Quellen der Menschheit

Nārada-Purāṇa (Nāradīya)

Kapitel 21: māsopavāsavarṇanam Die Beschreibung des Monatsfastens

iti śrībṛhannāṃradīyapurāṇaṃ pūrvabhāge prathamapāde vratākhyāne mārgaśīrṣaśulkaikādaśīmāsabhya paurṇimāparyantaṃ pañcarātrivrataṃ nāmaikaviṃśo 'dhyāyaḥ _____________________________________________________________ sanaka uvāca anyad vratavaraṃ vakṣye tacchṛṇuṣva samāhitaḥ / sarvāpāpaharaṃ puṇyaṃ sarvalokopakārakam

Sanaka sprach: Ein anderes, vortreffliches Gelübde will ich verkünden; höre es mit gesammeltem Sinn: ein verdienstvolles, das alle Sünde vernichtet und allen Welten nützt.

Wort für Wort
sanaka uvāca
Sanaka sprach:
anyad vratavaraṃ vakṣye
ein anderes, vortreffliches Gelübde will ich verkünden
tacchṛṇuṣva samāhitaḥ
höre es mit gesammeltem Sinn
sarvapāpaharaṃ puṇyaṃ
ein verdienstvolles, alle Sünde vernichtendes
sarvalokopakārakam
das allen Welten nützt

[Anm.: Der Vers beginnt im Quelltext mit dem Schlusskolophon des vorigen Kapitels (das fünfnächtige Gelübde, hier als „einundzwanzigstes Kapitel“ gezählt); erst danach beginnt mit „sanaka uvāca“ der eigentliche Vers 1 dieses Kapitels; nur dieser wurde übersetzt.] [?: „sarvāpāpaharaṃ“ im Quelltext wohl verschrieben für „sarvapāpaharaṃ“ (‚alle Sünde vernichtend‘).]

āṣāḍhre śrāvaṇe vāpi tathā bhādrapade 'pi ca / tathaivāśvinake māse kuryādetadvataṃ dvija

Im Āṣāḍha oder im Śrāvaṇa, ebenso im Bhādrapada, und ebenso im Monat Āśvina soll man, o Zweifachgeborener, dieses Gelübde vollziehen.

Wort für Wort
āṣāḍhe śrāvaṇe vāpi
im Āṣāḍha oder im Śrāvaṇa
tathā bhādrapade 'pi ca
ebenso im Bhādrapada
tathaiva āśvinake māse
und ebenso im Monat Āśvina
kuryād etad vrataṃ dvija
soll man dieses Gelübde vollziehen, o Zweifachgeborener

[?: „āṣāḍhre“ im Quelltext verschrieben für „āṣāḍhe“; „kuryādetadvataṃ“ für „kuryādetadvrataṃ“.]

eteṣvanyatame māse śulkapakṣe jitendriyaḥ / prāśayetpañcagavyaṃ ca svapedviṣṇusamīpataḥ

In irgendeinem dieser Monate nehme man, in der hellen Monatshälfte, mit gezügelten Sinnen, die fünf Kuhgaben (Pañcagavya) zu sich und schlafe in der Nähe Viṣṇus.

Wort für Wort
eteṣv anyatame māse
in irgendeinem dieser Monate
śuklapakṣe jitendriyaḥ
in der hellen Monatshälfte, mit gezügelten Sinnen
prāśayet pañcagavyaṃ ca
nehme man die fünf Kuhgaben zu sich
svaped viṣṇusamīpataḥ
und schlafe in der Nähe Viṣṇus

[?: „śulkapakṣe“ im Quelltext verschrieben für „śuklapakṣe“.]

tataḥ prātaḥ samutthāya nityakarma samāpya ca / śraddhayā pūjayedviṣṇuṃ vaśī krodhavivārjitaḥ

Dann, am Morgen aufgestanden und die täglichen Pflichten vollendet, verehre man Viṣṇu mit Glauben, selbstbeherrscht und frei von Zorn.

Wort für Wort
tataḥ prātaḥ samutthāya
dann, am Morgen aufgestanden
nityakarma samāpya ca
und die täglichen Pflichten vollendet
śraddhayā pūjayed viṣṇuṃ
verehre man Viṣṇu mit Glauben
vaśī krodhavivarjitaḥ
selbstbeherrscht, frei von Zorn

[?: „krodhavivārjitaḥ“ im Quelltext verschrieben für „krodhavivarjitaḥ“.]

vidvadbhiḥ sahito viṣṇumarcayitvā yathocitam / saṃkalpaṃ tu tataḥ kuryāstvasti vācanapūrvakam

Zusammen mit den Gelehrten habe man Viṣṇu gebührend verehrt; dann vollziehe man das Gelübdeversprechen (Saṃkalpa), eingeleitet durch das Sprechen des Segensspruches (Svastivācana).

Wort für Wort
vidvadbhiḥ sahito viṣṇum
zusammen mit den Gelehrten Viṣṇu
arcayitvā yathocitam
gebührend verehrt habend
saṃkalpaṃ tu tataḥ kuryāt
dann vollziehe man das Gelübdeversprechen
svastivācanapūrvakam [?]
eingeleitet durch den Segensspruch

[?: „kuryāstvasti vācanapūrvakam“ im Quelltext verschrieben/unklar getrennt; sinngemäß als „kuryāt svastivācanapūrvakam“ aufgelöst.]

māsamekaṃ nirāhāro hyadyaprabhṛti keśava / māsāntaṃ pāraṇaṃ kurve devadeva tavājñayā

[Man spreche:] „Einen ganzen Monat, ohne Nahrung, von heute an, o Keśava – am Monatsende vollziehe ich die Fastenbrechung, o Gott der Götter, auf dein Geheiß.

Wort für Wort
māsam ekaṃ nirāhāraḥ
einen ganzen Monat, ohne Nahrung
hi adyaprabhṛti keśava
von heute an, o Keśava
māsāntaṃ pāraṇaṃ kurve
am Monatsende vollziehe ich die Fastenbrechung
devadeva tavājñayā
o Gott der Götter, auf dein Geheiß

taporupa namastubhyaṃ tapasāṃ phala dāyaka / mamābhūṣṭapradaṃ dehi sarvavinghānnivāraya

Verehrung dir, der du in Gestalt der Askese bist, Geber der Frucht der Askese! Gewähre mir, was ich begehre; wehre alle Hindernisse ab!“

Wort für Wort
taporūpa namastubhyaṃ
Verehrung dir, der du in Gestalt der Askese bist
tapasāṃ phaladāyaka
Geber der Frucht der Askese
mama abhīṣṭapradaṃ dehi
gewähre mir, was ich begehre
sarvavighnān nivāraya
wehre alle Hindernisse ab

[?: „taporupa“ im Quelltext verschrieben für „taporūpa“; „mamābhūṣṭapradaṃ“ für „mamābhīṣṭapradaṃ“; „sarvavinghān“ für „sarvavighnān“.]

evaṃ samarpya devasya viṣṇormāsavrataṃ śubham / tataḥ prabhṛti māsāntaṃ nivaseddharimandire

Nachdem man so dem Gott Viṣṇu das heilvolle Monatsgelübde dargebracht hat, wohne man von da an bis zum Monatsende im Tempel Haris.

Wort für Wort
evaṃ samarpya devasya viṣṇoḥ
nachdem man so dem Gott Viṣṇu dargebracht hat
māsavrataṃ śubham
das heilvolle Monatsgelübde
tataḥ prabhṛti māsāntaṃ
von da an bis zum Monatsende
nivased harimandire
wohne man im Tempel Haris

pratyahaṃ snāpayeddevaṃ pañcāmṛtavidhānataḥ / dīpaṃ nirantaraṃ kuryāttasminmāse harergṛhe

Täglich bade man den Gott mit den fünf Nektargaben; man halte eine ununterbrochene Lampe in jenem Monat im Haus Haris.

Wort für Wort
pratyahaṃ snāpayed devaṃ
täglich bade man den Gott
pañcāmṛtavidhānataḥ
nach der Vorschrift der fünf Nektargaben
dīpaṃ nirantaraṃ kuryāt
man halte eine ununterbrochene Lampe
tasmin māse harergṛhe
in jenem Monat im Haus Haris

pratyahaṃ khādayetkāṣṭhaṃ hyapāmārga samudbhavam / tataḥ snāyīta vidhinnārāyaṇaparāyaṇaḥ

Täglich kaue man das Zahnholz, das vom Apāmārga-Strauch stammt; dann bade man, der Vorschrift gemäß, ganz Nārāyaṇa ergeben.

Wort für Wort
pratyahaṃ khādayet kāṣṭhaṃ
täglich kaue man das [Zahn-]Holz
hi apāmārgasamudbhavam
das vom Apāmārga-Strauch stammt
tataḥ snāyīta vidhinā
dann bade man der Vorschrift gemäß
nārāyaṇaparāyaṇaḥ
ganz Nārāyaṇa ergeben

[?: „vidhinnārāyaṇaparāyaṇaḥ“ im Quelltext verschrieben für „vidhinā nārāyaṇaparāyaṇaḥ“.]

tataḥ saṃsnāpayedviṣṇuṃ pūrvavatprayator'cayet / brāhmaṇānbhojayecchaktyā bhaktiyuktaḥ sada kṣiṇam

Dann bade man Viṣṇu und verehre ihn, wie zuvor, selbstbeherrscht; man speise Brahmanen nach Vermögen, voller Hingabe, samt Gabe (Dakṣiṇā).

Wort für Wort
tataḥ saṃsnāpayed viṣṇuṃ
dann bade man Viṣṇu
pūrvavat prayato 'rcayet
und verehre ihn, wie zuvor, selbstbeherrscht
brāhmaṇān bhojayecchaktyā
man speise Brahmanen nach Vermögen
bhaktiyuktaḥ sadakṣiṇam
voller Hingabe, samt Gabe

[?: „prayator'cayet“ im Quelltext verschrieben für „prayato 'rcayet“.]

svayaṃ ca bandhubhiḥ sārddhaṃ bhuñjīta prayatendriyaḥ / evaṃ māsopavāsāṃśca vratī kuryāt trayodaśa

Und man esse selbst mit den Verwandten zusammen, mit gezügelten Sinnen. So vollziehe der Gelübdehalter dreizehn solcher Monatsfasten (Māsopavāsa).

Wort für Wort
svayaṃ ca bandhubhiḥ sārddhaṃ
und man selbst, mit den Verwandten zusammen
bhuñjīta prayatendriyaḥ
esse, mit gezügelten Sinnen
evaṃ māsopavāsāṃśca
so [auch] die Monatsfasten
vratī kuryāt trayodaśa
vollziehe der Gelübdehalter dreizehn [mal]

varṣānte vedaviduṣe gāṃ pradadyātsa dakṣiṇām / bhojayedvrāhmāṇāṃstatra dvādaśaiva vidhānataḥ / śaktyā ca dakṣiṇāṃ dadyādrūhyaṇyābharaṇāni ca

Am Jahresende gebe man dem Vedakundigen eine Kuh samt Gabe; man speise dabei zwölf Brahmanen, der Vorschrift gemäß, und gebe nach Vermögen eine Gabe sowie Schmuckstücke für die Brahmanin(nen).

Wort für Wort
varṣānte vedaviduṣe
am Jahresende dem Vedakundigen
gāṃ pradadyāt sadakṣiṇām
gebe man eine Kuh samt Gabe
bhojayed brāhmaṇāṃstatra
man speise dabei Brahmanen
dvādaśaiva vidhānataḥ
zwölf an der Zahl, der Vorschrift gemäß
śaktyā ca dakṣiṇāṃ dadyāt
und gebe nach Vermögen eine Gabe
brāhmaṇyābharaṇāni ca [?]
sowie Schmuckstücke für die Brahmanin(nen)

[Anm.: Dieser Vers hat im Quelltext drei statt der üblichen zwei Zeilen (sechs statt vier Pādas); vollständig übersetzt.] [?: „rūhyaṇyābharaṇāni“ im Quelltext stark verschrieben für „brāhmaṇyābharaṇāni“.]

māsopavāsatritayaṃ yaḥ kuryātsaṃyate ndriyaḥ / ātporyāmasya yajñatya dviguṇaṃ phalamaśnute

Wer, mit gezügelten Sinnen, das Monatsfasten dreimal vollzieht, der genießt die doppelte Frucht des Atirātra-Opfers [?].

Wort für Wort
māsopavāsatritayaṃ
das dreifache Monatsfasten
yaḥ kuryāt saṃyatendriyaḥ
wer mit gezügelten Sinnen vollzieht
ātirātrasya yajñasya [?]
des Atirātra-Opfers
dviguṇaṃ phalam aśnute
genießt er die doppelte Frucht

[?: „ātporyāmasya yajñatya“ im Quelltext stark verschrieben; die Lesung „ātirātrasya yajñasya“ (des Atirātra-Opfers) ist eine unsichere Rekonstruktion.]

catuḥ kṛtvaḥ kṛtaṃ yena pārākaṃ munisattama / sa labhetparamaṃ puṇyamaṣṭāngiṣṭomasaṃbhavam

Wer, o Bester der Weisen, den Parāka[-Fasten] viermal vollzogen hat, der erlangt das höchste Verdienst, das aus dem Agniṣṭoma-Opfer entsteht.

Wort für Wort
catuḥkṛtvaḥ kṛtaṃ yena
von wem viermal vollzogen
parākaṃ munisattama
der Parāka[-Fasten], o Bester der Weisen
sa labhet paramaṃ puṇyam
der erlangt das höchste Verdienst
agniṣṭomasaṃbhavam [?]
das aus dem Agniṣṭoma-Opfer entsteht

[?: „aṣṭāngiṣṭomasaṃbhavam“ im Quelltext verschrieben, sinngemäß als „agniṣṭomasaṃbhavam“ (‚aus dem Agniṣṭoma entstehend‘) übersetzt.]

pañcakṛtvo vratamidaṃ kṛtaṃ yena mahātmanā / atyangiṣṭomajaṃ puṇyaṃ dviguṇaṃ prāpnuyānnaraḥ

Der hochherzige Mensch, von dem dieses Gelübde fünfmal vollzogen worden ist, erlangt das doppelte Verdienst, das aus dem Atyagniṣṭoma-Opfer entsteht.

Wort für Wort
pañcakṛtvo vratam idaṃ
dieses Gelübde fünfmal
kṛtaṃ yena mahātmanā
von dem hochherzigen [Menschen] vollzogen
atyagniṣṭomajaṃ puṇyaṃ [?]
das aus dem Atyagniṣṭoma entstandene Verdienst
dviguṇaṃ prāpnuyānnaraḥ
erlangt der Mensch doppelt

[?: „atyangiṣṭomajaṃ“ im Quelltext verschrieben für „atyagniṣṭomajaṃ“.]

māsopavāṣaṭkaṃ yaḥ karoti susamāhitaḥ / jyotiṣṭo syanga yajñasya phalaṃ so 'ṣṭaguṇaṃ labhet

Wer, wohlgesammelten Sinnes, das sechsfache Monatsfasten vollzieht, der erlangt die achtfache Frucht des Jyotiṣṭoma-Opfers.

Wort für Wort
māsopavāsaṣaṭkaṃ yaḥ
wer das sechsfache Monatsfasten
karoti susamāhitaḥ
vollzieht, wohlgesammelten Sinnes
jyotiṣṭomasya yajñasya [?]
des Jyotiṣṭoma-Opfers
phalaṃ so 'ṣṭaguṇaṃ labhet
dessen Frucht erlangt er achtfach

[?: „māsopavāṣaṭkaṃ“ im Quelltext verschrieben für „māsopavāsaṣaṭkaṃ“; „jyotiṣṭo syanga yajñasya“ sinngemäß als „jyotiṣṭomasya yajñasya“ aufgelöst.]

nirāhāraḥ satpakṛtvo naro māsopavāsakān / aśvamedhasya yajñasya phalamaṣṭaguṇaṃ labhet

Ein Mensch, der ohne Nahrung siebenmal die Monatsfasten [vollzieht], erlangt die achtfache Frucht des Aśvamedha-Opfers.

Wort für Wort
nirāhāraḥ saptakṛtvo
ohne Nahrung, siebenmal
naro māsopavāsakān
der Mensch die Monatsfasten
aśvamedhasya yajñasya
des Aśvamedha-Opfers
phalam aṣṭaguṇaṃ labhet
erlangt er die achtfache Frucht

[?: „satpakṛtvo“ im Quelltext verschrieben für „saptakṛtvo“ (‚siebenmal‘).]

māso pāvāsānyaḥ kuryādaṣṭakṛtvo munīśvara / naramedhākhyayajñasya phalaṃ pañcaguṇaṃ labhet

Wer, o Fürst der Weisen, die Monatsfasten achtmal vollzieht, der erlangt die fünffache Frucht des Opfers, das Naramedha genannt wird.

Wort für Wort
māsopavāsān yaḥ kuryāt
wer die Monatsfasten vollzieht
aṣṭakṛtvo munīśvara
achtmal, o Fürst der Weisen
naramedhākhyayajñasya
des Opfers, das Naramedha heißt
phalaṃ pañcaguṇaṃ labhet
dessen Frucht erlangt er fünffach

[?: „māso pāvāsān“ im Quelltext verschrieben für „māsopavāsān“.]

yastu māsopavāsāṃśca navakṛtvaḥ samācaret / gomedhamakhajaṃ puṇyaṃ labhate triguṇaṃ naraḥ

Wer aber die Monatsfasten neunmal vollzieht, der Mensch erlangt das dreifache Verdienst, das aus dem Gomedha-Opfer entsteht.

Wort für Wort
yastu māsopavāsāṃśca
wer aber die Monatsfasten
navakṛtvaḥ samācaret
neunmal vollzieht
gomedhamakhajaṃ puṇyaṃ
das aus dem Gomedha-Opfer entstandene Verdienst
labhate triguṇaṃ naraḥ
erlangt der Mensch dreifach

daśakṛtvastu yaḥ kuryātparākaṃ munisattama / sa brahmamedhayajñasya triguṇaṃ phalamaśnute

Wer aber, o Bester der Weisen, den Parāka[-Fasten] zehnmal vollzieht, der genießt die dreifache Frucht des Brahmamedha-Opfers.

Wort für Wort
daśakṛtvastu yaḥ kuryāt
wer aber zehnmal vollzieht
parākaṃ munisattama
den Parāka[-Fasten], o Bester der Weisen
sa brahmamedhayajñasya
der genießt des Brahmamedha-Opfers
triguṇaṃ phalam aśnute
die dreifache Frucht

ekādaśa parākāṃśca yaḥ kuryātsaṃyatendriyaḥ / sa yāti harisārupyaṃ sarvabhogasamanvitam

Wer, mit gezügelten Sinnen, elf Parāka[-Fasten] vollzieht, der gelangt zur Gleichgestalt mit Hari, verbunden mit allem Genuss.

Wort für Wort
ekādaśa parākāṃśca
und elf Parāka[-Fasten]
yaḥ kuryāt saṃyatendriyaḥ
wer mit gezügelten Sinnen vollzieht
sa yāti harisārūpyaṃ
der gelangt zur Gleichgestalt mit Hari
sarvabhogasamanvitam
verbunden mit allem Genuss

trayodaśa parākāṃśca yaḥ kuryātprayato naraḥ / sa yāti paramānandaṃ yatra gatvā na śocati

Der Mensch, der, selbstbeherrscht, dreizehn Parāka[-Fasten] vollzieht, gelangt zur höchsten Wonne, wohin gelangt man nicht [mehr] trauert.

Wort für Wort
trayodaśa parākāṃśca
und dreizehn Parāka[-Fasten]
yaḥ kuryāt prayato naraḥ
welcher Mensch selbstbeherrscht vollzieht
sa yāti paramānandaṃ
der gelangt zur höchsten Wonne
yatra gatvā na śocati
wohin gelangt man nicht [mehr] trauert

māsopavāsaniratā gaṅgāsnānaparāyaṇāḥ / dhamamāgapravaktāro muktā eva na saśaṃyaḥ

Die dem Monatsfasten Ergebenen, dem Bad in der Gaṅgā Hingegebenen, die Verkünder des Pfades des Dharma – sie sind wahrlich erlöst, ohne Zweifel.

Wort für Wort
māsopavāsaniratā
die dem Monatsfasten Ergebenen
gaṅgāsnānaparāyaṇāḥ
dem Bad in der Gaṅgā Hingegebenen
dharmamārgapravaktāro [?]
die Verkünder des Pfades des Dharma
muktā eva na saṃśayaḥ
sind wahrlich erlöst, ohne Zweifel

[?: „dhamamāgapravaktāro“ im Quelltext stark verschrieben für „dharmamārgapravaktāraḥ“.]

avīrābhiryatibhirbrahyacāribhiḥ / māsopavāsaḥ karttavyo vanasthaiśca viśeṣataḥ

Von [Hausvätern (?)], von Asketen und von Keuschheitsschülern [?] – und insbesondere von Waldbewohnern ist das Monatsfasten zu vollziehen.

Wort für Wort
avīrābhiḥ [?]
von [Hausvätern (?), wörtl. unklar]
yatibhir brahmacāribhiḥ
von Asketen und Keuschheitsschülern
māsopavāsaḥ karttavyo
ist das Monatsfasten zu vollziehen
vanasthaiśca viśeṣataḥ
und von Waldbewohnern insbesondere

[Anm.: Der Vers ist im Quelltext offenbar unvollständig überliefert – die erste Verszeile besteht nur aus einer einzigen, stark verkürzten/verschriebenen Wortgruppe („avīrābhiryatibhirbrahyacāribhiḥ“, statt der für einen vollständigen Halbvers zu erwartenden zwei Pādas), der wohl ein Wortteil fehlt oder verderbt ist; das erste Wort „avīrābhiḥ“ wurde unsicher sinngemäß als eine Standesbezeichnung (etwa „gṛhasthaiḥ“, ‚von Hausvätern‘) gedeutet, im Parallelismus zu „yatibhiḥ“ (Asketen), „brahmacāribhiḥ“ (Keuschheitsschülern) und „vanasthaiḥ“ (Waldbewohnern) der zweiten Zeile – die vier Lebensstadien (āśramas).]

nārī vā puruṣo vāpi vratametatsudurlabham / kṛtvā mokṣamavānpoti yogināmapi durlabham

Sei es eine Frau oder ein Mann – wer dieses sehr schwer zu erlangende Gelübde vollzogen hat, erlangt die Erlösung, die selbst für Yogins schwer zu erlangen ist.

Wort für Wort
nārī vā puruṣo vāpi
sei es eine Frau oder ein Mann
vratam etat sudurlabham
dieses sehr schwer zu erlangende Gelübde
kṛtvā mokṣam avāpnoti
vollzogen habend, erlangt er die Erlösung
yogināmapi durlabham
die selbst für Yogins schwer zu erlangen ist

[?: „avānpoti“ im Quelltext verschrieben für „avāpnoti“.]

gṛhastho vānaprastho vā vratī vā bhikṣureva vā / mūrkho vā paṇḍito vāpi śrutvaitanmokṣabhāgbhavet

Ob Hausvater oder Waldeinsiedler, ob Gelübdehalter oder Bettelmönch, ob Tor oder Gelehrter – wer dies hört, wird der Erlösung teilhaftig.

Wort für Wort
gṛhastho vānaprastho vā
Hausvater oder Waldeinsiedler
vratī vā bhikṣureva vā
Gelübdehalter oder Bettelmönch
mūrkho vā paṇḍito vāpi
Tor oder Gelehrter
śrutvaitanmokṣabhāgbhavet
wer dies gehört hat, wird der Erlösung teilhaftig

idaṃ puṇyaṃ vratākhyānaṃ nārāyaṇa parāyaṇaḥ / śṛṇuyādvācayedvāpi sarvapāpaiḥ pramucyate

Wer, ganz Nārāyaṇa ergeben, diese verdienstvolle Erzählung des Gelübdes hört oder [andere sie] vorlesen lässt, der wird von allen Sünden befreit.

Wort für Wort
idaṃ puṇyaṃ vratākhyānaṃ
diese verdienstvolle Erzählung des Gelübdes
nārāyaṇaparāyaṇaḥ
ganz Nārāyaṇa ergeben
śṛṇuyād vācayed vāpi
wer sie hört oder vorlesen lässt
sarvapāpaiḥ pramucyate
wird von allen Sünden befreit

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