Kapitel 84: yakṣiṇīmantrabhedanirūpaṇam
Darlegung der Yakṣiṇī-Mantra-Varianten
Kolophon (gemäß Vorgabe/Projektnummerierung): iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge bṛhadupākhyāne tṛtīyapāde yakṣiṇīmantrabhedanirūpaṇaṃ nāma pañcāśītitamo 'dhyāyaḥ. [Anm.: Dieser Kolophon (Sanskrit-Zählung: 85. Adhyāya) steht im Quellmaterial am Kopf der Datei des Folgekapitels (src_kap85_raw.txt) und markiert dort das Ende des hier übersetzten Kapitelinhalts; der im vorliegenden Rohtext src_kap84_raw.txt selbst vorangestellte Kolophon („devīmantranirūpaṇaṃ ... caturaśītitamo 'dhyāyaḥ“, Sanskrit-Zählung 84) gehört dagegen zum vorangehenden Kapitel und ist nicht Teil dieses Kapitelinhalts. – Der Kapitelinhalt selbst (Kālī- und Tārā-Vidyā, V1–V144) behandelt entgegen dem überlieferten Kolophontitel keine Yakṣiṇī-Beschwörung im engeren Sinn; lediglich V76 erwähnt beiläufig eine Opfergabe „dem Herrn der Yakṣas“ (yakṣādhipataye). Die Diskrepanz zwischen Kolophontitel und Kapitelinhalt ist ein in Purāṇa-Handschriften nicht seltenes Phänomen (stereotype oder verschobene Kolophonformeln) und wird hier als philologische Beobachtung festgehalten, nicht redaktionell aufgelöst. Sprecher des gesamten Kapitels ist Sanatkumāra (sanatkumāra uvāca, unmittelbar vor V1).
Ein weiterer Avatāra der Vāgdevatā (Göttin der Rede) ist unter dem Namen Kālikā bekannt. Ihr Mantra will ich nun verkünden, das den Menschen Genuss und Erlösung verleiht.
Wort für Wort
vāgdevatā vatāraḥ anyaḥ
ein anderer Avatāra der Vāgdevatā (Rede-Göttin)
kālikā iti prakīrtitā
als Kālikā gepriesen/bekannt
tasyāḥ mantraṃ pravakṣyāmi
ihr Mantra werde ich verkünden
bhukti-mukti-pradaṃ nṛṇām
das Menschen Genuss und Erlösung verleiht
[Anm.: Sprecher ist Sanatkumāra (Redeeinleitung ‚sanatkumāra uvāca' steht im Quelltext unmittelbar vor V1, ist aber nicht Teil der Verszählung).]
sṛṣṭikriyānvitā śāntirbidvāḍhyā ca tridhā punaḥ / aruṇākṣyādīpikā ca binduyuktā dvidhā tataḥ
[Die Silbe] Śānti, verbunden mit der Wirkkraft der Schöpfung und reich an Vidyā, [erscheint] wiederum dreifach; sodann Dīpikā, die Rotäugige, mit Bindu versehen, zweifach.
Wort für Wort
sṛṣṭi-kriyā-anvitā
verbunden mit der Wirkkraft der Schöpfung
śāntiḥ vidyā-āḍhyā
(die Silbe) Śānti, reich an Vidyā
ca tridhā punaḥ
und wiederum dreifach
aruṇākṣī dīpikā ca
und die rotäugige Dīpikā
bindu-yuktā dvidhā tataḥ
mit Bindu versehen, sodann zweifach
[?] Vers in kodierter mantroddhāra-Terminologie (bīja-Konstruktionsanweisung); die genaue phonetische Dekodierung der Codewörter (sṛṣṭi, śānti, vidyā, aruṇākṣī, dīpikā, bindu) ist ohne die zugehörige Schlüsseltradition nicht mit Sicherheit zu rekonstruieren; sinngemäß werden vermutlich die in V3 genannten Bīja-Silben umschrieben.
Danach [folgen] zwei Silben Māyā (hrīṃ hrīṃ), darauf das Wort ‚dakṣiṇe kālike', und wiederum sieben Bīja-Silben, mit Svāhā endend — dies ist der vortrefflichste Mantra.
Bhairava ist ihr Ṛṣi, das Versmaß ist Uṣṇih, die Gottheit aber ist Kālī; das Bīja ist Māyā (hrīṃ), als Śakti gilt der ‚lange Pfad' (dīrgha), o Fürst der Muni.
Wort für Wort
bhairavaḥ asya ṛṣiḥ
Bhairava ist ihr Ṛṣi (Seher)
chandaḥ uṣṇik kālī tu devatā
das Versmaß ist Uṣṇih, die Gottheit aber Kālī
bījaṃ māyā
das Bīja ist Māyā (hrīṃ)
dīrgha-vartma śaktiḥ uktā
der ‚lange Pfad' wird als Śakti bezeichnet
munīśvara
o Fürst der Weisen (Anrede an Nārada)
[?] ‚dīrghavartma' wörtl. ‚der lange Pfad/Weg' — vermutlich Verweis auf den langen Vokal ā als Śakti-Silbe (gängige mantroddhāra-Konvention), nicht sicher zu entscheiden.
Mit dem Bīja, das reich an den sechs langen Vokalen ist, wird das Glied(-mantra) der Vidyā verkündet: je zehn Silben der Mātṛkā (des Alphabets) werden am Herzen, an den beiden Armen und an den beiden Füßen platziert.
Wort für Wort
ṣaḍ-dīrgha-āḍhye bījena
mit dem an den sechs langen Vokalen reichen Bīja
vidyāyāḥ aṅgam īritam
wird das Glied(-mantra) der Vidyā verkündet
mātṛkā-arṇān daśa daśa
je zehn Buchstaben der Mātṛkā
hṛdaye bhujayoḥ padoḥ
am Herzen, an den beiden Armen, an den beiden Füßen
[?] Genaue Verteilung der ‚je zehn' Mātṛkā-Silben auf Herz/Arme/Füße nicht restlos eindeutig; sinngemäß wiedergegeben.
Nachdem er die Silben so platziert hat, soll der Sādhaka mit dem Wurzelmantra die alldurchdringende Handlung (vyāpaka-nyāsa) vollziehen — und sich die Göttin vorstellen, wie sie in ihren Händen ein abgeschlagenes Haupt, ein Schwert sowie die Gesten der Furchtlosigkeit und der Gunsterweisung trägt.
Wort für Wort
vinyasya
nachdem er (die Silben) platziert hat
vyāpakaṃ kuryāt mūlamantreṇa sādhakaḥ
soll der Sādhaka mit dem Wurzelmantra die Ganzkörper-Durchdringung vollziehen
śiraḥ kṛpāṇam
ein abgeschlagenes Haupt, ein Schwert
abhayaṃ varam hastaiḥ ca bibhratīm
und mit den Händen Furchtlosigkeits- und Gunstgeste tragend
muṇḍasraṅmastakāṃ muktakeśāṃ pitṛvanastitām / sarvālaṅkṛtavarṇāṃ ca śyāmāṅgīṃ kālikāṃ smaret
Man gedenke der Kālikā: mit einer Girlande von Schädeln auf dem Haupt, mit aufgelöstem Haar, im Leichenhain (Pitṛvana) weilend, allseits geschmückt und dunkel von Gliedern.
Nachdem er so meditiert hat, rezitiere er den Mantra hunderttausendmal und bringe darauf zehntausend Opfergaben mit Blüten des Karavīra (Oleander) dar. Nun wird das Verehrungs-Yantra beschrieben.
Wort für Wort
evaṃ dhyātvā
nachdem er so meditiert hat
japet lakṣam
er rezitiere hunderttausendmal
juhuyāt ayutaṃ tataḥ
dann bringe er zehntausend Opfergaben dar
prasūnaiḥ karavīra-utthaiḥ
mit aus dem Karavīra (Oleander) entstandenen Blüten
Nachdem man zuerst ein Sechseck gezeichnet hat, darauf ein dreifaches Dreieck, dann außen ein achtblättriges Lotus und eine Bhūpura (Erdstadt-Umrandung) — dort soll man verehren.
pīṭhasya śaktayo māyātmane hṛtpīṭhamantrakaḥ / śivarūpaśavaśthāṃ ca śivābhirdikṣu veṣṭitām
Dies sind die Śaktis des Pīṭha; der Herz-Sitz-Mantra lautet ‚Māyā (hrīṃ), dem Selbst'. Man meditiere auf die Göttin, wie sie auf einem in Śiva-Gestalt daliegenden Leichnam steht und in den Himmelsrichtungen von den Śivās umgeben ist.
Wort für Wort
pīṭhasya śaktayaḥ
die Śaktis (Kräfte) des Pīṭha — (die vorgenannten)
māyā-ātmane hṛt-pīṭha-mantrakaḥ
‚Māyā (hrīṃ), dem Selbst' — so lautet der Herz-Sitz-Mantra
śiva-rūpa-śava-sthāṃ ca
auf einem in Śiva-Gestalt liegenden Leichnam stehend
śivābhiḥ dikṣu veṣṭitām
von (weiblichen) Śivās in den Richtungen umgeben
[?] ‚māyātmane hṛtpīṭhamantrakaḥ' als knapp zitierte Mantraformel wiedergegeben; genauer Wortlaut des vollständigen Pīṭha-Mantras nicht sicher rekonstruierbar.
Nachdem man sie, die in Liebesvereinigung mit Mahākāla versunken ist, meditiert hat, verehre man zuerst die Glied(-gottheiten): Kālī, Kapālinī, Kullā, Kurukullā, Virodhinī,
Wort für Wort
mahākāla-rata-āsaktāṃ dhyātvā
nachdem man sie, in Liebesvereinigung mit Mahākāla versunken, meditiert hat
Mātrā, Mudrā und ebenso Mitrā [sind zu verehren]; auf den Blütenblättern dieses Lotus sind mit großer Sorgfalt die Mütter (Mātṛkās) zu verehren: Brāhmī und auch Nārāyaṇī,
Wort für Wort
mātrāṃ mudrāṃ tathā mitrāṃ
Mātrā, Mudrā und ebenso Mitrā
pūjyāḥ patreṣu mātaraḥ
auf den Blütenblättern sind die Mütter zu verehren
ferner Bhairavī, angeführt von Mahat, die vom Löwen begleitete, von Dhūmrā angeführte, sowie die Gruppe beginnend mit Bhīmā und Unmattā, und Vaśīkaraṇa-Bhairavī,
Wort für Wort
bhairavīṃ mahat-ādyāṃ tāṃ
Bhairavī, sie, angeführt von Mahat(?)
siṃha-ādyāṃ dhūmra-pūrvikām
die mit dem Löwen (verbundene), von Dhūmrā angeführte
bhīma-unmatta-ādikāṃ ca api
und auch die Gruppe mit Bhīmā, Unmattā u.a. beginnend
vaśīkaraṇa-bhairavīm
und die bezaubernde Vaśīkaraṇa-Bhairavī
[?] ‚mahadādyāṃ' und ‚siṃhādyāṃ' unklare Kompositionsglieder; evtl. Verweis auf Gruppen/Serien von Bhairavī-Formen, nicht restlos eindeutig aufzulösen.
nachdem man die Gruppe beginnend mit Mohanā gut verehrt hat, sowie auch die Waffen, mit denen Indras beginnend — so verehrt, wird Kālī den Mantra-Übenden vollkommen (siddha).
Wort für Wort
mohanā-ādyāṃ samārādhya
nachdem man die Gruppe mit Mohanā beginnend verehrt hat
sudṛśo madanāvāsaṃ paśyanyaḥ prajapenmanum / ayutaṃ so 'cirādeva vākpateḥ samatāmiyāt
Wer, den Sitz des Liebesgottes (die Scham) einer schönäugigen Frau betrachtend, den Mantra zehntausendmal murmelt, der erlangt bald die Gleichrangigkeit mit dem Herrn der Rede (Bṛhaspati).
Wort für Wort
sudṛśaḥ madana-āvāsaṃ paśyan
den Sitz des Liebesgottes (die Scham) einer Schönäugigen betrachtend
Wer, nackt (himmelsgewandet) und mit gelöstem Haar, nachts auf dem Leichenacker weilend, diesen Mantra zehntausendmal rezitiert, dem werden alle Vollkommenheiten (Siddhis) zuteil.
Wer, die mit Menstruationsblut bestreute Scham einer Frau betrachtend, zehntausendmal rezitiert, der bezaubert gewiss die Menschen durch reizvolle Dichterkunst.
Wort für Wort
rajaḥ kīrṇaṃ bhagaṃ nāryāḥ
die mit (Menstruations-)Blut bestreute Scham einer Frau
tāṃ dhyāyansmeravadanāṃ vidadhatsurataṃ svayam / japetsahasramapi yaḥ sa śaṅkarasamo bhavet
wer sie, die lächelnd-angesichtige, betrachtend, während er selbst den Liebesakt vollzieht, auch nur tausendmal den Mantra rezitiert, der wird Śaṅkara gleich.
yo haviṣyāśanarato divā devīṃ smaran japet / naktaṃ nidhuvanāsakto lakṣaṃ sa syāddharāpatiḥ
Wer tagsüber, an Opferspeise sich haltend, der Göttin gedenkend rezitiert, nachts aber dem Liebesgenuss zugetan ist — der wird bei hunderttausendfacher Rezitation zum Herrn der Erde.
Wort für Wort
yaḥ haviṣya-aśana-rataḥ
wer, an Opferspeise (Havis) haltend
divā devīṃ smaran japet
tagsüber, der Göttin gedenkend, rezitiert
naktaṃ nidhuvana-āsaktaḥ
nachts dem Liebesgenuss zugetan
lakṣaṃ saḥ syāt dharā-patiḥ
bei hunderttausend(-facher Rezitation) wird er zum Herrn der Erde
Wenn der Mantra-Kundige mit roten Lotusblüten opfert, besiegt er durch Reichtum selbst den Reichtumsherrn (Kubera); durch Bilva-Blätter erlangt er Königsherrschaft, durch rote Blüten Bezauberung.
Wort für Wort
rakta-ambhojaiḥ hunet mantrī
opfert der Mantra-Kundige mit roten Lotusblüten
dhanaiḥ jayati vittapam
besiegt er durch Reichtum den Reichtumsherrn (Kubera)
bilva-patraiḥ bhavet rājyaṃ
durch Bilva-Blätter wird ihm Königsherrschaft zuteil
Wer, mantra-kundig, auf einem Leichnam sitzend, den Mantra hunderttausendmal rezitiert, dessen Mantra wird sogleich vollkommen (siddha) und verleiht jede gewünschte Frucht.
Wer Kālikā verehrt, hat damit zugleich — wie einer von guter Geburt — die vom Pferdeopfer angeführten Opfer dargebracht, Gaben gespendet und Askese geübt.
Wort für Wort
tena aśvamedha-pramukhaiḥ
von ihm, mit den vom Pferdeopfer angeführten
yāgaiḥ iṣṭaṃ sujanmanā
(Opfern) ist geopfert, von einem von guter Geburt
dattaṃ dānaṃ tapaḥ taptam
Gabe gegeben, Askese geübt
upāste yaḥ tu kālikām
von wem, der Kālikā verehrt
[Anm.: Syntaktisch schwieriger, elliptischer Vers (Instrumentalkonstruktion mit passivischem Sinn); sinngemäß wiedergegeben.]
āpyāyinī candrayuktā māyā ca vadanāntare / sakāmikā krudhā śāntiścandrālaṅkṛtamastakā
Die Silbe Āpyāyinī, mit dem Mond (Bindu) versehen, und Māyā inmitten des ‚Antlitzes'; die mit Kāma verbundene Krudhā, Śānti, mit dem Mond am Haupt geschmückt —
Wort für Wort
āpyāyinī candra-yuktā
die Silbe Āpyāyinī, mit dem Mond (Bindu) versehen
māyā ca vadana-antare
und Māyā inmitten des ‚Antlitzes'
sa-kāmikā krudhā śāntiḥ
mit Kāma verbunden, Krudhā, Śānti
candra-alaṅkṛta-mastakā
mit dem Mond am Haupt geschmückt
[?] Mantroddhāra-Codeverse zur Konstruktion der Tārā-Bīja-Silben; Einzelbegriffe (āpyāyinī, vadana, krudhā, śānti) sind traditionelle Chiffren für Phoneme, deren genaue Zuordnung ohne Schlüsseltext unsicher bleibt.
Dīpikā mit ihrem Sitz, die Waffen(-silbe) verbunden mit zwei Monden — so wird der Mantra verkündet. Als Ṛṣi gilt Akṣobhya, als Versmaß aber gilt Bṛhatī.
Wort für Wort
dīpikā sa-āsanā
Dīpikā mit ihrem Sitz
candra-yuga-astraṃ
die Waffen(-silbe, phaṭ) mit zwei Monden verbunden
manuḥ īritaḥ
so wird der Mantra verkündet
muniḥ akṣobhyaḥ uddiṣṭaḥ
als Ṛṣi (Seher) wird Akṣobhya genannt
chandaḥ tu bṛhatī mataṃ
als Versmaß aber gilt Bṛhatī
[?] Fortsetzung der kodierten Bīja-Konstruktion aus V36; Einzelheiten unsicher.
Die Gottheit ist die Tārā genannte Göttin; das Bīja ist die zweite und die vierte Silbe; die Śakti ist mit dem sechsten langen Vokal verbunden; mit der zweiten Silbe erfolgt die Gliedmantra-Bildung.
Wort für Wort
tārā-ākhyā devatā
die ‚Tārā' genannte Gottheit
bījaṃ dvitīyam ca caturthakam
das Bīja ist die zweite und die vierte Silbe
śaktiḥ ṣaḍ-dīrgha-yuktena
die Śakti ist mit dem sechsten langen Vokal verbunden
dvitīyena aṅga-kalpanam
mit der zweiten Silbe die Gliedmantra-Bildung
[?] Bezugnahme auf die konkreten Silben (‚die zweite', ‚die vierte') des zuvor genannten Mantras nicht mit letzter Sicherheit aufzulösen.
Danach vollziehe man sechsfache Niederlegung (Nyāsa) der Tārā, die alle Vollkommenheit verleiht; man platziere die mit Śrīkaṇṭha beginnenden Rudras mit den vorangestellten Mātṛkā-Lauten.
Wort für Wort
ṣoḍhā nyāsaṃ tataḥ kuryāt
danach vollziehe man sechsfache Niederlegung (Nyāsa)
tārāyāḥ sarvasiddhim
der Tārā, die alle Vollkommenheit verleiht
śrīkaṇṭha-ādīn nyaset rudrān
man platziere die mit Śrīkaṇṭha beginnenden Rudras
An der von der Mātṛkā genannten Stelle steht Māyā (hrīṃ); die Namen werden mit dem dritten Fall und vorangestelltem ‚Krodha' versehen, mit dem vierten Fall und ‚Namaḥ' verbunden — so wird der erste Nyāsa verkündet.
Wort für Wort
mātṛkā-ukta-sthale māyā
an der von der Mātṛkā genannten Stelle steht Māyā
tṛtīya-krodha-pūrvakān
die Namen mit dem dritten Fall und vorangestelltem ‚Krodha'
caturthī-namasā-yuktān
mit dem vierten Fall und ‚Namaḥ' verbunden
prathamaḥ nyāsaḥ īritaḥ
so wird der erste Nyāsa verkündet
[?] Grammatikalisch-technischer Hinweis auf Kasusendungen (tṛtīyā, caturthī) in der Nyāsa-Formel; Einzelheiten der Formelbildung bleiben unsicher.
Man gedenke ihrer, wie sie auf einem Leichnams-Sitz thront, von blauem Glanz, dreiäugig, mit dem Halbmond als Diadem, reich an mannigfaltigem Schmuck, und vollziehe darauf den Nyāsa.
Wort für Wort
śava-pīṭha-samāsīnāṃ
auf einem Leichnams-Sitz thronend
nīla-kāntiṃ trilocanām
von blauem Glanz, dreiäugig
ardha-indu-śekharāṃ
mit dem Halbmond als Diadem
nānā-bhūṣaṇa-āḍhyāṃ smaran nyaset
reich an mannigfaltigem Schmuck — dessen gedenkend vollziehe man den Nyāsa
dvitīye tu grahanyāsaṃ kuryāttāṃ samanusmaran / tribījasvarapūrvaṃ tu raktasūya hṛdi nyaset
Beim zweiten Nyāsa aber vollziehe man, ihrer gedenkend, den Planeten-Nyāsa; mit den drei vorangestellten Bīja-Vokalen platziere man die rote Sonne am Herzen.
Wort für Wort
dvitīye tu graha-nyāsaṃ
beim zweiten Nyāsa aber den Planeten-Nyāsa
kuryāt tāṃ samanusmaran
vollziehe man, ihrer gedenkend
tri-bīja-svara-pūrvaṃ tu
mit den drei vorangestellten Bīja-Vokalen aber
rakta-sūrya hṛdi nyaset
platziere man die rote Sonne am Herzen
[?] ‚raktasūya' vermutlich Schreibvariante/Lesefehler für ‚raktasūrya' (rote/blutrote Sonne), als erster der neun Grahas gedeutet.
Ebenso platziere man, mit der Pa-Lautgruppe beginnend, den weißen (Mond) am Haarwuchs zwischen den Brauen; mit der Ka-Lautgruppe beginnend den rotglänzenden Maṅgala (Mars) an den drei Augen.
Wort für Wort
tathā pa-varga-pūrvaṃ tu
ebenso, mit der Pa-Lautgruppe beginnend
śuklaṃ lomaṃ bhruvoḥ dvaye
den weißen (Mond) am Haarwuchs zwischen den Brauen
ka-varga-pūrvaṃ raktābhaṃ
mit der Ka-Lautgruppe beginnend, den rotglänzenden
Mit der Ca-Lautgruppe beginnend platziere der Kundige den dunklen Budha (Merkur) an der Brust-Stelle; mit der Ḍha-Lautgruppe beginnend den gelbfarbenen Bṛhaspati (Jupiter) an der Kehlgrube.
Wort für Wort
ca-varga-ādyaṃ budhaṃ śyāmaṃ
mit der Ca-Lautgruppe beginnend den dunklen Budha (Merkur)
tavargādyaṃ śvetavarṇaṃ ghaṭikāyāṃ tu bhārgavam / nīlavarṇaṃ pavargādyaṃ nābhideśe śanaiścaram
Mit der Ta-Lautgruppe beginnend den weißfarbenen Bhārgava (Venus) am Schlüsselbeingrübchen; mit der Pa-Lautgruppe beginnend den dunkelblauen Śanaiścara (Saturn) am Nabelbereich.
Mit der Śa-Lautgruppe beginnend, den rauchfarbenen Rāhu betrachtend, platziere man ihn am Mund. So wird, mit den drei vorangestellten Bīja-Silben, der Planeten-Nyāsa verkündet.
Wort für Wort
śa-varga-ādyaṃ dhūmra-varṇaṃ
mit der Śa-Lautgruppe beginnend, den rauchfarbenen
Den dritten Nyāsa der Weltenhüter (Lokapālas) vollziehe man mit Sorgfalt, mit den drei vorangestellten Māyā-Bīja-Silben, zur Erlangung aller Vollkommenheit.
Am eigenen Haupt, an Stirn usw., in den acht Himmelsrichtungen von unten nach oben, platziere man die Herren der Richtungen, denen die acht Lautgruppen mit kurzem und langem Ka usw. vorangestellt sind.
Wort für Wort
sva-mastake lalāṭa-ādi
am eigenen Haupt, an Stirn usw.
dikṣu aṣṭasu adha-ūrdhvataḥ
in den acht Richtungen, von unten nach oben
hrasva-dīrgha-ka-ādi-aṣṭa-varga-pūrvān
denen kurzes und langes Ka usw., die acht Lautgruppen, vorangestellt sind
diśa-adhipān
die Herren der Richtungen
[?] Zuordnung der acht Richtungen zu den acht Vargas (Konsonantengruppen) im Detail nicht restlos gesichert.
śivaśaktyabhidhe nyāsaṃ caturthe tu samācaret / tribījapūrvakānnyasyetṣaṭśivāñchaktisaṃyutān
Den vierten, ‚Śiva-Śakti' genannten Nyāsa vollziehe man; man platziere die sechs Śivas, mit den drei vorangestellten Bīja-Silben, verbunden mit ihren Śaktis.
Wort für Wort
śiva-śakti-abhidhe nyāsaṃ
den ‚Śiva-Śakti' genannten Nyāsa
caturthe tu samācaret
als vierten aber vollziehe man
tri-bīja-pūrvakān nyasyet
man platziere, mit den drei vorangestellten Bīja-Silben
In den Cakras, beginnend mit dem Ādhāra(-cakra), platziere man, mit den dem jeweiligen Cakra eigenen Lauten vorangestellt, Brahmā, verbunden mit Ḍākinī, dem die Laute ‚va' bis ‚sa' vorangestellt sind.
Wort für Wort
ādhāra-ādiṣu cakreṣu
in den Cakras, beginnend mit dem Ādhāra(-cakra)
sva-cakra-varṇa-pūrvakān
mit den dem jeweiligen Cakra eigenen Lauten vorangestellt
brahmāṇaṃ ḍākinī-yuktaṃ
Brahmā, mit Ḍākinī verbunden
va-ādi-sa-anta-arṇa-pūrvakam
dem die Laute von ‚va' bis ‚sa' vorangestellt sind
[Anm.: Beginn der Ṣaṭcakra-Nyāsa-Serie (V50–V55): Zuordnung der sechs Cakras zu Gottheiten, Yoginīs (Ḍākinī, Rākiṇī usw.) und Lautkreisen (Mātṛkā-Silben je Cakra) nach bekannter haṭhayogisch-tantrischer Systematik.]
svādhiṣṭhanābhidhe cakre liṅgasthe ṣaḍdale nyaset / rudraṃ tu ḍākinīyuktaṃ ḍādiphaāntārṇapūrvakam
Im Svādhiṣṭhāna genannten, sechsblättrigen, am Liṅga befindlichen Cakra platziere man Rudra, verbunden mit Ḍākinī, dem die Laute ‚ḍa' bis ‚pha' vorangestellt sind.
Wort für Wort
svādhiṣṭhāna-abhidhe cakre
im Svādhiṣṭhāna genannten Cakra
liṅga-sthe ṣaḍ-dale nyaset
das am Liṅga befindlich und sechsblättrig ist, platziere man
rudraṃ tu ḍākinī-yuktaṃ
Rudra, mit Ḍākinī(?) verbunden
ḍa-ādi-pha-anta-arṇa-pūrvakam
dem die Laute von ‚ḍa' bis ‚pha' vorangestellt sind
[?] ‚ḍākinī' hier evtl. Verwechslung mit ‚rākiṇī' oder einer anderen der sechs Cakra-Yoginīs; in der gängigen Ṣaṭcakra-Zuordnung wird dem Svādhiṣṭhāna meist Rākiṇī zugeordnet, nicht sicher zu klären.
vinyaseddvādaśadalehṛdayasthe tvanāhate / sadāśivaṃ śākinīṃ ca ṣoḍaśasvarapūrvakam
Im zwölfblättrigen, am Herzen befindlichen Anāhata(-cakra) platziere man Sadāśiva und Śākinī, denen die sechzehn Vokale vorangestellt sind.
Wort für Wort
vinyaset dvādaśa-dale
man platziere im zwölfblättrigen
hṛdaya-sthe tu anāhate
am Herzen befindlichen Anāhata(-cakra) aber
sadāśivaṃ śākinīṃ ca
Sadāśiva und Śākinī
ṣoḍaśa-svara-pūrvakam
denen die sechzehn Vokale vorangestellt sind
[?] ‚śākinīṃ' hier wiederholt genannt (vgl. V53); nach gängiger Ṣaṭcakra-Systematik wird dem Anāhata meist Kākinī zugeordnet — möglicher Lese- oder Kopierfehler im Quelltext.
Im an der Kehle befindlichen, sechzehnblättrigen, Viśuddha genannten Cakra platziere man entsprechend; im Ājñā-Cakra platziere man Paraśiva, verbunden mit Hākinī.
Im zwischen den Brauen befindlichen, überaus reizvollen Cakra platziere man, mit dem Lakṣa-Laut vorangestellt; man vollziehe den fünften, mit Tārā beginnenden Nyāsa zur Erlangung aller gewünschten Vollkommenheit.
Wort für Wort
lakṣa-arṇa-pūrvaṃ
mit dem Laut Lakṣa(?) vorangestellt
bhrū-madhya-saṃsthite ati-manohare
im zwischen den Brauen befindlichen, überaus reizvollen Cakra
tārā-ādi-pañcamaṃ nyāsaṃ
den fünften, mit Tārā beginnenden Nyāsa
kuryāt sarva-iṣṭa-siddhaye
vollziehe man zur Erlangung aller gewünschten Vollkommenheit
[?] ‚lakṣārṇapūvaṃ' unklar (evtl. ‚lakṣa-arṇa-pūrvaṃ' = ‚mit dem Lakṣa-Laut vorangestellt'); genaue Silbe nicht sicher identifizierbar.
Die acht Lautgruppen, denen je ein Vokalpaar vorangestellt und die mit dem Bīja verbunden sind, und die acht mit Tārā beginnenden, dem Nyāsa vorangehenden Śaktis sind anzuwenden.
Wort für Wort
aṣṭau vargān
die acht Lautgruppen
svara-dvandva-pūrvakān bīja-saṃyutān
denen je ein Vokalpaar vorangestellt und die mit dem Bīja verbunden sind
tārā-ādyāḥ nyāsa-pūrvāḥ ca
und die mit Tārā beginnenden, dem Nyāsa vorangehenden
Am Brahmarandhra, an der Stirn, zwischen den Brauen, am Kehlbereich, am Herzen, am Nabel, an der ‚Frucht' und am Mūlādhāra platziere man diese der Reihe nach.
Wort für Wort
brahmarandhre lalāṭe ca
am Brahmarandhra und an der Stirn
bhrū-madhye kaṇṭha-deśataḥ
zwischen den Brauen, am Kehlbereich
hṛdi nābhau phale mūlādhāre
am Herzen, am Nabel, an der ‚Frucht', am Mūlādhāra
ca itāḥ kramāt nyaset
platziere man diese der Reihe nach
[?] ‚phale' wörtl. ‚an der Frucht'; vermutlich euphemistische Bezeichnung einer Körperstelle im Nyāsa-Schema, nicht restlos eindeutig.
Danach vollziehe man den Glied-Nyāsa, den ‚Pīṭha' genannten, der alle Vollkommenheit verleiht: am Ādhāra das ‚Kāmarūpa' genannte Bīja, mit dem vorangestellten kurzen Laut.
Wort für Wort
aṅganyāsaṃ tataḥ kuryāt
danach vollziehe man den Glied-Nyāsa
pīṭha-ākhyaṃ sarva-siddhidam
den ‚Pīṭha' genannten, der alle Vollkommenheit verleiht
Am Herzen platziere man das ‚Jālandhara' genannte Bīja, mit vorangestelltem langen Laut; an der Stirn platziere der Kluge das ‚Pūrṇagiri' genannte Bīja, mit der Ka-Lautgruppe beginnend.
Wort für Wort
hṛdi jālandharaṃ bījaṃ
am Herzen das ‚Jālandhara' genannte Bīja
dīrgha-pūrvaṃ pravinyaset
mit vorangestelltem langen Laut platziere man
lalāṭe pūrṇagiri-ākhyaṃ
an der Stirn das ‚Pūrṇagiri' genannte Bīja
ka-varga-ādyaṃ nyaset sudhīḥ
mit der Ka-Lautgruppe beginnend platziere der Kluge
[Anm.: Jālandhara, Pūrṇagiri (V61), Uḍḍīyāna, Kāmarūpa und Mathurā (V62) sind klassische tantrische Pīṭhas (Kraftorte).]
Das ‚Uḍḍīyāna' genannte Bīja, mit der Ca-Lautgruppe beginnend, platziere man am Haaransatz; an der Kehle aber platziere man den ‚Mathurā-Pīṭha' genannten Laut, mit dem zehnten, mit ‚ya' beginnenden Konsonanten.
Wort für Wort
uḍḍīyānaṃ ca-varga-ādyaṃ
das ‚Uḍḍīyāna' genannte Bīja, mit der Ca-Lautgruppe beginnend
keśa-sandhau pravinyaset
platziere man am Haaransatz
kaṇṭhe tu mathurā-pīṭhaṃ
an der Kehle aber den ‚Mathurā-Pīṭha'
daśama ya-ādikaṃ nyaset
mit dem zehnten, mit ‚ya' beginnenden Laut platziere man
[?] ‚daśama yādikaṃ' unklar; evtl. Verweis auf den zehnten Buchstaben einer Reihe, beginnend mit ‚ya'; nicht restlos eindeutig.
Am ‚Vajra-Wasser' möge sie die Haarlocke schützen, Ugratārā aber am Panzer(-Punkt); Mahogrā am Vatsara(?), am Auge die rotäugige Ekajaṭā am Waffen(-Punkt).
Wort für Wort
vajra-udake śikhāṃ pātu
am ‚Vajra-Wasser' möge sie die Haarlocke schützen
ugratārāṃ tu varmaṇi
Ugratārā aber am Panzer(-Punkt)
mahogrā vatsare netre
Mahogrā am Vatsara(?), am Auge
piṅga-agra-ekajaṭā astrake
die rotäugige Ekajaṭā am Waffen(-Punkt)
[?] Vers stark verkürzt/verderbt überliefert (vermutlich ein Kavaca-Schema ‚X möge Y schützen' mit ausgefallenen Verbformen); Einzelzuordnungen (vajrodake, vatsare) unsicher, sinngemäße Notlösung.
Mit der Māyā, verbunden mit den sechs langen Vokalen — dies sind die acht Silben beim Ṣaḍaṅga(-Nyāsa); nachdem man sie zunächst sorgfältig an den Fingern, beginnend mit dem Daumen, platziert hat,
Wort für Wort
ṣaḍ-dīrgha-yukta-māyāyāḥ
der mit den sechs langen Vokalen verbundenen Māyā
etāni aṣṭau ṣaḍ-aṅgake
dies sind die acht Silben beim Ṣaḍaṅga(-Nyāsa)
aṅguṣṭha-ādiṣu aṅgulīṣu
an den Fingern, beginnend mit dem Daumen
pūrvaṃ vinyasya yatnataḥ
nachdem man sie zunächst sorgfältig platziert hat
[?] ‚etāni aṣṭau' bezieht sich vermutlich auf die acht Tārikā-Bīja aus V58 beim Ṣaḍaṅga-Nyāsa; genauer Bezug unsicher.
tarjanīmadhyamābhyāṃ tu kṛtvā tālatrayaṃ tataḥ / choṭikāmudrāyā kuryāddigbandhaṃ devatāṃ smaran
und mit Zeigefinger und Mittelfinger dreimal geschnippt hat, vollziehe man sodann mit der Choṭikā-Mudrā (Schnippgeste) die Bindung der Richtungen, indem man der Gottheit gedenkt.
Wort für Wort
tarjanī-madhyamābhyāṃ tu
mit Zeigefinger und Mittelfinger aber
kṛtvā tāla-trayaṃ tataḥ
nachdem man dreimal geschnippt hat, sodann
choṭikā-mudrāyā kuryāt
vollziehe man mit der Choṭikā-Mudrā (Schnippgeste)
dig-bandhaṃ devatāṃ smaran
die Bindung der Richtungen, der Gottheit gedenkend
Mit der Vidyā, umschlossen von Tārā, vollziehe man siebenfach die Ganzkörper-Durchdringung (vyāpaka); dann meditiere man auf Ugratārā, die im Wortstreit sogleich höchste Vollkommenheit verleiht.
Wort für Wort
vidyayā tāra-puṭayā
mit der Vidyā, von Tārā umschlossen
vyāpakaṃ saptadhā caret
vollziehe man siebenfach die Ganzkörper-Durchdringung
ugratārāṃ tataḥ dhyāyet
dann meditiere man auf Ugratārā
sadyaḥ vāde ati-siddhidām
die im Wortstreit sogleich höchste Vollkommenheit verleiht
Man meditiere auf sie, wie sie im Ozean der Auflösung auf einem entstandenen Lotus thront, dunkelblau glänzend, mit himmlischem Schmuck, in ihren Händen eine Muschel, ein Schwert, einen Schädel und einen blauen Lotus tragend,
Wort für Wort
laya-abdhau ambuja-janma-sthāṃ
im Ozean der Auflösung auf einem entstandenen Lotus thronend
nāgaśreṣṭhālaṅkṛtāṅgīṃ raktanetratrayāṃ smaret / japellakṣacatuṣkaṃ hi daśāṃśaṃ raktapadmakaiḥ
mit den vortrefflichsten Schlangen geschmückt an Gliedern, mit drei roten Augen — so gedenke man ihrer; man rezitiere vierhunderttausendmal und bringe ein Zehntel davon als Opfer mit roten Lotusblüten dar.
Wort für Wort
nāga-śreṣṭha-alaṅkṛta-aṅgīṃ
mit den vortrefflichsten Schlangen an den Gliedern geschmückt
Man opfere mit Blüten, vermischt mit Milch und Ghee; nachdem man eine Muschel aufgestellt hat, rezitiere man darüber; eine Frau betrachtend, berührend, zu ihr gehend, vollziehe man in der großen Nacht die Opferdarbringung.
Wort für Wort
hunet kṣīra-ājya-saṃmiśraiḥ
man opfere mit Blüten, vermischt mit Milch und Ghee
śaṅkhaṃ saṃsthāpya saṃjapet
nachdem man eine Muschel aufgestellt hat, rezitiere man
nārīṃ paśyan spṛśan gacchan
eine Frau betrachtend, berührend, zu ihr gehend
mahāniśi baliṃ caret
in der großen Nacht vollziehe man die Opferdarbringung
Auf dem Leichenacker, in einem leerstehenden Haus, im Götterhaus, oder an einem menschenleeren Ort, auf einem Berg oder inmitten eines Waldes — auf einem Leichnam sitzend, der Mantra-Kundige —
sei es auf dem Leichnam eines im Kampf erschlagenen Feindes, oder eines sechs Monate alten Kindes — wer so die Vidyā (den Mantra) übt, dem wird sie rasch, so praktiziert, vollkommen (siddha).
Wort für Wort
samare śatru-nihataṃ
des im Kampf erschlagenen Feindes
yadvā ṣaṇmāsikaṃ(?) śiśum
oder eines sechs Monate alten(?) Kindes
vidyāṃ sādhayataḥ śīghraṃ
wer die Vidyā übt, dem (wird sie) rasch
sādhitā evaṃ prasiddhyati
so praktiziert, vollkommen
[?] ‚ṣāṇyāsikaṃ' unklar, vermutlich verderbt für ‚ṣaṇmāsikam' (sechs Monate alt); sinngemäß als Altersangabe für den Leichnam eines Kindes gedeutet.
Nachdem man damit den Sitz dargebracht hat, bilde man die Kultgestalt mit dem Wurzelmantra und verehre die Göttin vorschriftsmäßig — nun wird dieses Ritual beschrieben.
Es folgen ein Paar Silben (gṛha-yugma), Śivā, Svāhā — so wird dieser Bali-Mantra verkündet. Mit ihm bringe man täglich zur Mitternacht am Kreuzweg die Opfergabe dar.
Wort für Wort
gṛha-yugmaṃ śivā svāhā
ein Paar Silben, Śivā, Svāhā
bali-mantraḥ ayam īritaḥ
so wird dieser Bali-Mantra verkündet
dadyāt nityaṃ baliṃ tena
mit ihm bringe man täglich die Opfergabe dar
madhyarātre catuṣpathe
zur Mitternacht am Kreuzweg
[?] ‚gṛhayugmaṃ' unklar kodiert; evtl. Verweis auf ein bestimmtes Silbenpaar.
Die Wasserspende und ähnliche Riten vollziehe man sodann mit zehn Mantras. Der erste lautet: Dhruva (oṃ), am ‚Vajra-Wasser', Varma (huṃ), Phaṭ — dieser siebensilbige Mantra gilt beim Wasserfassen.
Wort für Wort
jala-dāna-ādikaṃ mantraiḥ
die Wasserspende u.ä. Riten mit Mantras
vidadhyāt daśabhiḥ tataḥ
vollziehe man sodann mit zehn Mantras
dhruvaḥ vajra-udake varma
Dhruva (oṃ), am ‚Vajra-Wasser', Varma (huṃ)
phaṭ sapta-arṇaḥ jala-grahe
Phaṭ — dieser siebensilbige Mantra beim Wasserfassen
[?] ‚vajrodake' und die Einzelzuordnungen der Silben zur konkreten Wasserhandlung nicht restlos sicher; die Reihe der zehn Mantras (V78–V84) ist knapp und elliptisch kodiert.
Der Mantra, beginnend mit Tāra und endend mit ‚Vahnijāyā' (svāhā), mit Māyā — dieser gilt fürwahr beim Reinigen; der nächste: Tāra, Māyā, Bhṛgu, Karṇa, ‚Viśuddham' — mit dem Dharma-Panzer.
Wort für Wort
tārā-ādyā vahni-jāyā-antā
beginnend mit Tāra, endend mit ‚Vahnijāyā' (svāhā)
māyā hi kṣālane matā
mit Māyā — dies gilt beim Reinigen
tāraḥ māyāḥ bhṛguḥ karṇaḥ
Tāra, Māyā, Bhṛgu, Karṇa
viśuddhaṃ dharma-varmataḥ
‚Viśuddham' — mit dem Dharma-Panzer
[?] Fortsetzung der kodierten Zehn-Mantra-Reihe für Wasserriten; Einzelbegriffe unsicher entzifferbar.
Alle Sünden werden durch dieses Wasser besänftigt: das mit ‚Chedo-netra' verbundene Wasser; der Mantra ‚Kalpāntanayana, Svāhā' gilt beim Sipping-Ritus (ācamana).
Wort für Wort
sarva-pāpāni śāmyante
alle Sünden werden besänftigt
chedaḥ netra-yutaṃ jalam
das mit ‚Chedo-netra' verbundene Wasser
kalpānta-nayana-svāhā mantraḥ
der Mantra ‚Kalpāntanayana, Svāhā'
ācamane mataḥ
gilt beim Sipping-Ritus (ācamana)
[?] ‚cheto netrayutaṃ' unklar; sinngemäß als weitere kodierte Mantrasilbe für den Reinigungsritus gedeutet.
Dhruva (oṃ), endend mit ‚maṇidharī', verbunden mit Vajriṇī und Akṣi — der ‚Tod' (Silbe); (ein Fragment) kharī-vidyā-yugri-jaśva, am Ende mit ‚sarva', Baka, der Lotusbesitzende(?) —
Wort für Wort
dhruvaḥ maṇidharī-ityante
Dhruva (oṃ), endend mit ‚maṇidharī'
vajriṇī-akṣi-yutā mṛtiḥ
verbunden mit Vajriṇī und Akṣi — der ‚Tod' (Silbe)
kharī-vidyā-yugri-jaśva (?)
Fragment, nicht sicher auflösbar
sarva-vānte bakaḥ abjavān (?)
am Ende mit ‚sarva', Baka, der Lotusbesitzende(?)
[Anm.: Vers stark verderbt überliefert; die Wortformen ‚kharividyāyugrijaśva' und ‚bako'bjavān' sind nicht als reguläres Sanskrit auflösbar. Wörtliche Wiedergabe der erkennbaren Fragmente unter Vorbehalt; Gesamtsinn der kodierten Mantrareihe bleibt unsicher.]
endend mit ‚kāriṇī', der lange Panzer(-laut), die Waffe(-silbe), zuletzt ‚Vahnipriyā' (svāhā) — dieser aus dreiundzwanzig Silben bestehende Mantra dient der Bindung der Haarlocke (śikhā-bandhana).
Praṇava (oṃ), ein Paar Schutzsilben, der lange Panzer(-laut), die Waffe(-silbe), ein Paar Ṭha — mit diesem neunsilbigen Mantra vollziehe der Mantra-Kundige die Reinigung des Bodens (bhūmi-viśodhana).
Wort für Wort
praṇavaḥ rakṣā-yugalaṃ
Praṇava (oṃ), ein Paar Schutzsilben
dīrgha-varma-astra-ṭha-dvayam
der lange Panzer(-laut), die Waffe(-silbe), ein Paar Ṭha
endend mit ‚nāra', dann das Wort ‚vertreibe alle Hindernisse' (sarvavighnān utsāraya), dann Hūṃ, Phaṭ, Svāhā, der Guṇendu-Laut — dies ist der Mantra zur Abwehr der Hindernisse.
Wort für Wort
nāra-ante
endend mit ‚nāra'
sarva-vighnān utsāraya iti padaṃ tataḥ
dann das Wort ‚vertreibe alle Hindernisse'
huṃ phaṭ svāhā
Hūṃ, Phaṭ, Svāhā
guṇa-indu-varṇaḥ manuḥ vighna-nivāraṇam
der Guṇendu-Laut — der Mantra zur Abwehr der Hindernisse
[?] ‚guṇendvarṇaḥ' (‚Guṇa-Indu-Laut') unklare Silben-Chiffre; genaue phonetische Bedeutung unsicher.
Man stelle sich das Māyā-Bīja (hrīṃ), leuchtend wie eine Hibiskusblüte, am Nabel vor; mit dem daraus entstehenden Feuer verbrenne man den Körper samt seiner angehäuften Sünde.
turīyaṃ candrakundābhaṃ bījaṃ dhyātvālalāṭataḥ / tadutthasudhayāde haṃ svayaṃ vai devatānibham
Nachdem man das vierte Bīja, mondgleich und wie Jasmin glänzend, an der Stirn betrachtet hat, begieße man mit dem daraus entstehenden Nektar — und werde selbst der Gottheit gleich.
Wort für Wort
turīyaṃ candra-kunda-ābhaṃ bījaṃ
das vierte, mondgleiche und wie Jasmin glänzende Bīja
dhyātvā lalāṭataḥ
nachdem man es an der Stirn betrachtet hat
tad-uttha-sudhayā āde(śayet?)
mit dem daraus entstehenden Nektar begieße man
svayaṃ vai devatā-nibham
und werde selbst der Gottheit gleich
[?] ‚tadutthasudhayāde haṃ' schwer segmentierbar; sinngemäß als ‚mit dem daraus entstehenden Nektar begießen' gedeutet, genauer Wortlaut unsicher.
Durch diese Elementenreinigung (bhūtaśuddhi) erlangt man Gottheitengleichheit. Es folgt der Mantra: Tāra (oṃ), Ananta, Bhaga, Karṇa, verbunden mit Padmanābha, der Starke,
Krodha (huṃ), Astra (phaṭ) — dies ist der Mantra-Laut; dieser Mantra dient der Reinigung der Blumen usw. Der nächste: Tāra (oṃ), Pāśa, Parā, Svāhā — dieser fünfsilbige Mantra dient der Reinigung des Geistes (citta).
Wort für Wort
krodhaḥ astraṃ manu-varṇaḥ ayam
Krodha (huṃ), Astra (phaṭ) — dies ist der Mantra-Laut
manuḥ puṣpa-ādi-śodhane
dieser Mantra dient der Reinigung der Blumen usw.
tāraḥ pāśaḥ parā svāhā
Tāra (oṃ), Pāśa, Parā, Svāhā
pañca-arṇaḥ citta-śodhane
dieser fünfsilbige Mantra dient der Reinigung des Geistes
So sind die zehn Mantras verkündet. Nun wird die Aufstellung des Arghya (Opferwassers) beschrieben: mit den Silben Sa und Indu, verbunden mit Māyā — nachdem man den Boden bereitet und das Erdhaus geschaffen hat,
Wort für Wort
manavaḥ daśa saṃproktāḥ
so sind die zehn Mantras verkündet
ardhya-sthāpanam ucyate
nun wird die Aufstellung des Arghya beschrieben
sa-indubhyāṃ māsataḥ(?) māyā
mit Sa, Indu(?), verbunden mit Māyā
bhuvaṃ saṃsṛjya bhūgṛham
nachdem man den Boden bereitet und das Erdhaus geschaffen hat
[?] ‚seṃdubhyāṃ māsato' unklar segmentiert; sinngemäß als weitere Mantrasilben-Reihe zur Arghya-Bereitung gedeutet.
Man gestalte mit dem Mantra einen Kreis, verbunden mit einem Dreieck, als Maṇḍala; dort verehre man die Trägerkraft (Ādhāraśakti), die inmitten des Feuerkreises weilt; nachdem man den Feuerkreis verehrt hat, stelle man die große Muschel darin auf.
Wort für Wort
vṛtaṃ trikoṇa-saṃyuktaṃ
einen Kreis, verbunden mit einem Dreieck
kuryāt maṇḍala-mantrataḥ
gestalte man mit dem Mantra als Maṇḍala
yajet tatra ādhāra-śaktiṃ
dort verehre man die Trägerkraft (Ādhāraśakti)
vahni-maṇḍala-madhya-gām
die inmitten des Feuerkreises weilt
vahni-maṇḍalam abhyarcya
nachdem man den Feuerkreis verehrt hat
mahāśaṅkhaṃ nidhāpayet
stelle man die große Muschel darin auf
[Anm.: Dreipādiger Vers (drei statt zwei Halbverse) im Quelltext.]
Mit dem linken Ohr(-laut), verbunden mit dem Mond, mit ‚Phaṭ' endend, im Raum(-laut) — nachdem die Muschel gewaschen ist, rezitiere man ‚Bhṛgu, Daṇḍin', verbunden mit den drei Gestalten und dem Mond.
Wort für Wort
vāma-karṇa-indu-yuktena
mit dem linken Ohr(-laut), verbunden mit dem Mond
phaṭ-antena vihāyasā
mit ‚Phaṭ' endend, im Raum(-laut)
prakṣālitaṃ bhṛguḥ daṇḍī
nachdem die Muschel gewaschen ist: Bhṛgu, Daṇḍin
tri-mūrti-indu-yutaṃ paṭhet
verbunden mit den drei Gestalten und dem Mond rezitiere man
[?] Stark kodierter Vers zur Reinigung der Muschel (śaṅkhaśuddhi); Einzelbegriffe (vāmakarṇa, vihāyasā, trimūrti) mantroddhāra-Chiffren, genaue Silbenfolge unsicher.
Sodann verehre man die große Muschel, indem man eine Vierergruppe von Mantras rezitiert: Māyā, verbunden mit drei langen Vokalen, Kālī, Sṛṣṭi, mit langem Vokal.
Wort für Wort
tataḥ arcayet mahāśaṅkhaṃ
sodann verehre man die große Muschel
japan mantra-catuṣṭayam
indem man eine Vierergruppe von Mantras rezitiert
dīrgha-traya-anvitā māyā
Māyā, verbunden mit drei langen Vokalen
kālī sṛṣṭiḥ sa-dīrghasaḥ
Kālī, Sṛṣṭi, mit langem Vokal
[?] Kodierte Silbenreihe (vier Mantras zur Muschel-Verehrung); Einzelheiten unsicher.
Verbunden mit dem Abbild(-laut), dem Monats(-laut), dem Yavana(-laut), sodann ‚hṛdayam' (das Herz) — dies ist der erste, elfsilbige Mantra zur Verehrung der großen Muschel.
Wort für Wort
pratimā-saṃyutaṃ māsaṃ
verbunden mit dem Abbild(-laut), dem Monats(-laut)
Haṃsa, verbunden mit Hari und dem Herrn der Schlangen, mit drei langen Vokalen und dem Mond verbunden, endend mit Tāriṇī, ‚dem Schädelträger', mit Namaḥ endend — dies ist der zwölfsilbige zweite Mantra.
Svaṃ, reich an drei langen Vokalen und Manu, dieser Mantra, verbunden mit ‚Vāmadaka', ‚dem Weltenhüter', ‚hṛdayam' — dies ist der dritte, mit dem Śiva-Laut endende Mantra.
Wort für Wort
svaṃ dīrgha-traya-manu-āḍhyam
Svaṃ, reich an drei langen Vokalen und Manu
eṣaḥ vāmadaga-anvitaḥ
dieser Mantra, verbunden mit ‚Vāmadaka'(?)
lokapālāya hṛdayaṃ
‚dem Weltenhüter' (gewidmet), ‚hṛdayam'
tṛtīyaḥ ayaṃ śiva-akṣaraḥ
dies ist der dritte, mit dem Śiva-Laut endende Mantra
[?] ‚vāmadaganvitaḥ' unklar segmentiert, evtl. verderbte Lesung; sinngemäß als weiteres kodiertes Element wiedergegeben.
Das Māyā-Strī-Bīja, verbunden mit dem halben Mond, ‚svaṃ', ‚svarga' mit vorangestelltem Kha(-Laut) — ‚dem Hüter', ‚der aller Grundlage', ‚Sarva', und ebenso ‚Sarvodbhava' —
Wort für Wort
māyā-strī-bījam ardha-indu-yutaṃ
das Māyā-Strī-Bīja, mit dem Halbmond verbunden
svaṃ svarga-kha-ādimaḥ
‚svaṃ', ‚svarga' mit vorangestelltem Kha(-Laut)
pālāya sarva-ādhārāya
‚dem Hüter', ‚der aller Grundlage' (gewidmet)
sarvaḥ sarva-udbhavaḥ tathā
‚Sarva', und ebenso ‚Sarvodbhava'
[?] Fortlaufende kodierte Aufzählung von Bīja-Silben und Epitheta für weitere Mantras (V99–V101); Einzelbegriffe unsicher.
sarvaśuddhimayaśceti ṅeṃtāḥ sarvāsurāntikam / rudhirā ratidīrghā ca vāyuḥ śubhrānilaḥ surā
und ‚der ganz aus Reinheit Bestehende' — so enden (die Anrufungen) mit dem Ṅe-Laut; ‚der Widersacher aller Asuras', Rudhirā, Rati mit langem Vokal, Vāyu, Śubhra, Anila, Surā —
Wort für Wort
sarva-śuddhimayaḥ ca iti
und ‚der ganz aus Reinheit Bestehende' — so
ṅe-antāḥ
enden (die Anrufungen) mit dem Ṅe-Laut
sarva-asura-antikam
‚der Widersacher aller Asuras'
rudhirā rati-dīrghā ca
Rudhirā, Rati mit langem Vokal
vāyuḥ śubhra-anilaḥ surā
Vāyu, Śubhra, Anila, Surā
[?] Weitere kodierte Epitheta-Reihe; Einzelbegriffe teils Namen, teils Silben-Chiffren, nicht restlos trennbar.
‚dem Gefäß', Bhagī, Satyā, ‚dem Schädelträger', der Herz-Mantra — dies ist der vierte, in den Geschmacksrichtungen gezählte Laut, zur Verehrung der großen Muschel.
Wort für Wort
bhājanāya bhagī satyā
‚dem Gefäß' (gewidmet), Bhagī, Satyā
vikapālāya hṛt-manuḥ
‚dem Schädelträger', der Herz-Mantra
turyaḥ raseṣu varṇaḥ ayaṃ
dies ist der vierte, in den Geschmacksrichtungen gezählte Laut
mahāśaṅkha-prapūjane
zur Verehrung der großen Muschel
[?] ‚raseṣu varṇaḥ' unklar; evtl. Verweis auf die klassischen sechs Rasas als Zählschema für die Silbenanzahl; nicht sicher.
Nachdem man das neunfache Sonnenkreis-Symbol gebildet und mit dem Wurzelmantra verehrt hat, fülle man das Wasser, es als Nektar betrachtend, mit Duftstoff, Blüten, ungeschältem Reis und Ähnlichem an.
Wort für Wort
nava-arka-maṇḍalaṃ ca iṣṭvā
nachdem man das neunfache Sonnenkreis-Symbol verehrt hat
salilaṃ mūlamantrataḥ
das Wasser mit dem Wurzelmantra
prapūrayet sudhā-buddhyā
fülle man an, es als Nektar betrachtend
gandha-puṣpa-akṣata-ādibhiḥ
mit Duftstoff, Blüten, ungeschältem Reis und Ähnlichem
[?] ‚navārkamaṇḍalaṃ' unklar; evtl. Bezug auf ein neunteiliges Sonnenzeichen-Diagramm, nicht sicher zu identifizieren.
Nachdem man die dreigeteilte Mudrā gezeigt hat, verehre man den Mondkreis: Vāk, Satya, Padma, im Himmelsraum, mit dem Ra-Laut, Anugraha und Bindu verbunden.
Wort für Wort
mudrāṃ trikhaṇḍāṃ saṃdarśya
nachdem man die dreigeteilte Mudrā gezeigt hat
pūjayet candra-maṇḍalam
verehre man den Mondkreis
vāk-satya-padma-gagane
Vāk, Satya, Padma, im Himmelsraum
repha-anugraha-bindu-yuk
mit dem Ra-Laut, Anugraha und Bindu verbunden
[?] Kodierter Mantra-Vers zur Mondkreis-Verehrung; Einzelsilben unsicher entzifferbar.
Der Wurzelmantra, ergänzt mit ‚Unheils-Vernichtung' und verbunden mit ‚Anusarga' — mit diesem Mantra beschwöre der geläuterte Mantra-Kundige das Wasser achtmal.
Wort für Wort
mūla-mantraḥ vipad-dhvaṃsam
der Wurzelmantra, (mit) ‚Unheils-Vernichtung'
anusarga-samanvitam
verbunden mit ‚Anusarga'
aṣṭakṛtvaḥ amunā mantrī
mit diesem Mantra achtmal der Mantra-Kundige
mantrayet prayataḥ jalam
beschwöre, geläutert, das Wasser
[?] ‚anusargasamanvitam' unklar; sinngemäß als weitere Ergänzungsformel zum Wurzelmantra gedeutet.
māyayā madiśaṃ kṣiptvā khaṃ yoniṃ ca pradarśayet / tatra vṛttāṣṭaṣaṭkoṇaṃ dhyātvā devīṃ vicintayet
Nachdem man mit Māyā (hrīṃ) den ‚Madiśa' hineingeworfen hat, zeige man Kha (den Raum) und die Yoni(-Mudrā); dort, nachdem man einen Kreis mit acht und sechs Ecken betrachtet hat, stelle man sich die Göttin vor.
Wort für Wort
māyayā madiśaṃ(?) kṣiptvā
nachdem man mit Māyā den ‚Madiśa'(?) hineingeworfen hat
khaṃ yoniṃ ca pradarśayet
zeige man Kha (den Raum) und die Yoni(-Mudrā)
tatra vṛtta-aṣṭa-ṣaṭ-koṇaṃ
dort einen Kreis mit acht und sechs Ecken
dhyātvā devīṃ vicintayet
nachdem man ihn betrachtet hat, stelle man sich die Göttin vor
[?] ‚madiśaṃ' unklar; sinngemäß als weitere technische Bezeichnung im Ritualvollzug wiedergegeben.
Man verehre die zuvor genannte Göttin und labe sie sodann mit dem Wurzelmantra; mit Zeigefinger, Mittelfinger und den bis zum kleinen Finger reichenden Fingern labe man die große Herrin.
Wort für Wort
pūrvoktāṃ pūjayet tu enāṃ
man verehre aber die zuvor genannte Göttin
mūlena atha pratarpayet
und labe sie sodann mit dem Wurzelmantra
tarjanī-madhyamānām ā-kaniṣṭhābhiḥ
mit Zeigefinger, Mittelfinger bis zum kleinen Finger
mitsamt dem Daumen, viermal, in dem in der großen Muschel befindlichen Wasser — mit dem Kha-, Ra-Laut und reich an Bindu, verbunden mit Bhṛgu, Manu und Bindu.
Wort für Wort
sa-aṅguṣṭhāni caturvāraṃ
mitsamt dem Daumen, viermal
mahāśaṅkha-sthite jale
in dem in der großen Muschel befindlichen Wasser
khaṃ-repha-manu-bindu-āḍhyāṃ
reich an Kha-, Ra-Laut und Bindu
bhṛgu-manu-indu-yuktayā
verbunden mit Bhṛgu, Manu und Bindu
[?] Fortsetzung der Fingerhaltungs- und Mantrasilben-Beschreibung; syntaktisch mit V106 verschränkt.
Mit dem mit Dhruva beginnenden, mit Namaḥ endenden Mantra labe man Ānandabhairava; sodann besprenge man mit der Hälfte dieses Wassers das Gerät der Verehrung.
Wort für Wort
dhruva-ādyena namaḥ-antena
mit dem mit Dhruva beginnenden, mit Namaḥ endenden Mantra
Nachdem man auch die Yoni-Mudrā gezeigt hat, verneige man sich vor der ‚Daseins-Überwinderin' (Bhavatāriṇī). So ist das Ritual der Argha-Darbringung verkündet, das alle Vollkommenheit verleiht.
Auf dem zuvor genannten Pīṭha, dem Lotus mit dem Sechseck als Fruchtknoten, umgeben vom lieblichen Erdhaus, verehre man die Göttin mit lieblichen Opfergaben.
mahīgṛhe caturdikṣu gaṇeśādīnprapūjayet / pāśāṅkuśau kapālaṃ ca triśūlaṃ dadhataṃ karaiḥ
Im Erdhaus, in den vier Himmelsrichtungen, verehre man Gaṇeśa und die anderen Wächtergottheiten — die Strick, Elefantenstachel, Schädel und Dreizack in ihren Händen tragen.
Im Süden verehre man den lieblichen, von seiner eigenen Schar umgebenen Baṭuka, der Schwert, Dreizack, Schädel und Trommel (ḍamaru) in den Händen trägt.
Wort für Wort
sva-yūtha-veṣṭitaṃ ramyaṃ
den lieblichen, von seiner eigenen Schar umgebenen
Im Norden verehre man die Yoginī, sodann eine junge Frau in rotem Gewand; über dem Haupt der Göttin verehre man Akṣobhya, den glückverheißenden Mantra-Ṛṣi.
Wort für Wort
adhyā(atha) kanyā rakta-vastrā
sodann eine junge Frau(?) in rotem Gewand
yoginīm uttare yajet
die Yoginī verehre man im Norden
akṣobhyaṃ prayajet mūrdhni
Akṣobhya verehre man über dem Haupt
devyāḥ mantra-ṛṣiṃ śubham
als den glückverheißenden Mantra-Ṛṣi der Göttin
[?] ‚adhyākanyā' unklar, evtl. verderbt für ‚atha kanyā' (‚sodann eine Jungfrau/junge Frau'); sinngemäß wiedergegeben.
akṣobhyaṃ vastrapuṣpaṃ ca pratīcchānavallabhā / akṣobhyapūjane mantraḥ ṣaṭkogakam
Akṣobhya, Gewand und Blüte darbringend, spreche man ‚Pratīcchā, Navavallabhā'; der Mantra zur Verehrung des Akṣobhya besteht aus sechs Silben.
Wort für Wort
akṣobhyaṃ vastra-puṣpaṃ ca
Akṣobhya, Gewand und Blüte
pratīcchā navavallabhā(?)
‚Pratīcchā, Navavallabhā' (Formel, unsicher)
akṣobhya-pūjane mantraḥ
der Mantra zur Verehrung des Akṣobhya
ṣaṭ-arṇakam(?)
sechssilbig(?) — Lesung unsicher
[Anm.: Vers ungewöhnlich kurz und im zweiten Halbvers offenbar textlich verderbt/verkürzt überliefert (‚ṣaṭkogakam' kein reguläres Sanskritwort, vermutlich verderbt für ‚ṣaḍarṇakaḥ' = sechssilbig). [?] Gesamtbedeutung unsicher.]
vairācanaṃ cāmitābhaṃ padmanābhibhidhaṃ tathā / śaṅkhaṃ pāṇḍurasaṃjñaṃ ca digdaleṣu prapūjayet
Vairocana, Amitābha, ebenso den ‚Padmanābha' genannten, und Śaṅkha, genannt Pāṇḍura — diese vier verehre man an den Blütenblättern der Haupt-Richtungen.
Ihre Anrufungen beginnen mit dem Namen, versehen mit dem Bindu-Laut am Anfang, und stehen im Vokativ — ‚nimm die dargebrachte Blüte an', endend mit ‚Agnipriyā' (svāhā), beginnend mit dem Praṇava (oṃ).
Wort für Wort
bindu-nāma-ādi-varṇa-ādyāḥ
versehen mit dem Bindu-Laut am Namensanfang
saṃbuddhi-antāḥ tathā abhidhāḥ
im Vokativ endend — so ihre Anrufungen
vraja-puṣpaṃ pratīccha
‚nimm die dargebrachte Blüte an'
agni-priyā-antāḥ praṇava-ādikāḥ
endend mit ‚Agnipriyā' (svāhā), beginnend mit dem Praṇava (oṃ)
So sind die Mantras für die Verehrung des Vairocana und der anderen verkündet. An den vier Toren verehre man ferner Bhūdhara, Padmāntaka und Yamāntaka,
sodann den ‚Vidyāntaka' genannten und Narāntaka — diese verehre man; ebenso Indra und die anderen Weltenhüter, samt ihren Waffen, beginnend mit dem Vajra, rezitiere man danach.
Wort für Wort
vidyāntaka-abhidhaḥ paścāt
sodann den ‚Vidyāntaka' genannten
narāntakam imān yajet
und Narāntaka — diese verehre man
śakra-ādīn ca eva vajra-ādīn
und ebenso Indra u.a., mit dem Vajra u.a. (Waffen)
Wer die Göttin so verehrt, erlangt Gelehrsamkeit, wunderbaren Reichtum, Söhne, Enkel, glückverheißenden Ruhm und die Unterwerfung der Menschen unter seinen Willen.
sarvadevapiśākarmo dīrghogrirmarusānmasa / abhragumama jāḍyaṃ ca chedayadvitayaṃ ramā
‚Sarvadevapiśāca-karma', mit langem Ugra-Laut, Marut, Sāma, ‚Abhra', ‚Gumama', ‚Jāḍya', und ein Paar ‚Cheda', Ramā —
Wort für Wort
sarva-deva-piśāca-karmo(?)
‚Sarvadevapiśāca-karma' (Fragment, unsicher)
dīrgha-ugriḥ marut sāma(?)
mit langem Ugra-Laut, Marut, Sāma(?)
abhra gumama(?) jāḍyaṃ ca
‚Abhra', ‚Gumama'(?), ‚Jāḍya' und
chedaya-dvitayaṃ ramā
ein Paar ‚Cheda', Ramā
[Anm.: Vers stark verderbt/kodiert überliefert; mehrere Wortformen (piśākarmo, marusānmasa, abhragumama) sind nicht sicher als reguläres Sanskrit zu identifizieren. Wörtliche, fragmentarische Wiedergabe unter Vorbehalt.]
endend mit Māyā, Astra, Agnipriyā (svāhā) — dies ist der aus zweiundfünfzig Silben bestehende Mantra; mit ihm verehre man täglich die Göttin und bringe ihr fortwährend die Opfergabe dar.
Wort für Wort
māyā-astra-agni-priyā-antaḥ ayam
endend mit Māyā, Astra, Agnipriyā (svāhā)
dvipañcāśat-lipiḥ manuḥ
dies ist der aus zweiundfünfzig Silben bestehende Mantra
anena nityaṃ pūjati
mit ihm verehre man täglich
anvahaṃ devyai baliṃ haret
und bringe fortwährend der Göttin die Opfergabe dar
evaṃ siddhe manau mantrī prayogānvidadhāti ca / jātamātrasya bālasya divasatritayādadhaḥ
Wenn der Mantra so vollkommen (siddha) geworden ist, vollziehe der Mantra-Kundige besondere Anwendungen: innerhalb von drei Tagen nach der Geburt des Kindes
schreibe man mit einem aus Gold gefertigten Griffel, mit Honig und Ghee, den Mantra auf die Zunge des Kindes, oder der Mantra-Kundige tue dies mit weißem Dūrvā-Gras.
Wenn das achte Lebensjahr vergangen ist, wird das Kind zu einem erstaunlichen Dichter, ebenso von anderen Königsscharen unbesiegbar und mit Reichtum geehrt.
uparāge datānīva naradārusarojale / nirmāya kīlakaṃ tena tailamadhvamṛtairlikhet
Während einer Finsternis, aus ‚Menschenholz' im Lotus-Wasser — nachdem man daraus einen Pflock (kīlaka) verfertigt hat, beschreibe man ihn mit Öl, Honig und Nektar.
Man umwickle den Mantra auf einem Lotusblatt mit den Mātṛkā-Lauten; nachdem man dieses Blatt vergraben hat, stelle man es in eine viereckige Opfergrube mit Umrandung.
Wort für Wort
sarojinī-dale mantraṃ
den Mantra auf einem Lotusblatt
veṣṭayet mātṛkā-akṣaraiḥ
umwickle man mit den Mātṛkā-Lauten
nikhāya tat-dalaṃ kuṇḍe
nachdem man dieses Blatt vergraben hat, in der Opfergrube
Am Ende des Feueropfers bringe man mit verschiedenen Juwelen und auch mit Fleischstücken die Opfergabe dar; die Opfergabe erfolgt vorschriftsmäßig mit dem Mantra — nun wird der Bali-Mantra dargelegt.
Wort für Wort
homa-ante vividhaiḥ ratnaiḥ
am Ende des Feueropfers mit verschiedenen Juwelen
palaiḥ api baliṃ haret
auch mit Fleischstücken bringe man die Opfergabe dar
baliṃ mantreṇa vidhivat
die Opfergabe erfolgt vorschriftsmäßig mit dem Mantra
jhiṇṭīśāḍhyonilasvāhā ṣoḍaśārṇo balermanuḥ / tato niśīthe ca baliṃ pūrvoktamanunā haret
‚Jhiṇṭīśa', reich an einem Laut, Anila, Svāhā — dies ist der sechzehnsilbige Mantra der Opfergabe. Sodann bringe man zur Mitternacht mit dem zuvor genannten Mantra die Opfergabe dar.
Wort für Wort
jhiṇṭīśa-āḍhya anila-svāhā
‚Jhiṇṭīśa', reich (an einem Laut), Anila, Svāhā
ṣoḍaśa-arṇaḥ baleḥ manuḥ
dies ist der sechzehnsilbige Mantra der Opfergabe
tataḥ niśīthe ca baliṃ
sodann zur Mitternacht die Opfergabe
pūrvokta-manunā haret
bringe man mit dem zuvor genannten Mantra dar
[?] ‚jhiṇṭīśāḍhya' unklar, evtl. verderbte Namensform; sinngemäß als weitere Bali-Mantra-Silbe wiedergegeben.
evaṃ kṛte paṇḍitānāṃ sa jayī kavirāḍ bhavet / nivāso bhāratīlakṣmyorjanatārañjanakṣamaḥ
So verfahrend wird er zum siegreichen Fürsten der Dichter unter den Gelehrten, zur Wohnstatt von Bhāratī (Sarasvatī) und Lakṣmī, fähig, die Menschen zu erfreuen.
Der Mantra-Kundige, der Rocanā (gelbes Pigment), hundertmal beschworen, an seinem Haupt trägt — wen immer er ansieht, der wird ihm sogleich wie ein Diener untertan.
das mit dem Wurzelmantra hundertmal beschworene Bildnis werfe man in das Haus des Feindes — dies vertreibt binnen sieben Tagen die Widersacher samt ihrer Familie.
Nachdem man mit Kurkuma, reich an Milch, den Mantra auf einen menschlichen Knochen geschrieben hat, beschwöre man ihn am Sonntag zur Mitternacht tausendmal.
Wort für Wort
kṣīra-āḍhyayā niśā(kurkuma?)
mit Kurkuma, reich an Milch
mantraṃ likhitvā pauruṣe asthani
nachdem man den Mantra auf einen menschlichen Knochen geschrieben hat
ravivāre niśīthinyāṃ
am Sonntag, zur Mitternacht
sahasram abhimantrayet
beschwöre man ihn tausendmal
[?] ‚niśā' hier vermutlich für ‚Kurkuma' (Gelbwurz, ein gängiges Mantra-Schreibmittel) statt ‚Nacht'; Deutung unsicher.
Dies, in das Haus des Feindes geworfen, bewirkt seinen Sturz aus dem Herrschaftskreis; ins Feld geworfen, bewirkt es Ernteschaden und raubt alsbald seine Kraft.
Im Innern eines Sechsecks schreibe man den Wurzelmantra, dazu den Namen des zu Bezaubernden im Blütenstaubkranz, mit den Vokalen; außen ein Lotus mit acht, den Lautgruppen entsprechenden Blütenblättern, umgeben von der Erdstadt-Umrandung.
Wort für Wort
ṣaṭkoṇa-antar likhet mūlaṃ
im Innern eines Sechsecks schreibe man den Wurzelmantra
sādhya-arṇaṃ keśare svaraiḥ
den Namen des zu Bezaubernden im Blütenstaubkranz, mit den Vokalen
bāhye aṣṭa-varga-yuk-patraṃ
außen mit acht, den Lautgruppen entsprechenden Blütenblättern
Man schreibe dieses Yantra auf Birkenrinde mit bestimmten Säften und hülle es in reines Tuch; mit einem Seidenfaden zusammengebunden, trage man es gewiss um den Hals des Kindes.
Wort für Wort
yantraṃ bhūrje jahu-rasaiḥ likhet
man schreibe das Yantra auf Birkenrinde mit (bestimmten) Säften
pūta-ambara-āvṛtam
in reines Tuch gehüllt
paṭṭa-sūtreṇa sannaddhaṃ
mit einem Seidenfaden zusammengebunden
śiśu-kaṇṭha-gataṃ dhruvam
gewiss um den Hals des Kindes
[?] ‚jahurasaiḥ' unklar, evtl. verderbte Materialangabe (Tinte/Farbstoff); nicht sicher zu identifizieren.
bhūtabhītiharaṃ vāmavāhau strīṇāṃ ca putradam / nṛṇāṃ dakṣiṇabāhusthaṃ nirdhanānāṃ dhanapradam
Am linken Arm getragen, vertreibt es die Furcht vor Dämonen und verleiht Frauen Söhne; am rechten Arm der Männer getragen, verleiht es den Mittellosen Reichtum,
es verleiht Wissen denen, die nach Wissen streben, Königen aber verschafft es den Sieg.
Wort für Wort
jñānadaṃ jñāna-icchūnāṃ
es verleiht Wissen denen, die nach Wissen streben
rājñāṃ tu vijayapradam
Königen aber verschafft es den Sieg
[Anm.: Der Vers besteht im Quelltext nur aus einer Halbzeile (einem Pāda-Paar); die zweite Vershälfte fehlt bzw. ist im Übergang zum Kolophon des folgenden Kapitels nicht überliefert.]