie dies sahen, gerieten alle Götter in Schrecken, vom Feuer versengt [?]

[?] 'nānmāpuṭāt' im Quelltext -- als 'nāsāpuṭāt' ('aus den Nasenlöchern') gedeutet; 'vahnitā pitāḥ' als 'vahninā tapitāḥ' ('vom Feuer versengt') gedeutet.

abhijagmurmahāviṣṇuṃ yatrāste jagatāṃ patiḥ / kṣīrodasyottaraṃ tīraṃ saṃprāpya tridaśeśvarāḥ / astuvandevadeveśaṃ śaraṇāgatapālakam

Sie begaben sich zu dem großen Viṣṇu, dort wo der Herr der Welten weilt; nachdem die Herren der Götter das nördliche Ufer des Milchozeans erreicht hatten, priesen sie den Gott der Götter, den Beschützer der Schutzsuchenden.

Wort für Wort
abhijagmurmahāviṣṇuṃ yatrāste jagatāṃ patiḥ /
sie begaben sich zu dem großen Viṣṇu, dort wo der Herr der Welten weilt
kṣīrodasyottaraṃ tīraṃ saṃprāpya tridaśeśvarāḥ /
nachdem die Herren der Götter das nördliche Ufer des Milchozeans erreicht hatten
astuvandevadeveśaṃ śaraṇāgatapālakam
priesen sie den Gott der Götter, den Beschützer der Schutzsuchenden

[Anm.: Der Vers besteht aus drei Pādas statt der üblichen zwei -- vermutlich ist ein Vers- oder Zeilensprung in der Vorlage unterlaufen.]

devā ūcuḥ natāḥ sma viṣṇuṃ jagadekanāthaṃ smaratsamastārtiharaṃ pareśam / svabhāvaśuddhaṃ paripūrṇabhāvaṃ vadanti yajjñānatanuṃ ca tajjñāḥ

Die Götter sprachen: Wir verneigen uns vor Viṣṇu, dem alleinigen Herrn der Welt, der jedem, der seiner gedenkt, alles Leid nimmt, dem höchsten Gott, von Natur aus reinem, vollkommen erfülltem Wesen -- den die Kenner der Wahrheit als von der Gestalt der reinen Erkenntnis bezeichnen.

Wort für Wort
devā ūcuḥ
die Götter sprachen
natāḥ sma viṣṇuṃ jagadekanāthaṃ smaratsamastārtiharaṃ pareśam /
wir verneigen uns vor Viṣṇu, dem alleinigen Herrn der Welt, der jedem Gedenkenden alles Leid nimmt, dem höchsten Gott
svabhāvaśuddhaṃ paripūrṇabhāvaṃ vadanti yajjñānatanuṃ ca tajjñāḥ
von Natur aus rein, vollkommen erfüllt -- den die Wahrheitskenner als von der Gestalt der Erkenntnis bezeichnen

dhyeyaḥ sadā yogivarairmahātmā svecchāśarīraiḥ kṛtadevakāryaḥ / jagatsvarupo jagadādināthastasmai natāḥ smaḥ puruṣottamāya

Der große Geist, der stets von den besten Yogins meditiert wird, dessen Körper [er] aus eigenem Willen [annimmt], der die Werke der Götter vollbracht hat, der die Gestalt der Welt ist, der uranfängliche Herr der Welt -- ihm, dem höchsten Menschen, verneigen wir uns.

Wort für Wort
dhyeyaḥ sadā yogivarairmahātmā svecchāśarīraiḥ kṛtadevakāryaḥ /
der große Geist, stets von den besten Yogins meditiert, dessen Körper er aus eigenem Willen annimmt, der die Werke der Götter vollbracht hat [?]
jagatsvarupo jagadādināthastasmai natāḥ smaḥ puruṣottamāya
der die Gestalt der Welt ist, der uranfängliche Herr der Welt -- ihm, dem höchsten Menschen, verneigen wir uns

[?] 'kutadevakāryaḥ' im Quelltext -- als 'kṛtadevakāryaḥ' ('der die Werke der Götter vollbracht hat') gedeutet.

yannāmasaṃkīrttanato khalānāṃ samasta pāpāni layaṃ prayānti / tamīśamīḍyaṃ puruṣaṃ purāṇaṃ natāḥ sma viṣṇuṃ puruṣārthasiddhyai

Durch dessen bloße Nennung des Namens selbst der Übeltäter alle Sünden zunichtewerden -- vor jenem preiswürdigen Herrn, dem uralten Menschen, verneigen wir uns, vor Viṣṇu, zur Erlangung der Ziele des Menschen.

Wort für Wort
yannāmasaṃkīrttanato khalānāṃ samasta pāpāni layaṃ prayānti /
durch dessen Namensnennung selbst der Übeltäter alle Sünden zunichtewerden
tamīśamīḍyaṃ puruṣaṃ purāṇaṃ natāḥ sma viṣṇuṃ puruṣārthasiddhyai
vor jenem preiswürdigen Herrn, dem uralten Menschen, verneigen wir uns, vor Viṣṇu, zur Erlangung der Menschenziele

[?] 'puruṣāthasiddhyai' im Quelltext für 'puruṣārthasiddhyai'.

yattejasā bhānti divākarādyā nātikramaṃ tasya kadāpi śikṣāḥ / kālātmakaṃ taṃ tridaśādhināthaṃ namāmahe vai puruṣārtharupam

Durch dessen Glanz Sonne und die anderen [Gestirne] leuchten, dessen Ordnung sie niemals überschreiten -- ihn, der die Zeit selbst ist, den Herrn der dreißig [Götter], verehren wir, die Gestalt der Menschenziele.

Wort für Wort
yattejasā bhānti divākarādyā nātikramaṃ tasya kadāpi śikṣāḥ /
durch dessen Glanz Sonne und die anderen leuchten, dessen Ordnung sie niemals überschreiten [?]
kālātmakaṃ taṃ tridaśādhināthaṃ namāmahe vai puruṣārtharupam
ihn, der die Zeit selbst ist, den Herrn der dreißig [Götter], verehren wir, die Gestalt der Menschenziele

[?] 'nātikramaṃ tyasya' im Quelltext -- als 'nātikramaṃ tasya' gedeutet; 'śikṣāḥ' hier sinngemäß als 'Ordnung/Weisung' übersetzt.

jagatkaro 'tyabjabhavo 'tti rudraḥ punāti lokāñśrutibhiśca viprāḥ / tamādidevaṃ guṇasannidhānaṃ sarvopadeṣṭāramitāḥ śaraṇyam

Er, der Schöpfer der Welt, der den Lotusgeborenen übertrifft [?], vor dem [selbst] Rudra [sich beugt] [?], den die Brahmanen mit den vedischen Sprüchen die Welten läutern lassen -- zu jenem Urgott, der Wohnstatt aller guten Eigenschaften, dem Lehrer von allem, sind wir, Zuflucht suchend, gegangen.

Wort für Wort
jagatkaro 'tyabjabhavo 'tti rudraḥ punāti lokāñśrutibhiśca viprāḥ /
der Schöpfer der Welt, der den Lotusgeborenen übertrifft [?], vor dem Rudra [sich beugt] [?] -- die Brahmanen läutern mit den vedischen Sprüchen die Welten
tamādidevaṃ guṇasannidhānaṃ sarvopadeṣṭāramitāḥ śaraṇyam
zu jenem Urgott, der Wohnstatt aller guten Eigenschaften, dem Lehrer von allem, sind wir Zuflucht suchend gegangen

[?] 'jagatkaro 'tyabjabhavo 'tti rudraḥ' schwer verderbt überliefert; sinngemäß als Bezugnahme auf Brahmā ('Lotusgeborener') und Rudra gedeutet.

varaṃ vareṇyaṃ madhukaiṭabhāriṃ surāsurābhyarcitapādapīṭham / sadbhaktisaṃkalpitāsiddhihetuṃ jñānaikavedyaṃ praṇatāḥ sma devam

Vor dem besten, dem Erwählungswürdigen, dem Feind von Madhu und Kaiṭabha, dessen Fußschemel von Göttern und Dämonen verehrt wird, der die Ursache der Vollendung dessen ist, was die wahrhaft Hingegebenen sich wünschen, der allein durch Erkenntnis erfassbar ist -- vor diesem Gott verneigen wir uns.

Wort für Wort
varaṃ vareṇyaṃ madhukaiṭabhāriṃ surāsurābhyarcitapādapīṭham /
vor dem besten, dem Erwählungswürdigen, dem Feind von Madhu und Kaiṭabha, dessen Fußschemel von Göttern und Dämonen verehrt wird
sadbhaktisaṃkalpitāsiddhihetuṃ jñānaikavedyaṃ praṇatāḥ sma devam
der die Ursache der Erfüllung der Wünsche der wahrhaft Hingegebenen ist, allein durch Erkenntnis erfassbar -- vor diesem Gott verneigen wir uns

anādimadhyāntamajaṃ pareśamanādyavidyākhyatamovināśam / saccitparānandaghanasvarupaṃ rupādihīnaṃ praṇatāḥ sma devam

Vor dem Gott, der ohne Anfang, Mitte und Ende ist, ungeboren, dem höchsten Herrn, der die anfangslose, mit dem Namen Unwissenheit bezeichnete Finsternis vernichtet, dessen Wesen die geballte Fülle von Sein, Bewusstsein und höchster Seligkeit ist, der frei von Gestalt und dergleichen ist -- vor diesem Gott verneigen wir uns.

Wort für Wort
anādimadhyāntamajaṃ pareśamanādyavidyākhyatamovināśam /
ohne Anfang, Mitte und Ende, ungeboren, den höchsten Herrn, der die anfangslose, 'Unwissenheit' genannte Finsternis vernichtet
saccitparānandaghanasvarupaṃ rupādihīnaṃ praṇatāḥ sma devam
dessen Wesen geballtes Sein-Bewusstsein-höchste-Seligkeit ist, frei von Gestalt -- vor diesem Gott verneigen wir uns

nārāyaṇaṃ viṣṇumanantamīśaṃ pītāmbaraṃ padmabhavādisevyam / yajñāpriyaṃ yajñakaraṃ viśuddhaṃ natāḥ sma sarvottamamavyayaṃ tam

Vor Nārāyaṇa, Viṣṇu, dem endlosen Herrn, der gelbe Gewänder trägt, der von dem Lotusgeborenen und anderen verehrt wird, dem das Opfer lieb ist, der das Opfer vollbringt, dem Reinen -- vor ihm, dem Höchsten von allen, dem Unvergänglichen, verneigen wir uns.

Wort für Wort
nārāyaṇaṃ viṣṇumanantamīśaṃ pītāmbaraṃ padmabhavādisevyam /
vor Nārāyaṇa, Viṣṇu, dem endlosen Herrn, der gelbe Gewänder trägt, von dem Lotusgeborenen und anderen verehrt
yajñāpriyaṃ yajñakaraṃ viśuddhaṃ natāḥ sma sarvottamamavyayaṃ tam
dem das Opfer lieb ist, der das Opfer vollbringt, dem Reinen -- vor ihm, dem Höchsten, Unvergänglichen, verneigen wir uns

iti stuto mahāviṣṇurdevairindrādibhistadā / caritaṃ tasya rājarṣerdevānāṃ saṃnyavedayat

So von den Göttern, angeführt von Indra, gepriesen, teilte der große Viṣṇu ihnen damals die Geschichte jenes königlichen Weisen mit.

Wort für Wort
iti stuto mahāviṣṇurdevairindrādibhistadā /
so von den Göttern, angeführt von Indra, gepriesen, der große Viṣṇu
caritaṃ tasya rājarṣerdevānāṃ saṃnyavedayat
teilte er ihnen die Geschichte jenes königlichen Weisen mit

tato devānsamāśvāsya dattvābhayamanañjanaḥ / jagāma yatra rājarṣistapastapati nārada

Sodann, nachdem er die Götter beruhigt und ihnen Furchtlosigkeit gewährt hatte, begab sich der Makellose dorthin, wo der königliche Weise, o Nārada, Askese übte.

Wort für Wort
tato devānsamāśvāsya dattvābhayamanañjanaḥ /
sodann, nachdem er die Götter beruhigt und ihnen Furchtlosigkeit gewährt hatte, der Makellose
jagāma yatra rājarṣistapastapati nārada
begab er sich dorthin, wo der königliche Weise, o Nārada, Askese übte

śaṅkhacakradharo devaḥ saccidānandavigrahaḥ / pratyakṣatāmagāttasya rājñaḥ sarvajagadguruḥ

Der Gott, der Muschelhorn und Diskus trägt, dessen Gestalt Sein-Bewusstsein-Seligkeit ist, der Lehrer der ganzen Welt, wurde jenem König sichtbar.

Wort für Wort
śaṅkhacakradharo devaḥ saccidānandavigrahaḥ /
der Gott, der Muschelhorn und Diskus trägt, dessen Gestalt Sein-Bewusstsein-Seligkeit ist
pratyakṣatāmagāttasya rājñaḥ sarvajagadguruḥ
der Lehrer der ganzen Welt wurde jenem König sichtbar

taṃ dṛṣṭvā puṇḍarīkākṣaṃ bhābhāsitadigantaram / atasīpuṣpasaṃkāśaṃ sphuratkuṇḍalamaṇḍitam

Als er ihn erblickte, den Lotusäugigen, der mit seinem Glanz die Himmelsrichtungen erhellte, der der [blauen] Leinblüte gleich glänzte, geschmückt mit funkelnden Ohrringen,

Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā puṇḍarīkākṣaṃ bhābhāsitadigantaram /
als er ihn erblickte, den Lotusäugigen, der mit seinem Glanz die Himmelsrichtungen erhellte
atasīpuṣpasaṃkāśaṃ sphuratkuṇḍalamaṇḍitam
der der Leinblüte [?] gleich glänzte, geschmückt mit funkelnden Ohrringen

[?] 'duṣṭvā' im Quelltext für 'dṛṣṭvā'; 'atisīpuṣpaṃ' als 'atasīpuṣpa' (Leinblüte) gedeutet.

snigdhakuntalavakrābjaṃ vibhrājanmukuṭojjvalam / śrīvatsakaustubhadharaṃ vanamālāvibhūṣitam

dessen Lotusgesicht von glänzenden, gelockten Haaren umrahmt war, dessen leuchtende Krone erstrahlte, der das Śrīvatsa-Zeichen und den Kaustubha-Edelstein trug, geschmückt mit dem Waldblumenkranz --

Wort für Wort
snigdhakuntalavakrābjaṃ vibhrājanmukuṭojjvalam /
dessen Lotusgesicht von glänzenden, gelockten Haaren umrahmt war, dessen leuchtende Krone erstrahlte
śrīvatsakaustubhadharaṃ vanamālāvibhūṣitam
der das Śrīvatsa-Zeichen und den Kaustubha-Edelstein trug, mit dem Waldblumenkranz geschmückt

[?] 'kaustumadharaṃ' im Quelltext für 'kaustubhadharaṃ'.

dīrghabāhumudārāṅgaṃ lokeśārcitapaṅkajam / nanāma daṇḍavadbhūmau bhūpatirnamrakandharaḥ

den Langarmigen, mit edlen Gliedern, dessen Lotus[füße] von den Herren der Welten verehrt werden -- vor ihm warf sich der Herrscher der Erde, den Nacken gesenkt, wie ein Stab zu Boden nieder.

Wort für Wort
dīrghabāhumudārāṅgaṃ lokeśārcitapaṅkajam /
den Langarmigen, mit edlen Gliedern, dessen Lotus[füße] von den Herren der Welten verehrt werden
nanāma daṇḍavadbhūmau bhūpatirnamrakandharaḥ
vor ihm warf sich der Herrscher der Erde, den Nacken gesenkt, wie ein Stab zu Boden nieder

atyantaharṣasaṃpūrṇaḥ saromāñcaḥ sagadgadaḥ / kṛṣṇa kṛṣṇeti śrīkṛṣṇeti samuccaran

Von überaus großer Freude erfüllt, mit sich sträubenden Haaren, mit stockender Stimme, rief er wiederholt aus: 'Kṛṣṇa, Kṛṣṇa! O Śrī-Kṛṣṇa!'

Wort für Wort
atyantaharṣasaṃpūrṇaḥ saromāñcaḥ sagadgadaḥ /
von überaus großer Freude erfüllt, mit sich sträubenden Haaren, mit stockender Stimme
kṛṣṇa kṛṣṇeti śrīkṛṣṇeti samuccaran
rief er wiederholt: 'Kṛṣṇa, Kṛṣṇa! O Śrī-Kṛṣṇa!'

tasya viṣṇuḥ prasannātmā hyantaryāmī jagadguruḥ / uvāca kṛpayāviṣṭo bhagavānbhūtabhāvanaḥ

Da sprach zu ihm Viṣṇu, wohlgesonnenen Gemüts, der innere Lenker, der Lehrer der Welt, der Erhabene, der Ursprung der Wesen, von Mitgefühl erfüllt:

Wort für Wort
tasya viṣṇuḥ prasannātmā hyantaryāmī jagadguruḥ /
da [sprach] zu ihm Viṣṇu, wohlgesonnenen Gemüts, der innere Lenker, der Lehrer der Welt
uvāca kṛpayāviṣṭo bhagavānbhūtabhāvanaḥ
es sprach, von Mitgefühl erfüllt, der Erhabene, der Ursprung der Wesen

śrībhagavānuvāca bhagīratha mahābhāga tavābhīṣṭaṃ bhaviṣyati / āgamiṣyanti mallokaṃ tava pūrvapitāmahāḥ

Der erhabene Herr sprach: O Bhagīratha, du Hochbeglückter, dein Wunsch wird sich erfüllen. Deine Vorväter werden in meine Welt eingehen.

Wort für Wort
śrībhagavānuvāca
der erhabene Herr sprach
bhagīratha mahābhāga tavābhīṣṭaṃ bhaviṣyati /
o Bhagīratha, du Hochbeglückter, dein Wunsch wird sich erfüllen
āgamiṣyanti mallokaṃ tava pūrvapitāmahāḥ
deine Vorväter werden in meine Welt eingehen

mama mūrtyantaraṃ śambhuṃ rājanstotraiḥ svaśaktitaḥ / stuhi te sakalaṃ kāmaṃ sa vai sadyaḥ kariṣyanti

Śambhu, meine andere Gestalt, o König, preise mit Lobliedern nach deinem Vermögen; er wird sogleich all deinen Wunsch erfüllen.

Wort für Wort
mama mūrtyantaraṃ śambhuṃ rājanstotraiḥ svaśaktitaḥ /
Śambhu, meine andere Gestalt, o König, mit Lobliedern nach deinem Vermögen [?]
stuhi te sakalaṃ kāmaṃ sa vai sadyaḥ kariṣyanti
preise ihn -- er wird sogleich all deinen Wunsch erfüllen

[?] 'svaśaktivaḥ' als 'svaśaktitaḥ' gedeutet; 'savai' als 'sa vai' getrennt.

yastu jagrāha śaśinaṃ śaraṇaṃ samupāgatam / tasmādārādhayeśānaṃ stotraiḥ stutyaṃ sukhapradam

Er, der den Mond aufnahm, als dieser Zuflucht suchend zu ihm kam -- darum verehre den Herrn mit Lobliedern, den Preiswürdigen, der Glück verleiht.

Wort für Wort
yastu jagrāha śaśinaṃ śaraṇaṃ samupāgatam /
er, der den Mond aufnahm, als dieser Zuflucht suchend [?] zu ihm kam
tasmādārādhayeśānaṃ stotraiḥ stutyaṃ sukhapradam
darum verehre den Herrn mit Lobliedern, den Preiswürdigen, der Glück verleiht

[?] 'śūraṇaṃ' im Quelltext -- als 'śaraṇaṃ' ('Zuflucht') gedeutet.

anādinidhano devaḥ sarvakāmaphalapradaḥ / tvayā saṃpujito rājansadyaḥ śreyo vidhāsyati

Der Gott, der ohne Anfang und Ende ist, der die Frucht aller Wünsche gewährt -- von dir verehrt, o König, wird er dir sogleich Heil bereiten.

Wort für Wort
anādinidhano devaḥ sarvakāmaphalapradaḥ /
der Gott ohne Anfang und Ende, der die Frucht aller Wünsche gewährt
tvayā saṃpujito rājansadyaḥ śreyo vidhāsyati
von dir verehrt, o König, wird er dir sogleich Heil bereiten

ityuktvā devadeveśo jagatāṃ patiracyutaḥ / antardadhe muniśreṣṭha uttasthau so 'pi bhūpatiḥ

Nachdem er dies gesprochen hatte, verschwand der Gott der Götter, der Herr der Welten, der Unvergängliche, o bester der Munis; auch der Herrscher der Erde erhob sich.

Wort für Wort
ityuktvā devadeveśo jagatāṃ patiracyutaḥ /
nachdem er dies gesprochen hatte, der Gott der Götter, der Herr der Welten, der Unvergängliche
antardadhe muniśreṣṭha uttasthau so 'pi bhūpatiḥ
verschwand er, o bester der Munis; auch der Herrscher der Erde erhob sich

kimidaṃ svapnamāhosvitsatyaṃ sākṣādvijottam / bhūpatirvismayaṃ prāptaḥ kiṃ karomīti vismitaḥ

'War dies ein Traum, oder war es Wirklichkeit, leibhaftig, o bester Zweifachgeborener?' -- der Herrscher der Erde geriet in Staunen, verwundert darüber, was er nun tun solle.

Wort für Wort
kimidaṃ svapnamāhosvitsatyaṃ sākṣādvijottam /
'war dies ein Traum [?], oder war es Wirklichkeit, leibhaftig, o bester Zweifachgeborener?'
bhūpatirvismayaṃ prāptaḥ kiṃ karomīti vismitaḥ
der Herrscher der Erde geriet in Staunen, verwundert, was er tun solle

[?] 'smama' im Quelltext -- als 'svapnam' ('Traum') gedeutet; 'prātpaḥ' als 'prāptaḥ' gelesen.

athāntarikṣe vāguccaiḥ prāha taṃ bhrāntacetasam / satyametaditi vyaktaṃ na cintāṃ kartumarhasi

Da sprach eine Stimme laut vom Himmel her zu ihm, dessen Gemüt verwirrt war: 'Dies ist wahrhaftig Wirklichkeit -- du sollst dir keine Sorge machen!'

Wort für Wort
athāntarikṣe vāguccaiḥ prāha taṃ bhrāntacetasam /
da sprach eine Stimme laut vom Himmel her zu ihm, dessen Gemüt verwirrt war
satyametaditi vyaktaṃ na cintāṃ kartumarhasi
'dies ist wahrhaftig Wirklichkeit -- du sollst dir keine Sorge machen'

tanniśamyāvanīpāla īśānaṃ sarvakāraṇam / samastadevatārājamastauṣīdbhaktitatparaḥ

Als er dies vernommen hatte, pries der Herrscher der Erde den Īśāna, die Ursache von allem, den König aller Götter, von Hingabe erfüllt.

Wort für Wort
tanniśamyāvanīpāla īśānaṃ sarvakāraṇam /
als er dies vernommen hatte, der Herrscher der Erde, den Īśāna, die Ursache von allem
samastadevatārājamastauṣīdbhaktitatparaḥ
den König aller Götter pries er, von Hingabe erfüllt

bhagīratha uvāca praṇamāmi jagannāthaṃ praṇatārtipraṇāśanam / pramāṇāgocaraṃ devamīśānaṃ praṇavātmakam

Bhagīratha sprach: Ich verneige mich vor dem Herrn der Welt, der das Leid derer vernichtet, die sich vor ihm verneigen, vor dem Gott, der jenseits [aller] Erkenntnismittel ist, dem Īśāna, dessen Wesen die Silbe Om ist.

Wort für Wort
praṇamāmi jagannāthaṃ praṇatārtipraṇāśanam /
ich verneige mich vor dem Herrn der Welt, der das Leid der sich Verneigenden vernichtet
pramāṇāgocaraṃ devamīśānaṃ praṇavātmakam
vor dem Gott, der jenseits aller Erkenntnismittel ist, dem Īśāna, dessen Wesen die Silbe Om ist

jagadrūpamajaṃ nityaṃ sargasthityantakāraṇam / viśvarupaṃ virupākṣa praṇato 'smyugraretasam

Vor dir, der die Gestalt der Welt ist, dem Ungeborenen, Ewigen, der Ursache von Schöpfung, Erhaltung und Untergang, dem Allgestaltigen, o Virūpākṣa, mit dem gewaltigen Samen -- vor dir verneige ich mich.

Wort für Wort
jagadrūpamajaṃ nityaṃ sargasthityantakāraṇam /
der die Gestalt der Welt ist, ungeboren, ewig, die Ursache von Schöpfung, Erhaltung und Untergang
viśvarupaṃ virupākṣa praṇato 'smyugraretasam
den Allgestaltigen, o Virūpākṣa, mit gewaltigem Samen -- vor dir verneige ich mich

ādimadhyāntarahitamanantamajamavyayam / samāmananti yogīndrā staṃ vande puṣṭivardhanam

Den ohne Anfang, Mitte und Ende, den Unendlichen, Ungeborenen, Unvergänglichen -- als solchen preisen ihn die Fürsten der Yogins; ihn verehre ich, den Mehrer des Gedeihens.

Wort für Wort
ādimadhyāntarahitamanantamajamavyayam /
ohne Anfang, Mitte und Ende, unendlich, ungeboren, unvergänglich
samāmananti yogīndrā staṃ vande puṣṭivardhanam
so preisen ihn die Fürsten der Yogins; ihn verehre ich, den Mehrer des Gedeihens

namo lokādhināthāya apavañcaka parivañcaka / namo 'stu nīlagrīvāya paśūnāṃ pataye namaḥ

Verehrung dir, o Herr der Welt, [?] du Untrüglicher, [doch zugleich] Umgarnender [?] -- Verehrung sei dem Blauhalsigen, Verehrung dem Herrn der Tiere!

Wort für Wort
namo lokādhināthāya apavañcaka parivañcaka /
Verehrung dir, o Herr der Welt, du Untrüglicher, [doch] Umgarnender [?]
namo 'stu nīlagrīvāya paśūnāṃ pataye namaḥ
Verehrung sei dem Blauhalsigen, Verehrung dem Herrn der Tiere

[Anm.: Pāda a ('lokādhināthāpa vañcate parivañcate') ist im Quelltext offenkundig verderbt/unklar überliefert; hier probeweise als 'lokādhinātha, apavañcaka, parivañcaka' gedeutet.] [?] 'pasūnāṃ' im Quelltext für 'paśūnāṃ'.

namaḥ kapālahastāya pāśapataye namaḥ / namo 'kalpaprakalpāya bhūtānāṃ pataye namaḥ

Verehrung dem, der den Schädel in der Hand trägt, Verehrung dem Herrn der Schlinge! Verehrung dem, der [selbst] ohne Anfang [alle Weltordnung] gestaltet, Verehrung dem Herrn der Wesen!

Wort für Wort
namaḥ kapālahastāya pāśapataye namaḥ /
Verehrung dem, der den Schädel in der Hand trägt, Verehrung dem Herrn der Schlinge
namo 'kalpaprakalpāya bhūtānāṃ pataye namaḥ
Verehrung dem, der ohne Anfang [die Welt] gestaltet, Verehrung dem Herrn der Wesen

namaḥ pinākahastāya śūlahastāya te namaḥ / namaḥ kapālahastāya pāśamudgaradhāriṇe

Verehrung dem, der den Bogen Pināka in der Hand trägt, Verehrung dir, der den Dreizack in der Hand trägt! Verehrung dem, der den Schädel in der Hand trägt, der Schlinge und Keule trägt!

Wort für Wort
namaḥ pinākahastāya śūlahastāya te namaḥ /
Verehrung dem, der den Bogen Pināka in der Hand trägt, Verehrung dir, der den Dreizack trägt
namaḥ kapālahastāya pāśamudgaradhāriṇe
Verehrung dem, der den Schädel in der Hand trägt, der Schlinge und Keule trägt

namaste sarvabhūtāya ghaṇṭāhastāya te namaḥ / namaḥ pañcāsyadevāya kṣetrāṇāṃ pataye namaḥ

Verehrung dir, der du alle Wesen bist, Verehrung dir, der die Glocke in der Hand trägt! Verehrung dem fünfgesichtigen Gott, Verehrung dem Herrn der heiligen Stätten!

Wort für Wort
namaste sarvabhūtāya ghaṇṭāhastāya te namaḥ /
Verehrung dir, der du alle Wesen bist, Verehrung dir, der die Glocke in der Hand trägt
namaḥ pañcāsyadevāya kṣetrāṇāṃ pataye namaḥ
Verehrung dem fünfgesichtigen Gott, Verehrung dem Herrn der heiligen Stätten

namaḥ samastabhūtānāmādibhṛtāya bhūbhṛte / anekaruparupāya nirguṇāya parātmane

Verehrung dem Erhalter und Träger aller Wesen von Anbeginn, dem Träger der Erde! Verehrung dem, dessen Gestalt vielgestaltig ist, dem Eigenschaftslosen, der höchsten Seele!

Wort für Wort
namaḥ samastabhūtānāmādibhṛtāya bhūbhṛte /
Verehrung dem Erhalter und Träger aller Wesen von Anbeginn, dem Träger der Erde
anekaruparupāya nirguṇāya parātmane
dem vielgestaltigen, dem Eigenschaftslosen, der höchsten Seele

namo daṇḍādhidevāya gaṇānāṃ pataye namaḥ / namo hiraṇyagarbhāya hiraṇyapataye namaḥ

Verehrung dem Gott, der über die Strafe herrscht, Verehrung dem Herrn der Scharen! Verehrung dem Hiraṇyagarbha, Verehrung dem Herrn des Goldes!

Wort für Wort
namo daṇḍādhidevāya gaṇānāṃ pataye namaḥ /
Verehrung dem Gott, der über die Strafe herrscht, Verehrung dem Herrn der Scharen
namo hiraṇyagarbhāya hiraṇyapataye namaḥ
Verehrung dem Hiraṇyagarbha, Verehrung dem Herrn des Goldes

[?] 'daṇādhidevāya' im Quelltext für 'daṇḍādhidevāya'.

hiraṇyaretase tubhyaṃ namo hiraṇyabāhave / namo dhyānasvarupāya namaste dhyānasākṣiṇe

Dir, dessen Same golden ist, Verehrung, dem Goldarmigen! Verehrung dem, dessen Wesen die Meditation ist, Verehrung dir, dem Zeugen der Meditation!

Wort für Wort
hiraṇyaretase tubhyaṃ namo hiraṇyabāhave /
dir, dessen Same golden ist, Verehrung, dem Goldarmigen
namo dhyānasvarupāya namaste dhyānasākṣiṇe
Verehrung dem, dessen Wesen Meditation ist, Verehrung dir, dem Zeugen der Meditation

namaste dhyānasaṃsthāya dhyānagamyāya te namaḥ / yenedaṃ viśvamakhilaṃ carācaravirājitam

Verehrung dir, der in der Meditation gegründet ist, Verehrung dir, der nur durch Meditation erreichbar ist -- durch den dieses ganze Weltall, das Bewegliche und Unbewegliche, erstrahlt --

Wort für Wort
namaste dhyānasaṃsthāya dhyānagamyāya te namaḥ /
Verehrung dir, der in der Meditation gegründet ist, Verehrung dir, der nur durch Meditation erreichbar ist
yenedaṃ viśvamakhilaṃ carācaravirājitam
durch den dieses ganze Weltall, das Bewegliche und Unbewegliche, erstrahlt

varṣevābhreṇa janitaṃ pradhānapuruṣātmanā

[?] der durch die Wolke im Regen [die Welt] erzeugt, von der Wesenheit von Urstoff und Geist [ist] --

Wort für Wort
varṣevābhreṇa janitaṃ pradhānapuruṣātmanā
[?] der durch die Wolke im Regen [die Welt] erzeugt, von der Wesenheit von Urstoff und Geist

[Anm.: Vers 89 besteht im Quelltext nur aus einer einzigen Zeile; die zweite Vershälfte fehlt offenbar in der Vorlage.] [?]

svaprakāśaṃ mahātmānaṃ paraṃ jyotiḥ sanātanam / yamāmananti tattvajñāḥ savitāraṃ nṛcakṣuṣām

[ihm, der] selbstleuchtend, der große Geist, das höchste, ewige Licht [ist], den die Kenner der Wahrheit als die Sonne der Augen der Menschen bezeichnen --

Wort für Wort
svaprakāśaṃ mahātmānaṃ paraṃ jyotiḥ sanātanam /
den selbstleuchtenden, den großen Geist, das höchste, ewige Licht
yamāmananti tattvajñāḥ savitāraṃ nṛcakṣuṣām
den die Wahrheitskenner als die Sonne der Augen der Menschen bezeichnen

umākāntaṃ nandikeśaṃ taṃ nīlakaṇṭhaṃ sadāśivam / mṛtyuñjayaṃ mahādevaṃ parātparataraṃ vibhum

[ihm], dem Gemahl der Umā, dem Herrn der Nandin, dem Blauhalsigen, dem Sadāśiva, dem Todesbesieger, dem großen Gott, der höher ist als das Höchste, dem alldurchdringenden Herrn --

Wort für Wort
umākāntaṃ nandikeśaṃ taṃ nīlakaṇṭhaṃ sadāśivam /
dem Gemahl der Umā, dem Herrn der Nandin, dem Blauhalsigen, dem Sadāśiva
mṛtyuñjayaṃ mahādevaṃ parātparataraṃ vibhum
dem Todesbesieger, dem großen Gott, der höher ist als das Höchste, dem alldurchdringenden Herrn

[?] 'umākāntanandikeśantaṃ' im Quelltext -- als 'umākāntaṃ nandikeśaṃ taṃ' gedeutet.

paraṃ śabdabrahmarupaṃ taṃ vande 'khilakāraṇam / kaparddine namastubhyaṃ sadyo jātāya vai namaḥ

ihn, der die Gestalt des höchsten Wortbrahman ist, verehre ich, die Ursache von allem. Dir mit dem Zopfhaar, Verehrung; Verehrung dir, dem sogleich Geborenen!

Wort für Wort
paraṃ śabdabrahmarupaṃ taṃ vande 'khilakāraṇam /
ihn, der die Gestalt des höchsten Wortbrahman ist, verehre ich, die Ursache von allem
kaparddine namastubhyaṃ sadyo jātāya vai namaḥ
dir mit dem Zopfhaar, Verehrung; Verehrung dir, dem sogleich Geborenen

bhavodbhavāya śuddhāya jyeṣṭhāya ca kanīyase / manyave ta īśe aghnyāyāḥ pataye yajñatantave

Dem Gott des Werdens und Entstehens, dem Reinen, dem Ältesten und zugleich Jüngsten; dem Zorn(-gott), dir, dem Herrscher, [?] dem Herrn der unverletzlichen [Kuh], dem Fortsetzer des Opfers!

Wort für Wort
bhavodbhavāya śuddhāya jyeṣṭhāya ca kanīyase /
dem Gott des Werdens und Entstehens, dem Reinen, dem Ältesten und zugleich Jüngsten
manyave ta īśe aghnyāyāḥ pataye yajñatantave
dem Zorn(-gott), dir, dem Herrscher [?], dem Herrn der unverletzlichen [Kuh] [?], dem Fortsetzer des Opfers

[?] 'manyave ta iṣe traghayyāḥ pataye' im Quelltext schwer verderbt -- probeweise als Anklang an die Rudra-Epitheta des Śatarudriya ('manyave namaḥ', 'aghnyāyāḥ pataye') gedeutet.

ūrje diśāṃ ca pataye kālāyāghorarupiṇe / kṛśānuretase tubhyaṃ namo 'stu sumāhātmane

Der Kraft, und dem Herrn der Himmelsrichtungen; dem Zeitgott von schrecklicher Gestalt; dir, dessen Same das Feuer ist, sei Verehrung, dem hoch erhabenen Geist!

Wort für Wort
ūrje diśāṃ ca pataye kālāyāghorarupiṇe /
der Kraft, und dem Herrn der Himmelsrichtungen, dem Zeitgott von schrecklicher Gestalt
kṛśānuretase tubhyaṃ namo 'stu sumāhātmane
dir, dessen Same das Feuer ist, sei Verehrung, dem hoch erhabenen Geist

yataḥ samudrāḥ sarito 'drayaśca gandharvayakṣāsurasiddhasaṅghāḥ / sthāṇuścariṣṇurmahadalpakaṃ ca asacca sacceti jagatprasūtam

aus dem die Ozeane, die Flüsse und Berge hervorgingen, sowie die Scharen der Gandharvas, Yakṣas, Asuras und Siddhas; das Unbewegliche und das Bewegliche, das Große und das Kleine, das Nichtseiende und das Seiende -- als solches ist die Welt [aus ihm] entsprungen [?].

Wort für Wort
yataḥ samudrāḥ sarito 'drayaśca gandharvayakṣāsurasiddhasaṅghāḥ /
aus dem die Ozeane, Flüsse und Berge, sowie die Scharen der Gandharvas, Yakṣas, Asuras und Siddhas [hervorgingen]
sthāṇuścariṣṇurmahadalpakaṃ ca asacca sacceti jagatprasūtam
das Unbewegliche und Bewegliche, Große und Kleine, Nichtseiende und Seiende -- so ist die Welt [aus ihm] entsprungen [?]

[Anm.: Pāda b ('sthāṇu ścariṣṇurmahadalpakaṃ ca asañca sajjīvamajīmāsa') ist im Quelltext schwer verderbt überliefert; die Übersetzung folgt einer sinngemäßen Rekonstruktion nach dem Muster bekannter Sat-Asat-Formeln.] [?]

nato 'smi taṃ yoginatāṅghripadmaṃ sarvāntarātmānamarupamīśam / svatantramekaṃ guṇānāṃ guṇaṃ ca namāmi bhūyaḥ praṇamāmi bhūyaḥ

Ich verneige mich vor ihm, dessen Lotusfüße von den Yogins verehrt werden, der die innerste Seele von allem ist, gestaltlos, dem Herrn; dem Unabhängigen, dem Einen, der die Eigenschaft der Eigenschaften [selbst] ist -- ich verneige mich wiederum, ich verneige mich abermals.

Wort für Wort
nato 'smi taṃ yoginatāṅghripadmaṃ sarvāntarātmānamarupamīśam /
ich verneige mich vor ihm, dessen Lotusfüße von den Yogins verehrt werden, der die innerste Seele von allem ist, gestaltlos, der Herr
svatantramekaṃ guṇānāṃ guṇaṃ ca namāmi bhūyaḥ praṇamāmi bhūyaḥ
dem Unabhängigen, dem Einen, der die Eigenschaft der Eigenschaften ist -- ich verneige mich wiederum, ich verneige mich abermals

[?] 'guṇunāṃ' im Quelltext für 'guṇānāṃ'.

itthaṃ stuto mahādevaḥ śaṅkaro lokaśaṅkaraḥ / āvirbabhūva bhūpasya saṃtaptatapaso 'grataḥ

So gepriesen, erschien der große Gott Śaṅkara, der Wohltäter der Welt, vor dem König, der glühende Askese übte.

Wort für Wort
itthaṃ stuto mahādevaḥ śaṅkaro lokaśaṅkaraḥ /
so gepriesen, der große Gott Śaṅkara, der Wohltäter der Welt
āvirbabhūva bhūpasya saṃtaptatapaso 'grataḥ
erschien er vor dem König, der glühende Askese übte [?]

[?] 'bhṛpasya' im Quelltext für 'bhūpasya'; 'saṃtatpatapasogrataḥ' als 'saṃtaptatapaso 'grataḥ' gedeutet.

pañcavakraṃ daśabhujaṃ candrārdhakṛtaśekharam / trilocanamudārāṅgaṃ nāgayajñopavītinam

[Bhagīratha sah ihn] mit fünf Gesichtern, zehn Armen, mit dem Halbmond als Diadem geschmückt, dreiäugig, mit edlen Gliedern, mit einer Schlange als heiliger Schnur --

Wort für Wort
pañcavakraṃ daśabhujaṃ candrārdhakṛtaśekharam /
mit fünf Gesichtern, zehn Armen, mit dem Halbmond als Diadem geschmückt
trilocanamudārāṅgaṃ nāgayajñopavītinam
dreiäugig, mit edlen Gliedern, mit einer Schlange als heiliger Schnur

[?] 'candrārdhdakṛtaśaekharam' im Quelltext -- als 'candrārdhakṛtaśekharam' gedeutet.

viśālavakṣasaṃ devaṃ tuhinādrisamaprabham / gajacarmāmbaradharaṃ surārcitapadāmbujam

den Gott mit breiter Brust, an Glanz dem Schneeberg gleich, der ein Elefantenfell als Gewand trug, dessen Lotusfüße von den Göttern verehrt werden.

Wort für Wort
viśālavakṣasaṃ devaṃ tuhinādrisamaprabham /
den Gott mit breiter Brust, an Glanz dem Schneeberg gleich
gajacarmāmbaradharaṃ surārcitapadāmbujam
der ein Elefantenfell als Gewand trug, dessen Lotusfüße von den Göttern verehrt werden

dṛṣṭvā papāta pādāgre daṇḍavadbhuvi nārada / tata utthāya sahasā śivāgre vihitāñjaliḥ

Als er ihn sah, fiel er, o Nārada, zu Boden vor seinen Füßen wie ein Stab nieder; dann erhob er sich rasch, die Hände vor Śiva ehrerbietig gefaltet,

Wort für Wort
dṛṣṭvā papāta pādāgre daṇḍavadbhuvi nārada /
als er ihn sah, fiel er, o Nārada, zu Boden vor seinen Füßen wie ein Stab nieder
tata utthāya sahasā śivāgre vihitāñjaliḥ
dann erhob er sich rasch, die Hände vor Śiva ehrerbietig gefaltet

praṇanāma mahādevaṃ kīrtayañśaṅkarāhvayam / vijñāya bhaktiṃ bhūpasya śaṅkaraḥ śaśiśekharaḥ

und verneigte sich vor dem großen Gott, indem er den Namen Śaṅkara rühmend aussprach. Als er die Hingabe des Königs erkannte, [sprach] Śaṅkara, der den Mond als Diadem trägt:

Wort für Wort
praṇanāma mahādevaṃ kīrtayañśaṅkarāhvayam /
er verneigte sich vor dem großen Gott, den Namen Śaṅkara rühmend aussprechend
vijñāya bhaktiṃ bhūpasya śaṅkaraḥ śaśiśekharaḥ
als er die Hingabe des Königs erkannte, Śaṅkara, der den Mond als Diadem trägt

uvāca rājñe tuṣṭo 'smi varaṃ varaya vāñchitam / toṣito 'smi tvayā samyak stotreṇa tapasā tathā

Er sprach zum König: 'Ich bin zufrieden; erbitte dir die gewünschte Gabe. Vollkommen zufriedengestellt bin ich durch dich, durch dein Loblied ebenso wie durch deine Askese.'

Wort für Wort
uvāca rājñe tuṣṭo 'smi varaṃ varaya vāñchitam /
er sprach zum König: 'ich bin zufrieden, erbitte dir die gewünschte Gabe'
toṣito 'smi tvayā samyak stotreṇa tapasā tathā
'vollkommen zufriedengestellt bin ich durch dich, durch dein Loblied und durch deine Askese'

evamuktaḥ sa devena rājā saṃtuṣṭamānasaḥ / uvāca prāñjalirbhūtvā jagatāmīśvareśvareśvaram

So von dem Gott angesprochen, mit zufriedengestelltem Gemüt, sprach der König, die Hände ehrerbietig gefaltet, zu dem höchsten Herrn der Herren der Welten [?]:

Wort für Wort
evamuktaḥ sa devena rājā saṃtuṣṭamānasaḥ /
so von dem Gott angesprochen, der König, mit zufriedengestelltem Gemüt
uvāca prāñjalirbhūtvā jagatāmīśvareśvareśvaram
sprach er, die Hände gefaltet, zu dem höchsten Herrn der Herren der Welten [?]

[Anm.: 'īśvareśvareśvaram' -- die dreifache Wiederholung von 'īśvara' ist ungewöhnlich und vermutlich eine Dittographie; hier als Steigerungsform ('Herr der Herren') wiedergegeben.]

bhagīratha uvāca anugrāhyo 'smi yadi te varadānānmaheśvara / tadā gaṅgāṃ prayacchāsmatpitṝṇāṃ muktihetave

Bhagīratha sprach: Wenn ich, o großer Herr, deiner Gnade der Gabengewährung würdig bin, dann gib die Gaṅgā, zur Erlösung unserer Vorväter.

Wort für Wort
anugrāhyo 'smi yadi te varadānānmaheśvara /
wenn ich, o großer Herr, deiner Gnade der Gabengewährung würdig bin
tadā gaṅgāṃ prayacchāsmatpitṝṇāṃ muktihetave
dann gib die Gaṅgā, zur Erlösung unserer Vorväter

śrīśiva uvāca dattā gaṅgā mayā tubhyaṃ pitṝṇāṃ te gatiḥ parā / tubhyaṃ mokṣaṃ paraśceti tamuktvāntardadhe śivaḥ

Der erhabene Śiva sprach: 'Gegeben ist von mir dir die Gaṅgā; sie sei der höchste Weg für deine Vorväter, und dir [gewähre sie] die höchste Erlösung.' Nachdem er dies gesprochen hatte, verschwand Śiva.

Wort für Wort
dattā gaṅgā mayā tubhyaṃ pitṝṇāṃ te gatiḥ parā /
'gegeben ist von mir dir die Gaṅgā; sie sei der höchste Weg für deine Vorväter'
tubhyaṃ mokṣaṃ paraśceti tamuktvāntardadhe śivaḥ
'und dir [gewähre sie] die höchste Erlösung' -- dies sprechend, verschwand Śiva

śiraso jaṭāstrastā gaṅgā lokaikapāvanī / pāvayantī jagatsarvamanvagacchadbhagīratham

Aus [Śivas] Haupt, aus den Flechten herabgeglitten, folgte die Gaṅgā, die alleinige Läuterin der Welt, die ganze Welt läuternd, dem Bhagīratha.

Wort für Wort
śiraso jaṭāstrastā gaṅgā lokaikapāvanī /
aus den Flechten des Hauptes herabgeglitten [?], die Gaṅgā, die alleinige Läuterin der Welt
pāvayantī jagatsarvamanvagacchadbhagīratham
die ganze Welt läuternd, folgte sie dem Bhagīratha

[?] 'parardino jaṭāstrastā' im Quelltext unklar -- als 'śiraso jaṭāstrastā' ('aus den Locken des Hauptes herabgeglitten') gedeutet; 'lokaikapāvirnī' als 'lokaikapāvanī' gelesen.

tataḥ prabhṛti sā devī nirmalā malahāriṇī / bhāgīrathīti vikhyātā triṣu lokeṣvabhūnmune

Von da an wurde jene Göttin, die Makellose, die alle Befleckung hinwegnimmt, unter dem Namen Bhāgīrathī in den drei Welten berühmt, o Muni.

Wort für Wort
tataḥ prabhṛti sā devī nirmalā malahāriṇī /
von da an [war] jene Göttin, die Makellose, die alle Befleckung hinwegnimmt
bhāgīrathīti vikhyātā triṣu lokeṣvabhūnmune
unter dem Namen Bhāgīrathī in den drei Welten berühmt, o Muni

sagarasyātmajāḥ pūrvaṃ yatra dagdhāḥ svapāpmanā / taṃ deśaṃ plāvayāmāsa gaṅgā sarvasaridvarā

Den Ort, wo einst die Söhne des Sagara durch ihre eigene Sünde verbrannt worden waren, überflutete die Gaṅgā, die beste aller Flüsse.

Wort für Wort
sagarasyātmajāḥ pūrvaṃ yatra dagdhāḥ svapāpmanā /
wo einst die Söhne des Sagara durch ihre eigene Sünde verbrannt worden waren
taṃ deśaṃ plāvayāmāsa gaṅgā sarvasaridvarā
diesen Ort überflutete die Gaṅgā, die beste aller Flüsse

yadā saṃplāvitaṃ bhasma sāgarāṇāṃ tu gaṅgāyā / tadaiva narake magnā uddhṛtāśca gatainasaḥ

Als die Asche der Sagara-Söhne von der Gaṅgā überflutet wurde, da sogleich wurden sie, die in die Hölle versunken waren, emporgehoben und von ihrer Sünde befreit.

Wort für Wort
yadā saṃplāvitaṃ bhasma sāgarāṇāṃ tu gaṅgāyā /
als die Asche der Sagara-Söhne von der Gaṅgā überflutet wurde
tadaiva narake magnā uddhṛtāśca gatainasaḥ
da sogleich wurden sie, in die Hölle versunken, emporgehoben und von ihrer Sünde befreit

purā saṃkruśyamānena ye yamenātipūḍitāḥ / ta eva pūjitāstena gaṅgājalapariplutāḥ

Diejenigen, die zuvor von dem zürnenden Yama überaus gepeinigt worden waren, eben diese wurden von ihm geehrt, nachdem sie vom Wasser der Gaṅgā überflutet worden waren.

Wort für Wort
purā saṃkruśyamānena ye yamenātipūḍitāḥ /
die zuvor von dem zürnenden Yama überaus gepeinigt worden waren
ta eva pūjitāstena gaṅgājalapariplutāḥ
eben diese wurden von ihm geehrt, nachdem sie vom Wasser der Gaṅgā überflutet worden waren

[?] 'pūcitāstena' im Quelltext -- als 'pūjitāstena' gedeutet.

gatapāpānvijñāya yamaḥ sagarasaṃbhavān / praṇamyābhyarcya vidhivatprāha tānprītamānasaḥ

Als Yama erkannte, dass die von Sagara Abstammenden von ihrer Sünde befreit waren, verneigte er sich vor ihnen, verehrte sie den Vorschriften gemäß, und sprach mit erfreutem Gemüt zu ihnen:

Wort für Wort
gatapāpānvijñāya yamaḥ sagarasaṃbhavān /
als Yama erkannte, dass die von Sagara Abstammenden von ihrer Sünde befreit waren
praṇamyābhyarcya vidhivatprāha tānprītamānasaḥ
verneigte er sich, verehrte sie vorschriftsgemäß und sprach mit erfreutem Gemüt zu ihnen

[?] 'gatapāpānya vijñāya' im Quelltext -- als 'gatapāpān vijñāya' gedeutet.

bho bho rājasutā yūyaṃ narakād bhṛśadāruṇāt / muktā vimānamāruhya gacchadhvaṃ viṣṇumandiram

'Wohlan, ihr Königssöhne! Ihr seid von der überaus schrecklichen Hölle befreit; besteigt den himmlischen Wagen und begebt euch zur Wohnstatt Viṣṇus!'

Wort für Wort
bho bho rājasutā yūyaṃ narakād bhṛśadāruṇāt /
'wohlan, ihr Königssöhne! Ihr seid von der überaus schrecklichen Hölle'
muktā vimānamāruhya gacchadhvaṃ viṣṇumandiram
'befreit; besteigt den himmlischen Wagen und begebt euch zur Wohnstatt Viṣṇus'

ityuktāste mahātmāno yamena gatakalmaṣāḥ / divyadehadharā bhūtvā viṣṇulokaṃ prapedire

So von Yama angesprochen, gingen jene großen Seelen, von aller Makel befreit, nachdem sie einen himmlischen Körper angenommen hatten, in die Welt Viṣṇus ein.

Wort für Wort
ityuktāste mahātmāno yamena gatakalmaṣāḥ /
so von Yama angesprochen, jene großen Seelen, von aller Makel befreit
divyadehadharā bhūtvā viṣṇulokaṃ prapedire
nachdem sie einen himmlischen Körper angenommen hatten, gingen sie in die Welt Viṣṇus ein

evaṃprabhāvā sā gaṅgā viṣṇupādāgrasaṃbhavā / sarvalokeṣu vikhyātā mahāpātakanāśinī

Von solcher Macht ist jene Gaṅgā, die aus der Spitze von Viṣṇus Fuß entsprungen ist, in allen Welten berühmt als die Vernichterin großer Sünden.

Wort für Wort
evaṃprabhāvā sā gaṅgā viṣṇupādāgrasaṃbhavā /
von solcher Macht ist jene Gaṅgā, die aus der Spitze von Viṣṇus Fuß entsprungen ist
sarvalokeṣu vikhyātā mahāpātakanāśinī
in allen Welten berühmt als die Vernichterin großer Sünden

ya idaṃ puṇyamākhyānaṃ mahāpātakanāśanam / paṭhecca śṛṇuyādvāpi gaṅgāsnānaphalaṃ labhet

Wer diese verdienstvolle Erzählung, die große Sünden vernichtet, liest oder auch hört, der erlangt die Frucht eines Bades in der Gaṅgā.

Wort für Wort
ya idaṃ puṇyamākhyānaṃ mahāpātakanāśanam /
wer diese verdienstvolle Erzählung, die große Sünden vernichtet
paṭhecca śṛṇuyādvāpi gaṅgāsnānaphalaṃ labhet
liest oder auch hört, der erlangt die Frucht eines Bades in der Gaṅgā

yastve tatpuṇyamākhyānaṃ kathayedbrāhmaṇāgrataḥ / sa yāti viṣṇubhavanaṃ punarāvṛttivarjitam

Wer aber diese verdienstvolle Erzählung vor Brahmanen vorträgt, der geht ein in die Wohnstatt Viṣṇus, ohne je wieder zurückzukehren.

Wort für Wort
yastve tatpuṇyamākhyānaṃ kathayedbrāhmaṇāgrataḥ /
wer aber diese verdienstvolle Erzählung vor Brahmanen vorträgt
sa yāti viṣṇubhavanaṃ punarāvṛttivarjitam
der geht ein in die Wohnstatt Viṣṇus, ohne je wieder zurückzukehren

[?] 'kathayedrvāhyaṇāgrataḥ' im Quelltext -- als 'kathayed brāhmaṇāgrataḥ' gedeutet.

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