Kapitel 88: lalitānāmasahasranirūpaṇam
Die Darlegung des Tausend-Namens der Lalitā
Kapitel 88 (tṛtīyapāda) enthält: einen Lobpreis auf den Guru (V1-9), eine Anrufung der Göttin als Mātṛkā/Buchstaben-Gottheit (V10-22), die neunteilige Rüstung (kavaca) der Lalitā mit den sechzehn Nityās (V23-38), und schließlich das Tausend-Namen (nāmasahasra) der Göttin Lalitā/Tripurasundarī samt Phalaśruti (Wirkungs-Verkündigung, V164-178). Der Quelltext von Vers 1 enthält am Anfang einen offenbar versehentlich eingefügten Kolophon-Satz eines Nachbarkapitels (s. Anmerkung zu V1).
[Kolophon eines vorangehenden Kapitels, s. Anmerkung] ... So lautet im Śrī-Bṛhannāradīya-Purāṇa, im Pūrvabhāga, in der Erzählung Bṛhadupākhyāna, im dritten Pāda, das 88. Kapitel mit dem Namen 'Darlegung der Mantras der Rādhā u.a.' — Sanatkumāra sprach: Nun werde ich, der Sitte gemäß, der Meditation auf den Guru vorausgeschickt, die tausend Namen dieser Śaktis verkünden, die in den [verschiedenen] Hüllen (āvṛti) wohnen.
[Kolophon-Anomalie, s. Anmerkung: So lautet ... das 88. Kapitel 'Darlegung der Rādhā-Mantras u.a.']
sanatkumāra uvāca
Sanatkumāra sprach:
atha āsām āvṛtisthānāṃ śaktīnāṃ
nun dieser in den Hüllen (āvṛti) wohnenden Śaktis
samayena ca
und gemäß der [rituellen] Übereinkunft/Sitte
nāmnāṃ sahasraṃ vakṣyāmi
werde ich das Tausend der Namen verkünden
gurudhyānapuraḥsaram
der Meditation auf den Guru vorausgeschickt
[Anm.: Die Quelle beginnt Vers 1 mit einem Kolophon-Satz ('iti ... rādhādimantranirūpaṇaṃ ... aṣṭāśītitamo 'dhyāyaḥ'), der inhaltlich nicht zu diesem Kapitel (Lalitā-/Nityā-Namenskult) passt, sondern offenbar versehentlich aus einem benachbarten Kapitel hier eingefügt wurde (Extraktions-Artefakt). Es folgt eine Trennlinie und die Sprecherangabe 'sanatkumāra uvāca', dann erst der eigentliche Vers 1. Alles wird hier wie in der Quelle wiedergegeben, ohne Korrektur.]
nāthā nava prakāśādyāḥ subhagāntāḥ prakīrtitāḥ /
bhūmyādīniśivāntāni viddhi tattvāni nārada
Die neun Nāthas (Meister), beginnend mit Prakāśa und endend mit Subhagā, sind verkündet. Wisse, o Nārada, die Tattvas (Prinzipien), beginnend mit der Erde und endend mit Śiva.
gurujanmādiparvāṇi darśāntāni ca sapta vai /
etāni prāhamanovṛttyā cintayetsādhakottamaḥ
Die sieben Festzeiten (parvan), beginnend mit der Geburt des Guru und endend mit [seiner] Schau (darśana) — diese soll der beste der Praktizierenden (sādhaka) mit der Bewegung des Geistes (manovṛtti) bedenken, [wie es] verkündet [wurde].
Wort für Wort
gurujanmādiparvāṇi
die Fest-Anlässe, beginnend mit der Geburt des Guru
darśāntāni ca sapta vai
und endend mit der Schau — [derer] sieben, wahrlich
Und er soll auch den Lobpreis (stotra) auf den Guru rezitieren, mit dem auf ihn gerichteten inneren Selbst: „Verehrung sei dir, o Herr, o Erhabener, Śiva, der die Gestalt des Guru trägt.
Wort für Wort
gurustotraṃ japet
er soll den Lobpreis auf den Guru rezitieren
cāpi tadgatena antarātmanā
und zwar mit dem auf ihn (den Guru) gerichteten inneren Selbst
zum Gelingen des Herabstiegs der Vidyā (des Mantra-Wissens), o du, der viele Gestalten selbst angenommen hat — dem Immer-Neuen, von immer neuer Gestalt, dessen einzige Form die höchste Wirklichkeit ist,
Wort für Wort
vidyāvatārasaṃsiddhyai
zum vollkommenen Gelingen des Herabstiegs der Vidyā
svaukṛtānekavigraha
o du, der von sich aus viele Gestalten angenommen hat
sarvājñānatamobhedabhānave ciddhanāya te /
svatantrāya dayākḷptavigrahāya śivātmane
dir, der Sonne, die die Finsternis allen Unwissens durchbricht, der Bewusstseinsfülle, dem Unabhängigen, dessen Gestalt aus Mitleid geformt ist, dessen Wesen Śiva ist —
Wort für Wort
sarvājñānatamobhedabhānave
der Sonne, welche die Finsternis alles Unwissens durchbricht
dem den Hingebungsvollen Ergebenen (paratantra), der für die Erhabenen die erhabene Gestalt hat; der die Unterscheidung selbst ist für die Unterscheidenden, die reflektierende Erkenntnis (vimarśa) für die Reflektierenden.
Wort für Wort
paratantrāya bhaktānām
dem den Hingebungsvollen [dienstbar] Ergebenen
bhavyānāṃ bhavyarūpiṇe
der für die Erhabenen die erhabene Gestalt hat
vivekināṃ vivekāya
der für die Unterscheidenden die Unterscheidung selbst ist
vimarśāya vimarśinām
der für die Reflektierenden die reflektierende Erkenntnis selbst ist
der für die Leuchtenden das Licht selbst ist, der für die Wissenden die Gestalt des Wissens hat — nach vorne, zu beiden Seiten, nach hinten, möge ich Verehrung erweisen, [ebenso] oben und unten.
Errichte stets in der Wohnstatt meines Geistes deinen [Verehrungs-]Sitz.“ Nachdem er so den Guru mit Hingabe gepriesen hat, soll er über die höchste Göttin nachsinnen.
Ich preise die Göttin, die die Gestalt Gaṇeśas, der Planeten, der Mondhäuser, der Yoginīs und der Tierkreiszeichen hat, die aus Mantra besteht, die die Gestalt des Mātṛkā-Sitzes (des Buchstaben-Thrones) hat.
Wort für Wort
gaṇeśagrahanakṣatrayoginīrāśirūpiṇīm
die die Gestalt Gaṇeśas, der Planeten, Mondhäuser, Yoginīs und Tierkreiszeichen hat
devīṃ mantramayīṃ naumi
ich preise die Göttin, die aus Mantra besteht
mātṛkāpīṭharūpiṇīm
die die Gestalt des Mātṛkā-(Buchstaben-)Sitzes hat
Ich verneige mich vor der großen Göttin, der Mātṛkā, der höchsten Herrin, die durch [die mystischen Silben] hṛllo-ho-lo-l-loha die Teile (kalā) der Zeit [d.h. des Todes] vernichtet.
Wort für Wort
praṇamāmi mahādevīṃ mātṛkāṃ parameśvarīm
ich verneige mich vor der großen Göttin, der Mātṛkā, der höchsten Herrin
kāla-hṛllo-ho-lo-l-loha-kalā-nāśanakāriṇīm
[?] die durch die Silben hṛllo-ho-lo-l-loha die Teile der Zeit (des Todes) vernichtet
[Anm.: 'kālahṛlloholollohakalā-' enthält offenbar eine Kette mystischer Bīja-Silben (hṛllo, ho, lo, loha), deren genaue mantrische Lesung unsicher ist [?].]
durch deren Silbe, ist auch nur eine einzige Mora (mātrā) davon vollendet, ein Mensch [es] mit Sonne, Garuḍa, Mond, Kāma, Śaṅkara, Feuer und Viṣṇu aufnehmen kann,
Wort für Wort
yadakṣarai[ka]mātre 'pi
durch deren Silbe, sei es auch nur eine einzige Mora (mātrā)
durch deren Keim (bīja), die elfte Stütze, entstanden aus dem Dreieck (koṇatraya) — durch [den] die Welt, bis hin zur Schale des Weltenei, noch heute sichtbar ist.
Wort für Wort
yat ekādaśam ādhāraṃ bījaṃ
durch deren Keim, die elfte Stütze
koṇatrayodbhavam
entstanden aus dem Dreieck
brahmāṇḍādikaṭāhāntaṃ jagat
die Welt, bis hin zur Schale des Weltenei
adyāpi dṛśyate
ist noch heute sichtbar
[Anm.: 'ekādaśam ādhāram' – Bezug unsicher, vermutlich auf eine bestimmte, als 'elfte Stütze' bezeichnete Bīja-Silbe [?].]
die aus den Buchstabengruppen a-, ka-, ca-, ṭa-, ta-, pa- und den [Halbvokalen/Zischlauten] ya-, śa- besteht, die damit verwoben ist; die in den Jyeṣṭhā-Gliedern wohnt: Armen, Herz, Hals, Hüften, Füßen.
Wort für Wort
akacādiṭatonnaddha
verwoben mit [den Buchstabengruppen] beginnend a, ka, ca, ṭa, ta
payaśākṣaravargiṇīm
bestehend aus den Buchstabenklassen pa, ya, śa (und den Zischlauten)
jyeṣṭhāṅgabāhuhṛtkaṇṭhakaṭipādanivāsinīm
die in den [Jyeṣṭhā-]Gliedern wohnt: Armen, Herz, Hals, Hüften, Füßen
[Anm.: 'jyeṣṭhāṅga' evtl. Bezug auf die Göttin Jyeṣṭhā bzw. auf 'die ältesten/wichtigsten Glieder' [?].]
Ich preise sie, die aus der Silbe Ī hervorgezogene, die Essenz der Essenzen, die Höhere als das Höchste. Ich verneige mich vor der großen Göttin, deren Gestalt die höchste Wonne ist.
Wort für Wort
naumi īkārākṣaroddhārāṃ
ich preise sie, die aus der Silbe Ī hervorgezogene
sārātsārāṃ parātparām
die Essenz der Essenzen, die Höhere als das Höchste
Und dennoch wissen die Götter nicht einmal ein wenig: wer sie ist, woher, wo, von wem [erschaffen] — [von] ihrer Kontemplation als Form-habend und Form-los.
Wort für Wort
athāpi yasyā jānanti na manāgapi devatāḥ
und dennoch wissen die Götter nicht einmal ein wenig über sie
keyaṃ kasmāt kva kena iti
wer sie ist, woher, wo, von wem
sarūpārūpabhāvanām
[über] ihre Kontemplation als form-habend und formlos
Ich verehre sie, die Unvergängliche, die die Gestalt der Silbe Kṣa hat, die Göttin, die als Woge des Kula (der [esoterischen] Sippe) herrlich hervorbricht, die höchste Śivā.
Wort für Wort
vande tām aham akṣayyāṃ
ich verehre sie, die Unvergängliche
kṣakārākṣararūpiṇīm
die die Gestalt der Silbe Kṣa hat
devīṃ kulakalollolaprollasantīṃ
die Göttin, die als Woge des Kula herrlich hervorbricht
durch die Abfolge der Buchstabenklassen (varga), deren achtfacher Name (nāmāṣṭaka) besteht — ich verehre sie, die aus den acht Vargas entstandene Herrin der großen Siddhi und dergleichen.
Wort für Wort
vargānukramayogena
durch die Abfolge der Buchstabenklassen
yasyā ākhyā aṣṭakaṃ sthitam
deren achtfacher Name besteht
vande tām
ich verehre sie
aṣṭavargotthamahāsiddhyādikeśvarīm
die aus den acht Vargas entstandene Herrin der großen Siddhi u.a.
die als [die aus] Kāma, Pūrṇa, Ja[-kāra bestehende] Vidyā im guten Sitz (pīṭha) inwendig wohnt, die zur Hülle (kośa) der vier Ājñās geworden ist — ich preise Śrī Tripurā.
Wort für Wort
kāmapūrṇajakārākhya
genannt [die aus] Kāma, Pūrṇa, Ja[-Silbe bestehende]
supīṭhāntarnivāsinīm
die im guten Sitz inwendig wohnt
caturājñākośabhūtāṃ
die zur Hülle der vier Ājñās geworden ist
naumi śrītripurām aham
ich preise Śrī Tripurā
[Anm.: Bezug auf die Kādi-Vidyā (Bīja-Silben Ka, E, Ī u.a.) der Śrīvidyā-Tradition [?].]
Wer wohlgesammelt diesen Lobpreis der Nityās zu Beginn der Verehrung (pūjā) rezitiert — für ihn werden alle [Nityās] Wunscherfüllerinnen sein, kein Zweifel.
Wort für Wort
etatstotraṃ tu nityānāṃ
diesen Lobpreis der Nityās aber
yaḥ paṭhet susamāhitaḥ
wer wohlgesammelt rezitiert
pūjādau tasya sarvāstāḥ
für ihn [werden] zu Beginn der Verehrung alle [von ihnen]
Nun werde ich dir die neunteilige Rüstung (kavaca) der Göttin verkünden, durch die der Praktizierende (sādhaka) immer ein Bezwinger von Göttern, Dämonen und Menschen wird.
Wort für Wort
atha te kavacaṃ devyā vakṣye
nun werde ich dir die Rüstung der Göttin verkünden
navaratātmakam
die aus neun Teilen bestehende
yena devāsuranarajayī syāt
durch die er ein Bezwinger von Göttern, Dämonen und Menschen wird
Von allen Seiten möge Lalitā, die Allgegenwärtige, [mein] Selbst allzeit schützen. Kāmeśī möge [mich] von vorn schützen, Bhagamālinī unmittelbar danach.
diśaṃ pātu tathā dakṣapārśvaṃ me pātu sarvadā /
nityaklinnāthaṃ bheruṇḍādiśaṃ me pātu kauṇapīm
möge [sie] die [nächste] Richtung schützen; ebenso möge [Bhagamālinī] stets meine rechte Seite schützen. Nityaklinnā [möge die folgende Richtung schützen]; Bheruṇḍā möge die [nächste] Richtung für mich schützen — [zusammen mit] Kauṇapī.
Wort für Wort
diśaṃ pātu
möge [sie] die [nächste] Richtung schützen
tathā dakṣapārśvaṃ me pātu sarvadā
ebenso möge [sie] stets meine rechte Seite schützen
nityaklinnā atha
Nityaklinnā, dann
bheruṇḍā diśaṃ me pātu
Bheruṇḍā möge die [nächste] Richtung für mich schützen
kauṇapīm
[zusammen mit] Kauṇapī [?]
[Anm.: Die Zuordnung der Nityā-Namen zu den einzelnen Himmelsrichtungen ist im Kavaca-Text stark verdichtet/verderbt überliefert; Übersetzung folgt dem erkennbaren Sinn, einzelne Zuordnungen bleiben unsicher [?].]
Die linke Seite möge stets [Dūtī] schützen, dann [Tvaritā]; Māheśvarī möge [die nächste] Richtung schützen, [und] rasch die Siddhi-gebende [Tvaritā].
Wort für Wort
vāmapārśvaṃ sadā pātu
die linke Seite möge stets schützen
iti dūtī [?] tataḥ tvaritā [?]
[so] Dūtī, dann Tvaritā [Lesung unsicher]
māheśvarī diśaṃ pātu
Māheśvarī möge die [nächste] Richtung schützen
tvaritaṃ siddhidāyinī
rasch, die Siddhi-Geberin
[Anm.: 'itīmelaritā' ist im Quelltext unklar/verderbt; vermutlich verderbt aus 'iti dūtī' + 'tvaritā', den in V41 genannten Nityā-Namen entsprechend [?].]
Möge mich von oben [die mit den] göttlichen Scharen [verbundene] Kulasundarī schützen; von unten die 'Nīlapatākā' genannte [Nityā], [und] Vijayā mich von allen Seiten.
Wort für Wort
pātu mām ūrdhvataḥ
möge mich von oben schützen
śaścaddaivatākulasundarī
[?] die mit der göttlichen Schar [verbundene] Kulasundarī
adho nīlapatākākhyā
von unten die 'Nīlapatākā' genannte
vijayā sarvataśca mām
und Vijayā mich von allen Seiten
[Anm.: 'śaścaddaivatākula' im Quelltext unklar/verderbt; Sinn ungefähr rekonstruiert [?].]
vor Sünde mich von allen Seiten, vor Kummer, vor völligem Untergang immer von allen Seiten; vor Unwahrheit, vor grausamen Gedanken, vor Gewalt, ebenso vor Diebstahl, und vor Erstarrung (staimitya) mögen [sie] stets schützen, mich zum Heilvollen hintreibend.
Wort für Wort
pāpān māṃ sarvataḥ
vor Sünde mich von allen Seiten
śokāt saṃkṣayāt sarvataḥ sadā
vor Kummer, vor völligem Untergang, immer von allen Seiten
Die sechzehn Nityās, auf Elefanten reitend, mögen mich mit ihren eigenen Śaktis schützen; ebenso mögen die auf Pferden Reitenden mich von allen Seiten allzeit schützen.
Die auf Löwen Reitenden mögen ebenso schützen; auch mögen die auf Bären Gegangenen schützen; und die auf Wagen Reitenden mögen mich von allen Seiten, allzeit, in der Schlacht schützen.
Und die auf Garuḍa Reitenden mögen mich schützen, ebenso die im Luftraum Gehenden; die unter den Wesen Gehenden, die Allgegenwärtigen mögen schützen, und die Göttinnen mögen allzeit schützen.
Wort für Wort
tārkṣyārūḍhāśca māṃ pāntu
und die auf Garuḍa Reitenden mögen mich schützen
tathā vyomagatāśca tāḥ
ebenso jene im Luftraum Gehenden
bhūtagāḥ sarvagāḥ pāntu
die unter den Wesen Gehenden, die Allgegenwärtigen mögen schützen
Und Geister, Verstorbenengeister und Dämonen, sowie die durch fremden Zauber (parakṛtyā) und dergleichen [verursachten] Krankheiten mögen durch die Schmuckstücke und Waffen meiner eigenen Śaktis vertrieben werden.
Wort für Wort
bhūtapretapiśācāśca
und Geister, Verstorbenengeister und Dämonen
parakṛtyādikān gadān
und die durch fremden Zauber u.a. [verursachten] Krankheiten
drāvayantu
mögen sie vertreiben
svaśaktīnāṃ bhūṣaṇairāyudhairmama
durch die Schmuckstücke und Waffen meiner eigenen Śaktis
Die unzähligen Śakti-Göttinnen, auf Elefanten, Pferden, Leoparden, Löwen und Garuḍa reitend, mit allen Waffen ausgestattet, mögen mich von allen Seiten allzeit schützen.
Wort für Wort
gajāśvadvīpipañcāsyatārkṣyārūḍha
auf Elefanten, Pferden, Leoparden, Löwen und Garuḍa reitend
atha nāmnāṃ sahasraṃ te vakṣye sāvaraṇārcanam /
ṣoḍaśānāmapi mune svasvakramagatātmakam
Nun werde ich dir das Tausend der Namen verkünden, samt der Verehrung der [Kreis-]Hüllen (āvaraṇa), o Weiser, [auch] der Sechzehn [Nityās], je gemäß ihrer eigenen Reihenfolge.
und auch Sarvamaṅgalā, die 'Jvālāmālinī' Genannte, und Citrā — so sind der Reihe nach die sechzehn Nityās, deren Gestalten die begehrten [Verehrungsformen] sind.
Wort für Wort
sarvamaṅgalikā
Sarvamaṅgalā
jvālāmālinisaṃjñitā
die 'Jvālāmālinī' Genannte
citrā
Citrā
iti kramāt nityāḥ ṣoḍaśa
so sind der Reihe nach die sechzehn Nityās
iṣṭavigrahāḥ
deren Gestalten die begehrten [Verehrungsformen] sind
kurukullā ca vārāhī dve ete ceṣṭavigrahe /
vaśinī cāpi kāmeśī mohinī vimalāruṇā
Kurukullā und Vārāhī — diese beiden [haben] auch begehrte Gestalten; und Vaśinī, Kāmeśī, Mohinī, Vimalā, Aruṇā.
Wort für Wort
kurukullā
Kurukullā
vārāhī
Vārāhī
dve ete ca iṣṭavigrahe
diese beiden [haben] auch begehrte Gestalten
vaśinī
Vaśinī
kāmeśī
Kāmeśī
mohinī
Mohinī
vimalā aruṇā
Vimalā, Aruṇā
[Anm.: Ab hier folgt eine Aufzählung weiterer Namen/Epitheta der Göttin, teils der acht Vāgdevatās (Vaśinī u.a.), die traditionell als Verfasserinnen des Lalitā-Namensausend gelten.]
tapinī ca tathā sarveśvarī cāpyatha kaulinī /
mudrāṇantanuriṣvarṇarūpā cāpārṇavigrahā
und Tapinī [wohl für Jayinī], ebenso Sarveśvarī, und dann Kaulinī; die Mudrā, von endlosem Leib, deren Gestalt die Farbe des Pfeils (iṣu) hat, deren Körper die Silbe des Bogens (cāpa) ist.
Wort für Wort
tapinī [?]
Tapinī [wohl für Jayinī]
sarveśvarī
Sarveśvarī
kaulinī
Kaulinī
mudrā anantatanuḥ
die Mudrā, von endlosem Leib
iṣuvarṇarūpā
deren Gestalt die Farbe des Pfeils hat
cāpavarṇavigrahā
deren Körper die Farbe/Silbe des Bogens ist
[Anm.: 'tapinī' ist vermutlich Verschreibung für 'jayinī' (vgl. die klassische Achtergruppe der Vāgdevatās Vaśinī, Kāmeśvarī, Modinī, Vimalā, Aruṇā, Jayinī, Sarveśvarī, Kaulinī) [?]. 'mudrāṇantanuriṣvarṇarūpā cāpārṇavigrahā' ist stark verdichtet/unsicher gelesen [?].]
deren Leib die Farbe der Schlinge (pāśa) hat, und die einen schönen Körper von der Farbe des Stachelstocks (aṅkuśa) trägt; die Dreigeteilte (trikhaṇḍā), die Aufstellende (sthāpanī), die Zurückhaltende (sannirodhanī), und die Verhüllende (avaguṇṭhanī).
Wort für Wort
pāśavarṇaśarīrā
deren Leib die Farbe der Schlinge (pāśa) hat
aṅkuśavarṇasuvapurdharā [?]
die einen schönen Körper von der Farbe des Stachelstocks trägt
trikhaṇḍā
die Dreigeteilte
sthāpanī
die Aufstellende
sannirodhanī
die Zurückhaltende
avaguṇṭhanī
die Verhüllende
[Anm.: Sthāpanī, Sannirodhanī, Avaguṇṭhanī sind Namen ritueller Mudrās/Nyāsa-Schritte der Śrīvidyā-Verehrung.]
und in den [rituellen] Vergegenwärtigungen die 'Cāpā' (Bogen-Trägerin) Genannte, ebenso die 'Pāśāṅkuśā' (Schlinge-und-Stachelstock) Benannte; die Verehrungsgeste (namaskṛti), ebenso die Erschütternde (saṃkṣobhaṇī), die Zerstreuende (vidrāvaṇī).
Wort für Wort
sannidhāneṣu cāpākhyā
und in den Vergegenwärtigungen die 'Cāpā' Genannte
und die Anziehende (ākarṣaṇī) ist bekannt, ebenso die 'Āveśakāriṇī' (Besessenheit-Bewirkende); die Berauschende (unmādinī), die Große-Erste (mahāpūrvā), [und] die als 'Khecarī' (Himmelswandlerin) geltende.
Wort für Wort
ākarṣaṇī ca vikhyātā
und die Anziehende ist bekannt
āveśakāriṇī
die Besessenheit-Bewirkende
unmādinī
die Berauschende
mahāpūrvā
die Große-Erste
kuśā atho [?]
[?]
khecarī matā
die als Khecarī geltende
[Anm.: 'kuśātho' unklar/verderbt [?], evtl. bloße Füllung des Versmaßes vor 'khecarī'.]
die Keim-Göttin (bījā), die Śakti-Erweckende, und die mit den Namen 'Grob', 'Subtil', 'Höchste' Benannte; Aṇimā (Feinheit), ebenso Laghimā (Leichtigkeit), Mahimā (Größe), ebenso Garimā (Schwere) —
Wort für Wort
bījā
die Keim-Göttin
śaktyutthāpanā
die Śakti-Erweckende
sthūlasūkṣmaparābhidhā
mit den Namen 'Grob', 'Subtil', 'Höchste' benannt
aṇimā laghimā
Feinheit, Leichtigkeit
mahimā garimā
Größe, Schwere
[Anm.: Ab hier Aufzählung der acht yogischen Siddhis (Vollkommenheiten): Aṇimā, Laghimā, Mahimā, Garimā, Prāpti, Prākāmya, Īśitva, Vaśitva (V48–49).]
Prāpti (Erlangen), und auch Prākāmya, Īśitā (Herrschaft), ebenso Vaśitā (Botmäßigkeit); Bhukti (Genuss), Siddhi, ebenso ist die Gestalt der Willens-Siddhi (icchāsiddhi) verkündet.
Wort für Wort
prāptiḥ
Erlangen
prakāmitā [prākāmyā]
Prākāmya (freies Wunscherfüllen)
īśitā vaśitā
Herrschaft, Botmäßigkeit
bhuktiḥ siddhiḥ
Genuss, Siddhi
tathaiva icchāsiddhirūpā ca kīrtitā
ebenso ist die Gestalt der Willens-Siddhi verkündet
kāmā buddhirahṝṅkāraśabdasparśasvarūpiṇī /
rūparūpā rasāhvā ca gandhavittadhṛtistathā
Kāmā (Begierde), Buddhi (Verstand), die die Gestalt des Ich-Prinzips (ahaṃkāra), des Schalls (śabda), der Berührung (sparśa) hat; die Gestalt der Form (rūpa) selbst, die 'Rasā' (Geschmack) Genannte, und Gandha (Geruch), Vitta(?), Dhṛti (Standhaftigkeit), ebenso —
Wort für Wort
kāmā buddhiḥ
Begierde, Verstand
ahaṃkāraśabdasparśasvarūpiṇī
die die Gestalt des Ich-Prinzips, des Schalls, der Berührung hat
rūparūpā
die die Gestalt der Form selbst hat
rasāhvā
die 'Rasā' (Geschmack) Genannte
gandhavittadhṛtistathā
Geruch, Vitta(?), Standhaftigkeit, ebenso
[Anm.: Aufzählung von Tattvas: Kāma, Buddhi, Ahaṃkāra, die fünf Tanmātras (Śabda, Sparśa, Rūpa, Rasa, Gandha).]
nābhabījāmṛtākhyā ca smṛtidehātmarūpiṇī /
kusumā mekhalā cāpi madanā madanāturā
die 'Nābha-Bīja-Amṛta' Genannte, die die Gestalt von Erinnerung (smṛti), Leib und Selbst hat; Kusumā (Blüte), und auch Mekhalā (Gürtel), Madanā (Leidenschaft), Madanāturā (von Leidenschaft Ergriffene).
Wort für Wort
nābhabījāmṛtākhyā [?]
die 'Nābha-Bīja-Amṛta' Genannte
smṛtidehātmarūpiṇī
die die Gestalt von Erinnerung, Leib und Selbst hat
rekhā saṃveginī caiva hyaṅkuśā mālinīti ca /
saṃkṣobhiṇī tathā vidrāviṇyākarṣaṇarūpiṇī
Rekhā (Linie), Saṃveginī (die Erregte/Rasche), und Aṅkuśā (Stachelstock-Trägerin), die 'Mālinī' (Bekränzte) Genannte; Saṃkṣobhiṇī (die Erschütternde), ebenso Vidrāviṇī, die die Gestalt der Anziehung (ākarṣaṇa) hat.
āhlādinīti ca proktā tathā samohinīti ca /
staṃbhinījaṃbhinīcaiva vaśaṅkaryatha rañjinī
Āhlādinī (die Erfreuende) wird genannt, ebenso Samohinī (die Bezaubernde); Stambhinī (die Lähmende), Jambhinī (die Zermalmende), und dann Vaśaṃkarī (die Unterwerfende), Rañjinī (die Färbende/Erfreuende).
Unmādinī (die Berauschende), ebenso Arthasādhinī (die Ziel-Erfüllerin) wird verkündet; sie ist voller Wohlstand, aus Mantra bestehend, die Vernichterin der Gegensätze (dvandva).
Siddhi, und Saṃpatpradā (Wohlstand-Geberin), Priyamaṅgalakāriṇī (Bringerin lieben Segens); Kāmapradā (Wunsch-Geberin) wird genannt, ebenso Duḥkhavimocinī (Befreierin vom Leid).
Mṛtyupraśamanī (Beschwichtigerin des Todes), und Vighnanivāriṇī (Abwenderin der Hindernisse); Aṅgasundarikā (von schönen Gliedern), und Saubhāgyadāyinī (Geberin des Glücks).
jñānaiśvaryapradā jñānamayī caiva ca pañcamī /
vindhyavāsanakā ghorasvarūpā pāpahāriṇī
Jñānaiśvaryapradā (Geberin der Herrschaft des Wissens), Jñānamayī (Aus Wissen Bestehende), und die Fünfte; Vindhyavāsinī (Bewohnerin des Vindhya), von furchtbarer Gestalt, Pāpahāriṇī (Sündentilgerin).
Wort für Wort
jñānaiśvaryapradā
Jñānaiśvaryapradā
jñānamayī
Jñānamayī
pañcamī
die Fünfte
vindhyavāsinī [vindhyavāsanakā]
Vindhyavāsinī
ghorasvarūpā
von furchtbarer Gestalt
pāpahāriṇī
Pāpahāriṇī
[Anm.: 'pañcamī' (die Fünfte) bezieht sich vermutlich auf eine Zählung innerhalb dieser Aufzählungsreihe, deren genauer Bezug unklar bleibt [?].]
ebenso Ānandamayī (aus Wonne Bestehende), Rakṣā (Schutz), von Gestalt die begehrte Frucht Gewährende; Jayinī (Siegreiche), Vimalā (Makellose), und dann Kāmeśī, Vajriṇī (Vajra-Trägerin), Bhagā (Glück-habende).
Wort für Wort
ānandamayī
Ānandamayī
rakṣā
Rakṣā
rūpepsitaphalapradā
von Gestalt die begehrte Frucht Gewährende
jayinī
Jayinī
vimalā
Vimalā
kāmeśī
Kāmeśī
vajriṇī
Vajriṇī
bhagā [?]
Bhagā
[Anm.: 'bhahagā' vermutlich Verschreibung für 'bhagā' [?].]
Trailokyamohanā (Betörerin der drei Welten), als [Kreis-]Sitz [verehrt], Sarvāśāparipūraṇī (Erfüllerin aller Hoffnungen); im [Kreis der] Sarvasaṃkṣobhaṇa (Allerschütterung) befindlich, als Sarvasaubhāgyaprada (Alles-Glück-Gewährende) eingesetzt.
Wort für Wort
trailokyamohanā sthānā
als 'Trailokyamohana'-Sitz [verehrt]
sarvāśāparipūraṇī
Erfüllerin aller Hoffnungen
sarvasaṃkṣobhaṇagatā
im [Kreis der] Allerschütterung befindlich
saubhāgyapradasaṃsthitā
als Alles-Glück-Gewährende eingesetzt
[Anm.: Ab hier (V60–62) werden die neun Āvaraṇas (Kreis-Hüllen) des Śrīcakra mit ihren klassischen Namen benannt: Trailokyamohana, Sarvāśāparipūraka, Sarvasaṃkṣobhaṇa, Sarvasaubhāgyadāyaka, Sarvārthasādhaka, Sarvarakṣākara, Sarvarogahara, Sarvasiddhiprada, Sarvānandamaya.]
die Wohnstatt des 'Sarvārthasādhaka' (Erfüller aller Ziele), als 'Sarvarogahara' (Heiler aller Krankheit) befindlich; der Ort des 'Sarvarakṣākara' (Aller-Schutz-Bewirkers), als 'Sarvasiddhiprada' (Aller-Siddhi-Geber) eingesetzt.
sarvānandamayādhārabindusthānaśivātmikā /
prakṛṣṭā ca tathā guptā jñeyā guptatarāpi ca
die am Bindu-Ort befindliche Stütze des 'Sarvānandamaya' (Aller-Wonne-Erfüllten), deren Wesen Śiva ist; die Vorzügliche (prakṛṣṭā), ebenso die Verborgene (guptā), die Erkennbare, und auch die Noch-Verborgenere (guptatarā).
Wort für Wort
sarvānandamayādhārabindusthāna
die am Bindu-Ort befindliche Stütze des 'Sarvānandamaya'
saṃpradāyasvarūpā ca kulakaulanigarbhagā /
rahasyāparāparaprākṛttathaivātirahasyakā
die die Gestalt der [Lehr-]Tradition (sampradāya) hat, im Kula und Kaula verborgen weilend; die Geheime (rahasyā), die Niedere und Höhere [Geheimstufe] (aparā-parā), die Ursprüngliche (prākṛta), ebenso die Übergeheime (atirahasyā).
Wort für Wort
saṃpradāyasvarūpā
die die Gestalt der Lehrtradition hat
kulakaulanigarbhagā
im Kula und Kaula verborgen weilend
rahasyā aparā parā prākṛta [?]
die Geheime, die Niedere, die Höhere, die Ursprüngliche
tathaiva atirahasyakā
ebenso die Übergeheime
[Anm.: Wohl Bezeichnung der abgestuften Geheimhaltungsgrade der Śrīvidyā-Lehre (rahasya, atirahasya u.a.); Lesung von 'rahasyāparāparaprākṛt' unsicher [?].]
navaratnamayadvīpanavakhaṇḍavirājitā /
kalpakodyānasaṃsthā ca ṛturūpendriyārcakā
die auf der aus neun Juwelen bestehenden Insel, in den neun Abschnitten, erstrahlt; die im Wunschbaum-Garten (kalpaka-udyāna) weilt, die in Gestalt der Jahreszeiten und der Sinne verehrt wird.
Wort für Wort
navaratnamayadvīpanavakhaṇḍavirājitā
die auf der Neun-Juwelen-Insel, in den neun Abschnitten, erstrahlt
kalpakodyānasaṃsthā
die im Wunschbaum-Garten weilt
ṛturūpendriyārcakā
die in Gestalt der Jahreszeiten und Sinne verehrt wird
die Zeit-Mudrā, die 'Mātṛkā' Genannte, die Lehrerin des Juwelenlandes; die 'Tattvāgraha' Benannte, ihr Bildnis, ebenso die Insel der Sinnesobjekte (viṣayadvīpā).
Wort für Wort
kālamudrā
die Zeit-Mudrā
mātṛkākhyā
die 'Mātṛkā' Genannte
ratnadeśopadeśikā
die Lehrerin des Juwelenlandes
tattvāgrahagābhidhā mūrtiḥ [?]
die 'Tattvāgraha' benannte Gestalt
viṣayadvipā [?]
die Insel der Sinnesobjekte
[Anm.: 'tattvāgrahagābhidhā' und 'viṣayadvipā' unsicher gedeutet [?].]
die die Gestalt von Ort, Zeit, Form, Klang hat, die Yoginī der Musik (saṃgīta); die mit dem gesamten Kreis der verborgenen und offenbaren Siddhas und Yoginīs vereinte.
Wort für Wort
deśakālākāraśabdarūpā
die die Gestalt von Ort, Zeit, Form, Klang hat
saṃgītayoginī
die Yoginī der Musik
samastaguptaprakaṭasiddhayoginicakrayuk
die mit dem ganzen Kreis der verborgenen und offenbaren Siddhas und Yoginīs vereinte
vahnisūryendubhūtāhvā tathātmāṣṭākṣarāhvayā /
pañcadhāryāsvarūpā ca nānāvratasamāhvayā
genannt Feuer, Sonne, Mond, die Elemente; ebenso genannt nach dem achtsilbigen Selbst-Mantra; die die Gestalt der Fünffach-Trägerin hat, und genannt nach mancherlei Gelübden (vrata).
die frei von verbotenem Verhalten ist, die das Merkmal der Vollendeten (siddha) trägt; die vierfach im Schildkröten-Bereich (kūrmabhāga) weilt, die die Gestalt der mit den Nityā-[Riten] beginnenden Verehrung hat.
Wort für Wort
niṣiddhācārarahitā
die frei von verbotenem Verhalten ist
siddhacihnasvarūpiṇī
die das Merkmal der Vollendeten trägt
caturddhā kūrmabhāgasthā
die vierfach im Schildkröten-Bereich weilt
nityādyarcāsvarūpiṇī
die die Gestalt der mit den Nityā-Riten beginnenden Verehrung hat
die gleichermaßen mit Damanā-[Blättern] u.a. verehrt wird, die Geberin der Vollendung der sechs [magischen] Riten (ṣaṭkarma); die durch die Verehrung mit den jedem Mondtag und Wochentag eigenen Substanzen Segen bringt.
Wort für Wort
damanādisamabhyarcā
die gleichermaßen mit Damanā u.a. verehrt wird
ṣaṭkarmasiddhidāyinī
die Geberin der Vollendung der sechs [magischen] Riten
tithivārapṛthagdravyasamarcanaśubhāvahā
die durch Verehrung mit den je eigenen Substanzen für Mondtag und Wochentag Segen bringt
des Vāyu(?) [zugehörige] 'Anaṅgakusumā' (Blüte des Körperlosen), ebenso 'Anaṅgamekhalā' (Gürtel des Körperlosen); genannt 'Anaṅgamadanā' [und] 'Anaṅgamadanāturā' (von der Leidenschaft des Körperlosen Ergriffene).
Wort für Wort
vāyoḥ [?]
des Vāyu [zugehörige, ?]
anaṅgakusumā
Anaṅgakusumā
anaṅgamekhalā
Anaṅgamekhalā
anaṅgamadanā
Anaṅgamadanā
anaṅgamadanāturasāhvayā
genannt Anaṅgamadanāturā
[Anm.: Namen aus dem Gefolge der Lalitā/Kāmeśvarī, verbunden mit Anaṅga (Kāma, dem 'Körperlosen').]
Śraddhā (Glaube), Prīti (Zuneigung), und Rati (Lust), Dhṛti (Standhaftigkeit), Kānti (Glanz), Manoramā (Reizende); Manoharā (Herzraubende) wird genannt, ebenso auch Manorathā (Herzenswunsch).
Madanonmādinī (durch Leidenschaft Berauschende), und Modinī (Erfreuende), ebenso Śaṅkhinī; Śoṣiṇī (Austrocknende), und Śaṅkārī (Zweifel-Erregende), Siñjinī (Klirrende), ebenso Subhagā (Holdselige).
und Pūṣā, und Vāsumanasā, Rati, Prīti, ebenso Dhṛti; Ṛddhi (Gedeihen), Saumyā (Sanfte), und Marīci (Lichtstrahl), ebenso auch Aṃśumālinī (Strahlenbekränzte).
Śaśinī (Mondhafte), und Aṅgirā, Chāyā (Schatten), ebenso Saṃpūrṇamaṇḍalā (Vollmondscheibe); Tuṣṭi (Zufriedenheit), ebenso die 'Amṛtā' Genannte, und Ḍākinī, und sie [ist] Lokapā (Welt-Hüterin).
baṭukebhāsvarūpā ca durgā kṣetreśarūpiṇī /
kāmarājasvarūpā ca tathā manmatharūpiṇī
die die strahlende Gestalt des Baṭuka (Jünglings-Bhairava) hat, und Durgā, die die Gestalt des Kṣetreśa (Feld-Herrn) hat; die die Gestalt des Kāmarāja hat, ebenso die Gestalt des Manmatha (Kāma).
kandarpparūpiṇī caiva tathā makaraketanā /
manobhavasvarūpā ca bhāratī varṇarūpiṇī
die die Gestalt des Kandarpa hat, und ebenso Makaraketanā (die mit dem Makara-Banner); die die Gestalt des Manobhava (Kāma) hat, und Bhāratī (Sarasvatī), die die Gestalt der [Alphabet-]Buchstaben hat.
Sarvonmādā (Aller-Berauschende), Sarvamukhā (Allgesichtige), Abhaṅgā (Ungebrochene), und Amitodyamā (von unermesslicher Tatkraft); von nicht geringer, unmanifester Macht, deren Gestalt mannigfache Erregung ist.
die Kraft der Leidenschaft (rāgaśakti), die Kraft der Abneigung (dveṣaśakti), ebenso die die Gestalt von Schall usw. [den Tanmātras] hat; die Ewige (nityā), die Fleckenlose (nirañjanā), die Feuchte (klinnā), die Befeuchtende (kledinī), die von Leidenschaft Ergriffene.
Wort für Wort
rāgaśaktiḥ dveṣaśaktiḥ
die Kraft der Leidenschaft, die Kraft der Abneigung
śabdādirūpiṇī
die die Gestalt von Schall usw. hat
nityā nirañjanā
die Ewige, die Fleckenlose
klinnā kledinī madanāturā
die Feuchte, die Befeuchtende, die von Leidenschaft Ergriffene
madadravā drāviṇī ca draviṇī caiti kīrtitā /
madāvilā maṅgalā ca manmathānī manasvinī
Madadravā (vor Leidenschaft Zerfließende), und Drāviṇī, und Draviṇī (Reichtum) wird so genannt; Madāvilā (von Leidenschaft Getrübte), und Maṅgalā, Manmathānī, Manasvinī (Geistvolle).
Vibhūti (Macht/Herrlichkeit), und Vinatā (Demütige), Vividhā (Mannigfaltige), der Reihe nach Vinatā; Kamalā, und Kāminī, Kirātā (Jägerin), die die Gestalt des Ruhmes (kīrti) hat.
Lākinī, und Kākinī, Rākinī, ebenso Kākinī [wohl für Hākinī]; genannt Icchā, Jñāna, Kriyā [die drei Śaktis: Wille, Wissen, Handeln], und die Trägerin der acht Waffen.
Wort für Wort
lākinī kākinī
Lākinī, Kākinī
rākinī kākinī [hākinī? ]
Rākinī, Kākinī [wohl Hākinī]
icchājñānā kriyākhyā
genannt Icchā, Jñāna, Kriyā
āyudhāṣṭakadhāriṇī
die Trägerin der acht Waffen
[Anm.: Die zweifache Nennung 'kākinī ... kākinī' ist vermutlich ein Schreibfehler; die klassische Reihe der sechs/sieben Cakra-Yoginīs lautet Ḍākinī, Rākinī, Lākinī, Kākinī, Śākinī, Hākinī — an zweiter Stelle wäre daher 'hākinī' zu erwarten.]
Kanakā (Goldene), Kinnavā(?), Vidyā, Vividhā wird verkündet; die 'Meṣā' (Widder) Genannte, und Vṛṣā (Stier), Mithunā (Zwillinge), ebenso Karkaṭā (Krebs).
Wort für Wort
kanakā kinnavā [?]
Kanakā, Kinnavā(?)
vidyā vividhā
Vidyā, Vividhā
meṣā
Meṣā (Widder)
vṛṣāhvayā
die 'Vṛṣā' (Stier) Genannte
mithunā
Mithunā (Zwillinge)
karkaṭā
Karkaṭā (Krebs)
[Anm.: Ab hier (V88–89) Aufzählung der zwölf Tierkreiszeichen (rāśi) als Erscheinungsformen der Göttin.]
siṃhā kanyā tulā kīṭā cāpā ca makarā tathā /
kumbhā mīnā ca sārā ca sarvabhakṣā tathaiva ca
Siṃhā (Löwe), Kanyā (Jungfrau), Tulā (Waage), Kīṭā (Skorpion), und Cāpā (Bogen/Schütze), ebenso Makarā (Steinbock); Kumbhā (Wassermann), und Mīnā (Fische), und Sārā (Essenz), und ebenso Sarvabhakṣā (Allverzehrende).
viśvātmā vividhodbhūtacitrarūpā ca kīrtitā /
niḥsapatnā nirātaṅkā yācanācintyavaibhavā
Viśvātmā (Welt-Selbst), die als mannigfach und wundersam hervorgetreten verkündet wird; die Rivalenlose (niḥsapatnā), die Furchtlose (nirātaṅkā), deren Macht durch bloßes Erbitten unfassbar ist.
und Raktā wird sodann genannt, die 'im Erlangen der Avidyā [gleichsam] Schlafende' [?]; Hṛllekhā (Herz-Silbe Hrīṃ), Kledinī, Klinnā, Kṣobhiṇī, von Leidenschaft Ergriffene.
Kambuvādanikā (Muschelhorn-Spielerin), und Kātarā (Ängstliche), ebenso Kapaṭā (Listige); Kīrti (Ruhm), und auch Kumārī (Jungfrau), und Kuṅkumā (Safranfarbene) wird verkündet.
Vāgīśī (Herrin der Rede), Varadā, Viśvā, die Mächtige, keine Hindernisse Bereitende; Bījavighnaharā (durch den Keim Hindernisse Tilgende), Vidyā, Sumukhī (Schönmündige), ebenso Sundarī.
sārā ca sumanā caiva tathā proktā sarasvatī /
samayā sarvagā viddhā śivā vāṇī ca kīrtitā
Sārā, und Sumanā, ebenso wird Sarasvatī genannt; Samayā (Übereinkunft), Sarvagā (Allgegenwärtige), Viddhā (Durchdrungene), Śivā, und Vāṇī (Sprache) wird verkündet.
Dūrasiddhā (aus der Ferne Vollendende) wird ebenso genannt, und sie gilt als 'Vigrahavatī' (Gestalt-Habende); Nādā (Ur-Klang), Manonmanī (Jenseits-des-Geistes), von der Macht der Lebenshauch-Einsetzung (prāṇapratiṣṭhā) und Aruṇās.
Wort für Wort
dūrasiddhā
Dūrasiddhā
vigrahavatī matā
als 'Vigrahavatī' geltend
nādā manonmanī
Nādā, Manonmanī
prāṇapratiṣṭhāruṇavaibhavā
von der Macht der Lebenshauch-Einsetzung und Aruṇās
prāṇāpānā samānā ca vyānodānā ca kīrtitā /
nāgā kūrmā taca kṛkalā devadattā dhanañjayā
Prāṇā, Apānā, und Samānā, und Vyānā, Udānā wird verkündet [die fünf Lebenshauche]; Nāgā, Kūrmā, und Kṛkalā (Kṛkara), Devadattā, Dhanañjayā [die fünf Neben-Lebenshauche].
Wort für Wort
prāṇā apānā samānā
Prāṇā, Apānā, Samānā
vyānā udānā
Vyānā, Udānā
nāgā kūrmā ca kṛkalā
Nāgā, Kūrmā, Kṛkalā
devadattā dhanañjayā
Devadattā, Dhanañjayā
[Anm.: Aufzählung der zehn Vāyus (Lebenshauche): die fünf Haupt-Prāṇas (Prāṇa, Apāna, Samāna, Vyāna, Udāna) und die fünf Neben-Vāyus (Nāga, Kūrma, Kṛkara, Devadatta, Dhanañjaya).]
Phaṭkārī (die 'Phaṭ' Sprechende), von den Dienern Verehrte, Jayā, und ebenso Vijayā; Huṅkārī (die 'Hum' Sprechende), Kheṭacarī (Schild-/Himmelswandlerin), Caṇḍā, Chedinī (Zerschneidende), ebenso Kṣapiṇī (Vernichtende).
Strīhuṅkārī, Kṣemakārī (Wohl-Bewirkende), die die Gestalt der vier Silben hat; deren Glieder aus den Buchstaben der Śrīvidyā-Lehre [bestehen], Kālī, Yāmyā (Yamas), Nṛpārṇakā (Königs-Silbe).
Wort für Wort
strīhuṅkārī kṣemakārī
Strīhuṅkārī, Kṣemakārī
caturakṣararūpiṇī
die die Gestalt der vier Silben hat
śrīvidyāmatavarṇāṅgī
deren Glieder aus den Buchstaben der Śrīvidyā-Lehre bestehen
Sprache (bhāṣā), Sarasvatī, Rede (vāṇī), die Verfeinerte (Sanskrit), die Höchste; die Vielgestaltige, die die Gestalt des Geistes (citta) hat, die an lieblicher Wonne [Reiche], und die Wundersame.
Wort für Wort
bhāṣā sarasvatī vāṇī
Sprache, Sarasvatī, Rede
saṃskṛtā parā
die Verfeinerte, die Höchste
bahurūpā cittarūpā
die Vielgestaltige, die die Gestalt des Geistes hat
die 'Trayā' (Dreiheit) Genannte, auch 'Paramātmā' Genannte, von unermesslicher Macht, ebenso; die die Gestalt der Rede hat, die Gestalt der Bindu-Emanation, ebenso die Wesenheit des Alls.
Wort für Wort
trayākhyā paramātmākhyā
die 'Trayā' Genannte, die 'Paramātmā' Genannte
ameyavibhavā
von unermesslicher Macht
vāksvarūpā
die die Gestalt der Rede hat
bindusargarūpā viśvātmikā
die die Gestalt der Bindu-Emanation, die Wesenheit des Alls hat
ebenso die 'Traipurakandā' (Wurzel der Tripurā) Genannte, von dreifachem Wesen, beginnend mit dem Erkennenden [d.h. Erkennendem-Erkenntnis-Erkanntem]; die Geberin von Lebensdauer, Wohlstand, Ruhm, Genuss, Schönheit, Gesundheit.
Wort für Wort
traipurakandākhyā
die 'Traipurakandā' Genannte
jñātrāditrividhātmikā
von dreifachem Wesen, beginnend mit dem Erkennenden
aihikāmuṣmikajñānamayī ca parikīrtitā /
jīvākhyā vijayākhyā ca tathaiva viśvavinmayī
die aus dem Wissen um diese und die jenseitige Welt Bestehende wird verkündet; die 'Jīvā' Genannte, und die 'Vijayā' Genannte, ebenso die aus dem Wissen des Alls Bestehende.
Wort für Wort
aihikāmuṣmikajñānamayī
die aus dem Wissen um diese und jene Welt Bestehende
die mit dem Herz[-Bīja] beginnende Vidyā, von Gestalten, beginnend mit dem Glanz, [welche] die Welt gestalten [?]; und die Welt-Bezaubernde (viśvamohanikā), die 'Nektar der Tripurā' Genannte.
Wort für Wort
hṛdādividyā [?]
die mit dem Herz[-Bīja] beginnende Vidyā
rūpādibhāmūrūpāḥ jagadrūpāḥ [?]
von Gestalten, beginnend mit dem Glanz, welt-gestaltig [?]
viśvamohanikā
die Welt-Bezaubernde
tripurāmṛtasaṃjñikā
die 'Nektar der Tripurā' Genannte
[Anm.: Erste Vers-Hälfte im Quelltext stark verdichtet/unklar; Übersetzung ist eine unsichere Annäherung [?].]
Saṃpatkarī (Wohlstand-Bewirkende), von der Silbe 'ha-la-kṣa' [?], vom Leib der Grenz-Mutter [?], Rati; Prīti, oder auch Manobhavā (Geistgeborene) wird genannt, ebenso Vārādhipā (Herrin des Wochentags).
Wort für Wort
saṃpatkarī
Saṃpatkarī
halakṣārṇā [?]
von der Silbe 'ha-la-kṣa' [?]
sīmāmātṛtanū ratiḥ [?]
vom Leib der Grenz-Mutter, Rati [?]
prītiḥ manobhavā
Prīti, Manobhavā
vārādhipā
Vārādhipā
[Anm.: 'halakṣārṇā' und 'sīmāmātṛtanū' im Quelltext unsicher/verdichtet [?].]
die Dreigipflige (trikūṭā), und auch die Sechsgipflige, die Fünfgipflige, im Viśuddhi[-Cakra] weilend; im Anāhata[-Cakra] Befindliche, und im Maṇipūraka[-Cakra] Angesiedelte.
Wort für Wort
trikūṭā ṣaṭkūṭā pañcakūṭā
die Drei-, Sechs- und Fünfgipflige
viśuddhagā
im Viśuddhi[-Cakra] weilend
anāhatagatā
im Anāhata[-Cakra] befindlich
maṇipūrakasaṃsthitā
im Maṇipūraka[-Cakra] angesiedelt
[Anm.: Ab hier (V110–111) Zuordnung der Göttin zu den Cakras des feinstofflichen Körpers: Viśuddhi, Anāhata, Maṇipūraka, Svādhiṣṭhāna, Mūlādhāra, Ājñā.]
svādhiṣṭhānasamāsīnādhārasthājñāsamāsthitā /
ṣaṭtriṃśatkūṭarūpā ca pañcāśanmithunātmikā
im Svādhiṣṭhāna Sitzende, im Mūlādhāra Weilende, im Ājñā Angesiedelte; die die Gestalt der sechsunddreißig [Tattva-]Gipfel hat, von der Wesenheit der fünfzig Buchstaben-Paare.
pādukādikasiddhīśā tathā vijayadāyinī /
kāmarūpapradā vetālarūpā ca piśācikā
die Herrin der durch die [Verehrung der] Sandalen u.a. [erlangten] Siddhis, ebenso die Geberin des Sieges; die Geberin der begehrten Gestalt, die Gestalt eines Vetāla (Wiedergängers), und die Dämonin (piśācikā).
Wort für Wort
pādukādikasiddhīśā
die Herrin der durch die Sandalen u.a. [erlangten] Siddhis
sulocanā suśobhā ca kāmadā ca vilāsinī /
kāmeśvarī nandinī ca svarṇarekhā manoharā
Sulocanā (Schönäugige), und Suśobhā (Glänzende), und Kāmadā, und Vilāsinī (Spielerische); Kāmeśvarī, und Nandinī (Freudige), Svarṇarekhā (Goldene Linie), Manoharā.
Pramodā (Freude), Rāgiṇī (Leidenschaftliche), Siddhā, Padminī, und Ratipriyā (Liebe-Liebende); Kalyāṇadā (Heil-Geberin), Kalādakṣā (in den Künsten Geschickte), und sodann Surasundarī (Götter-Schöne).
bhakṣakā bhayadā siddhā sarvagā ca prakīrtitā /
jayā ca vijayā durgā bhadrā bhadrakarī tathā
Bhakṣakā (Verzehrerin), Bhayadā (Furchtgeberin), Siddhā, und Sarvagā wird verkündet; Jayā, und Vijayā, Durgā, Bhadrā (Heilvolle), ebenso Bhadrakarī (Heil-Bewirkende).
ambikā vāmadevī ca mahāmāyāsvarūpiṇī /
vidārikā viśvamayī viśvā viśvavibhañjitā
Ambikā, und Vāmadevī, die die Gestalt der Mahāmāyā hat; Vidārikā (Zerreißende), Viśvamayī (Aus dem All Bestehende), Viśvā, Viśvavibhañjitā (Zertrümmerin des Alls).
māninī madhurā māyā mohinī ca tathā smṛtā /
bhadrā bhavānī bhavyā ca viśālākṣī śucismitā
Māninī (Stolze), Madhurā (Süße), Māyā, und Mohinī werden ebenso überliefert; Bhadrā, Bhavānī, und Bhavyā, Viśālākṣī (Großäugige), Śucismitā (Rein Lächelnde).
Aśokā (Kummerlose), Amalā (Makellose), Pūrṇā (Volle) — und ebenso die auf Glück bedachte Pūrṇā; Vivekā (Unterscheidung), Vibhavā, Viśvā, und Vitatā (Ausgedehnte) wird verkündet.
Śaśinī, und Aindrikā, Kānti, Jyotsnā, Śrī, Prīti, Aṅgadā [?] (Glied-Schmuck); Pūrṇā, Pūrṇāmṛtā (Nektarvolle), Kāmadāyinī, von der Wesenheit der Monddigit.
Wort für Wort
śaśinī aindrikā
Śaśinī, Aindrikā
kānti jyotsnā śrīḥ prīti
Kānti, Jyotsnā, Śrī, Prīti
aṅgadā [?]
Aṅgadā [?]
pūrṇā pūrṇāmṛtā
Pūrṇā, Pūrṇāmṛtā
kāmadāyinī indukalātmikā
Kāmadāyinī, von der Wesenheit der Monddigit
[Anm.: 'aṅgagadā' unsicher; vermutlich Verschreibung für 'aṅgadā' (Armreif/Glied-Schmuck) [?].]
arcityācāprameyā ca pūrṇarūpā durāsadā /
sarvā saṃsiddhirūpā ca pāvanītyekarūpiṇī
die Verehrte, und die Unermessliche, von vollkommener Gestalt, die Unnahbare; die Alles, die die Gestalt aller Vollendung hat, die 'Pāvanī' (Läuternde) genannte, Eine-Gestalt-Habende.
tathā yāmalavedhākhyā śākte vedasvarūpiṇī /
tathā śāṃbhavavedhā ca bhāvanāsiddhisṛcinī
ebenso die 'Yāmalavedhā' (Durchdringung der Yāmala-Texte) Genannte, im Śākta[-System] die Gestalt des Veda habend; ebenso die 'Śāmbhavavedhā' (Durchdringung Śivas), die die Vollendung der Kontemplation (bhāvanā) hervorbringt.
die die Gestalt des Feuers hat, ebenso die Aśvin (dasrā), die Neumond-Hindernislose, die Schlangenhafte; die Sechsgesichtige (Skanda), die die Gestalt der Sonne hat, und Mātā (Aditi), Durgā, Diśā, ebenso.
Wort für Wort
vahnirūpā dasrā
die Feuer-Gestaltige, die Aśvin
amāvighnā bhujaṅgamā
die Neumond-Hindernislose, die Schlangenhafte
ṣaṇmukhā ravirūpā
die Sechsgesichtige, die Sonnen-Gestaltige
mātā durgā diśā
Mātā, Durgā, Diśā
[Anm.: Ab hier (V140–144) offenbar Aufzählung der den 27/28 Mondhäusern (Nakṣatra) zugeordneten vedischen Gottheiten (Agni, Aśvin, Sarpa, Skanda, Sūrya, Aditi, Yama, Bhaga, Aryaman u.a.).]
Dhanadā (Kubera), und auch Keśavā (Viṣṇu), und Yamī, Harā, Śaśā (Mond-Hafte); Aśvinī, und Yamī, die die Gestalt des Feuers hat, [und] 'Dhātrī' wird verkündet.
candrā śivāditirjīvā sarpiṇī pitṛrūpiṇī /
aryamṇā ca bhagā sūryā tvāṣṭrimārutisaṃjñikā
Candrā, Śivā, Aditi, Jīvā (Bṛhaspati), Sarpiṇī, die die Gestalt der Ahnen hat; Aryaman, und Bhagā, Sūryā, unter dem Namen Tvaṣṭṛ und Māruti (Vāyu) [bekannt].
vikaṅkatā ca kakubhā saralā cāpi sarjikā /
vañjulā panasārkā ca śamī halipriyāmrakā
Vikaṅkatā, und Kakubhā, Saralā (Kiefer), und auch Sarjikā (Sarja-Baum); Vañjulā, Panasā (Jackfrucht), und Arkā, Śamī, Halipriyā (Pflug-Liebling), Āmrakā (Mango).
Nimbā (Neem), die 'Madhūkā' Genannte, und auch Aśvatthā (Pipal), und die 'Gajā' Genannte; Nāginī (Schlangen-Weibchen), und Sarpiṇī, und auch Śunī (Hündin), und Biḍālikī (Katze).
Wort für Wort
nimbā madhūkasaṃjñā
Nimbā, die 'Madhūkā' Genannte
aśvatthā gajāhvayā
Aśvatthā, die 'Gajā' Genannte
nāginī sarpiṇī
Nāginī, Sarpiṇī
śunī biḍālikī
Śunī, Biḍālikī
[Anm.: Übergang von Baum- zu Tier-Erscheinungsformen der Göttin (V147–149).]
kapirūpā ca goghaṇṭā vānarī ca narāśvinī /
nagā gaurhastinī ceti tathā ṣaṭcakravāsinī
die die Gestalt eines Affen hat, und Goghaṇṭā (Kuh mit Glocke), Vānarī (Äffin), und Narāśvinī (Mensch-Pferd); Nagā (Bergbewohnerin), Gauḥ (Kuh), und Hastinī (Elefantenkuh), ebenso so die in den sechs Cakras Wohnende.
Trikhaṇḍā, die 'Tīrapālā' (Ufer-Hüterin) Genannte, Bhrāmaṇī (Umherschweifende), ebenso Draviṇī (Reichtum); Soma, Sūrya, Tithi (Mondtag), Vāra (Wochentag), Yoga, Ṛkṣa (Nakṣatra), von der Wesenheit des Karaṇa [die fünf Glieder des Pañcāṅga].
yakṣiṇī tāraṇā vyomaśabdādyāprāṃṇinī ca dhīḥ /
krodhinī staṃbhinī caṇḍoñcaṇḍā brāhmādirūpiṇī
Yakṣiṇī, Tāraṇā (Rettende), die die Gestalt von Äther, Schall usw. bis hin zum Lebenshauch hat; und Dhī (Verstand); Krodhinī (Zornige), Stambhinī (Lähmende), Caṇḍā, Ucchaṇḍā (Sehr Heftige), die die Gestalt von Brahmā u.a. hat.
Wort für Wort
yakṣiṇī tāraṇā
Yakṣiṇī, Tāraṇā
vyomaśabdādyāprāṇinī dhīḥ
die Äther-Schall-usw.-bis-Lebenshauch-Gestaltige, Dhī
auf dem Löwen Sitzende, und auf dem Tiger Gehende, auf Elefant, Pferd und Garuḍa Befindliche; die die Gestalt von Erde, Wasser, Feuer, Luft, ebenso Äther hat.
ekāvaktrā caturvaktrā navaktrā navavaktrā kalānanā /
pañcaviṃśativaktrā ca ṣaḍviṃśadvadanā tathā
Einantlitzige, Vierantlitzige, [Neunantlitzige,] Neunantlitzige, von mannigfachem Antlitz; Fünfundzwanzig-Antlitzige, und ebenso Sechsundzwanzig-Antlitzige.
Wort für Wort
ekāvaktrā caturvaktrā
Einantlitzige, Vierantlitzige
navaktrā navavaktrā [Dittographie]
Neunantlitzige [zweifach genannt]
kalānanā
von mannigfachem Antlitz
pañcaviṃśativaktrā ṣaḍviṃśadvadanā
Fünfundzwanzig- und Sechsundzwanzig-Antlitzige
[Anm.: 'navaktrā navavaktrā' – die zweifache Nennung 'neunantlitzig' ist wohl eine Dittographie im Quelltext.]
sthūlarūpā sūkṣmarūpā tejovigrahadhāriṇī /
vṛṇāvṛttisvarūpā ca nāthāvṛttisvarūpiṇī
von grober Gestalt, von subtiler Gestalt, einen Leib aus Glanz (tejas) tragend; die die Wesenheit der Wirkweise [?] hat, und die die Wesenheit der Wirkweise des Nātha hat.
Wort für Wort
sthūlarūpā sūkṣmarūpā
von grober, von subtiler Gestalt
tejovigrahadhāriṇī
einen Leib aus Glanz tragend
vṛṇāvṛttisvarūpā [?]
die die Wesenheit der Wirkweise [?] hat
nāthāvṛttisvarūpiṇī
die die Wesenheit der Wirkweise des Nātha hat
[Anm.: 'vṛṇāvṛtti' im Quelltext unklar, evtl. verderbt für 'guṇāvṛtti' o.ä. [?].]
aṅgāvṛttisvarūpā cāpyāyudhāvṛttirūpiṇī /
gurupaṅktisvarūpā ca vidyāvṛttitanustathā
die die Wesenheit der Wirkweise der Glieder hat, und auch die die Gestalt der Wirkweise der Waffen hat; die die Wesenheit der Guru-Reihe hat, und ebenso einen Leib aus der Wirkweise der Vidyā.
brahmādyāvṛttirūpā ca parā paśyatikā tathā /
madhyamā vaikharī śīrṣakaṇṭhatālvoṣṭhadantagā
die die Gestalt der mit Brahmā beginnenden Wirkweise hat, und Parā, ebenso Paśyantī; Madhyamā, Vaikharī [die vier Stufen der Rede], im Haupt, Hals, Gaumen, Lippen, Zähnen befindlich.
Wort für Wort
brahmādyāvṛttirūpā
die die Gestalt der mit Brahmā beginnenden Wirkweise hat
parā paśyantī
Parā, Paśyantī
madhyamā vaikharī
Madhyamā, Vaikharī
śīrṣakaṇṭhatālvoṣṭhadantagā
im Haupt, Hals, Gaumen, Lippen, Zähnen befindlich
[Anm.: Aufzählung der vier klassischen Sprachstufen Parā, Paśyantī, Madhyamā, Vaikharī.]
jihvāmūlagatā nāsāgatoraḥ sthalagāminī /
padavākyasvarūpā ca vedabhāṣāsvarūpiṇī
an der Zungenwurzel Befindliche, zur Nase Gehende, zum Brustraum sich Bewegende; die die Gestalt von Wort (pada) und Satz (vākya) hat, die die Gestalt der Vedasprache hat.
sekākhyā vīkṣaṇākhyā copadeśākhyā tathaiva ca /
vyākulākṣarasaṃketā gāyatrī praṇavādikā
die 'Sekā' (Berührungs-Initiation) Genannte, die 'Vīkṣaṇā' (Blick-Initiation) Genannte, und ebenso die 'Upadeśā' (Unterweisungs-Initiation) Genannte; die verworrene Übereinkunft der Silben, Gāyatrī, mit dem Praṇava (Oṃ) beginnend.
Wort für Wort
sekākhyā vīkṣaṇākhyā
die 'Sekā' und die 'Vīkṣaṇā' Genannte
upadeśākhyā
die 'Upadeśā' Genannte
vyākulākṣarasaṃketā
die verworrene Übereinkunft der Silben
gāyatrī praṇavādikā
Gāyatrī, mit dem Praṇava beginnend
[Anm.: Aufzählung der drei Arten der Einweihung (dīkṣā) durch Berührung, Blick und Unterweisung.]
japahomārcanadhyānayantratarpaṇarūpiṇī /
siddhasārasvatā mṛtyuñjayā ca tripurā tathā
die die Gestalt von Rezitation, Feueropfer, Verehrung, Meditation, [rituellem] Diagramm und Libation hat; die in der Beredsamkeit Vollendete, Mṛtyuñjayā (Todesbezwingerin), und ebenso Tripurā.
Wort für Wort
japahomārcanadhyānayantratarpaṇarūpiṇī
die die Gestalt von Rezitation, Feueropfer, Verehrung, Meditation, Diagramm und Libation hat
gāruḍā cānnapūrṇā cāpyaśvarūḍhā navātmikā /
gaurī ca devī hṛdayā lakṣadā ca mataṅginī
Gāruḍā, und Annapūrṇā, und auch auf einem Pferd Reitende, von neunfachem Wesen; Gaurī, und Devī, Hṛdayā (Herz-Habende), und Lakṣadā (Hunderttausendfach-Geberin), und Mataṅginī.
niṣkatrayapadā ceṣṭā vādinī ca prakīrtitā /
rājalakṣmīrmahālakṣmīḥ siddhalakṣmīrgavānanā
die den dreifachen Niṣka-Schritt [?] hat, die Begehrte, und Vādinī (Beredte) wird verkündet; Rājalakṣmī, Mahālakṣmī, Siddhalakṣmī, Gavānanā (Kuhgesichtige).
So ist das göttliche Tausend-Namen der Göttin Lalitā verkündet worden, das die Erfüllung aller Ziele gewährt, das die Frucht der vier Lebensziele (caturvarga) schenkt.
Wort für Wort
ityevaṃ lalitādevyā
so der Göttin Lalitā
divyaṃ nāmasahasrakam
das göttliche Tausend-Namen
sarvārthasiddhidaṃ proktaṃ
das die Erfüllung aller Ziele gewährt, ist verkündet worden
etannityamuṣaḥkāle yo japecchuddhamānasaḥ /
sa yo gī brahmavijjñānī śivayogī tathātmavit
Wer dies täglich in der Morgendämmerung mit reinem Geist rezitiert — er [wird zum] Yogin, zum Brahman-Kenner, zum Wissenden, zum Śiva-Yogin, ebenso zum Selbst-Kenner.
dvirāvṛttyā prajapato hyāyurārogyasaṃpadaḥ /
lokānurañjanaṃ nārīnṛpāvarjanakarma ca
Für den, der es mit zweifacher Wiederholung rezitiert, [ergeben sich] Lebensdauer, Gesundheit, Wohlstand; die Erfreuung der Menschen und die Wirkung, Frauen und Könige für sich zu gewinnen.
Wort für Wort
dvirāvṛttyā prajapataḥ
für den, der es mit zweifacher Wiederholung rezitiert
āyurārogyasaṃpadaḥ
Lebensdauer, Gesundheit, Wohlstand
lokānurañjanaṃ
die Erfreuung der Menschen
nārīnṛpāvarjanakarma ca
und die Wirkung, Frauen und Könige zu gewinnen
[Anm.: Ab hier (V166–176) folgt eine Reihe von Angaben zur Wirkung wiederholter Rezitation, gestaffelt nach der Anzahl der Wiederholungen (zwei- bis sechzehnfach).]
Untrennbar gelingen diese [Dinge] gewiss diesem Praktizierenden. Mit dreifacher Wiederholung möge diesem Menschen das ganze Weltall in Botmäßigkeit geraten.
Wort für Wort
apṛthaktvena siddhyanti
untrennbar gelingen [diese Dinge]
sādhakasyāsya niścitam
gewiss diesem Praktizierenden
trirāvṛttyāsya vai puṃsaḥ
mit dreifacher Wiederholung diesem Menschen, wahrlich
Und durch vierfache Wiederholung trägt sein Wunsch beständig gewiss Frucht, für den zur [rituellen] Anwendung Berechtigten; er wird zum Beschützer der Welt.
Wort für Wort
caturāvṛttitaścāsya
und durch vierfache Wiederholung diesem
samīhitamanāratam
sein Wunsch beständig
phalatyeva prayogārhe
trägt gewiss Frucht, für den zur Anwendung Berechtigten
ṣaḍāvṛttyā tanmayaḥ syātsādhakaścāsya siddhayaḥ /
acireṇaiva devīnāṃ prasādātsaṃbhavanti ca
Mit sechsfacher Wiederholung wird der Praktizierende mit ihr eins (tanmaya); und dessen Vollkommenheiten (siddhi) entstehen sehr bald durch die Gnade der Göttinnen.
Wort für Wort
ṣaḍāvṛttyā tanmayaḥ syāt sādhakaḥ
mit sechsfacher Wiederholung wird der Praktizierende mit ihr eins
Mit siebenfacher Wiederholung [erfolgt] die Vernichtung von Feinden, Krankheit, Zauberschaden und Epilepsie; mit achtfacher Wiederholung wird der Mensch fähig, Könige zu bezwingen oder zu begünstigen.
Wort für Wort
saptāvṛttyā
mit siebenfacher Wiederholung
arirogādikṛtyāpasmāranāśanam
[erfolgt] die Vernichtung von Feind, Krankheit, Zauberschaden, Epilepsie
Mit neunfacher Wiederholung erschüttert er, strahlend wie Manmatha, die Erde; mit zehnfacher Wiederholung soll man täglich rezitieren, zur Vollendung von Beredsamkeit, Wohlstand und Glanz.
Wort für Wort
navāvṛttyā manmathābho
mit neunfacher Wiederholung, strahlend wie Manmatha
vikṣobhayati bhūtalam
erschüttert er die Erde
daśāvṛttyā paṭhennityaṃ
mit zehnfacher Wiederholung soll man täglich rezitieren
vāglakṣmīkāntisiddhaye
zur Vollendung von Beredsamkeit, Wohlstand und Glanz
Mit elffacher (rudra=11) Wiederholung [entsteht] alles Gedeihen, und die Welt wird davon abhängig; mit zwölffacher (arka=12) Wiederholung wird der Sterbliche durch die Vollkommenheiten in [allen] Richtungen dem Hara (Śiva) gleich.
Wort für Wort
rudrāvṛttyā
mit elffacher Wiederholung
akhilarddhiśca tadāyattaṃ jagadbhavet
[entsteht] alles Gedeihen, und die Welt wird davon abhängig
arkāvṛttyā siddhibhiḥ
mit zwölffacher Wiederholung, durch die Vollkommenheiten
syāddigbhirmartyo haropamaḥ
wird der Sterbliche in allen Richtungen dem Hara gleich
[Anm.: Die folgenden Verse (V173–175) verwenden Zahlwörter in mythologischer Umschreibung: rudra=11, arka=12, viśva(deva)=13, śakra (Indras der 14 Manvantaras)=14, tithi=15.]
Mit dreizehnfacher (viśva=13) Wiederholung aber wird der Mensch von allen Seiten siegreich und glücklich; mit vierzehnfacher (śakra=14) Wiederholung [erfolgt] die Erlangung aller Wünsche, und Segen entsteht von allen Seiten.
Wort für Wort
viśvāvṛttyā tu
mit dreizehnfacher Wiederholung aber
vijayī sarvataḥ syātsukhī naraḥ
wird der Mensch von allen Seiten siegreich und glücklich
śakrāvṛttyā
mit vierzehnfacher Wiederholung
akhileṣṭāptiḥ sarvato maṅgalaṃ bhavet
[erfolgt] die Erlangung aller Wünsche, Segen von allen Seiten
Mit fünfzehnfacher (tithi=15) Wiederholung entgeht der Mensch alsbald allem Unheil; durch sechzehnfache Wiederholung wird der Mensch geradezu der leibhaftige Maheśvara.
viśvaṃ sraṣṭuṃ pālayituṃ saṃhatu ca kṣamo bhavet /
maṇḍalaṃ māsamātraṃ vā yo japedyadyadāśayaḥ
er wird fähig, das Weltall zu erschaffen, zu erhalten und zu vernichten. Wer für [die Dauer eines] Maṇḍala [-Zeitraums] oder auch nur einen Monat rezitiert, was auch immer seine Absicht sei —
Wort für Wort
viśvaṃ sraṣṭuṃ pālayituṃ saṃhatu ca
das Weltall zu erschaffen, zu erhalten und zu vernichten
kṣamo bhavet
wird er fähig
maṇḍalaṃ māsamātraṃ vā yo japet
wer für einen Maṇḍala-Zeitraum oder auch nur einen Monat rezitiert
erlangt eben dies, wahrlich, so wie es das Wort Śivas ist. So ist dies, o Brahmane, verkündet worden, gestützt auf die Verehrung durch die Wiederholung der Nityā[-Namen].
Wort für Wort
tattadevāpnuyātsatyaṃ
erlangt eben dies, wahrlich
śivasya vacanaṃ yathā
so wie es das Wort Śivas ist
ityetatkathitaṃ vipra
so ist dies verkündet worden, o Brahmane
nityāvṛttyarcanāśritam
gestützt auf die Verehrung durch die Wiederholung der Nityā-Namen