Sanātana sprach: An der hellen Aṣṭamī im Monat Caitra wird die Geburt der Bhavānī (Pārvatī) verkündet; nachdem man hundert Umschreitungen vollzogen hat, soll ein Prozessions-Fest veranstaltet werden.
nachdem man gebadet hat, bade man die Göttin Aparājitā mit Māṃsī- und Bālaka-Wasser (Kräuterwasser), verehre sie mit Duftstoffen und dergleichen, mit einem aus Zucker bereiteten Speiseopfer.
und speise auch junge Mädchen (Kumārīs), am Navamī-Tag, vor dem Fastenbrechen; [der Gelübdehalter fährt dann] in einem lichtvollen Himmelswagen, strahlend wie die Sonne,
wandere er durch die Welten, o Brahmane, durch die Gnade der Göttin. An der dunklen Aṣṭamī im Monat Jyeṣṭha, nachdem man den Dreiäugigen (Śiva) verehrt hat,
der fährt in einem Himmelswagen mit Scharen von Gandharven und Apsaras. An der hellen Aṣṭamī auch des Āṣāḍha, nachdem man mit Nachtwasser [Tauwasser] gebadet hat,
bade man mit ebendiesem Wasser die Göttin und verehre sie vorschriftsmäßig; danach bade man sie mit reinem Wasser und bestreiche sie mit Kampfer und Sandelpaste.
naivedyaṃ śarkaropetaṃ datvā'camanamarpayet / bhojayitvā tato viprāndatvā svarṇaṃ ca dakṣiṇām
Nachdem man ein mit Zucker versehenes Speiseopfer gegeben hat, biete man Mundwasser dar; danach speise man Brahmanen, gebe Gold und eine Gabe (Dakṣiṇā),
Wort für Wort
naivedyaṃ śarkaropetam
ein mit Zucker versehenes Speiseopfer
datvā ācamanam arpayet
nachdem man es gegeben hat, biete man Mundwasser dar
nabhaḥśukletathāṣṭamyāṃ devīmiṣṭvā vidhānataḥ / kṣīreṇa snāpayitvā ca miṣṭānnaṃ vinivedayet
An der hellen (Aṣṭamī) auch des Nabhas (Śrāvaṇa), nachdem man die Göttin vorschriftsmäßig verehrt hat, bade man sie mit Milch und biete ihr süße Speise dar.
Wort für Wort
nabhaḥśukle tathā aṣṭamyām
an der hellen Aṣṭamī auch des Nabhas
devīm iṣṭvā vidhānataḥ
nachdem man die Göttin vorschriftsmäßig verehrt hat
nabhomāse sitāṣṭamyāṃ daśāphalamiti vratam / / upavāsaṃ tu saṃkalpya snātvā kṛtvā ca naityikam
Im Monat Nabhas an der hellen Aṣṭamī gibt es das Gelübde, genannt 'Daśāphala'; nachdem man das Fasten gelobt, gebadet und die täglichen Riten vollzogen hat,
Am Anfang, in der Mitte und ebenso am Ende vollziehe man vorschriftsmäßig ein Feueropfer; mit dem Kṛṣṇa-Mantra opfere man hundertacht Opferungen mit Opferbrei (Caru).
Am Ende des Feueropfers verehre der Kluge vorschriftsmäßig und recht den Lehrmeister (Ācārya), mit einer Gabe in einem goldenen, kupfernen, irdenen oder Bambus-Gefäß.
Wort für Wort
homānte vidhinā samyak
am Ende des Feueropfers vorschriftsmäßig und recht
Zehn Tage lang gebe man dem Gott Kṛṣṇa je zehn Pūrikās (Gebäckstücke) dar; und diese gebe man dem Ritualkundigen, oder der Gelübdehalter verzehre sie selbst.
śayanaṃ ca pradātavyaṃ yathāśakti dvijottama / daśame 'hni tato mūrtiṃ sadravyāṃ guraver'payet
Ein Lager soll je nach Vermögen gegeben werden, o bester Zweifachgeborener; am zehnten Tag übergebe man dann das Abbild samt Zubehör dem Lehrer (Guru).
upoṣya vidhinā bhūyātsarvakāmasamanvitaḥ / ante kṛṣṇasya sāyujyaṃ labhate nātra saṃśayaḥ
Nachdem man vorschriftsmäßig gefastet hat, werde man mit allen Wünschen erfüllt; am Ende erlangt man die Vereinigung mit Kṛṣṇa - daran ist kein Zweifel.
Wort für Wort
upoṣya vidhinā bhūyāt
nachdem man vorschriftsmäßig gefastet hat, werde man
sarvakāmasamanvitaḥ
mit allen Wünschen erfüllt
ante kṛṣṇasya sāyujyam
am Ende die Vereinigung mit Kṛṣṇa
labhate na atra saṃśayaḥ
erlangt man - daran ist kein Zweifel
[Anm.: Quelltext 'sarvakā masamanvitaḥ' fehlerhaft getrennt, hier als 'sarvakāmasamanvitaḥ' gelesen.]
wird man von den in sieben Geburten begangenen Sünden befreit - daran ist kein Zweifel. Der Fastende bade mit Sesam im reinen Wasser eines Flusses oder dergleichen,
und der Kluge errichte an einem geeigneten Ort in einer aufgestellten Pavillon-Halle ein Ritualdiagramm (Maṇḍala); in dessen Mitte stelle er einen Wasserkrug auf, aus Kupfer oder auch aus Ton,
Wort für Wort
sudeśe maṇḍape kḷpte
an einem geeigneten Ort, in einer errichteten Pavillon-Halle
Vraja, die Kuhhirten sowie die Kuhhirtinnen und die Kühe verehre er in den Himmelsrichtungen; danach vollziehe er den Lichtreigen (Ārati), bitte um Verzeihung und verneige sich mit Hingabe;
Wort für Wort
vrajaṃ gopān tathā gopīḥ
Vraja, die Kuhhirten sowie die Kuhhirtinnen
gāḥ ca dikṣu samarcayet
und die Kühe verehre er in den Himmelsrichtungen
tataḥ ārārtikaṃ kṛtvā
danach den Lichtreigen vollzogen habend
kṣamāpya ānamya bhaktitaḥ
um Verzeihung gebeten und sich mit Hingabe verneigt habend
so verharre er, bis zur Mitternacht, und bade dann Hari erneut; mit den fünf Nektarsubstanzen (Pañcāmṛta), mit reinem Wasser, mit Duftstoffen und dergleichen verehre er erneut,
nachdem er erneut den Lichtreigen vollzogen hat, gebe er, den in zehn Gestalten Erscheinenden bedenkend, dem aufgehenden Mond (Mṛgāṅka) ein Ehrengeschenk (Arghya).
Wort für Wort
punaḥ ārārtikaṃ kṛtvā
nachdem er erneut den Lichtreigen vollzogen hat
daśadhā rūpadhāriṇam vicintayan
den in zehn Gestalten Erscheinenden bedenkend [?]
mṛgāṅkāya dadyāt arghyam
gebe er dem Mond ein Ehrengeschenk
samudyate
dem aufgehenden
[Anm.: 'daśadhā rūpadhāriṇam' unsicher bezogen, vermutlich auf Kṛṣṇa/Viṣṇu in seinen Erscheinungsformen [?].]
Danach, nachdem er den Göttergebieter um Verzeihung gebeten hat, verbringe der Gelübdehalter den Rest der Nacht mit dem Rezitieren purāṇischer Lobpreisungen, mit Gesang und Musik auf vielfältige Weise.
Wort für Wort
tataḥ kṣamāpya deveśam
danach, nachdem er den Göttergebieter um Verzeihung gebeten hat
Danach übergebe er jenes Abbild Viṣṇus, versehen mit einer goldenen Kuh (als Zugabe), dem Lehrer samt einer Gabe, und esse dann nach der Entlassung selbst.
Wort für Wort
tataḥ tāṃ pratimāṃ viṣṇoḥ
danach jenes Abbild Viṣṇus
svarṇadhenudharānvitām
versehen mit einer goldenen Kuh
gurave dakṣiṇāṃ datvā
dem Lehrer samt einer Gabe übergeben
visṛjya aśnīta ca svayam
nach der Entlassung esse er selbst
[Anm.: 'āśrīta' im Quelltext, wohl Druckfehler für 'aśnīta'.]
dārāpatyasuhṛdbhṛtyarevaṃ kṛtvā vrata naraḥ / sākṣādgokamāpnoti vimānavaramāsthitaḥ
Wer als Mensch so das Gelübde zusammen mit Frau, Kindern, Freunden und Dienern vollzieht, erlangt unmittelbar die Welt Goloka [?], auf einem vorzüglichen Himmelswagen thronend.
Wort für Wort
dārāpatyasuhṛdbhṛtyaiḥ
mit Frau, Kindern, Freunden und Dienern
evaṃ kṛtvā vrataṃ naraḥ
wer als Mensch so das Gelübde vollzieht
sākṣāt gokam āpnoti
erlangt unmittelbar die Welt Goloka [?]
vimānavaram āsthitaḥ
auf einem vorzüglichen Himmelswagen thronend
[Anm.: 'gokam' im Quelltext unsicher, evtl. Verschreibung für 'golokam' (die Welt Kṛṣṇas) [?].]
An der hellen Aṣṭamī des Nabhasya (Bhādrapada) vollziehe der Mensch das Rādhā-Gelübde; wie zuvor verehre er die goldene Rādhikā, auf dem Krug aufgestellt,
madhyāhne pūjayitvenāmekabhaktaṃ samāpayet / śakto bhaktaścopavāsaṃ pare 'hni vidhinā tataḥ
und verehre sie am Mittag; er vollende (den Tag) mit einer einzigen Mahlzeit. Wer imstande und ergeben ist, (vollziehe) am folgenden Tag ein Fasten nach der Vorschrift, danach
Wort für Wort
madhyāhne pūjayitvā enām
nachdem er sie am Mittag verehrt hat
ekabhaktaṃ samāpayet
vollende er mit einer einzigen Mahlzeit
śakto bhaktaḥ ca upavāsam
wer imstande und ergeben ist, ein Fasten
pare 'hni vidhinā tataḥ
am folgenden Tag vorschriftsmäßig, danach
[Anm.: 'pūjayitvenām' im Quelltext, wohl für 'pūjayitvā enāṃ'.]
Durch dieses vorschriftsmäßig vollzogene Gelübde erlangt der Gelübdehalter, o Weiser unter den Brahmanen, das geheime, aus dem Kuhpferch stammende Wissen/Glück und weilt im Gefolge Rādhās.
Wort für Wort
vratena anena viprarṣe
durch dieses Gelübde, o Weiser unter den Brahmanen
kṛtena vidhinā vratī
vorschriftsmäßig vollzogen, der Gelübdehalter
rahasyaṃ goṣṭhajaṃ labdhvā
das geheime, aus dem Kuhpferch stammende erlangt habend
sthāpya liṅgaṃ tato gandhaiḥ puṣpairdhūpaiśca dīpakaiḥ / naivedyairarcayedbhaktyā dadhyakṣataphalādibhiḥ
nachdem man dort ein Liṅga aufgestellt hat, verehre man es mit Hingabe mit Duftstoffen, Blumen, Räucherwerk und Lampen, mit Speiseopfern von Joghurt, ungeschältem Reis, Früchten und dergleichen.
Wort für Wort
sthāpya liṅgaṃ tato gandhaiḥ
nachdem man dort ein Liṅga aufgestellt hat, mit Duftstoffen
puṣpaiḥ dhūpaiḥ ca dīpakaiḥ
mit Blumen, Räucherwerk und Lampen
naivedyaiḥ arcayet bhaktyā
verehre man mit Hingabe mit Speiseopfern
dadhyakṣataphalādibhiḥ
von Joghurt, ungeschältem Reis, Früchten und dergleichen
Am Ende der Verehrung gebe man mit gesammeltem Geist ein Ehrengeschenk (Arghya) mit zwei Mantras dar: 'Du, o Dūrvā, bist aus dem Amṛta geboren, von Göttern und Dämonen verehrt,'
Wort für Wort
arghyaṃ pradadyāt pūjānte
am Ende der Verehrung gebe man ein Ehrengeschenk dar
tathā vistṛtasaṃtānaṃ dehi me 'pyajarāmaram / tataḥ pradakṣiṇīkṛtya viprānsaṃbhojya tatra vai
'so gib auch mir ausgebreitete, alterslose und unvergängliche Nachkommenschaft.' Danach, nachdem man die Umschreitung vollzogen hat, speise man dort die Brahmanen,
Wort für Wort
tathā vistṛtasaṃtānam
so ausgebreitete Nachkommenschaft
dehi me api ajarāmaram
gib auch mir, alterslose und unvergängliche
tataḥ pradakṣiṇīkṛtya
danach, nachdem man die Umschreitung vollzogen hat
bhuktvā svayaṃ gṛhaṃ gacchedatvā vipreṣu dakṣiṇām / phalāni ca praśastāni miṣṭāni surabhīṇi ca
und nachdem man gegessen hat, gehe man selbst nach Hause zurück, nachdem man den Brahmanen eine Gabe gegeben hat, sowie vortreffliche, süße und wohlriechende Früchte.
Wort für Wort
bhuktvā svayaṃ gṛhaṃ gacchet
nachdem man gegessen hat, gehe man selbst nach Hause
Wenn diese Aṣṭamī mit dem Jyeṣṭhā-Nakṣatra zusammentrifft, o Zweifachgeborener, dann ist sie als 'Jyeṣṭhā' benannt zu erkennen; verehrt vernichtet sie die Sünde.
Wort für Wort
yadā jyeṣṭharkṣasaṃyuktā
wenn [diese Aṣṭamī] mit dem Jyeṣṭhā-Nakṣatra verbunden ist
bhavet yā aṣṭamī dvija
geschieht, [jene] Aṣṭamī, o Zweifachgeborener [?]
jyeṣṭhā nāmnī tu sā jñeyā
als 'Jyeṣṭhā' benannt ist sie zu erkennen
pūjitā pāpanāśinī
verehrt, vernichtet sie die Sünde
[Anm.: 'bhavecjaivāṣṭabhī' im Quelltext unklar, evtl. verderbt für 'bhaved yā evāṣṭamī'.]
tato 'nvahaṃ mahālakṣmīṃ gandhādyairarccayedvratī / yāvatkṛṣṇāṣṭamī tatra caredudyāpanaṃ sudhīḥ
Danach verehre der Gelübdehalter täglich Mahālakṣmī mit Duftstoffen und dergleichen; bis zur dunklen Aṣṭamī, dann vollziehe der Kluge dort den Abschlussritus (Udyāpana).
Wort für Wort
tataḥ anvaham mahālakṣmīm
danach täglich Mahālakṣmī
gandhādyaiḥ arcayet vratī
verehre der Gelübdehalter mit Duftstoffen und dergleichen
nachdem man die Schutzschnur vom Arm abgenommen hat, biete man sie unterhalb des Kruges dar; man fertige vier goldene Abbilder, die deren (Mahālakṣmīs) Wesen darstellen,
Wort für Wort
uttārya ḍorakaṃ bāhoḥ
nachdem man die Schutzschnur vom Arm abgenommen hat
jāgarastatra kartavyo gītavāditraniḥ svanaiḥ / tato niśīthe saṃprāpte 'bhyudite 'mṛtadīdhitau
Dort soll man mit den Klängen von Gesang und Musikinstrumenten wachen; wenn dann die Mitternacht eingetreten und der Mond (Amṛtadīdhiti) aufgegangen ist,
nachdem man ihm ein Ehrengeschenk (Arghya) gegeben hat, binde man mit Substanzen, Sandelholz und dergleichen, vorschriftsmäßig, eine Bindung; man gebe es der in der Mondscheibe wohnenden Mahālakṣmī dar.
Wort für Wort
datvā arghyaṃ bandhanaṃ
nachdem man ein Ehrengeschenk gegeben hat, eine Bindung
dravyaiḥ śrīkhaṇḍādyaiḥ vidhānataḥ
mit Substanzen, Sandelholz und dergleichen, vorschriftsmäßig
Mit diesen Mantras bitte man Mahālakṣmī; nachdem man vedakundige Frauen recht verehrt hat, mit Duftstoffen, Milchreis (Yāvaka) und Augenschminke (Kajjala) recht dargebracht,
Wort für Wort
mantraiḥ etaiḥ mahālakṣmīm
mit diesen Mantras Mahālakṣmī
prārthya śrotriyayoṣitaḥ
bittend, [und] vedakundige Frauen
samyak saṃpūjya tāḥ
recht verehrt habend, diese [?]
samyak gandhayāvakakajjalaiḥ
recht mit Duftstoffen, Milchreis und Augenschminke
[Anm.: Bezug von 'tāḥ' unsicher - evtl. die vier zuvor gefertigten Abbilder oder die genannten Frauen [?].]
nachdem man gespeist hat, opfere man im Feuer mit Bilva-Blättern, Lotus-Blüten und Milchreis; falls diese nicht erhältlich sind, o Brahmane, mit Ghee, Brennholz aus dem Haus und Sesam.
Wort für Wort
saṃbhojya juhuyāt agnau
nachdem man gespeist hat, opfere man im Feuer
bilvapadmakapāyasaiḥ
mit Bilva-Blättern, Lotus-Blüten und Milchreis
tadalābhe ghṛtaiḥ vipra
falls diese nicht erhältlich sind, mit Ghee, o Brahmane
mṛtyuñjayāya ca paraṃ sarvarogapraśāntaye / candanaṃ tālapatraṃ ca puṣpamālāṃ tathākṣatān
Und für den Todesbezwinger (Mṛtyuñjaya, Śiva), zur Beruhigung aller Krankheit, gebe man höchstes Sandelholz, Palmblätter, Blumengirlanden sowie ungeschälten Reis,
durvāṃ kausumbhasūtraṃ ca yugaṃ śrīphalameva vā / bhakṣyāṇi ca nave śūrpe pratidravyaṃ tu ṣoḍaśa
Dūrvā-Gras, safranfarbenen Faden, ein Paar Bilva-Früchte (Śrīphala) oder dergleichen, sowie Speisen in einer neuen Getreideschwinge (Śūrpa), je Substanz sechzehn (Stück).
nachdem man sie mit einer anderen Schwinge zugedeckt hat, gebe der Gelübdehalter sie mit Mantra dar: 'Aus dem Milchmeer entstanden ist Lakṣmī, die Schwester des Mondes,'
Wort für Wort
samācchādya anyaśūrpeṇa
nachdem man sie mit einer anderen Schwinge zugedeckt hat
der weile, nachdem er die gewünschten irdischen Wünsche genossen hat, lange in der Welt Lakṣmīs. Dies wird auch die Aśokāṣṭamī genannt, an welcher das Ramā(Lakṣmī)-Gelübde vollendet wird.
Wort für Wort
bhuktvā iṣṭān aihikān kāmān
nachdem er die gewünschten irdischen Wünsche genossen hat
Hier soll die Verehrung des Aśoka(-Baumes) erfolgen, sowie eine einzige Mahlzeit vorgeschrieben ist; die Frau, die das Aśoka-Gelübde vollzieht, ist frei von Kummer bei jeder künftigen Geburt,
Wort für Wort
atra aśokasya pūjā syāt
hier soll die Verehrung des Aśoka(-Baumes) erfolgen
tatromāsahitaḥ śaṃbhuḥ pūjanīyaḥ prayatnataḥ / candrodayer'ghadānaṃ ca vidheyaṃ vratibhiḥ sadā
Dort soll Śambhu (Śiva), mit Umā vereint, sorgfältig verehrt werden; bei Mondaufgang soll von den Gelübdehaltern stets ein Ehrengeschenk (Arghya) dargebracht werden.
Wort für Wort
tatra umāsahitaḥ śaṃbhuḥ
dort Śambhu, mit Umā vereint
pūjanīyaḥ prayatnataḥ
soll sorgfältig verehrt werden
candrodaye arghadānaṃ ca
bei Mondaufgang die Gabe eines Ehrengeschenks
vidheyaṃ vratibhiḥ sadā
soll von den Gelübdehaltern stets vollzogen werden
von denen, die einen mit allen Tugenden versehenen Sohn und vielfältiges Glück wünschen. Als Gopāṣṭamī wird sie genannt, an der hellen Hälfte des Kārtika,
dort vollziehe man die Verehrung der Kühe, gebe den Kühen Futter, umschreite die Kühe, folge den Kühen (im Umzug) und spende, indem man allen Wohlstand wünscht.
nachdem man es an einem günstigen, mit Kuhdung bestrichenen Ort aufgestellt hat, verehre man es mit Duftstoffen, Blumen und dergleichen, mit verschiedenartigen Ehrengaben.
Wort für Wort
sthāpayitvā śubhe deśe
nachdem man es an einem günstigen Ort aufgestellt hat
gomayena upalepite
der mit Kuhdung bestrichen ist
pūjayet gandhapuṣpādyaiḥ
verehre man mit Duftstoffen, Blumen und dergleichen
nachdem man ein Brahmanenpaar (Ehepaar) gespeist hat, entlasse man es, nachdem es eine Gabe erhalten hat. Wer als Mann oder Frau dieses Gelübde vorschriftsgemäß vollzieht,
Wort für Wort
saṃbhojya dvijadāṃpatyam
nachdem man ein Brahmanenpaar gespeist hat
visṛjet labdhadakṣiṇam
entlasse man es, nachdem es eine Gabe erhalten hat
An der hellen Aṣṭamī des Mārgaśīrṣa, in der Nähe (des Bildnisses) Kālabhairavas, wird, wer gefastet und Nachtwache gehalten hat, von großen Sünden befreit.
Nun, an der hellen Aṣṭamī des Pauṣa gibt es das Totenopfer (Śrāddha) mit Namen Aṣṭaka, das den Ahnen ein Jahr lang Befriedigung gibt und die Familiennachkommenschaft mehrt.
śuklāṣṭamyāṃ tu pauṣasya śivaṃ sampūjya bhaktitaḥ / bhuktimuktimavāpnoti bhaktimekāṃ samācaran
An der hellen Aṣṭamī des Pauṣa aber, nachdem man Śiva mit Hingabe verehrt hat, erlangt man Genuss und Erlösung, indem man eine einzige (tägliche) Mahlzeit vollzieht.
An der hellen Aṣṭamī des Phālguna verehre man, o Zweifachgeborener, sowohl Śiva als auch Śivā (Pārvatī) recht mit Duftstoffen und dergleichen und werde Herr aller Vollkommenheiten.
phaālgunāparapakṣe tu śītalāmaṣṭamīdine / / pūjayetsarvavapakkānaiḥ saptamyāṃ vidhivatkṛtaiḥ
In der zweiten Hälfte des Phālguna aber, am Aṣṭamī-Tag, verehre man Śītalā mit allen an der Saptamī (zuvor) vorschriftsmäßig gekochten (Speisen).
Wort für Wort
phālgunāparapakṣe tu
in der zweiten Hälfte des Phālguna aber
śītalām aṣṭamīdine
Śītalā am Aṣṭamī-Tag
pūjayet sarvaiḥ pakvānnaiḥ
verehre man mit allen gekochten Speisen [?]
saptamyāṃ vidhivat kṛtaiḥ
die an der Saptamī vorschriftsmäßig zubereitet wurden
[Anm.: 'sarvavapakkānaiḥ' unklar, evtl. 'sarvaiḥ pakvānnaiḥ' ('mit allen gekochten Speisen'); Bezug auf den Brauch, am Vortag (Saptamī) gekochte, dann kalte Speisen darzubringen [?].]
'O Śītalā, du bist die Mutter der Welt; o Śītalā, du bist der Vater der Welt; o Śītalā, du bist die Erzeugerin der Welt; Verehrung, Verehrung der Śītalā!'
'Ich verehre die Göttin Śītalā, die auf einem Esel Reitende, die Nackte (Digambarā), die mit Besen und Wasserkrug Versehene, die Vernichterin von Pockenausschlag (Visphoṭaka).'
śītale śītale cetthaṃ ye japanti jale lthitāḥ //ṭha / teṣāṃ tu śītalā devī syādvisphoṭakaśāntidā
'O Śītalā, Śītalā' - so murmeln jene, die im Wasser stehen; für sie gewährt die Göttin Śītalā Besänftigung des Pockenausschlags.
Wort für Wort
śītale śītale ittham
'o Śītalā, Śītalā' - so
ye japanti jale sthitāḥ
murmeln jene, die im Wasser stehen
teṣāṃ tu śītalā devī
für sie die Göttin Śītalā
syāt visphoṭakaśāntidā
gewährt Besänftigung des Pockenausschlags
[Anm.: 'jale lthitāḥ //ṭha' im Quelltext unklar/verderbt, wohl 'jale sthitāḥ'; das eingeschobene '/ṭha' wirkt wie ein Satz-/Lesefehler und wird ignoriert.]