Quellen der Menschheit

Nārada-Purāṇa (Nāradīya)

Kapitel 12: devatāyatananīrmāṇaphalaṃ taḍāgagrāmādipālanaphalaṃ snānapūjādānādi-māhātmyañca Die Frucht des Tempelbaus, des Teich- und Dorfschutzes, sowie die Größe von Bad, Verehrung und Gabe

iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge prathamapāde dharmākhyāne dvādaśo 'dhyāyaḥ // dharmarāja uvāca / devatāyatanaṃ yastu kurute kārayatyapi / śivasyāpi harervāpi tasya puṇyaphalaṃ śṛṇu

Dharmarāja sprach: Wer einen Gottestempel errichtet oder errichten lässt, sei es für Śiva oder für Hari, dessen Verdienstfrucht höre.

Wort für Wort
dharmarāja uvāca
Dharmarāja sprach:
devatāyatanaṃ yastu kurute kārayati api
wer einen Gottestempel errichtet oder errichten lässt
śivasya api harer vāpi
sei es für Śiva oder für Hari
tasya puṇyaphalaṃ śṛṇu
dessen Verdienstfrucht höre

[Anm.: Der Vers beginnt mit dem Schlusskolophon des vorigen Kapitels der Quelle (Quellzählung: „zwölftes Kapitel“, betitelt dharmākhyāna = Kap. 11 dieses Projekts); erst danach beginnt der eigentliche Vers 1.]

mātṛtaḥ pitṛtaścaiva lakṣakoṭikulānvitaḥ / kalpatrayaṃ viṣṇupade tiṣṭhatyeva na saṃśayaḥ

Mütterlicherseits und väterlicherseits, mit einer Sippe von unermeßlicher Zahl versehen [Anm.: lakṣakoṭi], weilt er zweifellos drei Weltzeitalter in Viṣṇus Reich.

Wort für Wort
mātṛtaḥ pitṛtaḥ caiva
mütterlicherseits und väterlicherseits
lakṣakoṭikulānvitaḥ
mit unermeßlich großer Sippe versehen
kalpatrayaṃ viṣṇupade
drei Weltzeitalter in Viṣṇus Reich
tiṣṭhati eva na saṃśayaḥ
weilt er, zweifellos

mṛdaiva kurute yastu devatāyatanaṃ naraḥ / mṛdaiva kurute yastu devatāyatanaṃ naraḥ / yāvatpuṇyaṃ bhavettasya tanme nigadataḥ śṛṇu

Wer nur mit Lehm einen Gottestempel errichtet – wie groß auch immer dessen Verdienst sei, das höre von mir, wie ich es verkünde:

Wort für Wort
mṛdā eva kurute yastu
wer nur mit Lehm errichtet
devatāyatanaṃ naraḥ
einen Gottestempel, der Mensch
yāvat puṇyaṃ bhavet tasya
wie groß auch dessen Verdienst sei
tat me nigadataḥ śṛṇu
das höre von mir, wie ich es verkünde

[Anm.: Der erste Halbvers ist im Quelltext dittographisch (fast wortgleich) wiederholt; nur einmal übersetzt, die Wiederholung im sa-Feld literal belassen.]

divyadehadharo bhūtvā vimānavaramāsthitaḥ / kalpatrayaṃ viṣṇupade tiṣṭhatyeva na saṃśayaḥ

Er, einen himmlischen Körper tragend, auf einem vortrefflichen Himmelswagen weilend, verweilt zweifellos drei Weltzeitalter in Viṣṇus Reich.

Wort für Wort
divyadehadharo bhūtvā
einen himmlischen Körper angenommen habend
vimānavaram āsthitaḥ
auf einem vortrefflichen Himmelswagen weilend
kalpatrayaṃ viṣṇupade
drei Weltzeitalter in Viṣṇus Reich
tiṣṭhati eva na saṃśayaḥ
weilt er, zweifellos

mṛdaiva kurute yastu devatāyatanaṃ naraḥ / yāvatpuṇyaṃ bhavettasya tanme nigadataḥ śṛṇu

Wer nur mit Lehm einen Gottestempel errichtet – wie groß dessen Verdienst sei, das höre von mir, wie ich es verkünde:

Wort für Wort
mṛdā eva kurute yastu
wer nur mit Lehm errichtet
devatāyatanaṃ naraḥ
einen Gottestempel, der Mensch
yāvat puṇyaṃ bhavet tasya
wie groß dessen Verdienst sei
tat me nigadataḥ śṛṇu
das höre von mir, wie ich es verkünde

[Anm.: Dieser Vers wiederholt nahezu wörtlich die zweite Zeile von Vers 3; vermutlich weitere Dittographie im Quelltext.]

divyadehadharo bhūtvā vimānavaramāsthitaḥ / kalpatrayaṃ viṣṇupade sthitvā brahmapuraṃ vrajet

Er, einen himmlischen Körper tragend, auf einem vortrefflichen Himmelswagen weilend, geht, nachdem er drei Weltzeitalter in Viṣṇus Reich verweilt hat, in die Stadt Brahmās ein.

Wort für Wort
divyadehadharo bhūtvā
einen himmlischen Körper angenommen habend
vimānavaram āsthitaḥ
auf einem vortrefflichen Himmelswagen weilend
kalpatrayaṃ viṣṇupade sthitvā
drei Weltzeitalter in Viṣṇus Reich verweilt habend
brahmapuraṃ vrajet
geht er in die Stadt Brahmās ein

kalpavadvayaṃ sthitastatra punaḥ kalpaṃ vaseddivi / tatastu yogināmeva kule jāto dayānvitaḥ

Nachdem er dort zwei weitere Weltzeitalter verweilt hat, weilt er wiederum ein Weltzeitalter im Himmel; danach wird er, von Mitgefühl erfüllt, in eine Familie von Yogins geboren.

Wort für Wort
kalpavadvayaṃ sthitaḥ tatra
dort zwei (weitere) Weltzeitalter verweilt habend
punaḥ kalpaṃ vaset divi
weilt er wiederum ein Weltzeitalter im Himmel
tatastu yoginām eva kule jātaḥ
danach wird er in eine Familie von Yogins geboren
dayānvitaḥ
von Mitgefühl erfüllt

vaiṣṇavaṃ yogamāsthāya muktiṃ vrajati śāśvatīm / dārubhiḥ kurute yastu tasya syāddiguṇaṃ phalam

Nachdem er sich dem Viṣṇu-Yoga zugewandt hat, gelangt er zur ewigen Erlösung. Wer (den Tempel) hingegen aus Holz errichtet, dessen Frucht sei doppelt so groß (wie bei Lehm).

Wort für Wort
vaiṣṇavaṃ yogam āsthāya
dem Viṣṇu-Yoga zugewandt
muktiṃ vrajati śāśvatīm
gelangt er zur ewigen Erlösung
dārubhiḥ kurute yastu
wer (ihn) aus Holz errichtet
tasya syāt diguṇaṃ phalam
dessen Frucht sei doppelt so groß

triguṇaṃ ceṣṭakābhistu śilābhistaccaturgaṇam / sphuṭikābhiḥ śilābhistu jñeyaṃ daśaguṇottaram

Mit Backsteinen (ist sie) dreifach, mit (gewöhnlichem) Stein vierfach; mit Bergkristallsteinen aber ist sie als zehnfach höher zu erkennen.

Wort für Wort
triguṇaṃ ceṣṭakābhistu
mit Backsteinen aber dreifach
śilābhis tat caturgaṇam
mit Stein dies vierfach
sphuṭikābhiḥ śilābhistu
mit Bergkristallsteinen aber
jñeyaṃ daśaguṇottaram
als zehnfach höher zu erkennen

tāmraiḥ bhistacchataguṇaṃ hemnā koṭiguṇaṃ bhavet / devālayaṃ taḍāgaṃ vā grāmaṃ vā pālayettu yaḥ

Mit Kupfer [?] ist sie hundertfach, mit Gold wird sie zehnmillionenfach. Wer einen Tempel, einen Teich oder ein Dorf beschirmt,

Wort für Wort
tāmraiḥ bhiḥ tu śataguṇaṃ [?]
mit Kupfer aber hundertfach [?]
hemnā koṭiguṇaṃ bhavet
mit Gold wird sie zehnmillionenfach
devālayaṃ taḍāgaṃ vā
einen Tempel, einen Teich
grāmaṃ vā pālayet tu yaḥ
oder ein Dorf beschirmt, wer

[Anm.: Quelltext „tānmībhistacchataguṇaṃ“ korrupt, hier als tāmraiḥ bhiḥ tu ... („mit Kupfer aber“) aufgefasst [?].]

kartuḥ śataguṇaṃ tasya puṇyaṃ bhavati bhūpate / devālayasya śuśrūṣāṃ lepasecanamaṇḍanaiḥ

– dessen Verdienst ist hundertmal so groß wie das des Erbauers, o Herrscher. Wer dem Tempel Dienst erweist durch Bestreichen, Besprengen und Schmücken,

Wort für Wort
kartuḥ śataguṇaṃ tasya
hundertmal so groß wie das des Erbauers
puṇyaṃ bhavati bhūpate
ist das Verdienst, o Herrscher
devālayasya śuśrūṣām
dem Tempel Dienst
lepasecanamaṇḍanaiḥ
durch Bestreichen, Besprengen und Schmücken

kuryādyatsatataṃ bhaktya tasya puṇyamanantakam / vetanādviṣṭito vāpi puṇyakarmapravarttitāḥ

– wer dies stets mit Hingabe tut, dessen Verdienst ist unbegrenzt. Auch die, die durch Lohn dazu bewegt werden, am heilvollen Werk beteiligt,

Wort für Wort
kuryāt yat satataṃ bhaktya
wer dies stets mit Hingabe tut
tasya puṇyam anantakam
dessen Verdienst ist unbegrenzt
vetanāt prerito vā api
auch der durch Lohn dazu bewegte
puṇyakarmapravarttitāḥ
am heilvollen Werk beteiligt

te gacchanti dharādhārāḥ śāśvataṃ vaiṣṇavaṃ padam / tāḍāgārddhaphalaṃ rājankāsāre parikīrtitam

– sie, die Erdenlastträger [?], gehen zum ewigen Reich Viṣṇus ein. Die Hälfte der Teich-Frucht wird, o König, für einen (kleineren) See (kāsāra) verkündet,

Wort für Wort
te gacchanti dharādhārāḥ [?]
sie, die Erdenlastträger [?], gehen
śāśvataṃ vaiṣṇavaṃ padam
zum ewigen Reich Viṣṇus
taḍāga-ardhaphalaṃ rājan
die Hälfte der Teich-Frucht, o König
kāsāre parikīrtitam
wird für einen (kleineren) See verkündet

[Anm.: „dharādhārāḥ“ unklar, sinngemäß als Bezeichnung der zum Lohn Bewegten aus dem Vorvers („Erdenträger, Erdarbeiter“) gedeutet [?].]

kūpe pādaphalaṃ jñeyaṃ vāpyāṃ padmākaronmitam / vāpīśataguṇaṃ proktaṃ kulyāyāṃ bhūpateḥ phalam

Beim Brunnen ist ein Viertel der Frucht zu erkennen, bei einem Stufenbrunnen (die Frucht) einem Lotosteich gleich; hundertfach der Stufenbrunnen-Frucht wird für einen Kanal die Frucht des Herrschers verkündet.

Wort für Wort
kūpe pādaphalaṃ jñeyam
beim Brunnen ist ein Viertel der Frucht zu erkennen
vāpyāṃ padmākaronmitam
bei einem Stufenbrunnen einem Lotosteich gleich
vāpīśataguṇaṃ proktam
hundertfach der Stufenbrunnen(-frucht) wird verkündet
kulyāyāṃ bhūpateḥ phalam
für einen Kanal die Frucht des Herrschers

dṛṣadbhistu dhanī kuryānmṛdā niṣkiñcano janaḥ / tayoḥ phalaṃ samānaṃ syādityāha kamalodbhavaḥ

Wer wohlhabend ist, möge es mit Steinen errichten, der mittellose Mensch mit Lehm; die Frucht der beiden sei gleich – so sagt der Lotosgeborene (Brahmā).

Wort für Wort
dṛṣadbhistu dhanī kuryāt
der Wohlhabende aber möge (es) mit Steinen errichten
mṛdā niṣkiñcano janaḥ
der mittellose Mensch mit Lehm
tayoḥ phalaṃ samānaṃ syāt
die Frucht der beiden sei gleich
iti āha kamalodbhavaḥ
so sagt der Lotosgeborene

dadyādāḍhyāstu nagaraṃ hastamātramakiñcanaḥ / bhuvaṃ tayoḥ samaphalaṃ prāhurvedavido janāḥ

Der Reiche gebe eine Stadt(-fläche), der Mittellose nur eine Elle Land – die Frucht beider sei gleich, so sagen die Vedakundigen.

Wort für Wort
dadyāt āḍhyaḥ tu nagaraṃ
der Reiche aber gebe eine Stadt(-fläche)
hastamātram akiñcanaḥ
der Mittellose nur eine Elle
bhuvaṃ tayoḥ samaphalam
Land, die Frucht beider gleich
prāhuḥ vedavido janāḥ
so sagen die vedakundigen Menschen

dhanāḍhyaḥ kurute yastu taḍāgaṃ phalasādhanam / daridraḥ kurute kūpaṃ samaṃ puṇyaṃ prakīrtitam

Wer reich an Vermögen ist und einen Teich errichtet, der Frucht verschafft, und der Arme, der einen Brunnen gräbt – gleiches Verdienst wird verkündet.

Wort für Wort
dhanāḍhyaḥ kurute yastu
wer reich an Vermögen ist und errichtet
taḍāgaṃ phalasādhanam
einen Teich, der Frucht verschafft
daridraḥ kurute kūpam
der Arme gräbt einen Brunnen
samaṃ puṇyaṃ prakīrtitam
gleiches Verdienst wird verkündet

āśramaṃ kārayedyastu bahujantūpakārakam / sa yāti brahmabhuvanaṃ kulatrayasamanvitaḥ

Wer eine Einsiedelei errichten lässt, die vielen Wesen von Nutzen ist, geht, begleitet von drei Sippen(-generationen), in Brahmās Welt ein.

Wort für Wort
āśramaṃ kārayed yastu
wer eine Einsiedelei errichten lässt
bahujantūpakārakam
die vielen Wesen von Nutzen ist
sa yāti brahmabhuvanam
der geht in Brahmās Welt ein
kulatrayasamanvitaḥ
begleitet von drei Sippengenerationen

dhenurvā brahmaṇo vāpi yo vā ko vāpi bhūpate / kṣaṇārddhaṃ tasya chāyāyāṃ tiṣṭhansvargaṃ nayatyamum

Sei es eine Kuh, ein Brahmane oder wer auch immer, o Herrscher – wer auch nur einen halben Augenblick in seinem Schatten verweilt, führt diesen (Errichter der Āśrama) in den Himmel.

Wort für Wort
dhenur vā brahmaṇaḥ vā api
sei es eine Kuh oder ein Brahmane
yo vā ko vā api bhūpate
oder wer auch immer, o Herrscher
kṣaṇārdhaṃ tasya chāyāyām
einen halben Augenblick in seinem Schatten
tiṣṭhan svargaṃ nayati amum
verweilend führt er diesen in den Himmel

[Anm.: Bezug der Pronomen im zweiten Halbvers unsicher; sinngemäß auf den Schatten der āśrama bzw. ihres Baumbestands bezogen [?].]

ārāmakārakā rājandevatāgṛhakāriṇaḥ / taḍāgagrāmakarttāraḥ pūjyante hariṇā saha

Gartenerrichter, o König, Tempelerbauer, Teich- und Dorfgründer werden zusammen mit Hari verehrt.

Wort für Wort
ārāmakārakā rājan
Gartenerrichter, o König
devatāgṛhakāriṇaḥ
Tempelerbauer
taḍāgagrāmakarttāraḥ
Teich- und Dorfgründer
pūjyante hariṇā saha
werden zusammen mit Hari verehrt

sarvalokopakārārthaṃ puṣpārāmaṃ janeśvarāḥ / kurvate devatārthaṃ vā teṣāṃ puṇyaphalaṃ śṛṇu

Die Herrscher der Menschen, die zum Nutzen aller Welten oder zu Ehren der Gottheit einen Blumengarten anlegen – deren Verdienstfrucht höre:

Wort für Wort
sarvalokopakārārtham
zum Nutzen aller Welten
puṣpārāmaṃ janeśvarāḥ
einen Blumengarten die Herrscher der Menschen
kurvate devatārthaṃ vā
oder zu Ehren der Gottheit anlegen
teṣāṃ puṇyaphalaṃ śṛṇu
deren Verdienstfrucht höre

tatra yāvanti parṇāni kusumāni bhavanti ca / tāvadvarṣāṇi nākastho modate kulakoṭibhiḥ

So viele Blätter und Blüten dort entstehen, so viele Jahre weilt er als Himmelsbewohner in Freude, mit zehn Millionen (Angehörigen) seiner Sippe.

Wort für Wort
tatra yāvanti parṇāni
so viele Blätter dort
kusumāni bhavanti ca
und Blüten entstehen
tāvat varṣāṇi nākastho modate
so viele Jahre weilt er als Himmelsbewohner in Freude
kulakoṭibhiḥ
mit zehn Millionen (Angehörigen) seiner Sippe

prākārakāriṇastasya kaṇṭakāvaraṇapradāḥ / prayānti brahmaṇaḥ sthānaṃ yugānām ekasaptatim

Diejenigen, die eine Umfassungsmauer errichten, die einen Dornenzaun bereitstellen – sie gehen für einundsiebzig Weltzeitalter [?] in Brahmās Ort ein.

Wort für Wort
prākārakāriṇaḥ tasya
die Errichter der Umfassungsmauer
kaṇṭakāvaraṇapradāḥ
die einen Dornenzaun bereitstellen
prayānti brahmaṇaḥ sthānam
gehen in Brahmās Ort ein
yugānām ekasaptatim [?]
für einundsiebzig Weltzeitalter [?]

[Anm.: Quelltext „yugānāmekasatpatim“ unklar; hier probeweise als ekasaptatim („einundsiebzig“) aufgefasst [?].]

tulasīropaṇaṃ ye tu kurvate manujeśvara / teṣāṃ puṇyaphalaṃ rājanvadato me niśāmaya

Diejenigen, o Herrscher der Menschen, die die Tulasī-Pflanzung vornehmen – deren Verdienstfrucht vernimm, o König, aus meinem Munde.

Wort für Wort
tulasīropaṇaṃ ye tu kurvate
diejenigen, die die Tulasī-Pflanzung vornehmen
manujeśvara
o Herrscher der Menschen
teṣāṃ puṇyaphalaṃ rājan
deren Verdienstfrucht, o König
vadataḥ me niśāmaya
vernimm aus meinem Munde

saptakoṭikulairyukto mātṛtaḥ pitṛtastathā / vasetkalpaśataṃ sāgraṃ nārāyaṇapadaṃ nṛpa

Verbunden mit siebzig Millionen [Anm.: saptakoṭi] Angehörigen mütterlicher- und väterlicherseits weilt er reichlich hundert Weltzeitalter in Nārāyaṇas Reich, o König.

Wort für Wort
saptakoṭikulairyuktaḥ
verbunden mit siebzig Millionen Sippenangehörigen
mātṛtaḥ pitṛtastathā
mütterlicherseits und ebenso väterlicherseits
vaset kalpaśataṃ sāgram
weilt reichlich hundert Weltzeitalter
nārāyaṇapadaṃ nṛpa
in Nārāyaṇas Reich, o König

[Anm.: Quelltext „satpakoṭikulairyukto“ als saptakoṭikulairyukto aufgefasst.]

ūrddhapuṇḍadharo yastu tulasīmūlamṛttikayā / gopikācandanenāpi citrakūṭamṛdāpi vā / gaṅgāmṛtikayā caiva tasya puṇyaphalaṃ śṛṇu

Wer die aufrechte Stirnmarke trägt – mit Erde von der Tulasī-Wurzel, mit Gopī-Sandelpaste, mit Erde vom Citrakūṭa-Berg oder mit Gaṅgā-Erde – dessen Verdienstfrucht höre:

Wort für Wort
ūrddhapuṇḍadharo yastu
wer die aufrechte Stirnmarke trägt
tulasīmūlamṛttikayā
mit Erde von der Tulasī-Wurzel
gopikācandanena api citrakūṭamṛdā api vā
mit Gopī-Sandelpaste oder Citrakūṭa-Erde
gaṅgāmṛtikayā caiva
und ebenso mit Gaṅgā-Erde
tasya puṇyaphalaṃ śṛṇu
dessen Verdienstfrucht höre

vimānavaramārŭḍho gandharvāpsarasāṃ gaṇaiḥ / saṃgīyamānacarito modate viṣṇumandire

Auf einem vortrefflichen Himmelswagen fahrend, von Scharen der Gandharvas und Apsaras' besungen ob seines Wandels, weilt er in Freude in Viṣṇus Tempel(-welt).

Wort für Wort
vimānavaram ārŭḍho
auf einem vortrefflichen Himmelswagen fahrend
gandharvāpsarasāṃ gaṇaiḥ
von Scharen der Gandharvas und Apsaras'
saṃgīyamānacarito
ob seines Wandels besungen
modate viṣṇumandire
weilt er in Freude in Viṣṇus Tempel(-welt)

patrāṇi tulasīmūlādyāvanti patitāni vai / tāvanti brahmahatyādipātakāni hatāni ca

So viele Blätter von der Tulasī-Wurzel herabgefallen sind, so viele Sünden – angefangen mit Brahmanenmord – werden getilgt.

Wort für Wort
patrāṇi tulasīmūlāt
Blätter von der Tulasī-Wurzel
yāvanti patitāni vai
so viele herabgefallen sind
tāvanti brahmahatyādipātakāni
so viele Sünden, angefangen mit Brahmanenmord
hatāni ca
werden getilgt

tulasyāṃ secayedyastu jalaṃ culukamātrakam / kṣīrodavāsinā sārddhaṃ vasedācandratārakam

Wer die Tulasī auch nur mit einer Handvoll Wasser begießt, weilt zusammen mit dem im Milchozean Wohnenden (Viṣṇu), solange Mond und Sterne bestehen.

Wort für Wort
tulasyāṃ secayed yastu
wer die Tulasī begießt
jalaṃ culukamātrakam
mit einer Handvoll Wasser
kṣīrodavāsinā sārddham
zusammen mit dem im Milchozean Wohnenden
vaset ācandratārakam
weilt er, solange Mond und Sterne bestehen

dadāti brāhmaṇānāṃ yaḥ komalaṃ tulasīdalam / sa yāti brahmasadane kulatritayasaṃyutaḥ

Wer den Brahmanen ein zartes Tulasī-Blatt gibt, geht, begleitet von drei Sippengenerationen, in Brahmās Wohnstatt ein.

Wort für Wort
dadāti brāhmaṇānāṃ yaḥ
wer den Brahmanen gibt
komalaṃ tulasīdalam
ein zartes Tulasī-Blatt
sa yāti brahmasadane
der geht in Brahmās Wohnstatt ein
kulatritayasaṃyutaḥ
begleitet von drei Sippengenerationen

śālagrāme arpayedyastu tulasyāstu dalāni ca / sa vasedviṣṇubhavane yāvadābhūtasaṃplavam

Wer dem Śālagrāma(-Stein) Tulasī-Blätter darbringt, weilt in Viṣṇus Wohnstatt bis zur (nächsten) Weltauflösung.

Wort für Wort
śālagrāme arpayed yastu [?]
wer dem Śālagrāma darbringt [?]
tulasyāstu dalāni ca
Tulasī-Blätter
sa vaset viṣṇubhavane
der weilt in Viṣṇus Wohnstatt
yāvat ābhūtasaṃplavam
bis zur (nächsten) Weltauflösung

[Anm.: Quelltext „śālaprāmer'payedyastu“ korrupt, hier als śālagrāme arpayed yastu aufgefasst [?].]

kaṇṭakāvaraṇaṃ yastu prākāraṃ vāpi kārayet / so 'pyekaviṃśatikulairmodate viṣṇumandire

Wer einen Dornenzaun oder auch eine Umfassungsmauer errichten lässt, weilt auch er mit einundzwanzig Sippengenerationen in Freude in Viṣṇus Tempel(-welt).

Wort für Wort
kaṇṭakāvaraṇaṃ yastu
wer einen Dornenzaun
prākāraṃ vā api kārayet
oder auch eine Umfassungsmauer errichten lässt
so 'pi ekaviṃśatikulairmodate
auch er weilt mit einundzwanzig Sippengenerationen in Freude
viṣṇumandire
in Viṣṇus Tempel(-welt)

yo 'rccayeddharipādābjaṃ tulasyāḥ komalairdalaiḥ / na tasya punarāvṛttirviṣṇulokānnareśvara

Wer die Lotosfüße Haris mit zarten Tulasī-Blättern verehrt, für den gibt es keine Rückkehr aus Viṣṇus Welt, o Herrscher der Menschen.

Wort für Wort
yo 'rccayed haripadābjam
wer die Lotosfüße Haris verehrt
tulasyāḥ komalairdalaiḥ
mit zarten Tulasī-Blättern
na tasya punarāvṛttiḥ
für den gibt es keine Rückkehr
viṣṇulokāt nareśvara
aus Viṣṇus Welt, o Herrscher der Menschen

dvādaśyāṃ paurṇamāsyāṃ yaḥ kṣīreṇa snāpayeddharim / kulāyutayutaḥ so 'pi modate vaiṣṇave pade

Wer am Dvādaśī(-Tag) oder am Vollmondtag Hari mit Milch badet, weilt auch er, begleitet von zehntausend Sippenangehörigen, in Freude in Viṣṇus Reich.

Wort für Wort
dvādaśyāṃ paurṇamāsyāṃ yaḥ
wer am Dvādaśī- oder Vollmondtag
kṣīreṇa snāpayet harim
Hari mit Milch badet
kulāyutayutaḥ so 'pi modate
auch er weilt, mit zehntausend Sippenangehörigen, in Freude
vaiṣṇave pade
in Viṣṇus Reich

prasthamātreṇa payasā yaḥ snāpayati keśavam / kulāyutāyutayutaḥ so 'pi viṣṇupure vaset

Wer Keśava (Viṣṇu) mit nur einem Prastha-Maß Milch badet, weilt auch er, begleitet von hundert Millionen [Anm.: ayutāyuta] Sippenangehörigen, in Viṣṇus Stadt.

Wort für Wort
prasthamātreṇa payasā
mit nur einem Prastha-Maß Milch
yaḥ snāpayati keśavam
wer Keśava badet
kulāyutāyutayutaḥ so 'pi
auch er, begleitet von hundert Millionen Sippenangehörigen
viṣṇupure vaset
weilt in Viṣṇus Stadt

ghṛtaprasthena yo viṣṇuṃ dvādaśyāṃ snāpayennaraḥ / kulakoṭiyuto rājansāyujyaṃ labhate hareḥ

Wer Viṣṇu am Dvādaśī(-Tag) mit einem Prastha-Maß Ghee badet, erlangt, o König, begleitet von zehn Millionen Sippenangehörigen, die Vereinigung mit Hari.

Wort für Wort
ghṛtaprasthena yo viṣṇum
wer Viṣṇu mit einem Prastha-Maß Ghee
dvādaśyāṃ snāpayet naraḥ
am Dvādaśī-Tag badet, der Mensch
kulakoṭiyuto rājan
begleitet von zehn Millionen Sippenangehörigen, o König
sāyujyaṃ labhate hareḥ
erlangt die Vereinigung mit Hari

pañcāmṛtena yaḥ snānamekādaśyāṃ tu kārayet / viṣṇoḥ sāyujyakaṃ tasya bhavetkulaśatāyutaiḥ

Wer am Ekādaśī(-Tag) ein Bad mit den fünf Nektarsubstanzen vollzieht, dessen Vereinigung mit Viṣṇu geschehe, begleitet von hunderttausend Sippenangehörigen.

Wort für Wort
pañcāmṛtena yaḥ snānam
wer mit den fünf Nektarsubstanzen ein Bad
ekādaśyāṃ tu kārayet
am Ekādaśī-Tag vollzieht
viṣṇoḥ sāyujyakaṃ tasya bhavet
dessen Vereinigung mit Viṣṇu geschehe
kulaśatāyutaiḥ
begleitet von hunderttausend Sippenangehörigen

[Anm.: Quelltext „bhavetyulaśatāyutaiḥ“ als bhavet kulaśatāyutaiḥ aufgefasst.]

ekādaśyāṃ paurṇamāsyāṃ dvādaśyāṃ vā nṛpottama / nālikerodakairviṣṇuṃ snāpayettatphalaṃ śṛṇu

Am Ekādaśī-, Vollmond- oder Dvādaśī-Tag, o bester der Könige, bade man Viṣṇu mit Kokoswasser; dessen Frucht höre:

Wort für Wort
ekādaśyāṃ paurṇamāsyām
am Ekādaśī- oder Vollmondtag
dvādaśyāṃ vā nṛpottama
oder am Dvādaśī-Tag, o bester der Könige
nālikerodakair viṣṇuṃ snāpayet
bade man Viṣṇu mit Kokoswasser
tatphalaṃ śṛṇu
dessen Frucht höre

daśajanmārjitaiḥ pāpairvimukto nṛpasattama / śatadvayakulairyukto modate viṣṇunā saha

Er wird von den in zehn Geburten erworbenen Sünden befreit, o bester der Könige, und weilt, begleitet von zweihundert Sippenangehörigen, in Freude zusammen mit Viṣṇu.

Wort für Wort
daśajanmārjitaiḥ pāpaiḥ vimuktaḥ
von den in zehn Geburten erworbenen Sünden befreit
nṛpasattama
o bester der Könige
śatadvayakulairyukto modate
weilt, begleitet von zweihundert Sippenangehörigen, in Freude
viṣṇunā saha
zusammen mit Viṣṇu

ikṣutoyena deveśaṃ yaḥ snāpayati bhūpate / keśavaṃ lakṣapitṛbhiḥ sārddhaṃ viṣṇupadaṃ vrajet

Wer den Gott der Götter mit Zuckerrohrsaft badet, o Herrscher – er geht, zusammen mit hunderttausend Vorfahren, in Viṣṇus Reich ein.

Wort für Wort
ikṣutoyena deveśam
mit Zuckerrohrsaft den Gott der Götter
yaḥ snāpayati bhūpate
wer badet, o Herrscher
keśavaṃ lakṣapitṛbhiḥ sārddham
Keśava, zusammen mit hunderttausend Vorfahren
viṣṇupadaṃ vrajet
geht er in Viṣṇus Reich ein

puṣpodakena govindaṃ tathā gandhodakena ca / snāpayitvā hariṃ bhaktya vaiṣṇavaṃ padamānpuyāt

Nachdem er Govinda mit Blütenwasser und auch mit duftendem Wasser gebadet hat – Hari mit Hingabe badend, erlangt er Viṣṇus Reich.

Wort für Wort
puṣpodakena govindam
mit Blütenwasser Govinda
tathā gandhodakena ca
und ebenso mit duftendem Wasser
snāpayitvā hariṃ bhaktya
Hari mit Hingabe gebadet habend
vaiṣṇavaṃ padam āpnuyāt
erlangt er Viṣṇus Reich

jalena vastrapūtena yaḥ snāpayati mādhavam / sarvapāpavinirmukto viṣṇunā saha modate

Wer Mādhava mit durch ein Tuch gereinigtem Wasser badet, ist von aller Sünde befreit und weilt in Freude zusammen mit Viṣṇu.

Wort für Wort
jalena vastrapūtena
mit durch ein Tuch gereinigtem Wasser
yaḥ snāpayati mādhavam
wer Mādhava badet
sarvapāpavinirmukto
von aller Sünde befreit
viṣṇunā saha modate
weilt in Freude zusammen mit Viṣṇu

kṣīrādyaiḥ snāpayedyastu ravisaṃkramaṇe harim / sa vasedviṣṇusadane trisaptapuruṣaiḥ saha

Wer Hari zur Zeit des Sonnenübergangs mit Milch und dergleichen badet, weilt in Viṣṇus Wohnstatt zusammen mit einundzwanzig [Anm.: trisapta] (Vorfahren).

Wort für Wort
kṣīrādyaiḥ snāpayed yastu
wer mit Milch und dergleichen badet
ravisaṃkramaṇe harim
Hari zur Zeit des Sonnenübergangs
sa vaset viṣṇusadane
der weilt in Viṣṇus Wohnstatt
trisaptapuruṣaiḥ saha
zusammen mit einundzwanzig (Vorfahren)

śuklapakṣe caturddaśyāmaṣṭamyāṃ pūrṇimādine

– an der Vierzehnten der hellen Monatshälfte, an der Achten, am Vollmondtag,

Wort für Wort
śuklapakṣe caturdaśyām
an der Vierzehnten der hellen Monatshälfte
aṣṭamyām pūrṇimādine
an der Achten, am Vollmondtag

[Anm.: Dieser Vers besteht im Quelltext nur aus einem einzigen Pāda, der mit Vers 45 syntaktisch eine fortlaufende Aufzählung von Tagen bildet.]

ekādaśyāṃ bhānuvāre dvādaśyāṃ pañcamītithau / somasūryoparāge ca manvādiṣuyugādiṣu

– an der Elften, am Sonntag, an der Zwölften, an der Fünften, bei Mond- und Sonnenfinsternis, an den Manu-Anfängen und Yuga-Anfängen,

Wort für Wort
ekādaśyāṃ bhānuvāre
an der Elften, am Sonntag
dvādaśyāṃ pañcamītithau
an der Zwölften, an der Fünften
somasūryoparāge ca
und bei Mond- und Sonnenfinsternis
manvādiṣu yugādiṣu
an den Manu-Anfängen, an den Yuga-Anfängen

ardhodaye ca sūryasya puṣyārke rohiṇībudhe / tathaiva śanau rohiṇyāṃ bhaumāśvinyāṃ tathaiva ca

– beim Halbaufgang der Sonne, bei (der Konjunktion von) Puṣya und Sonne, bei Rohiṇī und Merkur, ebenso bei Saturn und Rohiṇī, ebenso bei Mars und Aśvinī,

Wort für Wort
ardhodaye ca sūryasya
beim Halbaufgang der Sonne
puṣyārke rohiṇībudhe
bei Puṣya-Sonne, bei Rohiṇī-Merkur
tathaiva śanau rohiṇyāṃ [?]
ebenso bei Saturn und Rohiṇī [?]
bhaumāśvinyāṃ tathaiva ca
ebenso bei Mars und Aśvinī

[Anm.: Quelltext „śaniro hiṇyāṃ“ korrupt, als śanau rohiṇyāṃ aufgefasst [?].]

śanau bhṛgau caiva bhṛgurevatīsaṅgame / tathā budhānurādhāyāṃ śravaṇārke tathaiva ca

– bei Saturn und Venus (Bhṛgu), bei der Konjunktion von Venus und Revatī, ebenso bei Merkur und Anurādhā, ebenso bei Sonne und Śravaṇa,

Wort für Wort
śanau bhṛgau caiva [?]
bei Saturn und Venus [?]
bhṛgu-revatīsaṅgame
bei der Konjunktion von Venus und Revatī
tathā budha-anurādhāyām
ebenso bei Merkur und Anurādhā
śravaṇa-arke tathaiva ca
ebenso bei Sonne und Śravaṇa

[Anm.: Diese Aufzählung astronomisch-astrologischer Konstellationen ist im Quelltext stark korrupt und lückenhaft überliefert („śanyāṃ bhṛvabhṛge caivabhṛgurevurevatisaṅgame“); die Wiedergabe bleibt notwendig unsicher [?].]

tathā ca somaśravaṇe hastayukte bṛhaspatau / budhāṣṭamyāṃ budhāṣāḍhe puṇye dine tathā

– ebenso bei Mond und Śravaṇa, bei Jupiter im Bund mit Hasta, an der Mittwochs-Achten, an einem heilvollen Mittwoch im (Monat) Āṣāḍha, ebenso.

Wort für Wort
tathā ca soma-śravaṇe
ebenso bei Mond und Śravaṇa
hastayukte bṛhaspatau
bei Jupiter im Bund mit Hasta
budhāṣṭamyāṃ budhāṣāḍhe
an der Mittwochs-Achten, an einem Mittwoch im Āṣāḍha
puṇye dine tathā [?]
an einem heilvollen Tag, ebenso [?]

[Anm.: Quelltext „vine“ als dine aufgefasst; auch dieser Vers bleibt in Einzelheiten unsicher [?].]

snāpayet payasā viṣṇuṃ śāntimān vāgyataḥ śuciḥ / ghṛtena madhunā vāpi dadhnā vā tatphalaṃ śṛṇu

– (an all diesen Zeiten) bade, friedvoll, wortenthaltsam und rein, Viṣṇu mit Milch, mit Ghee, mit Honig oder mit Joghurt; dessen Frucht höre:

Wort für Wort
snāpayet payasā viṣṇum
bade Viṣṇu mit Milch
śāntimān vāgyataḥ śuciḥ
friedvoll, wortenthaltsam und rein
ghṛtena madhunā vāpi
mit Ghee oder mit Honig
dadhnā vā tatphalaṃ śṛṇu
oder mit Joghurt; dessen Frucht höre

sarvayajñaphalaṃ prāpya sarvapāpavinirvarjitaḥ / vaset viṣṇupure sārdhaṃ trisaptapuruṣair nṛpa

Nachdem er die Frucht aller Opfer erlangt hat und von aller Sünde befreit ist, weilt er in Viṣṇus Stadt, zusammen mit einundzwanzig (Vorfahren), o König.

Wort für Wort
sarvayajñaphalaṃ prāpya
nachdem er die Frucht aller Opfer erlangt hat
sarvapāpavinirvarjitaḥ
von aller Sünde befreit
vaset viṣṇupure sārdham
weilt in Viṣṇus Stadt, zusammen
trisaptapuruṣair nṛpa
mit einundzwanzig (Vorfahren), o König

tatraiva jñānamāsādya yoginām api durlabham / mokṣamāpnoti nṛpate punarāvṛttivarjitam

Eben dort erlangt er die Erkenntnis, die selbst für Yogins schwer zu erreichen ist, und erlangt, o Herrscher, die Erlösung, frei von jeder Wiederkehr.

Wort für Wort
tatraiva jñānamāsādya
eben dort die Erkenntnis erlangt habend
yoginām api durlabham
die selbst für Yogins schwer zu erreichen ist
mokṣam āpnoti nṛpate
erlangt er die Erlösung, o Herrscher
punarāvṛttivarjitam
frei von jeder Wiederkehr

kṛṣṇapakṣe caturdaśyāṃ somavāre ca bhūpate / śivaṃ saṃsnāpya dugdhena śivasāyujyamānpuyāt

An der Vierzehnten der dunklen Monatshälfte und am Montag, o Herrscher – wer Śiva mit Milch badet, erlangt die Vereinigung mit Śiva.

Wort für Wort
kṛṣṇapakṣe caturdaśyām
an der Vierzehnten der dunklen Monatshälfte
somavāre ca bhūpate
und am Montag, o Herrscher
śivaṃ saṃsnāpya dugdhena
wer Śiva mit Milch badet
śivasāyujyam āpnuyāt
erlangt die Vereinigung mit Śiva

nālikerodakenāpi śivaṃ saṃsnāpya bhaktitaḥ / aṣṭamyām induvāre vā śivasāyujyamaśnute

Auch wer Śiva mit Kokoswasser mit Hingabe badet, an der Achten oder am Montag, genießt die Vereinigung mit Śiva.

Wort für Wort
nālikerodakena api
auch mit Kokoswasser
śivaṃ saṃsnāpya bhaktitaḥ
Śiva mit Hingabe badend
aṣṭamyām induvāre vā
an der Achten oder am Montag
śivasāyujyam aśnute
genießt die Vereinigung mit Śiva

śuklapakṣe caturdaśyāmaṣṭamyāṃ vāpi bhūpate / ghṛtena madhunā snāpya śivaṃ tatsāmyatāṃ vrajet

An der Vierzehnten der hellen Monatshälfte oder an der Achten, o Herrscher – wer Śiva mit Ghee und Honig badet, geht zur Gleichheit mit ihm ein.

Wort für Wort
śuklapakṣe caturdaśyām
an der Vierzehnten der hellen Monatshälfte
aṣṭamyāṃ vāpi bhūpate
oder an der Achten, o Herrscher
ghṛtena madhunā snāpya śivam
Śiva mit Ghee und Honig badend
tatsāmyatāṃ vrajet
geht er zur Gleichheit mit ihm ein

tilatailena saṃsnāpya viṣṇuṃ vā śivamevaṃ ca / sa yāti tattatsārupyaṃ pitṛbhiḥ saha saptabhiḥ

Wer Viṣṇu oder ebenso Śiva mit Sesamöl badet, geht zur jeweiligen Wesensgleichheit mit ihnen ein, zusammen mit sieben Vorfahren.

Wort für Wort
tilatailena saṃsnāpya
mit Sesamöl badend
viṣṇuṃ vā śivam evaṃ ca
Viṣṇu oder ebenso Śiva
sa yāti tattatsārupyam
geht er zur jeweiligen Wesensgleichheit ein
pitṛbhiḥ saha saptabhiḥ
zusammen mit sieben Vorfahren

śivaṃ miśrarasēnāpi yaḥ snāpayati bhaktitaḥ / śivaloke vasetkalpaṃ sasaptapuruṣaiḥ saha

Wer Śiva auch mit gemischtem Saft mit Hingabe badet, weilt ein Weltzeitalter in Śivas Welt, zusammen mit sieben (Vorfahren).

Wort für Wort
śivaṃ miśrarasēna api
auch mit gemischtem Saft Śiva
yaḥ snāpayati bhaktitaḥ
wer mit Hingabe badet
śivaloke vaset kalpam
weilt ein Weltzeitalter in Śivas Welt
sasaptapuruṣaiḥ saha
zusammen mit sieben (Vorfahren)

ghṛtena snāpayelliṅgamutthāne dvādaśīdine / kṣīreṇa vā mahābhāga tatphalaṃ śṛṇu madgirā

Wer das Liṅga am Tag des (Viṣṇu-)Erwachens, dem Dvādaśī(-Tag), mit Ghee oder mit Milch badet, hochgesegneter – dessen Frucht höre aus meinem Wort.

Wort für Wort
ghṛtena snāpayet liṅgam
bade das Liṅga mit Ghee
utthāne dvādaśīdine
am Tag des (Viṣṇu-)Erwachens, dem Dvādaśī-Tag
kṣīreṇa vā mahābhāga
oder mit Milch, hochgesegneter
tatphalaṃ śṛṇu madgirā
dessen Frucht höre aus meinem Wort

janmāyutakṛtakaiḥ pāpairvinirmukto manujo nṛpa / koṭisaṃkhyaṃ samuddhṛtya svakulaṃ śivatāṃ vrajet

Er wird, o König, von den in zehntausend Geburten begangenen Sünden befreit, errettet zehn Millionen seiner eigenen Sippe und geht zur Śiva-Natur ein.

Wort für Wort
janmāyutakṛtakaiḥ pāpaiḥ vinirmukto
von den in zehntausend Geburten begangenen Sünden befreit
manujo nṛpa
der Mensch, o König
koṭisaṃkhyaṃ samuddhṛtya svakulam
zehn Millionen seiner eigenen Sippe errettend
śivatāṃ vrajet
geht er zur Śiva-Natur ein

sampūjya gandhakusumairviṣṇuṃ viṣṇutithau nṛpa / janmāyutārjitaiḥ pāpairmukto vrajati tatpadam

Wer Viṣṇu mit Duftstoffen und Blüten am Viṣṇu-Tithi verehrt, o König, wird von den in zehntausend Geburten erworbenen Sünden befreit und geht in dessen Reich ein.

Wort für Wort
sampūjya gandhakusumaiḥ viṣṇum
Viṣṇu mit Duftstoffen und Blüten verehrend
viṣṇutithau nṛpa
am Viṣṇu-Tithi, o König
janmāyutārjitaiḥ pāpaiḥ mukto
von den in zehntausend Geburten erworbenen Sünden befreit
vrajati tatpadam
geht er in dessen Reich ein

padmapuṣpeṇa yo viṣṇuṃ śivaṃ vā pūjayennaraḥ / sa yāti viṣṇubhavanaṃ kulakoṭisamanvitaḥ

Welcher Mensch Viṣṇu oder Śiva mit einer Lotosblüte verehrt, geht, begleitet von zehn Millionen Sippenangehörigen, in Viṣṇus Wohnstatt ein.

Wort für Wort
padmapuṣpeṇa yo viṣṇum
wer mit einer Lotosblüte Viṣṇu
śivaṃ vā pūjayet naraḥ
oder Śiva verehrt, der Mensch
sa yāti viṣṇubhavanam
geht er in Viṣṇus Wohnstatt ein
kulakoṭisamanvitaḥ
begleitet von zehn Millionen Sippenangehörigen

hariṃ ca ketakīpuṣpaiḥ śivaṃ dhattūrapuṣpairniśi / sampūjya pāpanirmukto vasedviṣṇupure yugam

Wer Hari mit Ketakī-Blüten und Śiva des Nachts mit Dhattūra-Blüten verehrt, ist von Sünde befreit und weilt ein Yuga(-Zeitalter) in Viṣṇus Stadt.

Wort für Wort
hariṃ ca ketakīpuṣpaiḥ
und Hari mit Ketakī-Blüten
śivaṃ dhattūrapuṣpaiḥ niśi
Śiva des Nachts mit Dhattūra-Blüten
sampūjya pāpanirmukto
verehrend, von Sünde befreit
vaset viṣṇupure yugam
weilt er ein Yuga(-Zeitalter) in Viṣṇus Stadt

hariṃ tu cāmpakaiḥ puṣpaiḥ arkapuṣpaiśca śaṅkaram / samabhyarcya mahārāja tattatsālokyamānpuyāt

Wer Hari mit Campaka-Blüten und Śaṅkara mit Arka-Blüten verehrt, o großer König, erlangt die jeweilige Gleichwelt(-igkeit) mit ihnen.

Wort für Wort
hariṃ tu cāmpakaiḥ puṣpaiḥ
Hari aber mit Campaka-Blüten
arkapuṣpaiś ca śaṅkaram
und mit Arka-Blüten Śaṅkara
samabhyarcya mahārāja
verehrend, o großer König
tattatsālokyam āpnuyāt
erlangt er die jeweilige Gleichwelt(-igkeit)

śaṅkarasya athavā viṣṇorghṛtayuktaṃ ca guggulum / dattvā dhūpe naro bhaktyā sarvapāpaiḥ pramucyate

Wer Śaṅkara oder Viṣṇu mit Ghee vermischtes Guggul-Harz als Räucherwerk mit Hingabe darbringt, wird von allen Sünden befreit.

Wort für Wort
śaṅkarasya athavā viṣṇoḥ
Śaṅkara oder Viṣṇu
ghṛtayuktaṃ ca guggulum
und mit Ghee vermischtes Guggul-Harz
dattvā dhūpe naro bhaktyā
als Räucherwerk mit Hingabe darbringend, der Mensch
sarvapāpaiḥ pramucyate
wird von allen Sünden befreit

tilatailānvitaṃ dīpaṃ viṣṇorvā śaṅkarasya vā / dattvā naraḥ sarvakāmānsamāpnoti nṛpottama

Wer Viṣṇu oder Śaṅkara eine mit Sesamöl versehene Lampe darbringt, erlangt, o bester der Könige, alle Wünsche.

Wort für Wort
tilatailānvitaṃ dīpam
eine mit Sesamöl versehene Lampe
viṣṇoḥ vā śaṅkarasya vā
Viṣṇu oder Śaṅkara
dattvā naraḥ sarvakāmān
darbringend, der Mensch alle Wünsche
samāpnoti nṛpottama
erlangt er, o bester der Könige

ghṛtena dīpaṃ yo dadyācchāṅkarāyātha viṣṇave / sa muktaḥ sarvapāpebhyo gaṅgāsnānaphalaṃ labhet

Wer Śaṅkara oder Viṣṇu eine Lampe mit Ghee darbringt, wird von allen Sünden befreit und erlangt die Frucht eines Gaṅgā-Bades.

Wort für Wort
ghṛtena dīpaṃ yo dadyāt
wer eine Lampe mit Ghee darbringt
śaṅkarāya atha viṣṇave
Śaṅkara oder Viṣṇu
sa muktaḥ sarvapāpebhyaḥ
wird von allen Sünden befreit
gaṅgāsnānaphalaṃ labhet
erlangt die Frucht eines Gaṅgā-Bades

grāmyena vāpi tailena rājannanyena vā punaḥ / dīpaṃ dattvā mahāviṣṇoḥ śivasyāpi phalaṃ śṛṇu

Auch mit öl vom Dorf oder mit einem anderen Öl, o König – wer dem großen Viṣṇu oder auch Śiva eine Lampe darbringt, höre dessen Frucht:

Wort für Wort
grāmyena vāpi tailena
auch mit öl vom Dorf
rājan anyena vā punaḥ
o König, oder mit einem anderen
dīpaṃ dattvā mahāviṣṇoḥ
eine Lampe darbringend dem großen Viṣṇu
śivasya api phalaṃ śṛṇu
oder Śiva, höre dessen Frucht

sarvapāpavinirmuktaḥ sarvaiśvaryasamanvitaḥ / tattatsālokyamāpnoti trisaptapuruṣānvitaḥ

Von aller Sünde befreit, mit aller Herrschaftsmacht ausgestattet, erlangt er die jeweilige Gleichwelt(-igkeit), begleitet von einundzwanzig (Vorfahren).

Wort für Wort
sarvapāpavinirmuktaḥ
von aller Sünde befreit
sarvaiśvaryasamanvitaḥ
mit aller Herrschaftsmacht ausgestattet
tattatsālokyam āpnoti
erlangt er die jeweilige Gleichwelt(-igkeit)
trisaptapuruṣānvitaḥ
begleitet von einundzwanzig (Vorfahren)

yadyadiṣṭatamaṃ bhojyaṃ tattadīśāya viṣṇave / dattvā tattatpadaṃ yāti catvāriṃśatkulānvitaḥ

Was auch immer die liebste Speise ist – diese dem Herrn Viṣṇu darbringend, geht er, begleitet von vierzig Sippenangehörigen, in dessen jeweiliges Reich ein.

Wort für Wort
yadyadiṣṭatamaṃ bhojyam
was auch immer die liebste Speise ist
tattadīśāya viṣṇave dattvā
diese dem Herrn Viṣṇu darbringend
tattatpadaṃ yāti
geht er in dessen jeweiliges Reich ein
catvāriṃśatkulānvitaḥ
begleitet von vierzig Sippenangehörigen

yadyadiṣṭatamaṃ vastu tad dvirāya dāpayet / sa yāti viṣṇubhavanaṃ punarāvṛttidurlabham

Was auch immer die liebste Sache ist – wer dies einem Brahmanen geben lässt, geht in Viṣṇus Wohnstatt ein, wo eine Wiederkehr selten geschieht.

Wort für Wort
yadyadiṣṭatamaṃ vastu
was auch immer die liebste Sache ist
tad dviprāya dāpayet [?]
wer dies einem Brahmanen geben lässt [?]
sa yāti viṣṇubhavanam
geht er in Viṣṇus Wohnstatt ein
punarāvṛttidurlabham
wo eine Wiederkehr selten geschieht

[Anm.: Quelltext „natadviprāya“ unklar, hier als tad dviprāya („dies einem Brahmanen“) aufgefasst [?].]

bhrūṇahā svarṇadānena śuddho bhavati bhūpate / annatoyasamandānaṃ na bhūtaṃ na bhaviṣyati

Selbst ein Embryotöter wird durch eine Golddarbringung rein, o Herrscher. Eine der Darbringung von Speise und Wasser gleichkommende Gabe gab und wird es nicht geben.

Wort für Wort
bhrūṇahā svarṇadānena
der Embryotöter durch eine Golddarbringung
śuddho bhavati bhūpate
wird rein, o Herrscher
annatoyasamandānam
eine der Speise- und Wasserspende gleichkommende Gabe
na bhūtaṃ na bhaviṣyati
gab und wird es nicht geben

annadaḥ prāṇadaḥ proktaḥ prāṇadaścāpi sarvadaḥ / sarvadānaphalaṃ yasmādannadasya nṛpottama

Der Speisegeber wird als Lebensgeber (prāṇada) bezeichnet, und der Lebensgeber ist auch der Geber von allem, da die Frucht aller Gaben dem Speisegeber zuteilwird, o bester der Könige.

Wort für Wort
annadaḥ prāṇadaḥ proktaḥ
der Speisegeber wird als Lebensgeber bezeichnet
prāṇadaś ca api sarvadaḥ
und der Lebensgeber ist auch der Geber von allem
sarvadānaphalaṃ yasmāt
weil die Frucht aller Gaben
annadasya nṛpottama
dem Speisegeber (zuteilwird), o bester der Könige

annado brahmasadanaṃ yātivaṃśāyutānvitaḥ / na tasya punarāvṛttiriti śāstreṣu niścitam

Der Speisegeber geht, begleitet von zehntausend Sippenangehörigen, in Brahmās Wohnstatt ein; für ihn gibt es keine Wiederkehr – so steht es in den Lehrschriften fest.

Wort für Wort
annado brahmasadanaṃ yāti
der Speisegeber geht in Brahmās Wohnstatt ein
vaṃśāyutānvitaḥ
begleitet von zehntausend Sippenangehörigen
na tasya punarāvṛttiḥ
für ihn gibt es keine Wiederkehr
iti śāstreṣu niścitam
so steht es in den Lehrschriften fest

sadyastuṣṭikaraṃ jñeyaṃ jaladānaṃ yato 'dhikam / annadānānnṛpaśreṣṭha nirdiṣṭaṃ brahmavādibhiḥ

Die Wasserspende ist als sofort zufriedenstellend zu erkennen, weshalb sie, o bester der Könige, höher als die Speisespende eingestuft wird von den Brahma-Kundigen.

Wort für Wort
sadyastuṣṭikaraṃ jñeyam
als sofort zufriedenstellend zu erkennen
jaladānaṃ yato 'dhikam
die Wasserspende, weshalb sie höher (eingestuft wird)
annadānāt nṛpaśreṣṭha
als die Speisespende, o bester der Könige
nirdiṣṭaṃ brahmavādibhiḥ
eingestuft von den Brahma-Kundigen

mahāpātakayukto vā yukto vāpy upapātakaiḥ / jalado mucyate tebhya ityāha kamalodbhavaḥ

Sei einer mit einer großen Sünde oder mit einer geringeren Sünde behaftet – der Wasserspender wird von diesen befreit, so sagt der Lotosgeborene.

Wort für Wort
mahāpātakayukto vā
sei einer mit einer großen Sünde behaftet
yukto vā api upapātakaiḥ
oder mit einer geringeren Sünde
jalado mucyate tebhyaḥ
der Wasserspender wird von diesen befreit
iti āha kamalodbhavaḥ
so sagt der Lotosgeborene

śarīramannājaṃ prāhuḥ prāṇānapyannajānviduḥ / tasmādannaprado jñeyaḥ prāṇadaḥ pṛthivīpate

Der Körper, so sagt man, entstehe aus Speise; auch die Lebenskräfte wisse man als aus Speise entstanden. Daher ist der Speisegeber als Lebensgeber zu erkennen, o Herrscher der Erde.

Wort für Wort
śarīram annājaṃ prāhuḥ
der Körper, so sagt man, entstehe aus Speise
prāṇān api annajān viduḥ
auch die Lebenskräfte wisse man als aus Speise entstanden
tasmāt annaprado jñeyaḥ
daher ist der Speisegeber zu erkennen
prāṇadaḥ pṛthivīpate
als Lebensgeber, o Herrscher der Erde

yadyattuṣṭikaraṃ dānaṃ sarvakāmaphalapradam / tasmādannasamaṃ dānaṃ nāsti bhūpāla bhūtale

Welche Gabe auch immer zufriedenstellend ist und die Frucht aller Wünsche gewährt – dennoch gibt es keine der Speisegabe gleiche Gabe auf Erden, o Erdenherrscher.

Wort für Wort
yadyattuṣṭikaraṃ dānam
welche Gabe auch immer zufriedenstellend ist
sarvakāmaphalapradam
die die Frucht aller Wünsche gewährt
tasmāt annasamaṃ dānaṃ nāsti
dennoch gibt es keine der Speisegabe gleiche Gabe
bhūpāla bhūtale
o Erdenherrscher, auf Erden

annadasya kule jātā āyurārogyasaṃyutā nṛpottama / na bubhukṣāṃ te na paśyanti tasmādannaprado varaḥ

Die in der Sippe eines Speisegebers Geborenen, mit Lebensdauer und Gesundheit versehen [?], o bester der Könige – sie erfahren nie Hunger, daher ist der Speisegeber der Beste.

Wort für Wort
annadasya kule jātāḥ [?]
die in der Sippe eines Speisegebers Geborenen [?]
āyurārogyasaṃyutāḥ nṛpottama [?]
mit Lebensdauer und Gesundheit versehen, o bester der Könige [?]
na bubhukṣāṃ te na paśyanti [?]
sie erfahren keinen Hunger [?]
tasmāt annaprado varaḥ
daher ist der Speisegeber der Beste

[Anm.: Dieser Vers ist im Quelltext stark korrupt („āsahaṃstra nṛpotma ... napakaṃ te na paśaayanti“) und syntaktisch kaum zu rekonstruieren; sinngemäß gedeutet [?].]

pādābhyaṅgaṃ bhaktiyukto yo 'titheḥ kurute naraḥ / sa snātaḥ sarvatīrtheṣu gaṅgāsnānapuraḥsaram

Wer einem Gast mit Hingabe die Füße salbt, hat dadurch in allen Pilgerstätten gebadet, einschließlich eines Gaṅgā-Bades.

Wort für Wort
pādābhyaṅgaṃ bhaktiyukto
die Fußsalbung mit Hingabe
yo 'titheḥ kurute naraḥ
wer einem Gast erweist, der Mensch
sa snātaḥ sarvatīrtheṣu
hat in allen Pilgerstätten gebadet
gaṅgāsnānapuraḥsaram
einschließlich eines Gaṅgā-Bades

tailābhyaṅgaṃ mahārāja brāhmaṇānāṃ karoti yaḥ / sa snātaḥ 'ṣṭaśataṃ sāgraṃ gaṅgāyāṃ nātra saṃśayaḥ

Wer, großer König, den Brahmanen eine ölsalbung erweist, hat zweifellos reichlich achthundertmal in der Gaṅgā gebadet.

Wort für Wort
tailābhyaṅgaṃ mahārāja
die Ölsalbung, großer König
brāhmaṇānāṃ karoti yaḥ
wer den Brahmanen erweist
sa snātaḥ aṣṭaśataṃ sāgram
hat reichlich achthundertmal gebadet
gaṅgāyāṃ nātra saṃśayaḥ
in der Gaṅgā, zweifellos

rogitān brāhmaṇānyastu premṇā rakṣati rakṣakaḥ / sa koṭikulasaṃyukto vasedviṣṇupure yugam

Wer erkrankte Brahmanen als Beschützer mit Liebe beschützt, weilt, begleitet von zehn Millionen Sippenangehörigen, ein Yuga(-Zeitalter) in Viṣṇus Stadt.

Wort für Wort
rogitān brāhmaṇān yastu
wer erkrankte Brahmanen
premṇā rakṣati rakṣakaḥ
als Beschützer mit Liebe beschützt
sa koṭikulasaṃyukto
begleitet von zehn Millionen Sippenangehörigen
vaset viṣṇupure yugam [?]
weilt ein Yuga(-Zeitalter) in Viṣṇus Stadt [?]

[Anm.: Quelltext „vasedvūhyapure“ unklar/korrupt, hier probeweise als viṣṇupure aufgefasst [?], im Anschluss an die zahlreichen Parallelstellen dieses Kapitels.]

yo rakṣetpṛthivīpāla rogaṃ vā rogiṇaṃ naram / tasya viṣṇuḥ prasannātmā sarvānkāmānprayacchati

Wer, Herrscher der Erde, einen kranken oder erkrankten Menschen beschützt, dem gewährt Viṣṇu, gnädigen Sinnes, alle Wünsche.

Wort für Wort
yo rakṣet pṛthivīpāla
wer beschützt, Herrscher der Erde
rogaṃ vā rogiṇaṃ naram
einen kranken oder erkrankten Menschen
tasya viṣṇuḥ prasannātmā
dem Viṣṇu, gnädigen Sinnes
sarvānkāmānprayacchati
gewährt alle Wünsche

manasā karmaṇā vācā yo rakṣedāmayānvitam / sarvānkāmānavāpnoti sarvapāpavivarjitaḥ

Wer mit Gedanke, Tat und Wort einen Kranken beschützt, erlangt alle Wünsche und ist von aller Sünde frei.

Wort für Wort
manasā karmaṇā vācā
mit Gedanke, Tat und Wort
yo rakṣet āmayānvitam
wer einen Kranken beschützt
sarvānkāmānavāpnoti
erlangt alle Wünsche
sarvapāpavivarjitaḥ
frei von aller Sünde

yo dadāti mahīpāla nivāsaṃ brāhmaṇāya vai / tasya prasanno deveśaḥ svalokaṃ saṃprayacchati

Wer, Herrscher der Erde, einem Brahmanen eine Wohnstätte gibt, dem gewährt, wohlgesinnt, der Gott der Götter seine eigene Welt.

Wort für Wort
yo dadāti mahīpāla
wer gibt, Herrscher der Erde
nivāsaṃ brāhmaṇāya vai
eine Wohnstätte einem Brahmanen
tasya prasanno deveśaḥ
dem, wohlgesinnt, der Gott der Götter
svalokaṃ saṃprayacchati
gewährt seine eigene Welt

brāhmaṇāya brahmavide yo dadyādgāṃ payasvinīm / sa yāti brahmasadanam anyeṣāmatidurlabham

Wer einem Brahman-kundigen Brahmanen eine milchreiche Kuh gibt, geht in Brahmās Wohnstatt ein, die für andere überaus schwer zu erreichen ist.

Wort für Wort
brāhmaṇāya brahmavide
einem Brahman-kundigen Brahmanen
yo dadyād gāṃ payasvinīm
wer eine milchreiche Kuh gibt
sa yāti brahmasadanam
geht in Brahmās Wohnstatt ein
anyeṣām atidurlabham
die für andere überaus schwer zu erreichen ist

anyebhyaḥ pratigṛhyāpi yo dadyādgāṃ payasvinīm / tasya puṇyaphalaṃ vaktuṃ nāhaṃ śakto 'smi paṇḍita

Wer, selbst nachdem er (die Kuh) von anderen empfangen hat, eine milchreiche Kuh (weiter-)gibt, dessen Verdienstfrucht zu benennen bin ich, o Gelehrter, nicht imstande.

Wort für Wort
anyebhyaḥ pratigṛhya api
selbst nachdem er von anderen empfangen hat
yo dadyād gāṃ payasvinīm
wer eine milchreiche Kuh gibt
tasya puṇyaphalaṃ vaktum
dessen Verdienstfrucht zu benennen
na aham śakto 'smi paṇḍita
bin ich nicht imstande, o Gelehrter

kapilāṃ vedaviduṣe yo dadāti payasvinīm / sa eva rudro bhūpāla sarvapāpavivarjitaḥ

Wer einem Vedakundigen eine braune, milchreiche Kuh gibt, ist selbst Rudra, o Herrscher der Erde, frei von aller Sünde.

Wort für Wort
kapilāṃ vedaviduṣe
einem Vedakundigen eine braune (Kuh)
yo dadāti payasvinīm
wer eine milchreiche (Kuh) gibt
sa eva rudro bhūpāla
ist selbst Rudra, o Herrscher der Erde
sarvapāpavivarjitaḥ
frei von aller Sünde

viprāya vedaviduṣe dadyādubhayatomukhīm / yastasya puṇyaṃ saṃkhātuṃ na śakto 'bdaśatairapi

Wer einem vedakundigen Brahmanen eine ‘nach beiden Seiten (milchgebende und trächtige) Kuh’ gibt [Anm.: ubhayatomukhī] – dessen Verdienst ist selbst in hundert Jahren nicht aufzuzählen.

Wort für Wort
viprāya vedaviduṣe
einem vedakundigen Brahmanen
dadyād ubhayatomukhīm
wer eine ‘nach beiden Seiten’ (trächtige, milchgebende) Kuh gibt
yastasya puṇyaṃ saṃkhātum
dessen Verdienst aufzuzählen
na śakto 'bdaśatair api
ist selbst in hundert Jahren nicht möglich

tasya puṇyaphalaṃ rājañśṛṇu vakṣyāmi tattvataḥ / ekataḥ kratavaḥ sarve samagravaradakṣiṇāḥ

Höre dessen Verdienstfrucht, o König, ich will sie der Wahrheit gemäß verkünden: auf der einen Seite (stehen) alle Opfer mit vollständigen, vortrefflichen Priestergaben,

Wort für Wort
tasya puṇyaphalaṃ rājan
dessen Verdienstfrucht, o König
śṛṇu vakṣyāmi tattvataḥ
höre, ich verkünde sie der Wahrheit gemäß
ekataḥ kratavaḥ sarve
auf der einen Seite alle Opfer
samagravaradakṣiṇāḥ
mit vollständigen, vortrefflichen Priestergaben

ekato bhayabhītasya tu prāṇinaḥ prāṇarakṣaṇam / saṃrakṣati mahīpāla yo vipraṃ bhayavihvalam

– auf der anderen Seite die Lebensrettung eines von Furcht ergriffenen Lebewesens. Wer, Herrscher der Erde, einen von Furcht überwältigten Brahmanen beschützt,

Wort für Wort
ekato bhayabhītasya tu
auf der anderen Seite aber eines von Furcht ergriffenen
prāṇinaḥ prāṇarakṣaṇam
Lebewesens die Lebensrettung
saṃrakṣati mahīpāla
wer beschützt, Herrscher der Erde
yo vipraṃ bhayavihvalam
einen von Furcht überwältigten Brahmanen

sa snātaḥ sarvatīrtheṣu sarvayajñeṣu dīkṣitaḥ / vastrado rudrabhavanaṃ kanyādo brahmaṇaḥ padam

– er hat in allen Pilgerstätten gebadet, ist in alle Opfer eingeweiht. Der Kleidergeber (geht ein in) Rudras Wohnstatt, der Mädchengeber in Brahmās Reich.

Wort für Wort
sa snātaḥ sarvatīrtheṣu
er hat in allen Pilgerstätten gebadet
sarvayajñeṣu dīkṣitaḥ
ist in alle Opfer eingeweiht
vastrado rudrabhavanam
der Kleidergeber (geht ein in) Rudras Wohnstatt
kanyādo brahmaṇaḥ padam
der Mädchengeber in Brahmās Reich

hemado viṣṇubhavanaṃ prayāti svakulānvitaḥ / yastu kanyāmalaṅkṛtya dadātyadhyātmavedine

Der Goldgeber geht, begleitet von seiner eigenen Sippe, in Viṣṇus Wohnstatt ein. Wer aber ein geschmücktes Mädchen einem in der Selbst-Erkenntnis Kundigen gibt,

Wort für Wort
hemado viṣṇubhavanam
der Goldgeber (geht ein in) Viṣṇus Wohnstatt
prayāti svakulānvitaḥ
er geht, begleitet von seiner eigenen Sippe
yastu kanyām alaṅkṛtya
wer aber ein geschmücktes Mädchen
dadāti adhyātmavedine
gibt einem in der Selbst-Erkenntnis Kundigen

śatabaṃśasamāyuktaḥ sa vrajedbrahmaṇaḥ padam / kārtikyāṃ paurṇamāsyāṃ vā āṣāḍhyāṃ vāpi bhūpate

– begleitet von hundert Geschlechtern, geht er in Brahmās Reich ein. Am Vollmondtag des Kārtika oder auch des Āṣāḍha, o Herrscher,

Wort für Wort
śatabaṃśasamāyuktaḥ
begleitet von hundert Geschlechtern
sa vrajed brahmaṇaḥ padam
er geht in Brahmās Reich ein
kārtikyāṃ paurṇamāsyāṃ vā
am Vollmondtag des Kārtika oder
āṣāḍhyāṃ vāpi bhūpate
auch des Āṣāḍha, o Herrscher

vṛṣabhaṃ śivatuṣṭyarthamutsṛjettatphalaṃ śṛṇu / saptajanmārjitaiḥ pāpairvimukto rudrarūpabhāk

– wer einen Stier freilässt, um Śiva zu erfreuen, dessen Frucht höre: er wird von den in sieben Geburten erworbenen Sünden befreit und erlangt Anteil an Rudras Gestalt.

Wort für Wort
vṛṣabhaṃ śivatuṣṭyartham utsṛjet
wer einen Stier freilässt, um Śiva zu erfreuen
tatphalaṃ śṛṇu
dessen Frucht höre
saptajanmārjitaiḥ pāpaiḥ vimukto
von den in sieben Geburten erworbenen Sünden befreit
rudrarūpabhāk
erlangt Anteil an Rudras Gestalt

kulasaptatisaṃyukto rudreṇa saha modate / śivaliṅgāṅkitaṃ kṛtvā mahiṣaṃ yaḥ samutsṛjet

– begleitet von siebzig Sippenangehörigen, weilt er in Freude zusammen mit Rudra. Wer einen Büffel, mit dem Śiva-Liṅga(-Zeichen) versehen, freilässt,

Wort für Wort
kulasaptatisaṃyukto
begleitet von siebzig Sippenangehörigen
rudreṇa saha modate
weilt er in Freude zusammen mit Rudra
śivaliṅgāṅkitaṃ kṛtvā
mit dem Śiva-Liṅga-Zeichen versehen
mahiṣaṃ yaḥ samutsṛjet
wer einen Büffel freilässt

na tasya yātanāloko bhavennṛpatisattama / tāmbūladānaṃ yaḥ kuryācchaktito nṛpasattama

– für ihn gibt es keine Höllenqual-Welt, o bester der Könige. Wer nach Kräften eine Betelgabe macht, o bester der Könige,

Wort für Wort
na tasya yātanāloko bhavet
für ihn gibt es keine Höllenqual-Welt
nṛpatisattama
o bester der Könige
tāmbūladānaṃ yaḥ kuryāt
wer eine Betelgabe macht
śaktito nṛpasattama
nach Kräften, o bester der Könige

tasya viṣṇuḥ prasannātmā dadātyāyuryaśaḥ śriyam / kṣīrodo ghṛtadaścaiva madhudo dadhidastathā

– dem gewährt Viṣṇu, gnädigen Sinnes, Lebensdauer, Ruhm und Wohlstand. Ebenso der Milchspender, der Ghee-Spender und der Honig- und Joghurt-Spender –

Wort für Wort
tasya viṣṇuḥ prasannātmā
dem Viṣṇu, gnädigen Sinnes
dadāti āyuryaśaḥ śriyam
gewährt Lebensdauer, Ruhm und Wohlstand
kṣīrodo ghṛtadaścaiva
der Milchspender und der Ghee-Spender
madhudo dadhidastathā
der Honigspender und ebenso der Joghurtspender

divyābdāyutaparyantaṃ svargaloke mahīyate / prayāti brahmasadanamikṣudātā nṛpottama

– wird zehntausend himmlische Jahre lang in der Himmelswelt geehrt; der Zuckerrohr(saft)spender geht, o bester der Könige, in Brahmās Wohnstatt ein.

Wort für Wort
divyābdāyutaparyantam
zehntausend himmlische Jahre lang
svargaloke mahīyate
wird er in der Himmelswelt geehrt
prayāti brahmasadanam
er geht in Brahmās Wohnstatt ein
ikṣudātā nṛpottama
der Zuckerrohr(saft)spender, o bester der Könige

gandhadaḥ puṇyaphaladaḥ prayāti brahmaṇaḥ padam / guḍekṣurasadaścaiva prayāti kṣīrasāgaram

Der Duftstoffspender und der Fruchtspender gehen in Brahmās Reich ein; der Spender von Zuckerrohrmelasse-Saft geht in den Milchozean ein.

Wort für Wort
gandhadaḥ puṇyaphaladaḥ
der Duftstoffspender und der Fruchtspender
prayāti brahmaṇaḥ padam
gehen in Brahmās Reich ein
guḍekṣurasadaścaiva
und der Spender von Zuckerrohrmelasse-Saft
prayāti kṣīrasāgaram
geht in den Milchozean ein

bhaṭānāṃ jalado yāti sūryalokamanuttamam / vidyādānena sāyujyaṃ mādhavasya vrajennaraḥ

Wer den Kriegern Wasser spendet, geht in die unübertreffliche Sonnenwelt ein; durch eine Wissens-Spende geht der Mensch zur Vereinigung mit Mādhava ein.

Wort für Wort
bhaṭānāṃ jalado yāti
der Wasserspender für Krieger geht
sūryalokamanuttamam
in die unübertreffliche Sonnenwelt ein
vidyādānena sāyujyaṃ
durch eine Wissens-Spende die Vereinigung
mādhavasya vrajennaraḥ
mit Mādhava geht der Mensch ein

vidyādānaṃ mahīdānaṃ godānaṃ cottamottamam / narakāduddharantyeva japavāhanadohanāt

Die Wissens-Spende, die Landspende und die Kuh-Spende sind die allervortrefflichsten; sie erretten aus der Hölle, mehr noch als (bloßes) Murmelgebet, Fahrzeug(spende) und Melken [?].

Wort für Wort
vidyādānaṃ mahīdānaṃ
die Wissens-Spende, die Landspende
godānaṃ cottamottamam
und die Kuh-Spende sind die allervortrefflichsten
narakāduddharantyeva
sie erretten eben aus der Hölle
japavāhanadohanāt [?]
mehr als Murmelgebet, Fahrzeug, Melken [?]

[Anm.: „japavāhanadohanāt“ unklar in seiner genauen syntaktischen Funktion; sinngemäß als vergleichende Abgrenzung übersetzt [?].]

sarveṣāmapi dānānāṃ vidyādānaṃ viśiṣyate / vidyādānena sāyujyaṃ viṣṇoryāti nṛpottama

Unter allen Gaben zeichnet sich die Wissens-Spende besonders aus; durch die Wissens-Spende geht man, o bester der Könige, zur Vereinigung mit Viṣṇu ein.

Wort für Wort
sarveṣāmapi dānānāṃ
unter allen Gaben
vidyādānaṃ viśiṣyate
zeichnet sich die Wissens-Spende aus
vidyādānena sāyujyaṃ
durch die Wissens-Spende die Vereinigung
viṣṇoryāti nṛpottama
mit Viṣṇu geht man ein, o bester der Könige

naras tu indhanadānena mucyate hyupapātakaiḥ / śālagrāmaśilādānaṃ mahādānaṃ prakīrtitam

Der Mensch wird durch eine Brennholz-Spende von den geringeren Sünden befreit; die Spende eines Śālagrāma-Steins wird als große Gabe gepriesen.

Wort für Wort
naras tu indhanadānena
der Mensch aber durch eine Brennholz-Spende
mucyate hyupapātakaiḥ
wird von den geringeren Sünden befreit
śālagrāmaśilādānaṃ
die Spende eines Śālagrāma-Steins
mahādānaṃ prakīrtitam
wird als große Gabe gepriesen

yaddattvā mokṣamāpnoti liṅgadānaṃ tathā smṛtam / brahmāṇḍakoṭidānena yatphalaṃ labhate naraḥ

Wodurch man, es gebend, Erlösung erlangt – auch die Liṅga-Spende gilt ebenso als solche; die Frucht, die ein Mensch durch die Spende von zehn Millionen Welteneiern erlangt,

Wort für Wort
yaddattvā mokṣamāpnoti
wodurch man, gebend, Erlösung erlangt
liṅgadānaṃ tathā smṛtam
gilt auch die Liṅga-Spende ebenso
brahmāṇḍakoṭidānena
durch die Spende von zehn Millionen Welteneiern
yatphalaṃ labhate naraḥ
die Frucht, die ein Mensch erlangt

tatphalaṃ samavāpnoti liṅgadānānna saṃśayaḥ / śālagrāmaśilādāne tato 'pi dviguṇaṃ phalam

– eben diese Frucht erlangt er zweifellos durch die Liṅga-Spende; bei der Spende eines Śālagrāma-Steins ist die Frucht noch doppelt so groß.

Wort für Wort
tatphalaṃ samavāpnoti
eben diese Frucht erlangt er
liṅgadānānna saṃśayaḥ
durch die Liṅga-Spende, zweifellos
śālagrāmaśilādāne
bei der Spende eines Śālagrāma-Steins
tato 'pi dviguṇaṃ phalam
ist die Frucht noch doppelt so groß

śālagrāmaśilārūpī viṣṇureveti viśrutaḥ / yo dadāti naro dānaṃ gṛhyatāṃ prabho iti

Der Śālagrāma-Stein gilt bekanntlich als Viṣṇu selbst in Steingestalt. Welcher Mensch diese Gabe gibt – ‘möge sie angenommen werden, o Herr’ [?] –,

Wort für Wort
śālagrāmaśilārūpī
in Śālagrāma-Steingestalt
viṣṇureveti viśrutaḥ
gilt bekanntlich als Viṣṇu selbst
yo dadāti naro dānaṃ
welcher Mensch diese Gabe gibt
gṛhyatāṃ prabho iti [?]
‘möge sie angenommen werden, o Herr’ [?]

[Anm.: Der zweite Halbvers ist im Quelltext unvollständig/verkürzt überliefert („yo dadāti naro dānaṃ gṛhatāṃ prabho“); Sinn nur bruchstückhaft erschließbar [?].]

gaṅgāsnānaphalaṃ tasya niścitaṃ nṛpa jāyate / ratnānvitasavarṇasya pradānena nṛpottama

– dem entsteht gewiss die Frucht eines Gaṅgā-Bades, o König. Durch die Spende von mit Edelsteinen versehenem Gold, o bester der Könige,

Wort für Wort
gaṅgāsnānaphalaṃ tasya
die Frucht eines Gaṅgā-Bades ihm
niścitaṃ nṛpa jāyate
entsteht gewiss, o König
ratnānvitasavarṇasya
von mit Edelsteinen versehenem Gold
pradānena nṛpottama
durch die Spende, o bester der Könige

bhuktimuktimavāpnoti mahādānaṃ yataḥ smṛtam / naro māṇikyadānena paraṃ mokṣamavāpnuyāt

– erlangt man Genuss und Erlösung, da es als große Gabe überliefert ist. Durch eine Rubin-Spende erlangt der Mensch die höchste Erlösung.

Wort für Wort
bhuktimuktimavāpnoti
erlangt man Genuss und Erlösung
mahādānaṃ yataḥ smṛtam
da es als große Gabe überliefert ist
naro māṇikyadānena
der Mensch durch eine Rubin-Spende
paraṃ mokṣamavāpnuyāt
erlangt die höchste Erlösung

dhruvalokamavāpnoti vajradānena mānavaḥ / svargaṃ vidrumadānena rudralokamavāpnuyāt

Durch eine Diamant-Spende erlangt der Mensch die Welt des Dhruva(-Sterns); durch eine Korallen-Spende (erlangt er) den Himmel, durch eine (weitere) erlangt er Rudras Welt.

Wort für Wort
dhruvalokamavāpnoti
erlangt er die Welt des Dhruva(-Sterns)
vajradānena mānavaḥ
durch eine Diamant-Spende, der Mensch
svargaṃ vidrumadānena
den Himmel durch eine Korallen-Spende
rudralokamavāpnuyāt
erlangt er Rudras Welt

prayāti yānadānena muktādānena caindavam / vaiḍūryado rudralokaṃ puṣparāgapradastathā

Durch die Spende eines Fahrzeugs und durch die Spende einer Perle geht er in die Mondwelt ein; der Spender eines Katzenauge-Steins (geht ein in) Rudras Welt, ebenso der Spender eines Topas-Steins.

Wort für Wort
prayāti yānadānena
er geht ein durch die Spende eines Fahrzeugs
muktādānena caindavam
und durch die Spende einer Perle in die Mondwelt
vaiḍūryado rudralokaṃ
der Spender eines Katzenauge-Steins in Rudras Welt
puṣparāgapradastathā
ebenso der Spender eines Topas-Steins

puṣparāgapradānena sarvatra sukhamaśnute / aśvadānena sāṃnidhyaṃ ciraṃ vrajati bhūmipa

Durch die Spende eines Topas-Steins genießt man überall Glück; durch eine Pferdespende erlangt man, o Herrscher der Erde, lange die Nähe (der himmlischen Pferde) [?].

Wort für Wort
puṣparāgapradānena
durch die Spende eines Topas-Steins
sarvatra sukhamaśnute
genießt man überall Glück
aśvadānena sāṃnidhyaṃ [?]
durch eine Pferdespende die Nähe [?]
ciraṃ vrajati bhūmipa
erlangt man lange, o Herrscher der Erde

[Anm.: Der zweite Halbvers ist im Quelltext unvollständig überliefert („asvasāṃnidhyaṃ ciraṃ vrajati bhūmipa“ ohne erkennbares Bezugswort für die Spende); sinngemäß als Pferdespende ergänzt [?].]

gajadānena mahatā sarvānkāmānavāpnuyāt / prayāti yānadānena svargaṃ svaryānamāsthitaḥ

Durch die Spende eines mächtigen Elefanten erlangt man alle Wünsche; durch die Spende eines Fahrzeugs geht man, auf einem Himmelswagen weilend, in den Himmel ein.

Wort für Wort
gajadānena mahatā
durch die Spende eines mächtigen Elefanten
sarvānkāmānavāpnuyāt
erlangt man alle Wünsche
prayāti yānadānena svargaṃ
geht man durch die Spende eines Fahrzeugs in den Himmel ein
svaryānamāsthitaḥ
auf einem Himmelswagen weilend

mahiṣīdo jayatyeva hyapamṛtyuṃ na saṃśayaḥ / gavāṃ tṛṇapradānena rudralokamavāpnuyāt

Der Spender einer Büffelkuh überwindet zweifellos den vorzeitigen Tod; durch die Spende von Futtergras für Kühe erlangt man Rudras Welt.

Wort für Wort
mahiṣīdo jayatyeva
der Spender einer Büffelkuh überwindet eben
hyapamṛtyuṃ na saṃśayaḥ
den vorzeitigen Tod, zweifellos
gavāṃ tṛṇapradānena
durch die Spende von Futtergras für Kühe
rudralokamavāpnuyāt
erlangt man Rudras Welt

vāruṇaṃ lokamāpnoti mahīśa lavaṇapradaḥ / svaśramācāraniratāḥ sarvabhūtahiteratāḥ

Der Salzspender erlangt, o Herrscher der Erde, die Welt Varuṇas. Diejenigen, die ihrer eigenen (Stands-)Übung hingegeben und dem Wohl aller Wesen zugetan sind,

Wort für Wort
vāruṇaṃ lokamāpnoti mahīśa
erlangt die Welt Varuṇas, o Herrscher der Erde
lavaṇapradaḥ
der Salzspender
svaśramācāraniratāḥ
der eigenen (Stands-)Übung hingegeben
sarvabhūtahiteratāḥ
dem Wohl aller Wesen zugetan

adāmbhikā gatāsūyāḥ prayānti brahmaṇaḥ padam / paropadeśaniratā vītarāgā vimatsarāḥ

– frei von Heuchelei, frei von Missgunst, gehen sie in Brahmās Reich ein. Diejenigen, die der Belehrung anderer hingegeben, frei von Leidenschaft und frei von Neid sind,

Wort für Wort
adāmbhikā gatāsūyāḥ
frei von Heuchelei, frei von Missgunst
prayānti brahmaṇaḥ padam
gehen sie in Brahmās Reich ein
paropadeśaniratā
der Belehrung anderer hingegeben
vītarāgā vimatsarāḥ
frei von Leidenschaft, frei von Neid

haripādārcanaratāḥ prayānti sadanaṃ hareḥ / satsaṅgāhlādaniratāḥ satkarmasu sadodyatāḥ

– der Verehrung von Haris Füßen hingegeben, gehen sie in Haris Wohnstatt ein. Diejenigen, die an der Freude guter Gemeinschaft Gefallen finden und stets zu guten Werken bereit sind,

Wort für Wort
haripādārcanaratāḥ
der Verehrung von Haris Füßen hingegeben
prayānti sadanaṃ hareḥ
gehen sie in Haris Wohnstatt ein
satsaṅgāhlādaniratāḥ
an der Freude guter Gemeinschaft Gefallen findend
satkarmasu sadodyatāḥ
stets zu guten Werken bereit

parāpavādavimukhāḥ prayānti harimandiram / nityaṃ hitakarā ye tu brāhmaṇeṣu ca goṣu ca

– dem Verleumden anderer abgeneigt, gehen sie in Haris Tempel(-welt) ein. Diejenigen, die stets wohltätig gegenüber Brahmanen und Kühen sind,

Wort für Wort
parāpavādavimukhāḥ
dem Verleumden anderer abgeneigt
prayānti harimandiram
gehen sie in Haris Tempel(-welt) ein
nityaṃ hitakarā ye tu
diejenigen aber, die stets wohltätig sind
brāhmaṇeṣu ca goṣu ca
gegenüber Brahmanen und Kühen

parastrīsaṅgavimukhā na paśyanti yamālayam / jitendriyā jitāhārā goṣu kṣāntāḥ suśīlinaḥ

– der Gemeinschaft mit fremden Frauen abgeneigt, sehen sie nicht Yamas Wohnstatt. Die die Sinne bezwungen, die Nahrung bezwungen haben, gegenüber Kühen geduldig, von gutem Charakter,

Wort für Wort
parastrīsaṅgavimukhā
der Gemeinschaft mit fremden Frauen abgeneigt
na paśyanti yamālayam
sehen sie nicht Yamas Wohnstatt
jitendriyā jitāhārā
die Sinne bezwungen, die Nahrung bezwungen
goṣu kṣāntāḥ suśīlinaḥ
gegenüber Kühen geduldig, von gutem Charakter

brāhmaṇeṣu kṣamāśīlāḥ prayānti bhavanaṃ hareḥ / agniśuśrūṣavaścaiva guruśuśrūṣakāstathā

– gegenüber Brahmanen von nachsichtiger Wesensart, gehen sie in Haris Wohnstatt ein. Diejenigen, die dem Feuer(-dienst) dienen und ebenso dem Lehrer dienen,

Wort für Wort
brāhmaṇeṣu kṣamāśīlāḥ
gegenüber Brahmanen von nachsichtiger Wesensart
prayānti bhavanaṃ hareḥ
gehen sie in Haris Wohnstatt ein
agniśuśrūṣavaścaiva
und die dem Feuer(-dienst) dienen
guruśuśrūṣakāstathā
ebenso die dem Lehrer dienen

patiśuśrūṣaṇaratā na vai saṃsṛtibhāginaḥ / sadā devārcanaratā harinamaparāyaṇāḥ

– (Frauen,) die dem Dienst am Gatten hingegeben sind, haben keinen Anteil am Daseinskreislauf. Diejenigen, die stets der Gottesverehrung hingegeben und dem Namen Haris zugewandt sind,

Wort für Wort
patiśuśrūṣaṇaratā
dem Dienst am Gatten hingegeben
na vai saṃsṛtibhāginaḥ
haben keinen Anteil am Daseinskreislauf
sadā devārcanaratā
stets der Gottesverehrung hingegeben
harinamaparāyaṇāḥ
dem Namen Haris zugewandt

pratigrahanivṛttāśca prayānti paramaṃ padam / anāthaṃ viprakuṇapaṃ ye daheyurnṛpottama

– und die vom (unrechten) Gabenempfang zurückgehalten sind, gehen in den höchsten Ort ein. Diejenigen, die die Leiche eines herrenlosen Brahmanen verbrennen, o bester der Könige,

Wort für Wort
pratigrahanivṛttāśca
und die vom (unrechten) Gabenempfang zurückgehalten sind
prayānti paramaṃ padam
gehen in den höchsten Ort ein
anāthaṃ viprakuṇapaṃ
die Leiche eines herrenlosen Brahmanen
ye daheyurnṛpottama
die verbrennen, o bester der Könige

aśvamedhasahasrāṇāṃ phalamaśnuvate sadā / patraiḥ puṣpaiḥ phalairvāpi jalairvā manujeśvara

– genießen stets die Frucht tausend Pferdeopfer. Mit Blättern, Blüten, Früchten oder Wasser, o Herrscher der Menschen –

Wort für Wort
aśvamedhasahasrāṇāṃ
tausend Pferdeopfer
phalamaśnuvate sadā
dessen Frucht genießen sie stets
patraiḥ puṣpaiḥ phalairvāpi
mit Blättern, Blüten oder Früchten
jalairvā manujeśvara
oder mit Wasser, o Herrscher der Menschen

pūjayā rahitaṃ liṅgamarcayettatphalaṃ śṛṇu / apsarogaṇagandharvaiḥ stūyamāno vimānagaḥ

– wer ein (bislang) der Verehrung entbehrendes Liṅga verehrt, dessen Frucht höre: von Scharen der Apsaras' und Gandharvas besungen, auf einem Himmelswagen fahrend,

Wort für Wort
pūjayā rahitaṃ liṅgam
ein der Verehrung entbehrendes Liṅga
arcayettatphalaṃ śṛṇu
wer verehrt, dessen Frucht höre
apsarogaṇagandharvaiḥ
von Scharen der Apsaras' und Gandharvas
stūyamāno vimānagaḥ
besungen, auf einem Himmelswagen fahrend

prayāti śivasānnidhyamityāha kamalodbhavaḥ / culukodakamātreṇa liṅgaṃ saṃsnāpya bhūmipa

– geht er in Śivas Nähe ein, so sagt der Lotosgeborene. Wer, o Herrscher der Erde, das Liṅga mit nur einer Handvoll Wasser badet,

Wort für Wort
prayāti śivasānnidhyam
geht er in Śivas Nähe ein
ityāha kamalodbhavaḥ
so sagt der Lotosgeborene
culukodakamātreṇa
mit nur einer Handvoll Wasser
liṅgaṃ saṃsnāpya bhūmipa
das Liṅga badend, o Herrscher der Erde

lakṣāśvamedhajaṃ puṇyaṃ samprāpnoti na saṃśayaḥ / pūjayā rahitaṃ liṅgaṃ kusumairyo 'rcayetsudhīḥ

– erlangt zweifellos das Verdienst von hunderttausend Pferdeopfern. Wer klugen Sinnes ein der Verehrung entbehrendes Liṅga mit Blüten verehrt,

Wort für Wort
lakṣāśvamedhajaṃ puṇyaṃ
das Verdienst von hunderttausend Pferdeopfern
samprāpnoti na saṃśayaḥ
erlangt er zweifellos
pūjayā rahitaṃ liṅgaṃ
ein der Verehrung entbehrendes Liṅga
kusumairyo 'rcayetsudhīḥ
wer klugen Sinnes mit Blüten verehrt

aśvamedhāyutaphalaṃ bhavettasya janeśvara / bhakṣyairbhojyaiḥ phalairvāpi śūnyaṃ liṅgaṃ prapūjya ca

– dem entsteht die Frucht zehntausend Pferdeopfer, o Herrscher der Menschen. Wer mit Essbarem, Genießbarem oder Früchten ein bislang leeres (unverehrtes) Liṅga verehrt,

Wort für Wort
aśvamedhāyutaphalaṃ
die Frucht zehntausend Pferdeopfer
bhavettasya janeśvara
entsteht ihm, o Herrscher der Menschen
bhakṣyairbhojyaiḥ phalairvāpi
mit Essbarem, Genießbarem oder Früchten
śūnyaṃ liṅgaṃ prapūjya ca
ein leeres Liṅga verehrend

śivasāyujyamāpnoti punarāvṛttivarjitam / pūjayā rahitaṃ viṣṇuṃ yo 'rcayedavaṃśaja

– erlangt die Vereinigung mit Śiva, frei von jeder Wiederkehr. Wer, auch wenn aus niedriger Sippe stammend [?], einen der Verehrung entbehrenden Viṣṇu verehrt,

Wort für Wort
śivasāyujyamāpnoti
erlangt die Vereinigung mit Śiva
punarāvṛttivarjitam
frei von jeder Wiederkehr
pūjayā rahitaṃ viṣṇuṃ
einen der Verehrung entbehrenden Viṣṇu
yo 'rcayedavaṃśaja [?]
wer verehrt, auch aus niedriger Sippe [?]

[Anm.: „akarvaṃśaja“ im Quelltext unklar/korrupt, sinngemäß als „auch wenn aus niedriger Sippe stammend“ gedeutet [?].]

jalenāpi sa sālokyaṃ viṣṇoryāti narottama / devatāyatane yastu kuryātsaṃmārjanaṃ sudhīḥ

– erlangt, und sei es auch nur mit Wasser, die Gleichwelt(-igkeit) mit Viṣṇu, o bester der Menschen. Wer klugen Sinnes im Gottestempel das Fegen vornimmt,

Wort für Wort
jalenāpi sa sālokyaṃ
und sei es auch nur mit Wasser, die Gleichwelt(-igkeit)
viṣṇoryāti narottama
mit Viṣṇu erlangt er, o bester der Menschen
devatāyatane yastu
wer im Gottestempel
kuryātsaṃmārjanaṃ sudhīḥ
das Fegen vornimmt, klugen Sinnes

yāvatpāṃsu yugāvāsaṃ vaiṣṇave mandire labhet / śīrṇaṃ sphaṭikaliṅgantu yaḥ saṃdadhyānnṛpottama

– erlangt für so viele Staubkörner (jeweils) ein Yuga(-Zeitalter) Aufenthalt in Viṣṇus Tempel(-welt). Wer, o bester der Könige, ein zerbrochenes Bergkristall-Liṅga wieder zusammenfügt,

Wort für Wort
yāvatpāṃsu
für so viele Staubkörner
yugāvāsaṃ vaiṣṇave mandire labhet
erlangt er ein Yuga(-Zeitalter) Aufenthalt in Viṣṇus Tempel(-welt)
śīrṇaṃ sphaṭikaliṅgantu
ein zerbrochenes Bergkristall-Liṅga aber
yaḥ saṃdadhyānnṛpottama
wer wieder zusammenfügt, o bester der Könige

śatajanmārjitaiḥ pāpairmucyate sa tu mānavaḥ / yastu devālaye rājannapi gocarmamātrakam

– jener Mensch wird von den in hundert Geburten erworbenen Sünden befreit. Wer, o König, im Gottestempel auch nur (Fläche in der Größe) einer Kuhhaut,

Wort für Wort
śatajanmārjitaiḥ pāpaiḥ
von den in hundert Geburten erworbenen Sünden
mucyate sa tu mānavaḥ
wird jener Mensch befreit
yastu devālaye rājan
wer aber im Gottestempel, o König
api gocarmamātrakam
auch nur (Fläche) einer Kuhhaut

jalena siñcati bhūbhāgaṃ so 'pi svargaṃ labhennaraḥ / gandhodakena yaḥ siñceddevatāyatane bhuvam

– mit Wasser besprengt, auch dieser Mensch erlangt den Himmel. Wer mit duftendem Wasser den Boden im Gottestempel besprengt,

Wort für Wort
jalena siñcati bhūbhāgaṃ
mit Wasser einen Bodenteil besprengt
so 'pi svargaṃ labhennaraḥ
auch dieser Mensch erlangt den Himmel
gandhodakena yaḥ siñcet
wer mit duftendem Wasser besprengt
devatāyatane bhuvam
den Boden im Gottestempel

[Anm.: Quelltext „siñcidbhūbhāgaṃ“ als siñcati bhūbhāgaṃ aufgefasst.]

yāvatkaṇānukalpaṃ tu tiṣṭheta devasannidhau / mṛdā dhātuvikārairvā yo limpeddevatāgṛham

– (erlangt) für so viele (Wasser-)Tropfen ein Weltzeitalter Aufenthalt in Gottes Nähe. Wer mit Lehm oder Mineralfarben den Gottestempel bestreicht,

Wort für Wort
yāvatkaṇānukalpaṃ tu
für so viele Tropfen aber, ein Weltzeitalter
tiṣṭheta devasannidhau
weilt er in Gottes Nähe
mṛdā dhātuvikārairvā
mit Lehm oder Mineralfarben
yo limpeddevatāgṛham
wer den Gottestempel bestreicht

sa koṭikulamuddhṛtya yāti sāmyaṃ madhudviṣaḥ / śilācūrṇena yo martyo devāgāraṃ tu lopayet

– errettet zehn Millionen seiner Sippe und geht zur Gleichheit mit dem Feind des Madhu (Viṣṇu) ein. Welcher Sterbliche mit Steinmörtel den Gottestempel ausbessert [?],

Wort für Wort
sa koṭikulamuddhṛtya
errettet zehn Millionen seiner Sippe
yāti sāmyaṃ madhudviṣaḥ
geht zur Gleichheit mit dem Feind des Madhu ein
śilācūrṇena yo martyo
welcher Sterbliche mit Steinmörtel
devāgāraṃ tu lopayet [?]
den Gottestempel ausbessert [?]

[Anm.: „lopayet“ hier sinngemäß als „ausbessern/verputzen“ aufgefasst, wörtlich eher „beseitigen“; der Kontext (Instandsetzung des Tempels) spricht für diese Deutung [?].]

svastikādīni vā kuryāttasya puṇyamanantakam / yaḥ kuryāddīparacanāṃ devatāyatane nṛpa

– oder Svastika- und ähnliche (Glückszeichen) anbringt, dessen Verdienst ist unbegrenzt. Wer, o König, eine Lampen-Aufstellung im Gottestempel vornimmt,

Wort für Wort
svastikādīni vā kuryāt
oder Svastika- und ähnliche (Zeichen) anbringt
tasya puṇyamanantakam
dessen Verdienst ist unbegrenzt
yaḥ kuryāddīparacanāṃ
wer eine Lampen-Aufstellung vornimmt
devatāyatane nṛpa
im Gottestempel, o König

tasya puṇyaṃ prasaṃkhyātuṃ notsahe 'bdaśatairapi / akhaṇḍadīpaṃ yaḥ kuryādviṣṇorvā śaṅkarasya ca

– dessen Verdienst zu berechnen vermöge ich nicht, selbst nicht in hundert Jahren. Wer für Viṣṇu oder Śaṅkara eine ununterbrochene Lampe unterhält,

Wort für Wort
tasya puṇyaṃ prasaṃkhyātuṃ
dessen Verdienst zu berechnen
notsahe 'bdaśatairapi
vermöge ich nicht, selbst nicht in hundert Jahren
akhaṇḍadīpaṃ yaḥ kuryāt
wer eine ununterbrochene Lampe unterhält
viṣṇorvā śaṅkarasya ca
für Viṣṇu oder Śaṅkara

kṣaṇe kṣaṇe 'śvamedhasya phalaṃ tasya na durlabham / arcitaṃ śaṅkaraṃ dṛṣṭvā viṣṇuṃ vāpi namettu yaḥ

– für ihn ist Augenblick für Augenblick die Frucht eines Pferdeopfers nicht schwer zu erreichen. Wer, den verehrten Śaṅkara oder auch Viṣṇu erblickend, sich verneigt,

Wort für Wort
kṣaṇe kṣaṇe 'śvamedhasya phalaṃ
Augenblick für Augenblick die Frucht eines Pferdeopfers
tasya na durlabham
ist für ihn nicht schwer zu erreichen
arcitaṃ śaṅkaraṃ dṛṣṭvā
den verehrten Śaṅkara erblickend
viṣṇuṃ vāpi namettu yaḥ
oder auch Viṣṇu, wer sich verneigt

sa viṣṇubhavanaṃ prāpya modate ca yugāyutam / devyāḥ pradakṣiṇāmekāṃ saptaṃ sūryasya bhūmipa

– gelangt in Viṣṇus Wohnstatt und weilt zehntausend Yuga(-Zeitalter) in Freude. Eine Umschreitung der Göttin (gilt) sieben (Umschreitungen) der Sonne gleich, o Herrscher der Erde,

Wort für Wort
sa viṣṇubhavanaṃ prāpya
er gelangt in Viṣṇus Wohnstatt
modate ca yugāyutam
und weilt zehntausend Yuga(-Zeitalter) in Freude
devyāḥ pradakṣiṇāmekāṃ
eine Umschreitung der Göttin
saptaṃ sūryasya bhūmipa [?]
(gilt) sieben der Sonne gleich, o Herrscher der Erde [?]

[Anm.: Der Vers ist im Quelltext elliptisch formuliert; sinngemäß im Anschluss an V.137 (Vergleichsreihe der Pradakṣiṇā-Zahlen für verschiedene Gottheiten) ergänzt [?].]

tistro vināyakasyāpi catastro viṣṇumandire / kṛtvā tattadgṛhaṃ prāpya modate yugalakṣakam

– drei (Umschreitungen gelten) auch für Vināyaka (Gaṇeśa), vier im Viṣṇu-Tempel; wer diese vollzieht, gelangt in die jeweilige Wohnstatt und weilt hunderttausend Yuga(-Zeitalter) in Freude.

Wort für Wort
tistro vināyakasyāpi
drei auch für Vināyaka
catastro viṣṇumandire
vier im Viṣṇu-Tempel
kṛtvā tattadgṛhaṃ prāpya
diese vollzogen, in die jeweilige Wohnstatt gelangt
modate yugalakṣakam
weilt er hunderttausend Yuga(-Zeitalter) in Freude

yo viṣṇorbhaktibhāvena tathaiva godvijasya ca / pradakṣiṇāṃ caret tasya hyaśvamedhaḥ pade pade

Wer Viṣṇu, ebenso einer Kuh oder einem Brahmanen, mit hingebungsvoller Gesinnung die Umschreitung vollzieht, dem entspricht Schritt für Schritt ein Pferdeopfer.

Wort für Wort
yo viṣṇorbhaktibhāvena
wer Viṣṇu mit hingebungsvoller Gesinnung
tathaiva godvijasya ca
ebenso einer Kuh und einem Brahmanen
pradakṣiṇāṃ caret tasya
die Umschreitung vollzieht, dem
hyaśvamedhaḥ pade pade
entspricht Schritt für Schritt ein Pferdeopfer

kāśyāṃ maheśvaraṃ māheśvaraṃ liṅgaṃ saṃpūjya praṇamettu yaḥ / na tasya vidyate kṛtyaṃ saṃsṛtirnaiva jāyate

Wer in Kāśī den großen Herrn (Maheśvara), das Māheśvara-Liṅga, verehrt und sich verneigt, für den gibt es keine (weitere religiöse) Pflicht mehr, und der Daseinskreislauf entsteht für ihn nicht mehr.

Wort für Wort
kāśyāṃ maheśvaraṃ
in Kāśī den großen Herrn
māheśvaraṃ liṅgaṃ saṃpūjya
das Māheśvara-Liṅga verehrend
praṇamettu yaḥ
wer sich verneigt
na tasya vidyate kṛtyaṃ saṃsṛtirnaiva jāyate
für den gibt es keine Pflicht mehr, der Daseinskreislauf entsteht nicht

śivaṃ pradakṣiṇaṃ kṛtvā savyenaiva vidhānataḥ / naro na cyavate svargācchaṅkarasya prasādataḥ

Wer Śiva, der Vorschrift gemäß, mit der rechten (Seite ihm zugewandt) umschreitet, fällt durch Śaṅkaras Gnade nicht mehr aus dem Himmel.

Wort für Wort
śivaṃ pradakṣiṇaṃ kṛtvā
Śiva umschritten habend
savyenaiva vidhānataḥ
mit der rechten (Seite), der Vorschrift gemäß
naro na cyavate svargāt
der Mensch fällt nicht mehr aus dem Himmel
śaṅkarasya prasādataḥ
durch Śaṅkaras Gnade

stutvā stotrairjagannāthaṃ nārāyaṇamanāmayam / sarvānkāmānavāpnoti manasā yadyadicchati

Wer den Herrn der Welt, den makellosen Nārāyaṇa, mit Lobpreisungen preist, erlangt alle Wünsche, was auch immer er sich im Geiste wünscht.

Wort für Wort
stutvā stotrairjagannāthaṃ
den Herrn der Welt mit Lobpreisungen preisend
nārāyaṇamanāmayam
den makellosen Nārāyaṇa
sarvānkāmānavāpnoti
erlangt er alle Wünsche
manasā yadyadicchati
was auch immer er sich im Geiste wünscht

devatāyatane yastu bhaktiyuktaḥ pranṛtyati / gāyate vā sa bhūpāla rudraloke ca muktibhāk

Wer im Gottestempel, von Hingabe erfüllt, tanzt oder singt, o Herrscher der Erde, hat Anteil an der Erlösung in Rudras Welt.

Wort für Wort
devatāyatane yastu
wer im Gottestempel
bhaktiyuktaḥ pranṛtyati
von Hingabe erfüllt tanzt
gāyate vā sa bhūpāla
oder singt, o Herrscher der Erde
rudraloke ca muktibhāk
hat Anteil an der Erlösung in Rudras Welt

ye tu vādyaṃ prakurvanti devatāyatane narāḥ / te haṃsayānamāruḍhā vrajanti brahmaṇaḥ padam

Die Menschen, die im Gottestempel Musikinstrumente spielen, besteigen den Gänse-Wagen und gehen in Brahmās Reich ein.

Wort für Wort
ye tu vādyaṃ prakurvanti
die aber Musikinstrumente spielen
devatāyatane narāḥ
im Gottestempel, die Menschen
te haṃsayānamāruḍhā
sie, den Gänse-Wagen besteigend
vrajanti brahmaṇaḥ padam
gehen in Brahmās Reich ein

karatālaṃ prakurvanti devatāyatane tu ye te / sarvapāpanirmuktā vimānasthā yugāyutam

Diejenigen, die im Gottestempel Handklatschen vollführen, sind von aller Sünde befreit und weilen zehntausend Yuga(-Zeitalter) auf einem Himmelswagen.

Wort für Wort
karatālaṃ prakurvanti
die Handklatschen vollführen
devatāyatane tu ye te
im Gottestempel aber, diese
sarvapāpanirmuktā
von aller Sünde befreit
vimānasthā yugāyutam
weilen zehntausend Yuga(-Zeitalter) auf einem Himmelswagen

devatāyatane ye tu ghaṇṭānādaṃ prakurvate / teṣāṃ puṇyaṃ nigadituṃ na samarthaḥ śivaḥ svayam

Diejenigen, die im Gottestempel das Glockengeläut vollführen – deren Verdienst zu verkünden ist selbst Śiva nicht imstande.

Wort für Wort
devatāyatane ye tu
die aber im Gottestempel
ghaṇṭānādaṃ prakurvate
das Glockengeläut vollführen
teṣāṃ puṇyaṃ nigadituṃ
deren Verdienst zu verkünden
na samarthaḥ śivaḥ svayam
ist selbst Śiva nicht imstande

bherīmṛdaṅgapaṭahamurajaiśca saha ḍiṇḍimaiḥ / saṃprīṇayanti deveśaṃ teṣāṃ puṇyaphalaṃ śṛṇu

Diejenigen, die den Gott der Götter mit Kriegstrommel, Mṛdaṅga, Handtrommel, Muraja(-Trommel) und Ḍiṇḍima(-Pauke) erfreuen – deren Verdienstfrucht höre:

Wort für Wort
bherīmṛdaṅgapaṭahamurajaiśca
mit Kriegstrommel, Mṛdaṅga, Handtrommel und Muraja
saha ḍiṇḍimaiḥ
zusammen mit Ḍiṇḍima(-Pauken)
saṃprīṇayanti deveśaṃ
die den Gott der Götter erfreuen
teṣāṃ puṇyaphalaṃ śṛṇu
deren Verdienstfrucht höre

devastrīgaṇasaṃyuktāḥ sarvakāmaiḥ samarcitāḥ / svargalokamanuprāpya modante kalpapañcakam

– begleitet von Scharen göttlicher Frauen, mit allen Wünschen (Genüssen) verehrt, gelangen sie in die Himmelswelt und weilen fünf Weltzeitalter in Freude.

Wort für Wort
devastrīgaṇasaṃyuktāḥ
begleitet von Scharen göttlicher Frauen
sarvakāmaiḥ samarcitāḥ
mit allen Wünschen (Genüssen) verehrt
svargalokamanuprāpya
in die Himmelswelt gelangt
modante kalpapañcakam
weilen sie fünf Weltzeitalter in Freude

devatāmandire kurvannaraḥ śaṅkharavaṃ nṛpa / sarvapāpavinirmukto viṣṇunā saha modate

Der Mensch, der im Gottestempel den Muschelhorn-Klang erzeugt, o König, ist von aller Sünde befreit und weilt in Freude zusammen mit Viṣṇu.

Wort für Wort
devatāmandire kurvannaraḥ
der Mensch, der im Gottestempel erzeugt
śaṅkharavaṃ nṛpa
den Muschelhorn-Klang, o König
sarvapāpavinirmukto
von aller Sünde befreit
viṣṇunā saha modate
weilt in Freude zusammen mit Viṣṇu

tālakāṃsyādinirghoṣaṃ kurvan viṣṇugṛhe naraḥ / sarvapāpavinirmukto viṣṇulokamavāpnuyāt

Der Mensch, der im Viṣṇu-Tempel den Klang von Zimbeln und Bronze-Becken erzeugt, ist von aller Sünde befreit und erlangt Viṣṇus Welt.

Wort für Wort
tālakāṃsyādinirghoṣaṃ kurvan
der den Klang von Zimbeln und Bronze-Becken erzeugt
viṣṇugṛhe naraḥ
im Viṣṇu-Tempel, der Mensch
sarvapāpavinirmukto
von aller Sünde befreit
viṣṇulokamavāpnuyāt
erlangt Viṣṇus Welt

[Anm.: Quelltext „tālakāṃsyādininadaṃ“ als tālakāṃsyādinirghoṣaṃ aufgefasst.]

yo devaḥ sarvadṛgviṣṇurjñānarūpī nirañjanaḥ / sarvadharmaphalaṃ pūrṇaṃ saṃtuṣṭaḥ pradadāti ca

Der Gott, der Alles-Sehende, Viṣṇu, von der Gestalt der Erkenntnis, makellos, gewährt, zufriedengestellt, die volle Frucht allen Dharmas.

Wort für Wort
yo devaḥ sarvadṛgviṣṇuḥ
der Gott, der Alles-Sehende, Viṣṇu
jñānarūpī nirañjanaḥ
von der Gestalt der Erkenntnis, makellos
sarvadharmaphalaṃ pūrṇaṃ
die volle Frucht allen Dharmas
saṃtuṣṭaḥ pradadāti ca
gewährt er, zufriedengestellt

yasya smaraṇamātreṇa devadevasya cakriṇaḥ / saphalāni bhavantyeva sarvakarmāṇi bhūpate

Durch das bloße Gedenken an ihn, den Gott der Götter, den Diskusträger, werden, o Herrscher der Erde, alle Werke fruchtbar.

Wort für Wort
yasya smaraṇamātreṇa
durch das bloße Gedenken an ihn
devadevasya cakriṇaḥ
den Gott der Götter, den Diskusträger
saphalāni bhavantyeva
werden eben fruchtbar
sarvakarmāṇi bhūpate
alle Werke, o Herrscher der Erde

paramātmā jagannāthaḥ sarvakarmaphalapradaḥ / satkarmakartṛbhirnityaṃ smṛtaḥ sarvārtināśanaḥ / tamuddiśya kṛtaṃ yacca tadānantyāya kalpate

Die höchste Seele, der Herr der Welt, der Gewährer der Frucht allen Werks, von den Vollbringern guter Werke stets gedacht, der Vernichter allen Leids – was auch immer im Hinblick auf ihn getan wird, das gereicht zur Unendlichkeit (der Frucht).

Wort für Wort
paramātmā jagannāthaḥ
die höchste Seele, der Herr der Welt
sarvakarmaphalapradaḥ
der Gewährer der Frucht allen Werks
satkarmakartṛbhirnityaṃ smṛtaḥ
von den Vollbringern guter Werke stets gedacht
sarvārtināśanaḥ
der Vernichter allen Leids
tamuddiśya kṛtaṃ yacca
was auch immer im Hinblick auf ihn getan wird
tadānantyāya kalpate
das gereicht zur Unendlichkeit (der Frucht)

[Anm.: Dieser Vers hat im Quelltext drei statt zwei Pādas.]

dharmāṇi viṣṇuśca phalāni viṣṇuḥ karmāṇi viṣṇuśca phalāni bhoktā / kāryaṃ ca viṣṇuḥ karaṇāni viṣṇurasmānna kiñcidvyatiriktamasti

Die Pflichten sind Viṣṇu, und die Früchte sind Viṣṇu; die Werke sind Viṣṇu, und auch der Genießer der Früchte ist Viṣṇu; das zu Bewirkende ist Viṣṇu, und die Mittel dazu sind Viṣṇu – von ihm gibt es nichts Verschiedenes.

Wort für Wort
dharmāṇi viṣṇuśca phalāni viṣṇuḥ
die Pflichten sind Viṣṇu, und die Früchte sind Viṣṇu
karmāṇi viṣṇuśca phalāni bhoktā
die Werke sind Viṣṇu, und der Genießer der Früchte ist (Viṣṇu)
kāryaṃ ca viṣṇuḥ karaṇāni viṣṇuḥ
das zu Bewirkende ist Viṣṇu, die Mittel sind Viṣṇu
asmānna kiñcidvyatiriktamasti
von ihm gibt es nichts Verschiedenes

[Anm.: 'asmāt' im Sinne von 'von diesem (Viṣṇu) gibt es nichts Getrenntes/Verschiedenes'; Schlussvers des Kapitels im übergeordneten Metrum (Indravajrā-ähnlich), daher formal von den vorangehenden Śloka-Versen abweichend.]

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