iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge bṛhadupākhyāne caturthapāde dvādaśamāsasthitapaurṇamāsyāmāvāsyāvratakathanaṃ nāma caturviṃśatyadhikaśatamo 'dhyāyaḥ
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sūta uvāca
ityevamuktvā muninā hi pṛṣṭāste vai kumārāḥ kila nāradena /
saṃpūjitāḥ śāstravidāṃ variṣṭhāḥ kṛtāhnikā jagmurumeśalokam
Sūta sprach: Nachdem der Muni [Nārada] so gesprochen hatte, gingen jene Kumāras — die von Nārada befragt worden waren, verehrt, die Vortrefflichsten der Schriftkundigen — nachdem sie ihre täglichen Riten vollzogen hatten, zur Welt des Umeśa (Śiva).
Wort für Wort
sūta uvāca
Sūta sprach
ityevamuktvā muninā hi
nachdem der Muni [Nārada] so gesprochen hatte
pṛṣṭāste vai kumārāḥ kila nāradena
jene Kumāras, die fürwahr von Nārada befragt worden waren
saṃpūjitāḥ śāstravidāṃ variṣṭhāḥ
verehrt, die Vortrefflichsten der Schriftkundigen
kṛtāhnikā jagmurumeśalokam
nachdem sie ihre täglichen Riten vollzogen hatten, gingen sie zur Welt des Umeśa (Śiva)
[Anm.: Dem eigentlichen Vers 1 ist im Quelltext, durch eine Trennlinie abgesetzt, der versprengte Schlusskolophon des vorangehenden Kapitels vorangestellt („iti śrībṛhannāradīyapurāṇe … dvādaśamāsasthitapaurṇamāsyāmāvāsyāvratakathanaṃ nāma caturviṃśatyadhikaśatamo 'dhyāyaḥ“ — wörtlich: 'So endet … die Erzählung vom Gelübde des Vollmond- und Neumondtages der zwölf Monate, das 124. Kapitel'; die dort genannte Zählung '124' weicht von der erwarteten Nummer des Vorkapitels [123] ab — vermutlich ein Zähl- oder Kopierfehler der Quelle). Er wurde im sa-Feld dokumentiert, jedoch nicht in die de-Übersetzung von V.1 einbezogen, ebenso wenig die Sprecher-Überschrift 'sūta uvāca', die nur einmal in der de-Wiedergabe erscheint.]
Dort, nachdem sie sich vor Īśa (Śiva) verneigt hatten — dessen Füße von den besten Munis, leuchtend gleich der Sonne, angeführt vom glorreichen Vāmadeva, verehrt wurden, der von den Herren der Götter und Dämonen gepriesen wird, dem Furchtgebietenden —, setzten sie sich auf sein Geheiß zur Erde nieder.
Nachdem sie dort das Śiva-Āgama gehört hatten — die Essenz aller Schriften, das die Bindung des Paśu (der gebundenen Seele) löst —, gingen sie, deren Wesen aus geballter Erkenntnis besteht, nachdem sie den Feind der [Dämonenstadt] Pura (Śiva) verehrt hatten, zur Nähe ihres eigenen Vaters [Brahmā].
Wort für Wort
śrutvā atha tatra akhilaśāstrasāraṃ
nachdem sie dort die Essenz aller Schriften gehört hatten
śivāgamaṃ te paśupāśamokṣaṇam
das Śiva-Āgama, das die Bindung des Paśu löst
jagmustato jñānaghanasvarūpāḥ
gingen sie sodann, deren Wesen aus geballtem Wissen besteht
natvā purāriṃ svapiturnikāśam
nachdem sie den Feind Puras (Śiva) verehrt hatten, zur Nähe ihres eigenen Vaters
Nachdem sie vor dessen Lotosfüßen Verehrung dargebracht hatten und vom Vater ebenfalls geehrt und willkommen geheißen worden waren, wandern sie, nachdem sie Segen erlangt hatten, bis heute beständig in den Welten und an den Pilgerstätten umher, selbst zu Pilgerstätten geworden.
Wort für Wort
tatpādapadme praṇatiṃ vidhāya
nachdem sie vor dessen Lotosfüßen Verehrung dargebracht hatten
pitrāpi satkṛtya sabhājitāste
und vom Vater ebenfalls geehrt und willkommen geheißen, jene [Kumāras]
labdhvāśiṣo 'dyāpi caranti śaśvallokeṣu
nachdem sie Segen erlangt hatten, wandern sie bis heute beständig in den Welten
tīrthāni ca tīrthabhūtāḥ
und an den Pilgerstätten, selbst zu Pilgerstätten geworden
jagmustato vai badarīvanānte surendravargairupasevyamānam /
dadhyuściraṃ viṣṇupadābjamavyayaṃ dhyāyanti yadyatayo vītarāgāḥ
Dann gingen sie zum Ende des Badarī-Waldes, das von den Scharen der Götterfürsten verehrt wird, und verharrten dort lange in Meditation über den unvergänglichen Lotosfuß Viṣṇus, den auch die leidenschaftslosen Asketen beständig meditieren.
Wort für Wort
jagmustato vai badarīvanānte
sie gingen dann fürwahr zum Ende des Badarī-Waldes
surendravargairupasevyamānam
das von den Scharen der Götterfürsten verehrt wird
dadhyuściraṃ viṣṇupadābjamavyayaṃ
sie verharrten lange in Meditation über den unvergänglichen Lotosfuß Viṣṇus
dhyāyanti yadyatayo vītarāgāḥ
den auch die leidenschaftslosen Asketen [beständig] meditieren
Auch Nārada, o Brahmanen, wurde, nachdem er von den Kumāras das erwünschte Wissen samt der [praktischen] Erkenntnis erlangt hatte, überaus frohen Herzens.
Wort für Wort
nārado 'pi tato viprā
auch Nārada, o Brahmanen, sodann
kumārebhyaḥ samīhitam labdhvā
nachdem er von den Kumāras das Erwünschte erlangt hatte
kumārebhyaḥ śrutaṃ yacca jñānaṃ vijñānasaṃyutam /
varṇayāmāsa tattvena so 'pi śrutvā mumoda ca
Und das Wissen samt der [praktischen] Erkenntnis, das er von den Kumāras gehört hatte, schilderte er wahrheitsgemäß; auch jener [Brahmā] freute sich, nachdem er es gehört hatte.
Wort für Wort
kumārebhyaḥ śrutaṃ yacca jñānaṃ vijñānasaṃyutam
und das Wissen samt der Erkenntnis, das er von den Kumāras gehört hatte
varṇayāmāsa tattvena
schilderte er wahrheitsgemäß
so 'pi śrutvā mumoda ca
auch jener [Brahmā] freute sich, nachdem er es gehört hatte
[Den Kailāsa,] voller mannigfaltiger Wunder, beständig [geschmückt] mit Bäumen, die zu jeder Jahreszeit blühen — mit Mandāra- und Pārijāta-Bäumen sowie mit Campaka-, Aśoka- und Vañjula-Bäumen.
Wort für Wort
nānāścaryamayaṃ
voller mannigfaltiger Wunder
śaśvatsarvarttukusumadrumaiḥ
beständig mit zu jeder Jahreszeit blühenden Bäumen
mandāraiḥ pārijātaiśca
mit Mandāra- und Pārijāta-Bäumen
caṃpakāśokavañjulaiḥ
mit Campaka-, Aśoka- und Vañjula-Bäumen
[Anm.: V.10–15 setzen die Beschreibung des Kailāsa (Akkusativobjekt aus V.9) in einer langen Kette von Adjektiven fort.]
[Und ferner] umgeben von anderen mannigfaltigen Bäumen, die von verschiedenen Vogelscharen bewohnt waren, deren vom Wind aufgewirbelte Wipfel gleichsam die Wanderer herbeiriefen.
[Den Kailāsa,] übersät mit mannigfaltigen Scharen wilder Tiere, wimmelnd von Siddhas und Kinnaras, mit Seen von klarem Wasser, [in denen] glänzende goldene Lotosblüten [wuchsen].
[Den Kailāsa,] geschmückt mit Kranichen und Schwänen, ertönend vom Ruf der Cakravāka-Vögel und anderer, durchtost vom Herabstürzen der Svardhanī (Himmelsfluss) und von den dort spielenden Scharen der Apsaras.
Wort für Wort
śobhitaṃ sārasairhaṃsaiḥ
geschmückt mit Kranichen und Schwänen
cakrāhvādyairnināditam
ertönend vom Ruf der Cakravāka-Vögel und anderer
svarddhanīpātanirghṛṣṭaṃ
durchtost vom Herabstürzen der Svardhanī (Himmelsfluss)
krīḍadbhiścāpsarogaṇaiḥ
und von den dort spielenden Scharen der Apsaras
[Anm.: 'nirghṛṣṭaṃ' hier sinngemäß als 'durchtost/widerhallend' wiedergegeben.]
Im Wasser der Alakanandā, das gelblich-rötlich war vom Kuṅkuma der [Apsaras-]Brüste, [gemischt] mit den vor Wohlgeruch erregten Elefanten, mit dem Wasser, das mit den Rüsseln aufgewirbelt wurde.
Wort für Wort
salile 'lakanandāyāḥ
im Wasser der Alakanandā
kucakuṅkumapiṅgale
das gelblich-rötlich war vom Kuṅkuma der Brüste [der Apsaras]
āmodamuditairnāgaiḥ
mit den vor Wohlgeruch erregten Elefanten
salilaiḥ puṣkaroddhṛtaiḥ
mit dem Wasser, das mit den Rüsseln aufgewirbelt wurde
[Den Kailāsa, dessen Wasser] voll war von [Elefanten], die damit die Elefantenkühe und die Elefantenjungen badeten. Und dann, auf dem Gipfel jenes Berges, der weißen Wolken glich —
Wort für Wort
snāpayadbhiḥ kareṇūśca kalabhāṃśca
von [Elefanten], die die Elefantenkühe und die Elefantenjungen badeten
sah er dort einen Banyanbaum, der dunklen Wolken glich, hundert Yojana [groß], und unter ihm [sah er Śiva] sitzend, inmitten einer Versammlung von Yogis.
[Er sah Śiva], den Verzottelthaarigen, den Dreiäugigen, bekleidet mit einem Gewand aus Tigerfell, dessen ganzer Körper mit Asche geschmückt war, geschmückt mit Schlangenschmuck.
Wort für Wort
kapardinaṃ virūpākṣa[m]
den Verzottelthaarigen, den Dreiäugigen
vyāghracarmāṃbarāvṛtam
bekleidet mit einem Gewand aus Tigerfell
bhūtibhūṣitasarvāṅgaṃ
dessen ganzer Körper mit Asche geschmückt war
nāgabhūṣaṇabhūṣitam
geschmückt mit Schlangenschmuck
[Anm.: 'virūpākṣa' im Quelltext ohne Akkusativendung ('virūpākṣa' statt zu erwartendem 'virūpākṣam'); hier als weiteres Akkusativ-Epitheton Śivas ('den Dreiäugigen') aufgefasst.]
[Ihn, Śiva,] beständig geschmückt mit einer Rudrākṣa-Perlenkette, den Mondgekrönten — als Nārada ihn erblickte, o Brahmanen, [beugte er] den Nacken, in Hingabe gedemütigt —
Wort für Wort
rudrākṣamālayā śaśvacchobhitaṃ
beständig geschmückt mit einer Rudrākṣa-Perlenkette
verneigte er sich mit dem Haupt vor dessen Füßen, des Herrn der Welt, und pries dann mit frohem Gemüt mit Worten den [Gott] mit dem Stier-Banner (Vṛṣadhvaja, Śiva).
Wort für Wort
nanām[a] śirasā tasya pādayoḥ
er verneigte sich mit dem Haupt vor dessen Füßen
jagadīśituḥ
des Herrn der Welt
tataḥ prasannamanasā stutvā
dann pries er mit frohem Gemüt
vāgbhirvṛṣadhvajam
mit Worten den [Gott] mit dem Stier-Banner
[Anm.: 'nanām' im Quelltext vermutlich verschrieben für 'nanāma' (3. Person Sg. Perfekt 'er verneigte sich').]
Er setzte sich auf Geheiß des Sthāṇu (Śiva) nieder, wurde damals von den Yogis geehrt; dann fragte der Lehrer der Welten [Śiva] Nārada nach seinem Wohlergehen.
Er [Nārada] erbat das śāmbhava-Wissen (Śiva-Wissen), das von der Fessel des Paśu (der gebundenen Seele) befreit. Und jener Śiva, dessen Gemüt durch dessen Hingabe zufrieden war, [antwortete] ehrfurchtsvoll —
Wort für Wort
papraccha śāṃbhi[a]vaṃ jñānaṃ
er erbat das śāmbhava-Wissen (Śiva-Wissen)
paśupāśavimokṣaṇam
das von der Fessel des Paśu befreit
sa śivaḥ sādaraṃ
jener Śiva, ehrfurchtsvoll
tasya bhaktyā saṃtuṣṭamānasaḥ
dessen Gemüt durch dessen Hingabe zufrieden war
[Anm.: 'śāṃbhivaṃ' im Quelltext vermutlich für 'śāṃbhavaṃ' ('auf Śambhu/Śiva bezüglich').]
yogamaṣṭāṅgasaṃyuktaṃ prāha praṇatavatsalaḥ /
sa labdhvā śāṃbhavaṃ jñānaṃ śaṅkarāllokaśaṅkarāt
verkündete den Yoga mit seinen acht Gliedern, er, der den Ergebenen zugetan ist. Nachdem er [Nārada] das śāmbhava-Wissen von Śaṅkara, dem Wohltäter der Welt, erlangt hatte,
ging er, sehr erfreuten Gemütes, nachdem er sich verneigt hatte, in die Nähe Nārāyaṇas. Auch dort [verweilte] Nārada, beständig dem Kommen und Gehen ergeben,
Wort für Wort
suprasannamanā natvā
sehr erfreuten Gemütes, nachdem er sich verneigt hatte
erfreute Nārāyaṇa, der von Yogis und Siddhas verehrt wird. [Sūta sprach:] Dies, o Brahmanen, wurde euch von mir verkündet — das große Nāradīya[-Purāṇa],
Wort für Wort
sevitaṃ yogibhiḥ siddhairnārāyaṇam atoṣayat
erfreute Nārāyaṇa, der von Yogis und Siddhas verehrt wird
ya etatkīrtayedviprā nāradīyaṃ śivālaye /
samāje dvijamukhyānāṃ tathā keśavamandire
Wer dieses Nāradīya[-Purāṇa], o Brahmanen, in einem Śiva-Tempel verkündet, in einer Versammlung der vornehmsten Zweifachgeborenen, oder ebenso in einem Keśava-Tempel (Viṣṇu-Tempel) —
Wort für Wort
ya etatkīrtayedviprā
wer dies verkündet, o Brahmanen
nāradīyaṃ śivālaye
das Nāradīya[-Purāṇa] in einem Śiva-Tempel
samāje dvijamukhyānāṃ
in einer Versammlung der vornehmsten Zweifachgeborenen
puṣkareṣu nadītīre yatra kutrāpi bhaktimān /
sa labhetsarvaya jñānāṃ tīrthānāṃ ca phalaṃ mahat
in Puṣkara, am Flussufer, wo auch immer [er sich befindet] — der Hingebungsvolle erlangt alles Wissen [?] und die große Frucht der Pilgerstätten.
Wort für Wort
puṣkareṣu nadītīre
in Puṣkara, am Flussufer
yatra kutrāpi bhaktimān
wo auch immer der Hingebungsvolle [sich befindet]
sa labhetsarvaya[ṃ] jñānāṃ
er erlangt alles Wissen [?]
tīrthānāṃ ca phalaṃ mahat
und die große Frucht der Pilgerstätten
[Anm.: 'sarvaya jñānāṃ' im Quelltext unklar/korrupt überliefert, vermutlich für 'sarvaṃ jñānaṃ' oder 'sarvasya jñānasya'; hier sinngemäß als 'alles Wissen' wiedergegeben [?].]
[Er erlangt die Frucht] aller Spenden und auch vollständig aller Askese — sei er dem Fasten hingegeben oder nehme er geweihte Opferspeise zu sich, mit gebändigten Sinnen —
Wort für Wort
dānānāṃ cāpi sarveṣāṃ
und auch aller Spenden
tapasāṃ vāpyaśeṣataḥ
und der Askese, vollständig
upavāsaparo vāpi
sei er dem Fasten hingegeben
haviṣyāśī jitendriyaḥ
oder nehme er geweihte Opferspeise zu sich, mit gebändigten Sinnen
asninnaśeṣapuṇyānāṃ siddhīnāṃ ca samudbhavaḥ /
kathitaḥ sarvapāpaghnaḥ paṭhatāṃ śṛṇvatāṃ sadā
In diesem [Purāṇa] ist der Ursprung aller Verdienste und der Vollkommenheiten verkündet — [dieses Purāṇa], das stets alle Sünden der Lesenden und Hörenden vernichtet.
Wort für Wort
asmin[n] aśeṣapuṇyānāṃ siddhīnāṃ ca samudbhavaḥ
in diesem [Purāṇa] ist der Ursprung aller Verdienste und Vollkommenheiten [?]
kathitaḥ sarvapāpaghnaḥ
verkündet, alle Sünden vernichtend
paṭhatāṃ śṛṇvatāṃ sadā
der Lesenden und Hörenden, stets
[Anm.: 'asninnaśeṣapuṇyānāṃ' im Quelltext unklar/korrupt, vermutlich für 'asmin aśeṣapuṇyānāṃ' ('in diesem [Purāṇa liegt] aller Verdienste [Ursprung]') [?].]
[Dieses Purāṇa], das den Makel des Kali[-Zeitalters] von den Menschen nimmt, das allen Reichtum mehrt, das von allen ersehnt wird und das alles Wissen erhellt.
Wort für Wort
kalidoṣaharaṃ puṃsāṃ
das den Makel des Kali[-Zeitalters] von den Menschen nimmt
śaivānāṃ vaiṣṇavānāṃ ca śāktānāṃ sūyasevinām /
tathaiva gāṇapatyānāṃ varṇāśramavatāṃ dvijāḥ
[Von den Śaivas], den Vaiṣṇavas, den Śāktas [und] den Sūrya-Verehrern, ebenso von den Gāṇapatyas, o Zweifachgeborene, und von denen, die den Varṇas und Āśramas [der Kastenordnung und den Lebensstadien] folgen —
Wort für Wort
śaivānāṃ vaiṣṇavānāṃ ca
von den Śaivas und den Vaiṣṇavas
śāktānāṃ sū[r]yasevinām
von den Śāktas [und] den Sūrya-Verehrern [?]
tathaiva gāṇapatyānāṃ
ebenso von den Gāṇapatyas
varṇāśramavatāṃ dvijāḥ
und von denen, die den Varṇas und Āśramas folgen, o Zweifachgeborene
[Anm.: 'sūyasevinām' im Quelltext vermutlich verschrieben für 'sūryasevinām' ('Sūrya-/Sonnenverehrer', Sauras) [?].]
tapasāṃ ca vratānāṃ ca phalānāṃ saṃprakāśakam /
mantrāṇāṃ caiva yantrāṇāṃ vedāṅgānāṃ vibhāgaśaḥ
[Dieses Purāṇa], das die Früchte der Askese und der Gelübde offenbart, und ebenso, einzeln, [die Kenntnis] der Mantras, der Yantras und der Vedāṅgas [Hilfswissenschaften des Veda] —
Wort für Wort
tapasāṃ ca vratānāṃ ca phalānāṃ saṃprakāśakam
das die Früchte der Askese und der Gelübde offenbart
sa labhedvāñchitānkāmāndevādiṣvapi durlabhān /
śrutvedaṃ nāradīyaṃ tu purāṇaṃ vedasaṃmitam
der erlangt die erwünschten Wünsche, die selbst für Götter u.a. schwer zu erlangen sind, nachdem er dieses Nāradīya-Purāṇa, das den Veden gleichkommt, gehört hat.
Wort für Wort
sa labhedvāñchitānkāmān
er erlangt die erwünschten Wünsche
devādiṣvapi durlabhān
die selbst für Götter u.a. schwer zu erlangen sind
und mit Spenden von Elefanten, Pferden und Wagen soll man stets den Lehrer erfreuen. Wer aber, o Brahmanen, dieses Purāṇa — die Zusammenfassung des Dharma — auslegt,
das den Menschen die vier [Lebens-]Ziele gewährt — welcher andere Lehrer wäre ihm gleich? Mit Körper, Geist und Rede, sowie auch mit Reichtum u.a., beständig
soll man diesem Lehrer, der den Dharma lehrt, Liebes erweisen. Nachdem man das Purāṇa gehört hat, soll man vorschriftsmäßig ein Feueropfer darbringen und die Götter verehren,
Wort für Wort
priyaṃ samācarettasya
soll man diesem Liebes erweisen
gurorddharmopadeśinaḥ
dem Lehrer, der den Dharma lehrt
śrutvā purāṇaṃ vidhivaddhomaṃ kṛtvā
nachdem man das Purāṇa gehört hat, vorschriftsmäßig ein Feueropfer darbringend
danach soll man hundert Brahmanen mit süßer Speise und Milchreis speisen, [ihnen] nach Vermögen eine Ehrengabe geben; durch [solche] Hingabe möge Mādhava [Viṣṇu] erfreut werden.
So wie unter den Flüssen die Gaṅgā die vortrefflichste ist, und unter den Seen Puṣkara, [wie] Kāśī unter den Städten, [wie] Meru unter den Bergen, [wie] Nārāyaṇa-Hari unter den Göttern [die Vortrefflichsten sind],
Wort für Wort
yathā śreṣṭhā nadī gaṅgā
so wie unter den Flüssen die Gaṅgā die vortrefflichste ist
puṣkaraṃ ca saro yathā
und Puṣkara unter den Seen
kāśī purī nago meruḥ
Kāśī unter den Städten, [der] Berg Meru [unter den Bergen]
das Kṛtayuga unter den Weltzeitaltern, der Sāmaveda unter den Veden, die [wunscherfüllende] Kuh, der Brahmane, Nahrung und Wasser, der [rechte] Pfad, der Löwe unter den Tieren, der [beste] Mensch, der Aśvattha-Baum, Prahlāda, das Antlitz unter den Gliedern [je die Vortrefflichsten ihrer Art] —
Wort für Wort
kṛtaṃ yugaṃ sāmavedo
das Kṛtayuga [unter den Zeitaltern], der Sāmaveda [unter den Veden]
dhenurvipro 'nnamaṃbu ca
die [Wunsch-]Kuh, der Brahmane, Nahrung und Wasser
mārgo mṛgendraḥ puruṣo 'śvatthaḥ
der Pfad, der Löwe, der [beste] Mensch, der Aśvattha-Baum
prahlāda ānanam
Prahlāda, das Antlitz
[Anm.: Die Liste V.44–46 nennt paarweise 'Bestes ihrer Gattung', ohne die Kategorie jeweils explizit zu benennen; die Zuordnung einzelner Glieder (etwa 'mārgaḥ' 'Pfad', 'puruṣaḥ' 'Mensch') zu ihrer Vergleichsklasse bleibt implizit und ist hier sinngemäß ergänzt.]
Uccaiḥśravas, der Frühling, die [Mantra-]Rezitation, Śeṣa, [?], der Bogen, das Feuer, Viṣṇu und Indra, Kapila, der Herr der Rede, der Seher/Dichter [je die Vortrefflichsten ihrer Art] —
Wort für Wort
uccaiḥśravā vasaṃtaśca japaḥ
Uccaiḥśravas, der Frühling und die [Mantra-]Rezitation
śeṣo['] r[y]amā dhanuḥ
Śeṣa, [Aryaman(?), unklar [?]], der Bogen
pāvako viṣṇurindraśca
das Feuer, Viṣṇu und Indra
kapilo vākpatiḥ kaviḥ
Kapila, der Herr der Rede, der Seher/Dichter [Bṛhaspati]
[Anm.: 'śeṣor'yamā' im Quelltext unklar/korrupt überliefert (evtl. 'śeṣo 'ryamā' — Śeṣa [und] Aryaman); hier nicht sicher auflösbar [?]. 'vākpatiḥ kaviḥ' vermutlich als Epitheta des Bṛhaspati zu verstehen.]
Arjuna, Hanumān, das Darbha-Gras, der Geist, Citraratha, der Lotus, Urvaśī, das Gold — so wie diese die Vortrefflichsten in ihrer eigenen Gattung sind,
Wort für Wort
arjuno hanumāndarbhaścittaṃ
Arjuna, Hanumān, das Darbha-Gras, der Geist
citraratho'mbujam
Citraratha, der Lotus
urvaśī kāñcanaṃ
Urvaśī, das Gold
yadvacchreṣṭāścaite svajātiṣu
so wie diese die Vortrefflichsten in ihrer eigenen Gattung sind
tathaiva nāradīyaṃ tu purāṇeṣu prakīrtitam /
śāntirastu śivaṃ cāstu sarveṣāṃ vo dvijottamāḥ
ebenso wird das Nāradīya[-Purāṇa] unter den Purāṇas als das vortrefflichste gepriesen. Friede sei [euch], und Heil sei euch allen, o beste der Zweifachgeborenen!
Wort für Wort
tathaiva nāradīyaṃ tu
ebenso das Nāradīya[-Purāṇa]
purāṇeṣu prakīrtitam
wird unter den Purāṇas [als das vortrefflichste] gepriesen
'Ich werde nun zur Seite meines Lehrers Vyāsa gehen, dessen Glanz unermesslich ist' — nachdem er dies gesagt hatte, wurde Sūta von Śaunaka und den anderen hochgesinnten [Weisen] verehrt.
Wort für Wort
gamiṣyāmi guroḥ pār[ṃ]śvaṃ
'ich werde zur Seite meines Lehrers gehen'
vyāsasyāmitatejasaḥ
des Vyāsa, dessen Glanz unermesslich ist
ityuktvābhyarcitaḥ sūtaḥ
nachdem er dies gesagt hatte, wurde Sūta verehrt
śaunakādyairmahātmabhiḥ
von Śaunaka und den anderen hochgesinnten [Weisen]
[Anm.: 'pārṃśvaṃ' im Quelltext vermutlich für 'pārśvaṃ' ('Seite').]
ājñaptaśca punaḥ sarvairdarśanārthaṃ guroryayau /
te 'pi sarve dvijaśreṣṭhāḥ śaunakādyāḥ samāhitāḥ /
śrutaṃ samyaganuṣṭhāya tatra tasthuśca satriṇaḥ
Und von allen erneut ermächtigt, ging er [Sūta], um seinen Lehrer zu sehen. Auch jene, all die besten Zweifachgeborenen, Śaunaka und die anderen, gesammelten Sinnes, blieben, nachdem sie das Gehörte ordentlich befolgt hatten, dort als Opferpriester.
Wort für Wort
ājñaptaśca punaḥ sarvairdarśanārthaṃ
und von allen erneut ermächtigt, um [ihn] zu sehen
guroryayau
ging er zu seinem Lehrer
te 'pi sarve dvijaśreṣṭhāḥ śaunakādyāḥ samāhitāḥ
auch jene, all die besten Zweifachgeborenen, Śaunaka und die anderen, gesammelten Sinnes
kalikalmaṣaviṣanāśanaṃ hariṃ yo japapūjanavidhibheṣajopasevī /
sa tu nirviṣamanasā sametya yāgaṃ labhate satamabhīpsitaṃ hi lokam
Wer Hari, der das Gift des Makels des Kali[-Zeitalters] vernichtet, durch das Heilmittel der vorschriftsmäßigen Rezitation und Verehrung dient, der erlangt, mit reinem (giftlosem) Geist zum Opfer hinzutretend, fürwahr die von den Guten ersehnte Welt.
Wort für Wort
kalikalmaṣaviṣanāśanaṃ hariṃ
Hari, der das Gift des Makels des Kali[-Zeitalters] vernichtet
yo japapūjanavidhibheṣajopasevī
wer durch das Heilmittel der vorschriftsmäßigen Rezitation und Verehrung dient
sa tu nirviṣamanasā sametya yāgaṃ
der tritt mit reinem Geist zum Opfer hinzu
labhate satamabhīpsitaṃ hi lokam
und erlangt fürwahr die von den Guten ersehnte Welt