Quellen der Menschheit

Nārada-Purāṇa (Nāradīya)

Kapitel 95: śrīmadbhāgavatapurāṇānukramaṇam Zusammenfassung des Śrīmad-Bhāgavata-Purāṇa

Brahmā fasst gegenüber Marīci Inhalt und Aufbau (12 Skandhas) des Bhāgavata-Purāṇa zusammen. Der am Kopf der Quelldatei stehende Kolophon gehört, wie in allen Kapiteln 95-102, verschoben zum vorhergehenden Kapitel (vgl. Anm. zu V1).

brahmovāca / marīce śṛṇu vakṣyāmi vedavyāsena yatkṛtam / śrīmadbhāgavataṃ nāma purāṇaṃ brahmasaṃmitam

Brahmā sprach: Höre, o Marīci, ich will [dir] verkünden, was von Veda-Vyāsa verfasst wurde: das Purāṇa namens Śrīmad-Bhāgavata, das dem Brahman [an Autorität] gleichkommt.

Wort für Wort
brahmovāca
Brahmā sprach
marīce śṛṇu vakṣyāmi
o Marīci, höre, ich will verkünden
vedavyāsena yatkṛtam
was von Vedavyāsa verfasst wurde
śrīmadbhāgavataṃ nāma purāṇaṃ
das Purāṇa namens Śrīmad-Bhāgavata
brahmasaṃmitam
dem Brahman gleichkommend, brahmangleich

Anm.: Vor dem eigentlichen Versbeginn steht im Quelltext die Zeile "iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge bṛhadupākhyāne caturthapāde vāyupurāṇānukramaṇīnirūpaṇaṃ nāma pañcanavatitamo 'dhyāyaḥ". Dies ist ein verschobener Kolophon: er gehört inhaltlich zum ABSCHLUSS des VORHERGEHENDEN Kapitels (Zusammenfassung des Vāyu-Purāṇa), trägt aber fälschlich die Nummer des vorliegenden Kapitels (95). Das tatsächliche Kapitel 95 (dieses Kapitel) behandelt, wie der Vers-Inhalt zeigt, das Bhāgavata-Purāṇa. Der Kolophon wurde daher nicht als Vers übersetzt, sondern hier vermerkt; dieses Verschiebungsmuster (Kolophon am Kapitelkopf, um ein Kapitel verschoben) zieht sich durch alle Kapitel 95-102.

tadaṣṭādaśasāhasraṃ kīrtitaṃ pāpanāśanam / surapādaparūpo 'yaṃ skandhairdvādaśabhiryutaḥ

Dieses, [das] achtzehntausend [Verse umfasst], wird als sündenvernichtend gepriesen; es ist [von der Art, die] die höchste Form/Stufe der Götter [zeigt (?)] und ist mit zwölf Büchern (Skandhas) versehen.

Wort für Wort
tat aṣṭādaśasāhasraṃ
dieses [Werk], achtzehntausend [Verse umfassend]
kīrtitaṃ pāpanāśanam
wird gepriesen als sündenvernichtend
surapādaparūpo 'yaṃ [?]
von (höchster) göttlicher Gestalt/Form [unklar]
skandhairdvādaśabhiryutaḥ
versehen mit zwölf Büchern (Skandhas)

Anm.: 'surapādaparūpo' ist unklar/vermutlich verderbt; beste Vermutung sinngemäß 'von göttlich-erhabener Gestalt' [?]. Übliche Vyāsa-Tradition: Bhāgavata-Purāṇa = 18.000 Verse, 12 Skandhas – dies stimmt mit dem Vers überein.

bhagavāneva viprendra viśvarūpīsamīritaḥ / tatra tu prathamaskandhe sūtarṣīṇāṃ samāgame

Der Erhabene selbst, o Fürst der Brahmanen, wird [darin] als der Allgestaltige (viśvarūpin) bezeichnet. Darin aber, im ersten Buch, [wird erzählt] von der Zusammenkunft Sūtas mit den Weisen,

Wort für Wort
bhagavāneva
der Erhabene selbst
viprendra
o Fürst der Brahmanen (Anrede)
viśvarūpīsamīritaḥ
wird als der Allgestaltige bezeichnet
tatra tu prathamaskandhe
darin aber, im ersten Buch (Skandha)
sūtarṣīṇāṃ samāgame
bei der Zusammenkunft Sūtas mit den Weisen

vyāsasya caritaṃ puṇyaṃ pāṇḍavānāṃ tathaiva ca / parīkṣitamupākhyānamitīdaṃ samudāhṛtam

das heilige Leben des Vyāsa, ebenso das der Pāṇḍavas, [und] die Erzählung von Parīkṣit – so wird dies dargelegt.

Wort für Wort
vyāsasya caritaṃ puṇyaṃ
das heilige Leben des Vyāsa
pāṇḍavānāṃ tathaiva ca
und ebenso das der Pāṇḍavas
parīkṣitam upākhyānam
die [Neben-]Erzählung von Parīkṣit
iti idaṃ samudāhṛtam
so wird dies dargelegt

parīkṣicchukasaṃvāde sṛṣṭidvayanirūpaṇam / brahmanāradasaṃvāde devatācaritāmṛtam

Im Gespräch zwischen Parīkṣit und Śuka [wird] die Darlegung der zweifachen Schöpfung [erzählt]; im Gespräch zwischen Brahmā und Nārada [erfolgt] der nektargleiche Wandel der Gottheiten.

Wort für Wort
parīkṣicchukasaṃvāde
im Gespräch zwischen Parīkṣit und Śuka
sṛṣṭidvayanirūpaṇam
die Darlegung der zweifachen Schöpfung
brahmanāradasaṃvāde
im Gespräch zwischen Brahmā und Nārada
devatācaritāmṛtam
der nektargleiche Wandel/das Leben der Gottheiten

purāṇalakṣaṇaṃ caiva sṛṣṭikāraṇasaṃbhavaḥ / dvitīyo 'yaṃ samuditaḥ skandho vyāsena dhīmatā

auch die Merkmale eines Purāṇa und der Ursprung der Schöpfungsursache – so wird dieses zweite Buch von dem weisen Vyāsa dargelegt.

Wort für Wort
purāṇalakṣaṇaṃ caiva
auch die Merkmale eines Purāṇa
sṛṣṭikāraṇasaṃbhavaḥ
der Ursprung der Schöpfungsursache
dvitīyo 'yaṃ samuditaḥ skandho
dieses zweite Buch wird dargelegt
vyāsena dhīmatā
von dem weisen Vyāsa

caritaṃ vidurasyātha maitreyeṇāsya saṃgamaḥ / sṛṣṭiprakaraṇaṃ paścādbahmaṇaḥ paramātmanaḥ

das Leben Viduras, sodann seine Begegnung mit Maitreya, danach das Kapitel über die Schöpfung des höchsten Selbst, Brahman.

Wort für Wort
caritaṃ vidurasya
das Leben Viduras
atha maitreyeṇāsya saṃgamaḥ
sodann seine Begegnung mit Maitreya
sṛṣṭiprakaraṇaṃ paścāt
danach das Kapitel über die Schöpfung
bahmaṇaḥ [=brahmaṇaḥ] paramātmanaḥ
des höchsten Selbst, Brahman

Anm.: 'bahmaṇaḥ' im Quelltext für 'brahmaṇaḥ' (Schreibfehler, unkorrigiert übernommen).

kāpilaṃ sāṃkhyamapyatra tṛtīyo 'yamudāhṛtaḥ / satyāścaritamādau tu dhruvasya caritaṃ tataḥ

Auch die kapilische Sāṃkhya-Lehre [wird] hier [dargelegt] – so wird dieses dritte [Buch] erklärt. [Im vierten Buch wird] zuerst das Leben der Satī, danach das Leben des Dhruva [erzählt],

Wort für Wort
kāpilaṃ sāṃkhyam apyatra
auch die kapilische Sāṃkhya-Lehre hier
tṛtīyo 'yamudāhṛtaḥ
so wird dieses dritte [Buch] erklärt
satyāścaritamādau tu
zuerst aber das Leben der Satī
dhruvasya caritaṃ tataḥ
danach das Leben des Dhruva

pṛthoḥ puṇyasamākhyānaṃ tataḥ prācīnabarhiṣam / ityeṣa turyo gadito visarge skandha uttamaḥ

die heilige Erzählung von Pṛthu, danach [die von] Prācīnabarhis – so wird dieses vierte, vorzügliche Buch im [Abschnitt] Visarga (Nebenschöpfung) dargelegt.

Wort für Wort
pṛthoḥ puṇyasamākhyānaṃ
die heilige Erzählung von Pṛthu
tataḥ prācīnabarhiṣam
danach [die von] Prācīnabarhis
ityeṣa turyo skandha
so [ist] dieses vierte Buch
gadito visarge uttamaḥ
dargelegt im [Abschnitt] Visarga, das vorzügliche

Anm.: 'visarge' ist einer der zehn klassischen Purāṇa-Themenbegriffe (daśalakṣaṇa); diese Begriffe (visarga, sthāna, poṣaṇa, manvantara, nirodha, mukti, āśraya etc.) durchziehen V9-V21 als Gliederungsmarker der Skandhas.

priyavratasya caritaṃ tadvaṃśyānāṃ ca puṇyadam / brahmāṇḍāntargatānāṃ ca lokānāṃ varṇanaṃ tataḥ

das Leben des Priyavrata und, heilbringend, das seiner Nachkommen; danach die Beschreibung der Welten innerhalb des Weltenei (Brahmāṇḍa).

Wort für Wort
priyavratasya caritaṃ
das Leben des Priyavrata
tadvaṃśyānāṃ ca puṇyadam
und das heilbringende [Leben] seiner Nachkommen
brahmāṇḍāntargatānāṃ lokānāṃ
der Welten innerhalb des Weltenei
varṇanaṃ tataḥ
danach die Beschreibung

narakasthitirityeṣa saṃsthāne pañcamo mataḥ / ajāmilasya caritaṃ dakṣasṛṣṭinirūpaṇam

der Zustand der Höllen – so gilt dieses fünfte [Buch] im [Abschnitt] Sthāna (Bestand). [Im sechsten Buch:] das Leben des Ajāmila, die Darlegung von Dakṣas Schöpfung,

Wort für Wort
narakasthitiḥ
der Zustand der Höllen
ityeṣa saṃsthāne pañcamo mataḥ
so gilt dieses [Buch] im Abschnitt Sthāna als das fünfte
ajāmilasya caritaṃ
das Leben des Ajāmila
dakṣasṛṣṭinirūpaṇam
die Darlegung von Dakṣas Schöpfung

vṛtrākhyānaṃ tataḥ paścānmarutāṃ janma puṇyadam / ṣaṣṭho 'yamuditaḥ skandhovyāsena paripoṣaṇe

die Erzählung von Vṛtra, danach die heilbringende Geburt der Maruts – so wird dieses sechste Buch von Vyāsa im [Abschnitt] Poṣaṇa (Fürsorge) dargelegt.

Wort für Wort
vṛtrākhyānaṃ
die Erzählung von Vṛtra
tataḥ marutāṃ janma puṇyadam
danach die heilbringende Geburt der Maruts
ṣaṣṭho 'yamuditaḥ skandho
dieses sechste Buch wird dargelegt
vyāsena paripoṣaṇe
von Vyāsa, im Abschnitt Poṣaṇa

prahlādacaritaṃ puṇyaṃ varṇāśramanirūpaṇam / saptamo gadito vatsa vāsanākarmakīrtane

das heilige Leben des Prahlāda, die Darlegung der Stände und Lebensstufen (Varṇāśrama) – so wird, o Kind, das siebte [Buch] im [Abschnitt] der Verkündung von Vāsanā und Karma dargelegt.

Wort für Wort
prahlādacaritaṃ puṇyaṃ
das heilige Leben des Prahlāda
varṇāśramanirūpaṇam
die Darlegung der Stände und Lebensstufen
saptamo gadito vatsa
so wird, o Kind, das siebte [Buch] dargelegt
vāsanākarmakīrtane
im Abschnitt der Verkündung von Vāsanā und Karma

Anm.: der klassische daśalakṣaṇa-Terminus für dieses Buch ist eigentlich 'ūti'; der Vers verwendet stattdessen 'vāsanākarmakīrtane', evtl. eine freiere Umschreibung.

gajendramokṣaṇākhyānaṃ manvantaranirūpaṇe / samudramathanaṃ caiva balivaibhavabandhanam

die Erzählung von der Befreiung des Elefantenfürsten (Gajendra) im [Abschnitt der] Darlegung der Manvantaras, ebenso die Quirlung des Milchozeans und [die Erzählung von] Balis Herrlichkeit und Fesselung.

Wort für Wort
gajendramokṣaṇākhyānaṃ
die Erzählung von der Befreiung des Gajendra
manvantaranirūpaṇe
im Abschnitt der Darlegung der Manvantaras
samudramathanaṃ caiva
ebenso die Quirlung des Ozeans
balivaibhavabandhanam
Balis Herrlichkeit und Fesselung

matsyāktāracaritamaṣṭamo 'yaṃ prakīrtitaḥ / sūryavaṃśasamākhyānaṃ somavaṃśanirūpaṇam

das Leben der Fisch-Inkarnation – so wird dieses achte [Buch] verkündet. [Im neunten Buch:] die Erzählung von der Sonnendynastie, die Darlegung der Monddynastie,

Wort für Wort
matsyāktāra[=matsyāvatāra]caritam
das Leben der Fisch-Inkarnation
aṣṭamo 'yaṃ prakīrtitaḥ
so wird dieses achte [Buch] verkündet
sūryavaṃśasamākhyānaṃ
die Erzählung von der Sonnendynastie
somavaṃśanirūpaṇam
die Darlegung der Monddynastie

Anm.: 'matsyāktāra' im Quelltext vermutlich für 'matsyāvatāra' (Fisch-Avatāra) verschrieben.

vaṃśyānucarite prokto navamo 'yaṃ mahāmate / kṛṣṇasya bālacaritaṃ kaumāraṃ ca vrajasthitiḥ

im [Abschnitt der] Erzählung der Dynastien-Nachfolge wird, o Hochgesinnter, dieses neunte [Buch] verkündet. [Im zehnten Buch:] Kṛṣṇas Kindheitsleben, seine Knabenzeit und der Aufenthalt in Vraja,

Wort für Wort
vaṃśyānucarite prokto
im [Abschnitt der] Dynastien-Nachfolge wird verkündet
navamo 'yaṃ mahāmate
dieses neunte [Buch], o Hochgesinnter
kṛṣṇasya bālacaritaṃ
Kṛṣṇas Kindheitsleben
kaumāraṃ ca vrajasthitiḥ
seine Knabenzeit und der Aufenthalt in Vraja

kaiśoraṃ mathurāsthānaṃ yauvanaṃ dvārakāsthitiḥ / bhūbhāraharaṇaṃ cātra nirodhe daśamaḥ smṛtaḥ

seine Jugendzeit, der Aufenthalt in Mathurā, seine Jugendreife, der Aufenthalt in Dvārakā, und die Beseitigung der Erdenlast – dies gilt hier im [Abschnitt] Nirodha (Rückzug) als das zehnte [Buch].

Wort für Wort
kaiśoraṃ mathurāsthānaṃ
seine Jugendzeit, der Aufenthalt in Mathurā
yauvanaṃ dvārakāsthitiḥ
seine Jugendreife, der Aufenthalt in Dvārakā
bhūbhāraharaṇaṃ cātra
und die Beseitigung der Erdenlast hier
nirodhe daśamaḥ smṛtaḥ
gilt im Abschnitt Nirodha als das zehnte [Buch]

nāradena tu saṃvādo vasudevasya kīrtitaḥ / yadośca dattātreyeṇa śrīkṛṣṇonoddhavasya ca

Das Gespräch Vasudevas mit Nārada wird verkündet, [ebenso] das des Yadu mit Dattātreya und das des Śrī Kṛṣṇa mit Uddhava.

Wort für Wort
nāradena tu saṃvādo vasudevasya
das Gespräch Vasudevas mit Nārada
kīrtitaḥ
wird verkündet
yadośca dattātreyeṇa
und das des Yadu mit Dattātreya
śrīkṛṣṇo-noddhavasya ca
und das des Śrī Kṛṣṇa mit Uddhava

Anm.: 'śrīkṛṣṇonoddhavasya' im Quelltext vermutlich Sandhi-/Schreibvariante für 'śrīkṛṣṇasya uddhavasya' (Kṛṣṇa und Uddhava).

yādavānāṃ mithontaśca muktāvekādaśaḥ smṛtaḥ / bhaviṣyakalinirddeśo mokṣo rājñaḥ parīkṣitaḥ

Und das gegenseitige Ende der Yādavas [untereinander] – dies gilt im [Abschnitt] Mukti (Erlösung) als das elfte [Buch]. Die Vorhersage des kommenden Kali[-Zeitalters], [sowie] die Erlösung des Königs Parīkṣit –

Wort für Wort
yādavānāṃ mithontaśca [=mithontaḥ]
und das gegenseitige Ende der Yādavas
muktāvekādaśaḥ smṛtaḥ
gilt im Abschnitt Mukti als das elfte [Buch]
bhaviṣyakalinirddeśo
die Vorhersage des kommenden Kali-Zeitalters
mokṣo rājñaḥ parīkṣitaḥ
die Erlösung des Königs Parīkṣit

Anm.: 'mithontaśca' unklar, gedeutet als 'mithaḥ antaśca' ('und das gegenseitige Ende').

vedaśākhāpraṇayanaṃ mārkaṇḍeyatapaḥkriyā / saurī vibhūtiruditā sātvatī ca tataḥ param

– die Zusammenstellung der Veda-Zweige, die Askese-Übung des Mārkaṇḍeya, die Herrlichkeit der Sonne wird verkündet, und danach die sātvata[-Lehre].

Wort für Wort
vedaśākhāpraṇayanaṃ
die Zusammenstellung der Veda-Zweige
mārkaṇḍeyatapaḥkriyā
die Askese-Übung des Mārkaṇḍeya
saurī vibhūtiruditā
die Herrlichkeit der Sonne wird verkündet
sātvatī ca tataḥ param
und danach die sātvata[-Lehre]

purāṇasaṃkhyākathanamāśraye dvādaśo hyayam / ityevaṃ kathitaṃ vatsa śrīmadbhāgavataṃ tava

die Aufzählung der Purāṇas – dies gilt im [Abschnitt] Āśraya (Zuflucht) als das zwölfte [Buch]. So wurde dir, o Kind, das Śrīmad-Bhāgavata dargelegt.

Wort für Wort
purāṇasaṃkhyākathanam
die Aufzählung der Purāṇas
āśraye dvādaśo hyayam
gilt im Abschnitt Āśraya als das zwölfte [Buch]
ityevaṃ kathitaṃ vatsa
so wurde dir, o Kind, dargelegt
śrīmadbhāgavataṃ tava
das Śrīmad-Bhāgavata

vaktuḥ śrotuścopadeṣṭuranumoditureva ca / sāhāyyakarturgaditaṃ bhaktibhuktivimuktidam

Dem Sprecher, dem Hörer, dem Lehrenden, dem Zustimmenden sowie dem Helfenden [dabei] wird gesagt, dass es Hingabe, [weltlichen] Genuss und Erlösung gewährt.

Wort für Wort
vaktuḥ śrotuḥ
dem Sprecher, dem Hörer
copadeṣṭuranumodituḥ eva ca
und dem Lehrenden sowie dem Zustimmenden
sāhāyyakartuḥ gaditaṃ
dem Helfenden wird [dies] gesagt
bhaktibhuktivimuktidam
es gewährt Hingabe, Genuss und Erlösung

prauṣṭhapadyāṃ pūrṇimāyāṃ hemasiṃhasamanvitam / deyaṃ bhāgavatāyedaṃ dvijāyaprītipūrvakam

Am Vollmond des [Monats] Prauṣṭhapada soll dies, versehen mit einem goldenen Löwen, einem Verehrer [Viṣṇus], einem Brahmanen, mit liebevoller Zuneigung gegeben werden.

Wort für Wort
prauṣṭhapadyāṃ pūrṇimāyāṃ
am Vollmond des Monats Prauṣṭhapada (Bhādrapada)
hemasiṃhasamanvitam
versehen mit einem goldenen Löwen
deyaṃ bhāgavatāya idaṃ
dies soll einem Bhāgavata (Verehrer) gegeben werden
dvijāya prītipūrvakam
einem Brahmanen, mit Zuneigung

saṃpūjya vastrahemādyairbhagavadbhaktimicchatā / yo 'pyanukramaṇīmetāṃ śrāvayecchṛṇuyāttathā / sa purāṇaśravaṇajaṃ prāpnoti phalamuttamam

Nachdem man [es], von jemandem, der Hingabe an den Erhabenen wünscht, mit Gewändern, Gold und anderem verehrt hat – wer auch [nur] diese Zusammenfassung vortragen lässt oder [selbst] hört, der erlangt die höchste Frucht, die aus dem Hören des Purāṇa entsteht.

Wort für Wort
saṃpūjya vastrahemādyaiḥ
nachdem man es mit Gewändern, Gold u.a. verehrt hat
bhagavadbhaktimicchatā
von jemandem, der Hingabe an den Erhabenen wünscht
yo 'pyanukramaṇīmetāṃ śrāvayet śṛṇuyāttathā
wer diese Zusammenfassung vortragen lässt oder hört
sa purāṇaśravaṇajaṃ prāpnoti phalamuttamam
der erlangt die höchste Frucht des Purāṇa-Hörens

Anm.: V24 umfasst im Quelltext drei Halbverszeilen (statt der sonst üblichen zwei) und wird hier als Einheit übersetzt.

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