Kapitel 114: dvādaśamāsasthitaṣaṣṭhīvratanirūpaṇam
Darlegung der im Zwölf-Monats-Zyklus stehenden Ṣaṣṭhī-Gelübde
Titel rekonstruiert aus dem Kolophon, der (quellenbedingt versetzt) am Kopf der Datei src_kap115_raw.txt erscheint („...dvādaśamāsasthitaṣaṣṭhīvratanirūpaṇaṃ nāma pañcadaśādhikaśatatamo 'dhyāyaḥ“) und inhaltlich eindeutig Kapitel 114 zuzuordnen ist; vgl. Anmerkung zu Kapitel 109. Dieses Kapitel enthält den insgesamt am stärksten verderbten Abschnitt der bearbeiteten sechs Kapitel (V14-V18 und V40, im Kontext des Lalitā-Vrata und eines Feuerritus), dessen Lesungen mehrfach nur näherungsweise erschlossen werden konnten (mit [?] markiert); V46 ist zudem nur als Halbvers überliefert.
Sanātana sprach: Höre, Brahmane, ich werde dir auch die Gelübde des sechsten Mondtags (Ṣaṣṭhī) verkünden, durch deren rechten Vollzug man hier alle Herzenswünsche erlangt.
Wort für Wort
sanātana uvāca
Sanātana sprach:
śṛṇu vipra pravakṣyāmi
höre, Brahmane, ich werde verkünden
ṣaṣṭhyāścaiva vratāni te
dir auch die Gelübde des sechsten Mondtags
yāni samyagvidhāyātra labheta sarvānmanorathān
durch deren rechten Vollzug man hier alle Herzenswünsche erlangt
labhaghet ist eine ungewöhnliche Verbform, wohl für labheta („er/man möge erlangen“). Der eigentliche Kolophon des vorangehenden Kapitels (113, Pañcamī-Vrata) erscheint quellenbedingt versetzt am Kopf dieser Datei und wurde nicht mitübersetzt (vgl. Anmerkung zu Kapitel 109).
Im Monat Caitra, am sechsten hellen Tag, gibt es das vorzügliche Kumāra-Gelübde; dabei soll man, nachdem man den sechsgesichtigen Gott mit vielfältiger Verehrung nach Vorschrift verehrt hat,
Wort für Wort
caitramāse śuklaṣaṣṭhyāṃ
im Monat Caitra, am sechsten hellen Tag
kumāravratamuttamam
gibt es das vorzügliche Kumāra-Gelübde
tatreṣṭvā ṣaṇmukhaṃ devaṃ
dabei, nachdem man den sechsgesichtigen Gott verehrt hat
erlangt man das von der Mutter herrührende Glück – daran ist kein Zweifel zu hegen. Im Monat Jyeṣṭha, am sechsten hellen Tag, nachdem man nach Vorschrift die Sonne verehrt hat,
labhate vāñchitānkāmāṃstatprasādānna saṃśayaḥ / āṣāḍhaśuklaṣaṣṭhyāṃ vai skandavratamanuttamam
erlangt man die gewünschten Wünsche, durch dessen Gnade – kein Zweifel. Am sechsten hellen Tag des Āṣāḍha gibt es fürwahr das unübertreffliche Skanda-Gelübde;
nachdem man gefastet und diesen, den Śiva und Umā lieben Sohn, verehrt hat, erlangt man die begehrten Wünsche, Nachkommenschaft von Söhnen, Enkeln und dergleichen.
Wort für Wort
upoṣya pūjayitvainaṃ
nachdem man gefastet und diesen verehrt hat
śivomāpriyamātmajam
den Śiva und Umā lieben Sohn
labhate 'bhīpsitānkāmān
erlangt man die begehrten Wünsche
putrapautrādisaṃtatīḥ
Nachkommenschaft von Söhnen, Enkeln und dergleichen
śrāvaṇe śuklaṣaṣṭhyāṃ tu śarajanmānamarcayet / upacāraiḥ ṣoḍaśabhirbhaktyā paramayānvitaḥ
Am sechsten hellen Tag des Śrāvaṇa aber soll man den aus dem Schilfrohr Geborenen verehren, mit den sechzehn Ehrenerweisungen, von höchster Hingabe erfüllt,
Wort für Wort
śrāvaṇe śuklaṣaṣṭhyāṃ tu
am sechsten hellen Tag des Śrāvaṇa aber
śarajanmānamarcayet
soll man den aus dem Schilfrohr Geborenen verehren
am Morgen, nachdem sie nach Vorschrift gebadet hat, soll die Frau, in weißes Gewand gehüllt, mit einer Perlenkette geschmückt, oder auch, den Sand vom Zusammenfluss der Flüsse
Wort für Wort
prātaḥ snātvā vidhānena
am Morgen, nachdem sie nach Vorschrift gebadet hat
ekaikāṣṭaśataṃ grāhyamaṣṭāviṃśatireva ca / akṣatāḥ kalikā gṛhya tābhirdevīṃ prapūjayet
soll man von jeder je hundertacht nehmen, und auch achtundzwanzig; nachdem man ungeschälten Reis und Knospen genommen hat, soll man mit diesen die Göttin verehren,
Wort für Wort
ekaikāṣṭaśataṃ grāhyam
von jeder je hundertacht soll man nehmen
aṣṭāviṃśatireva ca
und auch achtundzwanzig
akṣatāḥ kalikā gṛhya
nachdem man ungeschälten Reis und Knospen genommen hat
anataṃ dahi [?] saubhāgyemahyaṃ tubhyaṃ namo 'namanaḥ [?] / mantreṇānena kusumaiśvaṃpakasya suśobhanaiḥ
gib mir unvergängliches [?] Eheglück, dir Verehrung, Verehrung [?]!' Mit diesem Mantra, mit Bambus-Blumen [?], schön anzusehen,
Wort für Wort
anataṃ dahi [?] saubhāgye
gib mir unvergängliches [?] Eheglück
mahyaṃ tubhyaṃ namo 'namanaḥ [?]
mir, dir Verehrung, Verehrung [?]
mantreṇānena kusumaiḥ
mit diesem Mantra, mit Blumen
svaṃpakasya [?] suśobhanaiḥ
des Bambus [?], schön anzusehen
Diese Halbzeile ist stark verderbt überliefert (anataṃ dahi, namo 'namanaḥ, svaṃpaka); die Übersetzung gibt nur eine sinngemäße Annäherung; mit [?] markiert.
nachdem man sie nach Vorschrift verehrt hat, soll man die Speiseopfergabe [?] vor ihr aufstellen: mit Gurken, auch mit Kürbissen, mit Kokosnüssen, mit schönen Granatäpfeln,
Wort für Wort
abhyarcya vidhivattasyā
nachdem man sie nach Vorschrift verehrt hat
navaidyaṃ [?] purato nyaset
soll man die Speiseopfergabe [?] vor ihr aufstellen
trapuṣairapi kūṣmāṇḍaiḥ
mit Gurken, auch mit Kürbissen
nālikeraiḥ sudāḍimaiḥ
mit Kokosnüssen, mit schönen Granatäpfeln
navaidyam ist wohl eine Verschreibung für naivedyam („Speiseopfergabe“); mit [?] markiert.
mit Zedratfrüchten, mit [unklaren Früchten] [?], mit Bittermelonen, mit Cirbhaṭa-Gurken, mit zu dieser Zeit entstandenen Früchten – nachdem man vor ihr eine Zierde damit gemacht hat,
Wort für Wort
bījapūraiḥ sutuḍīraiḥ [?]
mit Zedratfrüchten, mit [?] (unklaren Früchten)
kāravallaiḥ sacirbhaṭaiḥ
mit Bittermelonen, mit Cirbhaṭa-Gurken
phalaistatkālasaṃbhūtaiḥ
mit zu dieser Zeit entstandenen Früchten
kṛtvā śobhāṃ tadagrataḥ
nachdem man vor ihr eine Zierde damit gemacht hat
sutuḍīraiḥ ist unklar überliefert (Fruchtname nicht sicher identifizierbar); mit [?] markiert.
mit gekeimten Getreidesprossen, sowie mit schönen Lichterreihen, mit [?] Räucherwerk, mit Sauhālaka- und Karañja-Blumen [?],
Wort für Wort
virūḍhadhānyāṅkurakaiḥ
mit gekeimten Getreidesprossen
sudīpāvalibhistathā
sowie mit schönen Lichterreihen
sāddhai sargaṇakaidhūpaḥ [?]
mit [?] Räucherwerk
sauhālakakarañjakaiḥ [?]
mit Sauhālaka- und Karañja-Blumen [?]
Die zweite Halbzeile (sāddhai sargaṇakaidhūpaḥ, sauhālakakarañjakaiḥ) ist stark verderbt bzw. unklar überliefert; nur sinngemäß angenähert; mit [?] markiert.
nachdem man so nach Vorschrift verehrt hat, soll man in der Nacht das Nachtwache-Fest feiern, mit Gesang, Musik, Schauspielern, Tänzen, mit vielfachen Besprengungen,
sakhībhiḥ sahitā sādhvī tāṃ rātriṃ prasabhaṃ nayet / na ca saṃmīlayennetre nārīyāmacatuṣṭayam
zusammen mit ihren Freundinnen soll die tugendhafte Frau diese Nacht mit Nachdruck verbringen; die Frau soll die Augen nicht schließen, während der vier Nachtwachen.
Vom Schließen der Augen wird sie unglücklich, sündig, unfruchtbar. Nachdem man so die Nachtwache vollzogen hat, soll man das Abbild am siebten Tag zum Fluss bringen,
nachdem man es mit Duftstoffen und Blumen, begleitet von Gesang und Musik, verehrt hat; und dies, die Speiseopfergabe und dergleichen, soll man dem Fürsten der Brahmanen geben, o bester der Brahmanen,
Wort für Wort
gandhapuṣpaistathābhyarcya
nachdem man mit Duftstoffen und Blumen verehrt hat
gītavādyapuraḥsaraiḥ
begleitet von Gesang und Musik
tacca dadyāddvijendrāya
und dies soll man dem Fürsten der Brahmanen geben
naivedyādi dvijottama
die Speiseopfergabe und dergleichen, o bester der Brahmanen
nachdem man gebadet und ist zum Haus zurückgekehrt und danach dem Vaiśvānara geopfert hat; nachdem man die Götter, Ahnen und Menschen sowie verheiratete Frauen verehrt hat,
Wort für Wort
snātvā gṛhaṃ samāgatya
nachdem man gebadet hat und zum Haus zurückgekehrt ist
hutvā vaiśvānaraṃ tataḥ
und danach dem Vaiśvānara geopfert hat
devānpitṝnmanuṣyāṃśca
die Götter, Ahnen und Menschen
pūjayitvā suvāsinīḥ
sowie verheiratete Frauen, nachdem man verehrt hat
an diesem, nachdem man die Göttin verehrt hat, erlangt man die gemeinsame Welt mit ihr. Wenn (die Ṣaṣṭhī) mit Rohiṇī und dem Mars-Tag verbunden ist, wird sie 'Kapilā' genannt,
Wort für Wort
tasyāṃ devīṃ samabhyarcya
an diesem, nachdem man die Göttin verehrt hat
labhate tatsalokatām
erlangt man die gemeinsame Welt mit ihr
rohiṇī pātabhaumaistu
mit Rohiṇī und dem Mars-Tag aber
saṃyutā kapilā bhavet
wenn (sie) verbunden ist, wird sie 'Kapilā' genannt
an diesem, nachdem der Gelübdehaltende, den Regeln ergeben, die Sonne verehrt hat, erlangt er die gewünschten Wünsche durch die Gnade des Sonnengottes.
Speisegabe, Murmelgebet, Feueropfer, Sättigung der Ahnen, Götter und Ṛṣis – alles, was vollzogen wurde, ist als unvergänglich zu wissen, o bester der Götterweisen.
Nachdem man eine kapilā-farbene Kuh mit Gewand, Girlanden und Salben verehrt hat, soll man sie dem Vedakundigen geben, zur Zufriedenstellung des Zwölffachen (der Sonnengottheit).
atheṣuśuklaṣaṣṭhyāṃ tu pūjyā kātyāyanī dvija / gandhādyairmaṅgaladravyairnaivedyairvividhaistathā
Nun, am sechsten hellen Tag des Iṣu (Kārtika), soll Kātyāyanī verehrt werden, o Brahmane, mit Duftstoffen und anderen heilbringenden Gegenständen, sowie mit vielfältigen Speiseopfergaben,
Wort für Wort
atheṣuśuklaṣaṣṭhyāṃ tu
nun, am sechsten hellen Tag des Iṣu aber
pūjyā kātyāyanī dvija
soll Kātyāyanī verehrt werden, o Brahmane
gandhādyairmaṅgaladravyaiḥ
mit Duftstoffen und anderen heilbringenden Gegenständen
danach soll man, nachdem man die Göttergebieterin um Verzeihung gebeten und sich verneigt hat, sie entlassen; hierbei ist ein aus Sand geformtes Abbild zu verehren, oder auch ein von einer Brahmanenfrau [?] mit Freude (angefertigtes),
Wort für Wort
tataḥ kṣamāpya deveśīṃ
danach, nachdem man die Göttergebieterin um Verzeihung gebeten hat
praṇipatya visarjayet
und sich verneigt hat, soll man (sie) entlassen
pūjyātra saikatī mūrtiḥ
hierbei ist ein aus Sand geformtes Abbild zu verehren
yadvā dvijasatī [?] mudā
oder auch ein von einer Brahmanenfrau [?] mit Freude (angefertigtes)
dvijasatī ist im Kontext unklar (evtl. „die tugendhafte Brahmanenfrau“, die das Abbild formt); mit [?] markiert.
kātyāyinīprasādādvai nātra kāryā vicāraṇā / kārtike śuklaṣaṣṭhyāṃ tu ṣaṇmukhena mahātmanā
fürwahr durch die Gnade der Kātyāyanī – daran ist kein Zweifel zu hegen. Am sechsten hellen Tag des Kārtika aber wurde von dem hochherzigen Sechsgesichtigen,
die hochgesegnete Devasenā erlangt, von allen Göttern dargebracht [?]; deshalb soll man an diesem Tag die vorzüglichste unter den Göttern, Devasenā, sowie den Sechsgesichtigen,
Wort für Wort
devasenā mahābhāgā
die hochgesegnete Devasenā
labdhā sarvusurārpitā [?]
erlangt, von allen Göttern dargebracht [?]
atastasyāṃ suraśreṣṭhāṃ
deshalb an diesem (Tag) die vorzüglichste unter den Göttern
devasenāṃ ca ṣaṇmukham
Devasenā sowie den Sechsgesichtigen
sarvusurārpitā ist unklar überliefert, wohl verderbt für sarvāsurārpitā oder sarvasurārpitā („von allen Göttern dargebracht“); mit [?] markiert.
Eben hierbei soll man auch die genannte Feuerverehrung recht vollziehen [?], mit vielfältigen Opfergaben und Feueropfern, der Feuerverehrung vorangehend [?],
Wort für Wort
atraiva vahnipūjoktāṃ
eben hierbei die genannte Feuerverehrung
tāṃ ca sampaksamācaret [?]
soll man auch recht vollziehen [?]
vividhadravyahomaiśca
mit vielfältigen Opfergaben und Feueropfern
vahnipūjāpuraḥsaram [?]
der Feuerverehrung vorangehend [?]
Beide Halbzeilen dieses Verses sind unklar bzw. verderbt überliefert (sampaksamācaret, vahnipūjāpuraḥ saram); nur sinngemäß angenähert; mit [?] markiert.
Am sechsten hellen Tag des Mārgaśīrṣa wurde der Dämon Tāraka von Skanda erschlagen; die Ehrung (Skandas) wurde von Brahmā und den anderen (Göttern) veranstaltet,
Wort für Wort
mārgaśīrṣe śuklaṣaṣṭhyāṃ
am sechsten hellen Tag des Mārgaśīrṣa
nihatastārakāsuraḥ
wurde der Dämon Tāraka erschlagen
skandena satkṛtiḥ prāptā
von Skanda; die Ehrung wurde erlangt
brahamādyaiḥ parikalpitā
von Brahmā und den anderen (Göttern) veranstaltet
śaklaṣaṣṭhyām ist ein Schreibfehler für śuklaṣaṣṭhyām; als Tippfehler belassen.
tato 'syāṃ pūjayetskandaṃ gandhapuṣpākṣataiḥ phalaiḥ / vastrairābhūṣaṇaścāpi naivedyairvividhaistathā
deshalb soll man an diesem Tag Skanda verehren, mit Duftstoffen, Blumen, ungeschältem Reis, Früchten, mit Gewändern und auch Schmuck, sowie mit vielfältigen Speiseopfergaben,
Wort für Wort
tato 'syāṃ pūjayetskandaṃ
deshalb soll man an diesem (Tag) Skanda verehren
gandhapuṣpākṣataiḥ phalaiḥ
mit Duftstoffen, Blumen, ungeschältem Reis, Früchten
Baden, Gabe und dergleichen wird hierbei alles als unvergänglich bezeichnet. Im Monat Pauṣa, am sechsten hellen Tag, der Gott, der Herr des Tages, o Brahmane,
erschien in Viṣṇu-Gestalt, der Retter der Welt, der Ewige.
Wort für Wort
viṣṇurūpī jagattrātā
in Viṣṇu-Gestalt, der Retter der Welt
pradurbhūtaḥ sanātanaḥ
erschien der Ewige
pradurbhūtāḥ ist grammatisch auffällig (Plural-Endung bei singularischem Subjekt); wohl für pradurbhūtaḥ; als Tippfehler belassen. Wie schon bei anderen Versen dieses Kapitels ist auch V46 nur als Halbvers überliefert.
sa tasmātpūjanīyo 'syāṃ dravyairgandhapuraskṛtaiḥ / naivedyairvasttrabhūṣādyaiḥ sarvasaukhyamabhīpsubhiḥ
deshalb soll er an diesem Tag verehrt werden, mit Gegenständen, angeführt von Duftstoffen, mit Speiseopfergaben, Gewand, Schmuck und dergleichen, von denen, die alles Glück begehren.
Wort für Wort
sa tasmātpūjanīyo 'syāṃ
deshalb soll er an diesem (Tag) verehrt werden
dravyairgandhapuraskṛtaiḥ
mit Gegenständen, angeführt von Duftstoffen
naivedyairvasttrabhūṣādyaiḥ
mit Speiseopfergaben, Gewand, Schmuck und dergleichen
mit roten Duftstoffen, Gewändern, Blumen, Speiseopfergaben, Räucherwerk und Lichtern; wenn man so nach Vorschrift verehrt hat, was auch immer der Mensch begehrt,
nachdem man ihn tönern nach Vorschrift geformt hat, mit Ehrenerweisungen verehren; nachdem man ihn mit dem Śatarudriya-Hymnus gebadet hat, je einzeln mit den fünf Nektarsubstanzen und mit Wasser,
Wort für Wort
mṛnmayaṃ vidhinā kṛttvā
nachdem man ihn tönern nach Vorschrift geformt hat
pūjayedupacārakaiḥ
soll man mit Ehrenerweisungen verehren
saṃsnāpya śatarudreṇa
nachdem man ihn mit dem Śatarudriya-Hymnus gebadet hat
pṛthakpañcāmṛtairjalaiḥ
je einzeln mit den fünf Nektarsubstanzen und mit Wasser
nachdem man ihn mit Duftstoffen bestrichen hat, mit schön-weißem ungeschältem Reis, mit weißen Blumen, mit Bilva-Blättern und Dhattūra-Blüten sowie mit Früchten,
Wort für Wort
gandhairālipya suśvetaiḥ
nachdem man ihn mit Duftstoffen bestrichen hat, mit schön-weißem
nachdem man ihn mit vielfältigen Speiseopfergaben verehrt und danach nach Vorschrift das Lichterschwenken vollzogen hat, soll man ihn, nachdem man um Verzeihung gebeten und sich verneigt hat, zum Kailāsa entlassen.
Wort für Wort
sampūjya nānānaivedyaiḥ
nachdem man mit vielfältigen Speiseopfergaben verehrt hat
nīrājya vidhivattataḥ
und danach nach Vorschrift das Lichterschwenken vollzogen hat
kṣamāpya praṇipatyainaṃ
nachdem man um Verzeihung gebeten und sich vor ihm verneigt hat
So, wenn ein Mann oder eine Frau, o Weiser, die Verehrung Śivas vollzogen hat, erlangt er/sie, nachdem er/sie hier die vorzüglichsten Genüsse genossen hat, am Ende den Gang zu Śiva.
Wort für Wort
evaṃ kṛta śivārcastu
so, wenn die Verehrung Śivas vollzogen wurde
naro nāryathavā mune
von einem Mann oder einer Frau, o Weiser
iha bhuktvā varānbhogān
nachdem er/sie hier die vorzüglichsten Genüsse genossen hat