Kapitel 55: utpātamuhūrtanirūpaṇam
Die Darlegung der Vorzeichen und der günstigen Zeiten
Dieses sehr umfangreiche Kapitel (758 Verse) wurde von vier parallelen Subagenten in Abschnitten (V1-190, V191-380, V381-570, V571-758) übersetzt und hier zusammengefügt. Inhalt: Himmels-Vorzeichen (Utpāta: Planeten, Kometen, Finsternisse), der 60-jährige Jupiter-Zyklus, Tithi-/Vāra-/Nakṣatra-Muhūrta-Lehre, Lebenszyklus-Saṃskāras (Upanayana etc.), Ehe-Muhūrta und Doṣa-Katalog, Vāstu-Hausbaulehre, Reise-/Feldzugsastrologie, Regen-Vorhersage, geographische Kūrma-Einteilung Indiens, und abschließend weitere Portenta/Sühnerituale.
kramāñcaitrādimāseṣu meṣādyāḥ saṃkramā matāḥ /
caitraśuklapratipadi yo vāraḥ sa nṛpaḥ smṛtaḥ
Sanandana sprach: In der Reihenfolge der mit Caitra beginnenden Monate gelten die mit dem Widder (Meṣa) beginnenden [Tierkreiszeichen] als die Sonneneintritte (Saṃkrānti). Welcher Wochentag auf den ersten Tag der hellen Monatshälfte des Caitra fällt, der [Wochentag-Herrscher] gilt als 'König' [des Jahres].
Wort für Wort
kramāt caitrādimāseṣu
der Reihe nach, in den mit Caitra beginnenden Monaten
meṣādyāḥ saṃkramāḥ matāḥ
die mit Widder beginnenden [Zeichen] gelten als Sonneneintritte
caitraśuklapratipadi
am 1. Tag der hellen Hälfte des Caitra
yo vāraḥ
welcher Wochentag [dort ist]
sa nṛpaḥ smṛtaḥ
der gilt als 'König' [des Jahres]
Beginn des Kapitels; Sprecher ist Sanandana (in der Quelle steht vor V1 die Sprecherangabe 'sanandana uvāca' sowie ein davor stehendes, hier fehl am Platz wirkendes Kolophon 'iti śrīnāradīyapurāṇe ... jātakanirūpaṇaṃ nāma pañcapañcāśattamo 'dhyāyaḥ' [Ende des 55. Kapitels 'Jātakanirūpaṇa'] – vermutlich ein Verschreibe-/Formatierungsartefakt der Quelle, da dieses Kolophon inhaltlich ans Kapitelende gehört; hier nur als Anm. vermerkt, nicht übersetzt).
Beim Eintritt [der Sonne] in den Widder [amtet der Tagesherr als] Heerführer (Senānī); im Krebs möge er zum Herrn der Feldfrucht (Sasyeśa) werden. Die gleichmäßig aufgehende Sonne [gilt als] Oberherr (Adhīśvara) – [doch nur] mittelmäßig; der Mond [dagegen gilt als] der beste.
Wort für Wort
meṣapraveśe senānīḥ
beim Eintritt in Widder: der Heerführer
karkaṭe sasyeśo bhavet
im Krebs möge er Herr der Feldfrucht werden
sama-udyat adhīśvaraḥ sūryaḥ
die gleichmäßig aufgehende Sonne ist Oberherr
madhyamaḥ ca uttamaḥ vidhuḥ
[sie ist nur] mittelmäßig, der Mond aber der beste
Technisches System der Zuweisung von 'Ämtern' (Senānī, Sasyeśa, Adhīśvara u.a.) an den Jahres-/Tagesherrn je nach Sonneneintritt; genaue Zuordnung im Text nicht restlos eindeutig [?].
Mars gilt als nicht günstig, Merkur, Jupiter und Venus als überaus glückbringend, der Sohn der Sonne (Saturn) als der schlechteste, [die Sonne selbst] als noch zu prüfen (vācya) – nachdem man die Stärke und Schwäche dieser [Planeten als Jahresherrscher] erkannt hat.
Wort für Wort
neṣṭaḥ kujaḥ
Mars ist ungünstig
budho jīvo bhṛguḥ tu atiśubhaṅkaraḥ
Merkur, Jupiter, Venus aber sind überaus glückbringend
adhamo ravijo vācyaḥ
der Sohn der Sonne [Saturn ist] der schlechteste, [die Sonne] zu erörtern
jñātvā ca eṣāṃ balābalam
nachdem man deren Stärke und Schwäche erkannt hat
Fortsetzung der Beurteilung, welcher Planet (als Wochentagsherr von Caitra-śukla-pratipad) für das Jahr günstig ist.
Wenn die Sonnenscheibe beim Anblick die Form eines Stabes, eines rumpflosen Leibes (Kabandha), einer Krähe oder eines Pflocks (Kīlaka) zeigt, [bedeutet dies der Reihe nach] Krankheit, Verwirrung, [bzw.] Verlust von Gut durch Diebe.
Wort für Wort
daṇḍākāre kabandhe vā
in Stabform oder als Rumpf(-gestalt)
dhvāṅkṣākāre atha kīlake
in Krähenform oder als Pflock
dṛṣṭe arkamaṇḍale
wenn die Sonnenscheibe [so] gesehen wird
vyādhiḥ bhrāntiḥ cora-artha-nāśanam
[bedeutet dies] Krankheit, Verwirrung, Vermögensverlust durch Diebe
Vier Gestalten werden genannt, aber nur drei Wirkungen; wahrscheinlich teilen sich zwei Gestalten eine Wirkung [?].
[Erscheint die Sonne] einem Schirm, einer Fahne, einer Flagge u.ä. ähnlich, mit gedämpften Strahlen [?], von einem rauchigen Hof (Maṇḍala) umgeben, mit Funken versehen – [so bedeutet dies] den Untergang der Welt.
Wort für Wort
chatradhvajapatākādyasannibhaḥ
einem Schirm, einer Fahne, Flagge u.ä. ähnlich
stimitaiḥ dhvanaiḥ
mit gedämpften Klängen/Strahlen [?]
vari-maṇḍala-gaiḥ dhūmraiḥ sasphuliṅgaiḥ
in rauchigem Hof stehend, mit Funken
jagat-kṣayaḥ
[bedeutet dies] Weltuntergang
'stimitairdhvanaiḥ' (wörtl. 'mit stillen/gedämpften Tönen/Klängen') ist im Kontext der Sonnenbeschreibung unklar; evtl. verderbt für 'raśmibhiḥ' (Strahlen) o.ä. [?].
Bei weißen und roten, [oder] gelben und schwarzen Farben [der Sonne entsteht] Bedrängnis der Brahmanen und anderer; mit zwei, drei oder vier Farben [zugleich] vernichten sie Könige und Menschen auf Erden, o Weiser.
Bei nach oben gerichteten, kupferfarbenen Sonnenstrahlen geht der Heerführer zugrunde; bei gelben [Strahlen] der Königssohn, bei weißen der Hofpriester, bei bunten [Strahlen] die Untertanen.
Wort für Wort
ūrdhvaiḥ bhānukaraiḥ tāmraiḥ
durch nach oben gerichtete, kupferfarbene Sonnenstrahlen
nāśaṃ yāti camūpatiḥ
geht der Heerführer zugrunde
pītaiḥ nṛpasutaḥ, śvetaiḥ purodhāḥ
bei gelben der Königssohn, bei weißen der Hauspriester
Bei rauchfarbenen [Strahlen geht] der König [zugrunde], bei rötlich-braunen und bei aus den Wolken nach unten gerichteten [Strahlen] die Welt. Die an sich günstige Sonne [erscheint] im Winter (Śiśira) kupferfarben, im Frühling (Vasanta) safranfarben.
Wort für Wort
dhūmraiḥ nṛpaḥ
durch rauchfarbene [Strahlen der König]
piśaṅgaiḥ jaladāt adhomukhaiḥ jagat
durch rötlich-braune, aus der Wolke abwärts gerichtete [Strahlen] die Welt
Im Sommer [erscheint sie] blass-weiß, bei Einsetzen der Regenzeit bunt, im Herbst wie das Innere eines Lotos gefärbt, im Frühwinter (Hemanta) von rötlichem Glanz.
Gelb in der Kälte, in der Regenzeit und im Sommer rotglänzend – so wurde die Sonne der Reihe nach beschrieben, wobei sie [entsprechend] Krankheiten bzw. Furcht vor [ausbleibendem] Regen bewirkt, o Fürst der Weisen.
Wort für Wort
pītaḥ śīte
gelb in der Kälte
vṛṣṭau grīṣme lohitabhāḥ raviḥ
in Regenzeit und Sommer rotglänzend die Sonne
rogān avṛṣṭibhayakṛt
Krankheit bzw. Dürrefurcht bewirkend
kramād uktaḥ munīśvara
der Reihe nach beschrieben, o Fürst der Weisen
Genaue Zuordnung, welche Farbe welche der beiden Wirkungen (Krankheit / Dürrefurcht) auslöst, bleibt im Text unklar [?].
indracāpārddhamūrtistu bhānurbhūpavirodhakṛt /
śaśaraktanibhe bhānau saṃgrāmo na cirādbhuvi
Die Sonne in Gestalt eines halben Regenbogens (Indra-Bogens) verursacht Zwietracht unter Königen; erscheint die Sonne blutrot wie [das Blut] eines Hasen, so entsteht bald darauf Krieg auf Erden.
Wort für Wort
indracāpa-ardha-mūrtiḥ tu bhānuḥ
die Sonne aber in Gestalt eines halben Regenbogens
Ist die Sonne dunkel, [entsteht] Furcht vor Ungeziefer; ist sie aschfarben, ebenso ein aus dem Reich [selbst] entstehendes [Übel]; wird ein Loch in der Sonnenscheibe erblickt, bedeutet dies den Untergang eines großen Königs.
In Topfgestalt bewirkt [die Sonne] Hungersnot; in Torbogengestalt zerstört sie die Stadt; in Schirmgestalt [bedeutet dies] die Vernichtung des Landes; eine zerteilte Sonnenscheibe bewirkt den Tod des Königs.
Wenn zur Zeit von Sonnenaufgang oder -untergang Blitz, Meteor oder Donnerkeil [erscheinen], dann ist der Tod des Königs zu erwarten, oder aber Krieg zwischen Königen.
Sind Sonne und Mond einen halben Monat, einen Vierteilmonat oder Tag und Nacht lang von einem Hof (Pariveṣa) umgeben und gehen sie blutrot auf und unter, so bewirken sie [die Einsetzung] eines anderen Königs.
Wort für Wort
pakṣaṃ pakṣārdham ahar-niśam
einen halben Monat, einen Viertelmonat, [oder] Tag und Nacht
Erscheint die Sonne bei Auf- oder Untergang wie von Waffen zerschnitten, [bedeutet dies] Krieg; [erscheint sie] mit Wolken in Gestalt von Eseln, Kamelen u.ä. von unheilvoller Form, so bringt dies Furcht.
Wort für Wort
udayāstamaye bhānuḥ ācchinnaḥ
die Sonne bei Auf- oder Untergang zerschnitten
śastrasannibhaiḥ ghanaiḥ
durch waffenähnliche Wolken
yuddham
[bedeutet] Krieg
kharoṣṭrādyaiḥ pāparūpaiḥ bhayapradam
durch esel-, kamelförmige unheilvolle [Wolken] Furcht bringend
Der Mond mit erhobenem südlichem Horn ist günstig in [den Zeichen] Fische und Widder; mit erhobenem nördlichem Horn ist er am besten, ebenso in Zwillinge und Steinbock.
In Wassermann und Stier [erscheint der Mond] neutral; in Krebs und Schütze pfeilförmig; bogenförmig bei [einem unklaren Zeichenpaar]; speerartig in Waage und Krebs [Textstelle unsicher].
Wort für Wort
ghaṭa-ukṣṇaḥ tu samaḥ
[in] Wassermann-Stier aber gleichmäßig
karkacāpayoḥ śarasannibhaḥ
in Krebs und Schütze pfeilähnlich
cāpavat kaurmahṝrṃyoḥ ca
bogenförmig bei [unklarem Zeichenpaar]
śūlavat tulakarkayoḥ
speerförmig in Waage und Krebs [?]
[Anm.: Vers stark verderbt/unklar, vermutlich durch OCR-Fehler entstellt (u.a. 'kaurmahṝrṃyośca'); Zuordnung der Mondgestalten zu einzelnen Tierkreiszeichen konnte nicht sicher rekonstruiert werden.]
Der auf ungewöhnliche (verkehrte) Weise aufgehende Mond bringt Hungersnot und Streit. Der Mond, der südlich an den beiden Āṣāḍhās, an Mūla und an Jyeṣṭhā (dem Indra-Gestirn) vorbeizieht [bewirkt – Fortsetzung in V21].
Wort für Wort
viparīta uditaḥ candraḥ
der auf verkehrte Weise aufgegangene Mond
durbhikṣakalahapradaḥ
Hungersnot und Streit bringend
āṣāḍhadvayamūlendradhiṣṇyānām
der beiden Āṣāḍhās, Mūlas und des Indra-Gestirns (Jyeṣṭhā)
[Jener Mond] bringt Feuer, Diebesgefahr, und vernichtet die im Wald [lebenden] Schlangen. Der Mond, der südlich an Viśākhā und Anurādhā (dem Mitra-Gestirn) vorbeizieht, ist unheilvoll.
Mittelmäßig [ist die Wirkung des Mondes] am Pitṛ-Gestirn [Maghā]; günstig (saumyaga) [ist er] am Zwei-Gottheiten-Gestirn. Der Mond, der [die Gestirne] Pauṣṇa (Revatī) und Bhādrapadā nicht erreicht [d.h. sie meidet] und nicht dürre-bringend (?) ist, ist günstig.
Wort für Wort
madhyamaḥ pitṛdaivatye
mittelmäßig am Pitṛ-Gestirn
dvidaive saumyagaḥ śaśī
am Zwei-Gottheiten-Gestirn der günstig ziehende Mond
aprāpya pauṣṇabhādrām
ohne Pauṣṇa und Bhādrapadā zu erreichen [?]
śaśī śubhaḥ
ist der Mond günstig
Vers technisch dicht/teils unklar (u.a. 'madukṣāviśaśī'); Übersetzung sinngemäß, Einzelheiten mit [?] zu versehen.
In der Mitte ziehend, nachdem er die Tor-Sterne (?) überschritten hat, [vom] neunten [Gestirn] an vom Vasava[-Gestirn] – Yama (Bharaṇī), Indra (Jyeṣṭhā), Ahi (Āśleṣā), Īśāna (Pūrvabhādrapadā), Marut (Śatabhiṣā) [gehören zu den] 'Halbstern'-Gestirnen.
Wort für Wort
madhyagaḥ udvāradakṣāṇi atītya
in der Mitte ziehend, die Tor-Sterne überschritten habend [?]
nava vāsavāt
vom neunten [Gestirn] ab dem Vasava-Gestirn
yamendrāhīśanomarutaḥ
Yama, Indra, Ahi, Īśāna, Marut [-Gestirne]
ca ardhatārakāḥ
sind die 'Halbstern'-[Gestirne]
Technische Aufzählung der Nakṣatra-Gruppe der 'Halbstern'-Gestirne (arddhatārakāḥ); Einzelzuordnungen der Kurzformen (Yama, Indra, Ahi, Īśāna, Marut) zu den Nakṣatra-Namen nach gängiger Konvention, aber im Detail unsicher [?].
Dhruva[-Gestirne] und Aditi[-Gestirn, Punarvasu] seien 'Zwei-Gottheiten'-[Gestirne], andere 'anderthalbfach', wieder andere 'gleich' [in der Zahl ihrer Sterne/Anteile]. [Der Mond] mit erhobenem Südhorn ist ungünstig, günstig in der hellen [Monatshälfte, wenn er einer] Ameise [gleicht].
Wort für Wort
dhruvāditi dvidaivāḥ syuḥ
die Dhruva- und Aditi-[Gestirne] seien 'zweigöttlich'
adhyardhāḥ ca aparāḥ samāḥ
andere 'anderthalb', wieder andere 'gleich'
yāmyaśṛṅgonnato neṣṭaḥ
mit erhobenem Südhorn ungünstig
śubhaḥ śukle pipīlikā
günstig in der hellen Hälfte, [wenn] einer Ameise [gleich]
Fortsetzung der technischen Nakṣatra-Klassifikation nach Sternzahl/Anteilen; Details unsicher [?].
[Je nach Zunahme oder Abnahme des Mondes ergeben sich] Verlust des Unternehmens, Zunahme des Unternehmens, Verlust, Zunahme – der Reihe nach. Ein breiter (voller) Mond bewirkt gute Ernte; ein nicht-breiter [Mond] vernichtet die Wolken (bringt Dürre).
Wort für Wort
kāryahāniḥ kāryavṛddhiḥ
Verlust des Unternehmens, Zunahme des Unternehmens
Ist [der Mond] nach unten gewandt, [bringt dies] Waffenfurcht; stabförmig, Streit; wird sein Horn oder seine Scheibe von Mars u.a. [Planeten] 'getroffen' (berührt/verletzt), [ergeben sich die Wirkungen] entsprechend.
Wort für Wort
adhomukhe śastrabhayam
bei Abwärtswendung Waffenfurcht
kalahaḥ daṇḍasannibhe
Streit bei Stabform
kujādyaiḥ nihate śṛṅge maṇḍale vā
wenn Horn oder Scheibe von Mars u.a. getroffen wird
Wohlergehen und Regen [entstehen für gewöhnlich, doch] der Untergang von König und Volk tritt ein, wenn Mars von seinem Aufgang an im siebten, achten und neunten Gestirn rückläufig (vikrama) wird.
Jene rückläufige [Bewegung des Mars in diesem Bereich] heißt 'die Heiße' (Uṣṇa) [und bewirkt] Bedrängnis des Volkes und Feuersbrunst. Im zehnten und elften Gestirn [heißt die rückläufige Bewegung, und im] zwölften 'Agratīpa' [?].
Wort für Wort
tad vakram uṣṇasaṃjñaṃ syāt
jenes Rückläufige heiße 'die Heiße' (Uṣṇa)
prajāpīḍāgnisaṃbhavaḥ
Bedrängnis des Volkes, Feuersentstehung
daśame ekādaśe ṛkṣe
im zehnten, elften Gestirn
dvādaśe agratīpayaḥ
im zwölften [heißt sie] 'Agratīpa' [?]
Zweiter Halbvers stark verkürzt/verderbt überliefert; Bedeutung von 'dvādaśarvāgratīpayaḥ' unsicher [?].
Wird Mars im dreizehnten oder im vierzehnten Gestirn rückläufig, ist [diese Form] als 'Kūkra', mit zurückgewandtem Antlitz, zu erkennen; sie vernichtet Ernte und Regen.
Wort für Wort
kūkraṃ vakramukhaṃ jñeyam
als 'Kūkra', mit zurückgewandtem Antlitz, zu erkennen
Diese [rückläufige Form] heißt dort 'Bālāsyacakra' (Kinderantlitz-Rad) und [bewirkt ebenfalls] die Vernichtung von Ernte und Regen. Im fünfzehnten oder sechzehnten Gestirn, wenn [Mars] rückläufig ist, [heißt sie] 'Rudhirānana' (Blutantlitz).
Der Sohn der Erde [Mars] bewirkt [dann] Hungersnot, Furcht vor Hunger und Krankheiten. Im siebzehnten oder achtzehnten [Gestirn] heißt jene rückläufige [Form] 'Muśala' (Keule).
[Es] bewirkt stets Hungersnot und Furcht vor der Vernichtung von Reichtum, Getreide und dergleichen. Ist Mars in den beiden Phalgunīs aufgegangen [und] zieht er widerläufig durch das Viśvedeva-Gestirn (Uttarāṣāḍhā) [Fortsetzung in V33].
Wort für Wort
durbhikṣaṃ dhanadhānyādināśane bhayakṛt
Hungersnot, Furcht vor Vernichtung von Reichtum, Getreide u.ä. bewirkend
[Mars,] untergehend im 'vierantlitzigen' Gestirn [Kṛttikā], bewirkt die Vernichtung der drei Welten. Ist er in Śravaṇa oder Puṣya aufgegangen, bringt er den Verlust von Rednern (Priestern), Rindern und Pferden.
Wort für Wort
astagaḥ caturāsya-ṛkṣe
untergehend im 'vierantlitzigen' Gestirn
lokatrayavināśakṛt
die drei Welten vernichtend
uditaḥ śravaṇe puṣye
aufgegangen in Śravaṇa, Puṣya
vaktṛ-go-aśva-hānidaḥ
Verlust von Rednern, Rindern, Pferden bringend
'caturāsya' ('vierantlitzig') vermutlich Beiname eines Nakṣatra (evtl. Kṛttikā mit seinen mehreren Sternspitzen) [?].
In welcher Richtung Mars aufgegangen ist, deren König wird mit Gefahr bedroht. Steht Mars in der Mitte von Maghā und zieht er auch dort widerläufig, [droht ebenso Gefahr].
[Mars dort] gibt Dürre und Waffenfurcht, bedrängt die Götter/Brahmanen und vernichtet Könige. Werden die Verbindungssterne (Gaṇḍatārakā) des Pitṛ-, des Zwei-Gottheiten- und des Dhātṛ-Gestirns [von Mars] berührt/verletzt [ergeben sich weitere Übel – Fortsetzung V36].
Der Sohn der Erde [Mars] bewirkt dann Hungersnot, Tod [und] Krankheit – [wenn er steht] in den drei 'Uttara'-Gestirnen, in Rohiṇī, in Nairṛta (Mūla), in Śravaṇa [oder] in Mṛgaśiras.
Mars, der, südlich von Rohiṇī stehend, [und] wandelnd Dürre bringt – [dieser] Sohn der Erde ist, wenn er bei allen Gestirnen nördlich vorbeizieht, günstig [und] bringt Glück.
Wort für Wort
avṛṣṭidaḥ caran bhaumaḥ
Dürre bringender, wandelnder Mars
dakṣiṇe rohiṇīsthitaḥ
südlich von Rohiṇī stehend
bhūmijaḥ sarvadhiṣṇyānām udagāmī
der Erdsohn, bei allen Gestirnen nördlich vorbeiziehend
śubhaghapradaḥ
Glück bringend
'avṛṣaaṭidaḥ' vermutlich verderbt für 'avṛṣṭidaḥ' (Dürre bringend).
Zieht [Mars] südlich vorbei, bringt er unheilvolle Wirkungen und verursacht Zwietracht unter den Menschen. Ohne ein Vorzeichen (Utpāta) des Mondes geht [Mars] niemals [auf ungewöhnliche Weise] auf.
[Dies] bewirkt Furcht vor Dürre und Feuer, Unheil und Krieg unter Königen. Merkur, wenn er durch die Gestirne des Vasu (Dhaniṣṭhā), Viṣṇu (Śravaṇa), Viśva (Uttarāṣāḍhā), Indu (Mṛgaśiras) und Dhātṛ (Pūrvaphalgunī) zieht [Fortsetzung V40].
wenn er (Merkur) jenen Stern 'berührt'/verletzt, verursacht er Bedrängnis und Regenfurcht. Wird der Mondsohn [Merkur] gesehen, wie er von Ārdrā bis zum Pitṛ-Gestirn [Maghā] [zieht – Fortsetzung V41].
dann bewirkt [Merkur] Hungersnot, Streit, Krankheit und Furcht vor Dürre. Der Mondsohn [Merkur], wenn er durch die sechs mit Hasta beginnenden Sterne zieht [Fortsetzung V42].
Wort für Wort
tadā durbhikṣakalaharogān
dann Hungersnot, Streit, Krankheiten
avṛṣṭibhītikṛt
Dürrefurcht bewirkend
hastādiṣaṭsu tārāsu
unter den sechs mit Hasta beginnenden Sternen
vicaran indunandanaḥ
wandelnd der Mondsohn [Merkur]
Die 'sechs mit Hasta beginnenden Sterne' sind vermutlich Hasta, Citrā, Svāti, Viśākhā, Anurādhā, Jyeṣṭhā.
bringt Wohlergehen, gute Ernte, Gesundheit und Beseitigung von Krankheit. Merkur, wenn er durch die Gestirne des Ahirbudhnya (Uttarabhādrapadā), Aryaman (Uttaraphalgunī), Agni (Kṛttikā) und Yama (Bharaṇī) zieht [Fortsetzung V43].
bhiṣaktaraṅgavāṇijyavṛttīnāṃ nāśakṛttādā /
pūrvātrayecaransaumyo yogatārāṃ bhinatti cet
dann bewirkt [Merkur] die Vernichtung der Lebensgrundlage von Ärzten, Seefahrern und Kaufleuten. Berührt/verletzt Merkur, wenn er durch die drei 'Pūrva'-Gestirne zieht, den Verbindungsstern (Yogatārā) [Fortsetzung V44].
Wort für Wort
bhiṣak-taraṅga-vāṇijyavṛttīnām
der Lebensgrundlage von Ärzten, Seefahrern, Kaufleuten
dann bringt [dies] den Lebewesen Furcht vor Hunger, Waffen, Feuer und Dieben. In den Gestirnen des Yama (Bharaṇī), Agni (Kṛttikā), Dhātṛ (Pūrvaphalgunī) und Vāyu (Svāti) ist [Merkurs] Bewegung 'naturgemäß' (normal).
In den Gestirnen Raudra (Ārdrā), Indu (Mṛgaśiras), Sarpa (Āśleṣā) und Pitṛ (Maghā) ist die Bewegung als 'gemischt' (Miśra) zu erkennen. In Bhaga, Aryaman, Ejya (Puṣya) und Aditi (Punarvasu) heißt die Bewegung 'verkürzt' (Saṃkṣipta).
gatitīkṣṇājacaraṇāhirbudhyabhāśribheṣuyā /
yomātikātiviśvābumūlamatsyainyajasya ca
Die 'scharfe' (tīkṣṇa) Bewegung [findet statt] in den Gestirnen des Aja[ikapāda] (Pūrvabhādrapadā), [unklares Glied], Ahirbudhnya (Uttarabhādrapadā), Śrī (Revatī) [sowie in weiteren, im Text unklaren Gestirnen: Ati, Viśvā, Ambu, Mūla, Matsya].
[Anm.: Vers stark verderbt/unklar (wohl OCR-Fehler); die genaue Aufzählung der zur 'scharfen' Bewegung gehörigen Nakṣatras ließ sich nicht zuverlässig rekonstruieren; Übersetzung nur sinngemäß-tentativ.]
ghorā gatirharitvāṣṭravasuvāruṇabheṣu ca /
indrāgnimitramārtaṇḍabheṣu pāpāhvayāgatiḥ
Die 'schreckliche' (Ghora) Bewegung [findet statt] in den Gestirnen des Hari, Tvaṣṭṛ (Citrā), Vasu (Dhaniṣṭhā) und Varuṇa (Śatabhiṣā). In den Gestirnen des Indra (Jyeṣṭhā), Agni (Kṛttikā), Mitra (Anurādhā) und Mārtaṇḍa (Sonne, Hasta) heißt die Bewegung 'unheilvoll' (Pāpa).
prākṛtādyāsu gati hyudito 'stamitopivā /
yāvantyeva dinānyeṣa dṛśyastāvatyadṛśyagaḥ
Bei den mit 'naturgemäß' beginnenden Bewegungsarten, ob [Merkur] aufgegangen oder untergegangen ist – für so viele Tage, wie er sichtbar ist, ebenso viele bleibt er unsichtbar.
Wort für Wort
prākṛtādyāsu gatiṣu
bei den mit 'naturgemäß' beginnenden Bewegungsarten
catvāriṃśatkramātriṃśadravīndra bhūsuto nava /
pañcadaśaikādaśabhirdivasaiḥ śaśinandanaḥ
Vierzig [Tage], der Reihe nach dreißig – [so für] Sonne (?) [und] Indra (Jupiter?); der Sohn der Erde [Mars, bleibt] neun [Tage unsichtbar]; der Sohn des Mondes [Merkur] mit fünfzehn oder elf Tagen [ebenso].
Wort für Wort
catvāriṃśat kramāt triṃśat
vierzig, der Reihe nach dreißig
ravi-indra
[bei?] Sonne, Indra (Jupiter?) [?]
bhūsuto nava
der Erdsohn [Mars, bleibt] neun [Tage unsichtbar]
pañcadaśa-ekādaśabhiḥ divasaiḥ śaśinandanaḥ
der Mondsohn [Merkur] mit fünfzehn oder elf Tagen
Aufzählung der Unsichtbarkeits-(Kombustions-)Tage der Planeten; genaue Zuordnung der Zahlen (40, 30) zu den einzelnen Planeten (Sonne? Jupiter? Venus? Saturn?) im Text nicht eindeutig [?].
Merkur, in 'naturgemäßer' Bewegung wandelnd, bringt Wohlergehen, Gesundheit und gute Ernte. Zwischen 'gemischter' und 'verkürzter' [Bewegung ist seine Wirkung] fruchtbar-ausgewogen; in den übrigen [Bewegungsarten] bringt er Regen.
Ist Merkur in [den Monaten] Vaiśākha, Śrāvaṇa, Pauṣa oder Āṣāḍha aufgegangen, bringt er der Welt üble Wirkung; in den übrigen [Monaten] ist er günstig.
In den Monaten Iṣa und Ūrja (Āśvina und Kārttika) bringt [Merkur] Furcht vor Waffen, Hungersnot und Feuer. Ist der Mondsohn [Merkur] aufgegangen und von silber- oder kristallartiger Farbe, ist er höchst günstig.
[Der Reihe nach, für die Monate:] der zweite und weitere [Monate seines Umlaufs ...]; der fünfte und elfte [...]; der dritte, Mādhava, ist günstig; Jyeṣṭha bringt den Menschen mittlere Wirkung. Śuci (Āṣāḍha) ist mittelmäßig, Nabhas (Śrāvaṇa) der beste, Bhādra [manchmal] der beste für den Menschen.
Wort für Wort
dvi-bhāṭaja-udimāḥ tasya
der zweite [und weitere, unklare Glieder] von ihm [?]
pañcama-ekādaśāḥ tri-mādhavaḥ śubhadaḥ
der fünfte, elfte; der dritte, Mādhava, ist günstig
jyeṣṭho nṛṇāṃ madhyaphalapradaḥ
Jyeṣṭha bringt den Menschen mittlere Wirkung
śucir madhyo nabhaḥ śreṣṭhaḥ
Śuci mittelmäßig, Nabhas der beste
bhādraḥ śreṣṭhaḥ kvacit naraḥ
Bhādra der beste, manchem Menschen [nur mittel]
[Anm.: Vers stark verderbt bzw. offenbar fehlerhaft dupliziert – der zweite Halbvers ist nahezu identisch mit V55b; auch V54 behandelt dieselbe Monatsreihe. Der erste Halbvers (mit den Zahlwörtern dvi-, pañcama-, ekādaśa-, tri-) ließ sich nicht sicher auf einzelne Monatsnamen beziehen; Übersetzung entsprechend tentativ.]
Mādhava (Vaiśākha) ist günstig; Jyeṣṭha (der Monat) bringt den Menschen mittlere Wirkung. Śuci (Āṣāḍha) ist mittelmäßig, Nabhas (Śrāvaṇa) der beste, Bhādra (Bhādrapada) der beste – doch für manchen Menschen [nur mittelmäßig].
Iṣa (Āśvina) wird als der allerbeste bezeichnet. So ist die Wirkung bezüglich der Monate. [Jupiter,] wenn er durch den nördlichen (Saumya-)Bereich der Gestirne zieht, bringt Wohlergehen, Gesundheit und gute Ernte.
Wort für Wort
atiśreṣṭha iṣaḥ proktaḥ
Iṣa (Āśvina) wird als der allerbeste bezeichnet
māsānāṃ phalam īdṛśam
so ist die Wirkung bezüglich der Monate
saumye bhāge caran bhānām
im nördlichen Bereich der Gestirne wandelnd
kṣemārogyasubhikṣakṛt
Wohlergehen, Gesundheit, gute Ernte bewirkend
Ab hier Übergang zum Abschnitt über Jupiter (Guru).
Umgekehrt [verhält es sich], wenn Jupiter im südlichen [Bereich zieht]; in der Mitte ziehend bewirkt er ein mittleres [Ergebnis]. Der Reihe nach [erscheint er] gelb, feuerfarben, dunkel, grün oder rot am Horizont.
Wort für Wort
viparīto guruḥ yāmye
umgekehrt [verhält es sich mit] Jupiter im Süden
madhye carati madhyamam
in der Mitte ziehend [bewirkt er] Mittleres
pītāgniśyāmaharitaraktavarṇaḥ
gelb, feuerfarben, dunkel, grün, rot
kramāt
der Reihe nach [je nach Position/Zeit]
'girāḥ' im zweiten Halbvers unklar, evtl. verderbt für 'gataḥ' o.ä. [?].
[Je nach Farbe] wird [Jupiter] für die Lebewesen zur Quelle der Furcht vor Krankheit, Feuer, Dieben, Waffen und Geschossen. Gleicht der von den Göttern verehrte [Jupiter] der Farbe der Erde (staubig), bewirkt er Dürre.
Wort für Wort
vyādhyagnicauraśastrāstrabhayadaḥ
Furcht vor Krankheit, Feuer, Dieben, Waffen, Geschossen bringend
[Jupiter,] bei Tage gesehen, [bedeutet] den Tod des Königs, Krankheit und die Vernichtung von Stadt und Reich. [Nun zum 'Körper des Jahres':] Der 'Körper des Jahres' bestehe aus Kṛttikā, und ebenso aus Rohiṇī [als weiterem Glied – Fortsetzung folgt].
Wort für Wort
divā dṛṣṭo nṛpavadhyāmayam
bei Tage gesehen: Tod des Königs, Krankheit
vārāṣṭranāśanam
Vernichtung von Stadt und Reich
saṃvatsaraśarīraṃ syāt
der 'Körper des Jahres' bestehe
kṛttikā rohiṇī tathā
aus Kṛttikā, ebenso aus Rohiṇī
Themenwechsel: Beginn der Beschreibung des 'Jahreskörpers' (Saṃvatsara-śarīra), bei dem einzelne Nakṣatras als Körperglieder des personifizierten Jahres gelten.
Der Nabel [des Jahreskörpers] ist das Āṣāḍhā-Paar; Ārdrā [bildet] das Herz, Maghā die [Herzens-]Blüte. [Wird das jeweils entsprechende] Körper[glied] von einem Unheilsplaneten getroffen, [entsteht] Furcht vor Hungersnot, Feuer [und] Sturm.
Wort für Wort
nābhiḥ tu āpāṭhayugalam
der Nabel [ist] das Āṣāḍhā-Paar
ārdrī hṛtkusumaṃ maghā
Ārdrā [das] Herz, Maghā die Herzblüte
durbhikṣāgnimarudbhītiḥ
Furcht vor Hungersnot, Feuer, Sturm
śarīraṃ krūrapīḍite
wenn das [entsprechende] Körperglied von einem Unheilsplaneten getroffen wird
'āpāṭhayugalam' vermutlich = die beiden Āṣāḍhās (Pūrva-/Uttarāṣāḍhā) als 'Nabel'; Zuordnung der Körperglieder zu den Nakṣatras im Detail unsicher [?].
Beim Nabel [entsteht, wenn betroffen] Furcht vor Hunger und Durst; bei Puṣya entsprechend vollständiger Verlust von Wurzeln und Früchten. Beim 'Herrn des Herzens' [entsteht] Tod; günstig ist es dagegen, wenn [das betreffende Glied] mit Wohltätigen (günstigen Planeten) verbunden ist.
Wort für Wort
nābhyāṃ kṣuttṛṅbhayam
beim Nabel Furcht vor Hunger und Durst
puṣye samyaṅmūlaphalakṣayaḥ
bei Puṣya völliger Verlust von Wurzeln und Früchten
śasyavṛddhiḥ prajārogyaṃ yuddhaṃ jīvātyavarṣaṇam /
iti dvijātimadhyāṃ tu gonṛpastrīsukhaṃ mahat
[Bei günstiger Verbindung ergeben sich] Zunahme der Ernte, Gesundheit des Volkes; [bei ungünstiger dagegen] Krieg, Lebensgefahr, übermäßiger Regen. So [ergibt sich] inmitten der Zweifachgeborenen großes Glück für Kühe, König und Frauen.
Wort für Wort
śasyavṛddhiḥ prajārogyam
Zunahme der Ernte, Gesundheit des Volkes
yuddhaṃ jīvātyavarṣaṇam
Krieg, Lebensgefahr, übermäßiger Regen
iti dvijātimadhyāṃ tu
so inmitten der Zweifachgeborenen
gonṛpastrīsukhaṃ mahat
großes Glück für Kühe, König, Frauen
Zweiter Halbvers in der syntaktischen Anbindung unsicher [?].
Bei Lautlosigkeit/Unberührtheit [entsteht] Dürre; durch Schlangen(-Berührung) dagegen Regen, Wohlbefinden, ein großes Fest. Hohe Preise, doch auch Wohlstand; Vernichtung des Landes durch übermäßigen Regen.
Feindlosigkeit, Krankheit oder Furchtlosigkeit, Furcht vor Krankheit hinsichtlich Ernte und Regen; Krankheit, Getreide, Unsichtbarkeit des Himmels [je nachdem] – wenn Jupiter, von Maghā an durch die [betreffenden] Gestirne ziehend, [dort steht].
Wort für Wort
avairaṃ rogam abhayam
Feindlosigkeit, Krankheit, Furchtlosigkeit
rogabhīḥ sasyavarṣaṇe
Krankheitsfurcht hinsichtlich Ernte und Regen
rogo dhānyaṃ nabho 'dṛṣṭim
Krankheit, Getreide, Unsichtbarkeit des Himmels
maghādi ṛkṣagate gurau
wenn Jupiter im von Maghā an [folgenden] Gestirn steht
Abschluss des Guru-/Jahreskörper-Abschnitts; genaue Zuordnung der Einzelwirkungen bleibt unsicher [?].
Auf den nördlichen, mittleren und südlichen Pfaden (Mārga) gibt es je drei 'Gassen' (Vīthī). Die Bahn der Venus ist, vom Aśvin-Gestirn (Aśvinī) an, in Dreiergruppen von je drei Nakṣatras zu erkennen.
Wort für Wort
saumyamadhyamayāmyeṣu mārgeṣu
auf dem nördlichen, mittleren, südlichen Pfad
vīthikātrayam
je drei Gassen (Vīthīs)
śukrasya dastrabhāt jñeyam
der Venus [Bahn ist] vom Aśvin-Gestirn an zu erkennen
paryāyaiḥ ca tribhis tribhiḥ
in Zyklen von je drei [Nakṣatras]
Beginn des Venus-(Śukra-)Abschnitts mit dem System der neun 'Vīthīs' (Himmelsgassen).
nāgebhairāvatāścaiva vṛṣabhoṣṭrakharāhvayāḥ /
mṛgāñjadahanākhyāḥ syuryāmayāntā vīthayo nava
Nāga, Ebha (Elefant), Airāvata, ferner die mit Vṛṣabha, Uṣṭra und Khara benannten, sowie die mit Mṛga, Aja und Dahana benannten – das sind die neun, mit der 'Yama'-Gasse (der südlichsten) endenden Vīthīs.
Auf den drei Vīthīs des mittleren Pfades ist die Wirkung durchweg die schlechteste. In östlicher Richtung dagegen ist eine Wolke günstig, wenn [Venus] im 'Pitṛ-Fünfer'-Bereich [um Maghā] steht.
Wort für Wort
madhyamārge tisṛṣu
auf den drei [Vīthīs] des mittleren Pfades
sarvam api adhamaṃ phalam
ist jegliche Wirkung die schlechteste
pūrvasyāṃ diśi meghaḥ tu śubhadaḥ
in östlicher Richtung ist eine Wolke aber günstig
pitṛpañcake
im 'Pitṛ-Fünfer'-Bereich
'pitṛpañcake' vermutlich Bezeichnung einer Fünfergruppe von Nakṣatras um das Pitṛ-Gestirn Maghā [?].
In westlicher Richtung [ist Venus günstig], bei der Dreiergruppe um Svāti; auch dort verhält sich Venus ebenso. Im umgekehrten Fall dagegen, [und] mit Merkur verbunden, [bringt er] Dürre.
Wort für Wort
svātitraye paścimāyām
bei der Svāti-Dreiergruppe, in westlicher Richtung
Wenn Venus am achten Tag der dunklen Monatshälfte, am vierzehnten oder am Neumondtag auf- und untergeht, dann wird die Erde ganz von Wasser erfüllt (d.h. es kommt zu Überschwemmungen).
Wort für Wort
kṛṣṇāṣṭamyāṃ caturdaśyām amāyāṃ ca
am 8., 14. [Tag] der dunklen Hälfte und am Neumondtag
Jupiter und Venus, wechselseitig im siebten Zeichen voneinander stehend, der eine hinten, der andere vorn auf der Vīthī-Bahn befindlich, bringen Dürre, Hungersnot und Krieg.
Wort für Wort
mithaḥ saptamarāśisthau
im siebten Zeichen voneinander stehend
paścāt prāg vīthisaṃsthitau
der eine hinten, der andere vorn auf der Vīthī-Bahn
Wenn Mars, Merkur, Jupiter und der Sohn der Sonne (Saturn) der Venus vorausgehen, gelten sie als Krieg, letztlich Sturm, Hungersnot und Wasservernichtung bewirkend.
Wort für Wort
kujajñajīvaravijāḥ
Mars, Merkur, Jupiter, Sohn der Sonne (Saturn)
śukrasyāgresarā yadi
wenn sie der Venus voraus sind
yuddhāntivāyuḥ
Krieg, letztlich Sturm
durbhikṣajalanāśakarā matāḥ
Hungersnot und Wasservernichtung bewirkend gelten sie
In den Gestirnen des Jala (Varuṇa), Mitra (Anurādhā), Aryaman (Uttaraphalgunī), Ahi (Āśleṣā) und Indra (Jyeṣṭhā) bewirkt [Venus] gute Ernte; dagegen Waffengefahr und Dürre in Mūla; Furcht in den beiden Gestirnen Ahirbudhnya und 'Bhaya' (den beiden Bhādrapadās).
Wort für Wort
jalamitrāryamāhīndranakṣatreṣu
in den Gestirnen Jala, Mitra, Aryaman, Ahi, Indra
subhikṣakṛt
gute Ernte bewirkend
sacchastrāvṛṣṭido mūle
Waffengefahr und Dürre bringend in Mūla
ahirbudhnyabhayoḥ bhayam
Furcht bei Ahirbudhnya und 'Bhaya' (den Bhādrapadās)
śravaṇānilahtārdrābharaṇībhāgyameṣu ca /
caratrchaiścaro nṝṇāṃ subhikṣārogyasyakṛt
In Śravaṇa, Anila (Svāti), sowie – sofern unbeeinträchtigt – in Ārdrā, Bharaṇī und Bhāga (Uttaraphalgunī), hoch (erhaben) ziehend, bewirkt der Wandelstern [Venus] den Menschen gute Ernte und Gesundheit.
Wort für Wort
śravaṇānilahatārdrābharaṇībhāgyameṣu ca
in Śravaṇa, Anila, [unbeeinträchtigt in] Ārdrā, Bharaṇī, Bhāga
caran uccaiḥ caro
hoch ziehend, der Wandelstern
nṝṇāṃ subhikṣārogyasya kṛt
den Menschen gute Ernte und Gesundheit bewirkend
Vers unsicher überliefert (u.a. 'caratrchaiścaro'); Übersetzung sinngemäß-tentativ [?].
Im linken Fuß ebenso drei, im rechten [Fuß] gleichfalls drei Gestirne, in der rechten Hand vier – dies ist die Verteilung der Geburtsgestirne über den Körper [des Zeitmannes].
Wort für Wort
vāmapāde tathā trīṇi
im linken Fuß ebenso drei
dakṣiṇe trīṇi bhāni ca
im rechten [Fuß] gleichfalls drei Gestirne
catvāri dakṣiṇe haste
vier in der rechten Hand
janmabhādravijasthitiḥ
[dies ist] die Verteilung der Geburtsgestirne
27 Nakṣatras verteilen sich auf neun Körperbereiche (1+2+3+2+5+4+3+3+4=27) – klassisches Schema des Nakṣatra-Puruṣa.
rogo lābhastathā hānirlābhaḥ saukhyaṃ ca bandhanam /
āyāsaḥ śreṣṭhayātrā ca dhanalābhaḥ kramātphalam
Krankheit, Gewinn, ferner Verlust, Gewinn, Glück und Gefangenschaft, Mühsal, eine vorzügliche Reise und Vermögensgewinn – dies sind, der Reihe nach, die Wirkungen [für die neun genannten Körperbereiche, wenn ein Planet oder Komet sie berührt].
Der 'vielstrahlige' Wandelstern [Planet/Komet] bewirkt, wenn er rückläufig ist, eine solche Wirkung; steht er ruhig (stationär), bewirkt er ein ausgeglichenes Ergebnis; bei den schnell-laufenden [Planeten tritt] die Wirkung in umgekehrter Reihenfolge [ein].
Wort für Wort
bahudhāravijaḥ tu etat vakragaḥ
der 'Vielstrahlige' aber, rückläufig
phalam īdṛśam karoti eva
bewirkt eben eine solche Wirkung
samaḥ sāmyaṃ karoti
stationär bewirkt er Ausgleich
śīghrageṣu utkramāt phalam
bei den schnell-laufenden [ist] die Wirkung umgekehrt
'bahudhāravijaḥ' unsicher, evtl. Beiname eines Planeten oder Kometen [?].
Vom Diskus (Cakra) Viṣṇus das Haupt abgeschnitten, erlangte er (Rāhu) durch das Trinken des Nektars (Pīyūṣa) dennoch Unsterblichkeit; so wurde er dort unter die 'Planeten' (Kheṭas) eingereiht.
Wort für Wort
viṣṇucakra-utkṛtta-śirāḥ
durch Viṣṇus Diskus enthauptet
pīyūṣapānataḥ
durch das Trinken des Nektars
amṛtyutāṃ gatas tatra
erlangte er dort Unsterblichkeit
kheṭaḥ tatra kheṭatve parikalpitaḥ
wurde er dort als 'Planet' eingesetzt
Beginn des Abschnitts über die Finsternisse (Grahaṇa); Anspielung auf den Purāṇa-Mythos von Rāhu, dem beim Trinken des Amṛta von Viṣṇus Diskus enthaupteten Dānava, der dadurch unsterblich wurde und fortan als 'Planet' (Rāhu/Ketu) gilt.
[Rāhu] durchbohrt Sonne und Mond bei jedem Knotenpunkt (Parvan); wegen der ekliptikalen Breite (Vikṣepa) und der Abweichung [vom Knoten] gilt [eine Finsternis als] ausbleibend, wenn [Sonne und Mond] weit [vom Knoten entfernt] sind.
Wort für Wort
varaṇadhātuḥ
[unklarer Ausdruck, evtl. Beiname Rāhus] [?]
arkendū tudateḥ
durchbohrt Sonne und Mond
sarvaparvaṇi
bei jedem Knotenpunkt
vikṣepāvanateḥ vaṅgāt
wegen Breite und Abweichung vom Knoten
gāhuḥ dūragatas tayoḥ
gelte [die Finsternis] als ausbleibend, wenn beide fern sind
Erster Halbvers unsicher ('varaṇadhātuḥ'); grundsätzliche astronomische Aussage zur Bedingung von Finsternissen bei Knotennähe [?].
Durch Zunahme um sechs Monate [berechnet man] die Finsternis; man berichtige [die Stellung] von Rāhu und Mond. Die Herren der Knotenpunkte (Parveśa) aber werden nun wahrhaftig der Reihe nach genannt.
Wort für Wort
ṣaṇmāsavṛddhyā grahaṇam
durch Zunahme um sechs Monate die Finsternis
śodhaye indra-vi-candrayoḥ
man berichtige [die Stellung] von Rāhu und Mond
parveśāḥ tu
die Herren der Knotenpunkte aber
satyāt eva khyāditaḥ kramāt
werden wahrhaftig der Reihe nach genannt
Astronomisch-technischer Vers zur Berechnung der Finsternisse; Einzelheiten unsicher [?]. Leitet zur folgenden Liste der Parvan-Herren (Brahma, Indra usw., s. V82ff.) über.
brahmendrvindradhanādhīśavaruṇāgniyamāhvayoḥ /
paśusasyadvijātīnāṃ vṛddhirbrahme tu parvaṇi
[Die Parvan-Herren sind] mit den Namen Brahma, Indra, Vinda(?), Dhanādhīśa (Kubera), Varuṇa, Agni und Yama [benannt]. Im Brahma-Parvan [gibt es] Zunahme von Vieh, Ernte und der Zweifachgeborenen.
Dieselbe Wirkung [gilt] im Saumya-(Indra-)Parvan, dazu Beeinträchtigung durch Schleim(-krankheit). Im Aindra-Parvan [gibt es] Zwietracht unter den Königen, Leid, Vernichtung der Ernte.
dhanināṃ dhanahāniḥ syātkauberaṃ dhānyavardhanam /
nṛpāṇāmaśivaṃ kṣemamitareṣāṃ ca vāruṇe
Im Kaubera-[Parvan] gibt es Verlust von Vermögen für die Reichen, [doch] Zunahme von Getreide. Im Vāruṇa-[Parvan gibt es] Unheil für die Könige, Wohlergehen dagegen für die übrigen [Menschen].
Ist die [Finsternis-]Dauer (Velā) zu kurz, [gibt es] Verlust, für die Könige einen schrecklichen Krieg. Ist die Dauer zu lang, [gibt es] Verlust der Blüten, Furcht, Vernichtung der Ernte.
ekasminneva māse tu candrārkagrahaṇaṃ yadā /
virodho dharaṇīśānāmarthavṛṣṭivināśanam
Wenn innerhalb eines einzigen Monats sowohl Mond- als auch Sonnenfinsternis eintreten, [entsteht] Zwietracht unter den Herrschern der Erde [und] Vernichtung von Reichtum und Regen.
[Sonne und Mond,] ergriffen (verfinstert) beim Aufgang oder Untergang, bringen Vernichtung von König und Getreide; vollständig ergriffen, bringen Sonne und Mond Furcht vor Hunger, Krankheit und Feuer.
Im nördlichen Sonnenlauf (Uttarāyaṇa) tötet [die Finsternis] vor allem Kṣatriyas und Brahmanen, im südlichen die übrigen [Stände]. Rāhu, nachdem er [die Gestirne] berührt (verfinstert) hat, tötet die Zweifachgeborenen der Reihe nach, beginnend bei den Schlangenwesen.
Wort für Wort
saumyāyane kṣatraviprān hanti
im nördlichen Sonnenlauf tötet sie Kṣatriyas und Brahmanen
itarān dakṣiṇe
die übrigen im südlichen [Sonnenlauf]
dvijātīṃś cakramāt hanti
sie tötet die Zweifachgeborenen der Reihe nach
rāhudṛṣṭaḥ uragāditaḥ
von Rāhu berührt, beginnend bei den Schlangenwesen
'oragāditaḥ' ('von den Schlangen an') evtl. Bezug auf eine Reihenfolge nach Tierkreiszeichen/Nakṣatra-Klassen [?].
Ebenso gibt es Unterschiede nach Dorf/Gegend; beim Nakṣatra der [Finsternis-]Lösung (Mokṣa) gibt es gleichfalls zehn [Arten von Wirkungen]. Selbst die Götter vermögen dies nicht [vollständig] zu erfassen – wie viel weniger die gewöhnlichen Menschen!
ānīya kheṭāngaṇitāṃsteṣāṃ vāraṃ vicintayet /
śubhāśubhānyaiḥ kālasya grāhayāmo hi lakṣaṇam
Nachdem man die berechneten Planeten herangezogen hat, bedenke man deren Wochentag(-Zugehörigkeit); wir wollen [nun] die günstigen und ungünstigen Merkmale der Zeit vermitteln.
Wort für Wort
ānīya kheṭān gaṇitān
die berechneten Planeten herangezogen habend
teṣāṃ vāraṃ vicintayet
bedenke man deren Wochentag
śubhāśubhāni
die günstigen und ungünstigen [Merkmale]
kālasya grāhayāmo hi lakṣaṇam
wir wollen fürwahr das Merkmal der Zeit vermitteln
Überleitung zum nächsten Themenblock (Kometen/Utpātas), angekündigt in V92.
Deshalb soll der Kluge, um die [rechte] Zeit zu erkennen, [dies] erforschen: die als Vorzeichen (Utpāta) [geltenden] Auf- und Untergänge der Kometen (Ketu) [sind bedeutsam] für die Menschen.
Wort für Wort
tasmād anveṣaṇīyam
deshalb ist zu erforschen
tatkālajñānāya dhīmatā
vom Klugen, zur Erkenntnis der [rechten] Zeit
utpātarūpāḥ ketūnām
die als Vorzeichen geltenden [Erscheinungen] der Kometen
stambhaśūlāṅkuśākārā āntarikṣāḥ prakīrtitāḥ /
nakṣatrasaṃsthitā divyā bhaumā ye bhūmisaṃsthitāḥ
Säulen-, speer- oder elefantenhaken-förmig sind die 'luftraumgebundenen' [Kometen] genannt; 'himmlisch' sind die bei den Nakṣatras befindlichen; 'irdisch' die auf der Erde befindlichen.
Wort für Wort
stambhaśūlāṅkuśākārāḥ
säulen-, speer-, hakenförmig
āntarikṣāḥ prakīrtitāḥ
werden die 'luftraumgebundenen' genannt
nakṣatrasaṃsthitā divyāḥ
bei den Nakṣatras befindlich [sind] die 'himmlischen'
eko 'pi bhinnarūpaḥ syājjanturnāma śubhāya vai /
yāvanto divasānketurdṛśyate vividhātmakaḥ
Selbst ein einziger [Komet] kann verschiedene Gestalt annehmen; [er heißt dann] 'Jantu' [und ist] tatsächlich glückverheißend. So viele Tage der mannigfaltig gestaltete Komet [jeweils] sichtbar ist [Fortsetzung V96] ...
tāvanmāsaiḥ phalaṃ yacchatyaṣṭau sāravyavatsaraiḥ /
ye divyāḥ ketavaste 'pi śaśvajjīvaphalapradāḥ
... für ebenso viele Monate gewährt er seine Wirkung, [höchstens jedoch] acht Jahre lang in vollem Maße. Jene Kometen, die 'himmlisch' sind, verleihen ebenfalls dauerhaft lebenserhaltende Wirkung.
Ein kurzer, glänzender, sehr klarer weißer Komet (Śvetaketu) bewirkt guten Regen; [ist er] rasch untergehend, [so ist er] ein 'langer Komet' (Dīrghaketu), der Dürre bewirkt.
aniṣṭado dhūmaketuḥ śakracāpasamaprabhaḥ /
dvitricatuḥśūlarūpaḥ sa ca rājyāntakṛnmataḥ
Unheilbringend ist der 'Rauchkomet' (Dhūmaketu), von der Farbe des Regenbogens (Indra-Bogens); [erscheint er] in Form von zwei, drei oder vier Spitzen (Śūla), so gilt er als das Ende eines Königreichs bewirkend.
Die 'Söhne der Sonne' [d.h. eine Kometenart] gleichen einer Edelsteinkette an Farbe, sind glänzend; diese Kometen, im Osten oder Westen aufgegangen, bringen den Untergang des Königs.
Die dem [roten] Bimba-Fruchtkern, der Erde(?) oder dem Papageienschnabel u.ä. ähnlichen [Kometen], die im Bereich des Feuergottes (Hutāśana, d.h. im Südosten) aufgegangen sind – auch diese Kometen gelten als wirkungsmächtig.
Wort für Wort
vaṃsuka-bimba-kṣitija-śukatuṇḍādi-sannibhāḥ
dem [unklar]-, Bimba-Frucht-, [Erd-?], Papageienschnabel u.ä. ähnlich
hutāśanoditāḥ te 'pi
im Bereich Agnis (Südosten) aufgegangen, auch diese
Die 'Söhne der Erde' (Mars-Kometen), wasser- oder ölfarben, rund [an Gestalt], bringen Furcht vor Hungersnot; die weißen Kometen dagegen, die 'Söhne des Mondes' (Somasūnu), bringen gute Ernte und Wohlergehen.
Wort für Wort
bhūsutā jalatailābhāḥ vartulāḥ
die Erdsöhne, wasser-/ölfarben, rund
kṣudbhayapradāḥ
Furcht vor Hungersnot bringend
subhikṣakṣemadāḥ śvetaketavaḥ
gute Ernte und Wohlergehen bringend die weißen Kometen
Der Komet, 'Sohn des Großvaters' (Brahmā) [genannt], ist dreifarbig, von den dreißig [Göttern] begleitet (d.h. weithin sichtbar). Der 'Brahmastab'-Komet ist ein Rauchkomet (Dhūmaketu), der als das Ende des Volkes bewirkend gilt.
Im Nordosten sind die 'Söhne der Venus' (Bhārgavasuta), weiß von Gestalt, unheilbringend; unheilbringend sind auch die 'Söhne des Lahmen' (Saturns), [genannt] Viśikha [und] die mit Namen Kamaka.
vikacākhyā gurusutā veṣṭā yāmye sthitā api /
sūkṣmāḥ śuklā budhasutāścaurarogabhayapradāḥ
Die 'Söhne Jupiters', Vikaca genannt, sowie die [als] Veṣṭa [bezeichneten], im Süden befindlich, [und] die feinen, weißen 'Söhne Merkurs' bringen Furcht vor Dieben und Krankheit.
Die 'Söhne des Mars', Kuṅkuma (safranfarben) genannt, rot, speerförmig, sind unheilbringend. Die 'Söhne des Feuers', Viśvarūpa genannt, feuerfarben, bringen Glück.
Wort für Wort
kujātmajāḥ kuṅkumākhyā raktāḥ śūlāḥ
die Mars-Söhne, safranfarben genannt, rot, speerförmig
aruṇāḥ śyāmalākārā arkaputrāśca pāpadāḥ /
śukrajā ṛkṣasadṛśāḥ ke tavaḥ śubhadāyakāḥ
Die rötlich-braunen, dunkel gestalteten 'Söhne der Sonne' bringen Unheil; die 'Söhne der Venus', den Sternen ähnlich, sind Kometen, die Glück verleihen.
Ein bei Kṛttikā entstandener Rauchkomet [bewirkt] gewiss den Untergang des Volkes; ein bei Palästen, Bäumen oder Bergen entstandener bewirkt den Untergang der Könige.
Der Komet, Kaumuda genannt, einer weißen Lotosblüte ähnlich, bewirkt gute Ernte. Der 'Wirbel-Komet' (Āvartaketu), zur Dämmerungszeit [erscheinend], mit 'Mondkopf' (?), ist unheilbringend.
Von diesen neun Zeitmaßen wird hier mit fünf [im praktischen Gebrauch] gearbeitet; deren jeweils eigener Anwendungsbereich wird nun im Einzelnen dargelegt werden.
Der gesamte Lauf der Planeten wird nach dem Sonnenmaß (Saura) erfasst; die Bestimmung des Regens [und] die Schwangerschaft einer Frau werden allein nach dem bürgerlichen Tagesmaß (Sāvana) erfasst.
Wort für Wort
grahāṇāṃ nikhilaḥ cāraḥ
der gesamte Lauf der Planeten
gṛhyate saura mānataḥ
wird nach dem Sonnenmaß erfasst
vṛṣṭeḥ vidhānaṃ strīgarbhaḥ
die Regenbestimmung, die Schwangerschaft einer Frau
pravarṣaṇāṃ same garbhauṃ nākṣatreṇa pragṛhyate /
yātrodvāhavratakṣaure tithivarṣeśanirṇayaḥ
Der Regenfall im Einzelnen (?) sowie die Schwangerschaft werden [auch] nach dem Sternzeit-(Nakṣatra-)Maß erfasst. Für Reise, Hochzeit, Gelübde und Haarschur erfolgt die Bestimmung nach der Mondtithi und dem Jahresherrn.
Wort für Wort
pravarṣaṇāṃ [same?] garbham
den Regenfall [und] die Schwangerschaft
nākṣatreṇa pragṛhyate
werden nach dem Sternzeit-Maß erfasst
yātrā-udvāha-vrata-kṣaure
für Reise, Hochzeit, Gelübde, Haarschur
tithivarṣeśanirṇayaḥ
erfolgt die Bestimmung nach Tithi und Jahresherrn
Erster Halbvers unsicher überliefert ('pravarṣaṇāṃ same garbhauṃ'); sinngemäße Wiedergabe [?].
Festtage, Hausbau, Fasten und dergleichen werden insgesamt nach dem Mondmaß (Cāndra) erfasst. Nach dem Jupiter-Maß wird die Bezeichnung des Jahres, beginnend mit Prabhava, bestimmt.
Wort für Wort
parva-vāstu-upavāsādi kṛtsnam
Festtage, Hausbau, Fasten u.a., insgesamt
cāndreṇa gṛhyate
wird nach dem Mondmaß erfasst
gṛhyate gurumānena
wird nach dem Jupiter-Maß erfasst
prabhavādyabdalakṣaṇam
die Bezeichnung des mit Prabhava beginnenden Jahres
Mit jeweils zwölf Monaten [vollendet sich ein Jupiterjahr]; daraus ergeben sich dann jene acht [Jahre eines Teilzyklus]. Durch den mittleren Lauf Jupiters [ergeben sich] die sechzig, mit Prabhava beginnenden Jahre.
Wort für Wort
tattanmāsaiḥ dvādaśabhiḥ
mit den jeweiligen zwölf Monaten
tattadaṣṭau bhavet tataḥ
ergeben sich daraus jene acht [?]
gurumadhyamacāreṇa
durch den mittleren Lauf Jupiters
ṣaṣṭyabdāḥ prabhavādayaḥ
die sechzig, mit Prabhava beginnenden Jahre
Technischer Vers zur Berechnung des 60-Jahre-Jupiterzyklus; Einzelheiten (insbes. 'tattadaṣṭau') unsicher [?].
Prabhava, Vibhava, Śukla, Pramoda, sodann Prajāpati, Aṅgiras, Śrīmukha, Bhāva, Yuvan, und ebenso Dhātṛ [sind die ersten zehn Namen des Sechzig-Jahre-Zyklus].
Wort für Wort
prabhavo vibhavaḥ śuklaḥ pramodaḥ
Prabhava, Vibhava, Śukla, Pramoda
atha prajāpatiḥ aṅgirāḥ
sodann Prajāpati, Aṅgiras
śrīmukho bhāvo yuvā dhātā
Śrīmukha, Bhāva, Yuvan, Dhātṛ
tathaiva ca
und ebenso
Beginn der Aufzählung der 60 Jahresnamen (Bṛhaspati-/Vyavahāra-Zyklus); die Namen werden unübersetzt (als Eigennamen) wiedergegeben.
Piṅgala, Kālayukta, Siddhārthin, Raudra, Durmati, Dundubhi, Rudhirodgārin, Raktākṣa, Krodhana, Kṣaya [die letzten zehn Jahresnamen – damit sind alle sechzig genannt].
nāmatulyaphalāḥ sarve vijñeyāḥ ṣaṣṭivatsarāḥ /
yugaṃ syātpañcabhirvarṣairyugānyevaṃ tu dvādaśa
Alle sechzig Jahre sind als Wirkungen tragend zu erkennen, die ihrem Namen entsprechen. Ein Yuga besteht aus fünf Jahren; so gibt es demnach zwölf solcher Yugas [im Sechzig-Jahre-Zyklus].
Wort für Wort
nāmatulyaphalāḥ sarve
alle mit dem Namen übereinstimmende Wirkung tragend
Deren Herren sind der Reihe nach zu erkennen: Viṣṇu, der Hauspriester der Götter (Bṛhaspati), Purandara (Indra), Lohita (Mars), Tvaṣṭṛ, [und] der mit Namen Ahirbudhnya.
pitaraśca tato viśve śaśīndrādgnayaśino bhagaḥ /
tathā yugasya varṣe śāstvagninenduvidhīśvarāḥ
Sodann die Pitṛs, die Viśvedevas, der Mond, Indra, Agni [und] Yaśas(?), Bhaga [– dies sind die weiteren Yuga-Herren]. Ebenso mögen im [einzelnen] Jahr des Yuga Agni, Indu (Mond) und Vidhīśvara (Brahmā) walten.
Wort für Wort
pitaraḥ ca tato viśve
die Pitṛs, sodann die Viśvedevas
śaśīndraḥ agniḥ yaśinaḥ bhagaḥ
der Mond, Indra, Agni, [Yaśas], Bhaga
tathā yugasya varṣe
ebenso im Jahr des Yuga
śāstu agninā induvidhīśvarāḥ
mögen Agni, Indu und Vidhīśvara walten
Vers stark komprimiert/verderbt überliefert; genaue Zuordnung der zwölf Yuga-Herren zu den zwölf Jahren eines Yuga bleibt unsicher [?].
athādveśacamūnāthasasyapānāṃ balābalam /
tatkālaṃ grahacāraṃ ca samyak jñātvā phalaṃ padet
Nun, hinsichtlich der Feinde, der Heerführer, sowie der Stärke und Schwäche von Ernte und Trank(-wasser) – nachdem man die betreffende Zeit und den Planetenlauf richtig erkannt hat, gelange man zur [entsprechenden] Wirkung.
Wort für Wort
atha adveśacamūnātha
nun, hinsichtlich Feinden, Heerführern
sasyapānāṃ balābalam
der Stärke und Schwäche von Ernte und Trank
tatkālaṃ grahacāraṃ ca
die betreffende Zeit und den Planetenlauf
samyak jñātvā phalaṃ padet
richtig erkannt habend gelange man zur Wirkung
Überleitung zu einem neuen Abschnitt (Ayana/Jahreszeiten).
Der nördliche Sonnenlauf (Uttarāyaṇa) ist die Sechsmonatsperiode, beginnend mit dem [Zeichen] Capricorn (Mṛga), gerechnet nach dem Durchlauf der Sonne; das ist der Tag der Götter, dessen Nacht der südliche Sonnenlauf (Dakṣiṇāyana) ist, beginnend mit Krebs (Karka).
Wort für Wort
saumyaṃ ayanaṃ māsaṣaṭkam
der nördliche Sonnenlauf, die Sechsmonatsperiode
mṛgādyaṃ bhānubhuktitaḥ
beginnend mit Capricorn, nach dem Sonnendurchlauf
ahaḥ surāṇāṃ tadrātriḥ
das ist der Tag der Götter, dessen Nacht
karkādyaṃ dakṣiṇāyanam
[ist] der mit Krebs beginnende südliche Sonnenlauf
Hauseinzug, Hochzeit, [Götter-]Weihe und Haarbindung [bzw. Einführungsritus] – [diese und andere] von Madhu (Caitra) an beginnenden glückverheißenden Riten sind im nördlichen Sonnenlauf (Uttarāyaṇa) zu vollziehen.
Wort für Wort
gṛhapraveśavaivāhapratiṣṭhā
Hauseinzug, Hochzeit, Weihe
maiñjibandhanam
Haarbindung/Einführungsritus
madhādau maṅgalaṃ karma vidheyam
die von Madhu an [zu vollziehenden] glückverheißenden Riten
yāmyāyane garhitaṃ ca karma yatnātpraśasyate /
mādhādi māsau dvau dvau ca ṛtavaḥ śiśirādayaḥ
Im südlichen Sonnenlauf wird selbst ein [sonst] getadeltes Werk mit Mühe [dennoch] gepriesen [d.h. dort sind Ausnahmeriten erlaubt]. Von Māgha an bilden je zwei Monate die Jahreszeiten, beginnend mit Śiśira (Kühle).
Wort für Wort
yāmyāyane garhitaṃ ca karma
im südlichen Sonnenlauf [selbst] ein getadeltes Werk
Von Capricorn (Mṛga) an fallen Śiśira, Vasanta und Grīṣma in den nördlichen Sonnenlauf; Varṣā, Śarad und Hemanta fallen, von Krebs (Karka) an, in den südlichen Sonnenlauf.
Der Mondmonat ist durch den Neumond (Darśa) begrenzt, der Sonnenmonat durch den [Zeichen-]Eintritt (Saṃkrānti), der bürgerliche (Sāvana-)Monat durch [dreißig] Tage der Sonne; mit dreißig [Teilen] des Mondumlaufs [durch den Tierkreis ist] der 'Sternzeit'-Monat (Nākṣatra) benannt.
Wort für Wort
cāndraḥ darśīvadhiḥ
der Mondmonat, durch den Neumond begrenzt
sauraḥ saṃkrātyā
der Sonnenmonat durch den Zeicheneintritt
sāvano dineḥ
der bürgerliche Monat, durch [Tage] der Sonne
triṃśadbhiḥ candrabhagaṇo māso nākṣatrasaṃjñakaḥ
mit dreißig [Teilen] des Mondumlaufs der 'Sternzeit'-Monat benannt
Madhu und Mādhava, Śukra und Śuci, sodann Nabhas, Nabhasya, Iṣa und Ūrja, ferner Sahas und Sahasya [– dies sind die ersten zehn der zwölf vedischen Monatsnamen].
Wort für Wort
madhuḥ ca mādhavaḥ
Madhu und Mādhava
śukraḥ śuciḥ ca atha
Śukra und Śuci, sodann
nabhaḥ tataḥ nabhasyaḥ
Nabhas, danach Nabhasya
iṣa ūrjaḥ ca sahāḥ ca eva sahasyakaḥ
Iṣa und Ūrja, sowie Sahas und Sahasya
Klassische vedische Monatsnamen (Madhu–Tapasya), entsprechend Caitra bis Phālguna.
Tapas und Tapasya [sind die letzten beiden]; der Reihe nach sind dies die gleichbedeutenden [vedischen] Namen der mit Caitra beginnenden [Monate]. In welchem Monat der Vollmond (Paurṇamāsī) mit welchem Gestirn verbunden ist [Fortsetzung V132] ...
Wort für Wort
tapāḥ tapasya kramaśaḥ
Tapas und Tapasya, der Reihe nach
caitrādīnāṃ samāhvayāḥ
die gleichbedeutenden Namen der mit Caitra beginnenden [Monate]
... nach jenem Gestirn wird der Monat benannt, und ebenso der Vollmondtag selbst. Dessen beide Monatshälften heißen 'göttlich' (Daiva) und 'ahnenbezogen' (Pitrya) – die helle und die dunkle [Hälfte] – so auch anderswo [genannt].
Wort für Wort
tannakṣatrāhvayo māsaḥ
nach jenem Gestirn benannt der Monat
paurṇamāsī tadāhvayā
der Vollmondtag ebenso benannt
tatpakṣau daiva pitrākhyau
dessen beide Hälften 'göttlich' und 'ahnenbezogen' genannt
śubhāśubhe karmaṇi ca praśastau bhavataḥ sadā /
kramāttithīnāṃ brahmāgnī viriñciviṣṇuśailajāḥ
Diese sind stets für günstige bzw. ungünstige Handlungen empfohlen. Der Reihe nach [sind die Gottheiten] der Tithis: Brahmā, Agni, Viriñci (Brahmā/Prajāpati), Viṣṇu, [und] die Bergtochter (Śailajā, Pārvatī/Gaurī) [– Fortsetzung der Aufzählung in V134–135].
Wort für Wort
śubhāśubhe karmaṇi ca
für günstige und ungünstige Handlungen
praśastau bhavataḥ sadā
sind [die beiden Hälften] stets empfohlen
kramāt tithīnām
der Reihe nach von den Tithis [die Gottheiten]
brahmāgnī viriñciviṣṇuśailajāḥ
Brahmā, Agni, Viriñci, Viṣṇu, die Bergtochter
Beginn der Aufzählung der fünfzehn Tithi-Gottheiten; die genaue Zuordnung der Namen zu den einzelnen Tithi-Nummern ist wegen der komprimierten Aufzählung in V133–135 im Detail unsicher [?].
Vināyaka und Yama, Nāga und Candra, Skanda, Arka (Sonne) und Vāsava (Indra), Mahendra und Vāsava, Nāga, Durgā und der mit Namen Daṇḍadhara (Yama) [– weitere Tithi-Gottheiten].
Śiva, Viṣṇu, Hari, [die Sonne] Ravi, Kāma, [und] Sarva – von dort ab (weiter gezählt); [zuletzt] der Mond [und] die Viśvedevas, unter dem Namen 'Darśa' (Neumond) als Tithi-Herren [geltend] – diese werden als die Pitṛs (Ahnen) verehrt.
Wort für Wort
śivaviṣṇū harī ravīkāmaḥ sarvaḥ
Śiva, Viṣṇu, Hari, Ravi, Kāma, Sarva
kalītataḥ
von dort ab [weitergezählt]
candraviśvedarśasaṃjñatithīśāḥ
Mond und Viśvedevas, unter dem Namen 'Darśa' als Tithi-Herren
pitaraḥ smṛtāḥ
werden als die Pitṛs verehrt
Abschluss der Tithi-Gottheiten-Liste; die 15. Tithi (Vollmond) gehört dem Mond/den Viśvedevas, die Neumond-Tithi den Pitṛs.
nandābhadrājayāriktā pūrṇāḥ syutithayaḥ punaḥ /
trirāvṛttyā kramājjñeyā neṣṭamadhyeṣṭadāḥ site
Nandā, Bhadrā, Jayā, Riktā und Pūrṇā – so heißen wiederum [die fünf Klassen der] Tithis, in dreifacher Wiederholung der Reihe nach zu erkennen; in der hellen [Monatshälfte] bringen sie [zyklisch] Ungünstiges, Mittleres [und] Günstiges.
Wort für Wort
nandābhadrājayāriktāpūrṇāḥ
Nandā, Bhadrā, Jayā, Riktā, Pūrṇā
syuḥ tithayaḥ punaḥ
so seien wiederum die Tithi[-Klassen]
trirāvṛttyā kramāt jñeyāḥ
in dreifacher Wiederholung der Reihe nach zu erkennen
neṣṭamadhyeṣṭadāḥ site
Ungünstiges, Mittleres, Günstiges bringend in der hellen [Hälfte]
Klassisches System der fünf Tithi-Klassen (Nandā, Bhadrā, Jayā, Riktā, Pūrṇā), die sich je dreimal über die 15 Tithis wiederholen.
kṛṣṇapakṣe tviṣṭamadhyāniṣṭadāḥ kramaśastadā /
aṣṭamī dvādaśī ṣaṣṭī caturthī ca caturdaśī
In der dunklen Monatshälfte dagegen bringen sie [in umgekehrter Reihenfolge] der Reihe nach Günstiges, Mittleres, Ungünstiges. Der achte, zwölfte, sechste, vierte und vierzehnte [Tithi – Fortsetzung V138] ...
Wort für Wort
kṛṣṇapakṣe tu
in der dunklen Monatshälfte aber
iṣṭamadhyāniṣṭadāḥ kramaśaḥ tadā
bringen sie dann der Reihe nach Günstiges, Mittleres, Ungünstiges
... diese Tithis werden 'die Löcher der Monatshälfte' (Pakṣarandhra) genannt und gelten als überaus 'rauh' (ungünstig). Die zu meidenden Nāḍī-Zeiteinheiten aber [entsprechen den] Zahlen 'Ozean' (4), 'Manu' (14), 'Loch' (9) [und] 'Element' (5).
Wort für Wort
tithayaḥ pakṣarandhrākhyāḥ
diese Tithis, 'Löcher der Monatshälfte' genannt
hi atirūkṣāḥ prakīrtitāḥ
gelten fürwahr als überaus rauh
samudra-manu-randhra-aṅka-tattva-saṃkhyāḥ
die Zahlen 'Ozean', 'Manu', 'Loch', 'Element'
tu nāḍikāḥ
[entsprechen] den [zu meidenden] Nāḍīs
Verwendung des Bhūtasaṃkhyā-Zahlwortsystems (samudra=4, manu=14, randhra=9, tattva=5) zur Angabe der zu meidenden Nāḍī-Zeiteinheiten; genaue Zuordnung zu den einzelnen Tithis unsicher [?].
tyājyāḥ syustāsu tithiṣu kramātpañca ca sarvadā /
amāvāsyā ca navamī hitvā viṣamasaṃjñikā
An diesen Tithis sind stets, der Reihe nach, fünf [Nāḍīs] zu meiden – ausgenommen an Amāvāsyā und am neunten [Tag], abgesehen von der als 'ungerade' bezeichneten [Sonderregel].
Die mittleren, mit Pratipad beginnenden Tithis dagegen sind empfohlen. Am sechsten [Tag ist] Öl[-Anwendung zu meiden], ebenso am achten [Tag] für einen Monat; Haarschur [ist zu meiden] an der Tithi des Kali (?).
Wort für Wort
tithayaḥ tu praśastāḥ syuḥ
die [übrigen] Tithis aber seien empfohlen
madhyamā pratipatsitā
die mittleren, mit Pratipad beginnenden
ṣaṣṭhyāṃ tailam
am sechsten [Tag Verzicht auf] Öl
tathā aṣṭamyāṃ māsaṃ kṣauram
ebenso am achten [Tag], für einen Monat, Haarschur [zu meiden]
Zweiter Halbvers technisch-listenhaft (Verbotsvorschriften für bestimmte Tithis); Einzelheiten unsicher [?].
An Vollmond- und Neumondtag meide man den Umgang mit Frauen, [ebenso] am Neumond, am sechsten [Tag], am Pratipad [und] am zwölften, an jedem Parvan (Knotentag).
navamyāṃ ca na kurvīta kadāciddantadhāvanam /
vyatīpāte ca saṃkrāntāvekādaśyāṃ ca parvasu
Am neunten [Tag] soll man niemals die Zähne putzen, ebenso nicht bei Vyatīpāta, beim Sonneneintritt (Saṃkrānti), am elften [Tag] und an [anderen] Parvans.
An Sonntag und Dienstag, am sechsten [Tag], ebenso bei Vaidhṛti [meide man] die Ölmassage (Abhyaṅga). Wer aber am zehnten [Tag] ein Bad mit Amalaka-Früchten nimmt [Fortsetzung V144] ...
putrahānirbhavettasya traṃyodaśyāṃ dhanakṣayaḥ /
arthaputrakṣayastasya dvitīyāyāṃ na saṃśayaḥ
... dem widerfährt Verlust der Söhne; am dreizehnten [Tag ausgeführt bringt es] Vermögensverlust. Verlust von Vermögen und Söhnen zugleich – für ihn, am zweiten [Tag ausgeführt] – ohne Zweifel.
amāyāṃ ca navamyāṃ ca saptamyāṃ ca kulakṣayaḥ /
yā paurṇimā divā candramatī sānumatī smṛtā
An Neumond, am neunten und am siebten [Tag ausgeführt bringt es] die Vernichtung des Geschlechts. Der Vollmond, der bei Tage [eintritt], wird 'Candramatī' (auch 'Anumatī') genannt.
Wort für Wort
amāyāṃ ca navamyāṃ ca saptamyāṃ ca
an Neumond, neuntem und siebtem [Tag]
kulakṣayaḥ
Vernichtung des Geschlechts
yā paurṇimā divā
der Vollmond, der bei Tage [eintritt]
candramatī sānumatī smṛtā
wird 'Candramatī', [auch] 'Anumatī' genannt
Entspricht der klassischen Bezeichnung 'Anumatī' für den bei Tage eintretenden Vollmond.
Bei Nacht [eintretend] heißt er 'Candravatī', auch 'Rākā'. Ebenso ist der Neumond zweifach [benannt]: 'Sinīvālī' [oder] 'Indumatī', [bzw.] 'Kuhū' [oder] 'Anindumatī' genannt.
Wort für Wort
rātrau candravatī rākā api
bei Nacht 'Candravatī', auch 'Rākā'
amāvāsyā tathā dvidhā
ebenso ist der Neumond zweifach
sinīvālī ca indumatī
'Sinīvālī' oder 'Indumatī'
kuhūḥ na indumatī matā
'Kuhū' [oder] 'Anindumatī' genannt
Entspricht den klassischen Bezeichnungen 'Rākā' (Vollmond bei Nacht), 'Sinīvālī' (schmale Mondsichel vor Neumond) und 'Kuhū' (unsichtbarer Neumond).
kārtike śuklanavamī tvādiḥ kṛtayugasya ca /
tretādirmādhave śukle tṛtīyā puṇyasaṃjñitā
Der neunte Tag der hellen Hälfte des Kārttika ist der Beginn des Kṛtayuga. Der Beginn des Tretāyuga ist der dritte Tag der hellen Hälfte des Mādhava (Vaiśākha), 'die Heilbringende' (Puṇyā) genannt.
Wort für Wort
kārtike śuklanavamī
der neunte der hellen Hälfte des Kārttika
tu ādiḥ kṛtayugasya ca
ist aber der Beginn des Kṛtayuga
tretādiḥ mādhave śukle tṛtīyā
der Beginn der Tretā ist der dritte der hellen Hälfte des Mādhava
puṇyasaṃjñitā
'die Heilbringende' genannt
Bezug auf den bekannten 'Akṣaya-Tṛtīyā'-Feiertag (3. Vaiśākha-śukla).
Der fünfzehnte Tag der dunklen Hälfte des Māgha gilt als Beginn des Dvāparayuga. Der Beginn des Kalpa ist der dreizehnte Tag der dunklen Hälfte des Nabhas (Śrāvaṇa).
Der zwölfte Tag der hellen Hälfte des Ūrja (Kārttika), auch der neunte des Āśvayuja (Āśvina); ebenso in Caitra und Bhādrapada der dritte [Tag], 'hell/rein' genannt [– weitere besondere Tithis].
Wort für Wort
dvādaśī ūrje śuklapakṣe
der zwölfte in der hellen Hälfte des Ūrja (Kārttika)
Der elfte Tag der hellen Hälfte des Pauṣa, der zehnte der hellen Hälfte des Āṣāḍha; in Māgha der siebte, hell; in Nabhas (Śrāvaṇa) dagegen der achte, dunkel [– weitere besondere Tithis].
Im Monat Śrāvaṇa der Neumond, im Monat Phālguna der Vollmond; in den Monaten Āṣāḍha, Kārttika, Jyeṣṭha und Caitra ebenfalls der Vollmond [gelten als besonders].
manvādayo mānavānāṃ śrāddheṣvatyantapuṇyadā /
bhādre kṛṣṇatrayodaśyāṃ maghāminduḥ kare raviḥ
Die 'Manvādi'-Tithis sind für die Menschen bei den Ahnenopfern (Śrāddha) überaus verdienstreich. [Besonders wenn] am dreizehnten der dunklen Hälfte des Bhādrapada der Mond in Maghā [steht und] die Sonne [in Hasta] (?) ...
Wort für Wort
manvādayaḥ mānavānām
die Manvādi-[Tithis], für die Menschen
śrāddheṣu atyantapuṇyadāḥ
bei den Ahnenopfern überaus verdienstreich
bhādre kṛṣṇatrayodaśyām
am dreizehnten der dunklen Hälfte des Bhādrapada
maghām induḥ, kare raviḥ
[wenn] der Mond in Maghā, die Sonne [in Hasta] [steht]
'kare raviḥ' unsicher; gemeint ist wohl der Sonnenstand in Hasta, entsprechend dem bekannten 'Gajacchāyā'-Yoga (s. V153) [?].
Dann ist [dieser Zeitpunkt] als 'Gajacchāyā' (Elefantenschatten) zu erkennen, beim Ahnenopfer überaus verdienstreich. [Wenn] drei Tithis auf einen einzigen [Wochen-]Tag [fallen], tritt eine 'Tithikṣaya' (ausgelassene Tithi) ein.
tithirvāratraye tvekā hyadhikā dve ca nindite /
sūryāstamanaparyantaṃ yasminvāre tu yā tithiḥ
[Umgekehrt gilt:] Erstreckt sich eine einzige Tithi über drei Wochentage, so gilt sie als 'überzählig' (Adhikā); über zwei [Wochentage erstreckt] gilt sie als 'getadelt'. Bis zum Sonnenuntergang, an welchem Wochentag auch immer eine bestimmte Tithi [andauert – Fortsetzung V155] ...
Wort für Wort
tithiḥ vāratraye tu ekā
eine einzige Tithi über drei Wochentage
hi adhikā
gilt fürwahr als überzählig
dve ca nindite
über zwei [Wochentage] als getadelt
sūryāstamanaparyantam
bis zum Sonnenuntergang
yasmin vāre tu yā tithiḥ
an welchem Wochentag eine bestimmte Tithi [andauert]
... wenn sie [dort noch] vorhanden ist, gilt sie als 'ungeteilt' (Akhaṇḍā); ist sie [vorher schon] erschöpft, heißt sie 'lahmend' (Khañjā). Der fünfzehnte Teil einer Tithi [wird], der Reihe nach, [ebenso benannt, beginnend] mit 'Pratipad' usw.
Deren Hälften heißen 'Kṣaṇa'-Einheiten, nach dem halben Maß derselben [bemessen]. Die Sonne ist 'fest' (Sthira), der Mond 'beweglich' (Cara), [Mars] 'grausam' (Krūra), [Saturn] 'rückläufig-artig' (Vakra), Merkur 'allumfassend' (Akhila).
Jupiter ist 'leicht' (Laghu), Venus 'weich/mild' (Mṛdu), der Sohn der Sonne (Saturn) 'scharf' (Tīkṣṇa). Wer sich am Sonntag mit Öl salbt, jener Mensch wird von Bedrängnis heimgesucht.
ṛkṣeśe kāntibhāgbhaume vyādhi saubhāgyaminduje /
jīve naivaṃ site hānirmande sarvasamṛddhayaḥ
Unter dem Herrn der Gestirne (Mond) [verliert er] an Glanz; unter Mars [erleidet er] Krankheit; unter dem Mondsohn (Merkur) [erlangt er] Glück; unter Jupiter [geschieht] nichts dergleichen; unter Venus [erleidet er] Verlust; unter Saturn [kommt es zu] jeglicher Fülle.
Wort für Wort
ṛkṣeśe kāntibhāk
unter dem Herrn der Gestirne (Mond): Verlust an Glanz
bhaume vyādhiḥ
unter Mars: Krankheit
saubhāgyam induje
Glück unter dem Mondsohn (Merkur)
jīve na evam
unter Jupiter nichts dergleichen
site hāniḥ mande sarvasamṛddhayaḥ
unter Venus Verlust, unter Saturn jegliche Fülle
Fortsetzung der Wirkungen der Ölsalbung an den einzelnen Wochentagen; die Zuordnung zu Saturn ('sarvasamṛddhayaḥ') wirkt inhaltlich auffällig/gegenläufig zu den übrigen Vāra-Regeln und bleibt unsicher [?].
Vom Aufgang in Laṅkā (dem Bezugsmeridian) aus bestimmt sich der Wochentag; von dort ausgehend [korrigiere man] nach oben oder nach unten. Durch halbe Nāḍīs, entsprechend der Längendifferenz (Deśāntara) und der Eigenbewegung des Ortes, ergeben sich die übrigen [Orte].
Wort für Wort
laṅkodayāt syāt vārāt
vom Aufgang in Laṅkā aus, vom [dortigen] Wochentag
tasmād ūrdhvam adhaḥ api vā
davon [ausgehend] nach oben oder unten
deśāntarasvacarārdhanāḍībhiḥ
durch halbe Nāḍīs der Ortslängendifferenz und Eigenbewegung
apare bhavet
ergeben sich die übrigen [Orte]
Astronomisch-technischer Vers zur Ortslängenkorrektur (Deśāntara) bei der Wochentags-/Zeitbestimmung.
Eine Handlung, die unter einem kraftvollen Planeten ausgeführt wird, gelingt; dieselbe Handlung gelingt, unter einem kraftlosen [Planeten ausgeführt], selbst mit Mühe nicht.
Die Tage von Mond, Merkur, Jupiter und Venus sind für alle Unternehmungen fruchtbringend; die übrigen [Tage, der Unheilsplaneten], gewähren [nur] bei harten/grausamen Unternehmungen das gewünschte [Ergebnis].
Saturn ist schwarz. An ihren jeweiligen Wochentagen sind [Handlungen und Gegenstände] der entsprechenden eigenen Farbe zuträglich. [Es folgen nun Zahlwörter zur Berechnung der Kulikā-Zeiten, s. V164f.: 'Berge', 'Pfeile'(?), ... 'Unterwelten', 'die Erde Tragenden' (Berge)] ...
Wort für Wort
kṛṣṇaḥ sauriḥ
schwarz [ist] Saturn
svavāreṣu svasvavarṇakriyāḥ hitāḥ
an den eigenen Wochentagen sind Handlungen der eigenen Farbe zuträglich
Zweiter Halbvers Beginn einer Bhūtasaṃkhyā-Zahlwortliste (Berge=7 usw.) zur Berechnung der im Folgenden (V164f.) genannten Kulikā-/Upakulikā-Zeiten; genaue rechnerische Anwendung nicht mehr sicher rekonstruierbar [?].
Fortsetzung der Bhūtasaṃkhyā-Zahlwortliste (Ziffernwerte in Klammern nach der üblichen Konvention angegeben); die genaue Anwendung dieser Zahlen zur Berechnung der Kulikā-/Upakulikā-/Vāravelā-Zeiten (V165) bleibt im Detail unsicher [?].
An welchem Wochentag ein Zeitabschnitt (Kṣaṇa) als [einem bestimmten Planeten] wochentag-zugehörig erkannt wird, der ist dessen Herr. Der erste [Abschnittsherr ist der Tagesherr selbst]; der zweite ist der von ihm aus gezählt sechste; von diesem wiederum der sechste ist der dritte.
Wort für Wort
yasmin vāre kṣaṇo vāradṛṣṭaḥ
an welchem Wochentag ein Zeitabschnitt [ihm] zugehörig erscheint
tadvāsarādhipaḥ
[dessen Herr ist] der [jeweilige] Tagesherr
ādyaḥ
der erste [ist der Tagesherr selbst]
ṣaṣṭho dvitīyaḥ asmāt
der zweite [ist] der von diesem aus sechste
tatṣaṣṭhaḥ tu tṛtīyakaḥ
von diesem der sechste [ist wiederum] der dritte
Beschreibung des klassischen Horā-Systems (Planetenstunden), bei dem jede Stunde vom jeweils sechsten Planeten in der Wochentagsreihenfolge (chaldäische Ordnung) beherrscht wird.
Immer der [jeweils] sechste – so gelten für die übrigen [Abschnitte] die Herren der Zeit-Horas. Von je zweieinhalb Nāḍīs Dauer [sind sie], sowohl bei Tag als auch bei Nacht, entsprechend der Reihe nach.
Wort für Wort
ṣaṣṭaḥ ṣaṣṭaḥ ca itareṣām
immer der sechste, für die übrigen
kālahorādhipāḥ smṛtāḥ
gelten als die Herren der Zeit-Horas
sārdhanāḍīdvayena eva
von je zweieinhalb Nāḍīs Dauer
divā rātrau yathākramāt
bei Tag und bei Nacht, entsprechend der Reihe nach
Bestätigt: eine Horā (Planetenstunde) = 2½ Nāḍikās ≈ 1 Stunde; 12 Horās bei Tag, 12 bei Nacht.
vāraprokte karmakārye tadgrahasya kṣaṇe 'pi san /
nakṣatreśāḥ kramāddasrayamavahnipitāmahāḥ
Bei einer für einen [bestimmten] Wochentag vorgeschriebenen Handlung [kann diese] auch innerhalb der [entsprechenden] Horā-Zeit jenes Planeten [ausgeführt werden]. Die Herren der Nakṣatras sind, der Reihe nach: die Aśvins (Dasra), Yama, Agni (Vahni), [und] der Großvater (Pitāmaha, Brahmā) [– Beginn der Liste der 27 Nakṣatra-Regenten].
Wort für Wort
vāraprokte karmakārye
bei einer für den Wochentag vorgeschriebenen Handlung
tadgrahasya kṣaṇe api san
auch innerhalb von dessen Horā-Zeit [ausführbar]
nakṣatreśāḥ kramāt
die Nakṣatra-Herren der Reihe nach
dasra-yama-vahni-pitāmahāḥ
die Aśvins, Yama, Agni, der Großvater (Brahmā)
Beginn der klassischen Liste der 27 Nakṣatra-Gottheiten (Aśvinī–Revatī).
Nairṛti, das Wasser (Āpaḥ), die Viśvedevas, Jagad-Govinda (Viṣṇu), Vasu, der Wasserherr (Varuṇa), Ajaikapād, Ahirbudhnya und Pūṣan – so werden [die Herren der letzten neun Nakṣatras, von Mūla bis Revatī] verkündet.
Wort für Wort
nairṛti-udaka-viśve-jagat-govinda-vasu-toyapāḥ
Nairṛti, Wasser, Viśvedevas, Viṣṇu, Vasu, Varuṇa
ajaikapāda-ahirbudhnyā
Ajaikapād, Ahirbudhnya
pūṣā ca iti prakīrtitāḥ
und Pūṣan – so werden sie verkündet
Abschluss der Liste der 27 Nakṣatra-Regenten (Mūla–Revatī).
pūrvātrayaṃ madhāhyagniviśākhāya mamūlabham /
adhomukhaṃ tu navakaṃ bhānau tatra vidhīyate
Die 'Pūrva'-Dreiheit (Pūrvaphalgunī, Pūrvāṣāḍhā, Pūrvabhādrapadā), Maghā, Agni (Kṛttikā), Viśākhā und das Mūla-Gestirn – diese neun bilden die 'abwärtsgewandte' (Adhomukha) Gruppe; für [Handlungen unter] diesen Gestirnen wird [Entsprechendes] vorgeschrieben.
Wort für Wort
pūrvātrayaṃ maghā agni viśākhā
die Pūrva-Dreiheit, Maghā, Agni (Kṛttikā), Viśākhā
ca mūlabham
und das Mūla-Gestirn
adhomukhaṃ navakaṃ bhānām
die 'abwärtsgewandte' Neunergruppe der Gestirne
tatra vidhīyate
dafür wird [Entsprechendes] vorgeschrieben
Beginn der Dreiteilung der Nakṣatras nach 'Blickrichtung' (adhomukha, tiryaṅmukha, ūrdhvāsya) für Muhūrta-Zwecke.
Das Betreten von Höhlen/Erdlöchern, Rechnen, das Bezwingen von Geistwesen (Bhūtasādhana), Schreiben, Handwerkskunst, Kunstfertigkeit, Brunnenbau, das Vergraben und Ausgraben [von Schätzen] und dergleichen [ist für die 'Adhomukha'-Gestirne geeignet].
mitrendutvāṣṭrahastendrāditibhāntyāśvivāyubham /
tiryaṅmukhākhyaṃ navakaṃ bhānau tatra vidhīyate
Mitra (Anurādhā), Indu (Mṛgaśira), Tvaṣṭṛ (Citrā), Hasta, Indra (Jyeṣṭhā), Aditi (Punarvasu), das letzte [Gestirn, Revatī], Aśvin (Aśvinī) und Vāyu (Svāti) – diese neun bilden die 'seitwärtsgewandte' (Tiryaṅmukha) Gruppe; für [Handlungen unter] diesen Gestirnen wird [Entsprechendes] vorgeschrieben.
halapravāhagamanaṃ gantrīpatragajoṣṭrakam /
kharagorathanauyānalulāyahayakarma ca
Pflügen, [das Ablassen von] Wasser(-läufen), Reisen, Fahrzeuge, Elefanten und Kamele, sowie Tätigkeiten mit Eseln, Rindern, Wagen, Booten, [anderen] Fahrzeugen, Büffeln und Pferden [sind für die 'Tiryaṅmukha'-Gestirne geeignet].
Wort für Wort
halapravāhagamanam
Pflügen, Wasserablassen, Reisen
gantrīpatragajoṣṭrakam
Fahrzeuge, Elefanten, Kamele
kharagorathanauyānalulāyahayakarma ca
Tätigkeiten mit Esel, Rind, Wagen, Boot, Fahrzeug, Büffel, Pferd
nṛpābhiṣekamāṅgalyavāraṇadhvajakarmaca /
prāsādatoraṇārāmaprākārādyaṃ ca siddhyati
Königskrönung, glückverheißende Riten, Tätigkeiten mit Elefanten und Fahnen, sowie [Bauwerke wie] Paläste, Torbögen, Gärten, Ringmauern und dergleichen gelingen [unter den 'Ūrdhvāsya'-Gestirnen].
Wort für Wort
nṛpābhiṣekamāṅgalyavāraṇadhvajakarma ca
Königskrönung, glückverh. Riten, Elefanten- und Fahnenarbeit
sthiraṃ rohiṇyuttarākhyaṃ kṣipraṃ sūrayāśvipuṣyabham /
sādhāraṇaṃ dvidaivatyaṃ vahnibhaṃ ca prakīrtitam
Die 'feste' (Sthira) [Klasse bildet] Rohiṇī und die 'Uttara'-Gestirne; die 'rasche' (Kṣipra) [Klasse bildet] das Sonnen-Gestirn (Hasta), Aśvinī und Puṣya; als 'gewöhnlich' (Sādhāraṇa) wird das 'Zweigott'-Gestirn (Viśākhā) und das Agni-Gestirn (Kṛttikā) bezeichnet.
Wort für Wort
sthiraṃ rohiṇyuttarākhyam
'fest' [ist] Rohiṇī und die Uttara-Gestirne
kṣipraṃ sūryabham aśvipuṣyabham
'rasch' [ist] das Sonnen-Gestirn, Aśvinī, Puṣya
sādhāraṇaṃ dvidaivatyaṃ vahnibhaṃ ca
'gewöhnlich' [ist] das Zweigott-Gestirn und das Agni-Gestirn
prakīrtitam
so wird verkündet
Beginn der siebenteiligen Nakṣatra-Klassifikation nach 'Charakter' (Sthira, Kṣipra, Sādhāraṇa, Cara, Mṛdu, Ugra, Tīkṣṇa).
Vasu (Dhaniṣṭhā), Āditya (Punarvasu), Ambu (Śatabhiṣā) und das Viṣṇu-Gestirn (Śravaṇa) werden als 'beweglich' (Cara) bezeichnet. 'Weich' (Mṛdu) [sind] Indu (Mṛgaśira), Mitra (Anurādhā), Citrā [und] das letzte Gestirn (Revatī); 'wild/heftig' (Ugra) [sind] die 'Pūrva'-Dreiheit und Maghā.
Mūla, Ārdrā, Ahi (Āśleṣā) und das Indra-Gestirn (Jyeṣṭhā) [bilden] die 'scharfe' (Tīkṣṇa) [Klasse]; die Wirkung entspricht jeweils dem eigenen Namen [der Klasse]. In den Gestirnen Citrā, Āditya (Punarvasu), Ambu (Śatabhiṣā), Viṣṇu (Śravaṇa), Antya (Revatī), Mitra (Anurādhā) und Vasu (Dhaniṣṭhā) [Fortsetzung V180] ...
Wort für Wort
mūla-ārdrā-ahi-indrabham tīkṣṇam
Mūla, Ārdrā, Āśleṣā, Jyeṣṭhā [bilden] die 'scharfe' [Klasse]
... sowie in Mṛgaśira und Puṣya (Ejya) ist die Ohrdurchbohrung (Karṇavedha) für Kinder günstig; ebenso bei Aśvinī (Dasra), Mṛgaśira (Indu), Punarvasu (Aditi) und Puṣya (Tiṣya), [und] bei der ersten Dreiheit der 'Kara'-[Gestirne, d.h. Hasta u.a.].
Wort für Wort
samṛgejyeṣu
und in Mṛgaśira und Puṣya
bālānāṃ karṇavedhaṅkriyā hitā
ist die Ohrdurchbohrung für Kinder günstig
dasra-indu-aditi-tiṣyeṣu
bei Aśvinī, Mṛgaśira, Punarvasu, Puṣya
karāditritaye tathā
und ebenso bei der ersten Dreiheit der 'Kara'-Gestirne
Aufzählung der für das Ohrdurchbohrungs-Ritual (Karṇavedha) günstigen Nakṣatras, im Anschluss an V179.
gajakarmākhilaṃ yattadvidheyaṃ sthirabheṣu ca /
vājikarmākhilaṃ kāryaṃ sūryavāre viśeṣataḥ
Alles, was Elefanten betrifft, ist unter den 'festen' (Sthira-)Gestirnen zu vollziehen; alle Pferde betreffenden Handlungen sind besonders am Sonntag auszuführen.
Wort für Wort
gajakarma akhilaṃ yat
was immer Elefanten betrifft
tad vidheyaṃ sthirabheṣu ca
das ist unter den 'festen' Gestirnen zu vollziehen
citrāvaruṇavairiñcatryuttarāsu gamāgamam /
darśāṣṭabhyāṃ caturdaśyāṃ paśūnāṃ na kadācana
Reisen (Kommen und Gehen) [ist günstig] unter Citrā, Varuṇa (Śatabhiṣā), Vairiñca (Rohiṇī) und den drei 'Uttara'-Gestirnen. [Handel mit] Vieh [treibe man] niemals am Neumond, am achten oder am vierzehnten [Tag].
Wort für Wort
citrā-varuṇa-vairiñca-tri-uttarāsu
unter Citrā, Varuṇa, Vairiñca (Rohiṇī) und den drei Uttara-Gestirnen
mṛdudhruvakṣipracaraviśākhāpitṛbheṣu ca /
halapravāhaṃ prathamaṃ vidadhyānmūlabhe vṛṣaiḥ
Unter den 'weichen', 'festen', 'raschen' und 'beweglichen' [Nakṣatra-Klassen], sowie unter Viśākhā und dem Pitṛ-Gestirn (Maghā) [ist es günstig]. Das erste Ausfahren des Pfluges (Halapravāha) vollziehe man mit den Zugochsen unter dem Mūla-Gestirn.
Wort für Wort
mṛdu-dhruva-kṣipra-cara-viśākhā-pitṛ-bheṣu ca
unter den weichen, festen, raschen, beweglichen [Klassen], Viśākhā, dem Pitṛ-Gestirn
halapravāhaṃ prathamam
das erste Ausfahren des Pfluges
vidadhyāt mūlabhe vṛṣaiḥ
vollziehe man unter Mūla mit den Zugochsen
Beginn eines Abschnitts über das rituelle 'Pflug-Rad' (Lāṅgala-/Halacakra), ein Diagramm zur Bestimmung günstiger Nakṣatras für Pflügen und Aussaat (V183–188); Einzelheiten der bildlichen Zuordnung im Detail nicht mehr sicher rekonstruierbar [?].
Am Anfang des [symbolischen] Pfluges [bedeuten] drei Gestirne, vom 'sonnenentlassenen' [Ausgangsgestirn] an gezählt, den Untergang der Zugochsen; an der Spitze [bedeuten] drei Gestirne Zunahme, [drei weitere] Wohlstand (Lakṣmī); auf der nördlichen Seite [bedeuten] fünf [Gestirne ebenfalls Glück].
Wort für Wort
halādau vṛṣānāśāya
am Anfang des Pfluges, zum Untergang der Zugochsen
bhatrayaṃ sūryamuktabhāt
drei Gestirne, vom 'sonnenentlassenen' [Ausgangspunkt] an
agre vṛddhyai trayam
an der Spitze drei zur Zunahme
lakṣmye saumyapārśve ca pañcakam
zum Wohlstand, auf der Nordseite fünf
Fortsetzung der Beschreibung des Pflug-Diagramms (Lāṅgalacakra); die genaue geometrische Zuordnung der Nakṣatra-Gruppen zu den einzelnen Pflug-Teilen bleibt unsicher [?].
An der Pflugschar-Spitze [bedeuten] sogar neun [Gestirne Gefahr]; fünf [bedeuten] Tod; drei [bedeuten] Wohlstand und Gedeihen – dies ist das Beste im sogenannten 'Pflug'-Diagramm (Lāṅgalacakra).
Unter den 'weichen', 'festen' und 'raschen' Gestirnen, sowie unter den Pitṛ-, Vāyu- und Vasu-Gestirnen, zusammen mit Mūla, gibt das Säen des Samens (Bījopti) das allerbeste Ergebnis.
bhavedbhatritayaṃ mūrghni dhānyanāśāya rāhubhāt /
gale trayaṃ kajjalāya vṛddhyai ca dvādaśodare
Am Kopf [des Pflug-Diagramms bedeuten], vom Rāhu-Gestirn an gezählt, drei Gestirne die Vernichtung des Getreides; am Hals [bedeuten] drei [Gestirne] Unglück ('Ruß', Kajjala); am Bauch [bedeuten] zwölf [Gestirne] Zunahme.
Wort für Wort
bhavet bhatritayaṃ mūrdhni
es seien drei Gestirne am Kopf
dhānyanāśāya rāhubhāt
zur Vernichtung des Getreides, vom Rāhu-Gestirn an
Am Schwanz [des Pfluges bedeutet das Fehlen von] Fruchtbarkeit(?): vier Gestirne dort bringen Furcht; am Nabel, von Agni an gezählt, fünf [Gestirne bringen Gutes] – so bedenke man dies beim Säen des Samens.
sthireṣvaditisārpāntyapitṛmārutabheṣu ca /
na kuryādrogamuktasya snānamāhīṃ duśukrayoḥ
Unter den 'festen' Gestirnen, sowie unter Aditi (Punarvasu), Sarpa (Āśleṣā), dem letzten [Gestirn, Revatī], dem Pitṛ- (Maghā) und dem Māruta- (Svāti) Gestirn - man vollziehe für einen von Krankheit Genesenen kein [entsprechendes] Reinigungsbad unter ungünstigen Umständen oder bei schlechter Venus-Stellung.
Wort für Wort
sthireṣu aditi-sārpa-antya-pitṛ-māruta-bheṣu ca
unter den festen Gestirnen sowie Punarvasu, Āśleṣā, Revatī, Maghā, Svāti
na kuryāt rogamuktasya snānam
man vollziehe nicht das [Reinigungs-]Bad für einen Genesenen
āhīṃ duśukrayoḥ
unter ungünstigen [Umständen] oder bei schlechter Venus[-Stellung] [?]
uttarātrayamaitrendravasuvāruṇabheṣu ca /
puṣyārkapauṣṇadhiṣṇyeṣu nṛtyāraṃbhaḥ praśasyate
Unter den drei 'Uttara'-Gestirnen, [unter] Maitra (Anurādhā), Aindra (Jyeṣṭhā), Vasu (Dhaniṣṭhā) und Vāruṇa (Śatabhiṣā), sowie unter Puṣya, Arka (Hasta) und Pauṣṇa (Revatī) wird der Beginn des Tanzes (Nṛtyārambha) empfohlen.
Wort für Wort
uttarātraya-maitra-indra-vasu-vāruṇa-bheṣu ca
unter den drei Uttara-, Anurādhā-, Jyeṣṭhā-, Dhaniṣṭhā-, Śatabhiṣā-Gestirnen
pūrvārddhayuñji ṣaṅbhani pauṣṇabhādudabhāttataḥ / madhyayuñji dvādaśarkṣāṇīndrabhānnavabhāni ca
Zur ersten Hälfte gehörig sind sechs Sternbilder, vom Pauṣṇa-Stern (Revatī) aufwärts gezählt; zur mittleren Gruppe gehören zwölf Sternbilder, vom Indra-Stern (Jyeṣṭhā) an neun Sternbilder.
Wort für Wort
pūrvārddhayuñji ṣaṅbhani
zur ersten Hälfte gehörig sechs Sternbilder
pauṣṇabhāt udabhāt tataḥ
vom Pauṣṇa(Revatī)-Stern aufwärts, dann
madhyayuñji dvādaśarkṣāṇi
zur Mitte gehörig zwölf Sternbilder
indrabhāt nava bhāni ca
vom Indra(Jyeṣṭhā)-Stern an neun Sternbilder
Fortsetzung einer (vor V191 begonnenen) Einteilung der 27 Nakṣatras in drei Gruppen (6+12+9=27) zur Bestimmung von Eheglück und Unternehmungserfolg.
Zum letzten Teil gehörig sind der Reihe nach [die übrigen Sterne] – [dies bestimmt] die Zuneigung der Eheleute. Die niedrigsten [Sterne, benannt nach ihren Gottheiten,] sind: Toyapa (Varuṇa/Śatabhiṣā), Ārdrā, Pavana (Vāyu/Svāti), Antaka (Yama/Bharaṇī) und Nākapa (Indra/Jyeṣṭhā).
Wort für Wort
parārddhayuñji kramaśaḥ
zum letzten Teil gehörig, der Reihe nach
saṃprītiḥ dampateḥ mathaḥ
die Zuneigung der Eheleute [wird so bestimmt]
jaghanyāḥ toyapa-ārdra-pavana-antaka-nākapāḥ
die niedrigsten: Toyapa, Ārdrā, Pavana, Antaka, Nākapa
[Anm.: Zuordnung der Gottheitsnamen zu einzelnen Nakṣatras teils unsicher.]
Der Reihe nach [gehören] die Aditi[-Nakṣatra] und die zweigöttrige [Viśākhā] zu den 'großen Sternen' (bṛhattārā), die übrigen sind gleich[wertig]. Ihr Zeitmaß beträgt dreißig, neunzig bzw. acht Ghaṭikās.
Wort für Wort
kramāt aditi-dvidaivatyāḥ
der Reihe nach Aditi(Punarvasu) und die Zweigöttrige(Viśākhā)
kramādabhyudite candre nayatyarghasamāni ca / aśvagrīndvījyanairṛtyatvāṣṭrajattyuttarābhavāḥ
Wenn der Mond der Reihe nach aufgegangen ist, bringt er [Zeitspannen] von gleichem Wert; [betroffen sind die Sterne] Aśvinī, Indu(?), Jīva(Puṣya), Nairṛti(Mūla), Tvaṣṭṛ(Citrā), Jyeṣṭhā und die 'Uttara'-Sterne (Uttaraphalgunī, Uttarāṣāḍhā, Uttarabhādrapadā).
Die Sterne mit Namen Pitṛ (Maghā), Dvidaiva (Viśākhā) und Vasu (Dhaniṣṭhā) heißen 'Kula'(-Sterne); [ebenso die,] deren Gottheiten Dhātṛ (Rohiṇī), Jyeṣṭhā (Jyeṣṭhā), Aditi (Punarvasu), Svāti, Pūṣan (Revatī), Arka (Hasta) und Hari (Śravaṇa) sind.
Wort für Wort
pitṛ-dvidaiva-vasu-ākhyāḥ tārāḥ
die Sterne namens Pitṛ, Dvidaiva, Vasu
syuḥ kulasaṃjñikāḥ
heißen 'Kula'-Sterne
dhātṛ-jyeṣṭā-aditi-svātī-pauṣṇa-arka-hari-devatāḥ
[ebenso jene] mit den Gottheiten Dhātṛ, Jyeṣṭhā, Aditi, Svāti, Pūṣan, Arka, Hari
Die Sterne Ajaikapād (Pūrvabhādrapadā), Antaka (Bharaṇī) und der 'Schlangenstern' (Āśleṣā) heißen 'Akula'(-Sterne); die übrigen sind 'Kulākula'-Sterne. Unter diesen, bei den Kula-Sternen [gilt Folgendes]:
Wort für Wort
ajāhi-antyaka-bhaujaṅga-tārāḥ
die Sterne Ajaikapād, Antaka, 'Schlangenstern'(Āśleṣā)
Bei den 'Kulākula'-Sternen [ergibt sich] entweder ein Waffenstillstand oder ein Gleichstand der beiden. Wenn an einem Sonntag, Samstag oder Dienstag [mit] Bhadrā(-Karaṇa) [ein Nakṣatra mit] 'ungeraden Füßen' [zusammenfällt] …
Wort für Wort
saṃdhiḥ vā api tayoḥ sāmyam
entweder Waffenstillstand oder Gleichstand der beiden
kulākula-gaṇa-uḍuṣu
bei den Sternen der Kulākula-Gruppe
arka-arki-bhauma-vāre
an einem Sonn-, Saturn- oder Dienstag(-Tag)
cet bhadrāyāḥ viṣama-aṅghri-bham
wenn [mit] Bhadrā ein Nakṣatra mit ungerader Fußzahl [zusammentrifft]
'Tripuṣkara' verdreifacht [die Wirkung]; das 'Zwillingsschlangen'-Nakṣatra (Āśleṣā) [gibt] zweifache [Wirkung]. Wer in einer solchen [Konstellation] reist, [soll] zur Tilgung dieses Fehlers drei Kühe oder ihren Gegenwert [spenden].
Wort für Wort
tripuṣkaraṃ triguṇadam
'Tripuṣkara' [-Yoga] gibt dreifache Wirkung
dviguṇaṃ yamalāhibham
das 'Zwillingsschlangen'-Nakṣatra gibt zweifache [Wirkung]
Bei 'Dvipuṣkara' gebe man zwei [Kühe]; es besteht kein Fehler, [auch wenn] es ein Sternenpaar ist. [Ebenso kein Fehler,] wenn Puṣya – auch wenn er von einem üblen [Planeten] getroffen oder mit ihm verbunden ist – zugleich mit Stärke ausgestattet ist.
vinā pāṇigrahaṃ sarvamaṅgaleṣviṣṭadaḥ sadā / rāmāgniṛtubāṇāgnibhūvedāgniśareṣu ca
[Puṣya] ist – außer für die Eheschließung – bei allen glückverheißenden Handlungen stets günstig. [Es folgen die Sternzahlen in Zahlwort-Code, beginnend bei Aśvinī:] Rāma(3), Agni(3), Ṛtu(6), Bāṇa(5), Agni(3), Bhū(1), Veda(4), Agni(3), Śara(5) …
Wort für Wort
vinā pāṇigrahaṃ
außer bei der Eheschließung (Handfassung)
sarvamaṅgaleṣu iṣṭadaḥ sadā
bei allen glückverheißenden Handlungen stets günstig
rāma-agni-ṛtu-bāṇa-agni-bhū-veda-agni-śareṣu ca
[Zahlencode für Sternzahlen:] Rāma(3)-Agni(3)-Ṛtu(6)-Bāṇa(5)-Agni(3)-Bhū(1)-Veda(4)-Agni(3)-Śara(5)
Beginn einer Zahlwort-codierten (bhūtasaṃkhyā) Liste der 'Yogatārā'-Sternzahlen der 27 Nakṣatras (Fortsetzung bis V203a); exakte Zuordnung einzelner Zahlwörter zu Einzel-Nakṣatras bleibt unsicher [?].
[Fortsetzung der Zahlwort-Liste:] Netra(2), Bāhu(2), Śara(5), Dvi(2), Indu(1), Bāhu(2), Veda(4), Agni(3) – dies sind die [weiteren] Verbindungszahlen; [sodann] Veda(4), Netra(2), Abdhi(4), Agni(3), Śata(?), Bāhu(2), Netra(2), Rada(?) – der Reihe nach.
Wort für Wort
netra-bāhu-śara-dvi-indu-bāhu-veda-agni-saṃkarāḥ
Netra(2)-Bāhu(2)-Śara(5)-Dvi(2)-Indu(1)-Bāhu(2)-Veda(4)-Agni(3), die Verbindungszahlen
So sind die Sternzahlen von Aśvinī (Dasra) usw. einzeln zu kennen; diejenigen hellen Sterne, die in der eigenen [Sternen-]Gruppe sichtbar sind, [heißen] 'Yogatārā' (Verbindungssterne).
Der Vṛṣa-Baum [gehört] zu Aśvinī(?); zum Yama-Nakṣatra (Bharaṇī) [gehört] der 'Yamaka'-Baum(?); der Uḍumbara (Feigenbaum) zum Agni-Nakṣatra (Kṛttikā); zu Rohiṇī der Jambū-Baum.
Wort für Wort
vṛṣaḥ vṛkṣaḥ [aśva]bhāyām
der Vṛṣa-Baum bei Aśvinī(?)
yamadhiṣṇye yamaka(?) taruḥ
beim Bharaṇī-(Yama-)Nakṣatra der 'Yamaka'-Baum(?)
uḍuṃbaraḥ ca agnidhiṣṇye
der Uḍumbara beim Kṛttikā-(Agni-)Nakṣatra
rohiṇyāṃ jaṃbukaḥ taruḥ
bei Rohiṇī der Jambū-Baum
[Anm.: 'vṛkṣoścabhāyām' vermutlich verderbt aus 'vṛkṣaḥ aśvabhāyām'; 'yamakarastaruḥ' unsicher.]
Vom Indu-Nakṣatra (Mṛgaśira) entstand der Khadira-Baum, und der Schwarze Plakṣa vom Rudra-Nakṣatra (Ārdrā); vom Aditi-Nakṣatra (Punarvasu) entstand der Bambus; der Pippala (heilige Feigenbaum) entstammt Puṣya.
Wort für Wort
indubhāt khadiraḥ jātaḥ
vom Mṛgaśira-(Indu-)Nakṣatra entstand der Khadira
kṛṣṇaplakṣaḥ ca raudrabhāt
und der Schwarze Plakṣa vom Ārdrā-(Raudra-)Nakṣatra
saṃbhūto 'ditibhāt vaṃśaḥ
vom Punarvasu-(Aditi-)Nakṣatra entstand der Bambus
Vom Sarpa-Nakṣatra (Āśleṣā) [entstand] der Nāga-Baum; der Banyan entstammt dem Pitṛ-Nakṣatra (Maghā); der Palāśa entstand aus dem Bhaga-Nakṣatra (Pūrvaphalgunī); der Akṣa-Baum entstammt Aryaman (Uttaraphalgunī).
Wort für Wort
sarvadhiṣṇyāt nāgavṛkṣaḥ
vom Āśleṣā-(Schlangen-)Nakṣatra der Nāga-Baum
vaṭaḥ pitṛbhasaṃbhavaḥ
der Banyan entstammt dem Maghā-(Pitṛ-)Nakṣatra
pālāśaḥ bhāgyabhāt jātaḥ
der Palāśa entstand aus dem Pūrvaphalgunī-(Bhaga-)Nakṣatra
akṣaḥ ca āryamasaṃbhavaḥ
und der Akṣa-Baum entstammt Uttaraphalgunī (Aryaman)
Der Ariṣṭa-Baum [entstammt] dem Ravi-Nakṣatra (Hasta); der Śrī-Baum entstammt Tvaṣṭṛ (Citrā); von Svāti stammt der Arjuna-Baum; vom 'zweigöttrigen' Nakṣatra (Viśākhā) der Vikaṅkata-Baum.
Wort für Wort
ariṣṭavṛkṣaḥ ravibhāt
der Ariṣṭa-Baum vom Hasta-(Ravi-)Nakṣatra
śrīvṛkṣaḥ tvāṣṭrasaṃbhavaḥ
der Śrī-Baum entstammt dem Citrā-(Tvaṣṭṛ-)Nakṣatra
svātyukṣajaḥ arjunaḥ vṛkṣaḥ
von Svāti der Arjuna-Baum
dvidaivatyāt vikaṅkataḥ
vom zweigöttrigen (Viśākhā-)Nakṣatra der Vikaṅkata-Baum
Vom Mitra-Nakṣatra (Anurādhā) entstand der Bakula-Baum; [ein weiterer Baum, hier unklar benannt,] entstammt dem Purandara-Nakṣatra (Jyeṣṭhā); der Sarja-Baum (Sal) vom Mūla-Nakṣatra; der Vañjula entstammt dem Wasser-Nakṣatra (Pūrvāṣāḍhā).
Wort für Wort
mitrabhāt bakulaḥ jātaḥ
vom Anurādhā-(Mitra-)Nakṣatra entstand der Bakula
viṣṭiḥ paurandara-ṛkṣajaḥ
[ein Baum namens] 'Viṣṭi'(?) entstammt dem Jyeṣṭhā-(Purandara-)Nakṣatra
sarjavṛkṣaḥ mūlabhāt ca
der Sarja-Baum vom Mūla-Nakṣatra
vañjulaḥ vāridhiṣṇyajaḥ
der Vañjula entstammt dem Wasser-(Pūrvāṣāḍhā-)Nakṣatra
[Anm.: 'viṣṭiḥ' als Baumname unklar; evtl. Textverderbnis für einen anderen Baumnamen.]
Der Panasa (Jackfruchtbaum) entstand aus dem Viśvedeva-Nakṣatra (Uttarāṣāḍhā); der Arka-Baum aus dem Viṣṇu-Nakṣatra (Śravaṇa); vom Vasu-Nakṣatra (Dhaniṣṭhā) der Śamī-Baum; der Kadamba entstammt dem Varuṇa-Nakṣatra (Śatabhiṣā).
Wort für Wort
panasaḥ vaiśvabhāt jātaḥ
der Panasa entstand aus dem Uttarāṣāḍhā-(Viśvedeva-)Nakṣatra
arkavṛkṣaḥ ca viṣṇubhāt
und der Arka-Baum aus dem Śravaṇa-(Viṣṇu-)Nakṣatra
vasudhiṣṇyāt śamīvṛkṣaḥ
vom Dhaniṣṭhā-(Vasu-)Nakṣatra der Śamī-Baum
kadambaḥ vāruṇarkṣajaḥ
der Kadamba entstammt dem Śatabhiṣā-(Varuṇa-)Nakṣatra
Vom Ajaikapād-Nakṣatra (Pūrvabhādrapadā) entstand der Cūta-Baum (Mango); vom Ahirbudhnya-Nakṣatra (Uttarabhādrapadā) der Picumanda (Neembaum); der Madhu-Baum vom Pūṣan-Nakṣatra (Revatī). So wurden die Nakṣatra-Bäume verkündet.
Wort für Wort
ajāheḥ cūtavṛkṣaḥ abhūt
vom Pūrvabhādrapadā-(Ajaikapād-)Nakṣatra entstand der Mangobaum
budhnyajaḥ picumandakaḥ
vom Uttarabhādrapadā-(Ahirbudhnya-)Nakṣatra der Neembaum
In welchem Nakṣatra Śani (der Herr der Ruhe) [steht], jenes Nakṣatra ist mit besonderer Sorgfalt zu verehren. Die Herren der [27] Yogas sind [der Reihe nach]: Yama, Viśva(deva), Indu (Mond), Dhātṛ (Brahmā), Jīva (Bṛhaspati), Niśākara (Mond) …
Wort für Wort
yasmin śaṃnaiśvaraḥ dhiṣṇye
in welchem Nakṣatra Śani [steht]
tad ṛkṣaḥ arcyaḥ prayatnataḥ
jenes Nakṣatra ist eigens zu verehren
yogeśāḥ yama-viśva-indu-dhātṛ-jīva-niśākarāḥ
die Yoga-Herren: Yama, Viśva, Indu, Dhātṛ, Jīva, Niśākara
Beginn der Aufzählung der 27 Nitya-Yoga-Regenten (Fortsetzung bis V213a); vgl. die klassische Liste Viṣkambha(Yama)…Vaidhṛti.
Sāvitrī, Kamalā (Lakṣmī), Gaurī (Pārvatī), die beiden Nāsatyas (Aśvinī-Kumāras), die Ahnen (Pitṛs) [und] Aditi [beschließen die Reihe der Yoga-Herren]. Vaidhṛti und Vyatīpāta sind stets beide 'Mahāpāta' (die beiden großen Unglücks-Yogas).
parighasya ca pūrvārddhaṃ sarvakāryeṣu garhitam / viṣkaṃbhavajrayostisraḥ ṣaḍvā gaṇḍātigaṇḍayāĪḥ
Die erste Hälfte des Parigha[-Yoga] ist für alle Unternehmungen verwerflich; bei Viṣkambha und Vajra [sind es] drei [Ghaṭikās], bei Gaṇḍa und Atigaṇḍa sechs [Ghaṭikās, die zu meiden sind].
Wort für Wort
parighasya ca pūrvārddham
und die erste Hälfte des Parigha[-Yoga]
sarvakāryeṣu garhitam
ist bei allen Unternehmungen verwerflich
viṣkaṃbhavajrayoḥ tisraḥ
bei Viṣkambha und Vajra drei [Ghaṭikās]
ṣaḍ vā gaṇḍātigaṇḍayoḥ
oder sechs bei Gaṇḍa und Atigaṇḍa
[Anm.: 'gaṇḍātigaṇḍayāĪḥ' enthält offenbar einen OCR-Fehler (stray 'Ī'); gelesen als 'gaṇḍātigaṇḍayoḥ'.]
vyāgaghāte nava śūle tu pañca nāḍyo hi garhitāḥ / aditīndumadhāhyaśvamūlamaitrejyabhāni ca
Bei Vyāghāta neun, bei Śūla dagegen fünf Nāḍīs sind verwerflich; ebenso die Nakṣatras Aditi (Punarvasu), Indu (Mṛgaśira/Rohiṇī), Madhā (Maghā), Ahi (Āśleṣā), Aśva (Aśvinī), Mūla, Maitra (Anurādhā) und Jīva (Puṣya).
Wort für Wort
vyāghāte nava śūle tu pañca
bei Vyāghāta neun, bei Śūla aber fünf
nāḍyaḥ hi garhitāḥ
Nāḍīs sind verwerflich
aditi-indu-madhā-ahi-aśva-mūla-maitra-jyabhāni ca
und die Sterne Aditi, Indu, Maghā, Āśleṣā, Aśvinī, Mūla, Anurādhā, Puṣya
Diese sind zusammen mit Citrā als die 'Scheitel-Nakṣatras' der Reihe nach zu kennen. Man zeichne eine senkrecht aufsteigende Linie und dreizehn waagrechte Linien.
Wort für Wort
jñeyāni saha citrāṇi
zusammen mit Citrā sind [diese] zu kennen
mūrddhabhāni yathākramam
als 'Scheitel-Nakṣatras' der Reihe nach
likhet ūrdhvagatām ekāṃ
man zeichne eine aufsteigende [Linie]
tiryag rekhāḥ trayodaśa
[und] dreizehn waagrechte Linien
Beginn der Beschreibung eines geometrischen 'Kopf-Diagramms' (mūrdhā-cakra) zur Berechnung von Ekārgala u.ä. Yogas.
tatra ravārjūrike cakre kathitaṃ mūrdhni bhaṃ nyaset / bhājyaikareravāgatayoḥ sūryācandramasormithaḥ
Darin, im 'Sonnen- und Erd'-Kreis(?), setze man das genannte Nakṣatra auf den Scheitel; [die Berechnung erfolgt] durch Teilung, wenn Sonne und Mond gemeinsam an einem [Punkt] angelangt sind.
Wort für Wort
tatra ravārjūrike cakre
darin, im [Sonnen-Erd-]Kreis(?)
kathitaṃ mūrdhni bhaṃ nyaset
setze man das genannte Nakṣatra auf den Scheitel
bhājya eka-re ravāgatayoḥ
zu teilen, wenn [beide] an einem [Punkt] angelangt sind
[Damit endet] das Kapitel über den Yoga; die Yogas sind der Reihe nach siebenundzwanzig. [Nun folgen die Karaṇa-Regenten:] Indra, Prajāpati, Mitra, Tvaṣṭṛ, Bhū, Hari, Aditi-Priya(?) …
Kīnāśa (Yama), Kali, Rudra genannt, sowie Ahi und Marut – dies sind die Regenten der Tithi-Hälften. Die sechs von Bava bis Vaṇija [reichenden] Karaṇas sind glückverheißend.
Ob regulär oder umgekehrt [gezählt] – Viṣṭi (Bhadrā) ist für glückverheißende Handlungen ungünstig. Im 'Gesicht' [des Karaṇa-Figurenschemas sind] fünf, im 'Hals' eine, in der 'Brust' [gelten] elf [Karaṇa-Stellen], wie überliefert.
Wort für Wort
parītā viparītā vā
ob regulär oder umgekehrt [gezählt]
viṣyiḥ neṣṭā tu maṅgale
Viṣṭi ist bei Glücksunternehmungen ungünstig
mukhe pañca gale ca ekā
im Gesicht fünf, im Hals eine
vakṣasi ekādaśa smṛtaḥ
in der Brust elf, wie überliefert
Beginn der Beschreibung eines Körperschemas (Karaṇa-puruṣa) mit Körperteilen Gesicht/Hals/Brust/Nabel/Hüfte/Schwanz.
Im Nabel vier, an der Hüfte sechs, am 'Schwanz' genannten [Ende] drei [Stellen]. Im Gesicht [bedeutet dies] Verlust des Vorhabens, im Hals Tod, in der Brust Mittellosigkeit.
An der Hüfte Wahnsinn, im Nabel Sturz/Verlust, am Schwanz gewisser Sieg. Die 'festen' [Karaṇas, Śakuni usw.] sind unter diesen mittelmäßig – [insbesondere] die mittleren [Karaṇas] Nāga und Catuṣpāda.
Wort für Wort
kaṭyām unmattatā nābhau cyutiḥ
an der Hüfte Wahnsinn, im Nabel Sturz
pucche dhruvaṃ jayaḥ
am Schwanz gewisser Sieg
sthirāṇi madhyamāni eṣām
die festen [Karaṇas] sind mittelmäßig unter diesen
aryamā bhagasaṃjñaśca vijñeyā daśa pañca ca / īśājapādāhirbudhnyapūṣāśviyamavahnayaḥ
Aryaman und der 'Bhaga' genannte [Regent] – so sind die fünfzehn [Tages-Muhūrta-Regenten] zu kennen. [Die Nacht-Muhūrtas:] Īśa, Ajapāda, Ahirbudhnya, Pūṣan, Aśvin, Yama, Vahni (Agni) …
Dhātṛ, Indra, Aditi, Jīva (Bṛhaspati) genannt, Viṣṇu, Arka (Sūrya), Tvaṣṭṛ, Vāyu – [dies sind die übrigen Nacht-Regenten]. Der Tag hat fünfzehn Teile, ebenso nach dem Maß der Nacht.
Das Zeitmaß eines Muhūrta [beträgt] zwei Ghaṭikās mit ihren Nakṣatra-Herren zusammen. Aryaman, Rākṣasa (Nirṛti), Brāhma, Pitrya, Āgneya sowie Abhijit [sind besondere Muhūrtas] …
Die 'Rākṣasa' genannten [Muhūrtas], Brāhma, Pitrya, [sowie jene] in den Teilen von Bharga(?) und Aja(?) an den entsprechenden Wochentagen – diese Muhūrtas sind bei glückverheißenden Handlungen zu meiden.
Wort für Wort
rākṣasākhyau brāhmapitryau
die 'Rākṣasa' genannten, [sowie] Brāhma und Pitrya
yeṣu ṛkṣeṣu yatkarma kathitaṃ nikhilaṃ ca tat / taddaivatye muhūrte 'pi kāryaṃ yātrādikaṃ sadā
Welche Handlung für welches Nakṣatra genannt wurde – all dies kann auch in dem Muhūrta, dessen Gottheit [dieselbe ist], ausgeführt werden – Reise und Ähnliches stets.
Wort für Wort
yeṣu ṛkṣeṣu yat karma kathitam
welche Handlung für welche Nakṣatras genannt wurde
Ein Erdbeben [wirkt vom Sonnen-Nakṣatra aus] bis zum siebten Nakṣatra, ein Blitz bis zum fünften; ein 'Śūla'(-Omen) bis zum achten und zehnten, ein Saturn[-Omen] bis zum achtzehnten.
Wort für Wort
bhūkaṃpaḥ sūryabhāt saptamarkṣe
ein Erdbeben vom Sonnen-Nakṣatra bis zum siebten
vidyut ca pañcame
und ein Blitz bis zum fünften
śūlaḥ 'ṣṭame ca daśame
'Śūla' bis zum achten und zehnten
śāniḥ aṣṭādaśe tataḥ
Saturn[-Omen] dann bis zum achtzehnten
Beginn eines Abschnitts über die Reichweite (in Nakṣatras) verschiedener Unglücksomina, gezählt vom Sonnen-Nakṣatra.
ketuḥ pañcadaśe daṇḍa ulkā ekonaviṃśatau / nirghātapātasaṃjñaśca jñeyaḥ sa navapañcame
Ein Komet (Ketu) bis zum fünfzehnten, ein 'Daṇḍa' und ein Meteor (Ulkā) bis zum neunzehnten; das 'Nirghātapāta' genannte [Omen] ist bis zum neunten und fünften [Nakṣatra] bekannt.
Wort für Wort
ketuḥ pañcadaśe
ein Komet bis zum fünfzehnten
daṇḍaḥ ulkā ekonaviṃśatau
'Daṇḍa' und Meteor bis zum neunzehnten
nirghātapātasaṃjñaḥ ca jñeyaḥ
und das 'Nirghātapāta' genannte [Omen] ist bekannt
candrayukteṣu bheṣveṣu śubhakarma na kārayet / sūryabhātsarvapitryarkṣaṃ tvāṣṭramitraptabheṣu ca
Wenn der Mond mit diesen Nakṣatras verbunden ist, soll man keine glückverheißende Handlung ausführen: [das gilt] vom Sonnen-Nakṣatra bis zum 'Sarva'- und Pitṛ-Nakṣatra, sowie bei Tvāṣṭra (Citrā), Maitra (Anurādhā) und den 'geschützten' Nakṣatras.
Wort für Wort
candrayukteṣu bheṣu eṣu
wenn der Mond mit diesen Nakṣatras verbunden ist
śubhakarma na kārayet
soll man keine glückverheißende Handlung ausführen
sūryabhāt sarva-pitryarkṣam
vom Sonnen- bis zum Sarva- und Pitṛ-Nakṣatra
tvāṣṭra-mitra-aptabheṣu ca
und bei Tvāṣṭra, Maitra und den geschützten Nakṣatras
Bei den 'giftigen' [und] 'feinen'(?) Nakṣatras der Reihe nach, [sowie] wenn der Mond mit dem Hasta-Nakṣatra verbunden ist – in einem ebensolchen Nakṣatra fällt dieser üble Yoga.
Wort für Wort
saviṣa-aṇubheṣu kramaśaḥ
bei den 'giftigen' und 'feinen'(?) Nakṣatras der Reihe nach
Der 'Caṇḍīśa-Caṇḍāyudha' genannte [Yoga] – in diesem soll man keine glückverheißende Handlung ausführen. Es gibt dreizehn [solcher Fälle] nach der Zusammentreffens-Zahl von Tithi und Wochentag.
Wort für Wort
caṇḍīśa-caṇḍāyudha-ākhyaḥ
der 'Caṇḍīśa-Caṇḍāyudha' genannte [Yoga]
tasmin na eva ācaret śubham
darin soll man keine glückverheißende Handlung ausführen
Dieser Yoga heißt 'Krakaca' (Säge) und ist bei glückverheißenden Handlungen sehr verabscheut: wenn auf die siebte Tithi ein Sonntag fällt, [oder] die erste Tithi auf einen Mittwoch(?) …
Wort für Wort
krakacaḥ nāma yogaḥ ayam
dieser Yoga heißt 'Krakaca' (Säge)
maṅgaleṣu atigardditaḥ
bei Glücksunternehmungen sehr verabscheut
saptamyām arkavāraḥ cet
wenn auf die siebte Tithi ein Sonntag [fällt]
pratipat saumyabāsare
[oder] die erste Tithi auf den Merkur-Tag(Mittwoch)
[Dies] ist als 'Saṃvata'-Yoga zu erkennen, der glückverheißende Handlungen zunichtemacht. [Es folgen weitere benannte Tithi-Vāra-Yogas:] Ānanda, 'Kāladaṇḍa' genannt, Dhūmra, Dhātṛ, Sudhākara …
Wort für Wort
saṃvatayogaḥ vijñeyaḥ
als 'Saṃvata'-Yoga zu erkennen
śubhakarmavināśakṛt
der glückverheißende Handlungen zunichtemacht
ānandaḥ kāladaṇḍākhyaḥ dhūmra-dhātṛ-sudhākarāḥ
Ānanda, 'Kāladaṇḍa', Dhūmra, Dhātṛ, Sudhākara
Beginn einer Liste von 28 benannten Tithi-Wochentag-Yogas (V237-240).
So wurden die achtundzwanzig Yogas genannt, die Ergebnisse gemäß ihrem eigenen Namen bringen. Am Sonntag [ist es] der Reihe nach Aśvinī (Dasra), Ārdrā beim Mond(-Tag, Montag) …
Wort für Wort
yogāḥ svasaṃjñāphaladāḥ
die Yogas, die Ergebnisse gemäß ihrem Namen bringen
aṣṭāviṃśatiḥ īritāḥ
achtundzwanzig wurden genannt
ravivāre kramāt eva dasrabhā
am Sonntag der Reihe nach Aśvinī
ārdrā indubhā vidhau
Ārdrā beim Mond(-Tag)
Beginn der Liste der 'Siddhi-Yoga' genannten günstigen Vāra+Nakṣatra-Kombinationen (V240-243).
Am Mars[-Tag] vom Āśleṣā(Sārpa)-Nakṣatra, am Merkur[-Tag] von Hasta, am Jupiter[-Tag] vom Anurādhā(Maitra)-Nakṣatra, am Venus[-Tag] vom Uttarāṣāḍhā(Vaiśvadeva)-Nakṣatra, am Saturn[-Tag] vom Śatabhiṣā(Vāruṇa)-Nakṣatra.
Wort für Wort
sārpāt bhaume pudhe hastāt
vom Āśleṣā-Nakṣatra am Mars-Tag, von Hasta am Merkur(?)-Tag
[Ergänzend:] das Hasta-Nakṣatra bei Kharvida(?); Mṛgaśira(Candrabha) und Aśvinī(Dasrabha) am Mars-Tag; am Merkur-Tag das Anurādhā(Mitra)-Nakṣatra; Puṣya(Tiṣya) am Jupiter[-Tag]; Revatī(Pauṣṇa) am Venus-Tag.
Wort für Wort
hastarkṣaṃ ca khārvidau
und das Hasta-Nakṣatra bei Kharvida(?)
candrabhaṃ dasrabhaṃ kuje
Mṛgaśira und Aśvinī am Mars-Tag
saumye mitrabham ācāryam
am Merkur-Tag Anurādhā, [sowie] am Jupiter-Tag
tiṣyaḥ pauṣṇaṃ bhṛgoḥ sute
Puṣya, [und] Revatī am Venus-Tag
[Anm.: Textstellen hier teils sehr komprimiert/unklar, ggf. Aufzählungsfehler im Original.]
rohiṇī mandavāre ca siddhiyogāhvayā amī / ādityabhaumayornandā bhadrā śukraśaśāṅkayoḥ
Und Rohiṇī am Saturn-Tag – diese heißen 'Siddhiyoga'. [Nun die Tithi-Namen nach Wochentag:] Nandā [gehört] zu Sonntag und Dienstag, Bhadrā zu Venus- und Mond-Tag …
Jayā [gehört] zu Merkur- und Jupiter-Tag, Riktā zu Samstag, Pūrṇā [zu den übrigen] – so [sind sie] ungünstig [wenn falsch kombiniert]. [Richtig:] die Nandā-Tithi am Venus-Tag, [Riktā(?)] am Merkur-Tag, Bhadrā am Dienstag, Jayā …
Wort für Wort
jayā saumye gurau
Jayā [gehört] zu Merkur- und Jupiter-Tag
riktā śanau pūrṇā iti no śubhāḥ
Riktā zu Samstag, Pūrṇā [sonst] – so ungünstig
nandā tithiḥ śukravāre
die Nandā-Tithi am Venus-Tag
saumye bhadrā kuje jayā
am Merkur-Tag Bhadrā, am Dienstag Jayā
[Anm.: Systematik von V243-246 (Nandā/Bhadrā/Jayā/Riktā/Pūrṇā × Wochentag) teils redundant/zirkulär im Text – evtl. zwei sich ergänzende Aufzählungen.]
Die sechste [Tithi] am Jupiter-Tag, die dritte am Merkur-Tag, die achte am Venus-Tag, [die vierzehnte?] am Saturn-Tag, die neunte [und?] die fünfte am Dienstag – dies sind die verkündeten 'Dagdha'-Yogas.
Wort für Wort
ṣaṣṭī gurau
die sechste [Tithi] am Jupiter-Tag
tṛtīyā jñe aṣṭamī śukre
die dritte am Merkur-Tag, die achte am Venus-Tag
śanaiścare navamī pañcamī bhaume
am Saturn-Tag [eine weitere], die neunte [und] fünfte am Dienstag
Bharaṇī am Sonntag, [ein weiteres Nakṣatra(?)] am Mondtag, Citrā am Dienstag, [sowie] das Uttarāṣāḍhā(Viśva)-Nakṣatra; am Merkur-Tag Śraviṣṭhā (Dhaniṣṭhā) und Uttaraphalgunī(Aryama); am Jupiter-Tag Jyeṣṭhā; am Venus-Tag …
Wort für Wort
bharaṇyā arkadine candre
Bharaṇī am Sonntag, [ein weiteres] am Mondtag
citrā bhaume tu viśvabham
Citrā am Dienstag, sowie das Uttarāṣāḍhā-Nakṣatra
budhe śraviṣṭā āryamabhe
am Merkur-Tag Dhaniṣṭhā [und] Uttaraphalgunī
gurau jyeṣṭā bhṛgordine
am Jupiter-Tag Jyeṣṭhā, am Venus-Tag [ein weiteres]
Beginn der Liste 'graha-janma-rkṣa-nāśana' – Nakṣatra-Wochentag-Kombinationen, die dem Geburtsnakṣatra schaden (V247-249).
revatī mandavāre tu grahajanmarkṣanāśanam / viśākhādicaturvargamarkamarkavārādiṣu kramāt
Revatī am Saturn-Tag – [diese Kombinationen bewirken] die 'Zerstörung des Geburts-Nakṣatra durch den Planeten'. Die vier [Nakṣatras] beginnend mit Viśākhā [ergeben] an den Wochentagen von Sonntag an der Reihe nach Arka(?) …
Wort für Wort
revatī mandavāre tu
Revatī am Saturn-Tag aber
grahajanmarkṣanāśanam
[bewirkt] die Zerstörung des Geburts-Nakṣatra durch den Planeten
viśākhādi caturvargam
die Vierergruppe beginnend mit Viśākhā
arkam arkavārādiṣu kramāt
[entspricht] an den Wochentagen von Sonntag an der Reihe nach
So wurden die 'Utpāta', 'Mṛtyu', 'Kāraṇa' genannten 'Siddhiyoga' verkündet. Die aus Tithi und Wochentag entstehenden [sowie] die aus Wochentag und Nakṣatra entstehenden Yogas sind [bei falscher Kombination] ungünstig.
Wort für Wort
utpāta-mṛtyu-kāraṇākhya-siddhiyogāḥ prakīrtitāḥ
die 'Utpāta', 'Mṛtyu', 'Kāraṇa' genannten Siddhiyogas wurden verkündet
tithivārodbhavā neṣṭā
die aus Tithi und Wochentag entstehenden sind ungünstig
yogā vārarkṣasaṃbhavāḥ
[ebenso] die aus Wochentag und Nakṣatra entstehenden Yogas
Miśrā, Rākṣasikā – [diese Namen gelten] den Wochentagen von Sonntag an der Reihe nach zugeordnet, entsprechend [den Ständen] Śūdra, Dieb, Vaiśya, König(Kṣmā), Brahmane(Deva), Herrscher(Bhūpa) und Rind, der Reihe nach.
Wort für Wort
miśrā rākṣasikā
Miśrā, Rākṣasikā
sūryavārādiṣu yathākramam
den Wochentagen von Sonntag an, der Reihe nach
śūdra-taskara-vaiśya-kṣmā-deva-bhūpa-gavāṃ kramāt
[betreffend] Śūdra, Dieb, Vaiśya, König, Brahmane, Herrscher, Rind, der Reihe nach
Für alle nicht genannten [Kombinationen] gelten die 'Ghorā' u.a. als wohltätig. [Ein Unglücksomen] am Vormittag tötet Könige, am Mittag Brahmanen, [und tötet] Vaiśyas …
im Morgengrauen Hirten, in der Dämmerung Asketen(Liṅgins) [tötet es] – [dies betreffend] den Sonnenübergang. Wenn der Meṣa-Übergang (Frühlings-Saṃkrānti) bei Tag [stattfindet], bringt er Unheil und Streit.
[Findet er] nachts [statt, bringt er] unvergleichlichen Nahrungsüberfluss; in der Dämmerung Vernichtung des Regens. Löwe, Tiger, Eber, Esel, Elefant und Büffel, Pferd, Sp(?), Ross und Stier – [dies sind] die 'Fuß'-Reittiere je nach Karaṇa.
Süßspeise, Melasse, Honig, Ghee, Zucker – [dies ist] die Opfergabe je nach Karaṇa. Bei Bava [steht er], bei Vaṇija-Viṣṭi, bei Bālava im 'Gocara' (auf der Weide) stehend …
Bei Kaulava, Śakuni [und] Kiṃstughna steht die Sonne(-Figur) aufrecht; bei Catuṣpāda [und] Nāga liegend, [mit] Sesam, vollzieht sie den Übergang (Saṃkrānti).
Für Dharma, Lebensdauer und Regen [ergeben sich je nach Haltung] gleiches, bestes, [oder] verlorenes Ergebnis der Reihe nach. Welcher Art Waffe, Reittier und Speise [sind, entspricht] der [gesellschaftlichen] Art der Menschen.
Wort für Wort
dharma-āyus-vṛṣṭiṣu
für Dharma, Lebensdauer, Regen
samaṃ śreṣṭhaṃ naṣṭaṃ phalaṃ kramāt
gleiches, bestes, verlorenes Ergebnis der Reihe nach
svāpopaviṣṭāstiṣṭhantaste lokāḥ kṣemamāpnuyuḥ / andhakaṃ mandasaṃjñaṃ ca madhyasaṃjñaṃ sulocanam
Jene Menschen, die schlafend, sitzend [oder] stehend [in derselben Haltung wie die Saṃkrānti-Figur sind], erlangen Wohlergehen. 'Andhaka' (blind), 'Manda' genannt, sowie 'Madhya' genannt [und] 'Sulocana' (schönäugig) …
[Diese vier Namen] mögen den vier Gruppen zugeordnet werden, beginnend mit Rohiṇī, vierfach. Der Sonnenübergang (Saṃkrānti) in den festen Nakṣatras ist als 'Viṣṇupada' genannt zu kennen.
Wort für Wort
papīyāt gaṇayoḥ udbhāni
möge man den Gruppen zuordnen, entstehend aus
rohiṇyādi caturvidham
beginnend mit Rohiṇī, vierfach
sthirabheṣu arkasaṃkrāntiḥ
der Sonnenübergang in den festen Nakṣatras
jñeyā viṣṇupadāhvayā
ist als 'Viṣṇupada' genannt zu kennen
[Anm.: 'papīyāt' morphologisch unsicher (Optativ von √pī? oder Fehllesung).]
[Der Übergang] in den doppelgestaltigen Zeichen ist als Beginn der 'Ṣaḍaśīti' (86-Tage-Periode) zu kennen. Der Sonnenübergang in Tulā und Kumbha(Ghaṭa) ist als 'Viṣuvat' (Tagundnachtgleiche) zu kennen.
Bei der Südwende (Dakṣiṇāyana) in festen [Zeichen sind] die ersten [Nāḍīs heilig], bei der Nordwende die letzten, durch Mond-Gestalten [bestimmt]; bei der Tagundnachtgleiche gelten sie als 'rein' – sechzehn heilige Nāḍīs [insgesamt].
Wort für Wort
yāmyāyane sthire tu ādyāḥ
bei der Südwende in festen [Zeichen] die ersten [Nāḍīs]
parāḥ saumya-indu-mūrtibhaiḥ
die letzten bei der Nordwende, durch Mondgestalten
Die Dämmerung, mit drei Nāḍīs bemessen, [beginnt] vom Aufgang der oberen Sonnenscheibe; wenn [dies] im Osten, Westen, Süden oder Norden [liegt], ist es am vorhergehenden [oder] am folgenden Tag heilig.
Wort für Wort
saṃdhyā trināḍī pramitā
die Dämmerung, mit drei Nāḍīs bemessen
arkabiṃba ūrdhva-udayāt tataḥ
vom Aufgang der oberen Sonnenscheibe an
prāk-paścād-yāmya-saumye cet
wenn im Osten, Westen, Süden, Norden
puṇyaṃ pūrvāṃ pare 'hani
ist es heilig, am vorherigen [oder] am folgenden Tag
Wie der Mond [beschaffen ist, wenn] der Sonnenübergang [stattfindet], ein ebensolches Ergebnis erlangt der Mensch in jenem Zeichen des Mondes – ob gut oder schlecht.
Nach dem [ersten] Übergang, nachdem die Sonne so viele Grade durchlaufen hat – dann [tritt] die Solstitial-Saṃkrānti der Sonne [ein], gemäß dem Übergang in jenes Zeichen.
sakrāntigrahagarkṣaṃvā janmanyubhayapārśvayoḥ / vratodvāhādikeṣveva dvayaṃ neṣṭaṃ tu tatkramāt
Ob ein Saṃkrānti-Übergang, ein Planeten- oder ein Nakṣatra-[Übergang] an der Geburt auf beiden Seiten [liegt] – bei Gelübde(Upanayana), Hochzeit und Ähnlichem ist ein solches Zusammentreffen zweier [Übergänge] ungünstig, gemäß dieser Regel.
Wort für Wort
sakrānti-graha-garkṣaṃ vā
ein Saṃkrānti-, Planeten- oder Nakṣatra-Übergang
janmani ubhayapārśvayoḥ
an der Geburt, auf beiden Seiten
vrata-udvāhādikeṣu eva
bei Gelübde, Hochzeit u.ä.
dvayaṃ neṣṭaṃ tu tatkramāt
ist das Zusammentreffen zweier [Übergänge] ungünstig, gemäß dieser Regel
Durch die Sternenkraft ist der Mond stark, durch dessen Einfluss die Sonne; ist [die Sonne] beim Übergang stark, so sind ebenso die [übrigen] Planeten kraftvoller.
śubhor'ke janmatastryāyadaśaṣaṭsu munīśvara / navapañcāṃburiṣphasthairvyarkibhirvidhyate na cet
O Fürst der Weisen, die Sonne ist günstig, [wenn sie transitiert] vom Geburts[-Zeichen] aus im 3., 11., 10. oder 6. [Haus] – sofern sie nicht von [Planeten] getroffen wird, die im 9., 5., 4. oder 12. [Haus] stehen, außer der Sonne selbst.
Wort für Wort
śubhaḥ arke janmataḥ
günstig ist die Sonne, vom Geburts[-Zeichen] aus
try-āya-daśa-ṣaṭsu munīśvara
im 3., 11., 10., 6. [Haus], o Fürst der Weisen
nava-pañca-ambu-riṣpha-sthaiḥ
durch [Planeten] im 9., 5., 4., 12. [Haus]
vi-arkibhiḥ vidhyate na cet
außer der Sonne, sofern sie nicht getroffen wird
Beginn der 'Vedha'-Lehre (Transit-Affliktionslehre) für die Planeten (V271-277).
śubho janmarkṣataścandro dyūnāṅgāyārisvatriṣu / yatheṣṭāntyāṃbudharmasthaivibudhairvidhyate na cet
Der Mond ist günstig vom Geburts-Nakṣatra aus im 2., 6.(Aṅga?), 11.(Āya), 6.(Ari), [und] 3. [Haus] – sofern er nicht von [Planeten] getroffen wird, die beliebig im 12., 4., [oder] 9. [Haus] stehen.
Wort für Wort
śubhaḥ janmarkṣataḥ candraḥ
der Mond ist günstig, vom Geburts-Nakṣatra aus
dyūna-aṅga-āya-ari-sva-triṣu
im 2., [6.], 11., 6., [1.], 3. [Haus]
yatheṣṭa-antya-ambu-dharma-sthaiḥ
durch [Planeten] beliebig im 12., 4., 9. [Haus]
vibudhaiḥ vidhyate na cet
sofern er nicht getroffen wird
[Anm.: Häuserzuordnung teils unsicher wegen komprimierter Begriffe (dyūna, aṅga).]
Mars ist am besten im 3., 11., 6. [Haus] von der Geburt aus, sofern er nicht getroffen wird; durch Saturn, Merkur [oder] Sonne, die im 12. [Haus] stehen – [dann jedoch] günstig durch [entsprechende] Heilmittel.
Wort für Wort
try-āya-ariṣu kujaḥ śreṣṭhaḥ
Mars ist am besten im 3., 11., 6. [Haus]
janmanā cet na vidhyate
von der Geburt aus, sofern er nicht getroffen wird
vyayeṣu aṅkasthitaiḥ
durch [Planeten], die im 12. [Haus] stehen
sauri-saumya-sūryaiḥ śubha-auṣadhāt
durch Saturn, Merkur, Sonne – [dann] günstig durch Heilmittel
Merkur [ist günstig] im 1., 11., 8. [und] 2.(?) [Haus] von der Geburt aus, sofern er nicht getroffen wird – [namentlich] durch günstige [Planeten], ohne den Mond, die im 9., 1., ... bis 8. [Haus] stehen.
Wort für Wort
jñaḥ sva-āya-aṣṭa-ravayiṣu
Merkur im 1., 11., 8., [2.] [Haus]
janmataḥ cet na vidhyate
von der Geburt aus, sofern er nicht getroffen wird
dhī-try-aka-ādi-gaja-anta-sthaiḥ
durch [Planeten] im 9., 3., 1. bis 8. [Haus]
śaśāṅkarahitaiḥ śubhaiḥ
durch günstige [Planeten], ohne den Mond
[Anm.: 'svāyāryaṣṭaravayiṣu' und 'dhītryakādigajāntasthaiḥ' morphologisch schwer aufzulösen; Übersetzung tentativ.]
janmarāśerguruḥ śreṣṭhaḥ svāyago 'dhyastago na cet / vidhyatentyāṣṭaravāṃbutrigataiḥ ravaiṭairmunīśvarā
Jupiter ist vom Geburtszeichen aus am besten im 1., 11., 5. [Haus] stehend, sofern er nicht getroffen wird – o Fürst der Weisen – durch [Planeten mit] Sonne(?), die im 12., 8., 4. [oder] 3. [Haus] stehen.
Wort für Wort
janmarāśeḥ guruḥ śreṣṭhaḥ
Jupiter ist vom Geburtszeichen aus am besten
sva-āya-go-'dhyastago na cet
im 1., 11., 5. [Haus] stehend, sofern nicht
vidhyate antya-aṣṭa-ravāṃbu-tri-gataiḥ
getroffen durch [Planeten] im 12., 8., 4., 3. [Haus]
Venus ist erwünscht vom Geburts-Nakṣatra aus im 1., 8., 12. [und] 11. [Haus], sofern sie nicht getroffen wird – durch [Planeten, die] im 8., 7., 1., von Sonne, 12., 11., 6. [Haus, oder] im 3. [stehen].
Wort für Wort
janmabhāt āsu-tāṣṭa-aṅka-antya-āyeṣu
vom Geburts-Nakṣatra aus im 1., 8., 12., 11. [Haus]
iṣṭaḥ bhṛgoḥ sutaḥ
ist Venus (Bhṛgu-Sohn) erwünscht
cet na viddhaḥ
sofern sie nicht getroffen wird
aṣṭasaptāṅgaṃ ravāṅkādyāyārirāmagaiḥ
durch [Planeten] im 8., 7., 1., 12., 11., 6., 3. [Haus]
[Anm.: Häuserfolge stark komprimiert/kompiliert; tentative Wiedergabe.]
na dadāti śubhaṃ kiñcidgocare vedhasaṃyute / tasmādvedhaṃ vicāryātha kathanīyaṃ śubhāśubham
Ist der Transit (Gocara) mit einer Vedha (Affliktion) verbunden, gewährt [der Planet] gar nichts Günstiges. Deshalb soll man erst die Vedha prüfen und dann [das Ergebnis als] günstig oder ungünstig verkünden.
Wort für Wort
na dadāti śubhaṃ kiñcit
gewährt er gar nichts Günstiges
gocare vedhasaṃyute
wenn der Transit mit Vedha verbunden ist
tasmāt vedhaṃ vicārya atha
deshalb, nachdem man die Vedha geprüft hat
kathanīyaṃ śubhāśubham
ist [das Ergebnis] als günstig oder ungünstig zu verkünden
Nach der Regel der 'Vāma-Bheda' (entgegengesetzten Wendung) kann auch ein übler [Planet] Glück bringend werden; [ein Wohltäter,] von einem günstigen [Planeten] angeblickt, [wird] von unerwünschtem Ergebnis, [ein Übeltäter,] von einem üblen [Planeten] angeblickt, glückbringend.
Wort für Wort
vāmabhedavidhānena
nach der Regel der 'Vāma-Bheda' (Umkehrung)
duṣṭaḥ api syāt śubhaṅkaraḥ
kann auch ein übler [Planet] Glück bringen
saumyekṣitaḥ 'niṣṭaphalaḥ
[ein Wohltäter,] von Gutem angeblickt, [wird] von unerwünschtem Ergebnis
śubhadaḥ pāpavīkṣitaḥ
[ein Übeltäter,] von Bösem angeblickt, wird glückbringend
niṣphalau tau grahau svena śatruṇā ca vilokitau / nīcarāśigataḥ svasya śatroḥ kṣetragato 'pi vā
Diese beiden Planeten, [wenn] sowohl von einem Freund als auch von einem Feind angeblickt, sind wirkungslos; ebenso [ein Planet], der in seinem eigenen Feindeszeichen oder im Feindes-Haus steht, [im Schwächezeichen].
Wort für Wort
niṣphalau tau grahau
diese beiden Planeten sind wirkungslos
svena śatruṇā ca vilokitau
sowohl von einem Freund als von einem Feind angeblickt
Auch [ein Planet], der kombust (untergegangen) ist, gibt weder günstiges noch ungünstiges Ergebnis. Stehen die Planeten ungünstig, soll man eifrig ein Besänftigungsritual (Śānti) durchführen.
Wort für Wort
śubhāśubhaphalaṃ na eva dadyāt
gibt weder günstiges noch ungünstiges Ergebnis
astamitaḥ api vā
auch [wenn] kombust
graheṣu viṣamastheṣu
stehen die Planeten ungünstig
śāntiṃ kuryāt prayatnataḥ
soll man eifrig ein Besänftigungsritual durchführen
Verlust und Gewinn hängen von den Planeten ab, deshalb sind die Planeten höchst verehrungswürdig. Rubin, Perle, der 'Vidruma' genannte [Stein] (Koralle), ebenso der Smaragd(Maraka) …
Wort für Wort
hāniḥ vṛddhiḥ grahādhīnā
Verlust und Gewinn hängen von den Planeten ab
tasmāt pūjyatamā grahāḥ
deshalb sind die Planeten höchst verehrungswürdig
maṇiḥ muktāphalaṃ vidrumākhyam
Rubin, Perle, der 'Vidruma' (Koralle) genannte [Stein]
marakaṃ taṃ tathā
der Smaragd, ebenso
Beginn der Liste der neun Planeten-Edelsteine (V281-282).
Topas (Puṣparāga), ebenso Diamant, Saphir, der 'Gomeda' genannte [Stein] (Hessonit) und Katzenauge (Vaidūrya) – zur Zufriedenstellung von Sonne usw. sind sie der Reihe nach zu tragen.
Wort für Wort
puṣparāgaṃ tathā vajram
Topas, ebenso Diamant
nīlaṃ gomedasaṃjñitam
Saphir, der 'Gomeda' genannte [Stein]
dūryaṃ bhāskarādīnāṃ
Katzenauge – [diese Steine] der Sonne usw.
tuṣṭyai dhāryaṃ yathākramam
sind zur Zufriedenstellung der Reihe nach zu tragen
śuklapakṣādidivase candro yasya śubhapradaḥ / sa pakṣastasya śubhadaḥ kṛṣṇapakṣonyathāśubhaḥ
An welchem Tag der hellen Monatshälfte der Mond für jemanden günstig ist, jene [entsprechende Tages-]Hälfte ist für ihn günstig; die dunkle Monatshälfte ist sonst ungünstig.
In der hellen Monatshälfte ist der Mond günstig im 2., 9., 5. [Nakṣatra-Zählwert], sofern er nicht von [Planeten] getroffen wird, die im 6., 3.(Riḥ), 8.(Randhra), 4.(Ambu) [Feld] am Himmel wandeln.
Wort für Wort
śuklapakṣe śubhaḥ candraḥ
in der hellen Monatshälfte ist der Mond günstig
dvitīya-nava-pañcame
im 2., 9., 5. [Zählwert]
riḥ-phara-randhra-ambu-saṃsthaiḥ
durch [Planeten] im 6., 3., 8., 4. [Feld]
ca na viddho gagane caraiḥ
sofern er nicht getroffen wird von den am Himmel wandelnden
Zur Vernichtung des unerwünschten Ergebnisses gebe man dies einem Brahmanen. In der dunklen [Monatshälfte] ist der Stern (Tārā) stark, in der hellen Monatshälfte ist der Mond stark. Die zwölf Zustände (Avasthā) des Mondes [wechseln] Zeichen für Zeichen der Reihe nach.
Bei Reise, Hochzeit und ähnlichen Unternehmungen bringen [diese Zustände] ein ihrem Namen entsprechendes Ergebnis. [Berechnung:] Das durchlaufene Mond-Nakṣatra mit sechzig multipliziert, versehen mit den zu diesem Zeitpunkt vergangenen Ghaṭikās, mit vier(Veda) multipliziert, [dividiert] durch Pfeil-Veda-Ende(?) – [so ergibt sich] der Zustand, ausgehend vom Anteil der Sonne.
Wort für Wort
yātrā-udvāha-ādikāryeṣu
bei Reise, Hochzeit u.ä. Unternehmungen
nāmatulyaphalapradāḥ
bringen [sie] ein dem Namen entsprechendes Ergebnis
ṣaṣṭighnaṃ gatacandrarkṣaṃ
das durchlaufene Mond-Nakṣatra, mit 60 multipliziert
tatkālaghaṭikānvitam
versehen mit den zu diesem Zeitpunkt vergangenen Ghaṭikās
vedaghnam iṣu-veda-antyam
mit 4 multipliziert, [geteilt] bis zum Ende(?)
avasthā bhānubhāgataḥ
der Zustand, ausgehend vom Sonnenanteil
[Anm.: Rechenformel für die Mond-'Avasthā' (V289) – Details der Divisionskonstanten unsicher.]
Feste glückverheißende Handlungen, Wasserwerke, Haus- und [andere] Unternehmungen, Landwirtschaft, Handel, Viehzucht u.a. gelingen bei [Stier-]Aszendent.
Wort für Wort
maṅgalāni sthirāṇi
feste glückverheißende Handlungen
aṃvu-veśma-karma-pravartanam
Wasserwerke, Haus- und Unternehmungsbeginn
kṛṣi-vāṇijya-paśvādi
Landwirtschaft, Handel, Viehzucht u.a.
[vṛṣa?]lagne prasiddhyati
gelingen bei [Stier-]Aszendent
[Anm.: 'duṣṭalagne' im Original – vermutlich Verschreibung für 'vṛṣalagne' (Stier-Aszendent), da inhaltlich zwischen Meṣa (V290) und Mithuna (V292) stehend.]
vidyāśilpauṣadhaṃ kṛtyaṃ bhūṣaṇaṃ ca carasthiram / kanyā lagne vidheyaṃ ca pauṣṭikākhilamaṅgalam
Wissenschaft, Handwerk, Arznei-Handlung, Schmuck, sowohl beweglich als fest [einzuordnende Unternehmen] sind bei Jungfrau-Aszendent auszuführen, ebenso alle nährenden und glückverheißenden [Rituale].
Wort für Wort
vidyā-śilpa-auṣadhaṃ kṛtyam
Wissenschaft, Handwerk, Arznei-Handlung
bhūṣaṇaṃ ca carasthiram
Schmuck, sowohl bewegliches als festes [Unternehmen]
meṣādiṣu kligneṣu śuddheṣvevaṃ prasiddhyati / krūragrahekṣiteṣūgrasaṃyuteṣūgrameva hi
Bei den [Zeichen] Widder usw. als Aszendent gelingt dies so, wenn sie rein [unafflicted] sind; wenn von üblen Planeten angeblickt oder mit ihnen verbunden, [ist das Ergebnis] fürwahr entsprechend heftig.
Wort für Wort
meṣādiṣu ka-lagneṣu śuddheṣu
bei den [Zeichen] Widder usw. als Aszendent, wenn rein
Stier, Zwillinge, Krebs, Jungfrau, das letzte [Zeichen, Fische], Waage [und] der Bogenträger (Schütze) sind günstige [Zeichen]. [Diese sind] wegen ihrer günstigen Nakṣatra-Natur nicht wirklich ungünstig; die übrigen sind üble Zeichen.
Durch Planetenverbindung und -blick nimmt ein Zeichen die von den Planeten [herrührende] Wirkung an; ohne diese beiden nähert es sich [nur] seiner eigenen Natur [an Ergebnis].
ādau saṃpūrṇaphaladaṃ madhye madhyaphalapradam / ante tucchaphale lagne sarvasminnevameva hi
Am Anfang [des Zeichens gibt der Aszendent] volles Ergebnis, in der Mitte mittleres Ergebnis, am Ende geringes Ergebnis – bei jedem Aszendenten ist es fürwahr ebenso.
Überall [ist] zuerst der Aszendent [zu prüfen], dann die Mondstärke des Handelnden; ist [dies] auszulegen(?), ist bei starkem Mond der siebte [Bhāva zu prüfen], [dort] die starken Planeten.
Die Stärke des Mondes ist die Stütze (Ādhāra), das Gestützte (Ādheya) sind die anderen Planeten; durch das, was Stütze ist, wird das Gestützte [entsprechend] der umgebenden Stellung gehalten.
Ist der Mond günstig, geben alle Planeten günstiges Ergebnis; ist er ungünstig, geben sie ungünstiges [Ergebnis] – ausgenommen der Herr des zweiten Hauses (Dhanādhipa).
Welche Grade des Aszendenten bereits aufgegangen sind – ein Planet, der in diesen Graden steht, trägt das vom Aszendenten herrührende Ergebnis; [ist er] über den [ersten Grad] hinaus im Reichtums[-Bereich, gibt er] das zweite [Haus-Ergebnis].
Wort für Wort
lagnasya abhyuditāḥ ye aṃśāḥ
welche Grade des Aszendenten aufgegangen sind
teṣu aṃśeṣu sthito grahaḥ
ein Planet, der in diesen Graden steht
lagnodbhavaṃ phalaṃ dhatte
trägt das vom Aszendenten herrührende Ergebnis
dhanātītaḥ dvitīyakam
über den Reichtums[-Bereich] hinaus das zweite [Ergebnis]
So soll man es auch bei den übrigen Häusern ebenso annehmen. Ein mit allen guten Eigenschaften versehener Aszendent wird nicht in wenigen Tagen erlangt.
Wort für Wort
evaṃ sthāneṣu śeṣeṣu
so auch bei den übrigen Häusern
ca evam eva prakalpayet
soll man es ebenso annehmen
lagnaṃ sarvaguṇopetam
ein mit allen guten Eigenschaften versehener Aszendent
doṣālpatvaṃ guṇādhikyaṃ bahu saṃtatamiṣyate / doṣādduṣṭo hi kālastamapi mārṣṭuṃ pitāmahaḥ
[Ein Aszendent mit] geringen Fehlern und überwiegenden guten Eigenschaften wird stets als hinreichend anerkannt. Durch [einen einzigen] Fehler ist ja [schon] die Zeit [selbst] befleckt – selbst sie rein zu waschen [vermag] Brahmā [kaum].
apyaśaucatuṇādhikyaṃ doṣānyatte tato hi te / amāriktāṣṭamīṣaṣṭīdvādaśīpratipatsvapi
Auch das Übermaß an Unreinheit(Aśauca) [zählt] zu den Fehlern, deshalb [meide man] sie; ebenso an Amāvāsyā, den 'Rikta'-Tithis, der achten, sechsten, zwölften [und] ersten Tithi …
parighasya ca pūrvārddhaṃ vyatīpāte savaidhṛtau / saṃdhyāsūpaplave viṣṭyāmaśubhaṃ prathamārttavam
und in der ersten Hälfte des Parigha, bei Vyatīpāta samt Vaidhṛti, in den Dämmerungen, bei einer Verfinsterung [und] bei Viṣṭi – [in all diesen Zeiten] ist die erste Menstruation(Ārtava) ungünstig [zu behandeln].
Krank, dem Gatten lieb, unglücklich, kinderreich(Söhne), genussfreudig, dem Gatten treu ergeben, mit [schönem] Haar versehen – [dies je nachdem, ob die erste Menstruation] an Sonntag usw. [eintritt], der Reihe nach.
yāmāgniraudrabhāgyayāhidvīśendrādihyupadviṣāḥ / tārakā na hitā māsā madhūrjaśucipauṣakāḥ
Die Nakṣatras Yama(Bharaṇī), Agni(Kṛttikā), Raudra(Ārdrā), Bhāgya(Pūrvaphalgunī), Yāhi(?), Dviśa(Viśākhā), Indra(Jyeṣṭhā) u.a., sowie 'Upadviṣ'(?) genannte Sterne sind nicht zuträglich; [ebenso] die Monate Madhu(Caitra), Ūrja(Kārttika), Śuci(Āṣāḍha) [und] Pauṣa.
Wort für Wort
yāma-agni-raudra-bhāgya-yāhi-dvīśa-indrādi
die Nakṣatras Yama, Agni, Raudra, Bhāgya, [Yāhi], Dviśa, Indra u.a.
hi upadviṣāḥ tārakā na hitā
sowie 'Upadviṣ' genannte Sterne, [sie] sind nicht zuträglich
bhadrā ca saṃkramonidrā rātriścandrārkayorgrahaḥ / kulaṭā pāpabhogeṣu nindyarkṣe nindyavāsare
Ebenso Bhadrā(-Karaṇa), Saṃkrama(-Übergang), 'Nidrā' (Schlaf-Zeit), Nacht, eine Sonnen- oder Mondfinsternis(Graha) [sind ungünstig]; 'Kulaṭā' [ist die Zeit] in üblen Genuss-[Stunden], bei verwerflichem Nakṣatra [und] verwerflichem Wochentag.
Wort für Wort
bhadrā ca saṃkramaḥ nidrā
Bhadrā, Saṃkrama, 'Nidrā'
rātriḥ candra-arkayoḥ grahaḥ
Nacht, eine Sonnen- oder Mondfinsternis
kulaṭā pāpabhogeṣu
'Kulaṭā' [Zeit] in üblen Genuss-Stunden
nindyarkṣe nindyavāsare
bei verwerflichem Nakṣatra, verwerflichem Wochentag
Ein weiser [Brahmane] opfere Sesam, Ghee [und] Dūrvā-Gras mit dem Gāyatrī-Mantra hundertacht[mal]; er gebe Gold, Kuh [und] Sesam zur Tilgung aller Fehler.
Wort für Wort
tila-ājya-dūrvā juhuyāt
Sesam, Ghee, Dūrvā-Gras opfere man
gāyatryā aṣṭaśataṃ budhaḥ
der Weise mit dem Gāyatrī[-Mantra], hundertachtmal
Die ersten vier Nächte [nach der Menstruation] sind jedoch zu meiden, ebenso gleiche [Nächte danach] durch andere; [günstig ist es, wenn] der Mond im Grad eines ungeraden Zeichens steht, der Aszendent von männlichen Planeten angeblickt wird.
Wort für Wort
ādyāḥ niśaḥ catasraḥ tu tyājyāḥ
die ersten vier Nächte sind zu meiden
hi api samāḥ paraiḥ
ebenso gleiche [Nächte] durch andere
ojarāśyaṃśage candre
wenn der Mond im Grad eines ungeraden Zeichens steht
Der Fadenträger(Brahmane) begehre an einer geraden Tithi, unbekleidet(?, d.h. nicht entblößt), sein Weib; ein Mann, der einen Sohn wünscht, [meide dabei] die Nakṣatras Pauṣṇa(Revatī), Mūla, Āśleṣā(Ahi) [und] Pitrya(Maghā).
Wort für Wort
upavītī yugmatithau
der Fadenträger an gerader Tithi
anagnaḥ kāmayet striyam
begehre, [nicht] unbekleidet, sein Weib
putrārthī puruṣaḥ
ein Mann, der einen Sohn wünscht
tyaktvā pauṣṇa-mūla-ahi-pitryabham
unter Meidung der Nakṣatras Revatī, Mūla, Āśleṣā, Maghā
[Anm.: 'anagnaḥ' wörtl. 'nicht nackt' – Sinn evtl. eher 'nicht unbekleidet' oder Negation eines rituellen Verbots; Lesart beibehalten.]
Bei feststehender erster Schwangerschaft ist im dritten oder zweiten Monat das Puṃsavana durchzuführen, ebenso das Sīmanta[-Ritual] auf entsprechende Weise.
Im vierten, sechsten oder achten Monat, wenn dessen Herr [d.h. der Monatsherrscher] mit Stärke versehen ist, wenn Mond- und Sternenstärke des Ehepaares vorhanden sind …
Wort für Wort
caturthe māsi ṣaṣṭe vā api aṣṭame vā
im vierten, sechsten oder achten Monat
tadīśvare balopapanne
wenn dessen Herr mit Stärke versehen ist
daṃpatyoḥ candratārābalānvite
wenn Mond- und Sternenstärke des Ehepaares vorhanden sind
an einem Nicht-Rikta-, Nicht-Parva-Tag, an Dienstag, Donnerstag oder Sonntag, unter Meidung scharfer und gemischter [Nakṣatras] sowie [des Saturn-Tages], wenn der 'Nachtherr' (Mond) im männlichen Anteil [des Nakṣatra] steht …
Wort für Wort
ariktā-parva-divase
an einem Nicht-Rikta-, Nicht-Parva-Tag
kuja-jīva-arka-vāsare
an Dienstag, Donnerstag oder Sonntag
tīkṣṇa-miśra-arka-varjyeṣu
unter Meidung scharfer, gemischter [Nakṣatras] und [Saturn-Tag]
puṃbhāṃśe rātrināyake
wenn der Nachtherr (Mond) im männlichen Anteil steht
śuddhe 'ṣṭame janmalagnāttayorlagne na naidhane / śubhagrahayute dṛṣṭe pāpadṛṣṭivivarjite
wenn das achte [Haus] vom Geburts-Aszendenten beider [Eltern] rein ist, im [gegenwärtigen] Aszendenten kein [Übel] im achten Haus [liegt], [der Aszendent] mit einem günstigen Planeten verbunden oder von ihm angeblickt und frei von üblem Blick [ist] …
Wort für Wort
śuddhe 'ṣṭame janmalagnāt
wenn das achte [Haus] vom Geburts-Aszendenten rein ist
tayoḥ lagne na naidhane
bei beiden [Eltern], im Aszendenten kein [Übel] im 8. [Haus]
śubhagrahayute dṛṣṭe
mit einem günstigen Planeten verbunden oder angeblickt
wenn günstige Planeten im 9., 5. [und in den] Kendra-Häusern [stehen], die drei [malefischen Planeten] im sechsten (Feindes-)Haus [sind]; wenn böse Planeten [dort] vorhanden sind, der Mond frei vom achten und sechsten [Haus] ist.
Wort für Wort
śubhagraheṣu dhī-dharma-kendreṣu
günstige Planeten im 9., 5. [und den] Kendra-Häusern
krūragrahāṇāmekopi lagnādantyātmajāṣṭagaḥ / sīmantinīṃ vā tadgarbhaṃ balī hṝnti na saṃśayaḥ
Selbst nur ein einziger üblen Planet, der vom Aszendenten aus im zwölften, fünften oder achten [Haus] steht, tötet – wenn stark – ohne Zweifel entweder die schwangere Frau oder ihre Leibesfrucht.
Entweder in eben jenem Geburtsmuhūrta oder am Ende der Geburtsunreinheit(Sūtaka) des Kindes ist das Geburtsritual (Jātakarma) durchzuführen, dem eine Ahnenverehrung vorausgeht.
Am Ende der Geburtsunreinheit ist die Namensgebung(Nāmakarma) auszuführen, dem eigenen Familienbrauch entsprechend; das vorherige [Nennen des] Namens sei empfohlen [und geschehe] unter wohlgeprüften glückverheißenden [Zeichen].
Wort für Wort
sūtakānte nāmakarma vidheyam
am Ende der Unreinheit ist die Namensgebung auszuführen
Wenn wegen Ort, Zeit, Hindernissen u.a. eine Überschreitung der [vorgeschriebenen] Zeit [eintritt, ist das Ritual auszuführen,] wenn Venus und Jupiter nicht kombust sind, in der Nordwende (Uttarāyaṇa) …
carasthiramṛdukṣipranakṣatre śubhavāsare / candrātārābalopete divase ca śiśoḥ pituḥ
in einem beweglichen, festen, weichen oder scharfen Nakṣatra, an einem günstigen Wochentag, wenn Mond- und Sternenstärke vorhanden sind, und am [günstigen] Tag des Vaters des Kindes.
Wort für Wort
cara-sthira-mṛdu-kṣipra-nakṣatre
in einem beweglichen, festen, weichen, scharfen Nakṣatra
oder im siebten Monat ist die erste Getreidespeisung (Annaprāśana) glückverheißend auszuführen; man meide die Rikta-Tithi, den 'Tageszerfall'(?), die Nandā-Tithi, die zwölfte, die achte [Tithi],
Wort für Wort
saptame māsi vā kāryam
oder im siebten Monat auszuführen
navānnapraśanaṃ śubham
die erste Getreidespeisung, glückverheißend
riktāṃ dinakṣayaṃ nandāṃ
man meide Rikta-Tithi, 'Tageszerfall', Nandā-Tithi
unter Meidung [dieser], an den übrigen Tithis ist die genannte Speisung an einem günstigen Wochentag [auszuführen], in beweglichem, festem, weichem oder scharfem Nakṣatra, mit günstigem achtem Haus.
Wort für Wort
tyaktvā anyatithiṣu proktam
unter Meidung [dieser], an den übrigen Tithis, das genannte
praśanaṃ śubhavāsare
die Speisung an einem günstigen Wochentag
cara-sthira-mṛdu-kṣipra-nakṣatre
in beweglichem, festem, weichem, scharfem Nakṣatra
wenn das zehnte [Haus] rein ist, bei günstigem Aszendenten, günstigem Grad, in der ersten Hälfte [des Tages], verbunden mit oder angeblickt von einem wohltätigen Planeten.
Wort für Wort
daśame śuddhisaṃyukte
wenn das zehnte [Haus] rein ist
śubhalagne śubhāṃśake
bei günstigem Aszendenten, günstigem Grad
pūrvārddhe saumyakheṭena
in der ersten Hälfte, mit einem wohltätigen Planeten
triṣaṣṭalābhagaiḥ krūraiḥ kendradhīdharmagaiḥ śubhaiḥ / vyayārinidhanasthe ca candre 'nnaprāśanaṃ śubham
wenn üble [Planeten] im dritten, sechsten, elften [Haus] stehen, günstige im Kendra, neunten, fünften; wenn der Mond nicht im zwölften, sechsten oder achten Haus steht – [dann] ist die Getreidespeisung glückverheißend.
Im dritten oder fünften Jahr, oder auch nach eigenem Familienbrauch, ist das Tonsurritual(Caula) der Kinder, von der Geburt an [gerechnet], nach der Vorschrift des eigenen Gṛhyasūtra [durchzuführen].
In der Nordwende, wenn Venus (Surāri) und Jupiter (Suramantrī) nicht kombust sind, an einer Nicht-Parva-, Nicht-Rikta-Tithi, an Venus-, Jupiter-, Merkur- oder Mond-Tag …
dasrāditījyacandrendrapūṣabhāni śubhāni ca / caulakarmaṇi hastakṣārrtrīṇitrīṇi ca viṣṇubhāt
sind die Nakṣatras Aśvinī(Dasra), Puṣya(Aditījya), Mṛgaśira(Candra), Jyeṣṭhā(Indra) [und] Revatī(Pūṣan) günstig, ebenso Hasta – für das Tonsurritual; ebenso die je drei [Nakṣatras] vom Śravaṇa(Viṣṇu) an.
Wort für Wort
dasra-aditī-jya-candra-indra-pūṣabhāni śubhāni ca
Aśvinī, Puṣya, [Mṛgaśira], Jyeṣṭhā, Revatī sind günstig
aṣṭame śuddhisaṃyukteṃ śubhalagne śubhāṃśake / janmāṣṭame na śītāṃśau ṣaṣṭāṣṭāntyavivarjite
wenn das achte [Haus] rein ist, bei günstigem Aszendenten, günstigem Grad; das vom Geburtsmond aus achte [Nakṣatra ist zu meiden], wenn der Mond nicht im sechsten, achten, zwölften [Haus vom Geburtsmond] steht.
dhanatrikoṇakendrasthaiḥ śubhaistryāyārigaiḥ paraiḥ / abhyakte sandhyayornāre niśi bhuktvā na vāhave
mit günstigen [Planeten] im zweiten, Trikoṇa- und Kendra-Haus, [malefischen] im dritten, elften, sechsten Haus; nicht [unmittelbar] nach dem Ölen, nicht in den Dämmerungen, nicht nach dem Essen bei Nacht, nicht vor einem Feldzug …
Wort für Wort
dhana-trikoṇa-kendra-sthaiḥ śubhaiḥ
mit günstigen [Planeten] im 2., Trikoṇa-, Kendra-Haus
try-āya-ari-gaiḥ paraiḥ
mit [Malefika] im 3., 11., 6. Haus
abhyakte sandhyayoḥ nāre
nicht [gleich] nach dem Ölen, [nicht] in den Dämmerungen
niśi bhuktvā na vāhave
nicht nach nächtlichem Essen, nicht vor dem Feldzug
notkaṭe bhūṣite naiva yāne na navame 'hni ca / kṣaurakarma mahīpānāṃ pañcamepañcame 'hani
nicht bei [ungeordnetem Sitz], nicht geschmückt, nicht auf Reisen, nicht am neunten Tag [ist] das Rasieren der Könige [durchzuführen]; [empfohlen ist es] an jedem fünften Tag.
ist es durchzuführen, im 'Rasier-Nakṣatra' oder beim günstigen Aufgang des Schermessers(?); auf Befehl von König oder Brahmane, bei Opfer, bei Tod, bei Freilassung aus Gefangenschaft …
Wort für Wort
kartavyaṃ kṣoranakṣatre
durchzuführen im 'Rasier-Nakṣatra'
api atha vāsyodaye śubham
oder auch beim günstigen Aufgang des Schermessers(?)
bei einer Hochzeit ist das Rasieren an jedem beliebigen Wochentag, Nakṣatra, Tithi erwünscht; am Beginn glückverheißender Handlungen ist zum Glück das Darbringen des Schermessers auszuführen.
Wort für Wort
udvāhe akhila-vāra-ṛkṣa-tithiṣu
bei Hochzeit an jedem beliebigen Wochentag, Nakṣatra, Tithi
kṣauram iṣṭadam
ist das Rasieren erwünscht
kartavyaṃ maṅgaleṣu ādau
durchzuführen am Beginn glückverheißender Handlungen
Am neunten, siebten oder auch fünften Tag, oder am dritten, in einem 'Keim-Nakṣatra' (fruchtbaren Nakṣatra), an günstigem Wochentag, mit günstigem Aufgang …
Wort für Wort
navame saptame vā api
am neunten, siebten, oder auch
pañcame divase 'pi vā
am fünften Tag, oder auch
tṛtīye bījanakṣatre
am dritten, in einem fruchtbaren Nakṣatra
śubhavāre śubhodaye
an günstigem Wochentag, mit günstigem Aufgang
Beginn der Beschreibung des Aṅkurārpaṇa (Keimlings-Darbringung vor der Hochzeit) (V344-347).
Nachdem man die Häuser mit Baldachinen, Bannern und Torbögen recht geschmückt hat, ist das Segenssprechen durch verheiratete/gesegnete Frauen u.a. als heilige Handlung auszuführen.
Wort für Wort
samyak gṛhāṇi alaṅkṛtya
nachdem man die Häuser recht geschmückt hat
vitāna-dhvaja-toraṇaiḥ
mit Baldachinen, Bannern, Torbögen
āśiṣo vācanaṃ kāryaṃ puṇyam
das Segenssprechen ist als heilige Handlung auszuführen
sahavāditranṛtyādyairgatvā prāguttarāṃ diśam / tatra mṛdatatastīkṣṇā gṛhītvā punarāgataḥ
Nachdem man, begleitet von Musikinstrumenten, Tanz u.a., in die nordöstliche Richtung gegangen ist, dort weiche [Erde] und dann harte(?) [Gegenstände] genommen hat, kehrt man zurück.
Wort für Wort
saha vāditra-nṛtyādyaiḥ
begleitet von Musikinstrumenten, Tanz u.a.
gatvā prāguttarāṃ diśam
nachdem man in die nordöstliche Richtung gegangen ist
tatra mṛdā tataḥ tīkṣṇā
dort weiche, dann harte(?) [Erde/Gegenstände]
gṛhītvā punarāgataḥ
genommen habend, zurückgekehrt
[Anm.: 'tīkṣṇā' hier unklar (harte Erdschicht? Metallgegenstand?).]
Im achten Jahr nach der Empfängnis (Ādhāna) oder von der Geburt an [gerechnet ist] für Brahmanen [die Fadenweihe fällig]; nach königlicher(kṣatriya) [Zählung] im elften das Gürtelbinden, im zwölften für Vaiśyas.
Wort für Wort
ādhānāt aṣṭame varṣe
im achten Jahr nach der Empfängnis
janmataḥ vā agrajanmanām
oder von der Geburt an, für Brahmanen
rājñā mekādaśe maiñjībandhanam
nach königlicher [Norm] im elften das Gürtelbinden
Von der Geburt an im fünften Jahr, [wenn der Knabe] in Veda und Śāstra bewandert(?) [werden soll], zum Fadenträger [gemacht wird], glorreich – dann ist die Fadenweihe (Upanayana) durchzuführen.
Wort für Wort
janmataḥ pañcame varṣe
von der Geburt an im fünften Jahr
vedaśāstra-viśāradaḥ(?)
in Veda und Śāstra bewandert(?)
upavītī yataḥ śrīmān
damit er zum glorreichen Fadenträger [wird]
kāryaṃ tatra upanāyanam
ist dann die Fadenweihe durchzuführen
[Anm.: 'vedaśāstrariṃśāradaḥ' unklar, evtl. verderbt aus 'vedaśāstraviśāradaḥ' (in Veda und Śāstra bewandert).]
Auch wenn das Kind schwach [an eigener Körperstärke] ist, ist [die Weihe dennoch] günstig, wenn Jupiter hell(rein) [steht]; im [dafür] vorgeschriebenen Jahr ist sie durchzuführen, ohne [besondere] Vorschrift [aber] keine Fadenweihe.
wenn Jupiter und Venus sichtbar sind, [ebenso] der 'Zweigherr'(Śākheśa), und in der Nordwende; die Herren der Veden sind der Reihe nach Jupiter, Venus, Mars [und] Merkur.
Wort für Wort
dṛśyamāna-gurau śukre
wenn Jupiter und Venus sichtbar sind
śākheśe ca uttarāyaṇe
[wenn] der Zweigherr [gut steht], und in der Nordwende
In Herbst, Sommer [und] Frühling – in umgekehrter Reihenfolge [je nach Stand] – [ist die Weihe] für die Zweifachgeborenen [vorgesehen]; die für sie gemeinsame Hauptzeit [liegt] in den fünf Monaten von Tapas (Māgha) an.
Wort für Wort
śarad-grīṣma-vasaṃteṣu
in Herbst, Sommer, Frühling
vyutkramāt tu dvijanmanām
in umgekehrter Reihenfolge für die Zweifachgeborenen
mukhyaṃ sādhāraṇaṃ teṣām
die für sie [gemeinsame] Haupt- bzw. allgemeine [Zeit]
svakulācāradharmajño mādhamāse tu phalgune / vidhijñaścārthavāṃścaitre vedavedāṅgapāragaḥ
Wer den Brauch und die Pflicht seiner Familie kennt, [dem geziemt es] im Monat Māgha oder Phālguna; wer die [genaue] Vorschrift kennt und wohlhabend ist, im Caitra; wer Veda und Vedāṅga durchdrungen hat …
Wort für Wort
svakulācāradharmajñaḥ
wer Brauch und Pflicht seiner Familie kennt
mādhamāse tu phalgune
im Māgha- oder Phālguna-Monat
vidhijñaḥ ca arthavān caitre
wer die Vorschrift kennt und wohlhabend ist, im Caitra
[wird geweiht] im Vaiśākha, wenn wohlhabend oder in Veda-Wissenschaft bewandert; wer stark ist, wird im Jyeṣṭha geweiht – [dies gilt als] das Beste unter den Vorschriftkundigen.
śuklapakṣe dvitīyā ca tṛtīyā pañcamī tathā / trayodaśī ca daśamī saptamī vratabandhane
In der hellen Monatshälfte [sind] die zweite, dritte, ebenso die fünfte, die dreizehnte, die zehnte [und] die siebte [Tithi] für die Gelübde-Bindung (Upanayana geeignet).
Am besten sind die elfte [und] sechste, die zwölfte und die übrigen aber mittelmäßig; in der dunklen [Monatshälfte] sind die zwei- und dreifach gezählten Tithis [d.h. 2./3./12./13.], die anderen [Tithis] hingegen sehr verwerflich.
Wort für Wort
śreṣṭhā tu ekādaśī ṣaṣṭī
am besten sind aber die elfte und sechste
dvādaśī anyāḥ tu madhyamāḥ
die zwölfte und die übrigen mittelmäßig
kṛthaṣṇe dvi-tri-su-saṃkhyāḥ ca tithyaḥ
in der dunklen [Hälfte] die 2./3.[/12./13.] gezählten Tithis
dhiṣṇānyarkatrayāntejyarudrādityuttarāṇi ca / viṣṇutrayāṃśvimitrābjayonibhānyupanāyane
Die drei Sonnen-Nakṣatras (Kṛttikā, Uttaraphalgunī, Uttarāṣāḍhā), [dazu] Jyeṣṭhā(Rudra), die 'Āditya-Uttara'[-Nakṣatras], die drei Viṣṇu[-Nakṣatras] (Śravaṇa, Dhaniṣṭhā, Śatabhiṣā), Anurādhā(Mitra) und die Mond[-Nakṣatras] (Rohiṇī, Mṛgaśira) [sind geeignet] für die Fadenweihe.
Wort für Wort
dhiṣṇāni arkatrayānte jya-rudra-āditya-uttarāṇi ca
die drei Sonnen-Nakṣatras, dazu Jyeṣṭhā, die 'Āditya-Uttara'-Sterne
viṣṇutrayāṃśu-mitra-abjayonibhāni
die drei Viṣṇu-Nakṣatras, Anurādhā, die Mond-Nakṣatras
mānasaṃ mānasaṃ pañcaviṃśarkṣaṃ nācarecchubhameṣu tu / ācāryasaumyakāvyānāṃ vārāḥ śastāḥ śaśīnayoḥ
das fünfundzwanzigste 'Mānasa' – in diesen soll man keine glückverheißende Handlung ausführen. Die Wochentage von Lehrer(Jupiter), Merkur, [und] Venus sind gelobt, [ebenso] die des Mondes.
Wort für Wort
mānasaṃ pañcaviṃśarkṣam
das fünfundzwanzigste, 'Mānasa'
na ācaret śubham eṣu tu
in diesen soll man nichts Glückverheißendes ausführen
ācārya-saumya-kāvyānāṃ vārāḥ śastāḥ
die Wochentage von Jupiter, Merkur, Venus sind gelobt
Die beiden mittleren Wochentage [gelten] als [nur] mittelmäßig, die beiden übrigen beim Gelübde[-Ritual] als verwerflich. Man teile den Tag dreifach; im ersten [Teil geschehe] das göttliche Ritual.
Wort für Wort
vārau tu madhyamau caiva
die beiden mittleren Wochentage sind [nur] mittelmäßig
vrate 'nyau ninditau matau
die anderen beiden gelten beim Gelübde als verwerflich
im zweiten das menschliche [Ritual] durchzuführen, im dritten Teil das ahnenbezogene. [Zu meiden ist der Planet,] wenn er im eigenen Fallzeichen oder dessen Grad steht, oder im eigenen Feindeszeichen oder dessen Grad.
Wort für Wort
dvitīye mānuṣaṃ kāryam
im zweiten [Teil] das menschliche [Ritual] durchzuführen
Wenn Jupiter, Venus(Śikhin?) oder der Zweigherr [in schlechter Stellung stehen, wird das Kind] frei von Kunstfertigkeit und gutem Charakter; wenn [der jeweilige Planet] im eigenen, im Freundes- oder im Feindeshaus steht, oder in dessen Grad, [ergibt sich Entsprechendes] für den Gelübdeträger.
Wort für Wort
guru-śikhinoḥ ca śākheśe
wenn Jupiter, Venus(?) oder der Zweigherr [ungünstig stehen]
kalāśīlavivarjitaḥ
wird [das Kind] frei von Kunstfertigkeit und gutem Charakter
svādhi-śatru-gṛhasthe vā tadaṃśasthe
im eigenen, Freundes- oder Feindeshaus, oder dessen Grad
atha vā vratī
so [ergibt sich Entsprechendes] für den Gelübdeträger
[Anm.: 'śikhinaḥ' hier ungewöhnlich für Venus; evtl. Lesefehler für 'śukrasya'.]
Wenn der Zweigherr, Jupiter oder Venus [ungünstig stehen, wird das Kind] zu einem Begeher großer Sünden; [günstig hingegen,] wenn [diese Planeten] in eigener Exaltation stehen, oder deren Grad, im eigenen Zeichen, in einer [eigenen] Gruppe.
Wort für Wort
śākheśe vā gurau śukre
wenn Zweigherr, Jupiter oder Venus [ungünstig]
mahāpātakakṛt bhavet
wird [das Kind] zu einem Begeher großer Sünden
svoccasaṃsthe tadaṃśe vā
[günstig hingegen] in eigener Exaltation oder deren Grad
Wenn Jupiter in höchster Exaltation steht, oder ebenso der Zweigherr, [und] bei reinem achtem Haus, wird der Gelübdeträger in Veda und Śāstra bewandert.
Wenn Jupiter, Venus oder der Zweigherr im eigenen, im Herrschafts- oder Freundeshaus steht, oder in dessen Exaltation, oder in dessen Grad, [wird das Kind] mit Wissen und Reichtum versehen.
śākhādhipativāraśca śākhādhipabalaṃ śiśoḥ / śaākhādhipatilagnaṃ ca durlabhaṃ tritayaṃ vrate
Der Wochentag des Zweigherrn, die Stärke des Zweigherrn beim Kind, und der Aszendent des Zweigherrn – dieses Dreifache ist beim Gelübde[-Ritual] schwer zu erlangen.
Wort für Wort
śākhādhipativāraḥ ca
der Wochentag des Zweigherrn
śākhādhipabalaṃ śiśoḥ
die Stärke des Zweigherrn beim Kind
śākhādhipatilagnaṃ ca
und der Aszendent des Zweigherrn
durlabhaṃ tritayaṃ vrate
dieses Dreifache ist beim Gelübde schwer zu erlangen
Deshalb wird der Gelübdeträger, wenn der Mond im Grad des 'Veda'[-Herrn, Jupiter] steht, gelehrt; steht er im Grad eines üblen [Planeten], [wird er] arm und stets unglücklich.
Wort für Wort
tasmāt veda-vāṃśage candre
deshalb, wenn der Mond im Grad des 'Veda'[-Herrn] steht
Bei Śravaṇa und ähnlichen Nakṣatras, wenn der Mond im Grad des Krebszeichens steht, dann wird der Gelübdeträger reich an Veda, Śāstra, Reichtum und Getreide.
śubhalagne śubhāṃśe ca naidhane śuddhisaṃyute / lagne tu nidhane saumyaiḥ saṃyute vā nirīkṣite
Bei günstigem Aszendenten, günstigem Grad, mit reinem achtem Haus – [wenn] beim Aszendenten das achte [Haus] mit wohltätigen [Planeten] verbunden oder von ihnen angeblickt ist …
Wort für Wort
śubhalagne śubhāṃśe ca
bei günstigem Aszendenten, günstigem Grad
naidhane śuddhisaṃyute
mit reinem achtem Haus
lagne tu nidhane saumyaiḥ
beim Aszendenten, im achten [Haus], mit wohltätigen [Planeten]
durch die fünf erwünschten starken Planeten Jupiter, Sonne, Mond u.a., vollständig mit Stand- und anderer Stärke versehen, oder [zumindest] durch vier, mit günstigen [Planeten] verbunden …
Wort für Wort
iṣṭaiḥ jīva-arka-candrādyaiḥ
durch die erwünschten [Planeten] Jupiter, Sonne, Mond u.a.
pañcabhiḥ balibhiḥ grahaiḥ
durch fünf starke Planeten
sthānādibalasaṃpūrṇaiḥ
vollständig mit Stand- und anderer Stärke versehen
caturbhiḥ vā śubhānvitaiḥ
oder [zumindest] durch vier, mit günstigen [Planeten] verbunden
und hierbei niemals [von Übel] angeblickt, frei von den einundzwanzig großen Fehlern – alle Zeichen sind [dann] vortrefflich, wenn mit günstigen Planeten verbunden oder von ihnen angeblickt.
Wort für Wort
īkṣan na eva atra
und hierbei niemals [von Übel] angeblickt
ekaviṃśa-mahādoṣa-vivarjite
frei von den einundzwanzig großen Fehlern
rāśayaḥ sakalāḥ śreṣṭhāḥ
alle Zeichen sind vortrefflich
śubhagrahayutekṣitāḥ
wenn mit günstigen Planeten verbunden oder angeblickt
śubhanavāṃśakagatā grāhyāste śubharāśayaḥ / na kadācitkarkaṭāṃśaśubhekṣitayuto 'pi vā
Diese günstigen Zeichen, wenn sie sich in einem günstigen Navāṃśa befinden, sind zu wählen; niemals [jedoch] der Krebs-Navāṃśa, selbst wenn er mit Günstigem verbunden oder angeblickt ist.
Wort für Wort
śubhanavāṃśakagatāḥ grāhyāḥ
wenn in günstigem Navāṃśa, sind sie zu wählen
te śubharāśayaḥ
diese günstigen Zeichen
na kadācit karkaṭāṃśa
niemals der Krebs-Navāṃśa
śubhekṣitayutaḥ api vā
selbst wenn mit Günstigem verbunden oder angeblickt
Deshalb sind die Navāṃśas von Stier, Zwillinge, Waage [und] Jungfrau günstig; ist der Aszendent in einem solchen Navāṃśa, ist die Gelübde-[Weihe] anzuordnen.
mit üblen [Planeten] im dritten, sechsten, elften [Haus], die frei sind vom sechsten, achten, zwölften [Haus]; mit günstigen [Planeten], und mit dem Mond, der frei vom sechsten, achten, [ersten und] zwölften [Haus] ist.
Selbst wenn der Mond in eigenem Zeichen oder in Exaltation steht, [aber ungünstig] als Aszendentenherrscher des Gelübdeträgers [fungiert], macht er das Kind [dennoch] nicht mittellos oder in jeder Hinsicht schwindsüchtig [– sofern die übrigen Bedingungen erfüllt sind].
Wort für Wort
svoñcasaṃsthaḥ api śītāṃśuḥ
selbst wenn der Mond in eigenem Zeichen oder Exaltation steht
vratino yadi lagnagaḥ
wenn er beim Gelübdeträger im Aszendenten steht
na karoti śiśuṃ niḥsvam
macht er das Kind nicht mittellos
sarvataḥ kṣayarogiṇam
[noch] in jeder Hinsicht schwindsüchtig
[Anm.: Sinnrichtung des Verses (positiv oder negativ formuliert) bleibt wegen doppelter Verneinung/Bedingung leicht unsicher.]
Wenn die Sonne kraftvoll im Kendra steht, [bedeutet dies] für die Gelübdeträger den Verlust des Vaters. Ein von den fünf Fehlern freier Aszendent ist bei der Fadenweihe glückverheißend.
Wort für Wort
sphūrjite kendrage bhānau
wenn die Sonne kraftvoll im Kendra steht
vratināṃ pitṛnāśanam
[bedeutet dies] für die Gelübdeträger den Verlust des Vaters
vinā vasaṃtaṛtunā kṛṣṇapakṣe galagrahe / anadhyāye viṣṭiṣaṣṭyorna tu saskāramarhati
Außerhalb der Frühlingszeit, in der dunklen Monatshälfte, bei 'Galagraha'(-Yoga), an einem Nicht-Lese-Tag(Anadhyāya), bei Viṣṭi oder an der sechsten [Tithi] verdient das Ritual (Saṃskāra) nicht [durchgeführt zu werden].
Wort für Wort
vinā vasaṃtaṛtunā
außerhalb der Frühlingszeit
kṛṣṇapakṣe galagrahe
in der dunklen Monatshälfte, bei 'Galagraha'
anadhyāye viṣṭiṣaṣṭyoḥ
an Anadhyāya-Tagen, bei Viṣṭi oder der sechsten [Tithi]
na tu saṃskāram arhati
verdient das Ritual nicht [durchgeführt zu werden]
Die vier [Tithis] beginnend mit der dreizehnten, die drei Tage beginnend mit der siebten, sowie die vierte [Tithi] wurden als günstig bezeichnet – diese acht sind die 'Galagraha'[-Tithis].
Wort für Wort
trayodaśyādi catvāri
die vier [Tithis] beginnend mit der dreizehnten
saptamyādi dinatrayam
die drei Tage beginnend mit der siebten
caturthī vā śubhāḥ proktāḥ
sowie die vierte [Tithi] wurden als günstig bezeichnet
aṣṭau ete galagrahāḥ
diese acht sind die 'Galagraha'[-Tithis]
[Anm.: Scheinbarer Widerspruch zu V378 (wo 'Galagraha' als zu meiden gilt) – hier offenbar die Ausnahme-Liste der tatsächlich günstigen unter den 'Galagraha' genannten Tithis.]
Ich werde das 'Kṣurikā-Bandhana' (Messer-Bindungsritual) der Könige verkünden, [das] vor der Handfassung (Hochzeit) [stattfindet], in den für die Hochzeit vorgeschriebenen Monaten, in der hellen Monatshälfte, wenn [die maßgeblichen Planeten] nicht kombust sind.
Wort für Wort
kṣurikābandhaṃ vakṣye
ich werde das Messer-Bindungsritual verkünden
nṛpāṇāṃ prākkaragrahāt
der Könige, vor der Handfassung
vivāhokteṣu māseṣu
in den für die Hochzeit vorgeschriebenen Monaten
śuklapakṣe 'pi anastage
in der hellen Monatshälfte, wenn nicht kombust
Übergang zum nächsten Thema (Kṣurikābandhana); Vers eröffnet einen neuen Abschnitt, der über V380 hinausreicht.
jīve śukre ca bhūputre candratārābalānvite /
maiñjībandhoktatithiṣu kujavarjitavāsare
Wenn Jupiter, Venus und Mars (bhūputra) mit der Kraft von Mond und Gestirn (candra-tārā-bala) versehen sind, an den für die Mauñjī-Bindung (Gürtelbindung) genannten Tithis, an einem von Mars freien Wochentag –
Wort für Wort
jīve śukre ca bhūputre
wenn Jupiter, Venus und Mars (Erdensohn)
candratārābalānvite
von Mond- und Sternenkraft begleitet [sind]
maiñjībandhoktatithiṣu
an den für die Mauñjī-Bindung genannten Tithis
kujavarjitavāsare
an einem von Mars freien Wochentag
Vers ohne eigenes Hauptverb; Fortsetzung des Bedingungssatzes bis V383. 'maiñjībandha' vermutlich = mauñjī-bandhana (Gürtelbindung, Teil der Kṣaura-/Upanayana-Riten); Lesung unsicher [?].
– wenn im Navāṃśa [des Aszendenten] das für den Auftraggeber achte [Feld] vom Aufgang ausgenommen ist, der Mond im achten [Haus] rein [unbeeinträchtigt] ist, und im Aszendenten das sechste, achte und zwölfte (antya) [Haus] frei sind [von Übeltätern] –
Wort für Wort
nacennavāṃśake karturaṣṭamodayavarjite
wenn im Navāṃśa das für den Auftraggeber achte [Feld] vom Aufgang ausgenommen ist
śuddhe 'ṣṭame vidhau lagne
wenn der Mond im achten [Haus] rein ist, im Aszendenten
ṣaṣṭāṣṭāntyavivarjite
frei vom sechsten, achten, zwölften [Übel]
Fortsetzung des Satzes von V381; Einzelheiten der Navāṃśa-Regel bleiben unsicher [?].
– mit Wohltätern (śubha) im zweiten Haus (dhana), im Trikoṇa und in den Kendras stehend, sowie mit anderen [Planeten] im dritten, elften und sechsten [Haus] stehend, soll man, nachdem man Götter und Ahnen verehrt hat, die Kṣurikā-Bindung vollziehen.
Wort für Wort
dhanatrikoṇakendrasthaiḥ śubhaiḥ
mit Wohltätern im 2., im Trikoṇa und in den Kendras stehend
tryāyārigaiḥ paraiḥ
mit anderen im 3., 11. und 6. [Haus] stehend
kṣurikābandhanaṃ kāryam
die Kṣurikā-Bindung ist zu vollziehen
arcayitvāmarānpitṝn
nachdem man Götter und Ahnen verehrt hat
'kṣurikābandhana' – 'Bindung des (Ritual-)Messers/Rasiermessers', vermutlich ein mit Kṣaura-Riten verbundener Divinationsritus; genaue kulturelle Einordnung unsicher [?].
arcayetkṣurikāṃ samyagdevatānāṃ ca sannidhau /
tataḥ sulagne badhnīyātkaṭyāṃ lakṣaṇasaṃyutām
Man verehre das Kṣurikā-Messer ordnungsgemäß in Gegenwart der Gottheiten; dann binde man es, mit den [richtigen] Merkmalen versehen, bei günstigem Aszendenten um die Hüfte.
Wort für Wort
arcayetkṣurikāṃ samyak
man verehre das Kṣurikā-Messer ordnungsgemäß
devatānāṃ ca sannidhau
und in Gegenwart der Gottheiten
tataḥ sulagne badhnīyāt
dann binde man es bei günstigem Aszendenten
kaṭyāṃ lakṣaṇasaṃyutām
um die Hüfte, mit den [rechten] Merkmalen versehen
Nach dem Maß von Länge, halber Spitzenbreite [und Breite] soll man es zerschneiden; die Stücke dieses Schnittes ergeben [die Vorzeichen]: fällt [das Stück] auf die 'Flagge' (dhvaja), [bedeutet dies] die Vernichtung des Feindes.
Wort für Wort
āyāmārddhāgravistārapramāṇenaivacchedayat
nach dem Maß von Länge und halber Spitzenbreite soll man [es] zerschneiden
tacchedakhaṇḍānyāyāḥ syuḥ
die Stücke dieses Schnittes ergeben [die Vorzeichen]
dhvajāye ripunāśanam
bei 'Flagge' [bedeutet dies] Feindesvernichtung
Bezug auf ein Divinationsschema mit benannten Feldern (dhvaja 'Flagge', ghūmra 'Rauch', siṃha 'Löwe' usw., s. V386f.); genaue Berechnungsmethode unsicher [?].
Fällt es auf 'Rauch' (ghūmra), [bedeutet dies] Tod; auf 'Löwe' (siṃha), Sieg; auf 'Hund' (śvan), Krankheit; auf 'Stier' (vṛṣa), Reichtumsgewinn; auf 'Esel' (gardabha), wird man äußerst unglücklich.
gajāye 'tyantasaṃprītirdhvāṅkṣe vittavināśanam /
khaḍgaputrikayormānaṃ gaṇayetsvāṅgulena tu
Auf 'Elefant' (gaja), äußerste Zuneigung/Freude; auf 'Krähe' (dhvāṅkṣa), Vermögensverlust. Das Maß von Schwert und Putrikā (Klinge/Figur) zähle man mit den eigenen Fingerbreiten (aṅgula).
Wort für Wort
gajāye 'tyantasaṃprītiḥ
bei 'Elefant' äußerste Zuneigung
dhvāṅkṣe vittavināśanam
bei 'Krähe' Vermögensvernichtung
khaḍgaputrikayormānaṃ
das Maß von Schwert und Putrikā
gaṇayetsvāṅgulena tu
zähle man mit den eigenen Fingerbreiten
'putrikā' hier vermutlich ein zweiter Klingentyp oder eine Ritualfigur; genaue Bedeutung unsicher [?].
mānāṅguleṣu paryāyāmekādaśamitāṃ tyajet /
śeṣāṇāmagulīnāṃ ca phalāni syuryathākramam
Von den Maß-Fingerbreiten werfe man [jeweils] eine volle Elfergruppe (ekādaśa) weg [d.h. teile durch elf]; die Ergebnisse der verbleibenden Finger[breiten] ergeben sich der Reihe nach [wie folgt]:
Sohnesgewinn, Feindestötung, Frauengewinn, günstige Reise, Vermögensverlust, Vermögensmehrung, Zuneigung, Erfolg, Sieg, Lob [– dies sind die Ergebnisse für die aufeinanderfolgenden Reste].
Wort für Wort
putralābhaḥ śatruvadhaḥ
Sohnesgewinn, Feindestötung
strīlābho gamana śubham
Frauengewinn, günstige Reise
arthahāniścārthavṛddhiḥ
Vermögensverlust und Vermögensmehrung
prīti siddhijayaḥ stutiḥ
Zuneigung, Erfolg, Sieg, Lob
Zehn Ergebnisse für die Reste der Division durch elf; entspricht bekannten Aṅgula-Rest-Orakeln (vgl. Vāstu-Maß-Divination in V560ff.).
Steht [die Kerbe] bei 'Flagge' oder 'Stier' und ist [von der Spitze her] verloren gegangen, [dann liegt] die Wunde im vorderen [Teil]; bei 'Löwe' und 'Elefant' im mittleren Teil; bei 'Hund' und 'Krähe' im Endteil.
Wort für Wort
sthito dhvaje vṛṣāye vā
steht es bei 'Flagge' oder bei 'Stier'
naṣṭācetpūrvato vraṇam
und ist es verloren, [liegt] die Wunde vorn
siṃhegaje madhyabhāge
bei 'Löwe' und 'Elefant' im mittleren Teil
tvantabhāge śvakākayoḥ
im Endteil bei 'Hund' und 'Krähe'
Bezug auf die Lage der Schnittkerbe (vraṇa) am Gegenstand je nach Divinationsfeld; Einzelheiten unsicher [?].
Bei 'Rauch' und 'Esel' liegt die Wunde niemals im Endteil. – Nun, in der nördlichen Sonnenwendperiode (uttarāyaṇa), wenn Venus und Jupiter sichtbar [am Himmel stehend] sind,
Wort für Wort
dhṛmragarddabhayornaiva
bei 'Rauch' und 'Esel' niemals
vraṇaṃ śrayontyabhāgagam
liegt die Wunde im Endteil
athottarāyaṇe
nun, in der nördlichen Sonnenwende
śukrajīvayorddaśyamānayoḥ
wenn Venus und Jupiter sichtbar [?] sind
'daśyamānayoḥ' im Quelltext vermutlich Schreibfehler für 'dṛśyamānayoḥ' ('sichtbar seiend') [Anm.].
– für die Zweifachgeborenen, die selbstbeherrscht aus dem Hause des Lehrers zurückgekehrt sind, [ist die Feier abzuhalten] unter den Nakṣatras Citrā, Uttara[-Phalgunī/Aṣāḍhā], Āditi (Punarvasu), Jyā (Jyeṣṭhā), Antya (Revatī), Hari (Śravaṇa) und Mitra (Anurādhā), [sowie] Vidhātṛ (Rohiṇī).
Wort für Wort
dvijātīnāṃ gurorgehānnivṛttānāṃ
der Zweifachgeborenen, die aus dem Haus des Lehrers zurückgekehrt sind
yatātmanām
der Selbstbeherrschten
citrottarāditījyāntyaharimitravidhātṛṣu
unter Citrā, Uttara, Āditi, Jyā, Antya, Hari, Mitra, Vidhātṛ [-Nakṣatras]
Nakṣatra-Namen über ihre Gottheiten bezeichnet; Einzelzuordnungen im Detail unsicher [?].
bheṣvarkendujñejyaśukravāralagnāṃśakeṣu ca /
pratipatparvariktā mā cāṣṭamī ca dinatrayam
– und an den Wochentagen der Sonne, des Mondes, Merkurs, Jupiters und der Venus, in [entsprechenden] Aszendenten-Aṃśas; [dabei meide man] die Pratipad, die Parvan-Tage, die Rikta-Tithis (4./9./14.), sowie drei Tage um die Aṣṭamī.
Wort für Wort
bheṣvarkendujñejyaśukravāralagnāṃśakeṣu ca
in den Nakṣatras, an den Wochentagen von Sonne, Mond, Merkur, Jupiter, Venus, in Aszendenten-Aṃśas
– unter Meidung [der ungünstigen] Tage soll man die Samāvartana-Zeremonie (Heimkehr-Feier) und das Tonsurritual (muṇḍana) vollziehen. Von allen Lebensstadien (āśrama), o Fürst der Brahmanen, ist dieser Haushälterstand (gṛhāśrama) der höchste.
Wort für Wort
hitvānyadivase kāryaṃ
unter Meidung [ungünstiger] Tage ist zu vollziehen
Auch dort [im Haushälterstand] beruht das Glück auf einer charaktervollen Frau (bhāminī); der Erwerb [einer solchen Frau] von gutem Charakter aber hängt fürwahr von einem günstigen Aszendenten ab.
Wort für Wort
sukhaṃ tatrāpi bhāminyāṃ
das Glück [beruht] auch dort auf der Frau
śīlavatyāṃ sthitaṃ tataḥ
auf der charaktervollen, darauf beruht es
tasyāḥ sacchīlarlā dhastu
der Erwerb ihres guten Charakters aber [Anm.: Lesung unsicher]
sulagnavaśataḥ khalu
hängt fürwahr vom günstigen Aszendenten ab
'sacchīlarlā dhastu' im Quelltext unsicher/verderbt [Anm.: wohl 'sacchīlalābhastu', 'der Gewinn einer Frau von gutem Charakter'].
Nachdem ich das vom Großvater (Brahmā) Gesagte über die Reinheit des Aszendenten betrachtet habe, will ich [es] verkünden. An einem verdienstvollen Tag, mit [günstigen] Merkmalen versehen, bequem sitzend, wohlgesinnten [Herzens] –
Wort für Wort
pitāmahoktaṃ saṃvīkṣya
nachdem ich das vom Großvater Gesagte betrachtet habe
lagnaśuddhiṃ pravacmyaham
will ich die Reinheit des Aszendenten verkünden
puṇye 'hnilakṣaṇopetaṃ
an einem verdienstvollen, mit Merkmalen versehenen Tag
– soll man sich wie vor einem Gott verneigen und mit Hingabe den Astrologen (daivajña) befragen, wobei man, mit gefüllten hohlen Händen, mit Betel, Früchten, Blumen und dergleichen, herangetreten ist.
tatra cellagnagaḥ krūrastasmātsaptamagaḥ kujaḥ /
daṃpatyormaraṇa vācya varṣāṇāmaṣṭakātpurā
Steht dort im Aszendenten ein Übeltäter (krūra), und von diesem [aus gerechnet] im siebten [Haus] Mars, so ist der Tod eines der Ehegatten (daṃpati) vor Ablauf von acht Jahren zu verkünden.
Wort für Wort
tatra cellagnagaḥ krūrastasmātsaptamagaḥ kujaḥ
steht dort im Aszendenten ein Übeltäter, und von dort im siebten Mars
Wenn der Mond im Aszendenten steht und von diesem [aus] im siebten [Haus] Mars, so ist von den Weisen der Tod des Gatten innerhalb von acht Jahren zu erkennen.
Wort für Wort
yadi lagnagataścandrastasmātsaptamagaḥ kujaḥ
wenn der Mond im Aszendenten steht, von dort im siebten Mars
vijñeyaṃ bhartṛmaraṇamaṣṭavarṣānttare budhaiḥ
ist von den Weisen der Tod des Gatten binnen acht Jahren zu erkennen
'budhaiḥjha' am Versende im Quelltext unklar [Anm.: vermutlich Schreib-/Satzzeichenfehler].
Steht vom Aszendenten aus im fünften [Haus] ein Übeltäter, von einem Feind angeblickt und im Debilitätszeichen (nīca) stehend, so [wird die Frau] tote Söhne [haben], oder die Tochter (kanyā) wird zweifellos zu einer Ehebrecherin (kulaṭā).
Wort für Wort
lagnātpañcamagaḥ pāpaḥ
vom Aszendenten aus im fünften [Haus] ein Übeltäter
Steht der Mond (niśākara) vom Aszendenten aus im dritten, fünften, siebten, elften oder zehnten [Haus] und wird von Jupiter angeblickt, so bewirkt er die Eheverbindung (saṃbandha) der Ehegatten.
Stehen Waage, Stier (go) oder Krebs im Aszendenten, mit Venus und Mond verbunden und [von Wohltätern] angeblickt, so erhalten die fragenden Männer dann eine Tochter/Braut (kanyā-lābha).
Ist ein weiblicher Dreṣkāṇa mit einem weiblichen Navāṃśa in einem geraden (yugma) Aszendenten zusammengetroffen und von Mond und Venus angeblickt, so wird dann ein Töchtergewinn eintreten.
Ebenso [gilt] für Frauen der Gattengewinn (bhartṛ-labdhi) bei männlichem Aszendenten und männlichem Navāṃśa; der Aszendent des Fragenden soll von männlichen Planeten angeblickt sein.
In der dunklen Monatshälfte, wenn vom Frage-Aszendenten aus [der Mond] in einem Zeichen [steht, das] von einem Übeltäter angeblickt wird, oder [wenn er] im achten [Haus] steht, kommt dann keine Verbindung zustande.
Wort für Wort
kṛṣṇapakṣe praśnalagnādyasya rāśī yadā
in der dunklen Monatshälfte, wenn vom Frage-Aszendenten [aus, der Mond] in einem Zeichen [steht]
pāpadṛṣṭo 'tha vā randhre
von einem Übeltäter angeblickt oder im achten [Haus]
na saṃbandho bhavettadā
kommt dann keine Verbindung zustande
Satz unvollständig überliefert (fehlendes Subjekt nach 'yasya rāśī yadā'); vermutlich ist der Mond gemeint [?].
puṇyairnimittaśakunaiḥ praśnakāle tu maṅgalam /
daṃpatyoraśubhairetairaśubhaṃ sarvato bhavet
Durch günstige Vorzeichen (nimitta) und Vogelzeichen (śakuna) zur Zeit der Befragung [ergibt sich] Glück für die Ehegatten; durch diese, wenn ungünstig, ergibt sich in jeder Hinsicht Unheil.
An einem Tag mit reinem Pañcāṅga, versehen mit Mond- und Sternenkraft, oder beim Aufgang des Heiratszeichens (vivāha-bha) – [dann vollziehe man] mit den Verwandten die Brautwerbung (kanyā-varaṇa).
bhūṣaṇaiḥ puṣpatāṃbūlaphalairgandhākṣatādibhiḥ /
śuklāṃbarairgītavādyaiṃrvighnāśīrvacanaiḥ saha
– mit Schmuckstücken, Blumen, Betel, Früchten, Duftstoffen, Reiskörnern (akṣata) und dergleichen, mit weißen Gewändern, mit Gesang und Musik, zusammen mit hindernisabwehrenden Segenssprüchen,
Wort für Wort
bhūṣaṇaiḥ puṣpatāṃbūlaphalairgandhākṣatādibhiḥ
mit Schmuck, Blumen, Betel, Früchten, Duft, Reiskörnern und dergleichen
– soll der Bräutigam [dies] im Hause der Braut vollziehen, mit dem Om-Laut (praṇava) beginnend; dann soll ihr Vater die Brautübergabe (pradāna) voller Zuneigung vollziehen.
kulaśīlavayorūpavittavidyāyutāya ca /
varāya ca rūpavatīṃ kanyāṃ dadyādyavīyasīm
Und einem Bräutigam, der mit [gutem] Geschlecht, Charakter, Alter, Schönheit, Vermögen und Bildung ausgestattet ist, soll man eine schöne, jüngere Tochter geben.
Wort für Wort
kulaśīlavayorūpavittavidyāyutāya ca
und einem mit Geschlecht, Charakter, Alter, Schönheit, Vermögen, Bildung ausgestatteten
saṃpūjya prārthayitvā ca śacīṃ devīṃ guṇāśrayām /
trailokyasundarīṃ divyagandhamālyāṃbarāvṛtām
Nachdem man die Göttin Śacī, den Hort der [guten] Eigenschaften, verehrt und angefleht hat – die Schönste der drei Welten, umhüllt von göttlichem Duft, Blumenkränzen und Gewändern,
– mit allen [günstigen] Merkmalen versehen, mit allem Schmuck geziert, die mit Ketten aus unbezahlbaren Juwelen die Himmelsrichtungen erstrahlen lässt,
– die Tag und Nacht von tausend anmutigen Frauen und anderen bedient wird – solch eine Jungfrau (kumārī) möge man am Ende der Verehrung [mit folgenden Worten] anflehen:
Wort für Wort
vilāsinīsahasrādyaiḥ
von tausend anmutigen Frauen und anderen
sevamānāmaharniśam
die Tag und Nacht bedient wird
evaṃvidhāṃ kumārīṃ tāṃ
solch eine Jungfrau
pūjānte prārthayediti
möge man am Ende der Verehrung anflehen, [wie folgt]
In einem geraden Jahr [gerechnet] von der Geburt an bringt für Frauen die Hand-Ergreifung (Heirat) Wohlergehen; für Männer [gilt dies] im ungeraden Jahr; im umgekehrten Fall [bringt sie] beiden Schaden.
Wort für Wort
yugme 'bde janmataḥ strīṇāṃ
in einem geraden Jahr von der Geburt an, für Frauen
pītidaṃ pāṇipīḍanam
bringt die Heirat Wohlergehen
etatpuṃsāmayugme 'bde
dies für Männer im ungeraden Jahr
vyatyayenāśanaṃ tayoḥ
im umgekehrten Fall Schaden für beide
'aśanaṃ' im Quelltext vermutlich für 'āśaṃsanam'/Vernichtung o.ä.; Lesung unsicher [?].
māghaphaālgunavaiśākhajyeṣṭamāsāḥ śubhapradāḥ /
madhyamā kārtiko mārgaśīrṣo vai ninditāḥ pare
Die Monate Māgha, Phālguna, Vaiśākha und Jyeṣṭha sind glückverheißend; Kārtika ist mittelmäßig, ebenso Mārgaśīrṣa; die übrigen Monate sind fürwahr getadelt.
Wort für Wort
māghaphaālgunavaiśākhajyeṣṭamāsāḥ śubhapradāḥ
die Monate Māgha, Phālguna, Vaiśākha, Jyeṣṭha sind glückverheißend
na kadācidvaśarkṣeṣu bhānorārdrāpraveśanāt /
vivāho devatānāṃ ca pratiṣṭāṃ copanāyanam
Niemals [vollziehe man] in den 'Vaśa'-Nakṣatras – [gerechnet] vom Eintritt der Sonne in [das Nakṣatra] Ārdrā [an] – Heirat, Gottesweihe und Investitur (upanayana).
Wort für Wort
na kadācidvaśarkṣeṣu
niemals in den 'Vaśa'-Nakṣatras
bhānorārdrāpraveśanāt
vom Eintritt der Sonne in Ārdrā an
vivāho devatānāṃ ca pratiṣṭāṃ copanāyanam
Heirat, Götterweihe und Investitur
'vaśarkṣa' vermutlich Bezug auf bestimmte, dem Sonnenlauf durch Ārdrā (Monsunbeginn) zugeordnete gemiedene Nakṣatras; Einzelheiten unsicher [?].
nāstaṅgate site jīve na tayorbālavṛddhayoḥ /
na gurau siṃharāśisthe siṃhāṃśakagatepi vā
[Man vollziehe die Ehe] nicht, wenn Venus oder Jupiter untergegangen (kombust) sind, noch bei deren beider Kindheit oder Altersschwäche, noch wenn Jupiter im Löwenzeichen steht, noch wenn er im Löwen-Navāṃśa steht.
Ist Venus als Morgenstern [nach vorherigem Verschwinden wieder] östlich aufgegangen, gilt er dreizehn Tage lang [noch] als 'Kind' [ungeeignet]; Merkur fünf Tage [nach seinem Aufgang], Jupiter eine ganze Pakṣa (halber Mondmonat) lang in jeder Hinsicht.
Wort für Wort
paścātprāguditaḥ śukro
Venus, [zuvor unsichtbar,] östlich aufgegangen
daśatridivasaṃ śiśuḥ
13 Tage lang gilt er als Kind
buddhaḥ pañcadinaṃ pakṣaṃ
Merkur fünf Tage, [bzw.] eine Pakṣa
guruḥ pakṣaṃ ca sarvataḥ
Jupiter eine Pakṣa, in jeder Hinsicht
Standardregel zur 'Kindheit' der Planeten nach heliakischem Aufgang.
Solange Hṛṣīkeśa (Viṣṇu) nicht erwacht ist, gibt es kein glückverheißendes [Ritual]; am Festtag des Vāsudeva [selbst, auch] kein anderes glückverheißendes [Ritual].
Wort für Wort
aprabuddho hṛṣīkeśo
solange Hṛṣīkeśa nicht erwacht ist
yāvattāvanna maṅgalam
gibt es solange kein glückverheißendes [Ritual]
utsave vāsudevasya divase
am Festtag des Vāsudeva
nānyamaṅgalam
kein anderes glückverheißendes [Ritual]
Bezug auf den viermonatigen Schlaf (Cāturmāsya) Viṣṇus.
na janmamāse janmarkṣe na janmadivase 'pi ca /
ādya garbhasutasyātha duhiturvā karagrahaḥ
Nicht im Geburtsmonat, nicht im Geburts-Nakṣatra, auch nicht am Geburtstag [selbst finde] die Hand-Ergreifung des erstgeborenen leiblichen Sohnes oder der Tochter statt.
Wort für Wort
na janmamāse janmarkṣe
nicht im Geburtsmonat, im Geburts-Nakṣatra
na janmadivase 'pi ca
auch nicht am Geburtstag
ādya garbhasutasyātha duhiturvā
des erstgeborenen leiblichen Sohnes oder der Tochter
Niemals [finde] die Heirat der ältesten Tochter und des [ältesten] Sohnes wechselseitig [zwischen den Familien] statt im Monat Jyeṣṭha; nur wenn bei beiden [Familien der jeweilige Teil] der einzige Älteste ist, ist es das Beste – sonst nicht.
Wort für Wort
naivodvāho jyeṣṭhaputrīputrayośca parasparam
niemals die wechselseitige Heirat der ältesten Tochter und des Sohnes
jyeṣṭamāse
im Monat Jyeṣṭha
tayorekajyeṣṭhe śreṣṭhaśca nānyathā
wenn beide je einziger Ältester sind, ist es das Beste, sonst nicht
Regel zur Vermeidung doppelter 'Jyeṣṭha'-Konstellation (ältestes Kind + Monat Jyeṣṭha); Formulierung leicht unsicher [?].
utpātagrahaṇādūrddhaṃ saptāhamakhilagrahe /
nākhile tridinaṃ neṣṭaṃ tridyuspṛk ca kṣayaṃ tathā
Nach einer [von Unheilszeichen begleiteten] totalen Finsternis (utpāta-grahaṇa) [meide man] eine volle Woche; bei nicht-totaler [Finsternis] drei Tage – [dies gilt als] ungünstig; ebenso die drei Tage dauernde [Finsternis-Berührung] und den [Tithi-]Schwund.
Wort für Wort
utpātagrahaṇādūrddhaṃ saptāhamakhilagrahe
nach einer Unheils-Finsternis, bei totaler, eine Woche
grastāste tridinaṃ pūrvaṃ paścādgrastodaye 'thavā /
saṃdhyāyāṃ tridinaṃ tadvanniśīthe sapta eva ca
Geschieht die Verfinsterung bei Untergang, [meide man] drei Tage zuvor; geschieht sie bei Aufgang, danach; in der Dämmerung meide man ebenso drei Tage, um Mitternacht aber ganze sieben.
māsānte pañca divasāṃstyajedriktāṃ tathāṣṭamīm /
vyatīpātaṃ vaidhṛtiṃ ca saṃpūrṇaṃ parighārddhakam
Am Monatsende meide man fünf Tage, ebenso die Rikta-Tithis und die Aṣṭamī, den Vyatīpāta-Yoga und den Vaidhṛti-Yoga vollständig, sowie die Hälfte des Parigha-Yoga.
Mit [den Nakṣatras] Pauṣṇa (Revatī), den drei Uttara-Nakṣatras, Maitra (Anurādhā), Marut, Candra, Arka (Hasta), Pitṛ (Maghā), zusammen mit Mūla, sofern unversehrt [von Übeltätern], wird die 'Hand-Ergreifung der Frau' (Heirat) empfohlen.
Wort für Wort
pauṣṇabhatryuttarāmaitramaruñcandrārkapitryabhaiḥ
mit den Nakṣatras Pauṣṇa, den drei Uttara, Maitra, Marut, Candra, Arka, Pitrya
samūlabhairaviddhaistaiḥ
zusammen mit Mūla, sofern unversehrt
strīkaragraha iṣyate
wird die Hand-Ergreifung der Frau empfohlen
Nakṣatra-Liste über Gottheitsnamen; Einzelzuordnungen (bes. 'maru'=Vāyu? und 'arka'=Hasta?) im Detail unsicher [?].
Bei der Heirat ist notwendig die Stärke von Jupiter und Sonne [als Herrscher der Geburts-Aszendenten] des Ehepaares; sind diese beiden Planeten schwach, so ist mit Anstrengung eine Verehrung [von ihnen] zu vollziehen.
Wort für Wort
vivāhe balamāvaśyaṃ
bei der Heirat ist notwendig die Stärke
daṃpatyorgurusūryayoḥ
von Jupiter und Sonne des Ehepaares
cetpūjā yatnataḥ kāryā
wenn [nötig], ist mit Anstrengung Verehrung zu vollziehen
[Es gibt] die aus dem Transit (gocara) entstehende Stärke, die aus der Affliktion (vedha) entstehende, die aus dem Aṣṭavarga entstehende, die aus der [bloßen] Gestalt (rūpa) entstehende; nach der [genannten] Reihenfolge nimmt die Stärke zu; grob ist die aus dem Transitpfad entstehende.
Wort für Wort
gocaraṃ vedhajaṃ cāṣṭavargajaṃ rūpajaṃ balam
die Stärke aus Transit, Affliktion, Aṣṭavarga, Gestalt
Nachdem man die Mond- und Sternenstärke betrachtet hat, [betrachte man] danach die aus dem Pañcāṅga entstehende Stärke: die Tithi zählt einfach, der Wochentag doppelt, und das Nakṣatra dreifach,
Wort für Wort
candratārābalaṃ vīkṣya
nachdem man Mond- und Sternenstärke betrachtet hat
tataḥ pañcāṅgajaṃ balam
danach die aus dem Pañcāṅga entstehende Stärke
tithirekaguṇā vāro dviguṇastriguṇaṃ ca bham
die Tithi einfach, der Wochentag doppelt, das Nakṣatra dreifach
yogaścaturguṇaḥ pañcaguṇaṃ tithyarddhasaṃjñitam /
tato manahūrto balavāṃstato lagnaṃ balādhikam
der Yoga vierfach, das als 'Tithi-Hälfte' bezeichnete [Karaṇa] fünffach; danach ist der [errechnete] Mana-Muhūrta an Stärke [maßgebender], danach der Aszendent von noch größerer Stärke.
Wort für Wort
yogaścaturguṇaḥ
der Yoga vierfach
pañcaguṇaṃ tithyarddhasaṃjñitam
fünffach das 'Tithi-Hälfte' genannte [Karaṇa]
tato manahūrto balavāṃstato lagnaṃ balādhikam
danach ist der Mana-Muhūrta stärker, danach der Aszendent noch stärker
tato balavatī horā dreṣkāṇo balavāṃstataḥ /
tato navāṃśo balavāndvādaśāṃśo balī tataḥ
Danach ist die Horā [an] Stärke [maßgebender], danach der Dreṣkāṇa [an] Stärke [maßgebender]; danach der Navāṃśa [an] Stärke [maßgebender], danach der Dvādaśāṃśa [an] Stärke [maßgebender],
Wort für Wort
tato balavatī horā
danach ist die Horā stärker
dreṣkāṇo balavāṃstataḥ
danach der Dreṣkāṇa stärker
tato navāṃśo balavāndvādaśāṃśo balī tataḥ
danach der Navāṃśa stärker, danach der Dvādaśāṃśa stärker
danach ist der Triṃśāṃśa [an] Stärke [maßgebender]; nachdem man diese Stärke und Schwäche betrachtet hat [gilt]: bei der Heirat sind, wenn von Wohltätern angeblickt oder mit ihnen verbunden, alle Zeichen gepriesen.
Wort für Wort
triṃśāṃśo balavāṃstasmāt
danach ist der Triṃśāṃśa stärker
vīkṣyametadbalābalam
nachdem man diese Stärke/Schwäche betrachtet hat
śubhekṣitayutāḥ śastā udvāhe 'khilarāśayaḥ
sind bei der Heirat, von Wohltätern angeblickt/verbunden, alle Zeichen gepriesen
Die fünf [Planeten] Mond, Sonne, Jupiter usw., die für ein bestimmtes Zeichen im Transit [günstig stehende] Himmelswandler sind, [gelten als] erwünscht; jener [Aszendent] ist glückverheißend, [wenn] auch die vier [Kendra-Herren] mit Stärke versehen sind.
Wort für Wort
candrārkejyādayaḥ paca yasya rāśestukhecarāḥ
die fünf Mond, Sonne, Jupiter usw., die für ein Zeichen Himmelswandler sind
iṣṭāstacchubhadaṃ lagnaṃ
erwünscht, jener Aszendent ist glückbringend
catvāro 'pi balānvitāḥ
auch [wenn] die vier mit Stärke versehen sind
'catvāro 'pi balānvitāḥ' unklar bezogen; ggf. die vier Kendra-Herren gemeint [?].
jāmitraśuddhyaikaviṃśanmahādoṣavivarjitam /
ekaviṃśatidoṣāṇāṃ nāmarūpaphalāni ca
[Der Aszendent sei] frei von den einundzwanzig großen Fehlern (mahādoṣa) [im Bereich] der Jāmitra-Reinheit (des siebten Hauses); die Namen, Formen und Wirkungen dieser einundzwanzig Fehler [will ich nun darlegen].
Wort für Wort
jāmitraśuddhyaikaviṃśanmahādoṣavivarjitam
frei von den 21 großen Fehlern der Jāmitra-Reinheit
Das Fehlen der Aufgangs-Untergangs-Reinheit [ist der zweite Fehler]; der Sonnenübergang (saṃkrama) [ist ein weiterer]; der dritte ist der Übeltäter im Ṣaḍvarga; [ferner] Venus im sechsten, Mars im achten [Haus].
Wort für Wort
udayāstaśuddhirhānirdvitīyaḥ
das Fehlen der Aufgangs-Untergangs-Reinheit, der zweite
sūryasaṃkramaḥ tṛtīyaḥ pāpaṣaḍvargo
der Sonnenübergang, der dritte der Übeltäter im Ṣaḍvarga
bhṛguḥ ṣaṣṭaḥ kujo 'ṣṭamaḥ
Venus im sechsten, Mars im achten [Haus]
Zählung der 21 Fehler in diesem und den folgenden Versen nicht durchgängig eindeutig nummeriert; Reihenfolge teils unsicher [?].
[Weitere Fehler:] das Gaṇḍānta; die 'Schere' (kartarī); ein im zwölften, sechsten oder achten [Haus] vom Mond aus stehender Planet; das für das Ehepaar achte Haus (bzw. Zeichen) vom Aszendenten; ebenso die 'Gift-Ghaṭikā' (viṣa-ghaṭī).
Wort für Wort
gaṇḍāntaṃ kartarī
das Gaṇḍānta, die Schere
riṣaaphaṣaḍaṣṭendugato grahaḥ
ein im 12., 6., 8. [Haus] vom Mond stehender Planet
daṃpatyoraṣṭamaṃ lagnaṃ rāśirviṣaghaṭī tathā
das achte Haus/Zeichen des Ehepaares, ebenso die Gift-Ghaṭikā
'riṣaapha' im Quelltext verderbt für 'riṣpha' (12. Haus); Textkorruption vermerkt [Anm.].
[Weitere Fehler:] die üble Muhūrta-Stunde; der Wochentagsfehler; das dem 'Dattelbaum' gleichende Nakṣatra-Viertel; das durch Finsternis/Unheilszeichen betroffene Nakṣatra; das von einem Übeltäter afflizierte oder mit ihm verbundene Nakṣatra.
Wort für Wort
durmuhīrto vāradoṣaḥ
die üble Muhūrta-Stunde, der Wochentagsfehler
khārjūrikasamāṅghribham
das dem Dattelbaum gleichende Nakṣatra-Viertel [?]
grahaṇotpātabhaṃ krūraviddharkṣaṃ krūrasaṃyutam
das Finsternis-/Unheils-Nakṣatra, das von Übeltätern afflizierte oder mit ihnen verbundene
'khārjūrikasamāṅghribham' unklar, vermutlich Fachbegriff für ein bestimmtes ungünstiges Nakṣatra-Pāda-Muster [?].
kunavāṃśo mahāpāto vaidhṛtiścaikaviṃśatiḥ /
tithivārarkṣayogānāṃ karaṇasya ca melanam
[Weitere Fehler:] der 'schlechte' Navāṃśa; der Mahāpāta; und der Vaidhṛti-Yoga – [das sind] die einundzwanzig; [dazu zählt auch] das Zusammentreffen (melana) von Tithi, Wochentag, Nakṣatra, Yoga und Karaṇa [in ungünstigen Kombinationen].
Wort für Wort
kunavāṃśo mahāpāto vaidhṛtiścaikaviṃśatiḥ
der schlechte Navāṃśa, der Mahāpāta und der Vaidhṛti – [das sind] die 21
tithivārarkṣayogānāṃ karaṇasya ca melanam
das Zusammentreffen von Tithi, Wochentag, Nakṣatra, Yoga und Karaṇa
Die Reinheit dieser fünf [Kalenderglieder] eben wird als 'Pañcāṅga-Reinheit' bezeichnet; in welchem Aszendenten ein Pañcāṅga-Fehler besteht, [ist dieser Aszendent] nutzlos [für das Ritual].
Man meide auch [einen von einem] Pañcāṅga-Fehler [behafteten Aszendenten] wie mit Gift versetzte Milch. [Es sei erforderlich, dass] Aszendent und Aszendenten-Navāṃśa je von ihrem eigenen Herrn angeblickt oder mit ihm verbunden sind.
Wort für Wort
tyajetpañcaiṣṭikaṃ cāpi
man meide auch den Pañcāṅga[-Fehler-behafteten]
viṣasaṃyuktadugdhavat
wie mit Gift versetzte Milch
lagnalagnāṃśakau svasvapatinā vīkṣitau yutau
Aszendent und Aszendenten-Navāṃśa, von ihrem je eigenen Herrn angeblickt, verbunden
na cedvānyonyapatinā śubhaghamitreṇa vā tathā /
varasya mṛtyuḥ syāttābhyāṃ saptasaptodayāṃśakau
– oder wenn nicht [von ihrem eigenen Herrn], dann [zumindest] gegenseitig voneinander, oder von einem befreundeten Wohltäter-Planeten [angeblickt]. Andernfalls droht dem Bräutigam der Tod durch diese beiden [Fehler, wenn] Aszendent und [dessen] Navāṃśa [je um] sieben [Zeichen vom eigenen Herrn entfernt] aufgehen.
Wort für Wort
na cedvānyonyapatinā
wenn nicht, dann durch gegenseitige Herren
śubhaghamitreṇa vā tathā
oder durch einen befreundeten Wohltäter-Planeten
varasya mṛtyuḥ syāttābhyāṃ
droht dem Bräutigam durch diese beiden der Tod
saptasaptodayāṃśakau
[wenn Aszendent und Navāṃśa je] siebenfach aufgehen
evaṃ tau na yutau dṛṣṭau mutyurvadhvāḥ karagrahe /
tyājyāḥ sūryasya saṃkrānteḥ pūrvataḥ paratastathā
Sind ebenso jene beiden [Aszendent und Navāṃśa] weder verbunden noch angeblickt, [droht] bei der Hand-Ergreifung [Heirat] der Tod der Braut. Zu meiden sind [ferner die Zeiten] vor und ebenso nach dem Sonnenübergang (saṃkrānti).
Wort für Wort
evaṃ tau na yutau dṛṣṭau
sind ebenso jene beiden weder verbunden noch angeblickt
Bei Heirats- und anderen Riten [meide man je] sechzehn Ghaṭikās [um die Saṃkrānti]. Der aus den sechs Vargas (Ṣaḍvarga) [bestehende günstige Zustand] ist bei Heirat, [Götter-]Aufstellung und anderen [Riten] das Beste.
Wort für Wort
vivāhādiṣu kāryeṣu
bei Heirats- und anderen Riten
nāḍyaḥ ṣoḍaśaṣoḍaśā
je sechzehn Ghaṭikās
ṣaḍvargaḥ śubhadaḥ śreṣṭho vivāhasathāpanādiṣu
der Ṣaḍvarga ist glückbringend, das Beste bei Heirat, Aufstellung usw.
bhṛguṣaṣṭhāhvayo doṣo lagnātṣaṣṭhagate site /
uccage śubhasaṃyukte tallagnaṃ sarvadā tyajet
Der 'Bhṛgu-Ṣaṣṭha' genannte Fehler [entsteht, wenn] Venus vom Aszendenten aus im sechsten [Haus] steht; selbst wenn sie exaltiert und mit Wohltätern verbunden ist, meide man diesen Aszendenten stets.
'Mars-im-Achten' ist ein großer Fehler, [wenn] Mars vom Aszendenten aus im achten [Haus] steht; einen mit drei Wohltätern verbundenen Aszendenten meide man [dann] nicht, wenn [Mars zugleich] exaltiert steht.
Wort für Wort
kujo 'ṣṭamo mahādoṣo
'Mars-im-Achten' ist ein großer Fehler
lagnādaṣṭamage kuje
wenn Mars vom Aszendenten im achten steht
śubhatrayayutaṃ lagnaṃ na tyajet
einen mit drei Wohltätern verbundenen Aszendenten meide man nicht
Wenn die Verbindungsstelle zweier bestimmter Tithi-Gruppen zwei Ghaṭikās [beträgt], [heißt dies] Gaṇḍānta, todbringend bei Geburt, Reise, Heirat, Gelübde und dergleichen.
Wort für Wort
pūrṇānandāṅkhyayostithyoḥ saṃdhirnāḍīdvayaṃ yadā
wenn die Verbindungsstelle zweier 'Pūrṇā/Ānanda' genannter Tithis zwei Ghaṭikās [beträgt]
gaṇḍāntaṃ mṛtyudaṃ
[heißt dies] Gaṇḍānta, todbringend
janmayātrodvāhavratādiṣu
bei Geburt, Reise, Heirat, Gelübde und dergleichen
'pūrṇānandākhya' (Bezeichnung der Tithi-Typen) unsicher [?] – bezieht sich vermutlich auf bestimmte Tithi-Gruppen an den Monatsgrenzen.
Zwischen Krebs und Löwe, zwischen Skorpion und Schütze, zwischen Fische und Widder beträgt das Gaṇḍānta-Zwischenintervall eine halbe Ghaṭikā, todbringend.
Wort für Wort
kulīrasiṃhayoḥ kīṭacāpayorminameṣayoḥ
zwischen Krebs–Löwe, Skorpion–Schütze, Fische–Widder
gaṇḍātaṃmantarālaṃ syāddhaṭikārddhaṃ mṛtipradam
ist das Gaṇḍānta-Zwischenintervall eine halbe Ghaṭikā, todbringend
In den Nakṣatras Āśleṣā, Jyeṣṭhā und Revatī sind die letzten Sechzehntel-Teile die 'Nakṣatra-Verbindungen'; die diesen entsprechenden ersten Viertel [der folgenden Nakṣatras] werden 'Gaṇḍānta' der Nakṣatras genannt.
Wort für Wort
sārpaindrapauṣṇobheṣvantyaṣoḍaśeśā bhasaṃdhayaḥ
in Āśleṣā, Jyeṣṭhā, Revatī sind die letzten Sechzehntel die Nakṣatra-Verbindungen
ugraṃ ca saṃdhitritayaṃ gaṇḍātaṃ trividhaṃ mahat /
lagnābhimukhayoḥ pāpagrahayorṛjuvakrayoḥ
Und die drei Verbindungsstellen [des Gaṇḍānta] sind furchtbar; das Gaṇḍānta ist [somit] dreifach [und] groß [an Übel]. [Ferner:] wenn zwei Übeltäter-Planeten, einer rechtläufig und einer rückläufig, dem Aszendenten zugewandt [stehen],
Wort für Wort
ugraṃ ca saṃdhitritayaṃ
und die drei Verbindungsstellen sind furchtbar
gaṇḍātaṃ trividhaṃ mahat
das Gaṇḍānta ist dreifach [und] groß
lagnābhimukhayoḥ pāpagrahayorṛjuvakrayoḥ
wenn zwei Übeltäter-Planeten, rechtläufig und rückläufig, dem Aszendenten zugewandt sind
– so ist dies als 'Kartarī' ('Schere') zu erkennen, die 'Hals-Schere' für das Ehepaar. Einen durch die Kartarī-Konjunktion verdorbenen Aszendenten meide man gänzlich.
Wort für Wort
sā kartarīti vijñeyā
dies ist als 'Kartarī' zu erkennen
daṃpatyorgalakartarī
die Hals-Schere für das Ehepaar
kartarīyogaduṣṭaṃ yallagnaṃ tatparivarjayet
einen durch die Kartarī-Konjunktion verdorbenen Aszendenten meide man
api saumyagrahairyukta guṇaiḥ sarvaiḥ samanvitam /
ṣaḍaṣṭariṣphage candre lagnadoṣaḥ svasaṃjñakaḥ
Selbst wenn [dieser Aszendent] mit Wohltäter-Planeten verbunden und mit allen [günstigen] Eigenschaften versehen ist [– meide man ihn dennoch]. Steht der Mond im sechsten, achten oder zwölften [Haus, so gibt es einen] Aszendenten-Fehler eigenen Namens.
Jenen Aszendenten meide man, in dem [der Mond, selbst wenn] mit Jupiter und Venus verbunden, exaltiert, debilitiert, in einem befreundeten oder in einem feindlichen Zeichen steht [im 6./8./12. Haus].
Wort für Wort
tallagnaṃ varjayed
jenen Aszendenten meide man
yatrājjīvaśukrasamanvitam
in dem [der Mond] mit Jupiter und Venus verbunden [ist]
uccage nīcage vāpi mitrabhe śatrurāśige
exaltiert, debilitiert, im befreundeten oder feindlichen Zeichen
api sarvaguṇopetaṃ daṃpatyornidhanapradam /
śaśāṅke grahasaṃyukte doṣaḥ saṃgrahasaṃjñakaḥ
– [dies bleibt] selbst mit allen [günstigen] Eigenschaften versehen für das Ehepaar todbringend. Ist der Mond mit einem [Übeltäter-]Planeten verbunden, [entsteht] der 'Saṃgraha' genannte Fehler.
Durch [Verbindung] mit Mars [entsteht] Tod [und] Krankheit; durch Merkur Kinderlosigkeit; bei Verbindung mit Jupiter Unglück (in der Ehe); durch Venus hingegen [entsteht dennoch] Nachkommenschaft.
Wort für Wort
kujena maraṇaṃ vyādhiḥ
durch Mars Tod, Krankheit
saumyena tvanapatyatā
durch Merkur Kinderlosigkeit
daurbhāgyaṃ guruṇā yukte
Unglück bei Verbindung mit Jupiter
sāpatyaṃ bhārgaveṇa tu
Nachkommenschaft aber durch Venus
'sāpatyaṃ' könnte auch 'sāpatnyaṃ' (Nebenfrauen-Problematik) meinen; Lesung unsicher [?].
Durch [Verbindung mit] dem Sohn der Sonne (Saturn) [entsteht] Weltentsagung; durch Rāhu Vernichtung der Wurzel [d.h. der Familie]; ist der Mond mit Ketu verbunden, [entsteht] ständige Not [und] Armut.
Ist der Mond mit einem Übeltäter-Planeten verbunden, so tritt der Tod eines der Ehegatten ein. Ist der Mond hingegen mit einem Wohltäter-Planeten verbunden, in eigener Exaltation oder in einem befreundeten Zeichen stehend,
Wort für Wort
pāpagrahayute candre
ist der Mond mit einem Übeltäter-Planeten verbunden
daṃpatyormaraṇaṃ bhavet
tritt der Tod des Ehepaares [eines Partners] ein
śubhagrahayute candre
ist der Mond mit einem Wohltäter-Planeten verbunden
svoccasthe mitrarāśige
in eigener Exaltation, im befreundeten Zeichen stehend
so wird der Aszendent – [obwohl] Sitz eines [an sich vorhandenen] Fehlers – für das Ehepaar stets zum Segen. [Ebenso wenn der Mond] in eigener Exaltation, im eigenen Zeichen, oder auch im Zeichen eines Freundes steht,
Wort für Wort
doṣāyanaṃ bhavellagnaṃ
wird der Aszendent, [obwohl] Sitz des Fehlers
daṃpatyoḥ śreyase sadā
für das Ehepaar stets zum Segen
svoccago vā svarkṣago vā mitra kṣetragatopi vā
in eigener Exaltation, eigenem Zeichen, oder auch im Zeichen eines Freundes stehend
pāpagnahayutaścandraḥ karoti maraṇaṃ tayoḥ /
daṃpatyoraṣṭamaṃ lagnamaṣṭamo rāśireva ca
– [andernfalls, wenn] der Mond mit einem Übeltäter-Planeten verbunden ist, bewirkt er den Tod der beiden [Ehegatten]. [Ebenso gefährlich ist] für das Ehepaar das achte Haus vom Aszendenten wie auch das achte Zeichen [vom Mond].
Wort für Wort
pāpagnahayutaścandraḥ karoti maraṇaṃ tayoḥ
der mit einem Übeltäter verbundene Mond bewirkt den Tod der beiden
daṃpatyoraṣṭamaṃ lagnamaṣṭamo rāśireva ca
für das Ehepaar [gefährlich ist] das achte Haus, ebenso das achte Zeichen
yadi lagnagataḥ sopi daṃpatyormaraṇapradaḥ /
sa rāśiḥ śubhasaṃyukto lagnaṃ vā śubhasaṃyutam
Steht dieses [achte Zeichen] im Aszendenten, so ist auch dies für das Ehepaar todbringend – es sei denn, jenes Zeichen ist mit einem Wohltäter verbunden, oder der Aszendent ist mit einem Wohltäter verbunden.
Wort für Wort
yadi lagnagataḥ sopi
steht dieses auch im Aszendenten
daṃpatyormaraṇapradaḥ
ist es für das Ehepaar todbringend
sa rāśiḥ śubhasaṃyukto lagnaṃ vā śubhasaṃyutam
es sei denn, jenes Zeichen ist mit einem Wohltäter verbunden, oder der Aszendent
Man meide mit Sorgfalt einen Aszendenten, dessen [entsprechender] Aṃśa und dessen Herr [in Schwäche stehen]. Ist für das Ehepaar das zwölfte Haus [zugleich] der Aszendent, oder steht [das zwölfte] Zeichen im Aszendenten,
Wort für Wort
lagnaṃ vivarjayedyatnāt
man meide mit Sorgfalt den Aszendenten
tadaṃśāṃśatadīśvarām
dessen [entsprechenden] Aṃśa und dessen Herrn
daṃpatyordvādaśaṃ lagnaṃ rāśirvā yadi lagnagaḥ
ist für das Ehepaar das zwölfte Haus der Aszendent, oder das Zeichen im Aszendenten
so entsteht dadurch für die beiden Vermögensverlust; man meide [dann auch] den Herrn jenes [zwölften] Navāṃśa. Der Aufgang des Geburtszeichens sowie der Aufgang des Geburtsaszendenten [selbst] ist günstig.
Wort für Wort
arthahānistayorasmāt
entsteht dadurch für die beiden Vermögensverlust
tadaṃśasvāminaṃ tyajet
man meide den Herrn jenes [zwölften] Navāṃśa
janmarāśyudayaścaiva janmalagnodayaḥ śubhaḥ
der Aufgang des Geburtszeichens und der Aufgang des Geburtsaszendenten ist günstig
Der Zuwachs-Ort (3./6./10./11.) der beiden Geburtsgestirne, [wenn er] zum Aszendenten [des Ehe-Muhūrta] wird, ist äußerst glückverheißend. – [Es folgen Zahlwort-Chiffren:] 'Kha-mārgaṇa', 'Veda-pakṣa', 'Khārāma', 'Veda-mārgaṇa',
Wort für Wort
tayorupacayasthānaṃ lagne
der Zuwachs-Ort der beiden [wenn er] zum Aszendenten [wird]
Ab hier (V464b–467) folgt eine Reihe von bhūtasaṃkhyā-Zahlwort-Chiffren (Kenninge für Zahlen), die vermutlich – gemäß V468 – für jedes der 27 Nakṣatras (beginnend bei Aśvinī) einen numerischen Wert für die Berechnung der 'Gift-Ghaṭikā' (viṣa-nāḍī) angeben. Die genauen Zahlenwerte sind ohne Referenztabelle nicht sicher zu rekonstruieren; hier daher nur wörtlich (als Kenning-Namen) wiedergegeben [?].
'Śūnya-dasra', 'Śūnya-candra', 'Pūrṇa-candra', 'Gata-indra' – 'Tarka-candra', 'Veda-pakṣa', 'Khārāma' – dies [sind die Werte] der Reihe nach, [gezählt] von [dem Nakṣatra] Aśvinī an.
bhāskarādiṣu vāreṣu ye muhūrtāśca ninditāḥ /
vivāhādiṣu te varjyā apilakṣaguṇairyutāḥ
Die an den mit der Sonne beginnenden Wochentagen getadelten Muhūrtas – diese sind bei Heirat und anderen [Riten] zu meiden, selbst wenn sie mit hundertfachen (lakṣa) guten Eigenschaften versehen sind.
Wort für Wort
bhāskarādiṣu vāreṣu
an den mit der Sonne beginnenden Wochentagen
ye muhūrtāśca ninditāḥ
welche Muhūrtas getadelt sind
vivāhādiṣu te varjyā
diese sind bei Heirat und anderen [Riten] zu meiden
apilakṣaguṇairyutāḥ
selbst mit hundertfachen guten Eigenschaften versehen
nihitāvāradoṣā ye sūryavārādiṣu kramāt /
api sarvaguṇopetāste varjyāḥ sarvamaṅgale
Die der Reihe nach für die mit dem Sonntag beginnenden Wochentage festgelegten Wochentags-Fehler-[Muhūrtas] – selbst mit allen [guten] Eigenschaften versehen, sind diese bei jedem glückverheißenden [Ritual] zu meiden.
Wort für Wort
nihitāvāradoṣā ye
die festgelegten Wochentags-Fehler, welche
sūryavārādiṣu kramāt
für die mit dem Sonntag beginnenden [Tage] der Reihe nach
api sarvaguṇopetāste varjyāḥ sarvamaṅgale
selbst mit allen guten Eigenschaften versehen, sind diese bei jedem glückverheißenden [Ritual] zu meiden
ekārgalāṅghritulyaṃ yattallagnaṃ ca vivarjayet /
apiśukrejyasaṃyuktaṃ viṣasaṃyuktadugdhavat
Einen Aszendenten, der dem 'Ekārgala'-Fuß gleicht, meide man ebenfalls, selbst wenn er mit Venus und Jupiter verbunden ist – wie mit Gift versetzte Milch.
Wort für Wort
ekārgalāṅghritulyaṃ yattallagnaṃ ca vivarjayet
einen dem 'Ekārgala'-Fuß gleichenden Aszendenten meide man
apiśukrejyasaṃyuktaṃ
selbst mit Venus und Jupiter verbunden
viṣasaṃyuktadugdhavat
wie mit Gift versetzte Milch
'Ekārgala' vermutlich Bezug auf den Argala-Yoga (Riegel-Konjunktion) in reduzierter Form; genaue Bedeutung unsicher [?].
Ein von Finsternis oder Unheilszeichen betroffenes Nakṣatra ist bei glückverheißenden [Riten] drei Jahreszeiten lang zu meiden; und dies gilt, solange bis der Mond [es] durchlaufen hat – [das betroffene] Nakṣatra gleicht bis dahin verbranntem Holz.
Wort für Wort
grahaṇotpātabhaṃ tyājyaṃ maṅgaleṣu ṛtutrayam
ein Finsternis-/Unheils-Nakṣatra ist bei glückverheißenden [Riten] drei Jahreszeiten lang zu meiden
maṅgaleṣu tyajetśeṭairviddhaṃ ca krūrasaṃyutam /
akhilarkṣaṃ pañcagavyaṃ surābinduyutaṃ tathā
Bei glückverheißenden [Riten] meide man [ein Nakṣatra], das von Übeltätern durchdrungen oder mit ihnen verbunden ist, sowie ein völlig [beeinträchtigtes] Nakṣatra – wie man die Pañcagavya-Mischung mit einem Tropfen Alkohol [darin meidet].
Wort für Wort
maṅgaleṣu tyajetśeṭairviddhaṃ ca krūrasaṃyutam
bei glückverheißenden [Riten] meide man das von Übeltätern durchdrungene oder verbundene [Nakṣatra]
akhilarkṣaṃ pañcagavyaṃ surābinduyutaṃ tathā
das ganze Nakṣatra, wie Pañcagavya mit einem Alkoholtropfen
Nur [wenn] ein [einzelnes] Pāda von Wohltätern durchdrungen ist, [wird das Nakṣatra dadurch] nicht ungünstig – [aber es wird dadurch] nicht [gänzlich günstig, das] ganze Nakṣatra. Ein von einem Übeltäter durchdrungenes oder mit ihm verbundenes Nakṣatra ist als Ganzes keineswegs glückverheißend.
Wort für Wort
pāda eva śubhairviddhamaśubhaṃ naiva kṛtstrabham
nur [wenn] ein Pāda von Wohltätern durchdrungen ist, [wird] das ganze Nakṣatra nicht ungünstig [aber auch nicht gänzlich günstig]
Die Navāṃśas von Waage, Zwillinge, Jungfrau, sowie die zweite Hälfte des Schützen – diese Navāṃśas sind glückverheißend, [ebenso] fürwahr die Navāṃśas des Stieres.
Auch die letzten Navāṃśas [der übrigen Zeichen] sind glückverheißend, wenn sie 'Vargottama' genannt [d.h. mit dem Rāśi identisch] sind; andere Navāṃśas sind nicht anzunehmen, da sie 'schlechte Navāṃśas' (kunavāṃśa) sind.
Ein Aszendent im schlechten Navāṃśa ist zu meiden, selbst mit allen [guten] Eigenschaften versehen. An dem Tag, an dem ein Mahāpāta eintritt, meide man diesen Tag für glückverheißende [Riten].
Wort für Wort
kunavāṃśakalagnaṃ yattyājyaṃ
ein Aszendent im schlechten Navāṃśa ist zu meiden
sarvaguṇānvitam
selbst mit allen guten Eigenschaften versehen
yasmindine mahāpātastaddinaṃ varjayecchubhe
an dem Tag, an dem ein Mahāpāta [ist], meide man diesen Tag für Glückverheißendes
api sarvaguṇopetaṃ dampatyormṛtyudaṃ yataḥ /
anuktāḥ svalpadoṣāḥ syurvidyunnīhāravṛṣṭayaḥ
– selbst mit allen [guten] Eigenschaften versehen, da [ein solcher Tag] für das Ehepaar todbringend ist. [Nun] mögen die ungenannten geringeren Fehler [dargelegt werden]: Blitz, Nebel und Regen,
Wort für Wort
api sarvaguṇopetaṃ
selbst mit allen guten Eigenschaften versehen
dampatyormṛtyudaṃ yataḥ
da er für das Ehepaar todbringend ist
anuktāḥ svalpadoṣāḥ syurvidyunnīhāravṛṣṭayaḥ
die ungenannten geringeren Fehler seien: Blitz, Nebel, Regen
Nebensonnen, Sonnenhof, Regenbogen, Donnergrollen der Wolken; der 'Latta'-[Punkt], der 'Upagraha-Pāta' genannte [Punkt]; die 'Monats-verbrannt' genannte Tithi;
der 'verbrannte' Aszendent; und die Zeichen, die 'blind', 'taub' [und] 'lahm' genannt werden – von diesen und dergleichen wird nun im Folgenden die genaue Regelung dargelegt.
Wort für Wort
dagdhalagnāndhabadhirapaṅgusaṃjñāśca rāśayaḥ
der 'verbrannte' Aszendent, und die 'blind', 'taub', 'lahm' genannten Zeichen
evamādyāstatasteṣāṃ vyavasthā kriyate 'dhunā
von diesen und dergleichen wird nun die Regelung dargelegt
Diese – Blitz, Nebel und Regen – sind, wenn sie unzeitig (außerhalb ihrer Saison) auftreten, für ein glückverheißendes [Ritual] gewiss ein Übel; treten sie hingegen zur [rechten] Zeit auf, [sind sie] kein Übel.
Wort für Wort
akālajā bhavantyete vidyunnīhāravṛṣṭayaḥ
diese, Blitz, Nebel, Regen, wenn sie unzeitig entstehen
doṣāya maṅgale nūnam
sind für ein glückverheißendes [Ritual] gewiss ein Übel
tiryakpañcorddhūgāḥ pañca rekhā dve dve ca koṇayoḥ /
dvitīye śaṃbhukoṇe 'gnidhiṣṇyaṃ cakre pravinyaset
Fünf waagrechte und fünf senkrechte Linien, und je zwei in den [beiden] Ecken; im zweiten, dem 'Śambhu-Winkel' [Nordost, Īśāna], platziere man im [Diagramm-]Kreis das 'Agni-Feld'.
Wort für Wort
tiryakpañcorddhūgāḥ pañca rekhā
fünf waagrechte, fünf aufsteigende Linien
dve dve ca koṇayoḥ
und je zwei in den [beiden] Ecken
dvitīye śaṃbhukoṇe 'gnidhiṣṇyaṃ cakre pravinyaset
im zweiten, dem Śambhu-Winkel, platziere man im Kreis das Agni-Feld
Beschreibung eines geometrischen Divinationsdiagramms; Einzelheiten der Konstruktion ohne begleitende Abbildung unsicher [?].
Dort [in dieses Raster] setze man die Nakṣatras einschließlich Abhijit [ein]; ein von einem Planeten auf einer Linie durchdrungenes Nakṣatra [ist markiert]; von vorn und von hinten [gezählt], mit der Sonne beginnend – so markiert man das 'Latta' für das Tages-Nakṣatra.
Wort für Wort
bhānyatra sābhijityekarekhākheṭena viddhabham
dort [seien] die Nakṣatras einschließlich Abhijit; ein auf einer Linie von einem Planeten durchdrungenes Nakṣatra
vom Sonnen-Nakṣatra an: Sārpa, Pitrya, Antya, Tvāṣṭra, Mitra, Uḍu-Viṣṇu – das Nakṣatra
Weitere bhūtasaṃkhyā-Zahlwort-Chiffren für eine Latta-Berechnungsvorschrift; exakte Zahlenwerte und Rechenschritte ohne Referenztabelle nicht sicher rekonstruierbar [?].
saṃkhyāyā dinabhetāvadaśvibhātpātaduṣṭabham /
saurāṣṭre sālvadeśe tu lattitaṃ bhaṃ vivarjayet
Mit dieser Zahl [rechne man] vom Tages-Nakṣatra, [beginnend] von Aśvinī an, [das man erhält, ist] das durch den [Latta-]Fall verdorbene Nakṣatra. Im Lande Saurāṣṭra und im Lande der Sālvas meide man das so 'gelattete' Nakṣatra.
Wort für Wort
saṃkhyāyā dinabhetāvadaśvibhātpātaduṣṭabham
mit dieser Zahl, vom Tages-Nakṣatra, von Aśvinī an – das durch den Fall verdorbene Nakṣatra
saurāṣṭre sālvadeśe tu lattitaṃ bhaṃ vivarjayet
in Saurāṣṭra und im Land der Sālvas meide man das gelattete Nakṣatra
kaliṅgavaṅgadeśeṣu pātitaṃ na śubhapradam /
bāhlike kurudeśe cānyasmindeśe na dūṣaṇam
In den Ländern Kaliṅga und Vaṅga ist das [durch den Latta-]Fall [markierte Nakṣatra] nicht glückverheißend; im Lande Bāhlika und im Lande der Kurus sowie in anderen Ländern [gilt es] hingegen nicht als Makel.
Wort für Wort
kaliṅgavaṅgadeśeṣu pātitaṃ na śubhapradam
in den Ländern Kaliṅga und Vaṅga ist das 'Gefallene' nicht glückverheißend
bāhlike kurudeśe cānyasmindeśe na dūṣaṇam
in Bāhlika, im Land der Kurus und in anderen Ländern [gilt es] nicht als Makel
tithayo māsadagdhāśca dagdhalagnāni yānyapi /
madhyadeśe vivarjyāni na dṛṣṭānītareṣu ca
Die 'monatsverbrannten' Tithis sowie die 'verbrannten' Aszendenten, welche auch immer – im Mittelland (Madhyadeśa) sind sie zu meiden; in den anderen [Ländern] sind sie dagegen nicht [als übel] anzusehen.
Wort für Wort
tithayo māsadagdhāśca dagdhalagnāni yānyapi
die monatsverbrannten Tithis und die verbrannten Aszendenten, welche auch immer
madhyadeśe vivarjyāni na dṛṣṭānītareṣu ca
im Mittelland sind sie zu meiden, nicht [so] angesehen in den anderen
ṣaṅgvaṃ dhakāṇalagnāni māsaśūnyāśca rāśayaḥ /
gauḍamālavayostyājyā anyadeśe na garhitāḥ
Die 'Ṣaḍgava-Dhakāṇa' genannten Aszendenten sowie die 'monats-leeren' Zeichen sind im Lande Gauḍa und Mālava zu meiden; in anderen Ländern sind sie nicht getadelt.
Wort für Wort
ṣaṅgvaṃ dhakāṇalagnāni māsaśūnyāśca rāśayaḥ
die 'Ṣaḍgava-Dhakāṇa' genannten Aszendenten und die 'monatsleeren' Zeichen
gauḍamālavayostyājyā anyadeśe na garhitāḥ
sind in Gauḍa und Mālava zu meiden, in anderen Ländern nicht getadelt
doṣaduṣṭaṃ sadā kālaṃ sannimārṣṭuṃ na śakyate /
api dhāturato grāhyaṃ doṣālpatvaṃ guṇādhikam
Eine stets von Fehlern verdorbene Zeit lässt sich nicht [vollständig] reinigen; dennoch ist von Grund auf [derjenige Zeitpunkt] zu wählen, bei dem die Fehler gering und die guten Eigenschaften überwiegen.
Wort für Wort
doṣaduṣṭaṃ sadā kālaṃ sannimārṣṭuṃ na śakyate
eine stets von Fehlern verdorbene Zeit lässt sich nicht [völlig] reinigen
api dhāturato grāhyaṃ doṣālpatvaṃ guṇādhikam
dennoch ist von Grund auf zu wählen, [wo] die Fehler gering, die Eigenschaften überwiegend [sind]
So vollziehe man bei günstigem Aszendenten die ordnungsgemäße Betrachtung [d.h. das gegenseitige Erblicken] des Ehepaares – [auf einer Plattform,] eine Elle erhöht, mit vier Ellen [Seitenlänge], allseits viereckig,
Wort für Wort
evaṃ sulagne daṃpatyoḥ kārayetsamyagīkṣaṇam
so vollziehe man bei günstigem Aszendenten die ordnungsgemäße Betrachtung des Ehepaares
hastocchritāṃ caturhastaiścaturasrāṃ samantataḥ
eine Elle erhöht, mit vier Ellen, allseits viereckig
– nach Osten und Norden geneigt, mit Bananenstauden-Säulen, mit [Figuren von] Schwänen, Papageien und dergleichen bunt geschmückt, mit bemalten Wasserkrügen, mit vielerlei Torbogen und Blattgirlanden,
Wort für Wort
prāgudakpravaṇāṃ raṃbhāstaṃbhairhaṃsaśukādibhiḥ
nach Osten und Norden geneigt, mit Bananenstauden-Säulen, mit Schwänen, Papageien u.a.
vicitritāṃ citrakuṃbhairvividhaistoraṇāṅkuraiḥ
bunt geschmückt mit bemalten Krügen, mit vielerlei Torbogen und Ranken
– mit Blütenhaufen zum Schmuck und Farbpulvern verziert, unter den Segensworten der Brahmanen, mit tugendhaften Frauen, entzückend wie [etwas] Göttliches,
Wort für Wort
śṛṅgārapuṣpanicayairvarṇakaiḥ samalaṅkṛtām
mit Blütenhaufen zum Schmuck und Farbpulvern verziert
viprāśīrvacanaiḥ puṇyasrībhirdivyairmanoramām
unter Brahmanen-Segensworten, mit tugendhaften Frauen, göttlich entzückend
– das Herz erfreuend durch Musik, Tanz, Gesang und dergleichen, glückverheißend – solch eine [Plattform] mit dem eigenen Feuer-Altar möge das Paar gemeinsam besteigen.
Wort für Wort
vāditranṛtyagītādyairhṛdayānandinīṃ śubhām
das Herz erfreuend durch Musik, Tanz, Gesang usw., glückverheißend
evaṃ vidhāṃ samārohenmithunaṃ svāgnivedikām
solch eine [Plattform] mit dem eigenen Feuer-Altar möge das Paar gemeinsam besteigen
aṣṭadhā rāśikūṭaṃ ca svādūḍugaṇarāśayaḥ /
rāśīśayonirvarṇākhyaṛtavaḥ putrapautradāḥ
Achtfach ist die Prüfung der Übereinstimmung [der Ehepartner-Sterne] – nach Nakṣatra-Gaṇa, Rāśi, Rāśi-Herr, Yoni, Varṇa, Ṛtu[-Zeichen] – [diese] bringen Söhne und Enkel.
Die klassische Aṣṭakūṭa-Liste umfasst: Varṇa, Vaśya, Tārā/Dinā, Yoni, Grahamaitrī/Rāśi, Gaṇa, Bhakūṭa/Rāśi, Nāḍī; Zuordnung im Einzelnen hier verkürzt/unsicher [?].
Steht das Ehepaar in demselben Zeichen, aber in verschiedenen Nakṣatras, so ist ihre Heirat das Beste; sind [nur die Nakṣatras] verschieden, [aber] die Zeichen gleich, so ist es mittelmäßig.
Wort für Wort
ekarāśau pṛthagdiṣṇye
im selben Zeichen, [aber] in verschiedenem Nakṣatra
daṃpatyoḥ pāṇipījanam
die Heirat des Ehepaares
uttamaṃ madhyamaṃ bhinnaṃ rāśyaikatvaṃ yayostayoḥ
[ist] das Beste; mittelmäßig, [wenn nur] das Zeichen gleich [ist]
ekarkṣe tvekarāśau hi vivāhaḥ prāṇahānidaḥ /
strīdhiṣṇyādādyanavake strīdūramatininditam
Ist aber sowohl das Nakṣatra als auch das Zeichen dasselbe, so ist die Heirat lebensgefährdend. [Steht der Bräutigam] im ersten Neuntel [des Nakṣatra-Viertels] vom Nakṣatra der Frau [aus gezählt], so ist dies für die Frau 'fern' [und] höchst getadelt.
Wort für Wort
ekarkṣe tvekarāśau hi
ist aber Nakṣatra und Zeichen dasselbe
vivāhaḥ prāṇahānidaḥ
ist die Heirat lebensgefährdend
strīdhiṣṇyādādyanavake
vom Nakṣatra der Frau [aus gezählt], im ersten Neuntel
Im zweiten Neuntel [ist es] mittelmäßig, im dritten Neuntel das Beste für den Mann. [Es gibt] je drei 'Pūrva'- und 'Uttara'-Nakṣatras, [ebenso] die Nakṣatras des Dhātṛ (Rohiṇī), Yama (Bharaṇī) und Maheśa (Ārdrā) [– diese gehören zur Menschen-Gaṇa].
Wort für Wort
dvitīye madhyamaṃ śreṣṭhaṃ tṛtīye navake nṛbham
im zweiten [Neuntel] mittelmäßig, im dritten das Beste für den Mann
tisraḥ pūrvottarā dhātṛyāmyamāheśatārakāḥ
je drei Pūrva-/Uttara-Nakṣatras, sowie Dhātṛ-, Yama-, Maheśa-Nakṣatras
So sind [diese] als zur Menschen-Gaṇa gehörig zu erkennen; die Götter-Gaṇa [folgt] danach: die Nakṣatras des Hari (Śravaṇa), Āditi (Punarvasu), Arka (Hasta), Vāyu (Svāti), Antya (Revatī), Mitra (Anurādhā), Aśvin (Aśvinī), Guru (Puṣya) [und] Indu.
Wort für Wort
iti martyagaṇe jñeyaḥ syādamartyagaṇaḥ paraḥ
so sind [diese] zur Menschen-Gaṇa zu erkennen; die Götter-Gaṇa [folgt] danach
Die Rākṣasa-Gaṇa [besteht aus] den Nakṣatras des Pitṛ (Maghā), Tvāṣṭṛ (Citrā), Viśvedeva, Agni (Kṛttikā), Indra (Jyeṣṭhā), sowie danach verbunden mit den Nakṣatras des Vasu (Dhaniṣṭhā), Vāri-īśa/Varuṇa (Śatabhiṣā), Mūla und Ahi (Āśleṣā).
Wort für Wort
rakṣogaṇaḥ pitṛtvāṣṭradvidaivāgnīndratārakāḥ
die Rākṣasa-Gaṇa: Nakṣatras von Pitṛ, Tvāṣṭṛ, Viśvedeva, Agni, Indra
vasuvārīśamūlāhitārakābhiryutāstataḥ
danach verbunden mit den Nakṣatras von Vasu, Vāri-īśa, Mūla, Ahi
Gehören die Geburts-Nakṣatras des Ehepaares zu ein und derselben Gaṇa, [herrscht] vielfältige Zuneigung; mittelmäßig [ist es] zwischen Göttern und Menschen[-Gaṇa]; [bei zwei] Rākṣasa[-Gaṇa-Angehörigen] tritt der Tod der beiden ein.
Wort für Wort
daṃpatyorjanmabhe caikagaṇe prītiranekadhā
gehören die Geburts-Nakṣatras des Ehepaares zur selben Gaṇa, [herrscht] vielfältige Zuneigung
madhyamā devamartyānāṃ rākṣasānāṃ tayormṛtiḥ
mittelmäßig zwischen Göttern und Menschen, bei Rākṣasa der Tod der beiden
Im sechsten/achten [Nakṣatra-Abstand herrscht] Tod; im fünften/neunten [herrscht] Kinderlosigkeit; im zweiten/zwölften [herrscht] Mittellosigkeit; in den übrigen [Abständen herrscht] für das Ehepaar höchste Zuneigung.
Wort für Wort
mṛtyuḥ ṣaṣṭāṣṭake pañcanavame tvanapatyatā
Tod beim 6./8. [Abstand], Kinderlosigkeit beim 5./9.
ekādhipe mitrabhāve śubhadaṃ pāṇipīḍanam /
dvirdādaśe trikoṇe ca na kadācitṣaḍaṣṭake
[Sind die Nakṣatra-Herren] identisch, oder [stehen die Nakṣatras] in einem freundlichen Verhältnis zueinander, so ist die Heirat glückverheißend; [ebenso] im zweiten/zwölften und im Trikoṇa-Verhältnis; niemals hingegen im sechsten/achten [Verhältnis].
Wort für Wort
ekādhipe mitrabhāve śubhadaṃ pāṇipīḍanam
bei gleichem Herrn oder freundlichem Verhältnis ist die Heirat glückverheißend
Pferd, Elefant, Schaf, Schlange, Schlange, Hase, Widder, Ratte, Ratte, Kuh, Büffel, Tiger, [die schwarze] Kālī(-Katze), Tiger, Reh – je zwei [Nakṣatras teilen sich diese Tiersymbole der Reihe nach von Aśvinī an],
Aufzählung der Yoni-Tiersymbole (Tier-Kompatibilität) der 27 Nakṣatras, beginnend bei Aśvinī; Text hier stark komprimiert/teils verderbt; einzelne Zuordnungen unsicher [?].
Hund, Affe, [zwei] braune [Tiere] im Paar, Affe, Löwe, Pferd, Löwe, Kuh, Elefant – dies sind, beginnend bei [dem Nakṣatra] Aśvinī, der Reihe nach die Yoni-[Tiersymbole] der Nakṣatras.
Wort für Wort
śvānaḥ kaparirbabhruyuge kapisiṃhaturaṅgamāḥ
Hund, Affe, Braun-[Tiere] im Paar, Affe, Löwe, Pferd
siṃhagodantino bhānāṃ yonayaḥ syuryathāśvibhāt
Löwe, Kuh, Elefant – dies sind, von Aśvinī an, die Yoni der Nakṣatras
śvaiṇaṃ babhraragaṃ meṣavānarau siṃhavāraṇam /
govyāghramākhumārjāraṃ mahiṣāścaṃ ca śātravam
Hund–Reh, Braun[-Tier]–Ziegenbock, Schaf–Affe, Löwe–Elefant, Kuh–Tiger, Ratte–Katze, Büffel–Pferd sind [Paare, die als] feindlich gelten [wenn die Yoni-Tiere der Brautleute so zusammentreffen].
Fische und Krebs [gelten als] Brahmanen[-Zeichen]; die darüber hinaus [folgenden Zeichen sind] Kṣatriya usw. [zugeordnet]. Steht das Kasten-Zeichen des männlichen Zeichens in Bezug auf das weibliche Zeichen [niedriger oder] fehlend, [wird dies] entsprechend als ungünstig [gewertet].
Wort für Wort
jhaṣālikarkaṭā viprāsta dūrdhvāḥ kṣatriyādayaḥ
Fische [und Krebs] [gelten als] Brahmanen; die weiteren als Kṣatriya usw.
puṃvarṇarāśeḥ strīrāśau satihīne yathāśubham
steht das Kasten-Zeichen des Mannes zum Zeichen der Frau niedriger/fehlend, [ist es] entsprechend ungünstig
Bezug auf das Varṇa-Kūṭa (Kastenzugehörigkeits-Kompatibilität der Rāśis); Einzelheiten der Aufzählung ('jhaṣāli') unsicher [?].
[Zählt man] von der Braut, [deren Nakṣatra] vier-, drei- [oder] zwei-füßig ist, beginnend bei [dem Nakṣatra] Aśvinī der Reihe nach [und] vom Nakṣatra des Feuers (Kṛttikā) bis zum Nakṣatra des Mondes (Rohiṇī) [gezählt, ergibt sich] die Nāḍī an den 3., 4., 5. Gliedern [der Zählung],
von der Braut, [deren Nakṣatra] vier-, drei-, zweifüßig ist, von Aśvinī an der Reihe nach
vahnibhādindubhānnāḍītricatuḥpañcaparvasu
vom Feuer-Nakṣatra bis zum Mond-Nakṣatra, die Nāḍī an den 3., 4., 5. Gliedern
Bezug auf das Nāḍī-Kūṭa (üblicherweise Einteilung der 27 Nakṣatras in drei Neunergruppen: Ādi-, Madhya-, Antya-Nāḍī); genaue Rechenregel hier verkürzt/unsicher wiedergegeben [?].
– man zähle nach dieser Zahlenfolge; [stehen beide] in derselben Nāḍī, [droht] Tod; nicht [aber, wenn sie] auf den beiden [äußeren] Seiten [stehen]. Die Prājāpatya-, Brāhma-, Daiva- [und] mit dem Ārṣa-Typ verbundenen Heiratsformen –
Wort für Wort
gaṇayetsaṃkhyayā caikanāḍyāṃ mṛtyurna pārśvayoḥ
man zähle nach dieser Zahl; in derselben Nāḍī [droht] Tod, nicht [bei den] beiden Seiten
prājāpatyabrāhmadaivā vivāhāścārṣasaṃyutāḥ
die Prājāpatya-, Brāhma-, Daiva- und Ārṣa-Heiratsformen
uktakāle tu kartavyāścatvāraḥ phaladāyakāḥ /
gandharvāsurapaiśācarākṣasākhyāstu sarvadā
– diese vier, zur genannten Zeit vollzogen, sind [stets] fruchtbringend. Die 'Gāndharva-', 'Āsura-', 'Paiśāca-' und 'Rākṣasa' genannten [Heiratsformen] hingegen [sind] allezeit [ohne Rücksicht auf Muhūrta zu vollziehen].
Wort für Wort
uktakāle tu kartavyāścatvāraḥ phaladāyakāḥ
diese vier, zur genannten Zeit vollzogen, sind fruchtbringend
gandharvāsurapaiśācarākṣasākhyāstu sarvadā
die Gāndharva-, Āsura-, Paiśāca-, Rākṣasa-[Formen] hingegen allezeit
Anspielung auf die acht klassischen Vivāha-Typen der Dharmaśāstra-Tradition (Brahma, Daiva, Ārṣa, Prājāpatya, Āsura, Gāndharva, Rākṣasa, Paiśāca).
Das vierte [Tagessegment], der Abhijit-Aszendent, sowie das siebte, das Aufgangs-Nakṣatra – [und] die 'Godhūli'-[Dämmerzeit] – diese beiden [Zeitpunkte] sind bei der Heirat [Garanten für] Söhne und Enkel.
Wort für Wort
caturthamabhijillagnamudayarkṣāñca saptamam
das vierte [Segment,] der Abhijit-Aszendent, sowie das siebte, das Aufgangs-Nakṣatra
godhūlikaṃ tadubhayaṃ vivāhe putrapautradam
die Godhūlika[-Zeit]: diese beiden sind bei der Heirat [Garanten für] Söhne, Enkel
prācyā na ca kaliṅgānāṃ mukhyaṃ godhūlikaṃ smṛtam /
abhijitsarvadeśeṣu mukhyo doṣavināśakṛt
Im Osten und im Lande der Kaliṅgas gilt die 'Godhūlika'-Zeit nicht als die vorzüglichste; die Abhijit-Zeit hingegen ist in allen Ländern die vorzüglichste, fehlervernichtend.
Wort für Wort
prācyā na ca kaliṅgānāṃ mukhyaṃ godhūlikaṃ smṛtam
im Osten und bei den Kaliṅgas gilt die Godhūlika nicht als vorzüglichste
abhijitsarvadeśeṣu mukhyo doṣavināśakṛt
die Abhijit[-Zeit] ist in allen Ländern die vorzüglichste, fehlervernichtend
Wenn die Sonne im Mittagsstand steht, [heißt] der Muhūrta 'Abhijit'; er vernichtet alle Fehler, so wie der Pinākin (Śiva) die [Dämonenstadt] Tripura [vernichtete].
Wort für Wort
madhyandinagate bhānau muhūrto 'bhijidāhvayaḥ
wenn die Sonne im Mittagsstand steht, [heißt] der Muhūrta 'Abhijit'
nāśayatyakhilāndoṣānpinākī tripuraṃ yathā
er vernichtet alle Fehler, wie der Pinākin Tripura [vernichtete]
putrodvāhātparaṃ putrīvivāho na ṛtutraye /
na tayorvratamudvāhānmaṅgale nānyamaṅgalam
Nach der Heirat eines Sohnes [finde] die Heirat einer Tochter nicht innerhalb von drei Jahreszeiten [statt]; auch kein Gelübde der beiden [Kinder, und] nach der Heirat kein anderes glückverheißendes [Ritual innerhalb dieser Zeit].
Wort für Wort
putrodvāhātparaṃ putrīvivāho na ṛtutraye
nach der Sohnesheirat [finde] die Tochterheirat nicht binnen drei Jahreszeiten [statt]
na tayorvratamudvāhānmaṅgale nānyamaṅgalam
kein Gelübde der beiden, nach der Heirat kein anderes glückverheißendes [Ritual]
Wenn die Heirat von Geschwistern gleicher Geburt(sstunde) innerhalb von sechs Monaten [nacheinander stattfindet], wird zweifellos innerhalb von drei Jahren eine von ihnen [d.h. eine der Bräute] zur Witwe.
Wort für Wort
vivāhaścaikajanyānāṃ ṣaṇmāsābhyantare yadi
wenn die Heirat der gleichzeitig Geborenen innerhalb von sechs Monaten [erfolgt]
asaṃśayaṃ tribhirvarṣaistatraikā vidhavā bhavet
wird zweifellos binnen drei Jahren eine davon zur Witwe
pratyudvāho naiva kāryo naikasmai duhitṛdvayam /
na caikajanyayoḥ puṃsorekajanye tu kanyake
Eine 'Gegenheirat' (Austausch-Heirat) sei niemals vollzogen; man gebe nicht einem einzigen [Mann] zwei Töchter; auch nicht [heirate man] die beiden gleichzeitig geborenen Männer an [nur] eine einzige gleichzeitig geborene Braut.
Wort für Wort
pratyudvāho naiva kāryo naikasmai duhitṛdvayam
eine Gegenheirat sei niemals vollzogen, nicht einem [Mann] zwei Töchter
na caikajanyayoḥ puṃsorekajanye tu kanyake
auch nicht [heirate man] zwei gleichzeitig geborene Männer an eine gleichzeitig geborene Braut
Ebenso [vollziehe man] niemals [zwei] Heiraten [zugleich], auch nicht zwei Tonsur-Riten gleichzeitig. Ein bei Tage Geborener [tötet, im Gaṇḍānta geboren,] den Vater; ein bei Nacht Geborener hingegen die Mutter;
Wort für Wort
naivaṃ kadācidudvāho naikadā muṇḍanadvayam
ebenso niemals [zwei] Heiraten [zugleich], nicht zwei Tonsuren gleichzeitig
divājātastu pitaraṃ rātrau tu jananīṃ tathā
ein bei Tag Geborener [tötet] den Vater, bei Nacht [Geborener] die Mutter
[ein in der] Dämmerung [Geborener tötet] sich selbst; im Gaṇḍānta [selbst] gibt es keine Umkehrung [dieser Regel]. Ein Sohn oder eine Tochter, die im [Nakṣatra] Mūla geboren sind, töten mit Sicherheit den Schwiegervater;
Wort für Wort
ātmānaṃ saṃdhyayorhanti
in der Dämmerung [Geborener tötet] sich selbst
nāsti gaṇḍe viparyayaḥ
im Gaṇḍānta gibt es keine Umkehrung
sutaḥ sutā vā niyataṃ śvasuraṃ hṝnti mūlajaḥ
ein Sohn oder eine Tochter, im Mūla geboren, töten mit Sicherheit den Schwiegervater
tadantyapādajo naiva tathāśleṣādyapādajaḥ /
jyeṣṭāntyapādajau jyeṣṭaṃ bālo hṝnti na bālikā
wer im letzten Viertel davon [von Mūla] geboren ist, hingegen nicht; ebenso wer im ersten Viertel von Āśleṣā geboren ist [tötet nicht]. Die im letzten Viertel von Jyeṣṭhā Geborenen [töten] den Ältesten [des Hauses]; der [so geborene] Knabe [tötet ihn], nicht [aber] das Mädchen.
Wort für Wort
tadantyapādajo naiva tathāśleṣādyapādajaḥ
wer im letzten Viertel davon geboren ist, nicht; ebenso wer im ersten Viertel von Āśleṣā [geboren ist]
jyeṣṭāntyapādajau jyeṣṭaṃ bālo hṝnti na bālikā
die im letzten Viertel von Jyeṣṭhā Geborenen [töten] den Ältesten; der Knabe tötet, nicht das Mädchen
na bālikāṃbumūlarkṣe mātaraṃ pitaraṃ tathā /
saindrī dhavāgrajaṃ hṝnti devaraṃ tu dvidaivajā
Ein Mädchen, [das] im Nakṣatra 'Ambu-Mūla' [geboren ist, tötet] nicht [Vater und Mutter]; [ein Knabe hingegen tötet] Mutter und Vater. Die im [Nakṣatra] Jyeṣṭhā (saindrī) Geborene tötet den älteren Bruder des Gatten; die im Uttarāṣāḍhā (dvidaiva) [Geborene tötet] hingegen den jüngeren Bruder des Gatten.
Wort für Wort
na bālikāṃbumūlarkṣe mātaraṃ pitaraṃ tathā
ein Mädchen im 'Ambu-Mūla'-Nakṣatra [tötet] nicht Mutter und Vater
saindrī dhavāgrajaṃ hṝnti devaraṃ tu dvidaivajā
die im Jyeṣṭhā Geborene tötet den älteren Bruder des Gatten, die im Uttarāṣāḍhā Geborene den jüngeren Bruder des Gatten
ārabhyodvāhadivasāt ṣaṣṭe vāpyaṣṭame dine /
vadhūpraveśa saṃpattyaidaśame saptame dine
Vom Tag der Heirat an gerechnet, am sechsten oder auch am achten Tag, [ist] der Einzug der Braut [in das neue Heim] zum Wohle; [auch] am zehnten [oder] siebten Tag.
Wort für Wort
ārabhyodvāhadivasāt ṣaṣṭe vāpyaṣṭame dine
vom Tag der Heirat an, am sechsten oder auch am achten Tag
vadhūpraveśa saṃpattyaidaśame saptame dine
der Einzug der Braut zum Wohle, am zehnten [oder] siebten Tag
Nach Meidung der beiden [Wochentage der] Geburtsjahre, des Geburts-Nakṣatra, [Geburts-]Aszendenten und Geburtstage – selbst bei sehr [heller] Venus – ist die Hochzeitsreise glückverheißend.
Wort für Wort
hāyanadvitayaṃ janmabhalagnadivasānapi
die beiden Jahre, das Geburts-Nakṣatra, den Aszendenten, die Geburtstage
saṃtyajya hyatiśukre 'pi yātrā vaivāhikī śubhā
nach Meidung, selbst bei sehr [heller] Venus, ist die Hochzeitsreise glückverheißend
Glückbringend ist die Aufstellung aller Gottheiten während der nördlichen Sonnenwende, [sowie] wenn Jupiter und Venus [beide] sichtbar sind [und nicht kombust].
Wort für Wort
śrīpradaṃ sarvagīrvāṇasthāpanaṃ cottarāyaṇe
glückbringend [ist] die Aufstellung aller Gottheiten in der nördlichen Sonnenwende
gīrvāṇapūrvagīrvāṇamatriṇordṛśyamānayoḥ
wenn Jupiter und [Venus?] beide sichtbar sind
'gīrvāṇapūrvagīrvāṇamatriṇoḥ' unklar; 'gīrvāṇa' = Jupiter (Guru), zweite Bezeichnung unsicher, evtl. Venus gemeint [?].
vicaitreṣveva māseṣu māghādiṣu ca pañcasu /
śuklapakṣeṣu kṛṣṇeṣu tadādiṣvaṣṭasu śubham
Nur in den Monaten außer Caitra, [d.h.] in den fünf mit Māgha beginnenden Monaten, in den hellen Monatshälften, [und ebenso] in den entsprechenden dunklen [Monatshälften] – in diesen acht [Zeitabschnitten] ist [die Weihe] glückverheißend.
Wort für Wort
vicaitreṣveva māseṣu māghādiṣu ca pañcasu
nur in den Monaten außer Caitra, in den fünf mit Māgha beginnenden
śuklapakṣeṣu kṛṣṇeṣu tadādiṣvaṣṭasu śubham
in den hellen, den dunklen [Hälften] – in diesen acht ist es glückverheißend
An den Tagen, welche Tithi zu welcher Gottheit gehört – dort [ist jeweils die passende Zeit]: in den beiden [Tithis] ab der zweiten, in den drei [Tithis] ab der fünften der Reihe nach,
Wort für Wort
dineṣu yasya devasya yā titistatra tasya ca
an den Tagen, welche Tithi zu welcher Gottheit [gehört], dort ist sie [passend]
dvatīyādidvaye pañcamyāditastisṛṣu kramāt
in den beiden ab der zweiten, in den drei ab der fünften, der Reihe nach
in den vier [Tithis] ab der zehnten, [und] besonders am Vollmondtag; [ferner] in den Nakṣatras der drei Uttara-[Nakṣatras], Aditi (Punarvasu), Candra, Antya (Revatī), Hasta, [und in den] drei Guru-Nakṣatras,
Wort für Wort
daśamyādeṣcatasṛṣu paurṇamāsyāṃ viśeṣataḥ
in den vier ab der zehnten, besonders am Vollmondtag
tryuttarāditicandrāntyahastatrayagurūḍuṣu
in den drei Uttara-, Aditi-, Candra-, Antya-, Hasta-, drei Guru-Nakṣatras
– sowie [in den Nakṣatras des] Aśvin, Dhātṛ (Rohiṇī), Herr des Wassers (Śatabhiṣā), Hari (Śravaṇa), Mitra (Anurādhā) und Vasu (Dhaniṣṭhā), an von Mars freien Wochentagen, wenn die Sonne dem Auftraggeber Stärke verleiht,
Wort für Wort
sāśvidhātṛjalādhīśaharimitravasuṣvapi
auch in den Nakṣatras von Aśvin, Dhātṛ, Wasserherr, Hari, Mitra, Vasu
kujavarjitavāreṣu kartuḥ sūrye balaprade
an von Mars freien Wochentagen, wenn die Sonne dem Auftraggeber Stärke gibt
candratārābalopete pūrvāhne śobhane dine /
śubhalagne śubhāṃśe ca kartturna nidhanodaye
– versehen mit Mond- und Sternenkraft, am Vormittag, an einem prächtigen Tag, bei günstigem Aszendenten und günstigem [Navāṃśa-]Teil, [und] wenn für den Auftraggeber [dieser Aszendent] nicht [zugleich sein] Todeshaus-Aufgang ist –
Wort für Wort
candratārābalopete pūrvāhne śobhane dine
versehen mit Mond- und Sternenkraft, am Vormittag, an einem prächtigen Tag
śubhalagne śubhāṃśe ca kartturna nidhanodaye
bei günstigem Aszendenten und Aṃśa, für den Auftraggeber nicht im Todeshaus-Aufgang
– dann sind alle Zeichen die besten [für die Weihe], wenn von Wohltäter-Planeten verbunden oder angeblickt, im 5. oder 8. [Haus vom Auftraggeber, sofern] günstig [besetzt], bei reinem Aszendenten, das [8.] Todeshaus nicht [betroffen, wobei] Reinheit [gegeben ist].
Wort für Wort
rāśayaḥ sakalāḥ śreṣṭhāḥ śubhagrahayutekṣitāḥ
alle Zeichen sind die besten, von Wohltätern verbunden oder angeblickt
pañcāṣṭake śubhe lagne naidhane śuddhisaṃyute
im 5./8., bei günstigem Aszendenten, nicht im Todeshaus, mit Reinheit versehen
Im Aszendenten stehend, bringen Mond, Sonne, Mars, Rāhu, Ketu und der Sohn der Sonne (Saturn) dem Auftraggeber den Tod; die übrigen [Planeten] hingegen bringen Reichtum, Getreide [und] Glück.
Wort für Wort
lagnasthāścandrasūryārarāhuketvarkasūnavaḥ
im Aszendenten [stehend]: Mond, Sonne, Mars, Rāhu, Ketu, der Sohn der Sonne [Saturn]
kartturmṛtyupradāścānye dhanadhānyasukhapradāḥ
bringen dem Auftraggeber den Tod; die übrigen bringen Reichtum, Getreide, Glück
Im vierten [Haus] bringen Wohltäter Glück, während Übeltäter-Planeten Leid bringen. Im fünften [Haus] bringen Übeltäter Erschöpfung/Krankheit, Wohltäter Söhne und Glück.
Im achten [Haus] stehend, bringen alle Planeten dem Auftraggeber den Tod. Im neunten [Haus, dharma] vernichten Übeltäter [das Glück], Wohltäter bringen Segen und Glück.
Wort für Wort
aṣṭamasthāḥ khagāḥ sarvekarturmṛtyupradāyakāḥ
im achten stehend bringen alle Planeten dem Auftraggeber den Tod
dharme pāpā ghnanti saumyāḥ śubhadā maṅgalapradāḥ
im neunten [dharma] vernichten Übeltäter, Wohltäter bringen Segen und Glück
Im zehnten Haus (karma) stehend, bringen Übeltäter Leid, Wohltäter und der Mond hingegen Ruhm. Im Erwerbs-Haus (11.) stehend, bringen alle Planeten reichen Gewinn.
Wort für Wort
karmagā duḥkhadāḥ pāpā saumyāścandraśca kīrtidāḥ
im 10. [Haus] bringen Übeltäter Leid, Wohltäter und der Mond Ruhm
lābhasthānagatāḥ sarve bhūrilābhapradā grahāḥ
im Erwerbshaus stehend bringen alle Planeten reichen Gewinn
Im zwölften Haus (vyaya) stehend, bewirken die Planeten stets vielfachen Verlust; die [dadurch verursachte] Vermögenslosigkeit schädigt den Auftraggeber, [ein Fehlen des rechten] Mantras hingegen den Priester.
Wort für Wort
vyayasthānagatāḥ śaśvadbahūvyayakarā grahāḥ
im 12. [Haus] stehend bewirken die Planeten stets vielfachen Verlust
hṝntyarthahīnāḥ kartāraṃ mantrahīnāstu ṛtvijam
die Vermögenslosen schädigen den Auftraggeber, die Mantralosen den Priester
[Fehler] ohne die richtigen Merkmale schädigen die Ehefrau. Es gibt keinen der Götter-Weihe (pratiṣṭhā) gleichkommenden Feind. Ist bei einem an [guten] Eigenschaften überlegenen Aszendenten der Fehler nur gering,
Wort für Wort
sriyaṃ lakṣaṇahīnāstu
[Fehler] ohne die richtigen Merkmale schädigen die Frau
na pratiṣṭāsamo ripuḥ
es gibt keinen der Götterweihe gleichkommenden Feind
guṇādhikatare lagne doṣaḥ svalpataro yadi
wenn bei einem an Eigenschaften überlegenen Aszendenten der Fehler geringer ist
surāṇāṃ sthāpanaṃ tatra karturiṣṭārthasiddhidam /
nirmāṇāyatanagrāmagṛhādīnāṃ samāsataḥ
so bringt dort die Aufstellung der Gottheiten dem Auftraggeber die Erfüllung des erwünschten Zieles. – [Nun folgt] zusammenfassend [die Lehre] vom Bau von Tempeln, Dörfern, Häusern und dergleichen.
Wort für Wort
surāṇāṃ sthāpanaṃ tatra karturiṣṭārthasiddhidam
bringt dort die Aufstellung der Götter dem Auftraggeber die Erfüllung des erwünschten Ziels
nirmāṇāyatanagrāmagṛhādīnāṃ samāsataḥ
[nun] zusammenfassend vom Bau von Tempeln, Dörfern, Häusern und dergleichen
Zunächst prüfe man das Grundstück nach Duft, Farbe und Geschmacksanteilen: [nach der Kastenordnung] beginnend beim Brahmanen [prüfe man] einen Duft von Honig, Blüten, Sauer[em] [bzw.] Fleisch,
Wort für Wort
kṣetramādau parīkṣeta gandhavarṇarasāṃśakaiḥ
zunächst prüfe man das Grundstück nach Duft-, Farb-, Geschmacksanteilen
madhupuṣpāmlapiśitagandhaṃ viprānupūrvakam
Duft von Honig, Blüten, Sauerem, Fleisch, der Reihe nach beim Brahmanen [beginnend]
– [entsprechend den vier Kasten] weiß, rot, grün und schwarz an Farbe der Reihe nach; süß, scharf, bitter und herb-adstringierend im Geschmack, der Reihe nach [den vier Kasten zugeordnet].
Wort für Wort
sitaṃ raktaṃ ca haritaṃ kṛṣṇavarṇaṃ yathākramam
weiß, rot, grün, schwarz an Farbe, der Reihe nach
madhuraṃ kaṭukaṃ tiktaṃ kaṣāyakarasaṃ kramāt
süß, scharf, bitter, herb-adstringierend im Geschmack, der Reihe nach
Ein Gefälle nach Nordosten (Īśāna), Osten [oder] Norden bringt den Menschen größten Zuwachs; ein Gefälle in andere Richtungen bringt ihnen stets größten Verlust.
Wort für Wort
atyantavṛddhidaṃ nṝṇāmīśānaprāgudagplavam
ein Gefälle nach Nordosten, Osten, Norden bringt den Menschen größten Zuwachs
anyadikṣu plave teṣāṃ śaśvadatyantahānidam
ein Gefälle in andere Richtungen bringt ihnen stets größten Verlust
samagartāratnimātraṃ khanitvā tatra pūrayet /
atyantavṛddhiradhike hīne hāniḥ same samam
Nachdem man eine gleichmäßige Grube von der Größe einer Elle gegraben hat, fülle man sie [mit derselben Erde wieder] auf; [bleibt Erde] übrig, [bedeutet dies] größten Zuwachs; [reicht sie] nicht [aus, bedeutet dies] Verlust; ist sie gleich, [bedeutet dies] Gleichstand.
Wort für Wort
samagartāratnimātraṃ khanitvā tatra pūrayet
nachdem man eine gleichmäßige, ellenlange Grube gegraben hat, fülle man sie [wieder] auf
atyantavṛddhiradhike hīne hāniḥ same samam
bei Überschuss größter Zuwachs, bei Mangel Verlust, bei Gleichheit Gleichstand
Ebenso mache man dies zu Beginn der Nacht [d.h. gieße die Grube] mit Wasser voll; erscheint am Morgen [noch] Wasser, [bedeutet dies] Zuwachs; [ist nur] Schlamm [zu sehen, bedeutet dies] Gleichstand; bei [völligem] Schwund [des Wassers bedeutet dies] Verlust.
Wort für Wort
tathā niśādau tatkṛtvā pānīyena prapūrayet
ebenso mache man dies zu Nachtbeginn, fülle mit Wasser
prātardṛṣṭe jale vṛddhiḥ samaṃ paṅke kṣayaḥ kṣaye
am Morgen sichtbares Wasser bedeutet Zuwachs, Schlamm Gleichstand, [Wasser-]Schwund Verlust
So, mit [diesen] Merkmalen versehen, wird das Grundstück ordnungsgemäß geprüft. Zur Bestimmung der Himmelsrichtungen (dik-sādhana) zeichne man in dessen Mitte einen ebenen Kreis.
Wort für Wort
evaṃ lakṣaṇasaṃyuktaṃ samyak kṣetraṃ samīkṣyate
so, mit [diesen] Merkmalen versehen, wird das Grundstück ordnungsgemäß geprüft
diksādhanāya tanmadhye samaṃ maṇḍalamālikhet
zur Bestimmung der Richtungen zeichne man in dessen Mitte einen ebenen Kreis
Nachdem man einen zwölf Fingerbreiten hohen Gnomon aufgestellt hat, beobachte man dort den Gang der Richtungen. Im viereckig gemachten, durch den Ṣaḍvarga gereinigten Grundstück –
Wort für Wort
dvādaśāṅgulakaṃ śaṅkuṃ sthāpyekṣettatra diktramam
nachdem man einen zwölf Fingerbreiten hohen Gnomon aufgestellt hat, beobachte man dort den Richtungsgang
caturasrīkṛte kṣetre ṣaḍvargapariśodhite
im viereckig gemachten, durch den Ṣaḍvarga gereinigten Grundstück
rekhāmārge ca karttavyaṃ prākāraṃ sumanoharam /
āyāmeṣu caturdikṣu prāgādiṣu ca satsvapi
– entlang der Linienführung errichte man eine höchst anmutige Umfassungsmauer; an den Längen in den vier Himmelsrichtungen, beginnend im Osten, sofern [entsprechende Maße] vorhanden sind,
Wort für Wort
rekhāmārge ca karttavyaṃ prākāraṃ sumanoharam
entlang der Linienführung ist eine höchst anmutige Umfassungsmauer zu errichten
āyāmeṣu caturdikṣu prāgādiṣu ca satsvapi
an den Längen in den vier Richtungen, beginnend im Osten, sofern vorhanden
In der Richtung des Gatten der Śacī (Indra, Osten): Verlust, Mittellosigkeit, Vermögenserwerb, Königsverehrung, große Wohlfahrt, übermäßiger Diebstahl, übermäßiger Zorn, Furcht [– als Wirkungen der acht Tore der Reihe nach].
Wort für Wort
hānirnaiḥ khyandhanaprāptirnṛpapūjā mahadvanam
Verlust, Mittellosigkeit, Vermögenserwerb, Königsverehrung, große Wohlfahrt
aticauryamatikrodho bhītirdiśi śacīpateḥ
übermäßiger Diebstahl, übermäßiger Zorn, Furcht, in der Richtung des Gatten der Śacī [Osten]
In der Richtung des Kühlen-Strahligen (Mond, Norden): Gattinnenverlust, Kraftlosigkeit, Verlust, Getreide- und Vermögenserwerb, Wohlstandsmehrung, [eine unklare] Furcht, Krankheit.
Wort für Wort
kalatrahānirniḥ sattvaṃ hānirddhānyadhanāgamaḥ
Gattinnenverlust, Kraftlosigkeit, Verlust, Getreide- und Vermögenserwerb
saṃpadvṛddhirmāsabhītirāmayaṃ diśi śītagoḥ
Wohlstandsmehrung, [Monats-]Furcht, Krankheit, in der Richtung des Kühlstrahligen [Mond, Norden]
'māsabhīti' wörtlich 'Monatsfurcht', Bedeutung unsicher [?].
So [gilt dies] bei Häusern und dergleichen; [die Tür sei] doppelt so hoch wie ihre Breite. Im Westen oder auch im Süden des Hauses stelle man den Türflügel auf.
Wort für Wort
evaṃ gṛhādiṣu dvāravistārāddviguṇocchritam
so bei Häusern und dergleichen, doppelt so hoch wie die Türbreite
paścime dakṣiṇe vāpi kapāṭaṃ sthāpayedgṛhe
im Westen oder auch im Süden des Hauses stelle man den Türflügel auf
Innerhalb der Umfassungsmauer teile man den Boden in einundachtzig Felder ein; in der Mitte, im neunfeldigen Zentrum, [liegt] der Brahmā-Platz – diesen [zu bebauen ist] höchst getadelt.
Wort für Wort
prākārāntaḥ kṣitiṃ kuryādekāśītipadaṃ yathā
innerhalb der Umfassungsmauer teile man den Boden in 81 Felder ein
madhye navapade brahmasthānaṃ tadatininditam
in der Mitte, im neunfeldigen [Bereich, liegt] der Brahmā-Platz, [dies zu bebauen ist] höchst getadelt
Zweiunddreißig Felder [liegen] ringsum an der Umfassungsmauer [entlang]; beginnt man den Hausbau im Piśāca-[Randfeld], bringt dies Leid, Kummer und Furcht.
Wort für Wort
dvātriṃśadaṃśāḥ prākārasamīyāṃśāḥ samantataḥ
zweiunddreißig Felder ringsum an der Umfassungsmauer
piśācāṃśe gṛhāraṃbhe duḥkhaśokabhayapradaḥ
beginnt man den Hausbau im Piśāca-Feld, bringt es Leid, Kummer, Furcht
Die übrigen Felder aber bringen beim Bau Söhne, Enkel und Reichtum. Die 'Adern' sind die Linien des Vāstu-Diagramms, die von den Haupt- und Zwischenrichtungen zur Mitte hin verlaufen.
Wort für Wort
śeṣāśāḥ syuśca nirmāṇe putrapautradhanapradāḥ
die übrigen Felder aber bringen beim Bau Söhne, Enkel, Reichtum
śirāḥ syurvāstunorekhā digvidigmadhyasaṃbhavāḥ
die 'Adern' sind die Linien des Vāstu, die von Haupt- und Zwischenrichtungen zur Mitte hin entstehen
brahmabhāgāḥ piśācāṃśāḥ śirāṇāṃ yatra saṃhatiḥ /
tatra tatra vijānīyādvāstuno marmasaṃdhayaḥ
Die Brahmā-Felder [und] die Piśāca-Felder – dort, wo [an ihnen] eine Verknüpfung der Adern [besteht], erkenne man jeweils die 'Gelenkpunkte' des Vāstu-Diagramms.
Wort für Wort
brahmabhāgāḥ piśācāṃśāḥ śirāṇāṃ yatra saṃhatiḥ
die Brahmā-Felder, die Piśāca-Felder, dort wo eine Verknüpfung der Adern [besteht]
tatra tatra vijānīyādvāstuno marmasaṃdhayaḥ
dort erkenne man jeweils die Gelenkpunkte des Vāstu
Die Gelenkpunkte [und] Verknüpfungsstellen sind [zu bebauen] ungünstig, selbst wenn die Wohnstätte [ansonsten] wohlgelegen ist. Die Monate Mṛgaśira, Phālguna, Vaiśākha, Māgha, Śrāvaṇa [und] Kārtika –
Wort für Wort
marmāṇi saṃdhayo neṣṭāḥ svasthe 'pyevaṃ niveśane
die Gelenkpunkte und Verknüpfungsstellen sind ungünstig, selbst bei wohlgelegener Wohnstätte
– diese Monate sind beim Hausbau [günstig und] bringen Söhne, Gesundheit und Reichtum. In den mit 'A' usw. benannten Feldern, in den mit Osten beginnenden Richtungen der Reihe nach –
Wort für Wort
māsāḥ syurgṛhanirmāṇe putrārogyadhanapradāḥ
diese Monate sind beim Hausbau, bringen Söhne, Gesundheit, Reichtum
akārādiṣu bhāgṣu dikṣu prāgādiṣu kramāt
in den mit 'A' beginnend benannten Feldern, in den mit Osten beginnenden Richtungen der Reihe nach
– [gelten] Esel, Pferd, dann Löwe, Hund, Schlange, Ratte, Elefant, Hase [als Tiersymbole der acht Richtungen]. Dies ist die Yoni-Zuordnung der Richtungsgruppen; der fünfte [in der Zählung] von der eigenen Gruppe [aus] ist der Feind.
Wort für Wort
kharośvotha hariḥ śvākhyaḥ sapokhugajaśāśakāḥ
Esel, Pferd, dann Löwe, Hund, Schlange, Ratte, Elefant, Hase
digvargāṇāmiyaṃ yoniḥ svavargātpañcamo ripuḥ
dies ist die Yoni der Richtungsgruppen; der fünfte von der eigenen Gruppe ist der Feind
Vāstu-Yoni-System der acht Himmelsrichtungen; entspricht der Nakṣatra-Yoni-Logik von V505ff., nun auf Bauplatz-Richtungen angewandt.
Man stelle die zu bestimmende Gruppe voran und setze dahinter die bestimmende [Gruppe]; bei Umkehrung [droht] deren Vernichtung; [das Ergebnis als] 'Schuld' [gilt als] mittelmäßig, [als] 'Vermögen' als günstig.
Beginnend beim bestimmenden Nakṣatra bis zum zu bestimmenden [Nakṣatra, die Zahl] vervierfacht, teile man durch sieben; der Rest ist dann das 'Vermögen' des Bestimmenden.
Wort für Wort
ārabhya sādhakaṃ ghiṣṇyaṃ sādhyaṃ yāvaccaturguṇam
beginnend beim bestimmenden Nakṣatra bis zum zu bestimmenden, [die Zahl] vervierfacht
vibhejetsaptabhiḥ śeṣaṃ sādhakasya dhanaṃ tadā
teile man durch sieben; der Rest ist dann das Vermögen des Bestimmenden
Die mit der Länge multiplizierte Breite des Hauses wird 'Pada' (Flächenmaß) genannt; von diesem [berechne man] für 'Vermögen' und 'Schuld' [die Werte für] Nakṣatra, Wochentag [und] Aṃśa der Reihe nach nach [ihrer jeweiligen] Zahl.
Wort für Wort
vistāra āyāmaguṇo gṛhasya padamucyate
die mit der Länge multiplizierte Breite des Hauses heißt 'Pada'
tasmāddhanādhanāyarkṣavārāṃśāḥ saṃkhyayā kramāt
von diesem, für Vermögen/Schuld, Nakṣatra, Wochentag, Aṃśa nach der Zahl, der Reihe nach
dhanādhikaṃ gṛhaṃ vṛddhyai ṛṇādhikamaśobhanam /
viṣamāyaḥ śubhaghāyaiva samāyo nirdhanāya ca
Ein Haus mit Vermögens-Überschuss [führt] zum Wachstum; eines mit Schulden-Überschuss ist ungünstig; ein ungerader Ertragswert (viṣama-āya) [bringt] nur Glück; ein gerader Ertragswert [führt] zur Vermögenslosigkeit.
Wort für Wort
dhanādhikaṃ gṛhaṃ vṛddhyai ṛṇādhikamaśobhanam
ein Haus mit Vermögensüberschuss [führt] zum Wachstum, mit Schuldenüberschuss ist ungünstig
viṣamāyaḥ śubhaghāyaiva samāyo nirdhanāya ca
ungerader Ertrag [bringt] nur Glück, gerader Ertrag [führt] zur Vermögenslosigkeit
ghanakṣayastṛtīyarkṣe pañcamarkṣe paraḥ kṣayaḥ /
ātmakṣayaḥ saptamarkṣe bhavatyeva hi bhartṛbhāt
Beim dritten Nakṣatra[-Wert, gerechnet] vom Hausherrn-Nakṣatra [aus, tritt] Vermögensverlust [ein]; beim fünften Nakṣatra höchster Verlust; beim siebten Nakṣatra tritt gewiss der eigene [Lebens-]Verlust ein.
Wort für Wort
ghanakṣayastṛtīyarkṣe pañcamarkṣe paraḥ kṣayaḥ
beim dritten Nakṣatra Vermögensverlust, beim fünften höchster Verlust
ātmakṣayaḥ saptamarkṣe bhavatyeva hi bhartṛbhāt
beim siebten Nakṣatra tritt gewiss der eigene Verlust ein, [gerechnet] vom Hausherrn-Nakṣatra
dvirdvādaśo nirdhanāya trikoṇamasutāya ca /
ṣaṭkāṣṭakaṃ mṛtyave syācchubhadārāśayaḥ pare
Das zweite/zwölfte [Verhältnis führt] zur Vermögenslosigkeit, das Trikoṇa-[Verhältnis] zur Kinderlosigkeit; das sechste/achte [Verhältnis] führt zum Tod; die übrigen Zeichen[-Verhältnisse] sind glückverheißend.
Wort für Wort
dvirdvādaśo nirdhanāya trikoṇamasutāya ca
das 2./12. zur Vermögenslosigkeit, das Trikoṇa zur Kinderlosigkeit
ṣaṭkāṣṭakaṃ mṛtyave syācchubhadārāśayaḥ pare
das 6./8. führt zum Tod, die übrigen Zeichen sind glückverheißend
Die Wochentags-Anteile von Sonne und Mars (Sonntag und Dienstag) bringen Feuersgefahr; die übrigen Planeten-Wochentags-Anteile bringen die Erfüllung aller Wünsche und Ziele.
Wort für Wort
sūryāṅgārakavārāṃśā vaiśvānarabhayapradāḥ
die Wochentags-Anteile von Sonne und Mars bringen Feuersgefahr
itare grahavārāṃśāḥ sarvakāmārthasiddhidāḥ
die übrigen Planeten-Wochentags-Anteile bringen die Erfüllung aller Wünsche und Ziele
In den mit Nabhasya (Bhādrapada) beginnenden Monaten, je drei und drei der Reihe nach, [wandert der Vāstu-Puruṣa] mit dem Kopf im Osten beginnend, [dann] zur linken Seite, [dann] rückwärts, [dann] im Uhrzeigersinn.
Wort für Wort
nabhasyādiṣu māseṣu triṣu triṣu yathākramam
in den mit Nabhasya beginnenden Monaten, je drei und drei der Reihe nach
pūrvādikaśirovāmapārśveśāyāpradakṣiṇam
mit dem Kopf im Osten beginnend, zur linken Seite, rückwärts, im Uhrzeigersinn
Beschreibung der jahreszeitlichen Wanderung/Ausrichtung des Vāstu-Puruṣa; Einzelbegriffe ('īśāyā') unsicher [?].
Der 'wandernde' genannte Vāstu-Puruṣa, der 'Großbäuchige', wandert so [im Jahreslauf]. In welche Richtung der Vāstu-Puruṣa [mit dem Gesicht] gewandt ist, in ebendiese Richtung [gewandt] baue man das Haus.
Wort für Wort
carāhvayo vāstupumān caratyevaṃ mahodaraḥ
der 'wandernde' genannte Vāstu-Puruṣa, der Großbäuchige, wandert so
yaddiṅmukho vāstupumān kuryāttaddiṅmukhaṃ gṛham
in welche Richtung der Vāstu-Puruṣa gewandt ist, in diese Richtung baue man das Haus
pratikūlamukhaṃ gehaṃ rogaśokabhayapradam /
sabalo mukhagehānāmeṣa doṣo na vidyate
Ein Haus, dessen Front der Ausrichtung des Vāstu-Puruṣa entgegengesetzt ist, bringt Krankheit, Kummer und Furcht. [Ist der Vāstu-Puruṣa jedoch aus anderen Gründen] kraftvoll, besteht dieser Fehler bei [gleicher] Front von Gesicht und Haus nicht.
Wort für Wort
pratikūlamukhaṃ gehaṃ rogaśokabhayapradam
ein Haus mit entgegengesetzter Front bringt Krankheit, Kummer, Furcht
sabalo mukhagehānāmeṣa doṣo na vidyate
ist [der Vāstu-Puruṣa] kraftvoll, besteht dieser Fehler bei [gleicher] Front von Gesicht und Haus nicht
Man lege einen [runden] Ziegel, versehen mit Goldstaub, Getreide und Wassermoos, zur Niederlegung in eine Grube von einer Hand[spanne Tiefe] in der Mitte des Hauses.
Wort für Wort
vṛtyeṭikāṃ
den (runden?) Ziegel [?]
svarṇareṇudhānyaśaivalasaṃyutam
versehen mit Goldstaub, Getreide und Wassermoos
gṛhamadhye
in der Mitte des Hauses
hastamātre garte
in eine Grube von einer Hand[spanne]
nyāsāya vinyaset
man soll zur Niederlegung hineinlegen
'vṛtyeṭikāṃ' vermutlich 'vṛttām iṣṭikāṃ' (runder Ziegel) [?]; beschreibt die Grundsteinlegung (garbhanyāsa) beim Hausbau.
Die Hälfte der Länge des Grundstücks ist der 'Nabel'; von dort drei Fingerbreiten [darüber hinaus liegt] die 'Bauchhöhle' (kukṣi). Dort soll man den Pflock (śaṅku) einsetzen, der Söhne und Enkel vermehrt.
Mit 24, 23 [?], 16 [oder] 12 Fingerbreiten [ist] das Maß der Bauchhöhle für Brahmanen usw. [je nach Kaste]; [der Pflock werde] mit Gold, Tuch und dergleichen geschmückt.
Wort für Wort
caturviṃśatrayoviṃśatṣoḍaśadvādaśāṅgulaiḥ
mit 24, 23[?], 16, 12 Fingerbreiten
viprādīnāṃ kukṣimānaṃ
das Maß der Bauchhöhle für Brahmanen usw.
svarṇavastrādyalaṅkṛtam
geschmückt mit Gold, Tuch und dergleichen
Zahlenfolge 'caturviṃśat-trayoviṃśat-ṣoḍaśa-dvādaśa' (24-23-16-12) wirkt unregelmäßig gegenüber der sonst üblichen Kastenabstufung; evtl. Lesefehler für 'viṃśati' (20) statt 'trayoviṃśati' (23) [?].
Das Joch-Werkzeug (yugayantra), gefertigt aus Khadira-, Arjuna- oder Śāla-Holz, [oder] entsprungen aus einem [geeigneten] Baum [?]; aus rotem Sandelholz, Palāśa, 'raktaśāna' [?] oder Viśāla-Holz.
Wort für Wort
khadirārjunaśālotthaṃ
entstanden aus Khadira-, Arjuna- oder Śāla-Holz
yugayantraṃ
das Joch-Werkzeug
tarūdbhaghavam
[?] aus einem Baum entsprungen
raktacandanapālāśaraktaśānaviśālajam
aus rotem Sandelholz, Palāśa, 'raktaśāna'[?] oder Viśāla entstanden
'tarūdbhaghavam' und 'raktaśāna' unklare Lesungen [?]; Aufzählung geeigneter Hölzer für das Ritualwerkzeug beim Pflocksetzen.
Man teile den Pflock (śaṅku) in drei [Abschnitte]: den ersten vierkantig, dann den zweiten achtkantig, den dritten vielkantig [beinahe rund], weich und ohne Makel.
evaṃ lakṣaṇasaṃyuktaṃ parikalpya śubhe dine / ṣaḍvargaśuddhisūtreṇa sūtrite dharaṇītale
Nachdem man ihn so mit [diesen] Merkmalen versehen an einem günstigen Tag hergestellt hat, [lege man ihn nieder] auf dem mit der von den sechs Fehlern freien Schnur abgesteckten Erdboden.
Wort für Wort
evaṃ lakṣaṇasaṃyuktaṃ
so mit [diesen] Merkmalen versehen
parikalpya śubhe dine
hergestellt an einem günstigen Tag
ṣaḍvargaśuddhisūtreṇa
mit der von den sechs [astrologischen] Faktoren gereinigten Schnur
mṛdudhruvakṣiprabheṣu riktāmāvarjite dine / vyarkāracaralagneṣu pāpe cāṣṭamavarjite
In weichen, festen oder schnellen [Mondhäusern], unter Vermeidung der Rikta[-Tithis] und des Neumonds, unter Vermeidung eines von schädlichen Planeten [beherrschten] Wochentags, in beweglichem Aufgangszeichen, [und] unter Vermeidung eines vom Unglücksplaneten [besetzten] achten Hauses.
Wort für Wort
mṛdudhruvakṣiprabheṣu
in weichen, festen, schnellen Mondhäusern
riktāmāvarjite dine
unter Vermeidung der Rikta-Tithis und des Neumondtages
vyarkāracaralagneṣu
unter Vermeidung des [Tages] von Mars/Saturn, in beweglichem Aufgangszeichen
pāpe cāṣṭamavarjite
und unter Vermeidung des von einem Unglücksplaneten [besetzten] achten Hauses
Wenn das achte Haus rein [von Fehlern] ist, in günstiger Aufgangsstunde, in günstigem Navāṃśa, [und] von Wohltätigen angeblickt oder begleitet ist – dann soll man den Pflock einsetzen.
Wort für Wort
naidhane śuddhisaṃyukte
wenn das achte Haus (naidhana) rein ist
śubhaghalagne śubhāṃśake
in günstiger Aufgangsstunde, in günstigem Navāṃśa
śubhekṣite 'tha vā yukte lagne
wenn das Aszendentenhaus von Wohltätigen angeblickt oder begleitet ist
Mit Ausrufen 'ein heilvoller Tag' (puṇyāham), mit Musikinstrumenten, mit gesegneten Frauen (Suvāsinī) und dergleichen; mit Wohltätigen in eigenem Zeichen, Trigon oder Kendra stehend, [und] mit weiteren [Planeten] im 3., 11. oder 6. [Haus].
Wort für Wort
puṇyāhaghoṣairvāditraiḥ
mit Ausrufen des 'heilvollen Tages' und mit Instrumenten
puṇyapuṇyāṅganādibhiḥ
mit gesegneten Frauen und dergleichen
svatrikendratrikoṇasthaiḥ śubhaiḥ
mit Wohltätigen, die in eigenem Zeichen, Kendra oder Trigon stehen
Mit dem Mond [fern] vom 8. und 6. des Aszendenten-Navāṃśa, vorangegangen von der Verehrung des Astrologen (daivajña); [es gibt Häuser mit] ein-, zwei-, drei-, vierhöfigen [Anlagen], siebenhöfige, zehnbenannte Höfe.
Wort für Wort
lagnāṃśāṣṭāricandreṇa
mit dem Mond [frei] vom 8. und 6. des Aszendenten-Navāṃśa [?]
daivajñārcanapūrvakam
vorangegangen von der Verehrung des Astrologen
ekadvitricatuḥśālāḥ
ein-, zwei-, drei-, vierhöfige [Häuser]
sapta śālā daśāhvayāḥ
siebenhöfige, zehnbenannte Höfe
'lagnāṃśāṣṭāricandreṇa' unsicher übersetzt; Beginn der Liste der Haustypen (śālā) nach Innenhöfen.
So soll man die Häuser nach der Unterteilung ihrer 'Ausbreitung' (prastāra) [nach einer prosodischen Kombinatorik] zählen; nach dem 'Schweren' (guru) soll das 'Leichte' (laghu) gesetzt werden – man ordne es davor [bzw.] darüber wie zuvor an.
Wort für Wort
gṛhāṇi gaṇayedevaṃ
so soll man die Häuser zählen
teṣāṃ prastārabhedataḥ
nach der Unterteilung ihrer Ausbreitung (prastāra)
guroragho laghuḥ sthāpyaḥ
nach dem Schweren soll das Leichte gesetzt werden
purastādūrdhvavannyaset
man setze es davor, [bzw.] darüber wie zuvor
Bezug auf die aus der Prosodie (Chandaḥśāstra) entlehnte Kombinatorik (guru/laghu, Prastāra) zur Bestimmung der Haustypen.
Danach fülle man mit den 'Schweren' auf; die Regel [gilt] durchweg nach den 'Leichten'; an der Stelle des 'Leichten' mache man die Veranda (alinda), im Uhrzeigersinn von der Haustür aus.
In den Veranden, die in Ost usw. [Richtungen] liegen, gibt es sechzehn Unterteilungen des Hauses: das Badezimmer in östlicher Richtung, die Küche im Südosten.
Im Norden der Götterschrein, im Nordosten das Milchhaus; Bett, Latrine, Waffen und dergleichen, Speise – [dies alles ist] die Grundlage des Heilvollen.
dhānyastrībhogavittaṃ ca śṛṅgārāyatanāni ca /// īśānyādikramasteṣāṃ gṛhanirmāṇakaṃ śubham
Und Getreide, das Gemach der Gattin/des Genusses, Vermögen, sowie die Räume des Liebesschmucks – deren Anordnung, beginnend im Nordosten, [ergibt] den heilvollen Hausbau.
Wort für Wort
dhānyastrībhogavittaṃ ca
und Getreide, [das Gemach für] den Genuss der Frau, Vermögen
In diesen [Richtungen] sollen diese Wahrzeichen aufgestellt werden, jeweils in der eigenen Richtung: Fahne, 'Dhūmra' [?], Löwe, Hund, 'Saurameya' [Hund], Esel, Elefanten...
Wort für Wort
eteṣvetāni śastrāṇi
in diesen [Richtungen sollen] diese Wahrzeichen
svaṃ sthāpyāni svadikṣvapi
je in der eigenen Richtung aufgestellt werden
dhvajo dhūmrotha siṃhaḥ
Fahne, 'Dhūmra' [?], Löwe
śvā saurameyaḥ kharo gajāḥ
Hund, Saurameya[-Hund], Esel, Elefanten
'dhūmra' und 'saurameya' unsichere Deutungen einzelner Wahrzeichen [?].
dhvāṅkṣaścaiva bhavantyaṣṭau pūrvādipāḥ kramādamī / plakṣoduṃbaracūtākhyā niṃbastu hi vibhītakāḥ
...und die Krähe – dies sind die acht Wächter, beginnend im Osten, der Reihe nach. [Neues Thema:] Plakṣa, Udumbara, Mango genannt; Nimba und Vibhītaka...
... [unsichere Textstelle] ... im Westen und ebenso im Süden sollen die Pfosten des Hauses gleich [lang] sein – [dies wird] gepriesen; ungleiche [Pfosten] nicht.
Wort für Wort
pittavāgrajadehasyāt
[unklar, ?]
paścime dakṣiṇe tathā
im Westen und ebenso im Süden
gṛhapādāgṛhastabhāḥ samāḥ śastāśca
die Hauspfosten [sollen] gleich [lang sein] – gepriesen
nāsamāḥ
ungleiche nicht
Erste Zeile ('pittavāgrajadehasyāt') syntaktisch unklar, evtl. verderbt [?]; sinngemäß übersetzt nach dem zweiten Halbvers.
Nicht zu hoch, nicht zu niedrig sei die Wandhöhe, nach Belieben; so soll man in jeder Hinsicht bei Häusern über Häusern [d.h. mehrstöckigen Bauten] verfahren.
Das Maßsystem (gṛhaśrāva) der Häuser usw. ist der Reihe nach als achtfach überliefert: das Pāñcāla-Maß, das Vaideha-, das Kaurava- und das Kujanyaka-Maß...
māgadhaṃ śūrasenaṃ ca gāndhārāvatikā smṛtam / sacaturbhāgavistāramutsedhaṃ yattaducyate
...das Māgadha- und das Śūrasena-Maß, das Gāndhāra- und das Avantikā-Maß werden überliefert. Das, was als 'Erhöhung' (utsedha) bezeichnet wird, hat ein Viertel [davon] als Breite (vistāra).
Wort für Wort
māgadhaṃ śūrasenaṃ ca
das Māgadha- und das Śūrasena-Maß
gāndhārāvantikā smṛtam
das Gāndhāra- und Avantikā[-Maß] werden überliefert
Das Kaujanya-Maß [gilt] für Vaiśyas; für Brahmanen usw. [gilt es] stufenweise aufsteigend. Wie [zuvor] gesagt [ist] die Wasserableitung für zwei- und dreistöckige Häuser.
Für Kamel- und Elefantenställe [wird] die Fahne auf dem Elefanten[-bild] [angebracht]; ebenso bei den Viehställen und den Höfen (śālā), die Fahne auf dem Elefanten.
Wort für Wort
uṣṭrakuñjaraśālānāṃ
für Kamel- und Elefantenställe
dhvajāyepyathā vā gaje
die Fahne auf dem Elefanten[-bild]
paśuśālāśca śālānāṃ
und bei den Viehställen und Höfen
dhvajāyepyatha vā gaje
die Fahne auf dem Elefanten[-bild]
Zweite Zeile wirkt gegenüber der ersten wiederholend/verderbt [Anm.: möglicher Schreibfehler/Dublette im Quelltext].
Hier [sind] die Fahnen für Tür, Bett [und] Sitz Löwen- und Stierfahnen. [Neues Thema:] Ich werde nun die Vorschrift der Vāstu-Verehrung beim Einzug in ein neues Haus verkünden.
Wort für Wort
dvāraśayyāśanāmatra
hier [sind] die [Fahnen] für Tür, Bett, Sitz
dhvajāḥ siṃhavṛṣadhvajāḥ
Fahnen [nämlich] Löwen- und Stierfahnen
vāstupūjāvidhiṃ vakṣye
ich werde die Vorschrift der Vāstu-Verehrung verkünden
Man ziehe Linien im Abstand von je einer Hand[spanne], zehn nach Osten hin, zehn weitere darüber hinaus [nach Norden]; in der Mitte des Hauses entsteht so auf dem Reis das Einundachtzig-Felder-[Diagramm] (ekāśītipada).
Wort für Wort
hastamātrā likhedrekhā
man ziehe Linien im Abstand von einer Hand[spanne]
daśa pūrvā daśottarāḥ
zehn nach Osten, zehn weitere [nach Norden]
gṛhamadhye taṇḍuloparyekāśītipadaṃ bhavet
in der Mitte des Hauses entsteht auf dem Reis das 81-Felder-Diagramm
Man zeichne die im Folgenden zu nennenden fünfundvierzig Götter ein; von diesen sind zweiunddreißig außen zu verehren, dreizehn stehen dort im Inneren.
Wort für Wort
pañcottarānvakṣyamāṇāṃścatvariṃśatsurān likhet
man zeichne die zu nennenden fünfundvierzig Götter ein
Āpaḥ, Sāvitra, und Jaya, Rudra – diese [stehen] in dieser Reihenfolge jeweils an übernächster Stelle; von Osten beginnend sind sie überliefert, [ringsum] um Brahmā herum.
Wort für Wort
āpaḥ sāvitraghasaṃjñaśca
Āpaḥ [und] der 'Sāvitra' Genannte
jayo rudraḥ kramādamī
Jaya, Rudra – diese der Reihe nach
ekāntarā syuḥ prāgādyāḥ
sollen jeweils übernächste sein, von Osten beginnend
yaddikkānāṃ ca vargo 'yamevaṃ koṇeṣvaśeṣataḥ / tanmadhye viṃśatirbāhyā dvipadāste tu sarvadā
Dies ist die Gruppe der Richtungen (dik), so vollständig an den Ecken. In deren Mitte [befinden sich] stets die zwanzig äußeren [Götter], die je zwei Felder (dvipada) [einnehmen].
Aryamā, und Vivasvān, Mitra, [und] der 'Pṛthvīdhara' Genannte – rings um Brahmā, in den [Haupt-]Richtungen, diese vier, die je drei Felder (tripada) [einnehmen], sind überliefert.
Wort für Wort
aryamā ca vivasvāṃśca
Aryamā und Vivasvān
mitraḥ pṛthvī dharāhvayaḥ
Mitra, der 'Pṛthvīdhara' Genannte
brahmaṇaḥ pārito dikṣu
rings um Brahmā, in den Richtungen
catvārastripadāḥ smṛtāḥ
diese vier, je drei Felder [einnehmend], sind überliefert
brahmāṇaṃ ca tathaikadvitripadānarcayetsurān / vāstumantreṇa vāstujño dūrvādadhyakṣatādibhiḥ
Und man verehre Brahmā sowie die ein-, zwei- und dreifeldigen Götter mit dem Vāstu-Mantra; der Vāstu-Kundige [verehrt sie] mit Dūrvā-Gras, Quark, ungebrochenem Reis (akṣata) und dergleichen.
Wort für Wort
brahmāṇaṃ ca tathaikadvitripadānarcayetsurān
und man verehre Brahmā sowie die ein-, zwei-, dreifeldigen Götter
vāstumantreṇa
mit dem Vāstu-Mantra
vāstujño dūrvādadhyakṣatādibhiḥ
der Vāstu-Kundige mit Dūrvā-Gras, Quark, Reis usw.
Oder man überreiche mit dem Brahma-Mantra ein Paar weißer Gewänder; und ebenso, der Reihe nach, alle Ehrenerweisungen (upacāra), beginnend mit der Anrufung (āvāhana).
Wort für Wort
brahmamantreṇa vā
oder mit dem Brahma-Mantra
śvetavastrayugmaṃ pradāpayet
überreiche man ein Paar weißer Gewänder
āvāhanādisarvopacārāṃśca
und alle Ehrenerweisungen, beginnend mit der Anrufung
vāstupuruṣa namaste 'stu bhūśayyānirata prabho // madgṛhe dhanadhānyādisamṛddhaṃ kuru sarvadā
O Vāstupuruṣa, Verehrung sei dir, o Herr, der du gerne auf der Erde liegst! Mache in meinem Haus Reichtum, Getreide und dergleichen stets im Überfluss vorhanden.
Wort für Wort
vāstupuruṣa namaste 'stu
o Vāstupuruṣa, Verehrung sei dir
bhūśayyānirata prabho
o Herr, der du gerne auf der Erde liegst
madgṛhe dhanadhānyādisamṛddhaṃ
in meinem Haus Reichtum, Getreide usw. im Überfluss
kuru sarvadā
mache stets
Direkte Gebetsformel (Anrede an den Vāstupuruṣa) im Vers selbst.
iti prārthya yathāśaktyā dakṣiṇāmarcakāya ca / dadyāttadagre viprebhyo bhojanaṃ ca svaśaktitaḥ
So flehend gebe man dem Verehrer eine Gabe (dakṣiṇā) nach Vermögen; und danach gebe man den Brahmanen vor [dem Bild] eine Mahlzeit nach eigenem Vermögen.
Wer nach dieser Vorschrift die Vāstu-Verehrung ordnungsgemäß vollzieht, dieser Mensch erlangt Gesundheit, das Erlangen von Söhnen, Reichtum [und] Getreide.
Wort für Wort
anena vidhinā samyagvāstupūjāṃ karoti yaḥ
wer nach dieser Vorschrift die Vāstu-Verehrung ordnungsgemäß vollzieht
Nun, zur Erfüllung des gewünschten Ergebnisses der Reise (yātrā) von Königen und anderen – so werde ich sie darlegen, für diejenigen, deren Geburt[szeit] genau bekannt ist.
Wort für Wort
atho yātrā nṛpādīnāmabhīṣṭaphalasiddhaye
nun, zur Erfüllung des gewünschten Ergebnisses die Reise von Königen usw.
syāttathā tāṃ pravakṣyāmi
so werde ich sie darlegen
samyagvijñātajanmanām
für diejenigen, deren Geburt genau bekannt ist
Beginn des Abschnitts über Reise-/Feldzugsastrologie (yātrā).
Für Menschen, deren Geburt unbekannt ist, ist das Erlangen des Ergebnisses wie [das zufällige Muster] eines Holzwurms; für sie [ergibt sich] das Aufkommen des Ergebnisses aus Frage[-Astrologie] (praśna), Vorzeichen (nimitta) und dergleichen.
Wort für Wort
ajñātajanmanāṃ nṝṇāṃ
für Menschen, deren Geburt unbekannt ist
phalāptirghuṇavarṇavat
das Erlangen des Ergebnisses [ist] wie [beim] Holzwurm[-Schriftzeichen]
praśnodayanimittādyaisteṣāmapi
durch Frage[-Astrologie], Aufgang, Vorzeichen usw. auch für sie
phalodayaḥ
das Aufkommen des Ergebnisses
'ghuṇavarṇavat' – Sprichwort vom Holzwurm, dessen Fraßspuren zufällig einem Schriftzeichen ähneln (Symbol für Zufall).
ṣaṣṭyaṣṭamīdvādaśīṣu riktāmāpūrṇimāsu ca / yātrā śuklapratipadi nirddhanāya kṣayāya ca
An der sechsten, achten, zwölften [Mondtithi], an den Rikta[-Tithis] und am Vollmond, sowie am ersten Tag der hellen Monatshälfte führt eine Reise zu Mittellosigkeit und Untergang.
Wort für Wort
ṣaṣṭyaṣṭamīdvādaśīṣu
an der sechsten, achten, zwölften [Tithi]
riktāmāpūrṇimāsu ca
an den Rikta-Tithis und am Vollmond
yātrā śuklapratipadi
eine Reise am ersten Tag der hellen [Monatshälfte]
na mandendudine prācīṃ na vrajeddakṣiṇaṃ gurau / sitārkayerna pratīcīṃ nodīcīṃ jñārayorddine
Am Tag Saturns oder des Mondes gehe man nicht nach Osten, am [Tag] Jupiters nicht nach Süden, an [den Tagen] der Venus und der Sonne nicht nach Westen, an [den Tagen] Merkurs und des Mars nicht nach Norden.
Wort für Wort
na mandendudine prācīṃ
am [Tag] Saturns oder des Mondes nicht nach Osten
na vrajeddakṣiṇaṃ gurau
am [Tag] Jupiters gehe man nicht nach Süden
sitārkayerna pratīcīṃ
an [den Tagen] der Venus und der Sonne nicht nach Westen
nodīcīṃ jñārayorddine
an [den Tagen] Merkurs und des Mars nicht nach Norden
Klassische Regel der 'Śūla'-Richtung: jedem Wochentag ist eine zu meidende Richtung zugeordnet.
indrājapādacaturāsyāryamarkṣāṇi pūrvataḥ / śūlāni sarvadvārāṇi mitrārkejyāśvabhāni ca
Die Sternbilder von Indra, 'Ajapāda', 'Caturāsya' und Aryaman [liegen] im Osten; die 'Śūla' [erstreckt sich über] alle Tore/Richtungen; [ebenso] die [Sternbilder] von Mitra, Arka, Ijya [und] Aśva.
Wort für Wort
indrājapādacaturāsyāryamarkṣāṇi pūrvataḥ
die Sternbilder von Indra, Ajapāda, Caturāsya, Aryaman [liegen] im Osten
śūlāni sarvadvārāṇi
die Śūla [betrifft] alle Tore/Richtungen
mitrārkejyāśvabhāni ca
und die Sternbilder von Mitra, Arka, Ijya, Aśva
Fortsetzung der Śūla-Richtungsregel, diesmal nach Nakṣatra statt Wochentag; mehrere Nakṣatra-Beinamen unsicher zugeordnet [?].
Der Reihe nach sind dies die Sternbilder der Richtungstore, jeweils sieben und sieben, gezählt ab dem Sitz Agnis (Kṛttikā). Man mag ein Hindernis (parigha) überschreiten, [aber] nicht einen 'Stab' (daṇḍa); man reise nicht in Richtung von Feuer oder Wind.
Wort für Wort
kramāddigdvārabhāni syuḥ
der Reihe nach sind dies die Sternbilder der Richtungstore
saptasaptāgnidhiṣṇyataḥ
jeweils sieben und sieben, gezählt ab dem Sitz Agnis
parighaṃ laṅghayeddaṇḍaṃ
man überschreite ein Hindernis, [nicht aber] einen Stab
āgneyaṃ pūrvadigdhiṣṇyairvidiśaścaivameva hi / digrāśayastu kramaśo meṣādyāśca punaḥ punaḥ
Der Südosten [entspricht] den Sternbildern der Ostrichtung, und ebenso [verhält es sich] mit den Zwischenrichtungen. Die den Richtungen zugeordneten Tierkreiszeichen sind der Reihe nach Widder usw., [und dies] immer wieder [zyklisch].
Wort für Wort
āgneyaṃ pūrvadigdhiṣṇyairvidiśaścaivameva hi
der Südosten [entspricht] den Sternbildern der Ostrichtung, ebenso bei den Zwischenrichtungen
digrāśayastu kramaśo meṣādyāśca punaḥ punaḥ
die den Richtungen zugeordneten Zeichen sind der Reihe nach Widder usw., immer wieder
Wenn der Herr der [betreffenden] Richtung an der 'Stirn' steht, gibt es für den Reisenden keine Rückkehr mehr. Die Sonne, im Aszendenten stehend, [ist] für den nach Osten Reisenden an der Stirn stehend.
Wort für Wort
digīśvare lalāṭasthe
wenn der Herr der Richtung an der Stirn steht
yāturna punarāgamaḥ
gibt es für den Reisenden keine Rückkehr mehr
lagnastho bhāskaraḥ prācyāṃ diśi
die im Aszendenten stehende Sonne, für [den] nach Osten [Reisenden]
yāturlalāṭagaḥ
ist für den Reisenden an der Stirn stehend
'lalāṭa' (Stirn) bezeichnet hier offenbar eine bestimmte, ungünstige Positionsangabe innerhalb eines Richtungsdiagramms.
Venus im zwölften oder elften [Haus ist] für [den nach] Südost [Reisenden] an der Stirn stehend. Mars, im zehnten [Haus] vom Aszendenten [oder von den genannten Ausgangspunkten] stehend, ist für den [entsprechend] Reisenden an der Stirn stehend.
Wort für Wort
dvādaśaikādaśaḥ śukro 'pyāgneyyāntu lalāṭagaḥ
Venus im zwölften oder elften [Haus ist] für [den] Südost[-Reisenden] an der Stirn stehend
daśamasthaḥ kujo lagnādyābhyāṃ yāturlalāṭagaḥ
Mars, im zehnten [Haus] stehend, ist von den genannten [Bezugspunkten] her für den Reisenden an der Stirn stehend
navamāṣṭamago rāhurnaiṛtyāṃ tu lalāṭagaḥ / lagnātsaptamagaḥ sauriḥ pratīcyāṃ tu lalāṭagaḥ
Rāhu, im neunten oder achten [Haus] stehend, [ist] für [den nach] Südwest [Reisenden] an der Stirn stehend. Saturn, im siebten vom Aszendenten stehend, [ist] für [den nach] Westen [Reisenden] an der Stirn stehend.
Wort für Wort
navamāṣṭamago rāhurnaiṛtyāṃ tu lalāṭagaḥ
Rāhu, im neunten oder achten stehend, [ist] für [den] Südwest[-Reisenden] an der Stirn stehend
lagnātsaptamagaḥ sauriḥ pratīcyāṃ tu lalāṭagaḥ
Saturn, im siebten vom Aszendenten stehend, [ist] für [den] Westen[-Reisenden] an der Stirn stehend
ṣaṣṭaḥ pañcamagaścandro vāyavyāṃ ca lalāṭagaḥ / caturthasthānagaḥ saumyaścottarasyāṃ lalāṭagaḥ
Der Mond, im sechsten oder fünften [Haus] stehend, [ist] für [den nach] Nordwest [Reisenden] an der Stirn stehend. Merkur, im vierten Haus stehend, [ist] für [den nach] Norden [Reisenden] an der Stirn stehend.
Wort für Wort
ṣaṣṭaḥ pañcamagaścandro vāyavyāṃ ca lalāṭagaḥ
der Mond, im sechsten oder fünften stehend, [ist] für [den] Nordwest[-Reisenden] an der Stirn stehend
caturthasthānagaḥ saumyaścottarasyāṃ lalāṭagaḥ
Merkur, im vierten Haus stehend, [ist] für [den] Norden[-Reisenden] an der Stirn stehend
dvitristhānagato jīva īśānyāṃ vai lalāṭagaḥ / lalāṭaṃ tu parityajya jīvitecchurvrajennaraḥ
Jupiter, im zweiten oder dritten Haus stehend, [ist] für [den nach] Nordost [Reisenden] an der Stirn stehend. Die 'Stirn'-Stellung meidend, soll der Mensch, der [sein] Leben [erhalten] wünscht, reisen.
Wort für Wort
dvitristhānagato jīva īśānyāṃ vai lalāṭagaḥ
Jupiter, im zweiten oder dritten Haus stehend, ist für [den] Nordost[-Reisenden] an der Stirn stehend
Wenn ein rückläufiger Planet an den Aszendenten der Reise herantritt, bringt er dem König Niederlage; auch [ein Planet], der zwar in seiner eigenen 'Varga' [steht, aber] dem Aszendenten entgegengesetzt [platziert ist, bringt Unheil].
Wort für Wort
vilomago graho yasya
ein Planet, der rückläufig geht
yātrālagropago yadi
wenn er sich dem Aszendenten der Reise nähert
tasya bhaṅgaprado rājñas
bringt dieser dem König Niederlage
ta dvargo 'pi vilagnagaḥ
auch dieser, obwohl in [eigener] Varga, [aber] dem Aszendenten entgegengesetzt stehend
Eine Reise, die dem [nördlichen bzw. südlichen] Lauf (ayana) von Sonne und Mond entspricht, ist günstig, heilvoll; in dessen Fehlen, [entscheidet, ob] man bei Tag oder Nacht reist – widrigenfalls [droht] dem Reisenden der Tod.
Wort für Wort
ravīndvayanayoryātam
ein [der Reise-]Bewegung entsprechender Lauf von Sonne und Mond
anukūlaṃ śubhapradam
günstig, heilbringend
tadabhāve divārātrau yāyādyāturvadho 'nyathā
in dessen Fehlen [gehe man je nachdem] bei Tag oder Nacht; andernfalls droht dem Reisenden der Tod
mūḍhe śukre kāryahāniḥ pratiśukre parājayaḥ / pratiśukrakṛtaṃ doṣaṃ hṝntuṃ śaktā grahā na hi
Bei kombuster Venus (mūḍha) [droht] Scheitern des Vorhabens; bei 'Pratiśukra' [droht] Niederlage. Keine [anderen] Planeten vermögen den durch 'Pratiśukra' verursachten Fehler zu heben.
Wort für Wort
mūḍhe śukre kāryahāniḥ
bei kombuster Venus [droht] Scheitern des Vorhabens
pratiśukre parājayaḥ
bei 'Pratiśukra' [droht] Niederlage
pratiśukrakṛtaṃ doṣaṃ
den durch Pratiśukra verursachten Fehler
hṝntuṃ śaktā grahā na hi
vermögen [andere] Planeten nicht zu heben
'Pratiśukra' bezeichnet eine bestimmte ungünstige Venus-Konfiguration/-Stellung.
ekagrāme vivāhe ca durbhikṣe rājavigrahe / dvijakṣobhe nṛpakṣobhe pratiśukro na vidyate
Bei [Reisen innerhalb] eines einzigen Dorfes, bei einer Hochzeit, bei Hungersnot, bei Krieg zwischen Königen, bei Unruhe unter Brahmanen, bei Unruhe [die] den König [bedroht], existiert 'Pratiśukra' nicht.
Wort für Wort
ekagrāme vivāhe ca
bei [Reisen innerhalb] eines Dorfes, bei einer Hochzeit
durbhikṣe rājavigrahe
bei Hungersnot, bei Krieg zwischen Königen
dvijakṣobhe nṛpakṣobhe
bei Unruhe unter Brahmanen, bei Unruhe [die] den König [betrifft]
Venus, geschwächt (nīca) [stehend], oder im Haus eines Feindes stehend, oder rückläufig, oder [im Planetenkampf] besiegt, bringt dem Reisenden Niederlage; steht sie [dagegen] in eigenem [Zeichen] oder Erhöhung, bringt sie Sieg.
Wort für Wort
nīcago 'rigṛhastho vā
geschwächt stehend, oder im Feindeshaus stehend
vakrago vā parājitaḥ
oder rückläufig, oder besiegt
yāturbhaṅgapradaḥ śukraḥ
bringt Venus dem Reisenden Niederlage
svoñcasthaścejjayapradaḥ
steht sie in Eigen[-Zeichen] oder Erhöhung, bringt sie Sieg
[Steht Venus] im Achten vom eigenen [Zeichen] oder vom gewünschten [Reise-]Zeichen, oder im Achten eines von einem Feind besetzten [Zeichens], oder in dem Zeichen, wo deren Herr steht – dann [droht] dem Reisenden ohne Zweifel der Tod.
Wort für Wort
svāṣṭalagneṣṭarāśau vā
im Achten vom eigenen [Zeichen] oder vom gewünschten [Reise-]Zeichen
śatrubhāttvaṣṭamepi vā
oder im Achten [gezählt] vom feindlichen [Zeichen]
Wenn die Herren des Geburtsaszendenten und des Achten [Hauses] gegenseitig in freundschaftlichem [Verhältnis] zueinander stehen, werden die aus dem Geburtszeichen und dem Achten [gezählten] Sternbild entstehenden Fehler durch [diese] Beziehung vernichtet.
Wort für Wort
janmeṣāṣṭamalagneśau
die Herren des Geburts[-Zeichens], des Achten und des Aszendenten
mitho mitre vyavasthitau
gegenseitig freundschaftlich zueinander stehend
janmarāśyaṣṭamarkṣotthadoṣā
die aus dem Geburtszeichen und dem Achten entstehenden Fehler
Ein von einem Unglücksplaneten angeblickter oder begleiteter [Aszendent], auch wenn zweileibiger Natur (dviḥsvabhāva), bringt Niederlage. Bei der Reise ist ein festes (sthira) Aufgangszeichen nicht wünschenswert, es sei denn, es ist selbst von einem Wohltäter begleitet oder angeblickt.
Wort für Wort
krūragrahekṣito yukto
von einem Unglücksplaneten angeblickt oder begleitet
dviḥsvabhāvo 'pi bhaṅgadaḥ
auch [wenn] zweileibiger Natur, bringt Niederlage
yāne sthirodaye neṣṭo
bei der Reise ist ein festes Aufgangszeichen nicht wünschenswert
bhavyayuktekṣitaḥ svayam
es sei denn, [es ist] selbst von einem Wohltäter begleitet oder angeblickt
vasvantyārddhādipañcarkṣe saṃgrahaṃ tṛṇakāṣṭayoḥ / yāmyadiggamanaṃ śayyā na kuryādgehagopanam
[Bei bestimmten Nakṣatras, für] das Sammeln von Stroh und Holz ... man reise nicht in Richtung Süden, mache kein Bett, hüte nicht das Haus [in dieser Zeit].
Wort für Wort
vasvantyārddhādipañcarkṣe
in den fünf Sternbildern, beginnend mit 'Vasu, Antya-ardha' [?]
saṃgrahaṃ tṛṇakāṣṭayoḥ
[bezüglich] des Sammelns von Stroh und Holz
yāmyadiggamanaṃ śayyā na kuryādgehagopanam
man reise nicht nach Süden, mache kein Bett, hüte nicht das Haus
Verderbt/unsicher überliefert; 'vasvantyārddhādipañcarkṣe' bezeichnet vermutlich eine Gruppe von fünf Nakṣatras, deren genaue Identifikation unsicher bleibt [?].
Wenn [der Aszendent des Reisenden mit] dem Aufgang oder dem Geburtssternbild des Feindes, oder mit dem Sternbild von deren Herrn [zusammenfällt]; [oder] wenn diese im sechsten, achten oder Kendra-[Haus] zueinander stehen – dann tritt für den Reisenden die Vernichtung des Feindes ein.
Wort für Wort
janmodaye janmabhe vā tayorīśasyabhepi vā
beim Aufgang [oder] Geburtssternbild [des Feindes], oder beim Sternbild von deren Herrn
tābhyāṃ tayorikendreṣu
wenn diese im sechsten, achten oder Kendra[-Haus zueinander stehen]
yātuḥ śatrukṣayo bhavet
tritt für den Reisenden die Vernichtung des Feindes ein
Wenn das 'Haupt' im Aufgang [des Feindes] aufgeht, [oder] im Richtungs-Aszendenten, [oder] im [eigenen] Aszendenten [des Feindes], oder in einem wohltätigen 'Varga' im Aszendenten – dann [tritt] für den Reisenden die Vernichtung des Feindes [ein].
Wort für Wort
śīrṣodaye lagnagate diglagne lagnagopi vā
wenn das Haupt im Aufgang, im Richtungs-Aszendenten oder im [eigenen] Aszendenten steht
śubhavārgotha vā lagne
oder in einem wohltätigen Varga im Aszendenten
yātuḥ śatrukṣayastadā
dann [tritt] für den Reisenden die Vernichtung des Feindes [ein]
Beim Aufgang des Geburtssternbilds des Feindes oder beim Aufgang des Achten vom Geburtszeichen, [oder] wenn im Zeichen, in dem deren Herr steht, [der Aszendent fällt] – dann tritt für den Reisenden die Vernichtung des Feindes ein.
Wort für Wort
śatrujanmodaye janmarāśervā nidhanodaye
beim Aufgang des Geburtssternbilds des Feindes oder beim Aufgang des Achten vom Geburtszeichen
tayorīśasthite rāśau
oder im Zeichen, in dem deren Herr steht
yātuḥ śatrukṣayo bhavet
tritt für den Reisenden die Vernichtung des Feindes ein
Ein krummer Pfad [ergibt sich], wenn Fische (Mīna) der Aszendent ist für den Reisenden, oder im Navāṃśa der Fische; zu verwerfen bei jeder Reise ist der Wassermann (Ghaṭa) als Aszendent [oder] als Navāṃśa.
Wort für Wort
vakraḥ panthā mīnalagne
ein krummer Pfad [ergibt sich] bei Fische-Aszendenten
yāturmīnāṃśakepi vā
oder für den Reisenden im Fische-Navāṃśa
nindyo nikhilayātrāsu
zu verwerfen bei allen Reisen
ghaṭalagno ghaṭāṃśakaḥ
[ist] der Wassermann-Aszendent [oder] der Wassermann-Navāṃśa
Ein Wasserzeichen als Aszendent, oder ein Wasser-Navāṃśa, ist günstig für [Reisen] aus einer Wasserquelle [heraus, z.B. Schiffsreisen]. [Für den Reise-Aszendenten gelten besondere Namen:] Körper (mūrti), Schatz (kośa), 'der Bogenträger' (dhanvin), das Fahrzeug (vāhana), der 'Mantra' Genannte.
Wort für Wort
jalalagno jalāṃśo vā
ein Wasserzeichen-Aszendent oder ein Wasser-Navāṃśa
śatrumārgastathāyuśca manovyāpārasaṃjñikam / prāptiraprāptirudayādbhāvāḥ syurdvādaśaiva te
Der 'Feindespfad' [6. Haus], sowie das Leben (āyu) [8. Haus], das mit 'Geist' und 'Unternehmen' benannte [9./10. Haus]; Erlangen [11.], Nicht-Erlangen [12.] – vom Aufgang aus gezählt gibt es zwölf solcher Häuser[-Namen].
Wort für Wort
śatrumārgastathāyuśca
[das 6. Haus heißt] Śatru-Mārga(Feindespfad), sowie [das 8.] Āyu(Leben)
manovyāpārasaṃjñikam
[das 9./10. Haus ist] mit 'Mano' und 'Vyāpāra' benannt
prāptiraprāptirudayādbhāvāḥ syurdvādaśaiva te
Prāpti(Erlangen), Aprāpti(Nicht-Erlangen) – vom Aufgang aus gezählt sind dies die zwölf Häuser
ghnanti krūrāstryāptivargaṃ bhāvānsūryamahīsutau / na nighnato hi vyāpāraṃ saumyāḥḍha puṣṇantyariṃ vinā
Die Unglücksplaneten zerstören die Häuser des dreifachen Gewinns; [ebenso] die Sonne und Mars (mahīsuta). Sie unterlassen es nicht, das 'Unternehmen'[-Haus] zu zerstören; die Wohltäter aber stärken den [Häusern] außer dem 'Feind'[-Haus].
Wort für Wort
ghnanti krūrāstryāptivargaṃ bhāvān
die Unglücksplaneten zerstören die Häuser des dreifachen Gewinns
sūryamahīsutau
die Sonne und Mars (mahīsuta)
na nighnato hi vyāpāraṃ
sie unterlassen es nicht, das 'Vyāpāra'-Haus zu zerstören
śukro 'staṃ ca na puṣṇāti mūrtiṃ mṛtyuṃ ca candramāḥ / yāmyadiggamanaṃ tyaktvā sarvakāṣṭhāsu yāyinām
Venus nährt das 'Asta' [Verlust-Haus] nicht; der Mond [nährt] nicht 'Mūrti' und 'Mṛtyu'; [diese Regeln gelten,] wenn man die Richtung nach Süden meidet, für Reisende in alle [übrigen] Richtungen.
Wort für Wort
śukro 'staṃ ca na puṣṇāti
Venus nährt das Asta[-Haus] nicht
mūrtiṃ mṛtyuṃ ca candramāḥ
der Mond [nährt nicht] Mūrti und Mṛtyu
yāmyadiggamanaṃ tyaktvā sarvakāṣṭhāsu yāyinām
wenn man die Reise nach Süden meidet, [gilt dies] für Reisende in alle [übrigen] Richtungen
Diese Verbindung des Augenblicks 'Abhijit' gewährt das gewünschte Ergebnis, [und ist] sogar an einem Tag, dem die Reinheit der fünf [astrologischen] Glieder fehlt, ergebnisbringend.
Wort für Wort
abhijitkṣaṇayogo 'yam
diese Verbindung des Augenblicks Abhijit
abhīṣṭaphalasiddhidaḥ
gewährt das gewünschte Ergebnis
pañcāṅgaśuddhirahite divase 'pi
auch an einem Tag ohne die Reinheit der fünf [Kalender-]Glieder
Mannigfaltig sind die Reise-Kombinationen (yātrāyoga); diese Kombinationen werde ich nun darlegen. Für Könige [ergibt sich] die Erfüllung des Ergebnisses vom Aszendenten des Aufbruchs, für den Brahmanen vom Sternbild.
Wort für Wort
yātrāyogā vicitrāstānyogānvakṣye yatastataḥ
mannigfaltig sind die Reise-Kombinationen; diese Kombinationen werde ich nun darlegen
phalasiddhiryāgalagnād rājñāṃ
die Erfüllung des Ergebnisses für Könige vom Aszendenten des Aufbruchs
muhūrtaśaktito 'nyeṣāṃ śakunaistaskarasya ca / kendratrikoṇe hyekena yogaḥ śukrajñasūriṇām
Für andere [gilt sie] durch die Kraft der Muhūrta-Stunde, für den Dieb durch Vorzeichen (śakuna). Wenn nur einer von Venus, Merkur [und] der Sonne (sūri) in Kendra oder Trikoṇa [steht], entsteht eine 'Yoga'-Verbindung.
Wort für Wort
muhūrtaśaktito 'nyeṣāṃ
für andere [gilt sie] durch die Kraft der Muhūrta-Stunde
śakunaistaskarasya ca
für den Dieb durch Vorzeichen
kendratrikoṇe hyekena
in Kendra oder Trigon, durch einen [von ihnen]
yogaḥ śukrajñasūriṇām
entsteht eine Yoga[-Verbindung] von Venus, Merkur, Sonne
Mit zweien [dieser Planeten so stehend] entsteht 'Adhiyoga'; mit dreien wird es 'Yogādhiyoga'. Bei bloßem 'Yoga' [ist] Sicherheit für die Reisenden, bei 'Adhiyoga' Sieg.
Wort für Wort
adhiyego bhaveddvābhyāṃ
mit zweien entsteht Adhiyoga
tribhiryogādhiyogakaḥ
mit dreien [wird es] Yogādhiyoga
yoge 'pi yāyināṃ kṣemam
bei [bloßem] Yoga [besteht] Sicherheit für die Reisenden
yogādhiyoge kṣemaṃ ca vijayārthavibhūtayaḥ / vyāpāraśatrumūrtisthaiścandramandadivākaraiḥ
Bei 'Yogādhiyoga' [gibt es] Sicherheit und, zwecks Sieges, Wohlstand – [dies bewirkt] durch Mond, Saturn und Sonne, die in den [Häusern] 'Unternehmen', 'Feind' und 'Körper' stehen.
Wort für Wort
yogādhiyoge kṣemaṃ ca
bei Yogādhiyoga [gibt es] Sicherheit
vijayārthavibhūtayaḥ
und, zwecks Sieges, Wohlstand/Reichtümer
vyāpāraśatrumūrtisthaiḥ
durch [Planeten], die in Vyāpāra-, Śatru-, Mūrti[-Haus] stehen
Für einen zur Schlacht ausgezogenen König ist der Siegesglanz gesichert, wenn Venus, Sonne, Merkur, Saturn (arki) und Mars im [zweiten] Vermögens[-Haus], im dritten [und] im 'Feind'[-Haus, gezählt] vom Aszendenten stehen.
Wort für Wort
raṇe gatasya bhūpasya
für einen zur Schlacht ausgezogenen König
jayalakṣmīḥ pramāṇikā
ist der Siegesglanz gesichert
śukrārkajñārkibhaumeṣu
wenn Venus, Sonne, Merkur, Saturn und Mars
lagnādhvastatriśatruṣu
im [2.] Vermögens-, dritten und Feindes-Haus vom Aszendenten stehen
Wenn der 'Lehrer der Dreißig[Götter]' (Jupiter) im Aszendenten steht und die Planeten des Feindes im Vermögens[-Haus] stehen, dann zerschmilzt vor dem Ausgezogenen das feindliche Heer wie Wachs im Feuer.
Wort für Wort
gatasyāgre vairicamṛrvahnau lākṣve līyate
vor dem Ausgezogenen zerschmilzt das feindliche Heer wie Wachs im Feuer
lagnasthe tridaśācārye
wenn der Lehrer der Dreißig[Götter] (Jupiter) im Aszendenten steht
dhanāyasthaiḥ paragrahaiḥ
[und] die Planeten des Feindes im Vermögens[-Haus] stehen
Wenn Venus im Aszendenten, die Sonne im [Gewinn-Haus] 'Lābha' und der Mond im 'Bandhu'[-Haus] stehen, wird des ausgezogenen Königs Feindesheer zur Behausung Yamas geführt.
Wort für Wort
gatasya rājño 'risenā nīyate yamamandiram
des ausgezogenen Königs Feindesheer wird zur Behausung Yamas geführt
lagne śukre ravau lābhe candre bandhusthite yadā
wenn Venus im Aszendenten, die Sonne im Lābha-Haus, der Mond im Bandhu-Haus steht
gato nṛpo ripūnhṝnti kesarīvebhasaṃhatim / svoccasaṃsthe site lagne svocce candre ca lābhage
Wenn Venus in eigener Erhöhung im Aszendenten und der Mond in eigener Erhöhung im 'Lābha'-Haus stehen, vernichtet der ausgezogene König seine Feinde, wie der Löwe eine Elefantenherde.
Wort für Wort
gato nṛpo ripūnhṝnti kesarīvebhasaṃhatim
der ausgezogene König vernichtet seine Feinde, wie der Löwe eine Elefantenherde
svoccasaṃsthe site lagne
wenn Venus in eigener Erhöhung im Aszendenten [steht]
svocce candre ca lābhage
und der Mond in eigener Erhöhung im Lābha-[Haus steht]
...vernichtet der Ausgezogene die Armee des Feindes wie Kṛṣṇa[-Keśava] die Pūtanā. Wenn Wohltäter in Trigon und Kendra stehen und Unglücksplaneten im 3., 11. und 6. [Haus stehen] –
Wort für Wort
hṝnti yāto 'riṣṭatanāṃ keśavaḥpūtanāmiva
der Ausgezogene vernichtet die [Feindes]Armee, wie Keśava [die] Pūtanā
trikoṇe kendragāḥ saumyāḥ
wenn Wohltäter in Trigon und Kendra stehen
krūrāstryāyārigā yadi
[und] Unglücksplaneten im 3., 11., 6. [Haus] stehen
...wem [dies zutrifft], dem naht bei seinem Aufbruch das Unglück wie eine Buhlerin (abhisārikā). Wenn Jupiter, Sonne und Mond, im Aszendenten, im Feindes- und im Todeshaus (randhra) stehen, während er auszieht –
Wort für Wort
yasya yāteralakṣmīstamupaitīvābhisārikā
wem bei seinem Aufbruch das Unglück naht wie eine Buhlerin
jīvārkacandrā lagnārirandhragā yadi gacchataḥ
wenn Jupiter, Sonne, Mond im Aszendenten-, Feindes- und Todeshaus stehen, während er auszieht
...vor ihm ist [dann] wie die Freundschaft eines Schurken das feindliche Heer nicht beständig. Wenn im 3., 6., 11. [Haus, Saturn] und Mars stark [stehen] und [wenn] die Wohltäter [gut platziert sind],
Wort für Wort
tasyāgre khalamaitrīva na sthirā ripuvāhinī
vor ihm ist das feindliche Heer nicht beständig, wie die Freundschaft eines Schurken
trikhaḍāyeṣu mandārau balavantaḥ śubhā yadi
wenn im 3., 6., 11. [Haus] Saturn und Mars stark [stehen] und die Wohltäter [günstig sind]
...dann [liegt] bei der Reise dieses Königs das Feindesland in [seiner] Hand. Wenn Jupiter, in eigener Erhöhung, im Aszendenten, und der Mond im 'Lābha'-Haus stehen –
Wort für Wort
yātrāyāṃ nṛpatastasya hastasthā śatrumedinī
bei der Reise dieses Königs [liegt] das Feindesland in [seiner] Hand
svoñcasthe lagnage jīve candre lābhagate yadi
wenn Jupiter, in eigener Erhöhung, im Aszendenten, und der Mond im Lābha-Haus stehen
...vernichtet der ausgezogene König die Feinde, wie [Śiva] Pinākin die Tripura[-Burgen vernichtete]. Wenn Venus im aufgehenden 'Haupt', im Aszendenten stehend, und Jupiter im 'Lābha'[-Haus stehen] –
Wort für Wort
gato rājā ripūnhati pinākī tripuraṃ yathā
der ausgezogene König vernichtet die Feinde, wie Pinākin [Śiva die] Tripura[-Burgen]
mastakodayageśukra lagnasthe lābhage gurau
wenn Venus im aufgehenden Haupt im Aszendenten, und Jupiter im Lābha-Haus stehen
...vernichtet der ausgezogene König die Feinde, wie Kumāra [Skanda] den [Dämon] Tāraka. Wenn Venus im Aszendenten [und] Jupiter im Kendra oder im Trigon [stehen] –
Wort für Wort
gato rājā ripūnhṝnti kumārastārakaṃ yathā
der ausgezogene König vernichtet die Feinde, wie Kumāra [den] Tāraka
jīvaṃ lagnagate śukre kendre vāpi trikoṇage
wenn Venus im Aszendenten [und] Jupiter im Kendra oder Trigon stehen
...verbrennt der ausgezogene König die Feinde, wie das Feuer (kṛṣṇavartman) einen Wald. Wenn Merkur im Aszendenten [steht], ein Wohltäter im Kendra, [und Merkur] in freundlichem Sternbild –
Wort für Wort
gato dahatyarīvrājā kṛṣṇavartmā yathā vanam
der ausgezogene König verbrennt die Feinde, wie das Feuer einen Wald
lagnage jñe śubhe kendre dhiṣṇye copakule gataḥ
wenn Merkur im Aszendenten, ein Wohltäter im Kendra, [und Merkur] in freundlichem Sternbild steht
...lassen Könige die Feinde vertrocknen, wie die Sonnenstrahlen im Sommer einen Fluss/Teich. Wenn ein Wohltäter im Trigon, [ein anderer] im Kendra, und der Mond oder die Sonne im 'Lābha'[-Haus stehen] –
Wort für Wort
nṛpāḥ śuṣyantyarīn grīṣme hradinīṃ vārkaraśmayaḥ
Könige lassen die Feinde vertrocknen, wie im Sommer die Sonnenstrahlen einen Fluss/Teich
śubhi trikoṇe kendrasthe lābhe candre 'thavā ravī
wenn ein Wohltäter im Trigon, [ein anderer] im Kendra, und der Mond oder die Sonne im Lābha[-Haus stehen]
...vernichtet der ausgezogene König die Feinde, wie die Sonne die Dunkelheit. Wenn ein Wohltäter im eigenen Zeichen in einem Kendra, [ein anderer] im Trigon [steht] –
Wort für Wort
śatrūnhanti gato rājā hyandhakāraṃ yathā raviḥ
der ausgezogene König vernichtet die Feinde, wie die Sonne die Dunkelheit
svakṣetrage śubhe kadre trikoṇoyagate gataḥ
wenn ein Wohltäter im eigenen Zeichen im Kendra, [ein anderer] im Trigon steht
...vernichtet der König die Feinde, wie das Feuer einen Grashaufen. Wenn der Mond in eigenem [Zeichen], Jupiter im Kendra [steht], [und] der Mantra samt der Silbe Om [rezitiert wird beim Aufbruch] –
Wort für Wort
vināśayatyarītrājā tṛlarāśimivānalaḥ
der König vernichtet die Feinde, wie das Feuer einen Grashaufen
indau svasthe gurau kendre
wenn der Mond in eigenem [Zeichen], Jupiter im Kendra steht
mantraḥ sapraṇavo gataḥ
[wenn] der Mantra samt der Silbe Om [beim Aufbruch rezitiert wird]
...vernichtet der König alle Feinde [und ihre] Sünden, wie das fünfsilbige [Mantra die Sünden vernichtet]. Wenn Venus im 'Vargottama' [steht] und ebenso in eben diesem Aszendenten –
Wort für Wort
nṝpo hṝnti ripūnsarvānpāpānpañcākṣaro yathā
der König vernichtet alle Feinde [und] Sünden, wie das fünfsilbige [Mantra]
vargottamagate śukre 'pyevasminneva lagnage
wenn Venus im Vargottama, und ebenso in eben diesem Aszendenten steht
...vernichtet der ausgezogene König die Feinde, wie die Erinnerung an Hari Sündenfluten vernichtet. Wenn ein Wohltäter im Kendra, [ein anderer] im Trigon, und der Mond im 'Vargottama' steht –
Wort für Wort
harismṛtiryathāghaughānhṝnti śatrūn gato nṛpaḥ
der ausgezogene König vernichtet die Feinde, wie die Erinnerung an Hari Sündenfluten
śubhe kendre trikoṇasthe candre vargottame gataḥ
wenn ein Wohltäter im Kendra, [ein anderer] im Trigon, und der Mond im Vargottama steht
...vernichtet [der König] Könige gleichen Geschlechts (Gotra), wie [Indra] Gotrabhid die Berge [zerschmettert]. Wenn [der Mond] im freundlichen Sternbild, Jupiter im Kendra, [oder] Venus im Trigon steht –
Wort für Wort
sagotrārīnnṛpān hṝnti yathā gotrāṃścagotrabhit
er vernichtet Könige gleichen Gotras, wie [Indra] Gotrabhid die Berge/Gotras
mitrabhe 'tha gurau kendre trikoṇasthe 'tha vā site
wenn [der Mond] im freundlichen Sternbild, Jupiter im Kendra, [oder] Venus im Trigon steht
...vernichtet der ausgezogene König die Feinde, wie Garuḍa die Schlangen. Wenn ein Wohltäter im Kendra und Trigon steht, [und ein anderer] im 'Vargottama' –
Wort für Wort
śatrūnhṝnti gato rājā bhujaṅgān garuḍo yathā
der ausgezogene König vernichtet die Feinde, wie Garuḍa die Schlangen
śubhakadratrikoṇasthe vargottamagate gataḥ
wenn ein Wohltäter im Kendra und Trigon steht, [ein anderer] im Vargottama
vināśayatyarīnrājā pāpānbhāgīrathī yathā / ye nṛpā yāntyarīñjetuṃ teṣāṃ yogairnṛpāhvayaiḥ
...vernichtet der König die Feinde, [ihre] Sünden, wie die Bhāgīrathī (Ganges). Diejenigen Könige, die ausziehen, um ihre Feinde zu besiegen, [tun dies erfolgreich] durch diese 'königlich' benannten Kombinationen –
Wort für Wort
vināśayatyarīnrājā pāpānbhāgīrathī yathā
der König vernichtet die Feinde, [ihre] Sünden, wie die Bhāgīrathī
ye nṛpā yāntyarīñjetuṃ
diejenigen Könige, die ausziehen, um die Feinde zu besiegen
teṣāṃ yogairnṛpāhvayaiḥ
[erfolgreich] durch diese königlich benannten Kombinationen
...beruhigt sich das Feuer ihres Zorns [erst wieder] durch die Tränentropfen der Feindesfrauen. Am zehnten [Tithi] der abnehmenden Monatshälfte im Monat Āśvina [gibt es einen Tag] namens 'Vijayā'.
Wort für Wort
upaiti śāntiṃ kopāgniḥ
es beruhigt sich das Feuer des Zorns
śatruyoṣāśrubindubhiḥ
durch die Tränentropfen der Feindesfrauen
balakṣayapakṣadaśamīmāsīṣe vijayābhidhā
am zehnten [Tithi] der abnehmenden Monatshälfte im Monat Āśvina, [ein Tag] namens Vijayā
Bezug auf Vijayā Daśamī (Dasarā) als besonders günstigen Reisetag.
vijayastatra yātṝṇāṃ sadhirvā na parājayaḥ / nimittaśakunādibhyaḥ pradhānaṃ hi manodayaḥ
An diesem [Tag] gibt es für die Ausziehenden Sieg, oder zumindest keine Niederlage. Wichtiger als Vorzeichen (nimitta), Omina (śakuna) und dergleichen ist wahrlich das Aufkommen [guter] Gesinnung (manodaya).
Wort für Wort
vijayastatra yātṝṇāṃ sadhirvā na parājayaḥ
an diesem [Tag gibt es] für die Ausziehenden Sieg, oder zumindest keine Niederlage
nimittaśakunādibhyaḥ
gegenüber Vorzeichen, Omina und dergleichen
pradhānaṃ hi manodayaḥ
ist wahrlich das Aufkommen [guter] Gesinnung wichtiger
Daher ist für die Entschlossenen durch Anstrengung das Aufkommen [guter] Gesinnung die Ursache des Erfolgs. [Ebenso gilt dies] bei Fest, Initiation, Hochzeit, Weihe, [bei] Unreinheit durch Tod oder Geburt:
Wort für Wort
tasmānmanasvināṃ yatnāt
daher [ist] für die Entschlossenen durch Anstrengung
phalaheturmanodayaḥ
das Aufkommen [guter] Gesinnung die Ursache des Erfolgs
utsavopanayodvāhapratiṣṭāśaucasūtake
bei Fest, Initiation, Hochzeit, Weihe, [bei] Unreinheit durch Tod oder Geburt
asamāpte na kurvīta yātrāṃ martyo jijīviṣuḥ / mahiṣondurayoryuddhe kalatrakalahārttave
...soll ein Sterblicher, der zu leben wünscht, keine Reise antreten, wenn [ein solcher Ritus] unvollendet ist. [Man reise nicht] bei einem Kampf zwischen Büffel[n und Feinden?], bei Streit mit der Gattin, in Bedrängnis.
Wort für Wort
asamāpte na kurvīta yātrāṃ
man unternehme keine Reise, wenn [dies] unvollendet ist
martyo jijīviṣuḥ
ein Sterblicher, der zu leben wünscht
mahiṣondurayoryuddhe
bei einem Kampf zwischen Büffel[n] und [?]
kalatrakalahārttave
bei Streit mit der Gattin, in Bedrängnis [?]
'mahiṣondurayoryuddhe' und 'ārttave' unsichere Lesungen [?].
Wenn Kleidung usw. [herab]rutscht, in Zorn, nach unfreundlichem Wort, ziehe der König nicht aus. [Zum Speiseritual vor der Reise, je nach Wochentag:] Speise mit Ghee, sesampastehaltige Speise, Fischspeise, Ghee-Milchreis (pāyasa)...
Wort für Wort
vastrādeḥ skhalite krodhe durukte na vrajennṛpaḥ
wenn Kleidung usw. herabrutscht, in Zorn, nach unfreundlichem Wort, ziehe der König nicht aus
prāgādikramaśo bhuktvā yāti rājā jayatyarīn / sajjikā paramānnaṃ ca kāñjika ca payo dadhi
...nachdem er [dies] der Reihe nach [an den Wochentagen] gegessen hat, zieht der König aus [und] besiegt die Feinde. Grießbrei (sajjikā), Milchreis (paramānna), fermentierter Reisbrei (kāñjika), Milch, Quark...
Wort für Wort
prāgādikramaśo bhuktvā
nachdem er der Reihe nach [beginnend im Osten/Sonntag] gegessen hat
matsyānnaṃ ca vicitrānnaṃ dadhyannaṃ dasrabhātkramāt / bhuktvā rājebhāśvarathanarairyāti jayatyarīn
...Fischspeise, vielerlei Speise, Quarkreis, [gegessen] der Reihe nach ab dem Tag des Aśvin(?); nachdem er [so] gegessen hat, zieht der König mit Elefanten, Pferden, Wagen und Männern aus [und] besiegt die Feinde.
Wort für Wort
matsyānnaṃ ca vicitrānnaṃ
Fischspeise und vielerlei Speise
dadhyannaṃ dasrabhātkramāt
Quarkreis, der Reihe nach ab dem Tag des Aśvin[?]
bhuktvā rājebhāśvarathanarairyāti jayatyarīn
nachdem er gegessen hat, zieht der König mit Elefanten, Pferden, Wagen, Männern aus [und] besiegt die Feinde
Nachdem er dem Feuer mit Sesam geopfert hat, soll er den Herrn der [betreffenden] Richtung verehren. Nachdem er sich vor Göttern und Brahmanen verneigt hat, ziehe der König mit [deren] Segenswünschen aus.
Wort für Wort
hutāśanaṃ tilairhutvā
nachdem er dem Feuer mit Sesam geopfert hat
pūjayeta digīśvaram
soll er den Herrn der Richtung verehren
praṇamya devabhūdevān
nachdem er sich vor Göttern und Brahmanen verneigt hat
yadvarṇavasragandhādyaistanmantreṇa vidhānataḥ / indramairāvatārūḍhaṃ śacyā saha virājitam
[Man verehre jeden Richtungshüter] mit der ihm entsprechenden Farbe, Girlande, Duftstoff usw., mit dessen Mantra, nach Vorschrift: Indra, auf Airāvata reitend, zusammen mit Śacī erstrahlend...
Wort für Wort
yadvarṇavasragandhādyaistanmantreṇa vidhānataḥ
mit der [je] entsprechenden Farbe, Girlande, Duftstoff usw., mit dessen Mantra, nach Vorschrift
indramairāvatārūḍhaṃ
Indra, auf Airāvata reitend
śacyā saha virājitam
zusammen mit Śacī erstrahlend
Beginn der ausführlichen Beschreibung der acht (bzw. zehn) Richtungshüter (Dikpālas) mit ihrer Ikonographie, fortgesetzt bis V694.
...den Vajra in der Hand tragend, goldfarben, mit göttlichem Schmuck geschmückt. [Agni:] mit sieben Händen, sieben Zungen, sechs Gesichtern, auf dem Widder reitend...
...dem Svāhā lieb, rot gefärbt, die Opferlöffel (sruk, sruva) als Waffen tragend. [Yama:] den Stab als Waffe [tragend], rotäugig, auf dem Büffel reitend...
...dunkelfarben, begleitet von [Dienern] rötlicher Farbe, mit nach oben gerichtetem Gesicht, heilvoll. [Nirṛti:] Schwert und Schild tragend, dunkelblau, mit den Krallen schlagend...
Wort für Wort
śyāmalaṃ sahitaṃ raktavarṇairūrddhvamukhaṃ śubham
dunkelfarben, begleitet von rötlichen [Dienern], mit nach oben gerichtetem Gesicht, heilvoll
...mit aufrecht stehendem Haar, mit furchterregenden/entstellten Augen, mit langem Hals versehen, mächtig. [Varuṇa:] den Schlangen-Fangstrick tragend, gelb(gold)farben, auf dem Makara reitend...
Wort für Wort
urddhvakeśaṃ virūpākṣaṃ
mit aufrecht stehendem Haar, mit entstellten Augen
dīrghagrīvāyutaṃ vibhum
mit langem Hals versehen, mächtig
nāgapāśadharaṃ pītavarṇaṃ
den Schlangen-Fangstrick tragend, gelb(gold)farben
[Varuṇa,] den Herrn der Kālikā [d.h. der Gewässer], mit Juwelenschmuck geschmückt; ihn, der die Lebenskraft der Lebewesen selbst ist, zweiarmig, den Stab in der Hand haltend.
Man verehre Vāyu, auf einer schwarzen Antilope reitend, den Gatten der Añjanī; auf einem Pferd reitend, einen Wasserkrug in der Hand haltend, zweiarmig, goldfarben.
Wort für Wort
vāyuṃ kṛṣṇamṛgārūḍhaṃ
Vāyu, auf einer schwarzen Antilope reitend
pūjayedañjanīpatim
man verehre [ihn], den Gatten der Añjanī
aśvārūḍhaṃ kuṃbhapāṇiṃ
auf einem Pferd reitend, einen Wasserkrug in der Hand haltend
[Man verehre] Kubera, Herrn der Citralekhā, Anführer der Yakṣas und Gandharvas. [Man verehre Īśāna/Śiva:] Pinākin, auf dem Stier reitend, Gatten der Gaurī, den Unübertroffenen...
...weißfarben, mit dem Mond als Diadem, die Schlange als heilige Schnur tragend. Nicht bei [eigenem] Aufbruch [allein], [sondern] persönlich soll [diese Verehrung] vollzogen werden, ebenso durch den Herrscher mittels Beaufsichtigung [während des Feldzugs].
Wort für Wort
śvetavarṇaṃ candramauliṃ
weißfarben, mit dem Mond als Diadem
nāgayajñopavītinam
die Schlange als heilige Schnur tragend
aprayāṇe svayaṃ kāryā
nicht nur beim [eigenen] Aufbruch soll [dies] persönlich vollzogen werden
prekṣayā bhūbhujastathā
ebenso durch den Herrscher mittels Beaufsichtigung
kāryaṃ nigamanaṃ chatraṃ dhvajaśastrāstravāhanaiḥ / svasthānānnirgamasthānaṃ daḍānāṃ ca śatandvayam
Der Auszug (nigamana) soll mit Schirm, Banner, Waffen, Geschossen und Reittieren erfolgen. Von seiner eigenen Residenz bis zum Ort des Ausrückens [sei die Entfernung] zweihundert 'Daṇḍa' [Maßeinheiten].
Wort für Wort
kāryaṃ nigamanaṃ chatraṃ
der Auszug soll mit Schirm [erfolgen]
dhvajaśastrāstravāhanaiḥ
mit Banner, Waffen, Geschossen und Reittieren
svasthānānnirgamasthānaṃ
von der eigenen Residenz bis zum Ort des Ausrückens
catvāriṃśaddvādaśaiva prasthitaḥ sa svayaṃ gataḥ / dinānyekatra na vasetsaptaṣṭ vā paro janaḥ
Vierzig oder [auch] zwölf – [er,] aufgebrochen, geht selbst [diese Strecke]. An einem Ort soll man nicht [länger als] sieben oder acht Tage verweilen; [dies gilt auch für] die übrige Gefolgschaft.
Wort für Wort
catvāriṃśaddvādaśaiva
vierzig oder [auch] zwölf
prasthitaḥ sa svayaṃ gataḥ
aufgebrochen, geht er selbst [diese Strecke]
dinānyekatra na vaset
an einem Ort soll man nicht [länger] verweilen
saptaṣṭ vā paro janaḥ
[als] sieben oder acht Tage; [dies gilt auch für] die übrige Gefolgschaft
pañcarātraṃ ca purataḥ punarlagnāntare vrajet / akālajeṣu nṛpatirvidyudgarjitavṛṣṭiṣu
Und fünf Nächte im Voraus [soll man warten, dann] erneut zu einem anderen [günstigen] Aszendenten aufbrechen. Der König [soll nicht ausziehen] bei nicht-jahreszeitgemäßem Blitz, Donner [und] Regen.
Wort für Wort
pañcarātraṃ ca purataḥ
und fünf Nächte im Voraus
punarlagnāntare vrajet
[dann] erneut zu einem anderen Aszendenten aufbrechen
akālajeṣu nṛpatirvidyudgarjitavṛṣṭiṣu
der König [ziehe nicht aus] bei nicht-jahreszeitgemäßem Blitz, Donner, Regen
utpāteṣu trividheṣu saptarātraṃ tu na vrajet / sntākuḍyaśivākākakapotānāṃ girastathā
Bei den drei Arten von Vorzeichen (utpāta) [soll man] sieben Nächte nicht ausziehen. Ebenso [gelten als ungünstig] die Rufe von Hunden [?], Schakalen, Krähen [und] Tauben.
Wort für Wort
utpāteṣu trividheṣu
bei den drei Arten von Vorzeichen
saptarātraṃ tu na vrajet
soll man sieben Nächte nicht ausziehen
sntākuḍyaśivākākakapotānāṃ
von Hunden[?], Schakalen, Krähen, Tauben
girastathā
ebenso die Rufe
'sntā' unklar, vermutlich verschrieben für 'śunaka' (Hund) [?].
Für [gewisse Vögel, deren Namen unsicher überliefert sind] ist die Bewegung von links [her günstig]. Für den gelben [Bachstelzen-]Vogel, den Francolin[-Vogel] [und andere] ist die Bewegung von rechts [günstig].
Wort für Wort
jhajhebhukhemavakṣīrasvarāṇāṃ
[gewisser Vögel mit unsicheren Namen, ?]
vāmato gatiḥ
ist die Bewegung von links [günstig]
pītakārabharadvājapabhiṇāṃ
für den gelben [Vogel], den Francolin usw.
dakṣiṇā gatiḥ
ist die Bewegung von rechts [günstig]
Vogelnamen 'jhajhebhukhemavakṣīra-' stark verderbt [?]; sinngemäß nach Parallelstruktur übersetzt.
Außer dem Blauhäher (cāṣa) gelten Vierfüßer als glückbringend von links her. Außer dem schwarzen [Tier ist es ungünstig,] wenn man bei der Abreise von einem Chamäleon angeblickt wird.
Wildschwein, Hase, Waran, sowie der Ruf von Schlangen sind günstig. Ein [Tier] mit abgewandtem Blick ist gewiss nicht wünschenswert; [diese Regel] gilt jedoch nicht für Affe und Bär.
Wort für Wort
vārāhaśaśagodhāstu
Wildschwein, Hase, Waran
sarpāṇāṃ kīrtanaṃ śubham
und der Ruf von Schlangen sind günstig
hṛtekṣaṇaṃ neṣṭamevā
[ein Tier] mit abgewandtem Blick ist gewiss nicht wünschenswert
Pfau, Ziege, Mungo, Blauhäher [und] Taube sind günstig. Schon durch bloßes Sehen [sind sie günstig] bei der Reise; beim [Haus-]Eintritt ist alles umgekehrt.
Erfolg der Reise ergibt sich, wenn eine [von Tieren] gefressene Leiche unbehindert gesehen wird. Beim [Haus-]Eintritt [ist] eine von Wehklagen begleitete Leiche, oder eine Leiche, die [selbst als Vorzeichen] Leichen bringt, [ebenfalls bedeutsam].
Wort für Wort
yātrāsiddhirbhaveddṛṣṭe
Erfolg der Reise ergibt sich, wenn gesehen wird
śaverādanavajite
eine [von Tieren] gefressene, unbehinderte Leiche
praveśe rodanayutaḥ śavaḥ
beim [Haus-]Eintritt eine von Wehklagen begleitete Leiche
śavapradastathā
ebenso eine, die [weitere] Leichen bringt
Zweite Vershälfte unsicher in der genauen Wertung (günstig/ungünstig) [?].
Durch [das Sehen] eines Gefallenen, eines Eunuchen, eines Asketen mit verfilztem Haar, eines Betrunkenen, eines Erbrechenden, [von jemandem mit] Arznei und dergleichen; durch [Sehen] von mit Fett, Knochen, Haut, Kohle [Beschmierten und] an schrecklicher Krankheit Leidenden...
Wort für Wort
patitaklībajaṭilamattavāntauṣadhādibhiḥ
durch [Sehen] eines Gefallenen, Eunuchen, verfilzthaarigen Asketen, Betrunkenen, Erbrechenden, [von jemandem mit] Arznei usw.
abhyaktavasāsthicarmāṅgāradāruṇarogibhiḥ
durch [Sehen von] mit Fett, Knochen, Haut, Kohle Beschmierten und an schrecklicher Krankheit Leidenden
...durch beim Abmarsch gesehene nackte [Personen] kommt kein Erfolg zustande. [Auspizien:] lodernde Feuer, gute/edle Pferde, der Königsthron, geschmückte Frauen der Stadt...
Wort für Wort
prayāṇasamaye nagnairddṛṣṭaiḥ siddhirna jāyate
durch beim Abmarsch gesehene Nackte kommt kein Erfolg zustande
prajvalāgnīnsuturaganṛpāsanapurāṅganāḥ
lodernde Feuer, edle Pferde, Königsthron, [geschmückte] Frauen der Stadt
...die Klänge von Kesselpauke, Mṛdaṅga-Trommel, Paṭaha-Trommel, Glocke, Vīṇā und dergleichen, [sowie] die heilvollen Klänge der Vedenrezitation – diese verleihen den Reisenden Erfolg im Unternehmen.
Wort für Wort
bherīmṛdaṅgapaṭahaghaṇṭāvīṇādiniḥsvanāḥ
die Klänge von Kesselpauke, Mṛdaṅga, Paṭaha, Glocke, Vīṇā u.ä.
vedamaṅgalaghoṣāḥ syuḥ
und die heilvollen Klänge der Vedenrezitation
yā yināṃ kāryasiddhidāḥ
diese verleihen den Reisenden Erfolg im Unternehmen
Zu Beginn, wenn der Reisende ein widriges Vorzeichen (śakuna) sieht, [soll er] seine Wunschgottheit [anrufen]. Beim zweiten [widrigen Vorzeichen], nach Gedenken an [die Gottheit] und Verehrung der Brahmanen, soll er umkehren.
Wort für Wort
ādau viruddhaśakunaṃ dṛṣṭvā
zu Beginn, wenn er ein widriges Vorzeichen sieht
yāyīṣṭadevatām
der Reisende [rufe] seine Wunschgottheit [an]
smṛtvā dvitīye viprāṇāṃ kṛtvā pūjāṃ
beim zweiten [widrigen Vorzeichen], nach Gedenken [an die Gottheit] und Verehrung der Brahmanen
Ein Niesen aus jeder Richtung ist nicht wünschenswert; ein Niesen [in Verbindung mit] einer Kuh bringt den Tod. Was von einem Kind, einem Greis, einem Kranken oder [einem Menschen mit] 'Painasika' [?] getan wird, ist fruchtlos.
Wort für Wort
sarvadikṣukṣutaṃ neṣṭaṃ
ein Niesen aus jeder Richtung ist nicht wünschenswert
gokṣutaṃ nidhanapradam
ein [mit einer] Kuh [verbundenes] Niesen bringt den Tod
aphalaṃ yadbālavṛddharogipainasikaiḥ kṛtam
fruchtlos [ist], was von einem Kind, Greis, Kranken oder 'Painasika'[?] getan wird
parastrī dvijadevasvaṃ tatrapṛśeddiggajāśvakān / hanyātparapuraprāpto na strīrnityaṃ nirāyudhān
Fremde Frau, Eigentum von Brahmanen oder Göttern [soll man nicht berühren]; dort [im Feindesland] mag man [aber] die Elefanten und Pferde der Richtungswächter [des Feindes] berühren/nehmen. Wer in eine feindliche Stadt eingedrungen ist, soll niemals Frauen [oder] Unbewaffnete töten.
Wort für Wort
parastrī dvijadevasvaṃ
fremde Frau, Eigentum von Brahmanen oder Göttern
tatrapṛśeddiggajāśvakān
dort [im Feindesland] mag man die Elefanten und Pferde der Richtungswächter berühren
Zuerst, in der 'nördlichen' [Sonnen-]Bahn (uttarāyaṇa), soll der Einzug in ein neues Haus vollzogen werden, nachdem man am Vortag die Vāstu-Verehrung und die Bali-Opferhandlung durchgeführt hat.
Wort für Wort
ādau saumyāyane kāryaṃ
zuerst, in der 'nördlichen' [Sonnen-]Bahn, soll [dies] vollzogen werden
In den Monaten Māgha, Phālguna, Vaiśākha [und] Jyeṣṭha ist [der Hauseinzug] hervorragend. Als mittelmäßig ist der Einzug in den Monaten Mārgaśīrṣa[?] und Kārtika zu erkennen.
Wort für Wort
māghaphālgunavaiśākhajyeṣṭamāseṣu śobhanam
in den Monaten Māgha, Phālguna, Vaiśākha, Jyeṣṭha [ist er] hervorragend
Unter Śravaṇa, [bis] Jyeṣṭhā, unter Varuṇa[-Nakṣatra] (Śatabhiṣā), Tvāṣṭra (Citrā), Mitra (Anurādhā) [und] den festen Sternbildern [ist der Einzug] günstig, [sowie] wenn Jupiter und Venus sichtbar (nicht kombust) sind.
Wort für Wort
śaśījyānteṣu varuṇatvāṣṭramitrasthiroḍuṣu
unter Śravaṇa[bis]Jyeṣṭhā, unter Varuṇa-, Tvāṣṭra-, Mitra[-Nakṣatra] und den festen Sternbildern
śubhaḥ prevaśo devejyaśukrayorddṛśyamānayoḥ
[ist der] Einzug günstig, wenn Jupiter und Venus sichtbar sind
An einem [von Mars und Saturn] verschiedenen Wochentag, an Tithis unter Ausschluss der Rikta[-Tithis] und des Neumonds – ob bei Tag oder bei Nacht, [dann] bringt der [Haus-]Einzug Heil.
Wort für Wort
vyarkāravāre tithiṣu riktāmāvarjiteṣu ca
an einem von Mars/Saturn verschiedenen Wochentag, an Tithis unter Ausschluss der Rikta[-Tithis] und des Neumonds
candratārābalopete pūrvāhne śobhane dine / sthiralagne sthirāṃśe ca naidhane śuddhisaṃyute
Ausgestattet mit der Kraft von Mond und Geburtsstern, im Vormittag, an einem vortrefflichen Tag, in festem Aszendenten und fester Navāṃśa, mit reinem achten Haus (naidhana)...
Wort für Wort
candratārābalopete
ausgestattet mit der Kraft von Mond und Geburtsstern
...mit Wohltätern in Trigon und Kendra, und mit weiteren [Planeten] im 3., 11. und 6. [Haus]; frei von [ungünstiger Position im] 12., 8. und 6. [Haus] vom Aszendenten, durch die 'zweite' Navāṃśa[-Portion, oder Merkur] [begünstigt]...
...wenn [der Mond/Aszendent] im Geburtssternbild oder -aszendenten des Ausführenden steht, oder im 'Upacaya'[-Haus] von diesen aus – [dann] gibt es im Einzugs-Aszendenten Wohlstand; [steht er] in einem anderen Sternbild, [gibt es] Kummer und Mittellosigkeit.
Wort für Wort
karturṣā janmabhe lagne
wenn [dies] im Geburtssternbild oder -aszendenten des Ausführenden [steht]
tābhyāmupacaye 'pi vā
oder im Upacaya[-Haus] von diesen [aus]
praveśalgne syāmṛddhiranyabheśokaniḥsvatā
[dann gibt es] im Einzugs-Aszendenten Wohlstand; in einem anderen Sternbild Kummer und Mittellosigkeit
Das Haus, ansehnlich [und] lieblich, mit vorschriftsmäßigen heilvollen Klängen [betretend] – nachdem der Kundige die Sonne zur Linken gehalten hat, soll er mit dem Wasserkrug voran eintreten.
Wort für Wort
darśanīya gṛhaṃ ramyaṃ
das Haus, ansehnlich [und] lieblich
vidhidhairmaṅgalasvanaiḥ
mit vorschriftsmäßigen heilvollen Klängen
kṛtvārkaṃ vāmato vidvān
nachdem der Kundige die Sonne zur Linken gehalten hat
Beim Einzug der Regenzeit: wenn der Mond in einem Wasserzeichen steht, oder in einem Kendra, in der hellen Monatshälfte, und von Wohltätern angeblickt wird, [dann] übermäßiger Regen.
Wort für Wort
varṣāpraveśe śaśini jalarāśigatepi vā
beim Einzug der Regenzeit, wenn der Mond in einem Wasserzeichen steht
kendrage vā śuklapakṣe
oder in einem Kendra, in der hellen Monatshälfte
cātivṛṣṭiḥ śubhekṣite
[dann] übermäßiger Regen, wenn von Wohltätern angeblickt
Beginn des Abschnitts zur Regen-Vorhersage (Varṣā-Lakṣaṇa).
Wenig Regen [gibt es], wenn [der Mond] von Unglücksplaneten angeblickt wird; in der Regenzeit tritt es rasch ein. Wenn der Mond [in der Nakṣatra] 'Dhārgava' [?] [steht], [gilt] alles Gleichartige bei entsprechenden Eigenschaften.
Wort für Wort
alpavṛṣṭiḥ pāpadṛṣṭe
wenig Regen, wenn [der Mond] von Unglücksplaneten angeblickt wird
prāvṛṭkāle 'cirādbhavet
in der Regenzeit tritt es rasch ein
candraśceddhārgave
wenn der Mond in 'Dhārgava'[?] [steht]
sarvamevaṃvidha guṇānvite
[gilt] alles Gleichartige bei entsprechenden Eigenschaften
'dhārgava' unklar, evtl. Bezeichnung einer Nakṣatra/Position [?].
Der Mond in der Regenzeit, sieben Zeichen von Venus entfernt stehend, von Wohltätern angeblickt, oder im Trigon [bzw.] im siebten von Saturn stehend, bewirkt, wenn [er] stark [ist], Zunahme [des Regens].
Wort für Wort
prāvṛṣīnduḥ sitātsaptarāśigaḥ śubhavīkṣitaḥ
der Mond in der Regenzeit, sieben Zeichen von Venus [entfernt] stehend, von Wohltätern angeblickt
mandātrrikoṇasaptastho yadi vā vṛddhikṛdbhavet
oder im Trigon [bzw.] siebten von Saturn stehend, bewirkt, wenn [stark], Zunahme
Venus verursacht sofortigen Regen, wenn sie sich in Merkurs Nähe befindet; steht aber die Sonne zwischen den beiden, tritt eine Vernichtung des Regens ein.
maghādipañcadhiṣṇyasthaḥ pūrve svātitraye pare / pravarṣaṇaṃ bhṛguḥ kuryādviparīte na varṣaṇam
[Steht Venus (Bhṛgu)] in den fünf Sternbildern beginnend mit Maghā im 'früheren' [Teil des Umlaufs], [oder] in den dreien beginnend mit Svāti im 'späteren' [Teil], bewirkt sie Regen; im Gegenteil[-Fall] kein Regen.
Wort für Wort
maghādipañcadhiṣṇyasthaḥ pūrve
in den fünf Sternbildern beginnend mit Maghā, im früheren [Teil]
svātitraye pare
in den dreien beginnend mit Svāti, im späteren [Teil]
purataḥ pṛṣṭato bhānorgrahā yadi samīpagāḥ / tadā vṛṣṭiṃ prakurvanti na te cetpratilomagāḥ
Wenn Planeten sich vor oder hinter der Sonne in [deren] Nähe befinden, dann bewirken sie Regen; nicht so, wenn sie sich rückläufig [von der Sonne entfernend, 'pratiloma'] bewegen.
Wort für Wort
purataḥ pṛṣṭato bhānorgrahā yadi samīpagāḥ
wenn Planeten vor oder hinter der Sonne in [deren] Nähe stehen
tadā vṛṣṭiṃ prakurvanti
dann bewirken sie Regen
na te cetpratilomagāḥ
nicht so, wenn sie [von der Sonne] rückläufig sind
Venus, auf der linken Seite [der Sonne] stehend, verursacht Regen, [besonders] wenn sie im Süden steht; bei [ihrem] Aufgang oder Untergang [tritt] Regen ein, [ebenso] wenn die Sonne in [die Nakṣatra] Ārdrā eintritt.
Wort für Wort
vāmabhāgasthitaḥ śukro
Venus, auf der linken Seite [der Sonne] stehend
vṛṣṭikṛccettu yāmyagaḥ
verursacht Regen, wenn sie im Süden steht
udayāsteṣu vṛṣṭiḥ syāt
bei [ihrem] Aufgang oder Untergang tritt Regen ein
In den beiden Dämmerungen [gibt es] Wachstum der Saat; für alle Menschen [bringt Regen] bei Nacht vollständigen Wohlstand. Geringer Regen bedeutet 'unschätzbaren' [Wert, d.h. keine Teuerung]; kein Regen [bedeutet] den Wohlstand der Saaten [zerstört].
Wort für Wort
saṃdhyayoḥ sasyavṛddhiḥ syāt
in den beiden Dämmerungen [gibt es] Wachstum der Saat
sarvasaṃpannṛṇānniśi
bei Nacht vollständigen Wohlstand für alle Menschen
ādrodayegrabhinnā cadbhavediti na saṃśayaḥ / candrejye jñetha vā śukre kendrenbītirvinaśyati
Beim Aufgang von Ārdrā, wenn [ein Planet dabei] getrennt [von Konjunktion] ist, geschieht dies [Regen] – daran besteht kein Zweifel. Wenn Mond, Jupiter, Merkur oder Venus im Kendra [stehen], wird der Regen zunichte.
Wort für Wort
ādrodayegrabhinnā ca
beim Aufgang von Ārdrā, [wenn ein Planet] getrennt [ist]
dbhavediti na saṃśayaḥ
geschieht dies, daran besteht kein Zweifel
candrejye jñetha vā śukre kendre
wenn Mond, Jupiter, Merkur oder Venus im Kendra [stehen]
nbītirvinaśyati
wird der Regen[?] zunichte
'ādrodayegrabhinnā' und 'kendrenbītirvinaśyati' unsicher gelesen [?]; 'bītiḥ' vermutlich für 'vṛṣṭiḥ' (Regen).
Die Sonne, nach [dem Sternbild] Pūrvāṣāḍhā gegangen, von Regenwolken umgeben, lässt es sichtbar, täglich, von Ārdrā bis [zum Ende der Mṛgaśira-Reihe?] regnen.
Wort für Wort
pūrvāṣāḍhā gato bhānur
die Sonne, nach Pūrvāṣāḍhā gegangen
jīmūtaiḥ pariveṣṭitaḥ
von Regenwolken umgeben
varṣatyārdrādimṛlāntaṃ
lässt es regnen, von Ārdrā bis [zum Ende, ?]
pratyakṣaṃ pratyahaṃ tathā
sichtbar, täglich, ebenso
'mṛlāntaṃ' unsicher [?], evtl. 'mṛgāntam' (bis zum Ende von Mṛgaśira).
Gibt es Regen in der Nakṣatra Pūṣans (Revatī), dann regnet es in den zehn darauffolgenden Sternbildern nicht. Wenn Mars in Löwe getrennt [von Konjunktion] steht, [gibt es] Regen; ebenso wenn ungetrennt in Krebs.
Wort für Wort
vṛṣṭiścetpauṣṇabheṃ tasmāddaśarkṣeṣu na varṣati
gibt es Regen in Pūṣans Nakṣatra, dann regnet es in den zehn darauffolgenden nicht
kanyodaye prabhinne cetsarvadā vṛṣṭiruttama / ahirbudhnyaṃ pūrvaśasyaṃ paraśasyā ca revatī
Wenn [Mars] beim Aufgang der Jungfrau sehr [von Konjunktion] getrennt ist, [gibt es] stets vorzüglichen Regen. [Die Nakṣatra] Ahirbudhnya (Uttara Bhādrapadā) [betrifft] die frühere Ernte, [und] Revatī die spätere Ernte.
Wort für Wort
kanyodaye prabhinne cetsarvadā vṛṣṭiruttama
wenn [Mars] beim Aufgang der Jungfrau sehr getrennt ist, [gibt es] stets vorzüglichen Regen
Bharaṇī [betrifft] alle Feldfrüchte, und Aśvinī bedeutet den Untergang aller. Wenn Venus, im siebten von Jupiter[s Position] stehend, rückläufig ist...
...dann [gibt es] übermäßigen, reichlichen Regen in der Regenzeit, wenn [Venus] der Kraft entbehrt. Wenn der Halo (pariveśa) des Mondes bis zum siebten Sternbild [reicht und] sich nach Norden ausgebreitet hat...
Wort für Wort
tadātivarṣaṇaṃ bhūri
dann [gibt es] übermäßigen, reichlichen Regen
prāvṛṭkāle balojjhite
in der Regenzeit, wenn [Venus] der Kraft entbehrt
āsaptamarkṣaṃśaśinaḥ pariveśagatottarā
wenn der Halo des Mondes bis zum siebten Sternbild [reicht und sich] nach Norden ausgebreitet hat
...[dann gibt es], mit vollständigem Blitz und dem Quaken der Frösche, Regen. Wenn [die Nakṣatra] Maghā, nicht zurückgeneigt, über dem 'siebten Himmelspunkt' [d.h. hoch am Meridian] steht...
...[Sterne/Meteore,] die im Süden stehend fallen, [bedeuten,] dass es dann, nach längerer Zeit, Regen geben wird. Katzen, die mit den Krallen den Boden kratzen, wo Eisen vorhanden ist...
Wort für Wort
patanti dakṣiṇasthā ye
[Meteore], die im Süden stehend fallen
bhavedvṛṣṭistadācirāt
[bedeuten,] dass es dann, nach längerer Zeit, Regen gibt
Kinder, die auf der Straße Dammbauten (setubandha) errichten, sind ein Zeichen für [kommenden] Regen. Reihen von Ameisen, die unterbrochen [ziehen], [und] viele Glühwürmchen zu dieser Zeit...
Das Emporklettern von Schlangen auf Bäume und dergleichen, sowie deren [Zeichen von] Freude, deuten auf schlimmen/starken Regen hin. Zur Zeit von Aufgang oder Untergang, wenn Sonne oder Mond verfärbt [erscheinen]...
Wort für Wort
drumādirohaḥ sarpāṇāṃ
das Emporklettern von Schlangen auf Bäume und dergleichen
madhuvarṇo 'tivāyuścedativṛṣṭirbhavettadā / prāṅmukhasya tu kūrmasya navāṅgeṣu dharāmimām
...honigfarben, [und] wenn starker Wind [herrscht], dann gibt es übermäßigen Regen. [Neues Thema:] Nach der ostgewandten Schildkröte, [deren] neun Glieder diese Erde [repräsentieren]...
Wort für Wort
madhuvarṇo 'tivāyuścet
honigfarben, [und] wenn starker Wind [herrscht]
ativṛṣṭirbhavettadā
dann gibt es übermäßigen Regen
prāṅmukhasya tu kūrmasya
[nach] der ostgewandten Schildkröte
navāṅgeṣu dharāmimām
[deren] neun Glieder diese Erde [repräsentieren]
Beginn des Abschnitts über die geographische 'Schildkröten'-Einteilung (Kūrma-Vibhāga) der Erde.
...man teile [die Erde] in neun Teile [und ordne ihnen] im Uhrzeigersinn die Regionen (maṇḍala) [zu]. Das Antarvedī(-Land) und das Pāñcāla[-Land] – dies ist dessen 'Nabel-Region' (nābhimaṇḍala).
Die östlichen Länder, entstanden aus Māgadha [und] Lāṭa, [bilden] dessen 'Gesichts-Region' (mukhamaṇḍala). Die Länder namens Strī[-rājya], Kaliṅga [und] Kirāta [bilden] dessen 'Arm-Region' (bāhumaṇḍala).
Wort für Wort
prācyā māgadhalāṭotthā deśās
die östlichen Länder, entstanden aus Māgadha [und] Lāṭa
Die Sternbilder, beginnend mit Kṛttikā, ordne man der Reihe nach je zu dritt den neun Gliedern, beginnend mit dem Nabel, zu; [eine Region,] von Unglücksplaneten befallen, ist geschädigt, von Wohltätern [befallen] ist heilvoll.
Wort für Wort
kṛttikādīni dhiṣṇyāni
die Sternbilder, beginnend mit Kṛttikā
trīṇi triṇi kramānnyaset
ordne man je zu dritt der Reihe nach zu
nābhyādiṣu navāṅgeṣu
den neun Gliedern, beginnend mit dem Nabel
pāpairduṣṭaṃ śubhaiḥ śubham
von Unglücksplaneten geschädigt, von Wohltätern heilvoll
...[wo sie] Feuer erbrechen, sowie Rauch, Fett, Blut, Milch [oder] Wasser; [wo sie] mit nach unten gewandtem Gesicht dastehen, und von Ort zu Ort wandern...
evamādyā hi dṛśyante vikārāḥ pratimāsu ca / gandharvanagaraṃ caiva divā nakṣatradarśanam
...solche und ähnliche Anomalien werden ja bei [Götter-]Bildern gesehen. [Weitere Vorzeichen:] eine Gandharva-Stadt (Luftspiegelung), sowie das Sehen von Sternen bei Tag...
...das Fallen großer Meteore, ein Regen von Holz, Gras [und] Blut; ein Gandharva-[Phänomen], Rauch, der den Körper/die Gegend bedeckt, ein Erdbeben bei Tag oder Nacht...
Wort für Wort
mahotkāpatanaṃ
das Fallen großer Meteore
kāṣṭatṛṇaraktapravarṣaṇam
ein Regen von Holz, Gras, Blut
gāndharvaṃ dehadigdhūmaṃ
ein Gandharva-[Phänomen], den Körper/die Gegend bedeckender Rauch
...Funken werden aus dem Körper von Rindern, Elefanten, Pferden [und] Kamelen sichtbar; Geschöpfe mit zwei oder drei Köpfen entstehen, [oder es geschieht Ungewöhnliches] in den [Mutter-]Schößen.
Wort für Wort
dṛśyante visphuliṅgāśca
Funken werden sichtbar
gogajāśvoṣṭragātrataḥ
aus dem Körper von Rindern, Elefanten, Pferden, Kamelen
prātaḥ sūryāścatasṛṣu hyarditāyugapadraveḥ / jambūkagrāmasaṃvāsaḥ ketūnāṃ ca pradarśanam
...[wenn] morgens vier Sonnen [erscheinen], die zugleich mit der [wahren] Sonne gequält [erscheinen]; das Wohnen von Schakalen im Dorf, und das Erscheinen von Kometen (ketu)...
Wort für Wort
prātaḥ sūryāścatasṛṣu
morgens vier Sonnen
hyarditāyugapadraveḥ
die zugleich mit der [wahren] Sonne gequält [erscheinen]
...wenn Krähen nachts aufgeregt sind, [oder] Tauben bei Tag; wenn Bäume außerhalb der Jahreszeit blühend, [oder wenn sie] Frucht tragend gesehen werden...
kāryaṃ tacchedanaṃ tatra tataḥ śāntirmanīṣibhiḥ / evamādyā mahotpātā bahavaḥ sthānanāśadā
...dann soll man diese [Bäume] fällen, und danach [ein] Sühneritual (śānti) durch die Weisen [vollziehen lassen]. Solche und ähnliche große Vorzeichen (mahotpāta), zahlreich, bringen den Untergang eines Ortes.
aisvaryaṃ dhanahāniṃ ca madhucchannaṃ ca vālmikam / ityādiṣu ca sarveṣūtpāteṣu dvijasattama
...Herrschermacht [oder] Vermögensverlust, sowie ein von Honig überzogener Ameisenhügel (vālmīka) – bei all diesen und derartigen Vorzeichen, o Bester der Brahmanen,
śāntiṃ kuryātprayatnena kalpoktavidhinā śubham / ityetatkathitaṃ vipra jyautiṣaṃ te samāsataḥ
...soll man mit Anstrengung ein heilvolles Sühneritual (śānti) nach der in den Kalpa[-Texten] genannten Vorschrift vollziehen. Damit, o Brahmane, ist dir diese Astrologie (jyautiṣa) in Kürze dargelegt worden.
Wort für Wort
śāntiṃ kuryātprayatnena
man soll mit Anstrengung ein Sühneritual vollziehen
kalpoktavidhinā śubham
heilvoll, nach der in den Kalpa[-Texten] genannten Vorschrift