ekādaśyāṃ tu dalayornirāhāraḥ samāhitaḥ / nānāpuṣpairmune kṛtvā vicitraṃ maṇḍapaṃ śubham
An der Ekādaśī aber, an beiden Tagen [?], halte man gesammelt Nahrungsenthaltung; nachdem man mit verschiedenen Blumen, o Weiser, einen bunten, glückverheißenden Pavillon errichtet hat,
Wort für Wort
ekādaśyāṃ tu dalayoḥ
an der Ekādaśī aber, an beiden [Tagen] [?]
nirāhāraḥ samāhitaḥ
halte man gesammelt Nahrungsenthaltung
nānāpuṣpaiḥ mune kṛtvā
nachdem man mit verschiedenen Blumen, o Weiser, errichtet hat
vicitraṃ maṇḍapaṃ śubham
einen bunten, glückverheißenden Pavillon
[Anm.: 'dalayoḥ' unklar - evtl. Bezug auf 'beide Hälften' bzw. 'beide Tage' (Daśamī/Dvādaśī) [?].]
nachdem man recht vorschriftsmäßig gebadet hat, fastend und mit gebändigten Sinnen, verehre man vorschriftsmäßig Viṣṇu mit Glauben und gesammeltem Geist,
mit vielfältigen Ehrengaben, mit Gebetsmurmeln, mit Feueropfern [?], mit Umschreitungen, mit vielfältigen Lobpreisungs-Rezitationen, mit bezauberndem Gesang und Musik,
Wort für Wort
upacāraiḥ bahuvidhaiḥ
mit vielfältigen Ehrengaben
japaiḥ homaiḥ [?] pradakṣiṇaiḥ
mit Gebetsmurmeln, mit Feueropfern [?], mit Umschreitungen
stotrapāṭhaiḥ bahuvidhaiḥ
mit vielfältigen Lobpreisungs-Rezitationen
gītavādyaiḥ manoharaiḥ
mit bezauberndem Gesang und Musik
[Anm.: 'hemaiḥ' im Quelltext unklar im Kontext, evtl. Verschreibung für 'homaiḥ' ('mit Feueropfern') [?].]
und mit Verneigungen wie ein hingelegter Stab, mit bezaubernden Siegesrufen; nachdem man in der Nacht Wache gehalten hat, gelangt man zum höchsten Ort Viṣṇus.
datvā ca dakṣiṇāṃ tebhyo visṛjyāśnīta ca svayam /// / iyaṃ tu kāmadā nāma sarvapātakanāśinī
nachdem er ihnen eine Gabe gegeben hat, esse er nach der Entlassung selbst. Diese Ekādaśī aber heißt 'Kāmadā' (Wunscherfüllend), sie vernichtet alle Sünden,
sie gewährt Genuss und Erlösung, o Brahmane, wenn sie recht mit Hingabe gefastet wird. An der dunklen Ekādaśī des Vaiśākha, nachdem man vorschriftsmäßig gefastet hat,
vaiśākhaśuklaikādaśyāṃ samupoṣya ca mohinīm / snātvā pare 'hni saṃpūjya gandhādyaiḥ puruṣottamam
An der hellen Ekādaśī des Vaiśākha, nachdem man die 'Mohinī' (-Ekādaśī) gefastet hat, bade man am folgenden Tag und verehre den höchsten Puruṣa mit Duftstoffen und dergleichen,
Wort für Wort
vaiśākhaśuklaikādaśyām
an der hellen Ekādaśī des Vaiśākha
samupoṣya ca mohinīm
nachdem man die 'Mohinī' gefastet hat
snātvā pare 'hni saṃpūjya
am folgenden Tag gebadet und verehrt habend
gandhādyaiḥ puruṣottamam
mit Duftstoffen und dergleichen, den höchsten Puruṣa
nachdem man die Brahmanen gespeist hat, wird man von Sünden befreit - daran ist kein Zweifel. An der dunklen Ekādaśī des Jyeṣṭha, nachdem man die 'Parā' gefastet hat, o König,
Wort für Wort
saṃbhojya viprān mucyeta
nachdem man die Brahmanen gespeist hat, wird man befreit
nachdem man an der Dvādaśī die täglichen Riten vollzogen und Trivikrama verehrt hat, danach, nachdem man die besten Brahmanen gespeist und ihnen eine Gabe gegeben hat,
Wort für Wort
dvādaśyāṃ naityikaṃ kṛtvā
nachdem man an der Dvādaśī die täglichen Riten vollzogen hat
samabhyarcya trivikramam
und Trivikrama verehrt hat
tato dvijāgryān saṃbhojya
danach, nachdem man die besten Brahmanen gespeist hat
sarvapāpavinirmukto viṣṇulokaṃ vrajennaraḥ / jyeṣṭhasya śuklaikādaśyāṃ nirjalāṃ samupoṣya tu
gelangt der Mensch, von aller Sünde befreit, in die Welt Viṣṇus. An der hellen Ekādaśī des Jyeṣṭha, nachdem man die 'Nirjalā' (Wasserlose) gefastet hat,
von Sonnenaufgang bis zum nächsten Sonnenaufgang, o bester Zweifachgeborener; am Morgen, nachdem man die täglichen Riten vollzogen hat, an der Dvādaśī mit Ehrengaben,
Wort für Wort
udayāt udayaṃ yāvat
von Sonnenaufgang bis zum nächsten Sonnenaufgang
bhāskarasya dvijottama
der Sonne, o bester Zweifachgeborener
prabhāte kṛtanityaḥ tu
am Morgen, nachdem man die täglichen Riten vollzogen hat
āṣāḍhakṛṣṇaikādaśyāṃ yoginīṃ samupoṣya vai / nārāyaṇaṃ samabhyarcya dvādaśyāṃ kṛtanityakaḥ
An der dunklen Ekādaśī des Āṣāḍha, nachdem man die 'Yoginī' (-Ekādaśī) gefastet hat, verehre man Nārāyaṇa an der Dvādaśī, nachdem man die täglichen Riten vollzogen hat,
Wort für Wort
āṣāḍhakṛṣṇaikādaśyām
an der dunklen Ekādaśī des Āṣāḍha
yoginīṃ samupoṣya vai
nachdem man die 'Yoginī' gefastet hat
nārāyaṇaṃ samabhyarcya
nachdem man Nārāyaṇa verehrt hat
dvādaśyāṃ kṛtanityakaḥ
an der Dvādaśī, nachdem man die täglichen Riten vollzogen hat
āṣāḍhaśuklaikādaśyāṃ yadbidhānaṃ śṛṇuṣva tat / upoṣya tasmin divase vidhivanmaṇḍape śubhe
An der hellen Ekādaśī des Āṣāḍha - höre die diesbezügliche Vorschrift: nachdem man an diesem Tag gefastet hat, errichte man vorschriftsmäßig in einem glückverheißenden Pavillon
Wort für Wort
āṣāḍhaśuklaikādaśyām
an der hellen Ekādaśī des Āṣāḍha
yat vidhānaṃ śṛṇuṣva tat
höre die diesbezügliche Vorschrift
upoṣya tasmin divase
nachdem man an diesem Tag gefastet hat
vidhivat maṇḍape śubhe
vorschriftsmäßig in einem glückverheißenden Pavillon
gelbgewandet, auf einem weißen, wohl ausgebreiteten Lager, o Zweifachgeborener; danach bade man es mit den fünf Nektarsubstanzen, mit Mantras und mit reinem Wasser,
So, nachdem man vor dem Gott gebetet hat, nehme der gläubige Mensch die durch den Cāturmāsya (die vier Regenmonate) gebotenen Regeln entsprechend seinem Vermögen auf sich.
nachdem man sie mit Gaben erfreut hat, esse man selbst schweigend; von da an, o Fürst der Brahmanen, verehre man täglich mit Duftstoffen und dergleichen,
Wort für Wort
pratoṣya dakṣiṇābhiḥ ca
nachdem man sie mit Gaben erfreut hat
svayaṃ bhuñjīta vāgyataḥ
esse man selbst schweigend
tataḥ prabhṛti viprendra
von da an, o Fürst der Brahmanen
gandhādyaiḥ pratyahaṃ yajet
verehre man täglich mit Duftstoffen und dergleichen
[Anm.: 'dabhiṇābhiḥ' im Quelltext, wohl für 'dakṣiṇābhiḥ'.]
wer so, o Brahmane, das Śayanī-Gelübde des Gottes vorschriftsmäßig vollzieht, der wird als Sterblicher mit Genuss und Erlösung ausgestattet, durch die Gnade Viṣṇus.
Wort für Wort
kṛtvā evaṃ vidhinā vipra
wer so, o Brahmane, vorschriftsmäßig vollzieht
devasya śayanīvratam
das Śayanī-Gelübde des Gottes
bhuktimuktiyuto martyaḥ
wird als Sterblicher mit Genuss und Erlösung ausgestattet
śrāvaṇe kṛṣṇapakṣe tu ekādaśyāṃ dvijottama / kāmikāṃ samupoṣyaiva niyamena narottama
In der dunklen Hälfte des Śrāvaṇa aber, an der Ekādaśī, o bester Zweifachgeborener, nachdem man die 'Kāmikā' (-Ekādaśī) mit Regel gefastet hat, o Bester der Menschen,
an der Dvādaśī, nachdem man die täglichen Riten vollzogen hat, verehre man Hari als Śrīdhara mit den sechzehn Ehrengaben; danach, nachdem man wahrlich die Brahmanen gespeist hat,
Wort für Wort
dvādaśyāṃ kṛtanityaḥ tu
an der Dvādaśī, nachdem man die täglichen Riten vollzogen hat
śrīdharaṃ pūjayet harim
verehre man Hari als Śrīdhara
upacāraiḥ ṣoḍaśabhiḥ
mit den sechzehn Ehrengaben
tataḥ saṃbhojya vai dvijān
danach, nachdem man wahrlich die Brahmanen gespeist hat
nachdem man ihnen eine Gabe gegeben hat, esse man nach der Entlassung mit den Verwandten. Wer so, o Brahmane, das vorzügliche Kāmikā-Gelübde vollzieht,
sa sarvakāmāṃllabdhveha yāti viṣṇoḥ paraṃ padam / ekādaśyāṃ nabhaḥśukle pavitrāṃ samupoṣya vai
der erlangt, nachdem er hier alle Wünsche erhalten hat, den höchsten Ort Viṣṇus. An der Ekādaśī des hellen Nabhas (Śrāvaṇa), nachdem man die 'Pavitrā' (-Ekādaśī) gefastet hat,
an der Dvādaśī, nachdem man sich der Regel unterworfen hat, verehre man Janārdana mit den sechzehn Ehrengaben; danach, nachdem man die Brahmanen gespeist hat,
Wort für Wort
dvādaśyāṃ niyato bhūtvā
an der Dvādaśī, nachdem man sich der Regel unterworfen hat
nabhasyakṛṣṇaikā daśyāmajākhyāṃ samupoṣya vai / arcedurpendraṃ dvādaśyāmupacāraiḥ pṛthagvidhaiḥ
An der dunklen Ekādaśī des Nabhasya (Bhādra), nachdem man die 'Ajā' (-Ekādaśī) gefastet hat, verehre man Upendra an der Dvādaśī mit verschiedenartigen Ehrengaben,
Wort für Wort
nabhasyakṛṣṇaikādaśyām
an der dunklen Ekādaśī des Nabhasya
ajākhyāṃ samupoṣya vai
nachdem man die 'Ajā' gefastet hat
arcet upendraṃ dvādaśyām
verehre man Upendra an der Dvādaśī
upacāraiḥ pṛthagvidhaiḥ
mit verschiedenartigen Ehrengaben
[Anm.: 'urpendraṃ' im Quelltext, wohl für 'upendraṃ'.]
nachdem man die Brahmanen mit Süßspeise gespeist hat, entlasse man sie, nachdem sie eine Gabe erhalten haben. Wer so, o Brahmane, das Gelübde der Ajā mit Hingabe und gesammeltem Geist vollzieht,
Wort für Wort
viprān saṃbhojya miṣṭānnaiḥ
nachdem man die Brahmanen mit Süßspeise gespeist hat
visṛjet prāptadakṣiṇān
entlasse man sie, nachdem sie eine Gabe erhalten haben
bhuktveha bhogānakhilānyātyante vaiṣṇavaṃ kṣayam / nabhasyaśuklaikādaśyāṃ padmākhyāṃ samupoṣya vai
der erlangt, nachdem er hier alle Genüsse genossen hat, am Ende den Wohnsitz Viṣṇus. An der hellen Ekādaśī des Nabhasya, nachdem man die 'Padmā' (-Ekādaśī) gefastet hat,
kṛtvā nityārcanaṃ tatra kaṭidānamathācaret / pūrvaṃ saṃsthāpitāyāstu pratimāyā dvijottama
nachdem man dort die tägliche Verehrung vollzogen hat, vollziehe man dann die Gabe der Lagerstatt [?]; für das zuvor aufgestellte Abbild, o bester Zweifachgeborener,
Wort für Wort
kṛtvā nityārcanaṃ tatra
nachdem man dort die tägliche Verehrung vollzogen hat
khaṭvādānam [?] atha ācaret
vollziehe man dann die Gabe der Lagerstatt [?]
pūrvaṃ saṃsthāpitāyāḥ tu
für das zuvor aufgestellte
pratimāyā dvijottama
Abbild, o bester Zweifachgeborener
[Anm.: 'kaṭidānam' unklar, evtl. verderbt für 'khaṭvādānam' ('Gabe eines Bettgestells'), passend zum Śayana-Ritual [?].]
und nachdem man es in jenen Pavillon zurückgebracht hat, lasse man es auf der linken Seite liegen; danach, wenn die Dvādaśī eingetreten ist, verehre man Vāmana mit Duftstoffen und dergleichen,
Wort für Wort
ānīya maṇḍape tasmin
nachdem man es in jenen Pavillon zurückgebracht hat
vāmapārśvena śāyayet
lasse man es auf der linken Seite liegen
tataḥ prāpte dvādaśyām
danach, wenn die Dvādaśī eingetreten ist
gandhādyaiḥ arcya vāmanam
verehre man Vāmana mit Duftstoffen und dergleichen
[Anm.: 'prabhāpte' im Quelltext, wohl für 'prāpte'.]
nachdem man die Brahmanen gespeist und ihnen eine Gabe gegeben hat, entlasse man sie. Wer so, o Brahmane, das unübertreffliche Padmā-Gelübde vollzieht,
Wort für Wort
saṃbhojya vāḍavān datvā
nachdem man die Brahmanen gespeist und gegeben hat
bhuktiṃ prāpyeha muktiṃ tu labhateṃ'te prapañcataḥ / iṣasya kṛṣṇaikā daśyāmindirāṃ samupoṣya vai
der erlangt hier Genuss und erlangt am Ende Erlösung aus der Verstrickung (in die Welt). An der dunklen Ekādaśī des Iṣa (Āśvina), nachdem man die 'Indirā' (-Ekādaśī) gefastet hat,
Wer als Sterblicher so das Gelübde vollzieht, geht, nachdem er hier die gewünschten Genüsse genossen hat, nachdem er eine Million Ahnen erlöst hat, am Ende ins Haus Viṣṇus ein.
Wort für Wort
evaṃ kṛtavrato martyaḥ
wer als Sterblicher so das Gelübde vollzieht
bhuktvā bhogān iha īpsitān
nachdem er hier die gewünschten Genüsse genossen hat
pitṝṇāṃ koṭim uddhṛtya
nachdem er eine Million Ahnen erlöst hat
yāti ante vaiṣṇavaṃ gṛham
geht er am Ende ins Haus Viṣṇus ein
[Anm.: 'koṭim' hier im Sinne von 'eine Million' (der durch dieses Ritual erlösten Ahnen) [?].]
Wer als Mensch so mit Hingabe das Pāśāṅkuśā-Gelübde vollzieht, der gelangt, nachdem er hier vorzügliche Genüsse genossen hat, zur Gleichwelt mit Viṣṇu.
Wort für Wort
evaṃ yaḥ kurute bhaktyā
wer so mit Hingabe vollzieht
naraḥ pāśāṅkuśāvratam
als Mensch das Pāśāṅkuśā-Gelübde
sa bhuktvā iha varān bhogān
der, nachdem er hier vorzügliche Genüsse genossen hat
kārtike kṛṣṇapakṣe tu ekādaśyāṃ dvijottama / ramāmupoṣya vidhivaddvādaśyāṃ prātararcayet
In der dunklen Hälfte des Kārtika aber, an der Ekādaśī, o bester Zweifachgeborener, nachdem man die 'Ramā' (-Ekādaśī) vorschriftsmäßig gefastet hat, verehre man an der Dvādaśī am Morgen
Wort für Wort
kārtike kṛṣṇapakṣe tu
in der dunklen Hälfte des Kārtika aber
ekādaśyāṃ dvijottama
an der Ekādaśī, o bester Zweifachgeborener
ramām upoṣya vidhivat
nachdem man die 'Ramā' vorschriftsmäßig gefastet hat
Wer so, o Brahmane, das Gelübde vollzieht, der erlangt, nachdem er hier die gewünschten Genüsse genossen hat, in einem Himmelswagen die Nähe des Gatten der Ramā (Viṣṇu).
Wort für Wort
evaṃ kṛtavrato vipra
wer so, o Brahmane, das Gelübde vollzieht
bhogān bhuktvā iha vāñchitān
nachdem er hier die gewünschten Genüsse genossen hat
An der hellen Ekādaśī des Ūrja (Kārtika), nachdem man die 'Prabodhinī' (Erweckende) gefastet hat, erwecke man in der Nacht den schlafenden Keśava mit Gesang und anderen glückbringenden Handlungen,
Wort für Wort
ūrjasya śuklaikādaśyām
an der hellen Ekādaśī des Ūrja
samupoṣya prabodhinīm
nachdem man die 'Prabodhinī' gefastet hat
keśavaṃ bodhayet rātrau
erwecke man in der Nacht Keśava
suptaṃ gītādimaṅgalaiḥ
den schlafenden, mit Gesang und anderen glückbringenden Handlungen
mit den Mantras von Ṛg, Yajus und Sāman sowie mit vielfältigen Musikinstrumenten, mit Trauben, Zuckerrohr, Granatäpfeln und anderem, mit Bananen, Wasserkastanien und dergleichen,
durch deren Darbringung; danach, nachdem die Nacht vergangen ist, am folgenden Tag, nachdem man gebadet und die täglichen Riten vollzogen hat, verehre man Dāmodara mit der Keule (Gadā),
Wort für Wort
samarpaṇaiḥ tato rātryām
durch deren Darbringung; danach, in der Nacht
vyatītāyāṃ pare 'hani
nachdem sie vergangen ist, am folgenden Tag
snātvā nityakriyāṃ kṛtvā
nachdem man gebadet und die täglichen Riten vollzogen hat
sa bhuktveha varānbhogānvaiṣṇavaṃ labhate padam / mārgasya kṛṣṇaikādaśyāmutpannāṃ samupoṣya vai
der erlangt, nachdem er hier vorzügliche Genüsse genossen hat, den Ort Viṣṇus. An der dunklen Ekādaśī des Mārga(śīrṣa), nachdem man die 'Utpannā' (-Ekādaśī) gefastet hat,
Wort für Wort
sa bhuktvā iha varān bhogān
der, nachdem er hier vorzügliche Genüsse genossen hat
verehre man an der Dvādaśī Kṛṣṇa mit Duftstoffen und den übrigen Ehrengaben; danach, nachdem man die besten Brahmanen gespeist und ihnen eine Gabe gegeben hat,
Wort für Wort
dvādaśyāṃ kṛṣṇam abhyarcet
verehre man an der Dvādaśī Kṛṣṇa
gandhādyaiḥ upacārakaiḥ
mit Duftstoffen und den übrigen Ehrengaben
tataḥ saṃbhojya viprāgryān
danach, nachdem man die besten Brahmanen gespeist hat
visṛjya paścādbhuñjīta svayamiṣṭaiḥ samāhitaḥ / evaṃ yo bhaktibhāvena utpannāvratamācaret
esse man danach nach der Entlassung selbst, mit gesammeltem Geist, zusammen mit den Lieben. Wer so mit hingebungsvoller Gesinnung das Utpannā-Gelübde vollzieht,
Wort für Wort
visṛjya paścāt bhuñjīta
esse man danach nach der Entlassung
svayam iṣṭaiḥ samāhitaḥ
selbst, mit gesammeltem Geist, zusammen mit den Lieben
sa vimānaṃ samāruhya yātyante vaiṣṇavaṃ padam / mārgasya śuklaikādaśyāṃ mokṣākhyāṃ samupoṣya vai
der besteigt am Ende einen Himmelswagen und gelangt zum Ort Viṣṇus. An der hellen Ekādaśī des Mārga(śīrṣa), nachdem man die 'Mokṣā' (-Ekādaśī) gefastet hat,
nach der Entlassung, nachdem man eine Gabe gegeben hat, esse man selbst mit den Verwandten. Wer so, o Brahmane, das Gelübde vollzieht, nachdem er hier die gewünschten Genüsse genossen hat,
Wort für Wort
visṛjya dakṣiṇāṃ datvā
nach der Entlassung, nachdem man eine Gabe gegeben hat
svayaṃ bhuñjīta bāndhavaiḥ
esse man selbst mit den Verwandten
evaṃ kṛtvā vrataṃ vipra
wer so, o Brahmane, das Gelübde vollzieht
bhuktvā bhogān iha īpsitān
nachdem er hier die gewünschten Genüsse genossen hat
der erlöst zehn vorangehende und zehn nachfolgende Ahnengenerationen und gelangt zu Hari. An der dunklen Ekādaśī des Pauṣa, nachdem man die 'Saphalā' (-Ekādaśī) gefastet hat, nachdem man an der Dvādaśī Acyuta mit allen Ehrengaben verehrt hat,
Wort für Wort
daśa pūrvān daśa parān
zehn vorangehende und zehn nachfolgende
samuddhṛtya vrajet harim
erlöst er und gelangt zu Hari
pauṣasya kṛṣṇaikādaśyām
an der dunklen Ekādaśī des Pauṣa
saphalāṃ samupoṣya vai
nachdem man die 'Saphalā' gefastet hat
dvādaśyām acyutaṃ prārcya
nachdem man an der Dvādaśī Acyuta verehrt hat
sarvaiḥ eva upacārakaiḥ
mit allen Ehrengaben
[Anm.: 'paupasya' im Quelltext, wohl für 'pauṣasya'; dieser Vers ist im Quelltext ungewöhnlich lang (drei Halbverse statt zwei) und wird so belassen.]
nachdem man die Brahmanen mit Süßspeisen gespeist hat, entlasse man sie, nachdem sie eine Gabe erhalten haben. Wer so, o Brahmane, das Gelübde der Saphalā vorschriftsmäßig vollzieht,
Wort für Wort
saṃbhojya viprān madhuraiḥ
nachdem man die Brahmanen mit Süßspeisen gespeist hat
visṛjet labdhadakṣiṇān
entlasse man sie, nachdem sie eine Gabe erhalten haben
bhuktveha bhogānakhilānyātyante vaiṣṇavaṃ padam / pauṣasya śuklaikādaśyāṃ putradāṃ samupoṣya vai
der erlangt, nachdem er hier alle Genüsse genossen hat, am Ende den Ort Viṣṇus. An der hellen Ekādaśī des Pauṣa, nachdem man die 'Putradā' (-Ekādaśī, Sohn-gewährende) gefastet hat,
verehre man an der Dvādaśī den Diskusträger mit Ehrengeschenk und den übrigen Ehrengaben; danach, nachdem man die besten Brahmanen gespeist und ihnen eine Gabe gegeben hat,
Wort für Wort
dvādaśyāṃ cakriṇaṃ prārcayet
verehre man an der Dvādaśī den Diskusträger
arghādyaiḥ upacārakaiḥ
mit Ehrengeschenk und den übrigen Ehrengaben
tataḥ saṃbhojya viprāgryān
danach, nachdem man die besten Brahmanen gespeist hat
datvā tebhyaḥ tu dakṣiṇām
und ihnen eine Gabe gegeben hat
[Anm.: 'prāryed' im Quelltext, wohl für 'prārcayed'.]
esse man nach der Entlassung selbst die übriggebliebene Speise mit den eigenen lieben Verwandten. Wer so, o Brahmane, das Gelübde vollzieht, nachdem er hier die gewünschten Genüsse genossen hat,
Wort für Wort
visṛjya svayam aśnīyāt
esse man nach der Entlassung selbst
śeṣānnaṃ sveṣṭabāndhavaiḥ
die übriggebliebene Speise mit den eigenen lieben Verwandten
evaṃ kṛtavrato vipra
wer so, o Brahmane, das Gelübde vollzieht
bhuktvā bhogān iha īpsitān
nachdem er hier die gewünschten Genüsse genossen hat
vimānavaramāruhya yātyante harimandiram / māghamya kṛṣṇaikādaśyāṃ ṣaṭtilāṃ samupoṣya vai
besteigt einen vorzüglichen Himmelswagen und gelangt am Ende zum Tempel Haris. An der dunklen Ekādaśī des Māgha, nachdem man die 'Ṣaṭtilā' (-Ekādaśī, Sechs-Sesam) gefastet hat,
Wort für Wort
vimānavaram āruhya
nachdem er einen vorzüglichen Himmelswagen bestiegen hat
yāti ante harimandiram
gelangt er am Ende zum Tempel Haris
māghasya kṛṣṇaikādaśyām
an der dunklen Ekādaśī des Māgha
ṣaṭtilāṃ samupoṣya vai
nachdem man die 'Ṣaṭtilā' gefastet hat
[Anm.: 'māghamya' im Quelltext, wohl für 'māghasya'.]
snātvā datvā tarpayitvā hutvā bhuktvā samarcya ca / tilaireva dvijaśreṣṭha dvādaśyāṃ prātareva hi
nachdem man mit Sesam gebadet, gegeben, Wasserspende vollzogen, Feueropfer dargebracht, gegessen und verehrt hat, o bester Zweifachgeborener, eben mit Sesam, an der Dvādaśī, gerade am Morgen,
Wort für Wort
snātvā datvā tarpayitvā
nachdem man gebadet, gegeben und Wasserspende vollzogen hat
hutvā bhuktvā samarcya ca
Feueropfer dargebracht, gegessen und verehrt habend
Wer so, o Brahmane, das Gelübde vorschriftsmäßig, mit gesammeltem Geist, vollzieht, der erlangt, nachdem er hier die gewünschten Genüsse genossen hat, am Ende den Ort Viṣṇus.
Wort für Wort
evaṃ kṛtvā vrataṃ vipra
wer so, o Brahmane, das Gelübde vollzieht
vidhinā susamāhitaḥ
vorschriftsmäßig, mit gesammeltem Geist
bhuktvā iha vāñchitān bhogān
nachdem er hier die gewünschten Genüsse genossen hat
māghasya śuklaikādaśyāṃ samupoṣya jayāhvayām / prātarhari dine 'bhyarccecchrīpatiṃ puruṣaṃ dvija
An der hellen Ekādaśī des Māgha, nachdem man die 'Jayā' genannte gefastet hat, verehre man am Morgen des Tages Haris den Gatten der Śrī, den Puruṣa, o Zweifachgeborener,
Wort für Wort
māghasya śuklaikādaśyām
an der hellen Ekādaśī des Māgha
samupoṣya jayāhvayām
nachdem man die 'Jayā' genannte gefastet hat
prātaḥ hari dine abhyarcet
verehre man am Morgen des Tages Haris
śrīpatiṃ puruṣaṃ dvija
den Gatten der Śrī, den Puruṣa, o Zweifachgeborener
bhojayitvā dakṣiṇāṃ ca datvā viprānvisṛjya ca / svayaṃ bhuñjīta taccheṣaṃ prayato nijabāndhavaiḥ
nachdem man die Brahmanen gespeist, ihnen eine Gabe gegeben und sie entlassen hat, esse man selbst die übriggebliebene Speise, gereinigt, mit den eigenen Verwandten.
tapasyakṛṣṇaikādaśyāṃ vijayāṃ samupoṣya vai / dvādaśyāṃ prātarabhyarcya yogīśaṃ gandhapūrvakaiḥ
An der dunklen Ekādaśī des Tapasya (Māgha), nachdem man die 'Vijayā' gefastet hat, verehre man am Morgen der Dvādaśī den Herrn der Yogis mit Duftstoffen und den übrigen (Ehrengaben),
Wort für Wort
tapasyakṛṣṇaikādaśyām
an der dunklen Ekādaśī des Tapasya
vijayāṃ samupoṣya vai
nachdem man die 'Vijayā' gefastet hat
dvādaśyāṃ prātaḥ abhyarcya
am Morgen der Dvādaśī verehrend
yogīśaṃ gandhapūrvakaiḥ
den Herrn der Yogis, mit Duftstoffen und den übrigen
Wer als Sterblicher so das Gelübde vollzieht, der geht, nachdem er hier die gewünschten Genüsse genossen hat, am Ende des Körpers in die Welt Viṣṇus ein, von den Göttern wohl geehrt.
Wort für Wort
evaṃ kṛtavrato martyaḥ
wer als Sterblicher so das Gelübde vollzieht
bhuktvā bhogān iha īpsitān
nachdem er hier die gewünschten Genüsse genossen hat
phaālgunasya site pakṣe ekādaśyāṃ dvijottama / upoṣyāmalakīṃ bhaktyā dvādaśyāṃ prātararcayet
In der hellen Hälfte des Phālguna, an der Ekādaśī, o bester Zweifachgeborener, nachdem man die 'Āmalakī' mit Hingabe gefastet hat, verehre man am Morgen der Dvādaśī
Wort für Wort
phālgunasya site pakṣe
in der hellen Hälfte des Phālguna
ekādaśyāṃ dvijottama
an der Ekādaśī, o bester Zweifachgeborener
upoṣya āmalakīṃ bhaktyā
nachdem man die 'Āmalakī' mit Hingabe gefastet hat
An der dunklen Ekādaśī des Caitra, die 'Pāpamocanikā' (Sünde-befreiende), o Zweifachgeborener, verehre man, nachdem man gefastet hat, am Morgen der Dvādaśī ebenso Govinda,
mit den sechzehn Ehrengaben; nachdem man die Brahmanen gespeist hat, gebe man ihnen eine Gabe, und nach der Entlassung esse man selbst mit den Verwandten.
So ist, sowohl in der dunklen als auch in der hellen Hälfte, das aus der Ekādaśī entstehende Gelübde als Erlösung gewährend gelehrt worden, o Brahmane; daran besteht keinerlei Zweifel.
Wort für Wort
ittham kṛṣṇe tathā śukle
so, sowohl in der dunklen als auch in der hellen (Hälfte)
vrataṃ ca ekādaśībhavam
das aus der Ekādaśī entstehende Gelübde
mokṣadaṃ kīrtitaṃ vipra
wird als Erlösung gewährend gelehrt, o Brahmane
na asti asmin saṃśayaḥ kvacit
daran besteht keinerlei Zweifel
[Anm.: 'kṛṣṇo' im Quelltext, vermutlich für 'kṛṣṇe' (Lok.) zu lesen.]
yatastridinasaṃsādhyaṃ kīrtinaṃ pāpanāśanam / sarvavratottamaṃ vipra tato jñeyaṃ mahāphalam
Da es in drei Tagen zu vollbringen und ruhmreich ist, die Sünde vernichtend, das vorzüglichste aller Gelübde, o Brahmane, ist es deshalb als von großer Frucht zu erkennen.
atha te niyamānvacmi vrate hyasmindinatraye / kāṃsyaṃ māṃsaṃ masūrānnaṃ caṇakānkodravāṃstathā
Nun werde ich dir die Regeln nennen für dieses Gelübde an diesen drei Tagen: Bronze(-geschirr), Fleisch, Linsenspeise, Kichererbsen und ebenso Kodrava-Hirse,
vyāyāmaṃ ca pravāsaṃ ca punarbhojanamaithune / aspṛśyasparśamāśūre dvādaśyāṃ dvādaśa tyajet
Körperübung und Reisen, sowie nochmaliges Essen und Geschlechtsverkehr, die Berührung Unberührbarer, hastiges Handeln [?] - diese zwölf vermeide man an der Dvādaśī.
Wort für Wort
vyāyāmaṃ ca pravāsaṃ ca
Körperübung und Reisen
punarbhojanamaithune
sowie nochmaliges Essen und Geschlechtsverkehr
aspṛśyasparśam āśu [?]
die Berührung Unberührbarer, hastiges [?]
dvādaśyāṃ dvādaśa tyajet
diese zwölf vermeide man an der Dvādaśī
[Anm.: 'āśūre' im Quelltext unklar, evtl. für 'āśu' ('hastig') [?].]
evaṃ niyamakṛdvipra upavāsaṃ samācaret / śakto 'śaktustu matimānekabhuktaṃ na naktakam
Wer so die Regeln befolgt, o Brahmane, vollziehe das Fasten; wer imstande ist, [faste ganz]; wer nicht imstande, aber klug ist, nehme eine einzige Mahlzeit, nicht nur eine Nachtmahlzeit,
Wort für Wort
evaṃ niyamakṛt vipra
wer so die Regeln befolgt, o Brahmane
upavāsaṃ samācaret
vollziehe das Fasten
śaktaḥ aśaktaḥ tu matimān
wer imstande ist; wer nicht imstande, aber klug ist
ekabhuktaṃ na naktakam
eine einzige Mahlzeit, nicht nur eine Nachtmahlzeit