Quellen der Menschheit

Nārada-Purāṇa (Nāradīya)

Kapitel 54: jātakanirūpaṇam Die Darlegung der Horoskopie (Jātaka)

mūrddhāsyabāhuhṛtkroḍāntarbastivyañjasonakhaḥ / jānujaṅghāṅghniyugalaṃ kālāṅgāni kriyādayaḥ

Haupt, Gesicht, Arme, Herz, Bauch, Hüfte(?), Blase(nbereich), Scham[teil] [und Nägel(?)], Knie, Schienbeine [und] das Fußpaar - [dies sind] die Glieder des Kāla[puruṣa, des „Zeitmannes“], beginnend mit Kriya [d.h. Meṣa/Widder].

Wort für Wort
mūrddhāsyabāhuhṛtkroḍa
Haupt, Gesicht, Arme, Herz, Bauch/Brust
antarbastivyañjasaḥ
innerer Blasenbereich, Scham[teil]
onakhaḥ
[unklar, evtl. Hüfte/Lende] [?]
jānujaṅghāṅghniyugalam
Knie, Schienbeine, das Fußpaar
kālāṅgāni
[dies sind] die Glieder des Zeit[mannes, Kālapuruṣa]
kriyādayaḥ
[den Rāśis] beginnend mit Kriya [Meṣa] entsprechend

[?: „sonakhaḥ“ ist unklar überliefert; erwartet würde ein Körperteil wie „Hüfte/Lende“ (kaṭi) zwischen Scham und Knie, entsprechend der zwölf Rāśis von Meṣa bis Mīna. Beste Vermutung im Text gegeben.]

bhaumāsphujibudhenduśca ravisaumyasitāḥ kujaḥ / gurumandārkiguravo meṣādīnāmadhīśvarāḥ

Bhauma (Mars), Āsphuji (Venus), Budha (Merkur) und Indu (Mond), ferner Ravi (Sonne), Saumya (Merkur), Sitā (Venus) [und wieder] Kuja (Mars) - Guru (Jupiter), Manda (Saturn), Arki (Saturn) [und wieder] Guru (Jupiter) sind die Herren [der zwölf Zeichen] beginnend mit Meṣa [Widder].

Wort für Wort
bhaumāsphujibudhenduśca
Bhauma (Mars), Āsphuji (Venus), Budha (Merkur) und Indu (Mond)
ravisaumyasitāḥ kujaḥ
Ravi (Sonne), Saumya (Merkur), Sitā (Venus), Kuja (Mars)
gurumandārkiguravaḥ
Guru (Jupiter), Manda (Saturn), Arki (Saturn), [wieder] Guru (Jupiter)
meṣādīnāmadhīśvarāḥ
[dies] sind die Herren [der Zeichen] beginnend mit Meṣa

hore viṣamabherkedoḥ samaye śaśisūryayoḥ / ādipañcanavādhīśādreṣkāṇeśāḥ prakīrtitāḥ

Bei der Horā [gilt]: in einem ungeraden Zeichen [herrschen der Reihe nach die Horās] von Arka und Indu (Sonne und Mond), in einem geraden die von Śaśin und Sūrya (Mond und Sonne). Von den Herren des ersten, fünften und neunten [Zeichens, von dem betreffenden Zeichen an gezählt] werden die Herren der Dreṣkāṇas (Drittelabschnitte) verkündet.

Wort für Wort
hore viṣamabhe arkedoḥ
bei der Horā gilt in einem ungeraden Zeichen [die Herrschaft] von Sonne und Mond
samaye śaśisūryayoḥ
in einem geraden [Zeichen die] von Mond und Sonne
ādipañcanavādhīśāt
vom Herrn des ersten, fünften, neunten [Zeichens]
dreṣkāṇeśāḥ prakīrtitāḥ
werden die Herren der Dreṣkāṇas verkündet

pañceṣṭāṣṭādripañcāṃśā kujārkījyajñaśukragāḥ / oje viparyayādyugme triśāṃśeśāḥ samīritāḥ

Fünf, fünf(?), acht, sieben [und] fünf Grade (Aṃśa) gehören in einem ungeraden [Zeichen] der Reihe nach Kuja (Mars), Arki (Saturn), Ijya (Jupiter), Jña (Merkur) [und] Śukra (Venus); in einem geraden [Zeichen gilt die] umgekehrte [Reihenfolge]. So werden die Herren der Triṃśāṃśas (Dreißigstelabschnitte) genannt.

Wort für Wort
pañceṣṭāṣṭādripañcāṃśāḥ
fünf, fünf(?), acht, sieben, fünf Grade
kujārkījyajñaśukragāḥ
[gehörig] zu Kuja, Arki, Ijya, Jña, Śukra
oje viparyayādyugme
in einem ungeraden [Zeichen so, in einem] geraden in umgekehrter [Reihenfolge]
triśāṃśeśāḥ samīritāḥ
so werden die Herren der Triṃśāṃśas genannt

[?: „iṣṭa“ als Zahlwort für „5“ ist unüblich; da die klassische Gradfolge Mars 5°, Saturn 5°, Jupiter 8°, Merkur 7°, Venus 5° (Summe 30) lautet, wird hier probeweise „fünf“ ergänzt.]

kriyaṇataulikarkādyā meṣādiṣu navāṃśakāḥ / svabhāddvādaśabhāgeśāḥ ṣarḍgaṃ rāśipūrvakam

Kriya (Widder), [dann(?)] Tulā (Waage), Karka (Krebs) und die übrigen [beweglichen Zeichen] - ihre Navāṃśas (Neuntelabschnitte) [beginnen] in den mit Meṣa beginnenden [Zeichen selbst]. Vom eigenen [Zeichen] an [gezählt sind] die Herren der Dvādaśāṃśas (Zwölftelabschnitte zu bestimmen) - so ist das Sechsfache Feld (Ṣaḍvarga), beginnend mit dem Rāśi [selbst], [beschrieben].

Wort für Wort
kriyaṇataulikarkādyāḥ
Kriya, Tulā, Karka und die übrigen [beweglichen Zeichen]
meṣādiṣu navāṃśakāḥ
ihre Navāṃśas [beginnen] in den mit Meṣa beginnenden Zeichen
svabhāddvādaśabhāgeśāḥ
vom eigenen Zeichen an [gezählt sind] die Herren der Zwölftelabschnitte
ṣarḍgaṃ rāśipūrvakam
so ist das Sechsfache Feld, beginnend mit dem Rāśi, [dargelegt]

[Anm.: Die vollständige Navāṃśa-Regel (unterschieden nach beweglichen, festen und doppelgestaltigen Zeichen) scheint hier stark verkürzt bzw. nur für die beweglichen Zeichen angedeutet.]

gojāśca karkayugmena rātryākhyā pṛṣṭakodayāḥ / śeṣā dinākhyāstūbhayaṃ timiḥ krūraḥ saumyaḥ pumān

Go (Stier) und Ajā (Widder) [sowie] Karka (Krebs) und das Zwillingszeichen (Mithuna) werden „nächtlich“ (rātri) genannt [und] steigen mit dem Rücken zuerst auf (pṛṣṭhodaya). Die übrigen werden „täglich“ (dina) genannt; Timi (Fische) [steigt] auf beiderlei Weise (ubhaya) auf. [Die Zeichen sind je nach Art] grausam (krūra) oder mild (saumya), [und je nach anderer Einteilung] männlich (pumān) [usw.].

Wort für Wort
gojāśca karkayugmena
Go (Stier) und Ajā (Widder), sowie Karka und das Zwillingszeichen
rātryākhyāḥ pṛṣṭhakodayāḥ
werden „nächtlich“ genannt [und] steigen mit dem Rücken zuerst auf
śeṣā dinākhyāstu
die übrigen aber werden „täglich“ genannt
ubhayaṃ timiḥ
Timi (Fische) [steigt] auf beiderlei Weise [auf]
krūraḥ saumyaḥ pumān
[je nach Art] grausam, mild, männlich [usw.]

[?: Die überlieferten Formen „pṛṣṭakodayāḥ“ und die genaue Zuordnung von „krūra/saumya/pumān“ sind unsicher; sinngemäß nach der bekannten Lehre von Pṛṣṭhodaya-, Śīrṣodaya- und Ubhayodaya-Zeichen wiedergegeben.]

pumān srī ca klībaścarasthiradviḥsvabhāvakāḥ / meṣādyāḥ pūrvatodiksthāḥ svasvasthānacarāstathā

Männlich, weiblich und geschlechtslos (klība), [ferner] beweglich (cara), fest (sthira) und doppelgestaltig (dvisvabhāva) [sind die Zeichen] Meṣa und die übrigen; sie sind [je nach Gruppe] in östlicher Richtung usw. angesiedelt, ein jedes an seinem eigenen Ort wirkend.

Wort für Wort
pumān srī ca klībaḥ
männlich, weiblich und geschlechtslos
carasthiradviḥsvabhāvakāḥ
beweglich, fest und doppelgestaltig
meṣādyāḥ pūrvatodiksthāḥ
[sind] Meṣa und die übrigen, in östlicher Richtung usw. angesiedelt
svasvasthānacarāstathā
ein jedes an seinem eigenen Ort wirkend

[Anm.: Die genaue Zuordnung von Geschlecht, Dreiergruppen (Trikoṇa der Elemente) und Himmelsrichtungen zu den einzelnen Zeichen wird hier nur summarisch angedeutet, nicht einzeln ausgeführt.]

ajokṣeṇāṅganākīṭajhaṣajūkā ināditaḥ / uccāni dvitrimanuyuktithīṣubhanakhāṃśakaiḥ

Aja (Widder), Ukṣan (Stier), Eṇa (Steinbock)(?), Aṅganā (Jungfrau), Kīṭa (Krebs), Jhaṣa (Fische) [und] Jūkā [Waage](?) sind, von Ina (Sonne) angefangen, [die Zeichen der] Exaltationen (Ucca) [der sieben Planeten in der üblichen Reihenfolge Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn], mit den Graden zwei, drei ... usw. bis „Nakha“ (zwanzig) [in verschlüsselter Zahlwortform].

Wort für Wort
ajokṣeṇāṅganākīṭajhaṣajūkāḥ
Aja, Ukṣan, Eṇa, Aṅganā, Kīṭa, Jhaṣa, Jūkā [die sieben Exaltationszeichen]
ināditaḥ
von Ina (Sonne) angefangen [in der Reihenfolge der Planeten]
uccāni
[dies sind] die Exaltationen [der Planeten]
dvitrimanuyuktithīṣubhanakhāṃśakaiḥ
mit den [in Zahlwörtern verschlüsselten] Graden [?]

[?: Die Zahlwörter der zweiten Vershälfte (dvi, tri, manu, tithi, nakha u.a.) verschlüsseln nach dem Bhūtasaṃkhyā-System die klassischen Exaltationsgrade (Sonne 10°, Mond 3°, Mars 28°, Merkur 15°, Jupiter 5°, Venus 27°, Saturn 20°); eine sichere Entschlüsselung des stark korrupten Wortlauts ist nicht möglich. „Jūkā“ für Tulā (Waage, Exaltationszeichen des Saturn) ist unklar.]

tattatsaptamanīcāni prāṅmadhyāntyāṃśakāḥ kramāt / vargottamāścarādheṣu bhāvāddvādaśa mūrtimān

Vom jeweiligen [Exaltationszeichen] aus im siebten [Zeichen liegen] die Fallzeichen (Nīca); der Anfangs-, Mittel- und Schlussgrad [des Zeichens gehören] der Reihe nach [zu Ucca, Svakṣetra, Nīca]. Die „Vargottama“-[Grade liegen] bei den beweglichen [Zeichen im ersten Navāṃśa] usw. Vom [Aszendenten-]Haus [entfalten sich] die zwölf [Häuser als] verkörperte [Gestalt des Zeitmannes].

Wort für Wort
tattatsaptamanīcāni
vom jeweiligen [Exaltationszeichen] aus im siebten [Zeichen liegen] die Fallzeichen
prāṅmadhyāntyāṃśakāḥ kramāt
Anfangs-, Mittel- und Schlussgrad der Reihe nach [entsprechend zugeordnet]
vargottamāścarādheṣu
die Vargottama[-Grade liegen] bei den beweglichen [Zeichen usw.]
bhāvāddvādaśa mūrtimān
vom [Aszendenten-]Haus aus [entfalten sich] die zwölf [Häuser als] verkörperte Gestalt

[?: Der genaue Sinn von „carādheṣu“ und „prāṅmadhyāntyāṃśakāḥ“ bleibt im Detail unsicher; sinngemäß auf die Lehre von Vargottama-Navāṃśa und die Zwölf-Häuser-Gliederung bezogen.]

siṃhokṣāvisraścatau likubhāḥ sūryātrikoṇabham / caturasraṃ tūryamṛtyutrikoṇaṃ navapañcamam

Siṃha (Löwe) und Ukṣan (Stier) [sind für den Aszendenten die] „nicht getrennten“ [Trikoṇa-Stellungen](?); [das fünfte und neunte Zeichen von] Likubha(?) [aus gezählt sind] die Trikoṇa-Zeichen zur Sonne. [Das vierte Zeichen bildet das] Viereck (Caturasra); das vierte [ist zugleich] Todeshaus (Mṛtyu)(?); Trikoṇa [besteht zwischen dem] neunten [und] fünften [Haus].

Wort für Wort
siṃhokṣāvisraścatau
Löwe und Stier, die „nicht getrennten“ [Trikoṇa-Stellungen] [?]
likubhāḥ sūryātrikoṇabham
von dort aus gezählt sind es die Trikoṇa-Zeichen zur Sonne [?]
caturasraṃ tūryamṛtyu
das vierte Zeichen bildet das Viereck (Kendra); das vierte ist [zugleich] das Todeshaus [?]
trikoṇaṃ navapañcamam
Trikoṇa [besteht zwischen dem] neunten [und] fünften [Haus]

[?: Dieser Vers ist stark korrupt überliefert; die Grundaussage - Kendra (Quadrat, 1-4-7-10), Trikoṇa (Dreieck, 1-5-9) und die Bezeichnung des achten Hauses als Todeshaus (Mṛtyu) - lässt sich nur erahnen, nicht philologisch sicher rekonstruieren.]

riḥphaāṣṭaṣaṭkaṃ trikabhaṃ kendraṃ prākturyasaptakham / nṛpādaḥ kīṭapaśavo balāḍhyāḥ kendragāḥ kramāt

Riḥpha (das zwölfte Haus), das achte [und] das sechste bilden das „Trika“ (die drei Übelhäuser); Kendra (die Quadrathäuser) [sind] das erste, vierte, siebte [und] zehnte. Nṛpāda(?), Kīṭa(?) [und] „Paśu“ [-artige Häuser sind] reich an Kraft (Bala); die in den Kendras [Stehenden sind] der Reihe nach [am stärksten].

Wort für Wort
riḥphaāṣṭaṣaṭkaṃ trikabham
Riḥpha (12.), das achte und das sechste Haus bilden das Trika (die drei Übelhäuser)
kendraṃ prākturyasaptakham
Kendra sind das erste, vierte, siebte und zehnte Haus
nṛpādaḥ kīṭapaśavaḥ
[?, unklare Bezeichnung]
balāḍhyāḥ kendragāḥ kramāt
reich an Kraft sind der Reihe nach die in den Kendras Stehenden

[?: „nṛpādaḥ kīṭapaśavo“ ist unklar; möglicherweise verderbt aus einer Bezeichnung der Kendra-Häuser als besonders kraftvoll.]

kendrātparaṃ paṇapharamāpoklimamataḥ param / raktaḥ śvetaḥ śukanibhaḥ pāṭalo dhūmrapāṇḍurau

Nach dem Kendra [folgt] das Paṇaphara (das folgende Haus), danach das Āpoklima (das darauffolgende Haus). Rot, weiß, papageiengrün, blassrosa, rauchgrau [und] gelblichweiß [sind die Farben der Planeten].

Wort für Wort
kendrātparaṃ paṇapharam
nach dem Kendra [folgt] das Paṇaphara
āpoklimamataḥ param
danach das Āpoklima
raktaḥ śvetaḥ śukanibhaḥ
rot, weiß, papageiengrün
pāṭalo dhūmrapāṇḍurau
blassrosa, rauchgrau, gelblichweiß

citraḥ kṛṣṇaḥ pītapiṅgau babhruḥ svacchaḥ prabhākriyāt / sāmyāśākhyaplavatvaṃ syāddvitīye vaśirarkabhāt

Bunt, schwarz, gelb, rötlichbraun, kastanienbraun [und] klar [sind weitere Farben, zugeordnet den Planeten] nach ihrem Glanz. Im zweiten [Navāṃśa entstünde](?) die Bezeichnung „Sāmya“ [und] „Plava“ - [dies gilt,] wenn [ein Planet] vom Zeichen des Herrschers (Vaśin) oder der Sonne (Arka) [beeinflusst ist](?).

Wort für Wort
citraḥ kṛṣṇaḥ pītapiṅgau
bunt, schwarz, gelb, rötlichbraun
babhruḥ svacchaḥ prabhākriyāt
kastanienbraun, klar - nach ihrem Glanz [zugeordnet]
sāmyāśākhyaplavatvaṃ syāt
die Bezeichnung „Sāmya“ [und] „Plava“ entstünde [?]
dvitīye vaśirarkabhāt
im zweiten [Fall], vom Zeichen des Herrschers oder der Sonne aus [?]

[?: Die zweite Vershälfte ist stark korrupt; die genaue Bedeutung von „sāmyāśākhyaplavatvaṃ“ und „vaśirarkabhāt“ bleibt unsicher.]

kālātmārke manaścadraḥ kujaḥ satvaṃ vacobudhaḥ / jīvo jñānaṃ sukhaṃ śukraḥ kāmo duḥkhaṃ dineśajaḥ

Zeit und Selbst (Ātman) gehören zur Sonne (Arka); Denken (Manas) zum Mond (Candra); Tatkraft (Sattva) zum Mars (Kuja); Rede (Vac) zum Merkur (Budha); Wissen (Jñāna) zum Jupiter (Jīva); Freude (Sukha) zur Venus (Śukra); Begierde (Kāma) [und] Leid (Duḥkha) zum Sohn des Sonnentages [Saturn, Śani].

Wort für Wort
kālātmārke
Zeit und Selbst gehören zur Sonne
manaścandraḥ
Denken zum Mond
kujaḥ satvaṃ
Tatkraft zum Mars
vacobudhaḥ
Rede zum Merkur
jīvo jñānaṃ
Wissen zum Jupiter
sukhaṃ śukraḥ
Freude zur Venus
kāmo duḥkhaṃ dineśajaḥ
Begierde und Leid zum Sohn des Sonnentages (Saturn)

nṛpau ravīndū netāsṛk kumāro jñaḥ kavījyakau / sacivo sūryajaḥ preṣyo mato jyotirvidāṃ varaiḥ

Ravi (Sonne) und Indu (Mond) [gelten als] Könige; das Blut (Asṛk) [gehört zum] Anführer (Netā), Kumāra (Mars); Jña (Merkur), Kavi (Venus) und Ijya (Jupiter) [gelten als] Minister (Sacivau); der Sohn der Sonne [Saturn] [gilt als] Diener (Preṣya) - so ist es von den besten Kennern der Sternenkunde (Jyotirvid) festgelegt.

Wort für Wort
nṛpau ravīndū
Ravi und Indu [sind] die beiden Könige
netāsṛk kumāraḥ
das Blut, [zugeordnet dem] Anführer Kumāra (Mars)
jñaḥ kavījyakau saciva
Merkur, Venus und Jupiter [sind] die Minister
sūryajaḥ preṣyaḥ
der Sohn der Sonne (Saturn) [ist] der Diener
mato jyotirvidāṃ varaiḥ
so ist es von den besten Sternkundigen festgelegt

[Anm.: Klassisch gelten Sonne und Mond als Könige, Mars als Heerführer, Merkur und Jupiter als Minister, Venus als Minister/Berater, Saturn als Diener; die Aufzählung hier stimmt im Wesentlichen damit überein, „kavījyakau“ (Dual) legt aber nur zwei der drei „Minister“ zusammen.]

tāmraśuklaraktaharitpītacitrāsitā raveḥ / varṇā va avyahaharīdrā śacīkaudhipāraveḥ

Kupferfarben, weiß, rot, grün, gelb, bunt [und] schwarz sind, von der Sonne (Ravi) [ausgehend, der Reihe nach die] Farben [der sieben Planeten]; hell-gelbbraun(?) [ist die Farbe] des Śaci-Gatten (Indra) [zugeordneten Planeten Jupiter, oder des Aszendentenherrn](?).

Wort für Wort
tāmraśuklaraktaharitpītacitrāsitāḥ
kupferfarben, weiß, rot, grün, gelb, bunt, schwarz
raveḥ varṇāḥ
sind, von der Sonne ausgehend, [die] Farben [der Planeten]
va avyahaharīdrā
[?, unklar]
śacīkaudhipāraveḥ
[?, unklar - evtl. Bezug auf Jupiter/Indra]

[?: Die zweite Vershälfte ist stark verderbt überliefert; ihr genauer Sinn bleibt unklar.]

raviśukrārarāhvarkenduvidījyā digīśvarāḥ / kṣīṇendvarkāraravijāḥ pāpā pāpayuto budhaḥ

Ravi (Sonne), Śukra (Venus), Ara [Mars], Rāhu, Arka [Saturn], Indu (Mond), Vit [Merkur] [und] Ijya (Jupiter) [sind, in dieser oder ähnlicher Zuordnung,] die Herren der Himmelsrichtungen. Der abnehmende Mond, Mars, Saturn [und] der Sohn der Sonne (Saturn) [sind] Unglücksbringer (Pāpa); Merkur [wird zum] Unglücksbringer, wenn er [mit einem solchen] verbunden ist.

Wort für Wort
raviśukrārarāhvarkenduvidījyāḥ
Sonne, Venus, Mars, Rāhu, Saturn, Mond, Merkur, Jupiter
digīśvarāḥ
[sind] die Herren der Himmelsrichtungen
kṣīṇendvarkāraravijāḥ pāpāḥ
der abnehmende Mond, Saturn, Mars und der Sohn der Sonne (Saturn) sind Unglücksbringer
pāpayuto budhaḥ
Merkur [wird zum Unglücksbringer], wenn er [mit einem Unglücksbringer] verbunden ist

[?: Die Zuordnung der acht Himmelsrichtungs-Herren im ersten Halbvers ist unsicher, da acht Namen für acht Richtungen (inkl. Rāhu als „Nairṛti“ o.ä.) genannt werden, was von der geläufigeren Lehre der Dikpāla abweicht.]

klibau budhārkī śukrendū sriyau śeṣā narāḥ smṛtāḥ / śikhibhūmipayovārivāsino bhūsutādayaḥ

Merkur und Saturn gelten als geschlechtslos (Klība); Venus und Mond als weiblich (Strī); die übrigen gelten als männlich (Nara). [Ihre] Wohnstätten [sind] Feuer, Erde, Wasser(gefäß) [und] Wasser - [dies gilt für] den Sohn der Erde (Mars) und die übrigen [Planeten, entsprechend ihrem Element].

Wort für Wort
klibau budhārkī
Merkur und Saturn [sind] geschlechtslos
śukrendū sriyau
Venus und Mond [sind] weiblich
śeṣā narāḥ smṛtāḥ
die übrigen gelten als männlich
śikhibhūmipayovārivāsinaḥ
[ihre] Wohnstätten sind Feuer, Erde, Wasser(gefäß), Wasser
bhūsutādayaḥ
[dies gilt für] den Sohn der Erde (Mars) und die übrigen

[?: Die genaue Zuordnung der vier genannten Aufenthaltsorte (Feuer, Erde, Milch/Gewässer, Wasser) zu den einzelnen Planeten bleibt unsicher.]

kavījyau kujasūryauṃ ca vedo jño varṇapāḥ kramāt / saurāeṃ'tyajādhipaḥ prokto rāhurmlecchādhipastathā

Kavi (Venus) und Ijya (Jupiter), Kuja (Mars) und Sūrya (Sonne), sowie der Veda(-Kenner, Mond) und Jña (Merkur) sind der Reihe nach die Hüter der [vier] Stände (Varṇa); Saturn wird als Herr der Kastenlosen (Antyaja) bezeichnet, ebenso Rāhu als Herr der Barbarenvölker (Mleccha).

Wort für Wort
kavījyau kujasūryau ca
Venus und Jupiter, [sowie] Mars und Sonne
vedo jño
der Mond und Merkur
varṇapāḥ kramāt
[sind] der Reihe nach die Hüter der [vier] Stände
saurontyajādhipaḥ prokto
Saturn wird als Herr der Kastenlosen bezeichnet
rāhurmlecchādhipastathā
ebenso Rāhu als Herr der Barbarenvölker

candrārkajīvājñasitau kujārkī sāttvikādikāḥ / devatendvagniraivalābhūkosakhāyoparādhipāḥ

Mond, Sonne, Jupiter, Merkur und Venus [sind] gutartig (sāttvika) usw.; Mars und Saturn [sind es weniger](?). [Als] Gottheiten [gelten] Indu [Wasser], Agni [Feuer], Śaila(?) [Erde] usw.; [sie sind] die Herren der Freundschaft(?) [je nach Element].

Wort für Wort
candrārkajīvājñasitāḥ
Mond, Sonne, Jupiter, Merkur, Venus
kujārkī sāttvikādikāḥ
Mars und Saturn [sind demgegenüber weniger] gutartig usw.
devatā induragniḥ
[ihre] Gottheiten [sind, u.a.] Wasser, Feuer
śailā bhūkośakhāyoparādhipāḥ
Berg/Erde usw. - [sie sind] die Herren [der jeweiligen Sphären] [?]

[?: Die zweite Vershälfte ist stark korrupt; die zugrundeliegende Lehre der Elementzuordnungen und Gottheiten der Planeten lässt sich nur vermuten.]

vasraṃ sthalaṃ navaṃ vahnikahataṃ madyadaṃ tathā / sphuṭitaṃ ravitastāṃmraṃ tāre tāmrapunistathā

Gewand(?), festes Land, Neues, vom Feuer Versehrtes, Rauschgebendes(?), Zersprungenes - [dies gehört] von der Sonne (Ravi) aus [gerechnet]; Kupfer [gehört] zur Venus (Tārā); wiederum Kupfer(?) ebenso.

Wort für Wort
vasraṃ sthalaṃ navaṃ
Gewand(?), festes Land, Neues
vahnikahataṃ madyadaṃ tathā
vom Feuer Versehrtes, Rauschgebendes
sphuṭitaṃ ravitaḥ
Zersprungenes - von der Sonne aus [gerechnet]
tāmraṃ tāre tāmrapunistathā
Kupfer [gehört] zur Venus, wiederum Kupfer ebenso [?]

[?: Dieser Vers, offenbar eine Aufzählung von Gegenständen/Substanzen der einzelnen Planeten (ähnlich dem Muster der folgenden Verse zu Metallen), ist so korrupt überliefert, dass eine sichere Zuordnung nicht möglich ist.]

hemakāṃsyāyasī tryaṃśaiḥśiśirādyāḥ prakīrtitāḥ / sauraśukrāracandrajñaguruṣūdyatsu ca kramāt

Gold, Bronze [und] Eisen sind, zu je einem Drittel [des Grades] verteilt, als „kalt“ (Śiśira) usw. bekannt; [dies gilt] für Saturn, Venus, Mars, Mond, Merkur [und] Jupiter der Reihe nach, wenn sie aufsteigend (udyat) [stehen](?).

Wort für Wort
hemakāṃsyāyasī
Gold, Bronze und Eisen
tryaṃśaiḥ śiśirādyāḥ prakīrtitāḥ
sind zu je einem Drittel als „kalt“ usw. bekannt
saurośukrāracandrajñaguruṣu
bei Saturn, Venus, Mars, Mond, Merkur, Jupiter
ca kramāt
der Reihe nach

[?: Der genaue Bezug von „śiśirādyāḥ“ (Jahreszeiten? Temperaturqualitäten?) auf die Metalle bleibt unsicher.]

tryāśatrikoṇaturyāṣṭasaptamānyena vṛddhitaḥ / saurejyārāpare pūrṇe kramātpaśyanti nārada

Drei [Zeichen], das Trikoṇa, das vierte, achte, siebte [Zeichen] - mit anderer Zunahme [der Aspektstärke, je nach Planet]; Saturn und Jupiter [aspektieren zusätzlich das dritte(?) Zeichen] vollständig - so blicken [die Planeten] der Reihe nach [auf ihre Aspekthäuser], o Nārada.

Wort für Wort
tryāśatrikoṇaturyāṣṭasaptamānyena vṛddhitaḥ
drei [Zeichen], Trikoṇa, viertes, achtes, siebtes - mit unterschiedlicher Zunahme [der Aspektkraft]
saurejyāḥ pare pūrṇe
Saturn und Jupiter [aspektieren] weitere [Häuser] vollständig
kramātpaśyanti nārada
so blicken [die Planeten] der Reihe nach [auf ihre Häuser], o Nārada

[?: Dies bezieht sich auf die besonderen (vollen) Aspekte (Dṛṣṭi) der Planeten Mars (4. und 8.), Jupiter (5. und 9.) und Saturn (3. und 10.) zusätzlich zum allen Planeten gemeinsamen 7. Aspekt; der genaue Wortlaut ist jedoch korrupt und lässt keine sichere Rekonstruktion im Einzelnen zu.]

ayanakṣaṇaghasrartumāsārddhaśarado raveḥ / kaṭutiktakṣāramiśramadhurāmlakaṣāyakāḥ

Ayana (Halbjahr), Kṣaṇa (Augenblick), Tag, Jahreszeit, Monat, halbes [Jahr, und] Jahr (Śarad) [sind Zeitmaße], die der Sonne [zugeordnet sind, je nach Planet]; scharf, bitter, salzig, gemischt, süß, sauer [und] herb [sind die Geschmäcker der sieben Planeten].

Wort für Wort
ayanakṣaṇaghasrartumāsārddhaśaradaḥ
Halbjahr, Augenblick, Tag, Jahreszeit, Monat, Halbjahr, Jahr
raveḥ
[Zeitmaße, zugeordnet] der Sonne [bzw. den Planeten]
kaṭutiktakṣāramiśramadhurāmlakaṣāyakāḥ
scharf, bitter, salzig, gemischt, süß, sauer, herb [die Geschmäcker der Planeten]

[Anm.: Der erste Halbvers listet offenbar die den einzelnen Planeten zugeordneten Zeitmaße (Kāla) auf, ähnlich der bekannten Lehre „Sonne=Jahr, Mond=Tag“ usw.; die genaue Eins-zu-eins-Zuordnung ist im vorliegenden Wortlaut nicht sicher erkennbar.]

trikoṇātsāṃtyadhādharmāyuḥ sukhakhodyapaḥ suhṛt / jīvo jīvajñau sitajñau vyarkā vyārāḥ kramādamī

Vom Trikoṇa aus [gesehen sind] Dharma [und] Lebensdauer (Āyus) [sowie] Glück [Häuser]; der Herr des Glückshauses (Sukhādhipa) [ist der] Freund [des Aszendentenherrn]; Jupiter, [das Paar] Jupiter-Merkur, [das Paar] Venus-Merkur, [Mars-Saturn(?)] - dies sind der Reihe nach [Freundespaare(?)].

Wort für Wort
trikoṇātsāṃtyadhādharmāyuḥ
vom Trikoṇa aus [gerechnet sind] Dharma [und] Lebensdauer [Häuser]
sukhakhodyapaḥ suhṛt
der Herr des Glückshauses [ist der] Freund
jīvo jīvajñau sitajñau
Jupiter, [das Paar] Jupiter-Merkur, [das Paar] Venus-Merkur
vyarkā vyārāḥ kramādamī
[und weitere Paare], der Reihe nach, sind dies [Freundschaftsbeziehungen] [?]

[?: Dieser Vers scheint eine Übergangsformel zur folgenden Lehre der natürlichen Freundschaft (Naisargika-Maitri) der Planeten zu sein; der genaue Wortlaut ist jedoch korrupt.]

vīndvarkā vikujendvarkāḥ suhṛdo 'nyeraverdhṛtāḥ / mithodhanavyayāyatribandhuvyāpāragaḥ suhṛt

[Für] Venus [sind] Mond [und] Saturn, [für] Mars Mond [und] Saturn [Freunde](?); die übrigen [Beziehungen] werden von der Sonne (Ravi) aus festgehalten. Wechselseitig [gilt: der Herr] des zweiten, zwölften, dritten [und] elften Hauses, der [im Erwerbshaus (Vyāpāra)] steht, [ist ein] Freund.

Wort für Wort
vīndvarkā vikujendvarkāḥ
[für] Venus Mond und Saturn, [für] Mars Mond und Saturn [als Freunde] [?]
suhṛdo 'nyeraverdhṛtāḥ
die übrigen Freundschaften werden von der Sonne aus festgehalten
mithodhanavyayāyatribandhu
wechselseitig [beim] zweiten, zwölften, dritten, elften [Haus]
vyāpāragaḥ suhṛt
wer im Erwerbshaus steht, [ist ein] Freund

[?: Dieser Vers zur natürlichen bzw. zeitlichen Freundschaft der Planeten und zu Häuserbeziehungen ist im überlieferten Wortlaut stark verderbt; die Übersetzung gibt nur die ungefähre thematische Richtung wieder.]

dhyekānubhaktā mayān jñātvā miśrīdītsahajānmune / matkālodhisuhṛnmitrapūrvakānkalpayetpunaḥ

Nachdem man [diese] von mir [dargelegten], einzeln erklärten (?) [Freundschaften] erkannt hat, o Weiser, soll man die gemischten [Freundschaften, die aus natürlicher und zeitlicher Freundschaft entstehen,] zusammen [bestimmen] und danach wiederum die [Kategorien] beginnend mit „bester Freund“ (Adhimitra) festlegen.

Wort für Wort
dhyekānubhaktā mayān jñātvā
nachdem man [diese] von mir dargelegten [Freundschaften] erkannt hat
miśrīdītsahajānmune
soll man die gemischten [mit den natürlichen zusammen bestimmen], o Weiser
matkālodhisuhṛnmitrapūrvakān
die [Kategorien] beginnend mit „bester Freund“, [entstanden] aus meiner [Lehre] von zeitlicher Freundschaft
kalpayetpunaḥ
soll man daraufhin festlegen

[?: Dieser Übergangsvers zur Lehre der „gemischten Freundschaft“ (Miśra-Maitri: Adhimitra, Mitra, Sama, Śatru, Adhiśatru) ist im Wortlaut stark korrupt; die Übersetzung gibt die vermutete Grundaussage wieder.]

svoccatrikoṇagehā pranavāṃśaisthānajaṃ balam / dikṣu saumyejyayoḥ sūryārayoḥ saure sitābjayoḥ

In der eigenen Exaltation, im Trikoṇa, im eigenen Haus [und] im Navāṃśa [besteht] die positionale Kraft (Sthānabala). Bei den Richtungen [gilt Kraft] für Merkur und Jupiter [im Osten(?)], für Sonne und Mars [im Süden(?)], für Saturn [im Westen(?)], für Venus und Mond [im Norden(?)].

Wort für Wort
svoccatrikoṇagehā
in eigener Exaltation, Trikoṇa, eigenem Haus
pranavāṃśaisthānajaṃ balam
und im Navāṃśa [besteht] die positionale Kraft
dikṣu saumyejyayoḥ sūryārayoḥ
bei den Richtungen [gilt Kraft] für Merkur/Jupiter, für Sonne/Mars
saure sitābjayoḥ
für Saturn, für Venus/Mond

[?: Die genaue Zuordnung der Himmelsrichtungen (Dig-Bala) zu den einzelnen Planeten ist im Wortlaut verkürzt und nicht in jedem Detail sicher.]

ravāhṛtūdaganenye tu vakri ca samāgame / uttarasthā dīptakarāśceṣṭā vīryayutā matāḥ

Von der Sonne entfernt(?) [und] im nördlichen Halbjahr, die anderen [Planeten] aber [stark, wenn sie] rückläufig (Vakrin) und in Konjunktion [mit der Sonne, kombust,] sind [- Letzteres jedoch schwächend]; die in nördlicher Stellung Befindlichen [und] „leuchtend-strahlenden“ [Planeten, d.h. solche mit hellem Glanz], werden als von Bewegungskraft (Ceṣṭābala) erfüllt angesehen.

Wort für Wort
ravāhṛtūdaganenye tu
von der Sonne entfernt(?), im nördlichen Halbjahr; die anderen [Planeten] aber [?]
vakri ca samāgame
[wenn] rückläufig und in Konjunktion [mit der Sonne]
uttarasthā dīptakarāḥ
die in nördlicher Stellung befindlichen, hell strahlenden [Planeten]
ceṣṭā vīryayutā matāḥ
gelten als von Bewegungskraft erfüllt

[?: Dieser Vers zur Bewegungs- bzw. zeitlichen Kraft (Ceṣṭābala/Kālabala) der Planeten ist im Detail unsicher überliefert.]

niśīndukujasaurāśca sarvadā kṣohni cāpare / krūrāḥ kṛṣṇe site saumyāḥ mataṃ kālabalaṃ budhaiḥ

Mond, Mars und Saturn [sind stark] zur Nachtzeit, stets [auch] am Tage(?), die übrigen [zur jeweils anderen Zeit]. In der dunklen [Monatshälfte sind die] Unglücksplaneten (Krūra), in der hellen [Monatshälfte] die Wohltäter (Saumya) [stark] - so ist von den Weisen die zeitliche Kraft (Kālabala) festgelegt.

Wort für Wort
niśīndukujasaurāśca
Mond, Mars und Saturn [sind stark] zur Nachtzeit
sarvadā kṣohni cāpare
stets, [bzw.] am Tage die übrigen
krūrāḥ kṛṣṇe site saumyāḥ
in der dunklen Monatshälfte die Unglücksplaneten, in der hellen die Wohltäter
mataṃ kālabalaṃ budhaiḥ
so ist von den Weisen die zeitliche Kraft festgelegt

saurārajñejyaśukrendusūryādhikyaṃ parasparam / pāpāstu balinaḥ saumyā vivakṣāḥ kaṇṭakopage

Saturn, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Mond [und] Sonne [nehmen] wechselseitig an Kraft zu [in dieser Reihenfolge, gemäß der natürlichen Kraft (Naisargikabala)]. Die Unglücksplaneten (Pāpa) aber sind stark [im Kendra], die Wohltäter (Saumya) sind zu nennen(?), wenn sie im Winkelhaus (Kaṇṭaka) stehen.

Wort für Wort
saurārajñejyaśukrendusūryādhikyaṃ parasparam
Saturn, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Mond, Sonne nehmen wechselseitig an Kraft zu
pāpāstu balinaḥ
die Unglücksplaneten aber sind stark
saumyā vivakṣāḥ kaṇṭakopage
die Wohltäter sind zu nennen(?), wenn im Winkelhaus stehend

[?: Die genaue Aussage des zweiten Halbverses zur Kraft von Wohltätern und Unglücksplaneten im Winkelhaus bleibt unsicher.]

klībe tadūśanādvāpi candrārkāṃśasamaṃ januḥ / svāṃśe pāpāḥ parāṃśasthāḥ saumyālagnaṃ viyonijam

Im geschlechtslosen [Navāṃśa] oder auch von Uśanas (Venus) [her bewirkt], entsteht eine Geburt, [die] dem Grad von Mond und Sonne gleicht(?); [wenn] Unglücksplaneten im eigenen Grad, [aber] in einem fremden Grad befindlich [stehen, und wenn] der Aszendent von Wohltätern [aspektiert wird, entsteht dennoch eine] Geburt aus einer anderen Gattung (Viyoni).

Wort für Wort
klībe tadūśanādvāpi
im geschlechtslosen [Navāṃśa] oder auch von Venus [her]
candrārkāṃśasamaṃ januḥ
entsteht eine Geburt, [die] dem Grad von Mond und Sonne gleicht [?]
svāṃśe pāpāḥ parāṃśasthāḥ
[wenn] Unglücksplaneten im eigenen, [aber tatsächlich] in fremdem Grad stehen
saumyālagnaṃ viyonijam
[trotz] von Wohltätern [aspektiertem] Aszendenten [erfolgt] Geburt aus anderer Gattung

[?: Dieser Vers leitet offenbar zur folgenden Lehre über, unter welchen planetarischen Bedingungen eine Geburt in nicht-menschlicher (tierischer) Gestalt eintritt; der genaue Wortlaut ist jedoch stellenweise korrupt.]

nirbalaṃ ca tadādeśyaṃ viyonerjanma paṇḍitaiḥ / śīrṣaṃ vakragale pādāvaṃsau pṛṣṭamurastathā

Und als schwach ist dies zu erklären; die Geburt aus einer anderen Gattung [wird] von den Gelehrten (Paṇḍita) [gedeutet, indem den Tierkreiszeichen die Körperteile eines Vierfüßlers zugeordnet werden]: Kopf, gebeugter Nacken, Füße, Schultern, Rücken, ebenso Brust.

Wort für Wort
nirbalaṃ ca tadādeśyaṃ
und als schwach ist dies zu erklären
viyorjanma paṇḍitaiḥ
die Geburt aus anderer Gattung [wird] von den Gelehrten [gedeutet]
śīrṣaṃ vakragale pādāḥ
Kopf, gebeugter Nacken, Füße
aṃsau pṛṣṭhamurastathā
Schultern, Rücken, ebenso Brust

pārśve kukṣī tvapānāṅghrī meḍhramuṣkau tathā sphijau / pucchaṃ catuṣpadāṅgeṣu meṣādyā rāśayaḥ smṛtāḥ

Flanken, Bauch, After [und] Hinterfuß, Glied [und] Hoden, ebenso Gesäß, [und] Schwanz - unter den Gliedern eines Vierfüßlers sind [ihnen] die Zeichen Meṣa und die folgenden [der Reihe nach] zugeordnet.

Wort für Wort
pārśve kukṣī tvapānāṅghrī
Flanken, Bauch, [dazu] After und Hinterfuß
meḍhramuṣkau tathā sphijau
Glied und Hoden, ebenso Gesäß
pucchaṃ catuṣpadāṅgeṣu
[und] Schwanz - unter den Gliedern eines Vierfüßlers
meṣādyā rāśayaḥ smṛtāḥ
sind die Zeichen Meṣa und die folgenden [entsprechend] zugeordnet

lagnāṃśādgrahayugdṛṣṭvā varṇānbalayutādvadet / dṛksamānapramāṇāṃśca iṣṭe rekhāṃ smarasthitaiḥ

Vom Grad des Aszendenten aus soll man, nachdem man die Verbindung der Planeten [durch Aspekt] betrachtet hat, die [ihnen zugehörigen] Farben, versehen mit Kraft, benennen; und die dem Aspektmaß gleichenden Grade - an der gewünschten [Stelle wird] die Linie (Rekhā) von den im „Smara“[-Haus, dem fünften,] Stehenden [gezogen].

Wort für Wort
lagnāṃśādgrahayugdṛṣṭvā
vom Grad des Aszendenten aus, nachdem man die Verbindung der Planeten betrachtet hat
varṇānbalayutādvadet
soll man die [ihnen zugehörigen] Farben, mit Kraft versehen, benennen
dṛksamānapramāṇāṃśca
und die dem Aspektmaß gleichenden Grade
iṣṭe rekhāṃ smarasthitaiḥ
an der gewünschten Stelle [wird] die Linie von den im fünften Haus Stehenden [gezogen]

[?: Hiermit beginnt offenbar ein Punkte-/Linien-Verfahren (ähnlich der Aṣṭakavarga-Lehre) zur Bestimmung planetarer Stärke; die genauen Rechenregeln sind im vorliegenden, korrupten Wortlaut nicht restlos zu klären.]

khagatryaṃśe balāgnege caramāṃśe grahānvite / vāṃśe sthalāṃbujaḥ saurerdvīkṣāyogabhavā dvijāḥ

Im Drittelabschnitt des Planeten, [wenn dieser] in kraftvoller Feuerposition steht, im letzten Grad, mit einem Planeten verbunden, in [diesem] Grad [entsteht] ein land- oder wassergeborenes [Wesen]; aus der Verbindung zweier Aspekte des Saturn [entstehen] die Zweifachgeborenen (Vögel, Dvija).

Wort für Wort
khagatryaṃśe balāgnege
im Drittelabschnitt des Planeten, [wenn] in kraftvoller Feuerposition
caramāṃśe grahānvite
im letzten Grad, mit einem Planeten verbunden
vāṃśe sthalāṃbujaḥ
in [diesem] Grad [entsteht] ein land- oder wassergeborenes Wesen
saurerdvīkṣāyogabhavā dvijāḥ
aus der Verbindung zweier Aspekte des Saturn entstehen die Zweifachgeborenen (Vögel)

[?: Der genaue Rechenmechanismus dieses Verses, der offenbar den Übergang zur Lehre von der Baum- und Tiergeburt (Vṛkṣa-/Tiryagjanma) einleitet, bleibt unsicher.]

vipralaistanujacandrejyārkaistarūṇāṃ janiṃ vadet / sthalāṃbubhendośakṛtaścetareṣāmudāhṛtaḥ

Durch die täuschenden(schwachen)(?) [Stellungen] des Aszendentenherrn, des Mondes, Jupiters [und] der Sonne soll man die Geburt als Baum (Vṛkṣa) erklären; ob land- oder wassergeboren, wird nach dem [Zeichen] des Mondes bestimmt; für die übrigen [Fälle wird es] entsprechend gelehrt.

Wort für Wort
vipralaistanujacandrejyārkaiḥ
durch die täuschenden(schwachen) [Stellungen] von Aszendentenherrn, Mond, Jupiter, Sonne
tarūṇāṃ janiṃ vadet
soll man die Geburt als Baum erklären
sthalāṃbu bhendośakṛtaḥ
ob land- oder wassergeboren wird nach dem [Zeichen] des Mondes bestimmt
cetareṣāmudāhṛtaḥ
für die übrigen [Fälle wird es] entsprechend gelehrt

sthalāṃbu ca patiḥ kheṭo lagnādyāvanmite gṛhe / tāvanta eva takhaḥ sthalajā jalajāstathā

Land oder Wasser [bestimmt sich danach, in] wie vielen Häusern, vom Aszendenten an gezählt, der Herrscher-Planet steht; genau so viele sind es an Zahl(?) - landgeboren wie auch wassergeboren.

Wort für Wort
sthalāṃbu ca patiḥ kheṭaḥ
Land oder Wasser [bestimmt] der Herrscher-Planet
lagnādyāvanmite gṛhe
je nachdem, in wie vielen Häusern vom Aszendenten an gezählt [er steht]
tāvanta eva takhaḥ
genau so viele sind es an Zahl [?]
sthalajā jalajāstathā
landgeboren wie auch wassergeboren

[?: „takhaḥ“ ist unklar überliefert; sinngemäß als Zähleinheit/Artenzahl wiedergegeben.]

antaḥsārā ravau saure durbhagāḥ kṣīriṇo vidhau / bhaume kaṇṭakino vṛkṣā ījye jñe saphalāphalau

Hartholzbäume (Antaḥsāra) [entstehen] bei Sonne und Saturn; unglückliche(dornige)(?), milchsaftige [Bäume] beim Mond; bei Mars dornige Bäume; bei Jupiter und Merkur fruchttragende und fruchtlose [Bäume].

Wort für Wort
antaḥsārā ravau saure
Hartholzbäume [entstehen] bei Sonne und Saturn
durbhagāḥ kṣīriṇo vidhau
unglückliche(dornige), milchsaftige [Bäume] beim Mond
bhaume kaṇṭakino vṛkṣāḥ
bei Mars dornige Bäume
ījye jñe saphalāphalau
bei Jupiter und Merkur fruchttragende und fruchtlose [Bäume]

puṣpitā bhārgave snigdhāścandre 'tha kaṭukāḥ kuje / aśubharkṣe śubhaḥ kheṭaḥ śubhaṃ vṛkṣaṃ kubhūmijam

Blühende [Bäume entstehen] bei Venus (Bhārgava), ölige/glänzende beim Mond, herbe/scharfe bei Mars. [Steht] ein Wohltäter-Planet in einem unglücklichen Zeichen, [entsteht dennoch] ein guter, aus der [Mars-]Erde geborener Baum.

Wort für Wort
puṣpitā bhārgave
blühende [Bäume entstehen] bei Venus
snigdhāścandre 'tha kaṭukāḥ kuje
ölige beim Mond, herbe/scharfe bei Mars
aśubharkṣe śubhaḥ kheṭaḥ
[steht] ein Wohltäter-Planet in einem unglücklichen Zeichen
śubhaṃ vṛkṣaṃ kubhūmijam
[entsteht dennoch] ein guter, aus der Erde (Mars) geborener Baum

kuryādvilomago vāpi svāṃśoktaparagaiḥ samam / kujenduhetukaṃ srīṇāṃ pratimāsamihārtavam

Oder [ein Planet], rückläufig(entgegengesetzt) gehend, bewirke [ein Ergebnis] gleich dem, [was] durch [Planeten] in einem anderen, [aber] dem eigenen Grad entsprechenden [Zeichen bewirkt wird]. Durch Mars und Mond verursacht, [findet] hier bei Frauen die monatliche Regelblutung (Ārtava) [statt].

Wort für Wort
kuryādvilomago vāpi
oder [ein Planet], rückläufig gehend, bewirke [Entsprechendes]
svāṃśoktaparagaiḥ samam
gleich dem durch [Planeten] im entsprechenden anderen Grad [Bewirkten]
kujenduhetukaṃ srīṇāṃ
durch Mars und Mond verursacht, bei Frauen
pratimāsamihārtavam
[findet] hier die monatliche Regelblutung statt

[Anm.: Ab hier wendet sich der Text von der Baum-/Tiergeburt der monatlichen Reinigung (Ṛtu) der Frau und damit der Empfängnislehre (Garbhādhāna) zu.]

neṣṭasthejye 'nyathāste srīyuṅktāsannarekṣite / pāpayuktekṣite dyūne ruṣā prītyā śubhagrahaiḥ

[Steht] Jupiter (Ijya) nicht an der gewünschten Stelle, [oder] andernfalls im siebten [Haus, verbunden] mit der Ehefrau [oder] in naher Sicht (Āsannarekṣita) [aspektiert]; [ist] Jupiter im zweiten Haus (Dyūna) von Unglücksplaneten begleitet oder aspektiert, [erfolgt der eheliche Verkehr] mit Zorn; mit Liebe [hingegen, wenn er] von Wohltätern [aspektiert ist].

Wort für Wort
neṣṭasthejye 'nyathāste
[steht] Jupiter nicht an der gewünschten Stelle, oder andernfalls im siebten [Haus]
srīyuktāsannarekṣite
mit der Ehefrau verbunden, in naher Sicht aspektiert
pāpayuktekṣite dyūne
[ist er] im zweiten Haus mit Unglücksplaneten verbunden oder von ihnen aspektiert
ruṣā prītyā śubhagrahaiḥ
mit Zorn [geschieht es]; mit Liebe [hingegen] durch Wohltäter-Planeten

śukrārkendujaiḥ svāṃśasthairījya cāṅgatrikoṇage / bhavedapatyaṃ viprendra puṃsāṃ sadvīryaśālinām

Durch Venus, Sonne [und] Mond, [wenn diese] in ihrem eigenen Grad stehen, sowie [durch] Jupiter im Trikoṇa zum [Aszendenten-]Zeichen - entsteht, o bester der Brahmanen, Nachkommenschaft für Männer, die von guter Zeugungskraft (Vīrya) sind.

Wort für Wort
śukrārkendujaiḥ svāṃśasthaiḥ
durch Venus, Sonne und Mond, wenn im eigenen Grad stehend
ījya cāṅgatrikoṇage
und Jupiter im Trikoṇa zum Zeichen [des Aszendenten]
bhavedapatyaṃ viprendra
entsteht Nachkommenschaft, o bester der Brahmanen
puṃsāṃ sadvīryaśālinām
für Männer, die von guter Zeugungskraft sind

asrer'kendo kujārkī cetpuṃsriyorāmayapradau / vyayakhago yuktau caikadṛṣṭyā nṛtyupradau tayoḥ

Wenn Mars und Saturn, in Bezug auf Sonne und Mond, [ungünstig stehen], bringen sie Mann und Frau Krankheit; [sind sie] im zwölften Haus stehend, verbunden und mit einheitlichem Aspekt, so bringen sie beiden den Tod(?).

Wort für Wort
asrer'kendo kujārkī cet
wenn Mars und Saturn in Bezug auf Sonne(?) und Mond [ungünstig stehen]
puṃsriyorāmayapradau
bringen sie Mann und Frau Krankheit
vyayakhago yuktau caikadṛṣṭyā
[wenn sie] im zwölften Haus stehend, verbunden und mit einheitlichem Aspekt [sind]
nṛtyupradau tayoḥ
bringen sie beiden [wohl:] den Tod [?]

[?: „nṛtyupradau“ („Tanz bringend“) ergibt keinen sinnvollen Bezug; vermutlich verderbt aus „mṛtyupradau“ („Tod bringend“), was inhaltlich zur vorangehenden Aussage über Krankheit passt.]

śukrārkrau mātṛpitarau divā naktaṃ śaśīnajau / mātṛṣvasṛpitṛvyākhyau vā padmeji same śubhau

Venus und Sonne(?) [bezeichnen] bei Tagesgeburt Mutter und Vater, Mond und [Mars(?)] bei Nachtgeburt; oder [sie werden als] Mutterschwester [und] Vatersbruder bezeichnet; [wenn beide] gleichermaßen [von] Padma(?) [und] Jupiter [aspektiert werden, sind sie] günstig.

Wort für Wort
śukrārkrau mātṛpitarau
Venus und Sonne [bezeichnen] Mutter und Vater
divā naktaṃ śaśīnajau
bei Tag[esgeburt]; bei Nacht[geburt] Mond und Mars(?)
mātṛṣvasṛpitṛvyākhyau vā
oder [sie werden] als Mutterschwester und Vatersbruder bezeichnet
padmeji same śubhau
[wenn] gleichermaßen von Padma(?) und Jupiter [aspektiert, sind sie] günstig

[?: Der Vers behandelt die Signifikatoren (Kāraka) für Vater und Mutter, unterschieden nach Tag- und Nachtgeburt; einzelne Wortformen („śaśīnajau“, „padmeji“) sind unsicher überliefert.]

pāpadṛṣṭe śubhe kṣīṇe tuṅge vā lagnageyame / kṣīṇendukujasaṃdṛṣṭe mṛtyumetya gatā dhruvam

[Ist] ein Wohltäter, von Unglücksplaneten aspektiert, geschwächt, oder [steht] Yama (Saturn) in Exaltation im Aszendenten; [ist der Mond] vom geschwächten Mond(?) und Mars zugleich aspektiert - [die Mutter,] dem Tode begegnet, ist gewiss dahingegangen.

Wort für Wort
pāpadṛṣṭe śubhe kṣīṇe
[ist] ein von Unglücksplaneten aspektierter Wohltäter geschwächt
tuṅge vā lagnageyame
oder [steht] Saturn in Exaltation im Aszendenten
kṣīṇendukujasaṃdṛṣṭe
[ist er] vom geschwächten Mond und Mars zugleich aspektiert
mṛtyumetya gatā dhruvam
ist [die Mutter], dem Tode begegnet, gewiss dahingegangen

[?: Der Bezug von „kṣīṇendu“ (der geschwächte Mond selbst) im Kontext seiner eigenen Aspektierung ist unklar; möglicherweise ist ein anderer Planet gemeint.]

yugapadvā pṛthaksasthau lagnendū pāpamadhyagau / yadā tadā garbhayutā nārī mṛtyumavāpnuyāt

Oder wenn Aszendent und Mond, sei es gleichzeitig oder getrennt, [jeweils] inmitten von Unglücksplaneten stehend [sind], dann erlangt eine schwangere Frau den Tod.

Wort für Wort
yugapadvā pṛthaksasthau
gleichzeitig oder getrennt stehend
lagnendū pāpamadhyagau
Aszendent und Mond, inmitten von Unglücksplaneten
yadā tadā
wenn dies [der Fall ist], dann
garbhayutā nārī mṛtyumavāpnuyāt
erlangt eine schwangere Frau den Tod

lagnāñcadrācca turyasthaiḥ pāpairnidhanage kuje / naṣṭendau kujaravyośca bandhuriṣpagayormṛtiḥ

Durch Unglücksplaneten, die vom Aszendenten und vom Mond aus im vierten [Haus] stehen, [und] mit Mars im achten Haus (Nidhana); [ist] der Mond zerstört (geschwächt), [und stehen] Mars und Sonne im vierten (Bandhu) und zwölften (Riṣpha) Haus, [so tritt] Tod ein.

Wort für Wort
lagnāñcandrācca turyasthaiḥ pāpaiḥ
durch Unglücksplaneten, die vom Aszendenten und Mond im vierten Haus stehen
nidhanage kuje
und mit Mars im achten Haus
naṣṭendau kujaravyośca
[ist] der Mond geschwächt, und Mars und Sonne
bandhuriṣpagayormṛtiḥ
stehen im vierten und zwölften Haus - [so tritt] Tod ein

tanvastasaṃsthayorbhauṃmaravyoḥ śasrabhavaḥ kṣayaḥ / yanmāsādhipatirnaṣṭastanmāsaṃ saṃsrave tyajet

[Stehen] Mars und Sonne im ersten und siebten Haus, so entsteht Vernichtung durch Waffen. Welchen Monats Herrscher [auch immer] geschwächt ist, jenen Monat soll man beim [monatlichen] Ausfluss (Regelblutung) meiden.

Wort für Wort
tanvastasaṃsthayorbhauṃmaravyoḥ
[stehen] Mars und Sonne im ersten und siebten Haus
śasrabhavaḥ kṣayaḥ
so entsteht Vernichtung durch Waffen
yanmāsādhipatirnaṣṭaḥ
welchen Monats Herrscher geschwächt ist
tanmāsaṃ saṃsrave tyajet
jenen Monat soll man beim [monatlichen] Ausfluss meiden

lagnendugaiḥ śubhaiḥ kheṭaisrikoṇārthāstabhūkhagaiḥ / pāpaisriṣaṣṭalābhasthaiḥ sukhī garbho ravīkṣitaḥ

Durch Wohltäter-Planeten, die mit Aszendent und Mond verbunden [sind, sowie solche] im Trikoṇa, zweiten, siebten [und] vierten Haus stehend; durch Unglücksplaneten, die im dritten, sechsten [und] elften Haus stehen - [so wird] der von der Sonne aspektierte Fötus (Garbha) glücklich/gesund.

Wort für Wort
lagnendugaiḥ śubhaiḥ kheṭaiḥ
durch Wohltäter-Planeten, die mit Aszendent und Mond verbunden sind
trikoṇārthāstabhūkhagaiḥ
[sowie solche] im Trikoṇa, zweiten, siebten und vierten Haus stehend
pāpaistriṣaṣṭalābhasthaiḥ
durch Unglücksplaneten, die im dritten, sechsten und elften Haus stehen
sukhī garbho ravīkṣitaḥ
wird der von der Sonne aspektierte Fötus glücklich/gesund

ojabhe puruṣāṃśer'kejyendulagnairbalānvitaiḥ / gurvakārai viṣamasthau vā yuñjanma pravadettadā

[Steht] im ungeraden Zeichen der Grad des Mannes, [und sind] Sonne, Jupiter, Mond [und] Aszendent mit Kraft versehen, [sowie] mit Jupiter und Sonne(?) im ungeraden [Zeichen] stehend - dann soll man die Geburt eines [männlichen] Zwillings(?) verkünden.

Wort für Wort
ojabhe puruṣāṃśe
im ungeraden Zeichen, im Grad des Mannes
arkejyendulagnairbalānvitaiḥ
[und wenn] Sonne, Jupiter, Mond und Aszendent mit Kraft versehen sind
gurvakārai viṣamasthau vā
sowie mit Jupiter und Sonne(?), im ungeraden [Zeichen] stehend
yuñjanma pravadettadā
soll man dann die Geburt eines [männlichen] Zwillings verkünden

[Anm.: Hiermit beginnt offenbar die Lehre von der Geschlechtsbestimmung des Fötus und von Zwillingsgeburten (yuñjanma); einzelne Fachbegriffe sind unsicher.]

yugmabhāṃśasthitaistaistu vakrendubhṛgubhistathā / yāmasthānagatairvācyaṃ sriyo janma manīṣibhiḥ

Stehen dieselben [Faktoren] aber im geraden Zeichen und Grad, sowie [ist] der Mond rückläufig(?), ebenso mit Venus, in der Stellung von Yama (dem achten Haus?) befindlich - so ist von den Weisen die Geburt einer Tochter zu verkünden.

Wort für Wort
yugmabhāṃśasthitaistaistu
stehen aber dieselben [Faktoren] im geraden Zeichen und Grad
vakrendubhṛgubhistathā
[ist] der Mond rückläufig(?), ebenso mit Venus
yāmasthānagataiḥ
in der Stellung von Yama (dem achten Haus?) befindlich
vācyaṃ sriyo janma manīṣibhiḥ
ist von den Weisen die Geburt einer Tochter zu verkünden

[?: „vakrendu“ könnte auch als „vakra-indu“ (rückläufiger Mond, was beim Mond ungewöhnlich ist) oder als verderbte Form eines anderen Planetennamens zu verstehen sein.]

dvyaṅgasthā budhasaṃdṛṣṭāḥ svapakṣeya malaṅkarāḥ / lagnaṃ vinaujabhāvasthaḥ sauraḥ puñjanmakṛttathā

[Planeten,] die in doppelgestaltigen Zeichen stehen und von Merkur aspektiert werden, [sind] in ihrer eigenen Hälfte(?) [die] Zwillinge Bewirkenden(?); ohne den Aszendenten, [wenn] im Geburtshaus (Aujabhāva?) stehend, bewirkt Saturn ebenso eine Zwillingsgeburt.

Wort für Wort
dvyaṅgasthā budhasaṃdṛṣṭāḥ
[Planeten], die in doppelgestaltigen Zeichen stehen und von Merkur aspektiert werden
svapakṣeya malaṅkarāḥ
[sind] in ihrer eigenen Hälfte [die] Zwillinge Bewirkenden [?]
lagnaṃ vinaujabhāvasthaḥ
ohne den Aszendenten, [wenn] im Geburtshaus stehend
sauraḥ puñjanmakṛttathā
bewirkt Saturn ebenso eine Zwillingsgeburt

[?: Dieser Vers zur Zwillingsgeburt (Yamalakāra) ist im Wortlaut („malaṅkarāḥ“, „aujabhāvasthaḥ“) unsicher überliefert.]

mitho ravīndūrjñārkī vā paśyataḥ samagaṃ raviḥ / vakro vāṅgavidhū oje jajñau yugmaujasaṃsthitau

Wenn Sonne und Mond, oder Merkur und Saturn, einander wechselseitig anblicken, [oder wenn] die Sonne [ihr eigenes Zeichen(?)] zugleich [anblickt]; [ist ein Planet] rückläufig, oder [stehen] Zeichen und Mond im ungeraden [Zeichen], so werden Zwillinge geboren(?), [je nachdem ob sie] im geraden oder ungeraden [Zeichen] stehen.

Wort für Wort
mitho ravīndūrjñārkī vā paśyataḥ
wenn Sonne und Mond, oder Merkur und Saturn, einander anblicken
samagaṃ raviḥ
[oder wenn] die Sonne zugleich [ihr eigenes Zeichen anblickt]
vakro vāṅgavidhū oje
[ist ein Planet] rückläufig, oder [stehen] Zeichen und Mond im ungeraden [Zeichen]
jajñau yugmaujasaṃsthitau
so werden [Zwillinge] geboren, [je nachdem ob] im geraden oder ungeraden [Zeichen] stehend

[?: Dieser stark verdichtete Vers zur Zwillingsgeburt und Geschlechtsbestimmung ist im Detail unsicher.]

kujekṣitepumāṃśeduhitā klība janmadā / same sitendū ojasthā jñārāṅgojyā nṛvīkṣitau

[Steht] der Grad des Mannes von Mars aspektiert, [entsteht dennoch] eine Tochter; [ist das Zeichen] geschlechtslos, [erfolgt] eine [entsprechende] Geburt. Im geraden [Zeichen, aspektiert von] Venus und Mond, im ungeraden [Zeichen stehend, aspektiert von] Merkur, Mars, [dem eigenen Zeichen(?)] und Jupiter, [erfolgt] eine von Männern (aspektierte Geburt)(?).

Wort für Wort
kujekṣite pumāṃśe
[steht] der Grad des Mannes von Mars aspektiert
duhitā klība janmadā
[entsteht dennoch] eine Tochter; [ist das Zeichen] geschlechtslos, [erfolgt entsprechende] Geburt
same sitendū ojasthā
im geraden [Zeichen, aspektiert von] Venus und Mond, im ungeraden [Zeichen] stehend
jñārāṅgojyā nṛvīkṣitau
[aspektiert von] Merkur, Mars und Jupiter, [erfolgt] eine von Männern [geprägte Geburt] [?]

[?: Dieser Vers zur Geschlechtsbestimmung ist im Wortlaut stark komprimiert und unsicher.]

lagnendusamagau yugmasthāne vā yamalaṅkarāḥ / grahodayasthāndyaṅgāṃśānpaśyati jñe svabhāgage

[Stehen] Aszendent und Mond gleichermaßen [aspektiert], oder [befinden sich Planeten] im geraden Zeichen - so bewirken [sie] Zwillinge (Yamala); [wenn Merkur] im aufsteigenden [Zeichen des] Planeten [steht und] die doppelgestaltigen Grade anblickt, [während] Merkur im eigenen Grad steht.

Wort für Wort
lagnendusamagau yugmasthāne vā
[stehen] Aszendent und Mond gleichermaßen [aspektiert], oder im geraden Zeichen
yamalaṅkarāḥ
so bewirken [sie] Zwillinge
grahodayasthāndyaṅgāṃśān paśyati
[wenn er] im aufsteigenden Zeichen des Planeten [steht und] die doppelgestaltigen Grade anblickt
jñe svabhāgage
[während] Merkur im eigenen Grad steht

tritayaṃ jñāṃśakādyugmamamiśraiḥ samamādiśet / lagne cāpāntyabhāgasthe tadaṃśasthabaligrahaiḥ

Ein Dreifaches soll man vom Grad des Merkur an, [wenn er] gerade [ist und] ungemischt [von anderen Planeten aspektiert wird, als] gleich(artig) erklären; [steht] der Aszendent im letzten Grad des Bogens (Dhanus), [gilt dies] durch die in jenem Grad stehenden kraftvollen Planeten.

Wort für Wort
tritayaṃ jñāṃśakādyugmam
ein Dreifaches, vom [geraden] Grad des Merkur an
amiśraiḥ samamādiśet
soll man, [wenn] ungemischt [aspektiert], als gleichartig erklären
lagne cāpāntyabhāgasthe
[steht] der Aszendent im letzten Grad des Bogens (Dhanus)
tadaṃśasthabaligrahaiḥ
[gilt dies] durch die in jenem Grad stehenden kraftvollen Planeten

[?: Der genaue Sinn dieses stark technischen Verses zur Mehrlingsgeburt bleibt unsicher.]

vīryāḍhyajñārkisadṛṣṭaiḥ kośasthāvahavoginaḥ / sitārejyārkacandrārkijñāṅgeśorkendavo 'dhipāḥ

Durch die von kraftreichem Merkur [und] Saturn zugleich Aspektierten, im „Kośa“[-Haus (dem zweiten?)] befindlich, [entstehen] die im Yoga [des Lebensunterhalts] Stehenden(?); Venus, Mars, Jupiter, Sonne, Mond, Saturn, Merkur, der Zeichenherr, die Sonne [und] der Mond [sind hierbei je nach Fall die maßgeblichen] Herren.

Wort für Wort
vīryāḍhyajñārkisadṛṣṭaiḥ
durch die von kraftreichem Merkur und Saturn zugleich Aspektierten
kośasthāvahavoginaḥ
im zweiten Haus befindlich, [entstehen] die im Yoga [des Unterhalts] Stehenden [?]
sitārejyārkacandrārkijñāṅgeśāḥ
Venus, Mars, Jupiter, Sonne, Mond, Saturn, Merkur, der Zeichenherr
arkendavo 'dhipāḥ
Sonne und Mond [sind je nach Fall] die maßgeblichen Herren

[?: Dieser Vers, offenbar Teil der Bestimmung der Anzahl von Mehrlingen bzw. ihres Wohlergehens, ist im Wortlaut stark komprimiert und unsicher.]

māsānāṃ tatsamaṃ vācyaṃ garbagasthasya śubhāśubham / trikome jñe parairnaṣṭairdvimukhāhnikapānvitaḥ

Von den Monaten [her] ist das Glück oder Unglück des im Mutterleib befindlichen [Kindes] entsprechend [den besprochenen Faktoren] zu verkünden. [Steht] Merkur im dritten Haus(?), von den übrigen [Planeten] geschwächt, [so ist er] mit dem „Zweigesichtigen“ [Aspekt](?) verbunden.

Wort für Wort
māsānāṃ tatsamaṃ vācyaṃ
von den Monaten ist Entsprechendes zu verkünden
garbhagasthasya śubhāśubham
das Glück oder Unglück des im Mutterleib befindlichen [Kindes]
trikome jñe parairnaṣṭaiḥ
[steht] Merkur im dritten Haus(?), von den übrigen [Planeten] geschwächt
dvimukhāhnikapānvitaḥ
[so ist er] mit dem „zweigesichtigen“ [Aspekt] verbunden [?]

[?: „trikome“ und „dvimukhāhnikapānvitaḥ“ sind unsicher überliefert; der zweite Halbvers leitet vermutlich zu Missbildungen bzw. Sprachstörungen des Neugeborenen über.]

avāgāvāṭāvaśubhairbhasaṃdhisthaiḥ prajāyate / vīrānsagīścadaṣṭedhvaṣṭārkātabhasaṃhitāḥ

Ohne Sprache(?), [an der] Zeichengrenze (Bhasaṃdhi) [von] Unglücksplaneten [aspektiert], wird [das Kind] geboren; Helden(?), mit Rede(?) begabt, [wenn im] achten [Haus] zerstört(?), von der Sonne aus mit dem Zeichen verbunden(?).

Wort für Wort
avāgāvāṭāvaśubhairbhasaṃdhisthaiḥ
ohne Sprache(?), an der Zeichengrenze von Unglücksplaneten [aspektiert] [?]
prajāyate
wird [das Kind] geboren
vīrānsagīścadaṣṭe
Helden(?), mit Rede(?) begabt, [wenn im] achten [Haus] [?]
dhvaṣṭārkātabhasaṃhitāḥ
zerstört(?), von der Sonne aus mit dem Zeichen verbunden(?) [?]

[?: Dieser gesamte Vers, insbesondere die zweite Zeile („vīrānsagīścadaṣṭedhvaṣṭārkātabhasaṃhitāḥ“), ist so stark korrupt überliefert, dass eine sichere Übersetzung nicht möglich ist; es wird nur eine ungefähre, sehr unsichere Wiedergabe gegeben.]

ārārkī cejyabhāṃśasthau sadantogarbhakastadā / kharbheje bhuvimandāradṛṣṭe kubjastu garbhagaḥ / pargurmīne yamedvārairdaṣṭethāṅgebhaghasaṃdhige

Wenn Mars und Saturn im Grad des Jupiter-Zeichens stehen, dann [wird] der Fötus mit Zähnen [geboren](?); [steht der Mond] in Kumbha, [aspektiert] von Mars(Erde) und Saturn, so wird der im Mutterleib Befindliche ein Buckliger (Kubja); [steht] Jupiter in Mīna, [und] Saturn (Yama) [aspektiert] durch die Türen(?), gebissen(?), an der Verbindungsstelle der Körperzeichen.

Wort für Wort
ārārkī cejyabhāṃśasthau
wenn Mars und Saturn im Grad des Jupiter-Zeichens stehen
sadantogarbhakastadā
dann [wird] der Fötus mit Zähnen [geboren] [?]
kharbheje bhuvimandāradṛṣṭe
[steht der Mond] in Kumbha, von Mars und Saturn aspektiert
kubjastu garbhagaḥ
so wird der im Mutterleib Befindliche ein Buckliger
pargurmīne yamedvārairdaṣṭe
[steht] Jupiter in Mīna, Saturn durch die Türen gebissen(?) [?]
athāṅgebhaghasaṃdhige
an der Verbindungsstelle der Körperzeichen [?]

[Anm.: Dieser Vers ist ausnahmsweise dreizeilig statt der üblichen zwei Zeilen überliefert. Der gesamte Vers, Teil der Lehre von körperlichen Missbildungen des Fötus, ist stark korrupt; einzelne Wortformen bleiben unsicher.]

pāpairjaḍo vidhau garbhaḥ śubhadṛṣṭivivarjite / mṛgāntyage vāmanakaḥ sauredrarkanirīkṣite / dhīnayodapagaistryaṃśaiḥ pāpāstairasirohradāḥ

Durch Unglücksplaneten [wird], wenn der Mond des Blickes der Wohltäter beraubt ist, der Fötus stumpfsinnig (Jaḍa); [steht der Mond] am Ende von Makara, [aspektiert] von Saturn und Sonne(?), [wird er] ein Zwerg (Vāmana); durch die mit Unglücksplaneten [verbundenen] Drittelabschnitte des neunten und sechsten(?) Hauses [entstehen] Wunden von Schwert(ern) und blutige Male(?).

Wort für Wort
pāpairjaḍo vidhau garbhaḥ
durch Unglücksplaneten wird der Fötus stumpfsinnig, [wenn beim] Mond
śubhadṛṣṭivivarjite
der Blick der Wohltäter fehlt
mṛgāntyage vāmanakaḥ
[steht er] am Ende von Makara, [wird er] ein Zwerg
sauredrarkanirīkṣite
aspektiert von Saturn und Sonne(?)
dhīnayodapagaistryaṃśaiḥ pāpāḥ
durch die mit Unglücksplaneten [verbundenen] Drittel des neunten und sechsten Hauses [?]
tairasirohradāḥ
entstehen dadurch Schwertwunden und blutige Male [?]

[Anm.: Auch dieser Vers ist dreizeilig überliefert. Die dritte Zeile mit ihrer Aufzählung von Verletzungen ist im Wortlaut besonders unsicher.]

ravīnduyukte siṃheṅge māheyārkinirīkṣite / netrahīnā miśrakheṭairdṛṣṭe buddhudalocanāḥ / vyayejo vāmanayanaṃ dakṣaṃ sūryo vināśayet

[Sind] Sonne und Mond im Zeichen Siṃha verbunden, aspektiert von Mars und Saturn, [so ist das Kind] augenlos; [ist es] von gemischten Planeten aspektiert, [hat es] halbgeöffnete Augen. [Steht] Jupiter(?) im zwölften Haus, [zerstört dies] das linke Auge; die Sonne zerstört das rechte.

Wort für Wort
ravīnduyukte siṃheṅge
[sind] Sonne und Mond im Zeichen Siṃha verbunden
māheyārkinirīkṣite
aspektiert von Mars und Saturn
netrahīnā
[so ist das Kind] augenlos
miśrakheṭairdṛṣṭe buddhudalocanāḥ
von gemischten Planeten aspektiert, [hat es] halbgeöffnete Augen
vyayejo vāmanayanaṃ
[steht] Jupiter(?) im zwölften Haus, [zerstört dies] das linke Auge
dakṣaṃ sūryo vināśayet
das rechte zerstört die Sonne

neṣṭā yogāḥ śubhairdṛṣṭāḥ pāpāḥ syurnātra saṃśayaḥ / mande 'ste mandabhāṃśeṅge niṣaikebdatraye janiḥ

Ungünstige Verbindungen (Yoga) bleiben, auch von Wohltätern aspektiert, unheilvoll - daran besteht kein Zweifel. [Steht] Saturn im siebten Haus, im Grad und Zeichen des Saturn, [so erfolgt] die Geburt innerhalb von ein bis drei Jahren(?) [nach Eintreten des vorhergesagten Übels].

Wort für Wort
neṣṭā yogāḥ śubhairdṛṣṭāḥ
ungünstige Verbindungen bleiben, auch von Wohltätern aspektiert
pāpāḥ syurnātra saṃśayaḥ
unheilvoll - daran besteht kein Zweifel
mande 'ste mandabhāṃśeṅge
[steht] Saturn im siebten Haus, im Grad und Zeichen des Saturn
niṣaikebdatraye janiḥ
[so erfolgt] die Geburt innerhalb von ein bis drei Jahren [?]

[?: „niṣaikebdatraye“ ist unsicher; sinngemäß als Zeitspanne von ein bis drei Jahren wiedergegeben.]

dvādaśābde śaśinyevaṃ sutāvapi vicintayet

Im zwölften Jahr soll man in gleicher Weise auch die [Verhältnisse] des Sohnes hinsichtlich des Mondes erwägen.

Wort für Wort
dvādaśābde śaśini evaṃ
im zwölften Jahr, in gleicher Weise, hinsichtlich des Mondes
sutāvapi vicintayet
soll man auch die [Verhältnisse] des Sohnes erwägen

[Anm.: Dieser Vers ist im Quelltext nur als einzelne Verszeile (Halbvers) überliefert; die zugehörige Gegenzeile fehlt im vorliegenden Text.]

ādhānendudvādaśāṃśā pāpāstadrāśibhiḥ puraḥ

Die zwölf Grade (Dvādaśāṃśa) vom Empfängnis-Mond (Ādhānendu) an, [wenn] von Unglücksplaneten [besetzt], [wirken schädlich], vor jenem Zeichen [des Empfängnismondes].

Wort für Wort
ādhānendudvādaśāṃśāḥ
die zwölf Grade vom Empfängnis-Mond an
pāpāstadrāśibhiḥ puraḥ
[wirken schädlich, wenn] von Unglücksplaneten [besetzt], vor jenem Zeichen

[Anm.: Dieser Vers ist im Quelltext nur als einzelne Verszeile (Halbvers) überliefert; die zugehörige Gegenzeile fehlt im vorliegenden Text.]

śaśāṅke janmabhāgādidvi ghnamiṣṭakalāḥ smṛtāḥ

Vom Geburtsgrad des Mondes an, mit zwei multipliziert, sind die gewünschten Bogenminuten (Kalā) bekannt.

Wort für Wort
śaśāṅke janmabhāgāt
vom Geburtsgrad des Mondes an
dviguṇamiṣṭakalāḥ smṛtāḥ
mit zwei multipliziert, sind die gewünschten Bogenminuten bekannt

[Anm.: Dieser Vers ist im Quelltext nur als einzelne Verszeile (Halbvers) überliefert; die zugehörige Gegenzeile fehlt im vorliegenden Text. Es handelt sich offenbar um eine Rechenformel.]

pituḥ parokṣe janmasyādindau lagnamapaśyati

In Abwesenheit des Vaters findet die Geburt statt, wenn der Mond den Aszendenten nicht [im Aspekt] sieht.

Wort für Wort
pituḥ parokṣe
in Abwesenheit des Vaters
janma syāt
findet die Geburt statt
indau lagnamapaśyati
wenn der Mond den Aszendenten nicht [im Aspekt] sieht

[Anm.: Dieser Vers ist im Quelltext nur als einzelne Verszeile (Halbvers) überliefert; die zugehörige Gegenzeile fehlt im vorliegenden Text.]

madhyādbhraṣṭerke videśasthe janane nārijanma vai / mandeṅgasthe kujeste ca jñosphuji madhyage vidhau

[Steht] die Sonne, aus der Mitte gefallen, bei der Geburt in der Fremde (Videśa), so [erfolgt] gewiss die Geburt einer Tochter; [steht] Saturn im [Aszendenten-]Zeichen und Mars im siebten [Haus], und Merkur mit Venus in der Mitte, beim Mond...

Wort für Wort
madhyādbhraṣṭerke videśasthe
[steht] die Sonne, aus der Mitte gefallen, in der Fremde
janane nārijanma vai
bei der Geburt [erfolgt] gewiss die Geburt einer Tochter
mandeṅgasthe kujeste ca
[steht] Saturn im [Aszendenten-]Zeichen und Mars im siebten Haus
jñosphuji madhyage vidhau
und Merkur mit Venus in der Mitte, beim Mond [?]

[?: Der Nachsatz zur letzten Kombination fehlt bzw. ist unvollständig überliefert.]

pāpāṅgebje tribhāge lau svāyagaiḥ sadbhirudgataḥ / sūryastaddṛṣṭigo vāpi jñeyo jyotirvidāṃ varaiḥ

[Stehen] Unglücksplaneten im [Geburts-]Zeichen und beim Mond, im dritten Grad-Drittel; [ist] der Aszendentenherr, begleitet von den eigenen [Freunden und] Wohltätern, aufgestiegen; oder [steht] die Sonne im Aspekt dazu - [dies] ist von den besten Sternkundigen zu erkennen.

Wort für Wort
pāpāṅgebje tribhāge
[stehen] Unglücksplaneten im Zeichen und beim Mond, im dritten Grad-Drittel
lau svāyagaiḥ sadbhirudgataḥ
[ist] der Aszendentenherr, begleitet von den eigenen Wohltätern, aufgestiegen
sūryastaddṛṣṭigo vāpi
oder [steht] die Sonne im Aspekt dazu
jñeyo jyotirvidāṃ varaiḥ
[dies] ist von den besten Sternkundigen zu erkennen

[?: Der genaue Bezug dieses Verses (vermutlich zur Bestimmung des Geschlechts oder der Legitimität der Geburt) bleibt unsicher.]

catuṣpadarkṣage bhānau śerṣaibalayutaiḥ khagaiḥ / kośādatau tu yamalau jāyete munisattama

[Steht] die Sonne in einem Vierfüßler-Zeichen, zusammen mit den übrigen, mit Kraft versehenen Planeten; vom Schatzhaus (Kośa, dem zweiten) und dem siebten (Datta) [Haus aus] werden dann Zwillinge geboren, o bester der Weisen.

Wort für Wort
catuṣpadarkṣage bhānau
[steht] die Sonne in einem Vierfüßler-Zeichen
śeṣaibalayutaiḥ khagaiḥ
zusammen mit den übrigen, mit Kraft versehenen Planeten
kośādatau tu yamalau
vom zweiten und siebten Haus aus [entstehen] dann Zwillinge
jāyete munisattama
werden geboren, o bester der Weisen

sārkyārasiṃhojñājāṃse bhāṃśatutyāṅganālayuk / lagnaminduṃ ca sārkenduṃ na paśyati yadā guruḥ

[Sind] Saturn, Sonne [und] Mars in Siṃha, Merkur im Grad der Jungfrau (Aṅganā), gleich[gradig] mit dem Zeichen [verbunden]; wenn Jupiter weder den Aszendenten und Mond noch [den mit] Saturn, Sonne [und] Mond [verbundenen Ort] anblickt...

Wort für Wort
sārkyārasiṃhojñājāṃse
[sind] Saturn, Sonne, Mars in Siṃha, Merkur im Grad der Jungfrau
bhāṃśatutyāṅganālayuk
gleich[gradig] mit dem Zeichen [Jungfrau] verbunden
lagnaminduṃ ca sārkenduṃ
weder den Aszendenten und Mond, noch [den mit] Saturn, Sonne, Mond [verbundenen Ort]
na paśyati yadā guruḥ
blickt Jupiter an, wenn [dies der Fall ist]

[?: Der Nachsatz dieser Kombination fehlt; der Vers scheint eine ungünstige, vom Jupiter-Aspekt unberührte Konstellation zu beschreiben, wahrscheinlich im Zusammenhang mit unehelicher Zeugung (vgl. den folgenden Vers).]

sapāpagor'ke jāyo vā paravīryaprasūtikṛt / pāpabhasthau pāpakheṭaiḥ sūryārghānatrikoṇagau

[Ist] Jupiter mit Unglücksplaneten und der Sonne [verbunden], so wird die Ehefrau, oder [das Kind], durch die Zeugungskraft eines anderen Mannes hervorgebracht; [stehen] zwei Unglücks-Zeichen mit Unglücksplaneten [besetzt], [und stehen] Sonne und Venus(?) nicht im Trikoṇa [zueinander]...

Wort für Wort
sapāpagor'ke jāyo vā
[ist] Jupiter mit Unglücksplaneten und der Sonne [verbunden, so wird] die Ehefrau, oder [das Kind]
paravīryaprasūtikṛt
durch die Zeugungskraft eines anderen Mannes hervorgebracht
pāpabhasthau pāpakheṭaiḥ
[stehen] zwei Unglücks-Zeichen mit Unglücksplaneten besetzt
sūryārghānatrikoṇagau
[und stehen] Sonne und Venus(?) nicht im Trikoṇa zueinander [?]

[?: Dieser Vers behandelt offenbar die Erkennung unehelicher Kindschaft (Paravīryaja) aus dem Horoskop; einzelne Formen bleiben unsicher.]

videśagaḥ pitāvṛddhaḥ khevā rāśivaśātyaye / pūrṇa iṇḍhau svabheśejñe śubhe muvyaṃvuje tanau

Der Vater ist alt [und] in der Fremde; oder am Ende der Herrschaft des [betreffenden] Zeichens; [ist] der Mond voll, im eigenen Zeichen, mit Merkur als Herrn [und] Wohltäter, in der Nähe(?) des [Aszendenten-]Körpers...

Wort für Wort
videśagaḥ pitāvṛddhaḥ
der Vater ist alt [und] in der Fremde
khevā rāśivaśātyaye
oder am Ende der Herrschaft des [betreffenden] Zeichens
pūrṇa iṇḍhau svabheśejñe śubhe
[ist] der Mond voll, im eigenen Zeichen, mit Merkur als wohltätigem Herrn
muvyaṃvuje tanau
in der Nähe(?) des [Aszendenten-]Körpers [?]

[?: Der Nachsatz fehlt bzw. ist unvollständig; „muvyaṃvuje“ bleibt unklar.]

dyūnasthe vā vidhau yāteṅganā nārī prasūyate / abdhāṅgamanbhagaḥ pūrṇe jyo vā paśyati nārada

Oder, wenn der im zweiten Haus stehende Mond [bereits weitergezogen], vergangen ist, gebiert die Frau eine Tochter; [wenn der Mond] voll ist, [in einer bestimmten Stellung], oder Jupiter [ihn] anblickt, o Nārada.

Wort für Wort
dyūnasthe vā vidhau yāte
oder wenn der im zweiten Haus stehende Mond vergangen ist
aṅganā nārī prasūyate
gebiert die Frau eine Tochter
abdhāṅgamanbhagaḥ pūrṇe
[wenn der Mond] voll ist, [in einer bestimmten Stellung] [?]
jyo vā paśyati nārada
oder Jupiter [ihn] anblickt, o Nārada

[?: „abdhāṅgamanbhagaḥ“ bleibt in seiner genauen Bedeutung unsicher.]

svabaṃlagnagaḥ sūtiḥ salile nātra saṃsayaḥ / pāpadṛṣṭe yame gudyāṃ janmāṅgājavyayasthite

[Steht der Mond] kraftvoll im Aszendenten, [so erfolgt] die Geburt im [oder nahe] Wasser - daran besteht kein Zweifel. [Ist er] von Unglücksplaneten aspektiert, [und steht] Saturn (Yama) im Analbereich[-Zeichen], [so erfolgt] die Geburt, [wenn dieses Zeichen] im [Aszendenten- oder] Widderzeichen [oder] im zwölften [Haus] steht.

Wort für Wort
svabaṃlagnagaḥ sūtiḥ salile
[steht der Mond] kraftvoll im Aszendenten, [so erfolgt] die Geburt im Wasser
nātra saṃsayaḥ
daran besteht kein Zweifel
pāpadṛṣṭe yame gudyāṃ
[ist er] von Unglücksplaneten aspektiert, [und steht] Saturn im Analbereich[-Zeichen]
janmāṅgājavyayasthite
[so erfolgt] die Geburt, [wenn dies] im Widder- oder zwölften [Haus] steht [?]

[?: Der genaue Bezug von „janmāṅgājavyayasthite“ bleibt unsicher.]

karkātilagnageśaurevaṭe janmābjavīkṣite / mande janmagate lagne budhasūryenduvīkṣite

[Steht] der Aszendentenherr jenseits von Karka, mit Saturn beim Banyanbaum(?, Vaṭa), [so erfolgt] die Geburt, vom Mond aspektiert; [steht] Saturn im Geburts-Aszendenten, von Merkur, Sonne [und] Mond aspektiert...

Wort für Wort
karkātilagnageśaurevaṭe
[steht] der Aszendentenherr jenseits von Karka, mit Saturn beim Banyanbaum(?)
janmābjavīkṣite
[so erfolgt] die Geburt, vom Mond aspektiert
mande janmagate lagne
[steht] Saturn im Geburts-Aszendenten
budhasūryenduvīkṣite
von Merkur, Sonne und Mond aspektiert [?]

[?: Der Nachsatz der zweiten Konstellation fehlt bzw. ist unvollständig überliefert. „Vaṭa“ (Banyanbaum) deutet auf einen bestimmten Geburtsort hin.]

krīḍāsthāne devagehe pyūṣare ca kramājjaniḥ / śmaśāne lagnadṛgasṛgrāmyasthānebjabhārgavau

An einem Spielplatz, in einem Gotteshaus [und] auf salzhaltigem Ödland erfolgt die Geburt der Reihe nach [je nach den genannten Konstellationen]; auf einem Verbrennungsplatz - [angezeigt durch] den Blick auf den Aszendenten und Blut(?); an einem dörflichen Ort - [angezeigt durch] Mond und Venus.

Wort für Wort
krīḍāsthāne devagehe pyūṣare ca
an einem Spielplatz, in einem Gotteshaus und auf salzhaltigem Ödland
kramājjaniḥ
erfolgt die Geburt der Reihe nach
śmaśāne lagnadṛgasṛk
auf dem Verbrennungsplatz - [angezeigt durch] den Blick auf den Aszendenten und Blut(?)
grāmyasthānebjabhārgavau
am dörflichen Ort - [angezeigt durch] Mond und Venus

agnihotragṛhe jīvor'ke bhūṣābharaṇe gṛhe / śilpālaye budho janma kuryādbalasamanvitaḥ

In einem Feueropferhaus [erfolgt die Geburt] durch Jupiter [und] Sonne; in einem Schmuckhaus [durch die entsprechende Konstellation]; Merkur, mit Kraft versehen, bewirkt die Geburt in einer Werkstatt (Śilpālaya).

Wort für Wort
agnihotragṛhe jīvor'ke
in einem Feueropferhaus [erfolgt die Geburt] durch Jupiter und Sonne
bhūṣābharaṇe gṛhe
in einem Schmuckhaus
śilpālaye budho janma
in einer Werkstatt [bewirkt] Merkur die Geburt
kuryādbalasamanvitaḥ
[wenn er] mit Kraft versehen ist

bhāsamāne sare mārge sthire svarkṣāṃśage gṛhe / trikoṇagaja ārārkyoraste vā sṛjyate 'mbayā

An einem glänzenden Ort, an einem See, auf einem Weg, in festem [Zeichen], in einem Haus mit eigenem Zeichen und Grad; im Trikoṇa [oder] beim Elefanten(?), [wenn] Mars und Saturn im siebten [Haus stehen], wird [das Kind] durch die Mutter geboren.

Wort für Wort
bhāsamāne sare mārge
an einem glänzenden Ort, an einem See, auf einem Weg
sthire svarkṣāṃśage gṛhe
in festem Zeichen, in einem Haus mit eigenem Zeichen und Grad
trikoṇagaja ārārkyoraste
im Trikoṇa [oder] beim Elefanten(?), [wenn] Mars und Saturn im siebten Haus [stehen]
vā sṛjyate 'mbayā
wird [das Kind] durch die Mutter geboren

[?: „trikoṇagaja“ bleibt unsicher; möglicherweise Bezeichnung eines bestimmten Ortstyps.]

gurudṛṣṭe tu dīrghāyuḥ paraṃ ca prāpyate punaḥ / pāpadṛṣṭe vidhaulagne 'stekuje tu vinaśyati

Von Jupiter aspektiert, [erlangt das Kind] hingegen langes Leben, und darüber hinaus wird wiederum [weiteres Gutes] erlangt; [ist es] von Unglücksplaneten aspektiert, [mit] dem Mond im Aszendenten [und] Mars im siebten [Haus], so geht es zugrunde.

Wort für Wort
gurudṛṣṭe tu dīrghāyuḥ
von Jupiter aspektiert, [erlangt es] hingegen langes Leben
paraṃ ca prāpyate punaḥ
und darüber hinaus wird wiederum [Gutes] erlangt
pāpadṛṣṭe vidhaulagne 'ste kuje tu
[ist es] von Unglücksplaneten aspektiert, [mit] dem Mond im Aszendenten [und] Mars im siebten [Haus]
vinaśyati
so geht es zugrunde

bhave kujārkyoḥ saṃdṛṣṭe parahastagataḥ sukhī / pāpedyatāyurbhavati māsaḥ sārthaiḥ parairapi

[Ist] das [Geburts-]Haus von Mars und Saturn zugleich aspektiert, [so ist das Kind,] in fremde Hände gegeben, [dennoch] glücklich; bei Unglück beträgt die Lebensdauer [nur] einen Monat, zusammen mit weiteren, anderen [ungünstigen Faktoren].

Wort für Wort
bhave kujārkyoḥ saṃdṛṣṭe
[ist] das Geburtshaus von Mars und Saturn zugleich aspektiert
parahastagataḥ sukhī
[so ist das Kind,] in fremde Hände gegeben, glücklich
pāpe dyatāyurbhavati māsaḥ
bei Unglück beträgt die Lebensdauer [nur] einen Monat
sārthaiḥ parairapi
zusammen mit weiteren, anderen [ungünstigen Faktoren]

pitṛmātṛgehe janma tadadhīśabalānmune / tarugehe śubhe nīce naikasthadṛṣṭau lagnenduḥ

Die Geburt im Haus des Vaters oder der Mutter [erfolgt] durch die Kraft des jeweiligen Herrn, o Weiser; in einem Baumhaus(?), [wenn] ein Wohltäter debilitiert ist, [und wenn] Aszendent und Mond von mehr als einem Ort aus aspektiert werden.

Wort für Wort
pitṛmātṛgehe janma
die Geburt im Haus des Vaters oder der Mutter
tadadhīśabalānmune
[erfolgt] durch die Kraft des jeweiligen Herrn, o Weiser
tarugehe śubhe nīce
in einem Baumhaus(?), [wenn] ein Wohltäter debilitiert ist
naikasthadṛṣṭau lagnenduḥ
[wenn] Aszendent und Mond von mehr als einem Ort aus aspektiert werden

etallakṣaṇasaṃpannā prasītirvijane tadā / mandarkṣāṃśe vidhau turye mandadṛṣṭe 'bjage 'pi vā

Mit diesem Merkmal versehen, [erfolgt] dann die Geburt an einem einsamen (menschenleeren) Ort; [steht] der Mond im Zeichen und Grad des Saturn, im vierten [Haus], oder [ist er] von Saturn aspektiert, [während er] im [eigenen] Zeichen [steht].

Wort für Wort
etallakṣaṇasaṃpannā
mit diesem Merkmal versehen
prasītirvijane tadā
erfolgt dann die Geburt an einem einsamen Ort
mandarkṣāṃśe vidhau turye
[steht] der Mond im Zeichen und Grad des Saturn, im vierten Haus
mandadṛṣṭe 'bjage 'pi vā
oder [ist er] von Saturn aspektiert, [während er] im [eigenen] Zeichen [steht]

mandārcane vā tamasi śayanaṃ nīcagebhuvi / śīrṣe pṛṣṭodaye janma tadvadeva vinirdiśet

Oder in einem Saturn-Heiligtum, in Dunkelheit, an einer Lagerstätte, [wenn der Mond] am Boden debilitiert steht; [ist das Zeichen] kopf- oder rückenaufsteigend, ist die Geburt entsprechend zu bestimmen.

Wort für Wort
mandārcane vā tamasi
oder in einem Saturn-Heiligtum, in Dunkelheit
śayanaṃ nīcagebhuvi
[erfolgt die Geburt] an einer Lagerstätte, [wenn der Mond] am Boden debilitiert steht
śīrṣe pṛṣṭodaye janma
[ist das Zeichen] kopf- oder rückenaufsteigend, [so erfolgt] die Geburt
tadvadeva vinirdiśet
ist [dies] entsprechend zu bestimmen

candrāstasukhagaḥ pāpairmātuḥ pīḍāṃ samādiśet / jīrṇoddhṛtaṃ gṛhaṃ mande sṛji dagdhaṃ na vā vidhau

[Steht] der im vierten Haus befindliche Mond geschwächt(?), von Unglücksplaneten [betroffen], so verkünde man der Mutter Leid. Ein altes, wiederhergestelltes Haus [zeigt] Saturn an; ein niedergebranntes, oder auch nicht, der Mond.

Wort für Wort
candrāstasukhagaḥ pāpaiḥ
[steht] der im vierten Haus befindliche Mond geschwächt, von Unglücksplaneten [betroffen]
mātuḥ pīḍāṃ samādiśet
so verkünde man der Mutter Leid
jīrṇoddhṛtaṃ gṛhaṃ mande
ein altes, wiederhergestelltes Haus [zeigt] Saturn an
sṛji dagdhaṃ na vā vidhau
ein niedergebranntes, oder auch nicht, der Mond

kāṣṭāḍhyamadṛḍhaṃ sūya bahuśilpayutaṃ budhe / citrayuktaṃ navaṃ śukre dṛḍhe ramye gurau gṛham

Reich an Holz, [aber] nicht fest, [zeigt] die Sonne; reich an Handwerkskunst [zeigt] Merkur; mit Malerei versehen [und] neu [zeigt] Venus; fest und anmutig [zeigt] Jupiter [an] - [dies ist das jeweilige] Haus.

Wort für Wort
kāṣṭāḍhyamadṛḍhaṃ sūya
reich an Holz, [aber] nicht fest, [zeigt] die Sonne
bahuśilpayutaṃ budhe
reich an Handwerkskunst [zeigt] Merkur
citrayuktaṃ navaṃ śukre
mit Malerei versehen [und] neu [zeigt] Venus
dṛḍhe ramye gurau gṛham
fest und anmutig [zeigt] Jupiter [an] - [so ist] das Haus

dhaṭājakarkyalighaṭe pūrve jñejyagṛhe hyudak / vṛṣe paścānmṛge siṃhe dakṣiṇe vasatirbhavet

In Kumbha, Meṣa, Karka [und] Tulā(?) [liegt die Wohnstätte] im Osten; in den Häusern des Merkur und Jupiter [Mithuna/Kanyā, Dhanus/Mīna] im Norden; in Vṛṣabha im Westen; in Makara [und] Siṃha im Süden ist die Wohnstätte gelegen.

Wort für Wort
dhaṭājakarkyalighaṭe pūrve
in Kumbha, Meṣa, Karka und Tulā(?) im Osten
jñejyagṛhe hyudak
in den Häusern von Merkur und Jupiter im Norden
vṛṣe paścānmṛge siṃhe dakṣiṇe
in Vṛṣabha im Westen, in Makara und Siṃha im Süden
vasatirbhavet
ist die Wohnstätte gelegen

[?: Die genaue Lesung der ersten Zeichenfolge („dhaṭāja-karky-alighaṭe“) ist unsicher; sinngemäß als Kumbha, Meṣa, Karka und (Tulā?) wiedergegeben.]

gṛhaprācyādigau dvau dvau vdyaṅgāḥ koṇeṣvajādayaḥ / parthaṅke vāstuvatpādāsriṣadaṅkāntyarāśayaḥ

Vom Haus aus [gehören], von Osten beginnend, je zwei [Zeichen einer Richtung]; die doppelgestaltigen [Zeichen liegen] in den Ecken; Meṣa und die übrigen [sind entsprechend zugeordnet]. Auf der Plattform(?), wie bei einem Vāstu-Plan, [entsprechen] den Vierteln die [jeweils] drei letzten Zeichen an den Ecken.

Wort für Wort
gṛhaprācyādigau dvau dvau
vom Haus aus, von Osten beginnend, je zwei [Zeichen einer Richtung]
vdyaṅgāḥ koṇeṣvajādayaḥ
die doppelgestaltigen [Zeichen liegen] in den Ecken; Meṣa und die übrigen [entsprechend]
parthaṅke vāstuvatpādāḥ
auf der Plattform(?), wie bei einem Vāstu-Plan, [entsprechen] die Viertel
sriṣadaṅkāntyarāśayaḥ
den [jeweils] drei letzten Zeichen an den Ecken

[?: Dieser Vers zur Vāstu-artigen Zuordnung der Tierkreiszeichen zu den Vierteln/Ecken eines Hauses ist im Wortlaut unsicher überliefert.]

candrāgāntaragaiḥ kheṭaiḥ sūtikāḥ samudāhṛtāḥ / cakrāddhi bahirantaśca dṛśyādṛśyopare 'nyathā

Durch die Planeten, die zwischen Mond und Feuer(?) [bzw. Lagna] stehen, werden die Geburtskammern (Sūtikā) bestimmt; [sie liegen] außerhalb oder innerhalb des Kreises (Cakra), sichtbar oder unsichtbar, oben oder anderswo.

Wort für Wort
candrāgāntaragaiḥ kheṭaiḥ
durch die Planeten, die zwischen Mond und Feuer(?) stehen
sūtikāḥ samudāhṛtāḥ
werden die Geburtskammern bestimmt
cakrāddhi bahirantaśca
[sie liegen] außerhalb oder innerhalb des Kreises
dṛśyādṛśyopare 'nyathā
sichtbar oder unsichtbar, oben oder anderswo

[?: „candrāgāntaragaiḥ“ ist unsicher; „agni“ (Feuer) oder ein Eigenname könnte gemeint sein.]

lagrāśayasamānāṅgo bālikheṭaṃsamopi vā / candranandāṃśavadvarṇaḥ śīrṣādyaṅgavibhāga yuk

[Der Körper des Kindes ist] gleichgestaltig mit dem Aszendentenzeichen, oder auch gleich dem [herrschenden] Planeten des Kindes; seine Farbe/Gestalt gleicht dem Grad von Mond und Freude(?); [er ist] versehen mit der Gliederung der Körperteile, beginnend mit dem Kopf [wie folgt beschrieben].

Wort für Wort
lagrāśayasamānāṅgaḥ
[der Körper des Kindes ist] gleichgestaltig mit dem Aszendentenzeichen
bālikheṭaṃsamopi vā
oder auch gleich dem [herrschenden] Planeten des Kindes
candranandāṃśavadvarṇaḥ
seine Farbe/Gestalt gleicht dem Grad von Mond und Freude(?) [?]
śīrṣādyaṅgavibhāgayuk
versehen mit der Gliederung der Körperteile, beginnend mit dem Kopf

[?: „bālikheṭaṃsamopi“ und „nandāṃśavat“ sind im Detail unsicher.]

śīrṣakaṃ dakśrave nāsā kapolahanavo mukham / kaṇṭhāṃsapārśvahṛddvoṣaḥ kroḍaṃnābhiśca bāstikāḥ

Kopf, rechtes Ohr, Nase, Wangen und Kiefer, Mund; Hals, Schultern, Flanken, Herz [und] Brust(?), Bauch, Nabel und Blasenbereich [- so sind der Reihe nach die Körperteile den Graden des Zeichens zugeordnet].

Wort für Wort
śīrṣakaṃ dakśrave nāsā
Kopf, rechtes Ohr, Nase
kapolahanavo mukham
Wangen und Kiefer, Mund
kaṇṭhāṃsapārśvahṛddvoṣaḥ
Hals, Schultern, Flanken, Herz und Brust
kroḍaṃnābhiśca bāstikāḥ
Bauch, Nabel und Blasenbereich

[?: Die genaue Segmentierung der Aufzählung („dakśrave“, „dvoṣaḥ“) bleibt an einzelnen Stellen unsicher.]

śiṃśnāpāte ca vṛṣaṇau jaghane jānunī tathā / jaṅghepādau cobhaghayatra tryaṃśaiḥ samuditairvadet

Glied und Hoden, Hüfte, ebenso beide Knie, Schienbeine und Füße - wo auch immer [ein Planet steht], soll man dies nach den gleichmäßig aufsteigenden Grad-Dritteln bestimmen.

Wort für Wort
śiṃśnāpāte ca vṛṣaṇau
Glied [und] Hoden
jaghane jānunī tathā
Hüfte, ebenso beide Knie
jaṅghepādau ca
Schienbeine und Füße
ubhayatra tryaṃśaiḥ samuditairvadet
soll man dies überall nach den gleichmäßig aufsteigenden Grad-Dritteln bestimmen

pāpayukte vraṇastasminnaṅge lakṣma ca tadyute / svarkṣāṃśe sthirayukte tu naija āgantuko 'nyathā

[Ist der betreffende Grad] mit einem Unglücksplaneten verbunden, [entsteht] an jenem Körperteil eine Wunde/Narbe; und ein Muttermal, wenn er mit [einem Wohltäter] verbunden ist. [Ist es] im eigenen Zeichen und Grad, mit einem festen [Zeichen] verbunden, [so ist das Mal] angeboren (Naija); andernfalls erworben (Āgantuka).

Wort für Wort
pāpayukte vraṇastasminnaṅge
[ist der Grad] mit einem Unglücksplaneten verbunden, [entsteht] an jenem Körperteil eine Wunde
lakṣma ca tadyute
und ein Muttermal, wenn mit [einem Wohltäter] verbunden
svarkṣāṃśe sthirayukte tu
[ist es] im eigenen Zeichen und Grad, mit festem [Zeichen] verbunden
naija āgantuko 'nyathā
[so ist es] angeboren; andernfalls erworben

mande 'nilāśmajo bhaume viṣaśasrāgnijo budhe / bhujer'ke kāṣṭapaśujo jetuḥ śṛṅgyajayonijaḥ

Bei Saturn [ist die Ursache] Wind oder Stein; bei Mars [Ursache durch] Gift, Waffe [oder] Feuer; bei Merkur [entsprechend]; bei Jupiter und Sonne [Ursache durch] Holz oder Tier; [bei den übrigen] durch Horn [oder] Ziege(?) der Art nach hervorgebracht.

Wort für Wort
mande 'nilāśmajaḥ
bei Saturn [ist die Ursache] Wind oder Stein
bhaume viṣaśasrāgnijo
bei Mars durch Gift, Waffe oder Feuer
budhe bhujer'ke kāṣṭapaśujaḥ
bei Merkur [entsprechend]; bei Jupiter und Sonne durch Holz oder Tier
jetuḥ śṛṅgyajayonijaḥ
der Art nach durch Horn oder [Tier-]Geburt hervorgebracht [?]

[?: Dieser Vers zu den Ursachen der Wunden/Narben je nach Planet ist im Wortlaut stellenweise unsicher.]

yasminsaṃjñāsrayaḥ kheṭā aṅgesyustatra niścitam / vraṇośubhakṛtaḥ pṛṣṭetanau rāśisamāśrite

In welchem [Grad] auch immer die entsprechend benannten Planeten stehen, dort im [betreffenden] Körperteil ist [das Mal] gewiss; die von einem Wohltäter bewirkte Wunde(narbe) [erscheint] am Rücken des Körpers, wenn dieser im [entsprechenden] Zeichen ruht.

Wort für Wort
yasminsaṃjñāsrayaḥ kheṭāḥ
in welchem Grad die entsprechend benannten Planeten stehen
aṅgesyustatra niścitam
dort im Körperteil ist [das Mal] gewiss
vraṇośubhakṛtaḥ
die von einem Wohltäter bewirkte Narbe
pṛṣṭhe tanau rāśisamāśrite
[erscheint] am Rücken des Körpers, wenn im [entsprechenden] Zeichen ruhend

tilakṛnmasakṛdaṣṭasaumyairyuktaśca lakṣmavān / caturasraḥ piṅgadṛk ca paittiko 'lpakaco raviḥ

[Die Sonne] erzeugt Muttermale, bildet Flecken, [ist,] mit den acht(?) Wohltätern verbunden, mit [besonderen] Malen versehen; viereckig [gebaut], von bräunlichem Blick, gallig(Pitta-Konstitution), mit spärlichem Haar - [so ist der von der] Sonne [geprägte Mensch].

Wort für Wort
tilakṛnmasakṛdaṣṭasaumyairyuktaḥ
[die Sonne] erzeugt Muttermale, bildet Flecken, ist mit den [genannten] Wohltätern verbunden
ca lakṣmavān
und mit [besonderen] Malen versehen
caturasraḥ piṅgadṛk ca
viereckig gebaut, von bräunlichem Blick
paittiko 'lpakaco raviḥ
gallig, mit spärlichem Haar - [so ist] die Sonne[geprägte Mensch]

[?: Die genaue Zahl „aṣṭa“ (acht) im Bezug auf „saumya“ (Wohltäter) bleibt unklar, da es üblicherweise nur zwei bis drei Wohltäter gibt.]

vṛto vātakaphī prājño mandavāk śubhadṛk śaśī / krṛradṛktaruṇo bhaumaḥ paittikaścapalastathā

Rundlich, von Wind-Schleim-Konstitution, klug, langsam in der Rede, von wohlwollendem Blick - [so ist der vom] Mond [geprägte Mensch]; von grausamem Blick, jugendlich - [so ist] Mars, gallig und unstet ebenso.

Wort für Wort
vṛto vātakaphī prājño
rundlich, von Wind-Schleim-Konstitution, klug
mandavāk śubhadṛk śaśī
langsam in der Rede, von wohlwollendem Blick - [so ist] der Mond[geprägte]
krūradṛktaruṇo bhaumaḥ
von grausamem Blick, jugendlich - [so ist] Mars
paittiko 'ścapalastathā
gallig und unstet ebenso

tridhānupavṛtirhāsyarucijñaḥ śliṣṭavāktathā / piṅgake ślakṣaṇo dīrghaḥ kaphīdhīmāngururmataḥ

Von dreifacher [Konstitution], nicht wiederkehrend(?), dem Lachen zugeneigt - [so gilt] Merkur, ebenso von klarer(zusammenhängender) Rede; bräunlich, geschmeidig, groß gewachsen, schleimig(Kapha-Konstitution), weise - so gilt Jupiter.

Wort für Wort
tridhānupavṛtirhāsyarucijñaḥ
von dreifacher [Konstitution], dem Lachen zugeneigt - [so gilt] Merkur
śliṣṭavāktathā
ebenso von klarer, zusammenhängender Rede
piṅgake ślakṣaṇo dīrghaḥ
bräunlich, geschmeidig, groß gewachsen
kaphīdhīmāngururmataḥ
schleimig, weise - so gilt Jupiter

[?: „tridhānupavṛtiḥ“ bleibt unsicher.]

suvapurlocanaḥ kṛṣṇavakrakeśo bhṛguḥ sukhī / dīrghaḥ kapiladṛḍbhando nilīkharakacolasaḥ

Von schönem Körper und Augen, mit schwarzem lockigem Haar - [so ist] Venus (Bhṛgu), glücklich/genussfreudig. Groß gewachsen, von bräunlichem, festem Körperbau, mit dunklem, rauem Haar und Gewand [- so ist Saturn].

Wort für Wort
suvapurlocanaḥ kṛṣṇavakrakeśo
von schönem Körper und Augen, mit schwarzem lockigem Haar
bhṛguḥ sukhī
[so ist] Venus, glücklich/genussfreudig
dīrghaḥ kapiladṛḍbhando
groß gewachsen, von bräunlichem, festem Körperbau
nilīkharakacolasaḥ
mit dunklem, rauem Haar und Gewand [- so ist Saturn]

snāyvasthiraktatvakśukravasāmajjāstu dhātavaḥ / mandārkacandrasomyāspujijjīvakubhuvaḥ kramāt

Sehne, Knochen, Blut, Haut, Samen, Fett [und] Mark - dies sind die [sieben körperlichen] Gewebe (Dhātu); [sie gehören] Saturn, Sonne, Mond, Merkur, Venus, Jupiter [und] Mars der Reihe nach [an].

Wort für Wort
snāyvasthiraktatvakśukravasāmajjāstu
Sehne, Knochen, Blut, Haut, Samen, Fett, Mark
dhātavaḥ
dies sind die [körperlichen] Gewebe
mandārkacandrasaumyāspujijjīvakubhuvaḥ
Saturn, Sonne, Mond, Merkur, Venus, Jupiter, Mars
kramāt
der Reihe nach [ihnen zugehörig]

candrāṅgapāpairbhāntyasthaiḥ seṃvupāpacatuṣṭayaiḥ / cakrapūrvāpare pāpasaumyaiḥ kīṭatanau mṛtiḥ

Durch Unglücksplaneten, die im Zeichen des Mondes am Zeichenende stehen, zusammen mit den vier Unglücksplaneten; vor oder nach dem [Geburts-]Kreispunkt, durch gemischte Unglücks- und Wohltäterplaneten, [tritt] im schwachen(?) Körper der Tod [ein].

Wort für Wort
candrāṅgapāpairbhāntyasthaiḥ
durch Unglücksplaneten, die im Zeichen des Mondes am Zeichenende stehen
seṃvupāpacatuṣṭayaiḥ
zusammen mit den vier Unglücksplaneten [?]
cakrapūrvāpare pāpasaumyaiḥ
vor oder nach dem Kreispunkt, durch gemischte Unglücks- und Wohltäterplaneten
kīṭatanau mṛtiḥ
[tritt] im schwachen(?) Körper der Tod ein

[?: Dieser Vers eröffnet einen Abschnitt über die Kindersterblichkeit (Bāla-Ariṣṭa); einzelne Formen wie „seṃvupāpacatuṣṭayaiḥ“ und „kīṭatanau“ bleiben unsicher.]

udayāstagatau pāpau candraḥ krūrayutaiḥ śubhaiḥ / na ceddṛṣṭastadā mṛtyurjātasya bhavati dhruvam

[Stehen] zwei Unglücksplaneten im Aufgangs- und Untergangshaus [dem ersten und siebten], [und ist] der Mond mit grausamen [Planeten] verbunden, von Wohltätern aber nicht aspektiert, dann tritt gewiss der Tod des Neugeborenen ein.

Wort für Wort
udayāstagatau pāpau
[stehen] zwei Unglücksplaneten im Aufgangs- und Untergangshaus
candraḥ krūrayutaiḥ śubhaiḥ
[und ist] der Mond mit grausamen [Planeten] verbunden
na ceddṛṣṭastadā
wenn er nicht [von Wohltätern] aspektiert ist
mṛtyurjātasya bhavati dhruvam
tritt gewiss der Tod des Neugeborenen ein

kṣīṇe 'bje vyayage pāpairlagnāṣṭasthaiḥ śubhā na cet / kendreṣu vābjosaṃyuktaḥ smarāntyamṛtilagnagaḥ

[Steht] der geschwächte Mond im zwölften Haus, [afflziert] durch Unglücksplaneten im Aszendenten und achten Haus, ohne Wohltäter; oder [stehen Planeten] in den Kendras mit dem Mond verbunden, [mit] dem Herrn des fünften [Hauses] und dem Todespunkt im Aszendenten [vereint - so tritt der Tod ein].

Wort für Wort
kṣīṇe 'bje vyayage pāpaiḥ
[steht] der geschwächte Mond im zwölften Haus, durch Unglücksplaneten [afflziert]
lagnāṣṭasthaiḥ śubhā na cet
im Aszendenten und achten Haus, ohne Wohltäter
kendreṣu vābjosaṃyuktaḥ
oder [stehen Planeten] in den Kendras mit dem Mond verbunden
smarāntyamṛtilagnagaḥ
mit dem Herrn des fünften Hauses und dem Todespunkt im Aszendenten vereint

kendrādyā hasta sankheṭairadṛṣṭo mṛtyudastathā / ṣaṣṭemebje 'sadṛṣṭesadyo mṛtyuḥ śubhekṣite

Der Herr der Kendras und der übrigen [Häuser], mit den benachbarten(?) Planeten verbunden, [aber] unaspektiert [von Wohltätern], bringt ebenso den Tod; [steht] der Mond im sechsten Haus, unaspektiert von den Guten, [tritt] sofortiger Tod ein, [auch wenn er sonst] von einem Wohltäter aspektiert wird.

Wort für Wort
kendrādyā hasta sankheṭairadṛṣṭo
der Herr der Kendras und übrigen [Häuser], mit benachbarten(?) Planeten verbunden, unaspektiert
mṛtyudastathā
bringt ebenso den Tod
ṣaṣṭhe mṛgebje 'sadṛṣṭe
[steht] der Mond im sechsten Haus, unaspektiert von den Guten
sadyo mṛtyuḥ śubhekṣite
[tritt] sofortiger Tod ein, [auch wenn] von einem Wohltäter aspektiert

[?: „hasta sankheṭaiḥ“ bleibt unsicher.]

samāṣṭake miśrakheṭairdṛṣṭe mṛtiḥ śiśoḥ / kṣīṇebjeṅge randhrakende pāpe pāpāntarasthite

Im gleichgesetzten achten [Haus], von gemischten Planeten aspektiert, [tritt] der Tod des Kindes [ein]; [steht] der geschwächte Mond im Zeichen, im achten Haus oder Kendra, mit einem Unglücksplaneten, [wenn] ein weiterer Unglücksplanet dazwischentritt.

Wort für Wort
samāṣṭake miśrakheṭairdṛṣṭe
im gleichgesetzten achten Haus, von gemischten Planeten aspektiert
mṛtiḥ śiśoḥ
[tritt] der Tod des Kindes ein
kṣīṇebjeṅge randhrakende pāpe
[steht] der geschwächte Mond im Zeichen, im achten Haus oder Kendra, mit einem Unglücksplaneten
pāpāntarasthite
[wenn] ein weiterer Unglücksplanet dazwischentritt

bhūdyūnanidhane vābje lagne 'pyevaṃ śiśormṛtiḥ / pāpaiścandrāstagairmātrā sārddhaṃ sadṛṣṭimantarā

[Steht der Mond] im vierten, zweiten [oder] achten Haus, oder auch im Aszendenten, so [tritt] ebenso der Tod des Kindes [ein]; durch Unglücksplaneten, die den Mond schwächen, [erfolgt der Tod] zusammen mit der Mutter, bei entsprechend [ungünstigem] Aspekt in der Zwischenzeit.

Wort für Wort
bhūdyūnanidhane vābje lagne 'pyevaṃ
[steht der Mond] im vierten, zweiten, achten Haus oder im Aszendenten, so ebenso
śiśormṛtiḥ
der Tod des Kindes
pāpaiścandrāstagairmātrā sārddhaṃ
durch Unglücksplaneten, die den Mond schwächen, zusammen mit der Mutter
sadṛṣṭimantarā
bei entsprechend [ungünstigem] Aspekt in der Zwischenzeit

śubhādṛṣṭe bhāntyagebje trikoṇoparataiḥ khalaiḥ / sagnasthe vā vidhaupāpairastasthairmṛtimāpnuyāt

[Ist] der am Zeichenende stehende Mond nicht von einem Wohltäter aspektiert, [sondern] durch im Trikoṇa befindliche boshafte [Planeten] behindert; oder [steht] der Mond in einem Feuerzeichen, durch geschwächte, im siebten [Haus] stehende Unglücksplaneten [afflziert, so] erlangt [das Kind] den Tod.

Wort für Wort
śubhādṛṣṭe bhāntyagebje
[ist] der am Zeichenende stehende Mond nicht von einem Wohltäter aspektiert
trikoṇoparataiḥ khalaiḥ
[sondern] durch im Trikoṇa befindliche boshafte Planeten behindert
sagnasthe vā vidhau
oder [steht] der Mond in einem Feuerzeichen
pāpairastasthairmṛtimāpnuyāt
durch geschwächte, im siebten Haus stehende Unglücksplaneten erlangt [das Kind] den Tod

graste 'bje 'sadbhiraṣṭasthai sṛjyavātmajayormṛtiḥ / lagne ravau tu śasreṇa savīryāsadbhiraṣṭagaiḥ

[Ist] der Mond verfinstert (Grasta), durch nicht-gute [Planeten] im achten [Haus, so tritt] der Tod von Mutter und Kind [ein]; [steht] die Sonne im Aszendenten, [erfolgt der Tod] durch Waffen, [wenn sie] von kraftvollen, nicht-guten [Planeten] im achten [Haus begleitet ist].

Wort für Wort
graste 'bje 'sadbhiraṣṭasthaiḥ
[ist] der Mond verfinstert, durch nicht-gute Planeten im achten Haus
sṛjyavātmajayormṛtiḥ
[tritt] der Tod von Mutter und Kind ein
lagne ravau tu śasreṇa
[steht] die Sonne im Aszendenten, [erfolgt der Tod] durch Waffen
savīryāsadbhiraṣṭagaiḥ
[wenn sie] von kraftvollen, nicht-guten Planeten im achten Haus [begleitet ist]

karkendvījyayute lagne kendre saumye ca bhārgave / śaṣaistryarīśagairāyuramitaṃ bhavati dhruvam

[Ist] der Aszendent Karka, verbunden mit Mond und Jupiter, [und stehen] im Kendra Merkur und Venus; durch Saturn [als Herrn] des dritten und sechsten [Hauses in guter Stellung], wird das Leben gewiss unbegrenzt (Amita).

Wort für Wort
karkendvījyayute lagne
[ist] der Aszendent Karka, verbunden mit Mond und Jupiter
kendre saumye ca bhārgave
[und stehen] im Kendra Merkur und Venus
śaṣaistryarīśagaiḥ
durch Saturn, [als Herrn] des dritten und sechsten [Hauses]
āyuramitaṃ bhavati dhruvam
wird das Leben gewiss unbegrenzt

varṅgottame mīnalagne vṛṣe 'bje tattvalipsike / svatuṅgastheṣvaśeṣeṣu paramāyuḥ prakīrtitam

[Ist der Herr] in Vargottama [gestellt, mit] dem Aszendenten in Mīna, dem Mond in Vṛṣabha, nach den Elementen strebend(?); [stehen] alle [Planeten] ausnahmslos in ihrer eigenen Exaltation, wird höchste Lebensdauer verkündet.

Wort für Wort
varṅgottame mīnalagne
[ist der Herr] in Vargottama, [mit] dem Aszendenten in Mīna
vṛṣe 'bje tattvalipsike
dem Mond in Vṛṣabha, nach den Elementen strebend(?)
svatuṅgastheṣvaśeṣeṣu
[stehen] alle Planeten ausnahmslos in ihrer eigenen Exaltation
paramāyuḥ prakīrtitam
wird höchste Lebensdauer verkündet

[?: „tattvalipsike“ bleibt unsicher.]

śubhairdṛṣṭaḥ savīryoge kendrasthe cāyurarthadaḥ / svaccobje svarkṣagaiḥ saumyaiḥ savīryeṅgādhipe tanau

[Ein Planet,] von Wohltätern aspektiert, in einer Kraft-Verbindung (Vīryayoga), im Kendra stehend, gewährt Lebensdauer und Wohlstand; [ist] der Mond klar/rein, mit Wohltätern im eigenen Zeichen, [und] der Herr des [Aszendenten-]Zeichens kraftvoll im ersten Haus [stehend, so verstärkt sich dies].

Wort für Wort
śubhairdṛṣṭaḥ savīryoge kendrasthe
[ein Planet], von Wohltätern aspektiert, in Kraft-Verbindung, im Kendra stehend
cāyurarthadaḥ
gewährt Lebensdauer und Wohlstand
svaccobje svarkṣagaiḥ saumyaiḥ
[ist] der Mond klar, mit Wohltätern im eigenen Zeichen
savīryeṅgādhipe tanau
[und] der Herr des Zeichens kraftvoll im ersten Haus [stehend]

ṣaṣṭyabdakendrasaumyebheṣṭaśuddhe saptatirgurau / mūlatrikoṇagaiḥ saumyairguro svoccasamanvite

Sechzig Jahre [gewähren] Wohltäter im Kendra-Zeichen, [wenn] das gewünschte [Haus] rein ist; siebzig [Jahre bei] Jupiter; durch Wohltäter im Wurzeltrigon (Mūlatrikoṇa), [wenn] Jupiter mit seiner eigenen Exaltation versehen ist.

Wort für Wort
ṣaṣṭyabdakendrasaumyebheṣṭaśuddhe
sechzig Jahre [gewähren] Wohltäter im Kendra-Zeichen, [wenn] das gewünschte Haus rein ist
saptatirgurau
siebzig [Jahre bei] Jupiter
mūlatrikoṇagaiḥ saumyairguro
durch Wohltäter im Wurzeltrigon, bei Jupiter
svoccasamanvite
wenn er mit seiner eigenen Exaltation versehen ist

lagnādhipe balayutaśītyabdaṃ tvāyurīritam / savīrye satsu kendreṣu triṃśacchuddhiyute 'ṣṭame

[Ist] der Aszendentenherr mit Kraft versehen, so wird ein Leben von achtzig Jahren verkündet; [sind] die Guten kraftvoll in den Kendras [und] das achte Haus rein, [so werden] dreißig [Jahre gewährt].

Wort für Wort
lagnādhipe balayutaḥ
[ist] der Aszendentenherr mit Kraft versehen
śītyabdaṃ tvāyurīritam
so wird ein Leben von achtzig Jahren verkündet
savīrye satsu kendreṣu
[sind] die Guten kraftvoll in den Kendras
triṃśacchuddhiyute 'ṣṭame
[und] das achte Haus rein, [so werden] dreißig [Jahre gewährt]

layeśe dharmagejīveṣṭasthe krūrakṣite jitāḥ / lagnāṣṭameśāvaṣṭasthau bhābdamāyuḥ karau matau

[Ist] der Aszendentenherr im neunten Haus, [und] Jupiter an gewünschter Stelle, [aber] von einem Unglücksplaneten [zunächst] geschwächt, [so werden diese] überwunden; [stehen] die Herren des Aszendenten und des achten Hauses beide im achten [Haus], gelten sie als solche, die [nur] ein Jahr(-Maß) des Lebens bewirken.

Wort für Wort
layeśe dharmagejīveṣṭasthe
[ist] der Aszendentenherr im neunten Haus, [und] Jupiter an gewünschter Stelle
krūrakṣite jitāḥ
[aber zunächst] von einem Unglücksplaneten geschwächt, [so werden sie] überwunden
lagnāṣṭameśāvaṣṭasthau
[stehen] die Herren des Aszendenten und des achten Hauses beide im achten [Haus]
bhābdamāyuḥ karau matau
gelten sie als solche, die [nur] ein Jahr des Lebens bewirken

lagne 'śubhejyau glaudṛṣṭau mṛtyau kaścana cākṛtiḥ / dharmāṅgastheśanau śukre kendre 'bje vyayadharmage

[Stehen] im Aszendenten zwei Unglücksplaneten und Jupiter, gegenseitig aspektiert, [so erscheint] zur Todesstunde eine gewisse [ungewöhnliche] Gestalt; [steht] Saturn im neunten und [Aszendenten-]Zeichen, [und] Venus im Kendra, [und] der Mond im zwölften oder neunten Haus...

Wort für Wort
lagne 'śubhejyau glaudṛṣṭau
[stehen] im Aszendenten zwei Unglücksplaneten und Jupiter, gegenseitig aspektiert
mṛtyau kaścana cākṛtiḥ
[so erscheint] zur Todesstunde eine gewisse [ungewöhnliche] Gestalt
dharmāṅgastheśanau śukre kendre
[steht] Saturn im neunten und [Aszendenten-]Zeichen, [und] Venus im Kendra
'bje vyayadharmage
[und] der Mond im zwölften oder neunten Haus [?]

[?: Der Nachsatz dieser letzten Konstellation fehlt bzw. ist unvollständig überliefert.]

śatābdaṃ gīṣpatau karke kaṭakasthasitejyayoḥ / layeśeṅge śubhairhīne 'ṣṭame ravābdhimitaṃ vayaḥ

Hundert Jahre [gewähren] Jupiter (Gīṣpati) in Karka, [wenn] Venus und Jupiter [selbst] in Karka stehen; [ist] der Aszendentenherr im [Aszendenten-]Zeichen, [aber] ohne Wohltäter, [und] die Sonne im achten [Haus], ist die Lebensdauer entsprechend geringer bemessen.

Wort für Wort
śatābdaṃ gīṣpatau karke
hundert Jahre [gewähren] Jupiter in Karka
kaṭakasthasitejyayoḥ
[wenn] Venus und Jupiter [selbst] in Karka stehen
layeśeṅge śubhairhīne 'ṣṭame
[ist] der Aszendentenherr im Zeichen, ohne Wohltäter, [und] die Sonne im achten Haus
ravābdhimitaṃ vayaḥ
ist die Lebensdauer entsprechend geringer bemessen

lagne śeṣṭamageṣṭeśe tanusthe pañcavatsaram / kavījyayoge saumyābjau lagne mṛtyau ca sveṣavaḥ

[Steht] im Aszendenten der Herr des übrigbleibenden, gewünschten achten Hauses, [selbst] im ersten Haus, [so ergeben sich] fünf Jahre [Leben]; in einer Venus-Jupiter-Verbindung, mit wohltätigem Mond, im Aszendenten und im achten [Haus, ergeben sich je nach Fall bestimmte] eigene Zahlen [von Jahren].

Wort für Wort
lagne śeṣṭamageṣṭeśe
[steht] im Aszendenten der Herr des übrigbleibenden, gewünschten achten Hauses
tanusthe pañcavatsaram
[selbst] im ersten Haus, [so ergeben sich] fünf Jahre
kavījyayoge saumyābjau
in einer Venus-Jupiter-Verbindung, mit wohltätigem Mond
lagne mṛtyau ca sveṣavaḥ
im Aszendenten und im achten Haus [ergeben sich je nach Fall] eigene Zahlen [?]

[?: „sveṣavaḥ“ (eigene Pfeile/Zahlen) verweist möglicherweise auf eine bhūtasaṃkhyā-Zahlangabe, die im Detail unsicher bleibt.]

etadyogajamāyuḥ syādatha spaṣṭamudīyate / sūryādhika bale paiṇḍaṃ nisargāñca vidhorbale

Dies sei die aus [besonderen] Verbindungen (Yoga) entstehende Lebensdauer; nun wird das genaue [Verfahren] dargelegt: bei vorherrschender Kraft der Sonne [gilt] die Piṇḍa[-Methode]; und bei [vorherrschender] Kraft des Mondes die Nisarga[-Methode].

Wort für Wort
etadyogajamāyuḥ syāt
dies sei die aus [besonderen] Verbindungen entstehende Lebensdauer
atha spaṣṭamudīyate
nun wird das genaue [Verfahren] dargelegt
sūryādhika bale paiṇḍaṃ
bei vorherrschender Kraft der Sonne [gilt] die Piṇḍa-Methode
nisargāñca vidhorbale
und bei [vorherrschender] Kraft des Mondes die Nisarga-Methode

aṃśāyuḥ sabale lagne tatsādhanamatho śṛṇu / gobjāstattvatithī sūryāstithiḥ svargā nakhāḥ kramāt

Die Grad-Lebensdauer (Aṃśāyus) [gilt] bei kraftvollem Aszendenten; höre nun ihre Berechnung: [die Zahlen] Go(?), Tattva (fünf), Tithi (fünfzehn) [gehören] der Sonne; Tithi (fünfzehn), Svarga(?), Nakha (zwanzig) [entsprechend, der Reihe nach, den übrigen Faktoren, als verschlüsselte Zahlwörter für die Berechnung].

Wort für Wort
aṃśāyuḥ sabale lagne
die Grad-Lebensdauer [gilt] bei kraftvollem Aszendenten
tatsādhanamatho śṛṇu
höre nun ihre Berechnung
gobjāstattvatithī sūryāḥ
[die Zahlen] Go, Tattva, Tithi [gehören] der Sonne [?]
tithiḥ svargā nakhāḥ kramāt
Tithi, Svarga, Nakha, der Reihe nach [den übrigen Faktoren zugeordnet] [?]

[?: Dieser Vers verwendet das Bhūtasaṃkhyā-System verschlüsselter Zahlwörter für die Aṃśāyus-Berechnung; eine sichere Entschlüsselung aller Zahlwörter ist angesichts des korrupten Wortlauts nicht möglich.]

nakhā vidhurdvāvaṅkāśca dhṛtiḥ svākṣikhamārgaṇāḥ

Nakha (zwanzig) [gehört] dem Mond; die beiden Ziffern(?) und Dhṛti (achtzehn), die eigenen Sinnesorgane (fünf), Himmel/Leere [und] Pfeile (fünf) - [weitere in Zahlwörtern verschlüsselte Werte für die Berechnung].

Wort für Wort
nakhā vidhuḥ
Nakha (zwanzig) [gehört] dem Mond
dvāvaṅkāśca dhṛtiḥ
die beiden Ziffern(?) und Dhṛti (achtzehn)
svākṣikhamārgaṇāḥ
die eigenen Sinnesorgane, Himmel/Leere und Pfeile [als weitere Zahlwerte]

[Anm.: Dieser Vers ist im Quelltext nur als einzelne Verszeile (Halbvers) überliefert; er setzt die verschlüsselte Zahlenreihe des Vorverses (Bhūtasaṃkhyā) fort, deren genaue rechnerische Zuordnung im korrupten Text nicht mehr sicher rekonstruierbar ist.]

piṇḍe nisarge ravocce no grahaḥ ṣaṭbhālpako yadā / cakraśuddhastadā grāhyesyāṃśā āyuṣisaṃmatāḥ

Bei der Piṇḍa- [und] Nisarga-[Berechnung], wenn kein Planet bei erhöhter Sonne(?) [beteiligt ist und] gering an den sechs [Kraftfaktoren] ist, [und der Geburtskreis] vom [gesamten] Kreis (Cakra) her rein ist, dann sind die zu ermittelnden Grade als für die Lebensdauer maßgeblich anerkannt.

Wort für Wort
piṇḍe nisarge ravocce
bei der Piṇḍa- und Nisarga-Berechnung, bei erhöhter Sonne(?)
no grahaḥ ṣaṭbhālpako yadā
wenn kein Planet gering an den sechs [Kraftfaktoren] ist
cakraśuddhastadā
[und der Kreis] rein ist, dann
grāhyesyāṃśā āyuṣisaṃmatāḥ
sind die zu ermittelnden Grade als für die Lebensdauer maßgeblich anerkannt

[?: Der genaue Rechenvorgang dieses Verses bleibt angesichts des korrupten Wortlauts unsicher.]

aṃśonāḥ śantrubhe kāryā grahaṃ vakragatiṃ vinā / mandaśuktau vinārddhonā grahasyāstaṅgatasya ca

Die Grade sind, wenn [ein Planet] im Zeichen eines Feindes [steht], zu vermindern - außer bei einem rückläufigen Planeten; [bei] Saturn und Venus jedoch ohne solche Minderung; und um die Hälfte vermindert bei einem [in Kombustion] untergegangenen Planeten.

Wort für Wort
aṃśonāḥ śantrubhe kāryā
die Grade sind, [wenn] im Zeichen eines Feindes [stehend], zu vermindern
grahaṃ vakragatiṃ vinā
außer bei einem rückläufigen Planeten
mandaśuktau vinārddhonā
bei Saturn und Venus jedoch ohne [diese] Minderung
grahasyāstaṅgatasya ca
und [um die Hälfte vermindert] bei einem untergegangenen Planeten

hānidvaye 'dhikāḥ kāryā yadā krūrastanau tadā / vihāyārīnaṃśādyairhanyādāyurlavān bhajet

Bei doppelter Minderung sind [die Grade wieder] zu erhöhen, wenn ein Unglücksplanet im ersten Haus [steht]; unter Ausschluss der Feinde vermindere man [die Grade] durch die Anfangsgrade usw.; man teile die Lebens-Minuten [entsprechend].

Wort für Wort
hānidvaye 'dhikāḥ kāryā
bei doppelter Minderung sind [die Grade wieder] zu erhöhen
yadā krūrastanau tadā
wenn ein Unglücksplanet im ersten Haus [steht]
vihāyārīnaṃśādyairhanyāt
unter Ausschluss der Feinde vermindere man durch die Anfangsgrade usw.
āyurlavān bhajet
man teile die Lebens-Minuten [entsprechend]

bhagaṇāṃśairlabdhahīnāsteṣāṃ kāryā vicakṣaṇaiḥ / pāpasyāṃśāḥ samagronā saumyasyārddhavivarjitāḥ

Durch die Bahngrade des Sternzeichens sind die erhaltenen [Werte] zu vermindern - dies ist von den Kundigen [so] zu handhaben; die Grade eines Unglücksplaneten [werden] vollständig vermindert, die eines Wohltäters [nur] um die Hälfte vermindert.

Wort für Wort
bhagaṇāṃśairlabdhahīnāḥ
durch die Bahngrade sind die erhaltenen [Werte] zu vermindern
teṣāṃ kāryā vicakṣaṇaiḥ
dies ist von den Kundigen [so] zu handhaben
pāpasyāṃśāḥ samagronāḥ
die Grade eines Unglücksplaneten werden vollständig vermindert
saumyasyārddhavivarjitāḥ
die eines Wohltäters [nur] um die Hälfte vermindert

spaṣṭāsteṃśāḥ khaṣaṭtryāsā guṇayitvā svakairgaṇaiḥ / varṣāṇi śeṣamarkadhnaṃ hārātsaṃmāsakāḥ smṛtāḥ

Die so ermittelten Grade, [multipliziert mit] Null-Sechs-Drei [als Rechengrößen(?)], mit den eigenen [Bahn-]Zahlen multipliziert, [ergeben] die Jahre; der mit der Sonnenzahl multiplizierte Rest, geteilt durch den [entsprechenden] Divisor, ergibt die Monate.

Wort für Wort
spaṣṭāsteṃśāḥ khaṣaṭtryāsā
die so ermittelten Grade, [mit den Zahlwerten] Null-Sechs-Drei [?]
guṇayitvā svakairgaṇaiḥ
mit den eigenen [Bahn-]Zahlen multipliziert
varṣāṇi
[ergeben so] die Jahre
śeṣamarkadhnaṃ hārātsaṃmāsakāḥ smṛtāḥ
der mit der Sonnenzahl multiplizierte Rest, geteilt durch den Divisor, ergibt die Monate

[?: „khaṣaṭtryāsā“ verschlüsselt vermutlich Zahlwerte (0, 6, 3 o.ä.) nach dem Bhūtasaṃkhyā-System; die genaue Rechenoperation bleibt unsicher.]

taccheṣaśca triguṇitaḥ tenaivāptaṃ dināni ca / śeṣe ṣaṣṭyā hate bhakte hāreṇa ghaṭikādikam

Und jener Rest, verdreifacht [und] durch denselben [Divisor] geteilt, ergibt die Tage; der [wiederum verbleibende] Rest, mit sechzig multipliziert [und] durch den Divisor geteilt, ergibt die Ghaṭikās usw.

Wort für Wort
taccheṣaśca triguṇitaḥ
und jener Rest, verdreifacht
tenaivāptaṃ dināni ca
durch denselben [Divisor] geteilt, ergibt die Tage
śeṣe ṣaṣṭyā hate bhakte
der [wiederum verbleibende] Rest, mit sechzig multipliziert, geteilt
hāreṇa ghaṭikādikam
durch den Divisor, ergibt die Ghaṭikās usw.

hitvā bhājyaṅgabhāgādīnkalīkṛtya khakhākṣibhiḥ / bhajedvarṣāṇi śeṣe tu guṇite dvādaśādibhiḥ

Nachdem man die zu teilenden Zeichen-Grade usw. [entsprechend] beiseitegelassen [und] in Bogenminuten (Kalā) umgerechnet hat, mit Null-Null-Zwei [als Divisor(?)], teile man [sie durch] die Jahre; den Rest aber, multipliziert mit zwölf usw. [ergibt die Monate].

Wort für Wort
hitvā bhājyaṅgabhāgādīn
nachdem man die zu teilenden Zeichen-Grade usw. beiseitegelassen hat
kalīkṛtya khakhākṣibhiḥ
und in Bogenminuten umgerechnet hat, mit [dem Zahlwert] Null-Null-Zwei
bhajedvarṣāṇi
teile man [sie durch] die Jahre
śeṣe tu guṇite dvādaśādibhiḥ
den Rest aber, multipliziert mit zwölf usw.

[?: „khakhākṣibhiḥ“ verschlüsselt vermutlich einen Zahlwert (0, 0, 2) nach dem Bhūtasaṃkhyā-System.]

dvisaptāṃśe ca māsādilagrāyurjāyate sphuṭam / aśāyuṣī salagnānāṃ kheṭānāmaṃśakā hṛtāḥ

Und im Zwei-Sieben-Grad(?) entsteht klar die vom Monat usw. [abgeleitete] Aszendenten-Lebensdauer; die [für] Aṃśāyus [nötigen] Grade der mit dem Aszendenten [verbundenen] Planeten werden [entsprechend] geteilt.

Wort für Wort
dvisaptāṃśe ca
und im Zwei-Sieben-Grad(?)
māsādilagrāyurjāyate sphuṭam
entsteht klar die vom Monat usw. [abgeleitete] Aszendenten-Lebensdauer
aśāyuṣī salagnānāṃ
die [für] Aṃśāyus [nötigen Grade] der mit dem Aszendenten [verbundenen]
kheṭānāmaṃśakā hṛtāḥ
Planeten werden [entsprechend] geteilt

[?: „dvisaptāṃśe“ bleibt als Zahlangabe unsicher.]

khayugairāyuraṃśāḥ syustatsaṃskāraṃ vadāmi te / grahanalagnaṃ ṣaḍrātyaṃ cetsaṃskāro 'nyathā nahi

Mit Null-Zwei(?) [multipliziert] entstehen die Lebens-Grade; ihre Korrektur (Saṃskāra) sage ich dir: wenn der Planet und der Aszendent [im Abstand von] sechs Nächten(?) [stehen], [gilt] die Korrektur, andernfalls nicht.

Wort für Wort
khayugairāyuraṃśāḥ syuḥ
mit [dem Zahlwert] Null-Zwei [multipliziert] entstehen die Lebens-Grade
tatsaṃskāraṃ vadāmi te
ihre Korrektur sage ich dir
grahanalagnaṃ ṣaḍrātyaṃ cet
wenn Planet und Aszendent [im Abstand von] sechs Nächten [stehen]
saṃskāro 'nyathā nahi
[gilt] die Korrektur, andernfalls nicht

[?: „khayugaiḥ“ und „ṣaḍrātyaṃ“ bleiben unsicher.]

tadaṃśaḥ svāgnayo bhaktā labdhonobhūrguṇo bhavet / yadaikālyaṃ tadāstāṃśāḥ svāgryāptonā ca bhūrguṇaḥ

Jener Grad, durch die eigene Drei(?) geteilt, [ergibt einen Wert, um den] das Erhaltene vermindert um den Erd-Faktor(?) sein soll; ist [beides] zeitgleich, dann sind es die Untergangsgrade, vermindert um das durch die eigene Erste(?) Erhaltene, und [wiederum] der Erd-Faktor.

Wort für Wort
tadaṃśaḥ svāgnayo bhaktā
jener Grad, durch die eigene Drei(?) geteilt
labdhonobhūrguṇo bhavet
[ergibt], um den Erd-Faktor(?) vermindert, das Erhaltene
yadaikālyaṃ tadāstāṃśāḥ
ist [beides] zeitgleich, so sind es die Untergangsgrade
svāgryāptonā ca bhūrguṇaḥ
vermindert um das durch die eigene Erste(?) Erhaltene, und den Erd-Faktor

[?: Diese hochtechnische Korrekturformel ist im vorliegenden Wortlaut nicht mit Sicherheit zu entschlüsseln.]

saumayasyārddhena pāpasya samagreṇeti niścayaḥ / gumakadhnāścāyuraṃśāḥ saṃskāro 'yamudāhṛtaḥ

Bei einem Wohltäter mit der Hälfte, bei einem Unglücksplaneten vollständig - so lautet die Regel; die mit dem Multiplikator versehenen Lebens-Grade - so wird diese Korrektur gelehrt.

Wort für Wort
saumyasyārddhena
bei einem Wohltäter mit der Hälfte
pāpasya samagreṇeti niścayaḥ
bei einem Unglücksplaneten vollständig - so lautet die Regel
gumakadhnāścāyuraṃśāḥ
die mit dem Multiplikator versehenen Lebens-Grade
saṃskāro 'yamudāhṛtaḥ
so wird diese Korrektur gelehrt

āyuraṃśakalābhaktādviṃśatyābdā ināhatam / śeṣaṃ dviśatabhaktaṃ syurmāsāḥ śeṣā dinādikam

Vom durch die Lebens-Grad-Minuten geteilten [Wert], mit zwanzig [multipliziert und] von der Sonnenzahl vervielfacht: der Rest, geteilt durch zweihundert, ergibt die Monate; der [weitere] Rest die Tage usw.

Wort für Wort
āyuraṃśakalābhaktāt
vom durch die Lebens-Grad-Minuten geteilten [Wert]
viṃśatyābdā ināhatam
zwanzig[fach, mit der] Sonnenzahl vervielfacht
śeṣaṃ dviśatabhaktaṃ syurmāsāḥ
der Rest, geteilt durch zweihundert, ergibt die Monate
śeṣā dinādikam
der [weitere] Rest die Tage usw.

lagnāyuraṃśāstriguṇā digbhiktā syuḥ samāstataḥ / śeṣer'kādiguṇe bhakte digbharmāsādikaṃ bhavet

Die Aszendenten-Lebens-Grade, verdreifacht [und] durch Zehn(?) geteilt, ergeben daraus die [vollen] Jahre; der Rest, mit der Sonnenzahl usw. multipliziert [und] durch Zehn(?) geteilt, ergibt die Monate usw.

Wort für Wort
lagnāyuraṃśāstriguṇā
die Aszendenten-Lebens-Grade, verdreifacht
digbhiktā syuḥ samāstataḥ
durch Zehn(?) geteilt, ergeben daraus die [vollen] Jahre
śeṣer'kādiguṇe bhakte
der Rest, mit der Sonnenzahl usw. multipliziert, geteilt
digbharmāsādikaṃ bhavet
durch Zehn(?), ergibt die Monate usw.

[?: „digbhiktā“ (durch „Dik“, zehn Himmelsrichtungen = 10, geteilt) ist eine plausible, aber unsichere Deutung dieses Bhūtasaṃkhyā-Ausdrucks.]

sabaleṅgebhatulyābdairyutamāyurbhavetsphuṭam / aṃśadvidhnamakṣāṃśaṃ māsāḥ khatryādisaṃguṇāt

Mit den dem kraftvollen [Aszendenten-]Zeichen entsprechenden Jahren vermehrt, wird die Lebensdauer klar bestimmt; der verdoppelte Grad [ergibt] den Sinnesorgan-Grad; die Monate [ergeben sich] durch Multiplikation mit Null-Drei usw.

Wort für Wort
sabaleṅgebhatulyābdairyutam
mit den dem kraftvollen Zeichen entsprechenden Jahren vermehrt
āyurbhavetsphuṭam
wird die Lebensdauer klar bestimmt
aṃśadvidhnamakṣāṃśaṃ
der verdoppelte Grad ergibt den Sinnesorgan-Grad
māsāḥ khatryādisaṃguṇāt
die Monate [ergeben sich] durch Multiplikation mit [dem Zahlwert] Null-Drei usw.

[?: „khatryādisaṃguṇāt“ verschlüsselt vermutlich einen weiteren Zahlwert.]

śeṣā dinādikaṃ yojyaṃ naitatpiṇḍanisargayoḥ / lagnārkacandramadhye tu yo balī taddaśā purā

Der Rest ist als Tage usw. hinzuzufügen; dies gilt nicht für die Piṇḍa- und Nisarga-[Methode]. Unter Aszendent, Sonne und Mond aber ist die Zeitperiode (Daśā) desjenigen, der am kraftvollsten ist, zuerst [maßgeblich].

Wort für Wort
śeṣā dinādikaṃ yojyaṃ
der Rest ist als Tage usw. hinzuzufügen
naitatpiṇḍanisargayoḥ
dies gilt nicht für die Piṇḍa- und Nisarga-Methode
lagnārkacandramadhye tu
unter Aszendent, Sonne und Mond aber
yo balī taddaśā purā
ist die Zeitperiode dessen, der am kraftvollsten ist, zuerst [maßgeblich]

[Anm.: Hiermit endet die Ayurdaya-Berechnung (Piṇḍa-, Nisarga- und Aṃśāyus-Methode) und der Text geht zur Daśā-Lehre (planetare Zeitperioden) über.]

tataḥ kendrādigānāṃ tu dvitryādau sabalasya ca / bahvāyuryo vīryasāmyerkādyutasya prāk yācakaḥ

Danach [folgt die Zeitperiode] der in Kendra usw. [stehenden Planeten], an zweiter, dritter Stelle usw., je nach ihrer Kraft; wer von langer Lebensdauer und gleicher Kraft ist, [tritt] vor dem mit der Sonne Verbundenen(?) [in der Reihenfolge] als Erster [ein].

Wort für Wort
tataḥ kendrādigānāṃ tu
danach [folgt die Zeitperiode] der in Kendra usw. stehenden [Planeten]
dvitryādau sabalasya ca
an zweiter, dritter Stelle usw., je nach ihrer Kraft
bahvāyuryo vīryasāmye
wer von langer Lebensdauer ist, bei gleicher Kraft
arkādyutasya prāk yācakaḥ
[tritt] vor dem mit der Sonne Verbundenen als Erster [ein] [?]

ṣaḍvargārddhasya triṃśasya trikoṇagaśca smaragaḥ / saptamāsasya tūryasya caturasragatasya ca

[Für den Planeten,] der zur Hälfte im Ṣaḍvarga [steht, gilt] dreißig [als Multiplikator]; für den im Trikoṇa [und] im fünften [Haus Stehenden ebenso]; für den im siebten [und] vierten [Haus, im] Viereck [Kendra] Stehenden [gelten entsprechend andere Zahlen].

Wort für Wort
ṣaḍvargārddhasya triṃśasya
[für den Planeten] zur Hälfte im Ṣaḍvarga, [gilt] dreißig
trikoṇagaśca smaragaḥ
für den im Trikoṇa [und] im fünften Haus Stehenden [ebenso]
saptamāsasya tūryasya
für den im siebten [und] vierten [Haus]
caturasragatasya ca
im Viereck (Kendra) Stehenden [gelten entsprechend andere Werte]

[Anm.: Dieser und die folgenden Verse legen die „Guṇaka“ (Multiplikatoren) für die Daśā-Stärkeberechnung je nach Haus-Stellung des Planeten fest; die genauen Zahlwerte sind im korrupten Text nicht durchgehend sicher zu bestimmen.]

kramaḥ kendrādiko 'trāpi dvitryādau sabalasya ca / pākapasyābdhināgāśca hyarṇavā sahagasya ca

Auch hier [gilt] die Reihenfolge beginnend mit dem Kendra, an zweiter, dritter Stelle usw., je nach Kraft; für den [Dasha-]Herrn [gilt der Zahlwert] Meer-Schlange (vier), und Meer (vier) für den mit ihm Verbundenen.

Wort für Wort
kramaḥ kendrādiko 'trāpi
auch hier [gilt] die Reihenfolge beginnend mit dem Kendra
dvitryādau sabalasya ca
an zweiter, dritter Stelle usw., je nach Kraft
pākapasyābdhināgāśca
für den [Dasha-]Herrn [gilt der Zahlwert] Meer-Schlange (vier)
hyarṇavā sahagasya ca
und Meer (vier) für den mit ihm Verbundenen

[?: „abdhināgāḥ“ und „arṇavāḥ“ verschlüsseln vermutlich Zahlwerte nach dem Bhūtasaṃkhyā-System (beide häufig „vier“, da vier Weltmeere); die genaue Zuordnung bleibt unsicher.]

trikoṇasthasya cāṣṭākṣisūryā dyūnagatasya ca / turyāṣṭagasya tu svargā guṇakāḥ parikīrtitāḥ

Für den im Trikoṇa Stehenden [gilt der Zahlwert] Acht-Auge(?) [und] Sonne; für den im zweiten [Haus] Stehenden [ein anderer]; für den im vierten [oder] achten [Haus] Stehenden aber [gilt der Zahlwert] Svarga(?) - so werden die Multiplikatoren verkündet.

Wort für Wort
trikoṇasthasya cāṣṭākṣisūryāḥ
für den im Trikoṇa Stehenden [gilt der Zahlwert] Acht-Auge und Sonne
dyūnagatasya ca
für den im zweiten Haus Stehenden [ein anderer Wert]
turyāṣṭagasya tu svargāḥ
für den im vierten oder achten Haus Stehenden aber [gilt] Svarga(?)
guṇakāḥ parikīrtitāḥ
so werden die Multiplikatoren verkündet

[?: Die genauen Zahlwerte („aṣṭākṣisūryāḥ“, „svargāḥ“) bleiben unsicher.]

daśāguṇairhatā bhaktyā guṇaikyena samāgatāḥ / śeṣer'kādihate bhakte māsādyaikyena nārada

Mit den Daśā-Multiplikatoren vervielfacht [und] durch die Summe der Multiplikatoren geteilt, ergeben sich [die Jahre]; der Rest, mit der Sonnenzahl usw. multipliziert [und] geteilt, [ergibt] durch die Summe der Monate usw. [die weiteren Zeiteinheiten], o Nārada.

Wort für Wort
daśāguṇairhatā bhaktyā
mit den Daśā-Multiplikatoren vervielfacht [und] geteilt
guṇaikyena samāgatāḥ
durch die Summe der Multiplikatoren ergeben sich [die Jahre]
śeṣer'kādihate bhakte
der Rest, mit der Sonnenzahl usw. multipliziert [und] geteilt
māsādyaikyena nārada
durch die Summe der Monate usw. [ergeben sich die weiteren Zeiteinheiten], o Nārada

antardaśāsu vidaśāstāsu copadaśāstathā / daśeśamitrasvoccakṣaṅgobjobdhyekādrivṛddhigaḥ

Innerhalb der Unterperioden (Antardaśā) [gibt es] die Vi-Daśās, und innerhalb dieser ebenso die Upa-Daśās; [ihre Berechnung erfolgt] durch den Herrn der Daśā, seinen Freund, seine Exaltation, [und] die Zahlen Sechzig(?), Vier(?), Sieben(?) [für die stufenweise Zunahme].

Wort für Wort
antardaśāsu vidaśāḥ
innerhalb der Unterperioden [gibt es] die Vi-Daśās
tāsu copadaśāstathā
und innerhalb dieser ebenso die Upa-Daśās
daśeśamitrasvoccakṣa
[berechnet] durch den Herrn der Daśā, seinen Freund, seine Exaltation
ṅgobjobdhyekādrivṛddhigaḥ
und [entsprechende Zahlwerte] für die stufenweise Zunahme [?]

[?: Die eingebetteten Zahlwörter in „ṣaḍgobjobdhyekādrivṛddhigaḥ“ sind nicht mit Sicherheit zu entschlüsseln.]

śubhago yadbhagastadbhisnvādisthena taddhikṛt / proktetarasthānagatastattadbhāvakṣayaṃ karaḥ

Was für ein [Haus-]Anteil einem Wohltäter-[Planeten zugehört], das wird durch den in Nu(?) usw. Stehenden gemehrt; der [Planet aber], der sich an der genannten anderen Stelle befindet, bewirkt die Abnahme des jeweiligen Hauses.

Wort für Wort
śubhago yadbhagastadbhi
was für ein Anteil einem Wohltäter-Planeten zugehört, das [wird bewirkt]
snvādisthena taddhikṛt
durch den in Nu(?) usw. Stehenden gemehrt
proktetarasthānagataḥ
der [Planet aber], der sich an der genannten anderen Stelle befindet
tattadbhāvakṣayaṃ karaḥ
bewirkt die Abnahme des jeweiligen Hauses

[?: Der genaue Bezug von „taddhikṛt“ und „tattadbhāvakṣayaṃ“ bleibt im Detail unsicher.]

khagasya yadbhaveddravyaṃ bhāvabhe kṣaṇayogajam / jīvikādiphalaṃ sarvaṃ daśāyāṃ tasya yojayet

Was auch immer dem Planeten an [bestimmter] Sache zugehört, [das ist] im [entsprechenden] Haus[-Zeichen] durch die Verbindung im [betreffenden] Augenblick entstanden; alle Ergebnisse hinsichtlich Lebensunterhalt usw. soll man in dessen Zeitperiode (Daśā) [verwirklicht] zuordnen.

Wort für Wort
khagasya yadbhaveddravyaṃ
was auch immer dem Planeten an [bestimmter] Sache zugehört
bhāvabhe kṣaṇayogajam
[das ist] im Haus[-Zeichen] durch die Verbindung im Augenblick entstanden
jīvikādiphalaṃ sarvaṃ
alle Ergebnisse hinsichtlich Lebensunterhalt usw.
daśāyāṃ tasya yojayet
soll man in dessen Zeitperiode zuordnen

viśanyāpadaśāyāṃ yo vairidṛṣṭo vipattikṛt / śubhamatrekṣitaśceṣṭasadvargasthaśca yo grahaḥ

In der Unter-Zeitperiode [ist derjenige Planet], welcher von einem Feind aspektiert wird, Unheil bewirkend; [derjenige] Planet aber, der hierbei von einem Wohltäter aspektiert wird [und] sich in einer gewünschten, guten Varga-Stellung befindet, [bewirkt Gutes].

Wort für Wort
viśanyāpadaśāyāṃ yo vairidṛṣṭaḥ
in der Unter-Zeitperiode [ist] derjenige, der von einem Feind aspektiert wird
vipattikṛt
Unheil bewirkend
śubhamatrekṣitaśceṣṭasadvargasthaḥ
[derjenige] aber, der von einem Wohltäter aspektiert wird und in guter Varga-Stellung ist
ca yo grahaḥ
welcher Planet [dies auch sei, bewirkt entsprechend Gutes]

tatkāle balavānāpannāśakṛtsamudāhṛtaḥ / yasyāṣṭavargajaṃ cāpi phalaṃ pūrṇaśubhaṃ bhavet

Zu jener Zeit wird [ein Planet, der] kraftvoll [ist, aber in ein] Unglück [geraten ist], als Vernichter [des Unglücks] bezeichnet; und für wen das aus dem Aṣṭavarga entstehende Ergebnis vollständig günstig ist, [für den gilt Entsprechendes].

Wort für Wort
tatkāle balavānāpannāśakṛtsamudāhṛtaḥ
zu jener Zeit wird ein kraftvoller, [aber] ins Unglück geratener [Planet] als Vernichter [des Unglücks] bezeichnet
yasyāṣṭavargajaṃ cāpi
und für wen das aus dem Aṣṭavarga entstehende
phalaṃ pūrṇaśubhaṃ bhavet
Ergebnis vollständig günstig ist [für den gilt Entsprechendes]

yaśca mūrtitanuglāvo vṛddhigaḥ svoccabhasthitaḥ / svatrikoṇasuhṛdbhasthastasya madhyamasatphalam

Und wer [als Planet] den [Aszendenten-]Körper und die [erste] Gestalt schwächt(?), [aber dennoch] zunehmend [und] in eigener Exaltation stehend [ist], [oder] im eigenen Trikoṇa oder im Zeichen eines Freundes steht - dessen Ergebnis ist mittelmäßig gut.

Wort für Wort
yaśca mūrtitanuglāvo
und wer [als Planet] den Körper und die Gestalt schwächt(?) [?]
vṛddhigaḥ svoccabhasthitaḥ
[aber dennoch] zunehmend, in eigener Exaltation stehend
svatrikoṇasuhṛdbhasthaḥ
oder im eigenen Trikoṇa oder im Zeichen eines Freundes stehend
tasya madhyamasatphalam
dessen Ergebnis ist mittelmäßig gut

[?: „mūrtitanuglāvaḥ“ bleibt in seiner genauen Bedeutung unsicher.]

śreṣṭhaṃ śubhataraṃ vācyaṃ viparītagatasya tu / neṣṭamutkaṭamiṣṭaṃ tu svalpaṃ jñātvā balaṃ vadet

Als vorzüglich [und] besonders günstig ist [das Ergebnis] zu bezeichnen; bei entgegengesetzter Stellung aber [ist es] ungünstig [und] heftig; als günstig aber [nur] gering - [dies] soll man, die [jeweilige] Kraft erkennend, verkünden.

Wort für Wort
śreṣṭhaṃ śubhataraṃ vācyaṃ
als vorzüglich und besonders günstig ist [das Ergebnis] zu bezeichnen
viparītagatasya tu
bei entgegengesetzter Stellung aber
neṣṭamutkaṭamiṣṭaṃ tu svalpaṃ
[ist es] ungünstig und heftig; als günstig aber [nur] gering
jñātvā balaṃ vadet
soll man, die Kraft erkennend, verkünden

care sanmadhyaduṣṭābhyāmaṅgabhaṅge viparyayāt / sthire neṣṭaṣṭamadhyā ca horāyāstryaṃ śakaiḥ phalam

In einem beweglichen [Zeichen ist das Ergebnis] gut, mittelmäßig [oder] schlecht bei Verletzung des Körpers, je nach Umkehrung; in einem festen [Zeichen ist es] ungünstig, [in einem doppelgestaltigen] mittelmäßig; und [dies ist] das Ergebnis der Horā-Drittel, durch die [entsprechenden] Kräfte [bestimmt].

Wort für Wort
care sanmadhyaduṣṭābhyām
in einem beweglichen Zeichen [ist das Ergebnis] gut, mittelmäßig oder schlecht
aṅgabhaṅge viparyayāt
bei Verletzung des Körpers, je nach Umkehrung
sthire neṣṭaṣṭamadhyā ca
in einem festen Zeichen [ist es] ungünstig, [im doppelgestaltigen] mittelmäßig
horāyāstryaṃśakaiḥ phalam
[dies ist] das Ergebnis der Horā-Drittel, durch die Kräfte [bestimmt]

[?: Dieser Vers, der offenbar zur Kindheits-Periodenlehre (Horā-Phala) überleitet, ist im Detail unsicher.]

svāmījyajñayutā horā dṛṣṭā vā satpalāvahā / vināśa dṛṣṭayuktā ca pāpāntaragatānyathā

Eine Horā, verbunden mit dem [eigenen] Herrn, Jupiter [oder] Merkur, oder von ihnen aspektiert, bringt gutes Gedeihen; eine [Horā aber], die von Unglücksplaneten aspektiert oder mit ihnen verbunden ist, [bringt] Vernichtung, wenn sie andernfalls zwischen Unglücksplaneten steht.

Wort für Wort
svāmījyajñayutā horā
eine Horā, verbunden mit dem [eigenen] Herrn, Jupiter oder Merkur
dṛṣṭā vā satpalāvahā
oder von ihnen aspektiert, bringt gutes Gedeihen
vināśa dṛṣṭayuktā ca
Vernichtung [bringt eine Horā], die aspektiert oder verbunden ist
pāpāntaragatānyathā
[mit Unglücksplaneten, oder] wenn sie andernfalls zwischen Unglücksplaneten steht

prāgdhvāṅkṣā bandhu mṛtyāya tayordyūne raviḥ svabhāt / vakrātsvādivasāñcārke śukrādyūnāṃ tu ṣaḍrataḥ

[Es folgt die Aufzählung, von welchen Häusern aus, im Verhältnis zu welchem Bezugspunkt, dem betreffenden Planeten „Bindus“ zugesprochen werden:] vorher, oben(?), [das] vierte [Haus], für den Tod [das achte]; für beide [gilt] im zweiten [Haus die Position] der Sonne vom eigenen Zeichen aus; von der Rückläufigkeit an, den eigenen [Häusern] usw. verbunden, bei der Sonne; von Venus [aus gezählt] aber sechs für das zweite [Haus].

Wort für Wort
prāgdhvāṅkṣā bandhu mṛtyāya
vorher, oben(?), [das] vierte Haus, für den Tod [das achte] [?]
tayordyūne raviḥ svabhāt
für beide [gilt] im zweiten Haus [die Position] der Sonne vom eigenen Zeichen aus
vakrātsvādivasāñcārke
von der Rückläufigkeit an, den eigenen [Häusern] verbunden, bei der Sonne
śukrādyūnāṃ tu ṣaḍrataḥ
von Venus [aus gezählt] aber sechs für das zweite Haus

[Anm.: Mit diesem Vers beginnt die Darlegung des Aṣṭakavarga-Systems (Punkte-/Linien-Tabelle der planetaren Stärke je Haus, vgl. V165-166). Der Wortlaut ist hier bis V165 so stark komprimiert und korrupt überliefert, dass die genauen, für jeden Planeten einzeln aufgezählten Häuserzahlen nicht mehr sicher rekonstruiert werden können; es wird jeweils nur eine strukturelle Annäherung gegeben.]

dharmadhyāyārigo jīvādikatryārigo vidhoḥ / pṛdhyantyadhītapāḥ sujñā tatovṛddhyantyabandhurāḥ

[Für den] im neunten, zweiten [und] sechsten [Haus stehenden Jupiter gilt ein Punkt] von Jupiter aus [gezählt]; [für den] im ersten, dritten [und] sechsten [Haus stehenden Planeten gilt ein Punkt] vom Mond aus; die am Ende [des Zeichens] befindlichen, mit dem neunten [Haus verbundenen guten Planeten mehren sich]; danach mehren sich die mit dem vierten [Haus Verbundenen].

Wort für Wort
dharmadhyāyārigo jīvāt
[für den] im neunten, zweiten, sechsten [Haus Stehenden gilt ein Punkt] von Jupiter aus [?]
dikatryārigo vidhoḥ
[für den] im ersten, dritten, sechsten [Haus Stehenden] vom Mond aus [?]
pṛdhyantyadhītapāḥ sujñā
die am Ende [des Zeichens] mit dem neunten [Haus] Verbundenen mehren sich [?]
tatovṛddhyantyabandhurāḥ
danach mehren sich die mit dem vierten [Haus] Verbundenen

[?: Wie beim Vorvers ist die genaue Zuordnung der einzelnen Häuserzahlen zu den jeweiligen Bezugsplaneten nicht sicher rekonstruierbar.]

vṛddhigoṅgātsadhanaghītapaḥ svārācchaśī śubhaḥ / svadūvṛdhyastādiṣu pṛdhātsasāṣṭau pañcayopagaḥ

[Zunahme gilt] von dem [an Kraft] zunehmenden [Planeten] mit dem zweiten [und] neunten [Haus, verbunden mit dem] eigenen Feind; vom eigenen Feind [Haus] ist der Mond wohltätig; in den eigenen, entfernten [Häusern] zunehmend usw.; am Ende, mit dem sechsten [und] achten [verbunden], [dem] fünften Nahestehenden.

Wort für Wort
vṛddhigoṅgātsadhanaghītapaḥ
Zunahme gilt von dem zunehmenden Planeten mit dem zweiten und neunten Haus [?]
svārācchaśī śubhaḥ
vom eigenen Feindhaus [aus gerechnet] ist der Mond wohltätig
svadūvṛdhyastādiṣu
in den eigenen, entfernten Häusern zunehmend usw.
pṛdhātsasāṣṭau pañcayopagaḥ
am Ende, mit dem sechsten und achten verbunden, dem fünften Nahestehenden [?]

[?: Auch dieser Vers bleibt im Detail der genauen Häuserzuordnung unsicher.]

ṣaṭtryāyadhīstho mandāñca jñāddvitryāyāṣṭakendragaḥ / kendrāṣṭāyāntya ijyādvā jñajyāyāstatra sve kaveḥ

[Für den] im sechsten, dritten [und] ersten [Haus] Befindlichen [gilt ein Punkt] von Saturn aus; und von Merkur aus [für den] im zweiten, dritten, ersten, achten [und] im Kendra [Stehenden]; [für den] im Kendra, achten [und] ersten [Haus, am] Ende, von Jupiter aus, oder von Merkur [und] Jupiter aus, dort im eigenen [Haus] der Venus.

Wort für Wort
ṣaṭtryāyadhīstho mandāt
[für den] im sechsten, dritten, ersten Haus Befindlichen, von Saturn aus
ca jñāddvitryāyāṣṭakendragaḥ
und von Merkur aus, [für den] im zweiten, dritten, ersten, achten und Kendra Stehenden
kendrāṣṭāyāntya ijyādvā
[für den] im Kendra, achten, ersten, am Ende, von Jupiter aus, oder
jñajyāyāstatra sve kaveḥ
von Merkur und Jupiter aus, dort im eigenen [Haus] der Venus

[?: Wie bei den vorangehenden Versen bleibt die exakte Häuserzuordnung im Detail unsicher.]

vṛddhāvinātsādidhiyā maṅgā māyārigo vidhoḥ / kendrāṣṭāpārthagaḥ svarkṣānmandādgoṣṭāyakendragaḥ

Bei Zunahme, ohne den siebten usw. [Bezug], mit Merkur [verbunden, gilt ein Punkt für] Mars; [für den] im vierten, sechsten [Haus] Befindlichen, von Mond aus; [für den] im Kendra, achten [und] zweiten [Haus] Befindlichen, in den eigenen Zeichen; von Saturn aus [für den] im neunten, sechsten, zweiten [und] im Kendra [Stehenden].

Wort für Wort
vṛddhāvinātsādidhiyā maṅgā
bei Zunahme, ohne den siebten usw., mit Merkur verbunden, [für] Mars [?]
māyārigo vidhoḥ
[für den] im vierten, sechsten Haus Befindlichen, von Mond aus
kendrāṣṭāpārthagaḥ svarkṣān
[für den] im Kendra, achten, zweiten Haus Befindlichen, in den eigenen Zeichen
mandādgoṣṭāyakendragaḥ
von Saturn aus, [für den] im neunten, sechsten, zweiten und Kendra Stehenden

[?: Weiterhin unsicher im Detail der Häuserzuordnung.]

ṣaṭ tridhī bhavataḥ saumyātṣaḍvāṃśāṣṭago bhṛgoḥ / karmāyavyayaṣaṣṭastho jīvādbhaumaḥ śubhaḥ smṛtaḥ

Sechs [und] drittes(?) [Haus entstehen] von Merkur aus; [für den] im sechsten, zweiten [und] achten [Haus] Befindlichen von Venus aus; [für den] im zehnten, elften, zwölften [und] sechsten [Haus] Befindlichen von Jupiter aus - Mars gilt als wohltätig.

Wort für Wort
ṣaṭ tridhī bhavataḥ saumyāt
sechs und drittes(?) [Haus entstehen] von Merkur aus
ṣaḍvāṃśāṣṭago bhṛgoḥ
[für den] im sechsten, zweiten, achten Haus Befindlichen, von Venus aus
karmāyavyayaṣaṣṭastho jīvāt
[für den] im zehnten, elften, zwölften, sechsten Haus Befindlichen, von Jupiter aus
bhaumaḥ śubhaḥ smṛtaḥ
Mars gilt als wohltätig

[?: Auch hier bleiben die genauen Häuserzahlen unsicher.]

kaverddhyāṣaṣṭamodhyāye sanjñomandānsadhītraye / sākṣāste bhūmijājjīvādyayāribhavamṛtyugaḥ

Von Venus aus [gilt ein Punkt für den] im neunten [und] achten [Haus] Befindlichen, im Kapitel(?) mit Merkur [und] Saturn zusammen, in der Dreiheit der [genannten] Häuser; unmittelbar, im siebten [Haus, gilt ein Punkt] von Mars [und] Jupiter aus, [für den] im sechsten, siebten [und] achten [Haus] Befindlichen.

Wort für Wort
kaverddhyāṣaṣṭamodhyāye
von Venus aus, [für den] im neunten, achten Haus Befindlichen [?]
sanjñomandānsadhītraye
mit Merkur und Saturn zusammen, in der Dreiheit der Häuser [?]
sākṣāste bhūmijājjīvāt
unmittelbar, im siebten Haus, von Mars und Jupiter aus
dyayāribhavamṛtyugaḥ
[für den] im sechsten, siebten, achten Haus Befindlichen

[?: Dieser Vers bleibt im Detail besonders unsicher; „sanjñomandānsadhītraye“ und „sākṣāste“ sind unklar.]

dharmāyārisatāntyerkātsādyatrisvagatā svabhāt / ṣaṭkhāyāṣṭābdhikhoṣvijyātsahādyeṣu vilagnataḥ

[Für den] im neunten, zweiten, sechsten [und] neunten [Haus, am] Ende [Befindlichen, gilt ein Punkt] von der Sonne aus, [für den] im ersten, dritten [und] im eigenen [Haus] Befindlichen, vom eigenen Zeichen aus; [für den] im sechsten, zweiten, achten [und] vierten [Haus] Befindlichen, von Jupiter aus, unter den mit dem Aszendenten verbundenen [Häusern].

Wort für Wort
dharmāyārisatāntyerkāt
[für den] im neunten, zweiten, sechsten Haus, am Ende Befindlichen, von der Sonne aus [?]
sādyatrisvagatā svabhāt
[für den] im ersten, dritten, im eigenen Haus Befindlichen, vom eigenen Zeichen aus
ṣaṭkhāyāṣṭābdhikhoṣvijyāt
[für den] im sechsten, zweiten, achten, vierten Haus Befindlichen, von Jupiter aus
sahādyeṣu vilagnataḥ
unter den mit dem Aszendenten verbundenen [Häusern]

[?: Weiterhin unsicher im Detail.]

dikvāṣṭādyastabandhyāye kujātkhātsatrike guruḥ / sātryaṅke san raveḥ śukrāddhīkhago digbhavārigaḥ

[Für den] im zehnten, achten, ersten, siebten [und] vierten [Haus] Befindlichen, von Mars aus, [gilt ebenso] Jupiter im zweiten [und] dritten [Haus]; im dritten [Haus, verbunden] mit dem Guten, von der Sonne, von Venus aus; [für den] im neunten, zweiten [Haus] Befindlichen, [mit dem] zehnten, geburtlichen [und] sechsten [verbunden].

Wort für Wort
dikvāṣṭādyastabandhyāye kujāt
[für den] im zehnten, achten, ersten, siebten, vierten Haus Befindlichen, von Mars aus
khātsatrike guruḥ
und Jupiter im zweiten und dritten Haus
sātryaṅke san raveḥ śukrāt
im dritten Haus, mit dem Guten, von der Sonne, von Venus aus
dhīkhago digbhavārigaḥ
[für den] im neunten, zweiten Haus Befindlichen, mit dem zehnten und sechsten [verbunden] [?]

[?: Weiterhin unsicher im Detail.]

candrādvīśārthagosteṣu mandāddhītriṣaḍantyagaḥ / gobdhidhīṣaṭkhakhādyā ye jñātsadyūne vilagnataḥ

Von Mond aus [für den] im siebten, zehnten [und] zweiten [Haus] unter diesen Befindlichen; von Saturn aus [für den] im neunten, dritten, sechsten [und am] Ende [Befindlichen]; [für den] im neunten, vierten, sechsten, zweiten usw. [Haus] Befindlichen, von Merkur aus, im zweiten [Haus], mit dem Aszendenten [verbunden].

Wort für Wort
candrādvīśārthagosteṣu
von Mond aus, [für den] im siebten, zehnten, zweiten Haus unter diesen Befindlichen
mandāddhītriṣaḍantyagaḥ
von Saturn aus, [für den] im neunten, dritten, sechsten, am Ende Befindlichen
gobdhidhīṣaṭkhakhādyā ye jñāt
[für den] im neunten, vierten, sechsten, zweiten usw. Befindlichen, von Merkur aus
sadyūne vilagnataḥ
im zweiten Haus, mit dem Aszendenten verbunden

[?: Weiterhin unsicher im Detail.]

āśu teśāṣṭagoṣvaṅgaḥtsāṃteṣvabjātsitaḥ śubhaḥ / svātsajñeṣu tridhīgobdhī dikchidrāsigatorkajāt

Rasch, für den im sechsten, achten, neunten [Haus] unter diesen [Stehenden], mit dem [Aszendenten-]Zeichen [verbunden]; unter diesen ist Venus, vom Mond aus, wohltätig; im eigenen [Zeichen], mit Merkur [verbunden], im dritten, neunten, vierten [Haus]; im zehnten, zwölften(?) [und] siebten [Haus] Befindlichen, von Saturn (Sohn der Sonne) aus.

Wort für Wort
āśu teśāṣṭagoṣvaṅgaḥ
rasch, für den im sechsten, achten, neunten Haus unter diesen Stehenden
tsāṃteṣvabjātsitaḥ śubhaḥ
unter diesen ist Venus, vom Mond aus, wohltätig
svātsajñeṣu tridhīgobdhī
im eigenen Zeichen, mit Merkur verbunden, im dritten, neunten, vierten Haus
dikchidrāsigatorkajāt
im zehnten, zwölften(?), siebten Haus Befindlichen, von Saturn aus

[?: Weiterhin unsicher im Detail.]

randhrāyavyacagaḥ sūryādoṣṭadhīkhe sagorguro / jñābdhitryāyārigorātriṣaṭdhyadhyāntyagoṣu ca

[Für den] im achten, zweiten, elften [und] siebten [Haus] Befindlichen, von der Sonne aus, [gilt ein Punkt]; im siebten, neunten, zweiten [Haus], mit Saturn [verbunden], bei Jupiter; von Merkur aus, im vierten, dritten, neunten, sechsten [Haus], [und] im nächtlichen(?), sechsten, neunten, am Ende [Befindlichen].

Wort für Wort
randhrāyavyacagaḥ sūryāt
[für den] im achten, zweiten, elften, siebten Haus Befindlichen, von der Sonne aus
doṣṭadhīkhe sagorguro
im siebten, neunten, zweiten Haus, mit Saturn verbunden, bei Jupiter
jñābdhitryāyārigo
von Merkur aus, im vierten, dritten, neunten, sechsten Haus
rātriṣaṭdhyadhyāntyagoṣu ca
und im nächtlichen(?), sechsten, neunten, am Ende Befindlichen

[?: Weiterhin unsicher im Detail.]

tridhīśāriṣu mandaḥ khātsākṣāntyeṣu śubho sṛjaḥ / kendrāyāṣṭadhaneṣvarkā lagnādvṛddhyādyabandhuṣu

Im dritten, neunten, ersten [und] sechsten [Haus, gilt ein Punkt für] Saturn; im zweiten, fünften(?), am Ende [Befindlichen] ist Venus wohltätig; im Kendra, zweiten, achten [und] zweiten [Haus, gilt ein Punkt für] die Sonne, vom Aszendenten aus, unter den mit Zunahme [und] dem vierten [Haus verbundenen].

Wort für Wort
tridhīśāriṣu mandaḥ
im dritten, neunten, ersten, sechsten Haus, [für] Saturn
khātsākṣāntyeṣu śubho sṛjaḥ
im zweiten, fünften(?), am Ende Befindlichen ist Venus wohltätig
kendrāyāṣṭadhaneṣvarkā
im Kendra, zweiten, achten, zweiten Haus, [für] die Sonne
lagnādvṛddhyādyabandhuṣu
vom Aszendenten aus, unter den mit Zunahme und dem vierten Haus verbundenen

[?: Weiterhin unsicher im Detail.]

godhvaṣṭāpārikhāntyejñāccandrāllābhatriṣadbhataḥ / ṣaḍaṣṭāntyagataḥ śukrādgurīrdvīśāntyaśatruṣu

Im neunten, zehnten(?), achten, zweiten, am Ende [Befindlichen, gilt ein Punkt] von Merkur, vom Mond [aus]; im elften, dritten, sechsten [Haus] Befindlichen; im sechsten, achten, am Ende Befindlichen, von Venus aus; [für den] von Jupiter im zweiten, [und] am Ende [befindlichen] Feind[haus].

Wort für Wort
godhvaṣṭāpārikhāntyejñāt
im neunten, zehnten(?), achten, zweiten, am Ende Befindlichen, von Merkur
candrāllābhatriṣadbhataḥ
vom Mond aus, im elften, dritten, sechsten Haus Befindlichen
ṣaḍaṣṭāntyagataḥ śukrāt
im sechsten, achten, am Ende Befindlichen, von Venus aus
gurīrdvīśāntyaśatruṣu
[für den] von Jupiter, im zweiten und am Ende befindlichen Feindhaus

[?: Weiterhin unsicher im Detail.]

uktasthāneṣu rekhādo hyanukteṣu tu bindudāḥ / janmabhādvadvimitroccasvabhedhiṣṭaṃ pareṣvasat

An den genannten Stellen gebe man Linien (Rekhā); an den nicht genannten aber Punkte (Bindu). Vom Geburtszeichen an, im [Zeichen eines] gewöhnlichen(?) Freundes, in der eigenen Exaltation [oder im] eigenen [Zeichen ist es] begehrt (Iṣṭa); in den übrigen [Zeichen] ist es ungünstig.

Wort für Wort
uktasthāneṣu rekhādo
an den genannten Stellen gebe man Linien
hyanukteṣu tu bindudāḥ
an den nicht genannten aber Punkte
janmabhādvadvimitroccasvabhe
vom Geburtszeichen an, im Zeichen eines gewöhnlichen Freundes, in eigener Exaltation oder eigenem Zeichen
iṣṭaṃ pareṣvasat
ist es begehrt; in den übrigen [Zeichen] ist es ungünstig

[Anm.: Dieser Vers fasst die vorangehende Aṣṭakavarga-Zählung methodisch zusammen: Häuser, die als „bindugebend“ aufgezählt wurden, erhalten eine Linie, die übrigen einen Punkt (oder umgekehrt, je nach Konvention) - vgl. den folgenden Vers zur Deutung von 1 bis 8 Linien/Punkten.]

kaṣṭamarthakṣayaḥ kleśaḥ samatārthasukhāgamaḥ / dhanāptiḥ sukhamiṣṭāptiriti rekhāphalaṃ kramāt

Not, Vermögensverlust, Bedrängnis, Gleichmaß, Erlangung von Wohlstand und Glück, Erwerb von Reichtum, Glück, Erlangung des Gewünschten - dies sind der Reihe nach [von eins bis acht] die Ergebnisse der Linien (Rekhāphala).

Wort für Wort
kaṣṭamarthakṣayaḥ kleśaḥ
Not, Vermögensverlust, Bedrängnis
samatārthasukhāgamaḥ
Gleichmaß, Erlangung von Wohlstand und Glück
dhanāptiḥ sukhamiṣṭāptiḥ
Erwerb von Reichtum, Glück, Erlangung des Gewünschten
iti rekhāphalaṃ kramāt
so sind der Reihe nach die Ergebnisse der Linien

pitṛmātṛdviṣanmitrabhrātṛstrībhṛtakādraveḥ / svāmilagrājayoḥ svasthādbhedarkasvayaśośayāt

Von Vater, Mutter, Feind, Freund, Bruder, Ehefrau [oder] Diener [her ergibt sich der Lebensunterhalt, je nachdem, welches Haus] von der Sonne [besetzt ist]; vom Herrn [des Hauses], vom Aszendenten [und] von der Ehefrau, wenn [diese jeweils] gut gestellt sind - durch den Unterschied der Sonne, des Eigenruhms [und der jeweiligen Stellung].

Wort für Wort
pitṛmātṛdviṣanmitrabhrātṛstrībhṛtakāt
von Vater, Mutter, Feind, Freund, Bruder, Ehefrau, Diener [her]
raveḥ
[ergibt sich der Lebensunterhalt, je nach Stellung] der Sonne
svāmilagrājayoḥ svasthāt
vom Herrn, vom Aszendenten und von der Ehefrau, wenn gut gestellt
bhedarkasvayaśośayāt
durch den Unterschied der Sonne und des Eigenruhms [?]

[Anm.: Hiermit beginnt die Lehre vom Lebensunterhalt (Vṛtti) nach der Stellung der Planeten in den einzelnen Häusern; der Wortlaut bleibt in Einzelheiten unsicher.]

tṛṇasvarṇāśvadhoraṇādyairarkāṃśe vṛttimādiśet / kṛṣyaṃbujasrībhyobjāṃśe kauje dhātvasrasāhasaiḥ

Durch Gras(handel), Gold, Pferdehaltung usw. bestimme man den Lebensunterhalt [für den], der im Grad der Sonne [steht]; durch Ackerbau, Wasser [und Umgang mit] Frauen, im Grad des Mondes; bei Mars durch [Umgang mit] Metallen, Waffen [und] Gewalttätigkeit.

Wort für Wort
tṛṇasvarṇāśvadhoraṇādyaiḥ
durch Gras(handel), Gold, Pferdehaltung usw.
arkāṃśe vṛttimādiśet
bestimme man den Lebensunterhalt für den, der im Grad der Sonne steht
kṛṣyaṃbujasrībhyobjāṃśe
durch Ackerbau, Wasser und Umgang mit Frauen, im Grad des Mondes
kauje dhātvasrasāhasaiḥ
bei Mars durch Metalle, Waffen und Gewalttätigkeit

kāvyaśilpādibhirbodhe jave devadvijākaraiḥ / śaukre rajatagoratnairmānde hiṃsaśramādhamaiḥ

Durch Dichtkunst, Handwerk usw. beim Merkur (Bodha); durch [Dienst an] Göttern, Brahmanen [und im] Bergbau beim Jupiter (Java, dem Schnellen(?)); bei Venus durch Silber, Rinder [und] Edelsteine; bei Saturn durch Gewalttätigkeit, [niedere] Arbeit [und] Erniedrigendes.

Wort für Wort
kāvyaśilpādibhirbodhe
durch Dichtkunst, Handwerk usw. beim Merkur
jave devadvijākaraiḥ
durch [Dienst an] Göttern, Brahmanen und Bergbau bei Jupiter
śaukre rajatagoratnaiḥ
bei Venus durch Silber, Rinder und Edelsteine
mānde hiṃsaśramādhamaiḥ
bei Saturn durch Gewalttätigkeit, [niedere] Arbeit und Erniedrigendes

svoñceṣvārkī tathā jyārairuktaikāṅge nṛ pādhipāḥ / lagre vargottame 'bje vā caturādigrahekṣite

[Sind Planeten] in ihrer eigenen Exaltation, [insbesondere] Mars und Saturn(?), sowie ebenso mit Jupiter[-Aspekt], in dem genannten einen Zeichen - [so werden sie zu] Herrschern über Menschen (Königen); [ist] der Aszendent in Vargottama, oder der Mond, [und] von vier oder mehr Planeten aspektiert...

Wort für Wort
svoñceṣvārkī tathā jyārairuktaikāṅge
[sind Planeten] in eigener Exaltation, Mars und Saturn(?), sowie mit Jupiter[-Aspekt], im genannten einen Zeichen [?]
nṛpādhipāḥ
[so werden sie zu] Herrschern über Menschen
lagre vargottame 'bje vā
[ist] der Aszendent in Vargottama, oder der Mond
caturādigrahekṣite
und von vier oder mehr Planeten aspektiert [?]

[Anm.: Hiermit beginnt die Lehre von den königlichen Verbindungen (Rājayoga); der Nachsatz dieser ersten Kombination fehlt bzw. ist unvollständig überliefert.]

dvāviṃśabhūpāstuṅgesṛkcāperkendūyamastanau / bhūpakṛttuṅgagorkegestesājārkekhabhe gurau

Zweiundzwanzig Könige(?) [entstehen bei Planeten] in Exaltation, mit Venus in Tulā, [und] Sonne, Mond [und] Saturn im [Aszendenten-]Körper; einen König bewirkt [ein Planet] in Exaltation, mit der Sonne im siebten [Haus], mit Mars(Aja) [und] Saturn im zweiten Haus, bei Jupiter.

Wort für Wort
dvāviṃśabhūpāstuṅge sṛkcāpe
zweiundzwanzig Könige(?) [entstehen bei Planeten] in Exaltation, mit Venus in Tulā
arkendūyamastanau
[und] Sonne, Mond, Saturn im [Aszendenten-]Körper
bhūpakṛttuṅgagorkegeste
einen König bewirkt [ein Planet] in Exaltation, mit der Sonne im siebten Haus
sājārkekhabhe guro
mit Mars und Saturn im zweiten Haus, bei Jupiter

[?: „dvāviṃśabhūpāḥ“ bleibt in seiner genauen Bedeutung unsicher.]

yamendutuṅgagau lagne ṣaṣṭer'kajñau tulājagau / sitāsṛjo gurau karke sārāje lagnage nṛpāḥ

[Sind] Saturn und Mond in Exaltation im Aszendenten, [und stehen] Saturn und Merkur im sechsten [Haus], mit Mars in Tulā; Venus und Mars mit Jupiter in Karka - [wenn dies] mit dem König[shaus, dem 10.,] verbunden und im Aszendenten stehend [ist, entstehen] Könige.

Wort für Wort
yamendutuṅgagau lagne
[sind] Saturn und Mond in Exaltation im Aszendenten
ṣaṣṭer'kajñau tulājagau
und stehen Saturn und Merkur im sechsten Haus, mit Mars in Tulā
sitāsṛjo gurau karke
Venus und Mars mit Jupiter in Karka
sārāje lagnage nṛpāḥ
[wenn dies] mit dem Königshaus verbunden, im Aszendenten stehend, [entstehen] Könige

vṛṣegebjerkejyasauraiḥ suhṛjjāyākhagairnṛpaḥ / mande mṛgāṅgetryaryakāṃśasthairajādibhirnṛpa

In Vṛṣabha, mit Mond, Sonne, Jupiter [und] Saturn, mit den im zweiten Haus [stehenden] Freunden [und] Planeten [der Ehefrau, entsteht ein] König; bei Saturn in Makara, im dritten [und] sechsten Grad-Drittel, mit Mars usw. [verbunden], o König(?) [bzw. o Nārada(?)].

Wort für Wort
vṛṣegebjerkejyasauraiḥ
in Vṛṣabha, mit Mond, Sonne, Jupiter, Saturn
suhṛjjāyākhagairnṛpaḥ
mit den im zweiten Haus stehenden Freunden und Planeten der Ehefrau, [entsteht ein] König
mande mṛgāṅgetryaryakāṃśasthaiḥ
bei Saturn in Makara, im dritten, sechsten Grad-Drittel
ajādibhirnṛpa
mit Mars usw. verbunden [entsteht ein König]

sejyājeśve mṛgamukhe kuje tuṅgerkṣabhāgevau / lagne 'tha sejyakarkeṅge jñājaśukrairbhavopagaiḥ

Mit Jupiter in Meṣa [oder] im Herrenhaus(?), am Anfang von Makara, mit Mars in Exaltation, im Zeichen und Grad; im Aszendenten, sodann mit Jupiter in Karka, mit Merkur, Mars [und] Venus, die im [Königs-]Haus stehen.

Wort für Wort
sejyājeśve mṛgamukhe
mit Jupiter in Meṣa oder im Herrenhaus(?), am Anfang von Makara
kuje tuṅgerkṣabhāgevau
mit Mars in Exaltation, im Zeichen und Grad
lagne 'tha sejyakarkeṅge
im Aszendenten, sodann mit Jupiter in Karka
jñājaśukrairbhavopagaiḥ
mit Merkur, Mars und Venus, die im [Königs-]Haus stehen

meṣe 'rke bhūmipāseṃdau eṣe ṣāṅgrerkapapāsṛjaḥ / siṃhakuṃbhamṛgasthāścedbhūpaḥ sāretanāvaje

[Steht] die Sonne, [dem] Herrscher [zugehörig], mit dem Mond in Meṣa, [und Mars und Saturn(?)] in [diesem] Zeichen mit sechs Gliedern(?); [stehen Planeten] in Siṃha, Kumbha [und] Makara, [so wird man] König, wenn [dies] mit dem [Königs-]Haus, im [Aszendenten-]Körper in Meṣa, [verbunden ist].

Wort für Wort
meṣe 'rke bhūmipāseṃdau
[steht] die Sonne, [dem] Herrscher zugehörig, mit dem Mond, in Meṣa
eṣe ṣāṅgrerkapapāsṛjaḥ
[und Mars und Saturn(?)] in diesem Zeichen mit sechs Gliedern(?) [?]
siṃhakuṃbhamṛgasthāścedbhūpaḥ
[stehen Planeten] in Siṃha, Kumbha und Makara, [so wird man] König
sāretanāvaje
wenn [dies] mit dem Königshaus, im Körper in Meṣa, [verbunden ist]

[?: Dieser Vers ist besonders korrupt; die Übersetzung bleibt in weiten Teilen unsicher.]

ārkejīve tanau vāpi nṛpo 'thoḥ kujabhāskarau / dhīsthau gurvidukavayo bhūmau ratryage budhairnṛpaḥ

[Stehen] Mars, Saturn [und] Jupiter im [Aszendenten-]Körper, [entsteht ebenso ein] König; oder [stehen] Mars und Sonne, sowie Jupiter, Mond [und] Venus im neunten Haus, [und ist] die Erde(Mars) in nächtlicher Stellung, mit Merkur [verbunden, entsteht ein] König.

Wort für Wort
ārkejīve tanau vāpi nṛpaḥ
[stehen] Mars, Saturn und Jupiter im Körper, [entsteht ebenso ein] König
athoḥ kujabhāskarau
oder [stehen] Mars und Sonne
dhīsthau gurvidukavayo
sowie Jupiter, Mond und Venus im neunten Haus
bhūmau ratryage budhairnṛpaḥ
[und ist] Mars in nächtlicher Stellung, mit Merkur verbunden, [entsteht ein] König

mṛgāsyalagnagaiḥ saurejābjarkṣaharayaḥ sayāḥ / kavikṣau tulayuramasthau vai bhūpaḥ kīrtimānbhavent

Mit Saturn im Aszendenten am Anfang von Makara, mit Mars, Mond [und ihren] Zeichen-Löwen(?) [verbunden]; mit Venus in Tulā, [beide] gemeinsam stehend, wird man gewiss zu einem ruhmreichen König.

Wort für Wort
mṛgāsyalagnagaiḥ saure
mit Saturn im Aszendenten, am Anfang von Makara
jābjarkṣaharayaḥ sayāḥ
mit Mars, Mond und [ihren] Zeichen[-Herren] verbunden [?]
kavikṣau tulayuramasthau
mit Venus in Tulā, [beide] gemeinsam stehend
vai bhūpaḥ kīrtimānbhavent
wird man gewiss zu einem ruhmreichen König

[?: „harayaḥ sayāḥ“ bleibt unsicher.]

yasya kasyāpi tanayaḥ proktairyogairnṛpo bhavet / vakṣyamāṇairnṛpasuto jñeyo bhūyo munīśvara

Wessen Sohn auch immer [dies sei], durch die genannten Verbindungen (Yoga) wird er zum König; durch die [nun] noch darzulegenden [Verbindungen] ist er ferner als Königssohn zu erkennen, o Herr der Weisen.

Wort für Wort
yasya kasyāpi tanayaḥ
wessen Sohn auch immer [dies sei]
proktairyogairnṛpo bhavet
durch die genannten Verbindungen wird er zum König
vakṣyamāṇairnṛpasuto jñeyo
durch die noch darzulegenden [Verbindungen] ist er als Königssohn zu erkennen
bhūyo munīśvara
ferner, o Herr der Weisen

svocce trikoṇabhagatestryādyairbalayutairnṛpaḥ / siṃher'ke meṣalagne 'je mṛge bhaume ghaṭe 'ṣṭame

[Ist ein Planet] in eigener Exaltation, im Trikoṇa-Zeichen befindlich, mit dem dritten [Haus] usw. verbunden [und] mit Kraft versehen, [so entsteht ein] König; [so etwa] mit der Sonne in Siṃha, dem Aszendenten in Meṣa, [und] Mars in Makara, im achten [Haus] in Kumbha.

Wort für Wort
svocce trikoṇabhagatestryādyairbalayutairnṛpaḥ
[ist ein Planet] in eigener Exaltation, im Trikoṇa, mit dem dritten Haus usw. verbunden, kraftvoll, [so entsteht ein] König
siṃher'ke meṣalagne
mit der Sonne in Siṃha, dem Aszendenten in Meṣa
'je mṛge
[und Mars(?)] in Makara
bhaume ghaṭe 'ṣṭame
[und] Mars im achten Haus, in Kumbha

cāpe dharānāthaḥsyādatha svarkṣage bhṛgau / pātālage dharmage 'bje śubhadṛṣṭe yute mune

[Steht Jupiter] in Dhanus, so wird man Herrscher der Erde; sodann, [mit] Venus im eigenen Zeichen, [mit dem Mond] im vierten Haus [oder] im neunten, von einem Wohltäter aspektiert oder mit ihm verbunden, o Weiser.

Wort für Wort
cāpe dharānāthaḥsyāt
[steht Jupiter] in Dhanus, so wird man Herrscher der Erde
atha svarkṣage bhṛgau
sodann, [mit] Venus im eigenen Zeichen
pātālage dharmage 'bje
[mit dem Mond] im vierten Haus oder im neunten
śubhadṛṣṭe yute mune
von einem Wohltäter aspektiert oder mit ihm verbunden, o Weiser

trilagnabhavagaiḥśeṣairdharādhīśaḥ prajāyate / saumye vīryayuteṃ'gasthe balāḍhyeśubhage śubhe

Durch die übrigen [Planeten], die in den drei mit dem Aszendenten verbundenen Häusern stehen, wird man Herrscher der Erde; [wenn] Merkur, mit Kraft versehen, im [Aszendenten-]Zeichen steht, kraftvoll, in einem günstigen [und] wohltätigen Haus.

Wort für Wort
trilagnabhavagaiḥśeṣairdharādhīśaḥ prajāyate
durch die übrigen Planeten in den drei mit dem Aszendenten verbundenen Häusern wird man Herrscher der Erde
saumye vīryayuteṃ'gasthe
[wenn] Merkur, mit Kraft versehen, im Zeichen steht
balāḍhyeśubhage śubhe
kraftvoll, in einem günstigen und wohltätigen Haus

dharmārthopacayasthaiścaśeṣairdharmayutonṛpaḥ / meṣūraṇāyatanugāḥ śaśisūryajasūrayaḥ

Und durch die übrigen [Planeten], die im neunten, zweiten [und] elften Haus stehen, mit Dharma verbunden, [wird man] König; [ist der Aszendent] Meṣa (Widder), [oder ist der Körper] langgestreckt, [so gilt dies für die] unter Mond, Sonne [und] Saturn(?) [Geborenen], die Weisen (Sūri).

Wort für Wort
dharmārthopacayasthaiścaśeṣairdharmayutonṛpaḥ
und durch die übrigen Planeten im neunten, zweiten, elften Haus, mit Dharma verbunden, [wird man] König
meṣūraṇāyatanugāḥ
[ist der Aszendent] Meṣa, [oder der Körper] langgestreckt [?]
śaśisūryajasūrayaḥ
die unter Mond, Sonne und Saturn(?) Geborenen, die Weisen

[?: „meṣūraṇāyatanugāḥ“ bleibt im Detail unsicher.]

jñārau dhaneśitaravā hibuke bhūpatistadā / vṛṣeṃ'ge 'bjodhanāristho jīvārkī lāṃbhagāḥ pare

[Sind] Merkur und Mars(oder Sonne) Herrscher des Reichtums, im Aszendenten (Hibuka), so wird man Herrscher der Erde; [ist der Aszendent] Vṛṣabha, der Mond im zweiten [oder] achten [Haus] stehend, [und stehen] Jupiter und Sonne, die übrigen im elften Haus...

Wort für Wort
jñārau dhaneśitaravā hibuke
[sind] Merkur und Mars(oder Sonne) Herrscher des Reichtums, im Aszendenten
bhūpatistadā
so wird man Herrscher der Erde
vṛṣeṃ'ge 'bjodhanāristho
[ist der Aszendent] Vṛṣabha, der Mond im zweiten oder achten Haus stehend
jīvārkī lāṃbhagāḥ pare
und stehen Jupiter und Sonne, die übrigen im elften Haus [?]

[?: Der Nachsatz dieser letzten Kombination fehlt bzw. ist unvollständig überliefert. „Hibuka“ ist ein technischer, seltener Terminus für den Aszendenten.]

sukhe guruḥ kheravīndūyamo lagne bhave karai / lagne vakrāsitau candrejyasitārkabudhāḥ kramāt

[Steht] Jupiter im vierten Haus, [und] Sonne, Mond [und] Saturn im Aszendenten, im [zehnten] Haus [des Königtums] wirkend; [oder stehen] im Aszendenten rückläufig und Venus, Mond, Jupiter, Venus, Sonne [und] Merkur der Reihe nach...

Wort für Wort
sukhe guruḥ kheravīndūyamo lagne
[steht] Jupiter im vierten Haus, [und] Sonne, Mond, Saturn im Aszendenten
bhave karai
im [Königs-]Haus wirkend
lagne vakrāsitau
[oder stehen] im Aszendenten rückläufig[e Planeten] und Venus
candrejyasitārkabudhāḥ kramāt
Mond, Jupiter, Venus, Sonne, Merkur, der Reihe nach [?]

[?: Der Nachsatz der zweiten Kombination fehlt.]

sukhāstu śubhakhāptisthānareśaṃ janayantyapi / karmalagnagaraveṭasya daśāyāṃ rājyasaṃgatiḥ

Die glücklichen [Planeten] aber, im Verein mit einem Wohltäter, im Gewinnhaus [stehend], bringen auch den Herrn jenes Hauses hervor; in der Zeitperiode (Daśā) desjenigen, der Herr des zehnten Hauses und des Aszendenten zugleich ist, [erfolgt] die Erlangung des Königreichs.

Wort für Wort
sukhāstu śubhakhāptisthānareśaṃ janayantyapi
die glücklichen Planeten, im Verein mit einem Wohltäter, im Gewinnhaus, bringen auch den Herrn jenes Hauses hervor
karmalagnagaraveṭasya
desjenigen, der Herr des zehnten Hauses und des Aszendenten zugleich ist
daśāyāṃ rājyasaṃgatiḥ
in dessen Zeitperiode erfolgt die Erlangung des Königreichs

prabalasya daśāyāṃ vā śatrunīcā digārtidāḥ / āsannakendradvayagairvargadākhyaḥ sakalagrahaiḥ

Oder in der Zeitperiode eines sehr kraftvollen [Planeten, der jedoch] im Feindes- [oder] Fallzeichen [steht], bringt [er] Leid für die [jeweilige] Himmelsrichtung; durch zwei nahe beieinander in den Kendras stehende [Planeten], mit allen Planeten in [ihren jeweiligen] Varga-Stellungen, [entsteht die im Folgenden] benannte [Lehre von den Gestalt-Yogas].

Wort für Wort
prabalasya daśāyāṃ vā
oder in der Zeitperiode eines sehr kraftvollen [Planeten]
śatrunīcā digārtidāḥ
[der jedoch] im Feindes- oder Fallzeichen [steht], bringt Leid für die [jeweilige] Richtung
āsannakendradvayagairvargadākhyaḥ
durch zwei nahe in den Kendras stehende [Planeten], mit den Varga-Stellungen, benannt
sakalagrahaiḥ
mit allen Planeten [entsprechend zugeordnet]

[Anm.: Mit diesem Vers beginnt die Lehre der geometrischen „Gestalt-Verbindungen“ (Ākṛtiyoga: nach der Verteilung der Planeten über die zwölf Häuser entstehende, benannte Figuren wie Wagen, Dreieck, Pflug usw.), die bis V199 fortgesetzt wird.]

tanvastagaiśca sakaṭaṃ vihago rājyabandhugaiḥ / śṛṅgāṭakaṃ dhigaugasthairlagnāyasthairhalaṃ matam

Durch [Planeten], die im ersten und siebten Haus stehen, [entsteht die Figur] Kaṭa (Wagen); ein Vogel[-Muster, durch Planeten,] die mit dem Königs- und dem Verwandtschaftshaus verbunden sind; Śṛṅgāṭaka (Dreieck) [durch Planeten] in [bestimmten] Richtungen stehend; durch [Planeten] im Aszendenten und zweiten [Haus] stehend gilt [die Figur] Hala (Pflug).

Wort für Wort
tanvastagaiśca sakaṭaṃ
durch Planeten, die im ersten und siebten Haus stehen, [entsteht] Kaṭa (Wagen)
vihago rājyabandhugaiḥ
ein Vogel[-Muster], durch mit Königs- und Verwandtschaftshaus verbundene [Planeten]
śṛṅgāṭakaṃ dhigaugasthaiḥ
Śṛṅgāṭaka (Dreieck), durch [Planeten] in [bestimmten] Richtungen stehend
lagnāyasthairhalaṃ matam
durch [Planeten] im Aszendenten und zweiten Haus gilt Hala (Pflug)

varjjoṅgesthe satsvasatsu turyakhasthairyavonyathā / vimiśraiḥ kamalaṃ prāhurvāyākaṇṭakabāhyagaiḥ

Unter Ausschluss [bestimmter Häuser], mit guten und schlechten [Planeten] im [Aszendenten-]Zeichen stehend; durch [Planeten] im vierten und zweiten Haus stehend entsteht andernfalls Yava (Gerstenkorn); durch gemischte [Planeten] nennt man [die Figur] Kamala (Lotus); durch [Planeten], die außerhalb der Winkelhäuser mit dem Wind[haus, dem elften,] verbunden sind...

Wort für Wort
varjjoṅgesthe satsvasatsu
unter Ausschluss [bestimmter Häuser], mit guten und schlechten Planeten im Zeichen stehend
turyakhasthairyavonyathā
durch Planeten im vierten und zweiten Haus stehend entsteht andernfalls Yava
vimiśraiḥ kamalaṃ prāhuḥ
durch gemischte Planeten nennt man Kamala
vāyākaṇṭakabāhyagaiḥ
durch [Planeten], die außerhalb der Winkelhäuser mit dem elften Haus verbunden sind [?]

[?: Der Nachsatz dieser letzten Figur bleibt unvollständig.]

lagnāccaturbhugairyūpaḥśarastūryāccaturbhugaiḥ / dyūnādvedakṣagaiḥ śaktirṃ da'khādicaturbhagaiḥ

Vom Aszendenten aus, durch [Planeten] im jeweils vierten Haus, [entsteht] Yūpa (Opferpfahl); vom vierten [Haus aus], durch [Planeten] im jeweils vierten Haus, Śara (Pfeil); vom zweiten [Haus] aus, durch [Planeten in bestimmten Häusern], Śakti (Speer); vom [zweiten] Haus aus, durch [Planeten] im jeweils vierten Haus [usw. weitere Figuren].

Wort für Wort
lagnāccaturbhugairyūpaḥ
vom Aszendenten aus, durch Planeten im jeweils vierten Haus, [entsteht] Yūpa (Opferpfahl)
śarastūryāccaturbhugaiḥ
Śara (Pfeil), vom vierten Haus aus, durch Planeten im jeweils vierten Haus
dyūnādvedakṣagaiḥ śaktiḥ
vom zweiten Haus aus, durch Planeten [in bestimmten Häusern], Śakti (Speer)
da'khādicaturbhagaiḥ
durch Planeten im jeweils vierten Haus [usw. weitere Figuren]

[Anm.: Dieser und der folgende Vers listen weitere Ākṛtiyoga-Figuren auf; die genaue Häuserzählung ist im korrupten Wortlaut nicht in jedem Einzelfall sicher.]

lagnātkramātsaptabhagairnokākūṭastu nuryataḥ / chatramastātsvabhādyāyonyasmādarddhendunāmakaḥ

Vom Aszendenten aus, der Reihe nach, durch [Planeten] im siebten Haus, [entsteht] Naukā (Boot); Kūṭa (Gipfel) aber [durch andere Stellung]; Chatra (Schirm) vom siebten [Haus] aus, vom eigenen Zeichen aus; von einem anderen [Ort aus die Figur] mit Namen Ardhendu (Halbmond).

Wort für Wort
lagnātkramātsaptabhagairnokā
vom Aszendenten aus, der Reihe nach, durch Planeten im siebten Haus, [entsteht] Naukā (Boot)
kūṭastu nuryataḥ
Kūṭa (Gipfel) aber [durch andere Stellung]
chatramastātsvabhādyāt
Chatra (Schirm) vom siebten Haus aus, vom eigenen Zeichen aus
anyasmādarddhendunāmakaḥ
von einem anderen [Ort aus die Figur] mit Namen Ardhendu (Halbmond)

lagnādekāntaragataiścakramarthātsaritpatiḥ / ṣahyusthāneṣu vīṇādyāḥ samasaptarkṣagaiḥ

Durch [Planeten], die vom Aszendenten aus in jeweils einem Haus Abstand stehen, [entsteht] Cakra (Rad); vom zweiten [Haus aus] Saritpati (Meer, „Herr der Flüsse“); in den sechsten und Jugend[?-Häusern die Figur] Vīṇā (Laute) usw.; durch [Planeten] in gleichmäßig-siebten Zeichen [voneinander entfernt].

Wort für Wort
lagnādekāntaragataiścakram
durch Planeten, die vom Aszendenten aus in je einem Haus Abstand stehen, [entsteht] Cakra (Rad)
arthātsaritpatiḥ
vom zweiten Haus aus Saritpati (Meer)
ṣahyusthāneṣu vīṇādyāḥ
in den sechsten und Jugend[?-Häusern die Figur] Vīṇā usw.
samasaptarkṣagaiḥ
durch Planeten in gleichmäßig-siebten Zeichen [voneinander entfernt]

vīṇādāmapāśakedārabhūśūlayugagolakāḥ / grahaiḥścarabhagai rājayogaḥ prakīrtitaḥ

Vīṇā (Laute), Dāma (Girlande), Pāśa (Schlinge), Kedāra (Feld), Bhūśūla (Erdspeer), Yuga (Joch) [und] Golaka (Kugel) - durch Planeten, die in beweglichen Zeichen stehen, wird [so] der Rājayoga (königliche Verbindung) verkündet.

Wort für Wort
vīṇādāmapāśakedārabhūśūlayugagolakāḥ
Vīṇā, Dāma, Pāśa, Kedāra, Bhūśūla, Yuga, Golaka
grahaiḥ
durch [entsprechend gestellte] Planeten
carabhagai rājayogaḥ prakīrtitaḥ
in beweglichen Zeichen wird der Rājayoga verkündet

sthirasthairyamusalaṃ nāma dviśarīṇatairnalaḥ / bhālā kendrasthitaiḥ saumyaiḥ pāpaiḥsarpa udāhṛtaḥ

Durch [Planeten] in festen [Zeichen entsteht die Figur] mit Namen Musala (Stößel); durch [Planeten,] die um zwei Häuser gebeugt(?) stehen, Nala (Rohr); durch in den Kendras stehende Wohltäter Bhālā (Speer); durch Unglücksplaneten wird Sarpa (Schlange) gelehrt.

Wort für Wort
sthirasthairyamusalaṃ nāma
durch Planeten in festen Zeichen [entsteht die Figur] mit Namen Musala (Stößel)
dviśarīṇatairnalaḥ
durch [Planeten], die um zwei [Häuser] gebeugt stehen, Nala (Rohr)
bhālā kendrasthitaiḥ saumyaiḥ
durch in den Kendras stehende Wohltäter, Bhālā (Speer)
pāpaiḥsarpa udāhṛtaḥ
durch Unglücksplaneten wird Sarpa (Schlange) gelehrt

īryyuradhvarucī rajjvāṃ musale dhanamānayuk / vyaṅgā sthirā lonalajo monīsragjohijordditaḥ

In Rajju (Seil) [-Yoga ist man] energisch(?), nach oben strebend; in Musala (Stößel) [-Yoga ist man] mit Reichtum und Ansehen versehen; in [der doppelgestaltigen Figur ist man] verunstaltet(?) [oder] standhaft; im aus Nala (Rohr) Geborenen [-Yoga wird das Ergebnis] vom Weisen mit Girlande(?) verkündet.

Wort für Wort
īryyuradhvarucī rajjvāṃ
in Rajju (Seil) [-Yoga ist man] energisch(?), nach oben strebend
musale dhanamānayuk
in Musala (Stößel) [-Yoga ist man] mit Reichtum und Ansehen versehen
vyaṅgā sthirā lonalajaḥ
[in der doppelgestaltigen Figur ist man] verunstaltet(?), standhaft; im aus Nala Geborenen
monīsragjohijordditaḥ
[wird das Ergebnis] vom Weisen mit Girlande(?) verkündet [?]

[?: Dieser Vers zu den Ergebnissen der Gestalt-Yogas ist im Wortlaut stark korrupt; einzelne Ausdrücke bleiben unsicher.]

vīṇodbhavotinipuṇāgītanṛtyarucirbhṛśam / dātā samṛddho dāmāsthaḥ pāśajo dhanaśīlayuk

Der unter Vīṇā (Laute) Entstandene [ist] überaus geschickt, dem Gesang und Tanz sehr zugeneigt; der in Dāma (Girlande) Befindliche [ist ein] wohlhabender Geber; der unter Pāśa (Schlinge) Geborene ist mit Reichtum und gutem Charakter versehen.

Wort für Wort
vīṇodbhavotinipuṇāgītanṛtyarucirbhṛśam
der unter Vīṇā Entstandene ist überaus geschickt, dem Gesang und Tanz sehr zugeneigt
dātā samṛddho dāmāsthaḥ
der in Dāma Befindliche ist ein wohlhabender Geber
pāśajo dhanaśīlayuk
der unter Pāśa Geborene ist mit Reichtum und gutem Charakter versehen

kedārotthaḥ kṛṣikaraḥ śūle śūrokṣato dhanaḥ / yugaṃ pāṣaṇḍayurgole vidhano malinastathā

Der aus Kedāra (Feld) Entstandene ist ein Ackerbauer; unter Śūla (Speer) [ist man ein] verwundeter, [doch] wohlhabender Held; unter Yuga (Joch) [wird man ein] Häretiker (Pāṣaṇḍa); unter Gola (Kugel) [ist man] mittellos und ebenso unrein.

Wort für Wort
kedārotthaḥ kṛṣikaraḥ
der aus Kedāra Entstandene ist ein Ackerbauer
śūle śūrokṣato dhanaḥ
unter Śūla [ist man ein] verwundeter, [doch] wohlhabender Held
yugaṃ pāṣaṇḍayurgole
unter Yuga [wird man ein] Häretiker; unter Gole
vidhano malinastathā
[ist man] mittellos und ebenso unrein

bhūpavandyapadaścakre samudre nṛpabhogayuk / subhagāṅgorddhacaṃpātsukhīśūraśca cāmaraḥ

Unter Cakra (Rad) [erlangt man] eine von Königen verehrte Stellung; unter Samudra (Meer) [ist man] mit königlichem Genuss versehen; von Glück gezeichnetem Leib, hoch erhoben [unter Campā(?) ist man] glücklich, heldenhaft und [mit einem] Chowrie(Fächer, Rangzeichen versehen).

Wort für Wort
bhūpavandyapadaścakre
unter Cakra erlangt man eine von Königen verehrte Stellung
samudre nṛpabhogayuk
unter Samudra ist man mit königlichem Genuss versehen
subhagāṅgorddhacaṃpāt
von Glück gezeichnetem Leib, hoch erhoben, unter Campā(?)
sukhīśūraśca cāmaraḥ
ist man glücklich, heldenhaft, mit einem Chowrie versehen

[?: „caṃpāt“ bleibt in seiner genauen Bedeutung als Name einer weiteren Figur unsicher.]

mitro pakārakṛcchatre kūṭe cānṛtabandharāṭ / taujaḥ sakīrtiḥ sukhabhāk mānavo bhavati dhruvam

Unter Chatra (Schirm) [ist man ein] wohltätiger Freund; unter Kūṭa (Gipfel) [wird man ein] unwahrhaftiger, gefangener König(?); von Energie, mit Ruhm, an Glück teilhabend - [so] wird man gewiss ein [wahrer] Mensch.

Wort für Wort
mitro pakārakṛcchatre
unter Chatra ist man ein wohltätiger Freund
kūṭe cānṛtabandharāṭ
unter Kūṭa wird man ein unwahrhaftiger, gefangener König(?)
taujaḥ sakīrtiḥ sukhabhāk
von Energie, mit Ruhm, an Glück teilhabend
mānavo bhavati dhruvam
wird man gewiss ein [wahrer] Mensch

tyāgī yajvātmavān yūthe hiṃsro guhyādhipaḥ śaraiḥ / śaktau nīco 'laso niḥsvo daṇḍe priyaviyogabhāk

Unter Yūtha (Herde) [ist man] freigebig, ein Opferer, selbstbeherrscht; unter Śara (Pfeil) [ist man] gewalttätig, Herr über Geheimnisse; unter Śakti (Speer) [ist man] niedrig, träge, mittellos; unter Daṇḍa (Stab) erleidet man die Trennung von Geliebten.

Wort für Wort
tyāgī yajvātmavān yūthe
unter Yūtha ist man freigebig, ein Opferer, selbstbeherrscht
hiṃsro guhyādhipaḥ śaraiḥ
unter Śara ist man gewalttätig, Herr über Geheimnisse
śaktau nīco 'laso niḥsvo
unter Śakti ist man niedrig, träge, mittellos
daṇḍe priyaviyogabhāk
unter Daṇḍa erleidet man die Trennung von Geliebten

[Anm.: Hiermit endet der Abschnitt über die Gestalt-Yogas (Ākṛtiyoga).]

vyarkaiḥ svāntyobhayagataiḥ kheṭaiḥ syātsunaphaānaphaā / durudharā caiva vidhau jñeyaḥ kemudrumo 'nyathā

Durch andere Planeten als die Sonne, die im zweiten oder zwölften [Haus] vom Mond aus stehen, entstehen Sunaphā und Anaphā; und Durudharā, [wenn beides zutrifft]; beim Mond ist, andernfalls, Kemadruma zu erkennen.

Wort für Wort
vyarkaiḥ svāntyobhayagataiḥ kheṭaiḥ
durch andere Planeten als die Sonne, die im zweiten oder zwölften Haus vom Mond aus stehen
syātsunaphaānaphaā
entstehen Sunaphā und Anaphā
durudharā caiva vidhau jñeyaḥ
und Durudharā, [wenn beides zutrifft], beim Mond ist zu erkennen
kemudrumo 'nyathā
andernfalls Kemadruma

svopārjitārthabhugdātā sunaphaāyāṃ dhanī sukhī / nīrogaḥ śīlavān khyātaḥ suveṣaścānaphaābhavaḥ

Einer, der selbst erworbenes Vermögen genießt, ein Geber - in Sunaphā [ist man so], reich und glücklich; frei von Krankheit, von gutem Charakter, berühmt, wohlgekleidet - so ist der unter Anaphā Geborene.

Wort für Wort
svopārjitārthabhugdātā
einer, der selbst erworbenes Vermögen genießt, ein Geber
sunaphaāyāṃ dhanī sukhī
in Sunaphā [ist man so], reich und glücklich
nīrogaḥ śīlavān khyātaḥ
frei von Krankheit, von gutem Charakter, berühmt
suveṣaścānaphaābhavaḥ
wohlgekleidet - so ist der unter Anaphā Geborene

bhogī sukhī dhanīdānītyāgī durudhurodbhavaḥ / kemudrume 'timalino duḥkhī nīco 'tha nirdhanaḥ

Genussfreudig, glücklich, reich, ein Geber, großzügig - so ist der unter Durudharā Entstandene; unter Kemadruma [ist man] überaus unrein, unglücklich, niedrig und mittellos.

Wort für Wort
bhogī sukhī dhanīdānītyāgī
genussfreudig, glücklich, reich, ein Geber, großzügig
durudhurodbhavaḥ
so ist der unter Durudharā Entstandene
kemudrume 'timalino duḥkhī
unter Kemadruma ist man überaus unrein, unglücklich
nīco 'tha nirdhanaḥ
niedrig und mittellos

yantryāśmakāraṃśājoko bhaumapuṣkarurte dhvagaḥ sujñaḥ / sukīrtirnipuṇaṃ vidvāṃsaṃ dhaninaṃ tathā

Durch Maschinen[-arbeit], Steinmetzhandwerk, [im Grad des] Mars, [mit] Puṣkara(?) [verbunden], einen Standartenträger(?), einen klugen [Menschen], von gutem Ruf, geschickt, gelehrt, [und] ebenso wohlhabend [bestimmt man den Lebensunterhalt].

Wort für Wort
yantryāśmakāraṃśājoko
durch Maschinen[-arbeit], Steinmetzhandwerk, im Grad des Mars(?)
bhaumapuṣkarurte dhvagaḥ sujñaḥ
mit Mars, Puṣkara(?) verbunden, ein Standartenträger(?), ein kluger Mensch
sukīrtirnipuṇaṃ vidvāṃsaṃ
von gutem Ruf, geschickt, gelehrt
dhaninaṃ tathā
und ebenso wohlhabend

[Anm.: Dieser Vers, der offenbar zur Fortsetzung der Lebensunterhalts-Lehre (Vṛtti, vgl. V167-169) zurückkehrt, ist im Wortlaut stark korrupt.]

senyonyakāryanirataṃ sāsphujicchasrajīvinam / samando dhātukuśalaṃ tathā bhāḍaṃvidaṃ mune

Im Heer[esdienst] oder anderen Tätigkeiten beschäftigt, mit Venus [verbunden], vom Schwert lebend; mit Saturn, in Metallkunde geschickt, und ebenso mit Lohnarbeit(?) vertraut, o Weiser.

Wort für Wort
senyonyakāryanirataṃ
im Heer[esdienst] oder anderen Tätigkeiten beschäftigt
sāsphujicchasrajīvinam
mit Venus [verbunden], vom Schwert lebend
samando dhātukuśalaṃ
mit Saturn, in Metallkunde geschickt
tathā bhāḍaṃvidaṃ mune
und ebenso mit Lohnarbeit(?) vertraut, o Weiser

kūṭasnyāśavapaṇyāṭhaṃ nasāsṛgindgaḥ prasūdviṣam / kuryātsajñorthanipuṇaṃ namraṃ satkīrtisaṃyutam

Mit Betrug, [Handel mit] Aas und Waren umherziehend, [mit] Blutvergießen(?), mit dem Mond verbunden [einen solchen, der] die Geburt [seiner Mutter] hasst; mit Merkur [verbunden] mache man [ihn] geschäftskundig, bescheiden, mit gutem Ruf versehen.

Wort für Wort
kūṭasnyāśavapaṇyāṭhaṃ
mit Betrug, Handel mit Aas, Waren umherziehend
nasāsṛgindgaḥ prasūdviṣam
mit Blutvergießen(?), mit dem Mond verbunden, [einen], der die eigene Geburt hasst
kuryātsajñorthanipuṇaṃ
mit Merkur [verbunden] mache man [ihn] geschäftskundig
namraṃ satkīrtisaṃyutam
bescheiden, mit gutem Ruf versehen

[?: Dieser Vers, offenbar Teil der Lebensunterhalts- und Charakterlehre nach Planet, bleibt im Wortlaut stellenweise unsicher.]

sajyo 'sthiravayaṃ vaṃśyaṃ vikrāntaṃ ca samarthinam / sasitosukavettāraṃ sārkiponabhavaṃ mune

Mit Mars [verbunden, macht man ihn] von unbeständigem Alter, von [gutem] Geschlecht, tapfer und fähig; mit Venus [verbunden macht man ihn] freundlich(?), einen Kenner [der schönen Künste]; mit Saturn verbunden [macht man ihn] von geringem Wohlstand(?), o Weiser.

Wort für Wort
sajyo 'sthiravayaṃ vaṃśyaṃ
mit Mars verbunden, von unbeständigem Alter, von [gutem] Geschlecht
vikrāntaṃ ca samarthinam
tapfer und fähig
sasitosukavettāraṃ
mit Venus verbunden, freundlich(?), ein Kenner [der Künste]
sārkiponabhavaṃ mune
mit Saturn verbunden, von geringem Wohlstand(?), o Weiser

[?: „sukavettāraṃ“ und „ponabhavaṃ“ bleiben im Detail unsicher.]

āre sajñe vāhuyodhī purādhyakṣaḥ sagīṣpatau / saśukre dyūtakrarheyo nṛtī dyūti samandake

[Ist] Mars mit Merkur verbunden, [wird man ein] mit Fäusten Kämpfender, Stadtvorsteher; mit Jupiter verbunden [wird man ein Kenner der Rede(?)]; mit Venus verbunden [wird man ein] Glücksspieler(?), ein Tänzer; im Würfelspiel(?), mit Saturn verbunden [entsprechend].

Wort für Wort
āre sajñe vāhuyodhī purādhyakṣaḥ
[ist] Mars mit Merkur verbunden, [wird man ein] mit Fäusten Kämpfender, Stadtvorsteher
sagīṣpatau
mit Jupiter verbunden [entsprechend]
saśukre dyūtakrarheyo nṛtī
mit Venus verbunden [wird man ein] Glücksspieler(?), ein Tänzer
dyūti samandake
im Würfelspiel(?), mit Saturn verbunden

[?: Dieser Vers ist im Detail stark unsicher.]

sejyejñe nṛtyagītāḍhyo māyādakṣaḥ / sabhārgavesamande lubdhakaḥ krūro naro bhavati nārada

Mit Jupiter und Merkur verbunden [wird man] reich an Tanz und Gesang, geschickt in Täuschung(?); mit Venus und Saturn verbunden wird man ein habgieriger, grausamer Mensch, o Nārada.

Wort für Wort
sejyejñe nṛtyagītāḍhyo
mit Jupiter und Merkur verbunden [wird man] reich an Tanz und Gesang
māyādakṣaḥ
geschickt in Täuschung
sabhārgavesamande
mit Venus und Saturn verbunden
lubdhakaḥ krūro naro bhavati nārada
wird man ein habgieriger, grausamer Mensch, o Nārada

saśukre vākpatau vidvānsāsite 'nnaghaṭaṅkaraḥ / kavau sa mandamandākṣā va vaniśrayavittavān

Mit Venus [und] Jupiter (Vākpati) verbunden, [wird man ein] Gelehrter; mit Venus verbunden [wird man] Hersteller von Speisegefäßen(?); bei Venus [zusammen mit] Saturn, von trübem Blick, [oder] von waldbezogenem Reichtum.

Wort für Wort
saśukre vākpatau vidvān
mit Venus und Jupiter verbunden, [wird man ein] Gelehrter
sāsite 'nnaghaṭaṅkaraḥ
mit Venus verbunden, Hersteller von Speisegefäßen(?)
kavau sa mandamandākṣā
bei Venus [zusammen mit] Saturn, von trübem Blick
va vaniśrayavittavān
oder von waldbezogenem Reichtum

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

ekasthaiścaturādyaistu khavārthaiḥ khacaraiḥ pṛthak / kujajñejyājaśukrārkisūryaḥ parivrajennaraḥ

Durch vier oder mehr Planeten, die einzeln in demselben [Haus wie das] zweite [oder andere Häuser] stehen: Mars, Merkur, Jupiter, Mars(?), Venus, Saturn [und] Sonne - [durch solche Verbindungen] wird man zum Wandermönch (Parivrājaka).

Wort für Wort
ekasthaiścaturādyaistu
durch vier oder mehr Planeten, die einzeln in demselben Haus stehen
khavārthaiḥ khacaraiḥ pṛthak
im zweiten [oder anderen] Haus, einzeln
kujajñejyājaśukrārkisūryaḥ
Mars, Merkur, Jupiter, Mars(?), Venus, Saturn und Sonne
parivrajennaraḥ
wird man zum Wandermönch

[Anm.: Hiermit beginnt ein Abschnitt über die Bedingungen für Entsagung und Wandermönchtum (Pravrajyā), der bis etwa V213 reicht.]

śākyājīvakavṛddhārthica rakākhaphalāśanaḥ / tatsvāmibhiḥ paridajitaiḥ pravrajyāpracyutirbhavet

[Man wird ein] Śākya[-Asket, Buddhist], ein Ājīvaka, oder im Erwerb [geistlichen] Reichtums ergraut, von geschützten(?) Früchten lebend; wenn deren Herren [Planeten] von [feindlichen Planeten] umgeben [und dennoch nicht überwältigt] sind, tritt Standhaftigkeit im Wandermönchtum (Pravrajyā) ein.

Wort für Wort
śākyājīvakavṛddhārthica
[man wird ein] Śākya[-Asket], ein Ājīvaka, oder im [geistlichen] Erwerb ergraut
rakākhaphalāśanaḥ
von geschützten(?) Früchten lebend
tatsvāmibhiḥ paridajitaiḥ
wenn deren Herren [Planeten] von [Feinden] umgeben sind
pravrajyāpracyutirbhavet
tritt Standhaftigkeit im Wandermönchtum ein

adīkṣitālpastagataiḥ sabalaistatsthabhaktayaḥ / janmaponyairyadyadṛṣṭo mandaṃ paśyati nārada

Uninitiiert [bleibt man, wenn die Planeten] geschwächt [und] im siebten [Haus] stehend, [aber] mit Kraft [versehen sind, so gibt es] Hingabe an jenen [Zustand]; [ist man] von den mit der Geburt verbundenen [Planeten] nicht aspektiert, [so] sieht man [nur] Saturn, o Nārada.

Wort für Wort
adīkṣitālpastagataiḥ sabalaiḥ
uninitiiert [bleibt man, wenn die Planeten] geschwächt, im siebten Haus stehend, [aber] kraftvoll
tatsthabhaktayaḥ
[so gibt es] Hingabe an jenen Zustand
janmaponyairyadyadṛṣṭo
[ist man] von den mit der Geburt verbundenen Planeten nicht aspektiert
mandaṃ paśyati nārada
sieht man [nur] Saturn, o Nārada

[?: Dieser Vers zur Sannyāsa-Lehre bleibt im Detail unsicher.]

mando vā janmapaṃ naṣṭaṃ tathā ca mandakāgaṇe / bhaumārkāṃśe sauradṛṣṭe candre vā dīkṣito bhavet

Oder [ist] Saturn mit dem Geburtsherrn [verbunden und dieser] geschwächt, ebenso in der Gruppe des Saturn [befindlich]; im Grad von Mars und Saturn, von Saturn aspektiert, oder beim [so beeinträchtigten] Mond, wird man initiiert [als Asket].

Wort für Wort
mando vā janmapaṃ naṣṭaṃ
oder [ist] Saturn mit dem Geburtsherrn verbunden, [der] geschwächt ist
tathā ca mandakāgaṇe
ebenso in der Gruppe des Saturn befindlich
bhaumārkāṃśe sauradṛṣṭe
im Grad von Mars und Saturn, von Saturn aspektiert
candre vā dīkṣito bhavet
oder beim [so beeinträchtigten] Mond, wird man initiiert

surūpo bhūṣitago 'śinyāṃ dakṣaḥ satyavacā yame / bahūbhugpadāragnau sthiradhīḥ priyavāktathā

Von schöner Gestalt, geschmückt, [von reger] Bewegung - [so ist, wer geboren ist unter dem Mondhaus (Nakṣatra)] Aśvinī; geschickt, von wahrhaftiger Rede - unter [dem von] Yama [beherrschten Nakṣatra Bharaṇī]; vielessend, [von festem Schritt(?)] - unter [dem von] Agni [beherrschten Kṛttikā]; von festem Verstand, ebenso von angenehmer Rede [- weiterhin unter Kṛttikā oder überleitend zum nächsten].

Wort für Wort
surūpo bhūṣitago 'śinyāṃ
von schöner Gestalt, geschmückt, [von reger] Bewegung - unter Aśvinī
dakṣaḥ satyavacā yame
geschickt, von wahrhaftiger Rede - unter [dem von] Yama [beherrschten Nakṣatra]
bahūbhugpadāragnau
vielessend, [von festem Schritt(?)] - unter [dem von] Agni [beherrschten Nakṣatra]
sthiradhīḥ priyavāktathā
von festem Verstand, ebenso von angenehmer Rede

[Anm.: Mit diesem Vers beginnt eine Charakterbeschreibung nach den 27 Mondhäusern (Nakṣatra), benannt nach ihren jeweiligen Gottheiten (hier: die Aśvins, Yama, Agni); der Abschnitt reicht bis V220 (Pūṣan/Revatī) und ist streckenweise, insbesondere in der Mitte, stark korrupt überliefert.]

brāhmo dhanīmṛge bhogī raudre hiṃstraḥ śaṭho 'ghakṛt / dānto rogī śubho 'dityāṃ puṣyaryajanmā kaviḥ sukhī

Unter [dem von] Brahmā [beherrschten Nakṣatra Rohiṇī ist man] wohlhabend; in Mṛga[śiras, Somas Nakṣatra, ist man] genussfreudig; unter [dem von] Rudra [beherrschten Ārdrā ist man] gewalttätig, hinterlistig, sündig; gebändigt, [doch] kränklich, [und dennoch] günstig(?) - unter [Aditis Nakṣatra] Punarvasu; unter Puṣya [Bṛhaspatis Nakṣatra, ist man] von edler Geburt, ein Dichter [und] glücklich.

Wort für Wort
brāhmo dhanīmṛge bhogī
unter Brahmās Nakṣatra [Rohiṇī ist man] wohlhabend; in Mṛgaśiras genussfreudig
raudre hiṃstraḥ śaṭho 'ghakṛt
unter Rudras Nakṣatra [Ārdrā ist man] gewalttätig, hinterlistig, sündig
dānto rogī śubho 'dityāṃ
gebändigt, kränklich, günstig(?) - unter Aditis Nakṣatra [Punarvasu]
puṣyaryajanmā kaviḥ sukhī
unter Puṣya von edler Geburt, ein Dichter, glücklich

[?: Die genaue Zuordnung der Eigenschaften „dānto rogī śubho“ zum vorangehenden (Ārdrā) oder folgenden (Punarvasu) Nakṣatra bleibt im korrupten Wortlaut unsicher.]

dhūrtaḥ śaṭhaḥ kṛtaghno 'hau pāpaḥ sarvāśano bhavet / patre bhogī dhanī bhakto dātā priyavacā bhage

Betrügerisch, hinterlistig, undankbar - unter [dem von der] Schlange [beherrschten Nakṣatra Āśleṣā] wird man sündig [und] alles verzehrend; unter [dem von den] Vätern (Pitṛ) [beherrschten Maghā ist man] genussfreudig; unter [dem von] Bhaga [beherrschten Pūrva-Phalgunī ist man] wohlhabend, ergeben, freigebig, von angenehmer Rede.

Wort für Wort
dhūrtaḥ śaṭhaḥ kṛtaghno 'hau
betrügerisch, hinterlistig, undankbar - unter dem Schlangen-Nakṣatra [Āśleṣā]
pāpaḥ sarvāśano bhavet
wird man sündig und alles verzehrend
patre bhogī
unter dem Väter-Nakṣatra [Maghā, ?] genussfreudig
dhanī bhakto dātā priyavacā bhage
unter Bhagas Nakṣatra [Pūrva-Phalgunī] wohlhabend, ergeben, freigebig, von angenehmer Rede

[?: „patre“ ist vermutlich als „pitre“ (Maghā, den Vätern zugeordnet) zu lesen; die genaue Grenze der Nakṣatra-Zuordnungen bleibt unsicher.]

dhanī bhogīnaroryamarkṣe steno dhṛṣṭo ghṛṇī kare / citrāṃbaraḥ sudṛktvāṣṭre na ca dharmadayāparaḥ

Wohlhabend, unter den Menschen genussfreudig - unter Aryamans Nakṣatra [Uttara-Phalgunī]; ein Dieb, verwegen, mitleidig(?) - unter [dem als] Hand [bezeichneten Nakṣatra Hasta]; von buntem Gewand, scharfsichtig - unter Tvaṣṭṛs [Nakṣatra Citrā]; [dabei aber] nicht dem Dharma und dem Mitleid zugetan.

Wort für Wort
dhanī bhogīnaroryamarkṣe
wohlhabend, unter den Menschen genussfreudig - unter Aryamans Nakṣatra
steno dhṛṣṭo ghṛṇī kare
ein Dieb, verwegen, mitleidig(?) - unter dem Hand[-Nakṣatra, Hasta]
citrāṃbaraḥ sudṛktvāṣṭre
von buntem Gewand, scharfsichtig - unter Tvaṣṭṛs Nakṣatra [Citrā]
na ca dharmadayāparaḥ
[dabei aber] nicht dem Dharma und dem Mitleid zugetan

dvīśe lubdhaḥ paṭuḥ krodhī maḍhaiyo āṭhanovideśagaḥ / śākre dharmaparastuṣṭo mūle mānī dhanī sukhī

[Unter den Nakṣatras des Vāyu, des Indra-Agni und des Mitra ist man entsprechend] habgierig, geschickt, zornig, [unstet, in die Fremde ziehend](?); unter Śakras [Indras] Nakṣatra [Jyeṣṭhā, ist man] dem Dharma zugetan, zufrieden; unter Mūla [Nirṛtis Nakṣatra, ist man] stolz, wohlhabend, glücklich.

Wort für Wort
dvīśe lubdhaḥ paṭuḥ krodhī
[unter den Nakṣatras von Vāyu usw. ist man] habgierig, geschickt, zornig [?]
maḍhaiyo āṭhanovideśagaḥ
unstet, in die Fremde ziehend(?) [?]
śākre dharmaparastuṣṭo
unter Śakras (Indras) Nakṣatra [Jyeṣṭhā] dem Dharma zugetan, zufrieden
mūle mānī dhanī sukhī
unter Mūla stolz, wohlhabend, glücklich

[?: Dieser Vers zu den Nakṣatras Svātī (Vāyu), Viśākhā (Indrāgni) und Anurādhā (Mitra) ist besonders korrupt; die einzelnen Eigenschaften lassen sich den drei Nakṣatras nicht sicher zuordnen.]

āpye mānī dṛṣṭo vaiśve namraśca dhārmikaḥ / karṇe dhanī sukhī khyāto dātā śūro dhanī vasau

Unter [dem von den] Gewässern (Āpaḥ) [beherrschten Nakṣatra Pūrvāṣāḍhā ist man] stolz, angesehen; unter [dem der] Viśvedevas [Uttarāṣāḍhā ist man] bescheiden und rechtschaffen; unter [dem als] Ohr [bezeichneten Nakṣatra Śravaṇa ist man] wohlhabend, glücklich, berühmt, freigebig, heldenhaft; unter [dem der] Vasus [Dhaniṣṭhā, ist man ebenso] wohlhabend.

Wort für Wort
āpye mānī dṛṣṭo
unter dem Gewässer-Nakṣatra [Pūrvāṣāḍhā] stolz, angesehen
vaiśve namraśca dhārmikaḥ
unter dem Viśvedeva-Nakṣatra [Uttarāṣāḍhā] bescheiden und rechtschaffen
karṇe dhanī sukhī khyāto dātā śūro
unter dem Ohr-Nakṣatra [Śravaṇa] wohlhabend, glücklich, berühmt, freigebig, heldenhaft
dhanī vasau
unter dem Vasu-Nakṣatra [Dhaniṣṭhā] wohlhabend

[?: „karṇe“ (Ohr) steht hier vermutlich für Śravaṇa, dessen Name selbst „Hören“ bedeutet.]

śeta'rihṝntā vyasanī srījito jāhibhedinī / budhne vaktā sukhī kāntaḥ pauṣṇe śūro dhanī śuciḥ

Unter [Varuṇas Nakṣatra Śatabhiṣak, ist man] ein Feindevernichter, leidenschaftlich, von Frauen überwunden(?); [unter Ajaikapādas Nakṣatra Pūrva-Bhādrapadā ist man ein] Zerteiler(?); unter [dem als] Grund/Tiefe [bezeichneten Nakṣatra des Ahirbudhnya, Uttara-Bhādrapadā, ist man] ein Redner, glücklich, liebenswert; unter Pūṣans [Nakṣatra Revatī, ist man] heldenhaft, wohlhabend, rein.

Wort für Wort
śeta'rihṝntā vyasanī
unter Varuṇas Nakṣatra [Śatabhiṣak] ein Feindevernichter, leidenschaftlich
srījito jāhibhedinī
von Frauen überwunden(?); [unter Ajaikapādas Nakṣatra] ein Zerteiler(?) [?]
budhne vaktā sukhī kāntaḥ
unter dem Tiefe-Nakṣatra [Ahirbudhnya, Uttara-Bhādrapadā] ein Redner, glücklich, liebenswert
pauṣṇe śūro dhanī śuciḥ
unter Pūṣans Nakṣatra [Revatī] heldenhaft, wohlhabend, rein

[?: Dieser Vers zu den letzten vier Nakṣatras (Śatabhiṣak, Pūrva- und Uttara-Bhādrapadā, Revatī) ist in der Mitte besonders korrupt.]

kāmī śūraḥ kṛtajño 'je kāntastyāgī kṣamī vṛṣe / yugme srīdyūtaśāsrajñaḥ sraiṇo hrasvaḥ svabhe vidhau

Begehrlich, heldenhaft, dankbar - [bei dem Mond] in Meṣa; liebenswert, großzügig, geduldig - in Vṛṣabha; in den Wissenschaften von Frauen und Würfelspiel bewandert - in Mithuna (Yugma); den Frauen zugetan, klein gewachsen - [wenn der] Mond im eigenen Zeichen [steht].

Wort für Wort
kāmī śūraḥ kṛtajño 'je
begehrlich, heldenhaft, dankbar - [bei dem Mond] in Meṣa
kāntastyāgī kṣamī vṛṣe
liebenswert, großzügig, geduldig - in Vṛṣabha
yugme srīdyūtaśāsrajñaḥ
in den Wissenschaften von Frauen und Würfelspiel bewandert - in Mithuna
sraiṇo hrasvaḥ svabhe vidhau
den Frauen zugetan, klein gewachsen - [wenn der] Mond im eigenen Zeichen [steht]

[Anm.: Hiermit beginnt eine Charakterbeschreibung nach der Stellung des Mondes in den zwölf Tierkreiszeichen.]

srīdviṭ krodhī harau mānī vikrāntaḥ sthiradhīḥ sukhī / dharmī ślakṣṇaḥ sudhīḥ ṣaṣṭe prājñaḥ prāṃśurdhanī ghaṭe

Frauenfeindlich, zornig - [bei dem Mond] in Siṃha (Hari); stolz, tapfer, festen Sinnes, glücklich [- weiterhin in Siṃha oder in Kanyā]; rechtschaffen, sanft, klug - im sechsten [Zeichen, Kanyā]; klug, hochgewachsen, wohlhabend - in Kumbha.

Wort für Wort
srīdviṭ krodhī harau
frauenfeindlich, zornig - [bei dem Mond] in Siṃha
mānī vikrāntaḥ sthiradhīḥ sukhī
stolz, tapfer, festen Sinnes, glücklich
dharmī ślakṣṇaḥ sudhīḥ ṣaṣṭe
rechtschaffen, sanft, klug - im sechsten Zeichen [Kanyā]
prājñaḥ prāṃśurdhanī ghaṭe
klug, hochgewachsen, wohlhabend - in Kumbha

rogī pūjyaḥ kṣatī kārairpye kaviḥ śilpījyabhe dhanī / mṛge 'laso 'ṭanaḥ svakṣaḥ paradārārthahṛddhaṭe

Krankhaft, [doch] verehrt, durch Handlungen(?) verwundet - [bei dem Mond] in Tulā(?); dichterisch begabt - in [Vṛścika oder Dhanus]; im Zeichen des Handwerks-Herrn (Jupiter) [d.h. Dhanus/Mīna] wohlhabend; in Makara träge, umherschweifend, von eigenem [Wesen]; in [einem weiteren Zeichen] auf fremde Frauen [und] Besitz erpicht.

Wort für Wort
rogī pūjyaḥ kṣatī kārairpye
krankhaft, [doch] verehrt, verwundet - [bei dem Mond] in Tulā(?) [?]
kaviḥ śilpījyabhe dhanī
dichterisch begabt; im Zeichen des Handwerks-Herrn (Jupiter) wohlhabend
mṛge 'laso 'ṭanaḥ svakṣaḥ
in Makara träge, umherschweifend, von eigenem Wesen
paradārārthahṛddhaṭe
in [einem weiteren Zeichen] auf fremde Frauen und Besitz erpicht

[?: Die genaue Zuordnung der Zeichen Tulā bis Kumbha in diesem Vers bleibt im korrupten Wortlaut unsicher.]

sabalebhaibhayevāpisa valejeśilaphalam / anyathā viparītaṃ tatpalaṃmevaṃ pare 'pi na / khyātaḥ srīdviṭ dhanī tīkṣṇojñaḥ kaviḥ śaiṇḍiko dhanī / pūjyo lubdho 'dhanasakho meṣādau bhāskare janau

Ist [der Mond] kraftvoll oder [in] Furcht, dann [zeigt sich] die Frucht des jeweiligen [Zeichens] entsprechend; andernfalls [zeigt sich] das Gegenteil dieser Frucht; auch bei den übrigen [Planeten ist es] nicht anders. Berühmt, frauenfeindlich, wohlhabend, scharfsinnig, dichterisch begabt, [in einem weiteren Zeichen] wohlhabend, verehrt, [aber] habgierig, ohne wohlhabende Freunde - [so ist,] wer in Meṣa usw. unter der Sonne (Bhāskara) geboren ist.

Wort für Wort
sabalebhaibhayevāpisa valejeśilaphalam
ist [der Mond] kraftvoll oder in Furcht, [zeigt sich] die Frucht des jeweiligen Zeichens
anyathā viparītaṃ tatpalaṃmevaṃ pare 'pi na
andernfalls das Gegenteil; auch bei den übrigen Planeten nicht anders
khyātaḥ srīdviṭ dhanī tīkṣṇojñaḥ kaviḥ śaiṇḍiko dhanī
berühmt, frauenfeindlich, wohlhabend, scharfsinnig, dichterisch begabt, [in einem weiteren Zeichen] wohlhabend
pūjyo lubdho 'dhanasakho meṣādau bhāskare janau
verehrt, habgierig, ohne wohlhabende Freunde - so [ist], wer in Meṣa usw. unter der Sonne geboren ist

[Anm.: Dieser Vers ist ausnahmsweise vierzeilig überliefert. Mit dem zweiten Teil beginnt offenbar eine neue Charakterbeschreibung nach der Stellung der Sonne (statt des Mondes) in den Zeichen bzw. nach deren Herrscherplaneten.]

niḥsvor'kabhe bhūmiputre bhūmiputre dhanī cāndre svabhedanaḥ / baudhe kṛtajño jaive tu khyātaḥ śaukre 'nyadārikaḥ

Mittellos - im eigenen Zeichen der Sonne; im Zeichen des Erdsohnes (Mars) wohlhabend; im Zeichen des Mondes selbstzerteilend(?); im Zeichen des Merkur (Baudha) dankbar; im Zeichen des Jupiter (Jaiva) hingegen berühmt; im Zeichen der Venus (Śaukra) ein Ehebrecher (mit fremden Frauen).

Wort für Wort
niḥsvor'kabhe
mittellos - im eigenen Zeichen der Sonne
bhūmiputre dhanī
im Zeichen des Erdsohnes (Mars) wohlhabend
cāndre svabhedanaḥ
im Zeichen des Mondes selbstzerteilend(?)
baudhe kṛtajño jaive tu khyātaḥ śaukre 'nyadārikaḥ
im Zeichen des Merkur dankbar, im Zeichen des Jupiter berühmt, im Zeichen der Venus ein Ehebrecher

[Anm.: Hier wird die Charakterbeschreibung der Sonnenstellung nach den Zeichen-Herren (nicht nach den zwölf Einzelzeichen) fortgeführt: eigenes Zeichen, Mars-, Mond-, Merkur-, Jupiter- und Venus-Zeichen.]

mṛge bahvātmajadhanaḥ kuṃbhe duḥkhyanṛtī khalaḥ / srīdveṣyaḥ svajanadveṣīniyaratyaḥ sadhīyanaḥ

In Makara [ist man] reich an Söhnen und Vermögen; in Kumbha unglücklich, tanzlos(?), boshaft, von Frauen verabscheut, die eigenen Verwandten hassend, in der Liebe zurückhaltend, [doch] klug.

Wort für Wort
mṛge bahvātmajadhanaḥ
in Makara reich an Söhnen und Vermögen
kuṃbhe duḥkhyanṛtī khalaḥ
in Kumbha unglücklich, tanzlos(?), boshaft
srīdveṣyaḥ svajanadveṣī
von Frauen verabscheut, die eigenen Verwandten hassend
niyaratyaḥ sadhīyanaḥ
in der Liebe zurückhaltend, [doch] klug

samānārthaḥ saputrasrīsarṇaḥ sūryādibhe budhe / senānīḥ stryarthaputrāḍhyaḥ dakṣamaiśyaḥ paricchadī

Von durchschnittlichem Vermögen, mit Sohn und Ehefrau, von [gutem] Ansehen(?) - [bei] Merkur im Zeichen, beginnend mit dem der Sonne; ein Heerführer, reich an Ehefrauen(?), Vermögen und Söhnen, geschickt, herrschaftlich(?), mit [reichem] Gefolge.

Wort für Wort
samānārthaḥ saputrasrīsarṇaḥ
von durchschnittlichem Vermögen, mit Sohn und Ehefrau, von [gutem] Ansehen(?)
sūryādibhe budhe
[bei] Merkur im Zeichen, beginnend mit dem der Sonne
senānīḥ stryarthaputrāḍhyaḥ
ein Heerführer, reich an Ehefrauen, Vermögen und Söhnen
dakṣamaiśyaḥ paricchadī
geschickt, herrschaftlich(?), mit [reichem] Gefolge

[Anm.: Hier beginnt offenbar die Charakterbeschreibung nach der Stellung des Merkur in den Zeichen der übrigen Planeten.]

maṇḍaleśaḥ sārthasukhaḥ sarṇasvāmyarkabhādgurau / stryāptārtho mandaśokāḍhyo bandhudveṣī dhanāghavān

Ein Bezirksherrscher, mit Reichtum und Glück versehen, von [gutem] Ansehen und Herrschaft - [bei] Jupiter im Zeichen der Sonne; durch Frauen zu Vermögen gekommen, [doch] von geringem Kummer erfüllt(?), die eigenen Verwandten hassend, reich an Vermögen [und] Sünde.

Wort für Wort
maṇḍaleśaḥ sārthasukhaḥ
ein Bezirksherrscher, mit Reichtum und Glück versehen
sarṇasvāmyarkabhādgurau
von [gutem] Ansehen und Herrschaft - [bei] Jupiter im Zeichen der Sonne
stryāptārtho mandaśokāḍhyo
durch Frauen zu Vermögen gekommen, [doch] von Kummer erfüllt(?)
bandhudveṣī dhanāghavān
die eigenen Verwandten hassend, reich an Vermögen und Sünde

sārthaḥ prājñaḥ samaḥ khyātiḥ srīji'torkādibhe mṛgau / vyaṅgajārtho khaprasūko vidhimitro sukhatrayaḥ

Mit Vermögen, klug, ausgeglichen, berühmt, durch Frauen [begünstigt] - [bei Jupiter] im Zeichen der Sonne usw., in Makara; durch Verunstaltung(?) zu Vermögen gekommen, mit unedler Nachkommenschaft(?), dem Schicksal befreundet, [von] dreifachem Glück.

Wort für Wort
sārthaḥ prājñaḥ samaḥ khyātiḥ
mit Vermögen, klug, ausgeglichen, berühmt
srīji'torkādibhe mṛgau
durch Frauen [begünstigt] - im Zeichen der Sonne usw., in Makara
vyaṅgajārtho khaprasūko
durch Verunstaltung(?) zu Vermögen gekommen, mit unedler Nachkommenschaft(?)
vidhimitro sukhatrayaḥ
dem Schicksal befreundet, [von] dreifachem Glück

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

satputrastrīdhano rājā grāme śokādibherkaje / bhūpajñaguṇipaurāsvādṛṣṭebjejesṛgādibhiḥ

Mit gutem Sohn, Ehefrau [und] Vermögen, ein König im Dorf(?) - im Zeichen des Kummers usw., im Zeichen des Mars; von Königen, Weisen [und] tugendhaften Bürgern geschätzt(?) - [bei Mars,] aspektiert vom Mond und Jupiter, mit Blut(?) usw.

Wort für Wort
satputrastrīdhano rājā grāme
mit gutem Sohn, Ehefrau, Vermögen, ein König im Dorf(?)
śokādibherkaje
im Zeichen des Kummers usw., im Zeichen des Mars
bhūpajñaguṇipaurāsvādṛṣṭe
von Königen, Weisen, tugendhaften Bürgern geschätzt(?)
'bjejesṛgādibhiḥ
[bei Mars,] aspektiert vom Mond und Jupiter, mit Blut(?) usw.

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

niḥ svastena nṛpāḥ prajñapreṣyāmavinṛyugmage / dhātvājīvī nṛpajñābhītantuvāyādhanāḥ svabhe

Mittellos, dadurch [aber dennoch bei] Königen, weise, [oder] dienstbar, unter Menschen im Doppelzeichen [Mithuna]; von Mineralien(Metallen) lebend, mit Königen und Weisen vertraut, [oder als] Weber, ohne Reichtum - im eigenen Zeichen.

Wort für Wort
niḥ svastena nṛpāḥ prajñapreṣyāmavinṛyugmage
mittellos, dadurch [dennoch bei] Königen, weise, [oder] dienstbar, unter Menschen im Doppelzeichen [?]
dhātvājīvī nṛpajñābhī
von Mineralien lebend, mit Königen und Weisen vertraut
tantuvāyādhanāḥ svabhe
[oder als] Weber, ohne Reichtum - im eigenen Zeichen

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

yuyutsukavisūrījyadhātujīvidṛgāmayāḥ / jyotirjñāḍhyejyanu khalu nṛpejñādikarharau

Kampflustig, dichterisch begabt, tapfer, von Jupiter [begünstigt], von Metallen lebend, [doch] augenkrank - unter Jupiter; in der Sternkunde bewandert, wohlhabend, unter Jupiter fürwahr; bei Königen und Weisen [tätig] - [bei Merkur usw.] im Zeichen des Mars (Hari).

Wort für Wort
yuyutsukavisūrījyadhātujīvidṛgāmayāḥ
kampflustig, dichterisch begabt, tapfer, von Jupiter begünstigt, von Metallen lebend, augenkrank
jyotirjñāḍhyejyanu khalu
in der Sternkunde bewandert, wohlhabend, unter Jupiter fürwahr
nṛpejñādikarharau
bei Königen und Weisen tätig - im Zeichen des Mars

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

ṣaṣṭe śubhairnṛpacamūpanaipuṇyavatitāśayāḥ / jūke bhūpasvarṇakāravaṇijaḥ śeṣadṛgyute

Im sechsten [Zeichen], mit Wohltätern [verbunden, ist man] in Geschicklichkeit als Heerführer eines Königs begabt; in Kumbha(Jūka?) [tätig als] Golddschmied oder Kaufmann für Könige, [wenn] mit dem Blick der übrigen [Planeten] verbunden.

Wort für Wort
ṣaṣṭe śubhairnṛpacamūpanaipuṇyavatitāśayāḥ
im sechsten Zeichen, mit Wohltätern, in Geschicklichkeit als Heerführer eines Königs begabt
jūke bhūpasvarṇakāravaṇijaḥ
in Kumbha [tätig als] Goldschmied oder Kaufmann für Könige
śeṣadṛgyute
[wenn] mit dem Blick der übrigen Planeten verbunden

dvipaitṛkābdhidhvajino vyaṅgā svakṣitipā alau / jñātikṣmājanayāścāye sadbhirdarmī śaṭhastathā

Von zweifachem väterlichen Erbe, mit Bannern des Meeres(?), verunstaltet, [doch] eigene Herrscher - in Vṛścika(?); mit verwandten Herrschern verbunden - im [Gewinn-]Haus; mit Wohltätern rechtschaffen, ebenso [aber mit Übeltätern] hinterlistig.

Wort für Wort
dvipaitṛkābdhidhvajino vyaṅgā
von zweifachem väterlichen Erbe, mit Bannern des Meeres(?), verunstaltet
svakṣitipā alau
[doch] eigene Herrscher - [im Zeichen] Vṛścika(?)
jñātikṣmājanayāścāye
mit verwandten Herrschern verbunden - im Gewinnhaus
sadbhirdarmī śaṭhastathā
mit Wohltätern rechtschaffen, ebenso [mit Übeltätern] hinterlistig

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

bhūpamaṇḍitasakhejyāmṛge bhūyānyadārikau / kuṃbhe śeṣaiśca hāsyajñanṛpajñāḥ sadbhirantyabhe

Von Königen geschmückte Freunde - unter Jupiter in Makara; überdies ein Ehebrecher(?); in Kumbha, zusammen mit den übrigen [Planeten, ist man] humorvoll, mit Königen und Weisen vertraut; mit Wohltätern - im letzten Zeichen [Mīna].

Wort für Wort
bhūpamaṇḍitasakhejyāmṛge
von Königen geschmückte Freunde - unter Jupiter in Makara
bhūyānyadārikau
überdies ein Ehebrecher(?)
kuṃbhe śeṣaiśca hāsyajñanṛpajñāḥ
in Kumbha, mit den übrigen Planeten, humorvoll, mit Königen und Weisen vertraut
sadbhirantyabhe
mit Wohltätern - im letzten Zeichen [Mīna]

hāreśarkṣadalasthaistu dṛṣṭo yuktaḥ śaśī śubhaḥ / tryaṃśe tatpatimitrarkṣagateryuktekṣitastathā

Vom Herrn der [entsprechenden] Horā, [dessen] Zeichenhälfte [er innehat], aspektiert oder verbunden, [wenn der] Mond wohltätig [ist, gilt Entsprechendes]; im Drittelabschnitt (Dreṣkāṇa), [wenn dessen] Herr im Zeichen eines Freundes steht, ebenso aspektiert oder verbunden.

Wort für Wort
hāreśarkṣadalasthaistu
vom Herrn der Horā, [dessen] Zeichenhälfte [er innehat]
dṛṣṭo yuktaḥ śaśī śubhaḥ
aspektiert oder verbunden, [wenn der] Mond wohltätig ist
tryaṃśe tatpatimitrarkṣagateḥ
im Drittelabschnitt, [wenn dessen] Herr im Zeichen eines Freundes steht
yuktekṣitastathā
ebenso aspektiert oder verbunden

dvādaśāṃśe phalaṃ proktaṃ navāṃśe 'pyatha kīrtyate / ārakṣeko vadharucirniyuddhakuśalor'thavān

Im Zwölftel-Grad (Dvādaśāṃśa) ist das [gleiche] Ergebnis erklärt; nun wird es auch für den Neuntel-Grad (Navāṃśa) verkündet: [bei] Mars [ist man ein] Wächter, dem Töten zugeneigt, im Zweikampf geschickt, [und dabei] wohlhabend.

Wort für Wort
dvādaśāṃśe phalaṃ proktaṃ
im Zwölftel-Grad ist das [gleiche] Ergebnis erklärt
navāṃśe 'pyatha kīrtyate
nun wird es auch für den Neuntel-Grad verkündet
ārakṣeko vadharucirniyuddhakuśalaḥ
[bei] Mars ist man ein Wächter, dem Töten zugeneigt, im Zweikampf geschickt
arthavān
und dabei wohlhabend

kalahaḥ kṣitijāṃsthe śaukre mūrkho 'nyadāradaḥ / kaviḥ sukhī budhāṃśe tu naṭacaurajñaśilpinaḥ

Streitsüchtig - [bei Mars] im Zeichen des Erdsohnes; unter Venus [ist man] töricht, ein Ehebrecher; dichterisch begabt [und] glücklich; im Grad des Merkur aber [ist man] Schauspieler, Dieb, Gelehrter [oder] Handwerker.

Wort für Wort
kalahaḥ kṣitijāṃsthe
streitsüchtig - [bei Mars] im Zeichen des Erdsohnes
śaukre mūrkho 'nyadāradaḥ
unter Venus töricht, ein Ehebrecher
kaviḥ sukhī
dichterisch begabt und glücklich
budhāṃśe tu naṭacaurajñaśilpinaḥ
im Grad des Merkur aber Schauspieler, Dieb, Gelehrter oder Handwerker

svāṃśe tvalpatanuḥ sakhastapasvī lobhatatparaḥ / krodhī nidhīśo mātyo vā nṛpo hiṃsro suto hareḥ

Im eigenen Grad [des Mars aber ist man] von schwächlichem Körper, [doch] freundlich, ein Asket, [aber] der Habgier ergeben; [im Grad des Jupiter ist man] zornig, ein Schatzmeister oder Minister, oder ein König, gewalttätig - [so ist] der Sohn des Hari (Mars/Indra?).

Wort für Wort
svāṃśe tvalpatanuḥ sakhastapasvī lobhatatparaḥ
im eigenen Grad aber von schwächlichem Körper, freundlich, ein Asket, der Habgier ergeben
krodhī nidhīśo mātyo vā
zornig, ein Schatzmeister oder Minister
nṛpo hiṃsro suto hareḥ
oder ein gewalttätiger König - so ist der Sohn des Hari

jīvāṃśe hāsyavidyodhā balī mantrī ca dhārmikaḥ / alpāpatyo duḥkhito kho duṣṭastrīsauribhāgage

Im Grad des Jupiter [ist man] humorvoll, gelehrt, kraftvoll, ein rechtschaffener Minister; [bei Saturn im Zeichen einer] bösen Frau, im Grad des Saturn [ist man] mit wenig Nachkommenschaft, unglücklich.

Wort für Wort
jīvāṃśe hāsyavidyodhā balī
im Grad des Jupiter humorvoll, gelehrt, kraftvoll
mantrī ca dhārmikaḥ
und ein rechtschaffener Minister
alpāpatyo duḥkhito kho
mit wenig Nachkommenschaft, unglücklich, im [zwölften] Haus
duṣṭastrīsauribhāgage
[bei Saturn] im Zeichen einer bösen Frau, im Grad des Saturn

bhānārvidvādidṛṣṭe nu tadvadeva phalaṃ vadet / vargottame khe parabhe pala muktaṃ śubhaṃ kramāt

Ist [ein Planet] von Jupiter(?) usw. aspektiert, so soll man in gleicher Weise das Ergebnis verkünden; in Vargottama, im eigenen [Zeichen und] im fremden Zeichen wird das Ergebnis (Pala) der Reihe nach [voll, mittel oder gering] günstig freigesetzt.

Wort für Wort
bhānārvidvādidṛṣṭe nu
ist [ein Planet] von Jupiter(?) usw. aspektiert
tadvadeva phalaṃ vadet
so soll man in gleicher Weise das Ergebnis verkünden
vargottame khe parabhe
in Vargottama, im eigenen und im fremden Zeichen
pala muktaṃ śubhaṃ kramāt
wird das Ergebnis der Reihe nach günstig freigesetzt

puṣṭaṃ madhyaṃ laghu jñeyaṃ yadi cāṃśapatirbalī / rāśīkṣaṇaphalaṃ ruddhvā dadātyaṃśapalaṃ spuṭam

Als kräftig, mittel [oder] gering ist [das Ergebnis] zu erkennen, wenn der Herr des [betreffenden] Grades kraftvoll ist; nachdem es das Ergebnis des Zeichenblicks zurückgehalten hat, gibt es deutlich das Ergebnis des Grades (Aṃśapala).

Wort für Wort
puṣṭaṃ madhyaṃ laghu jñeyaṃ
als kräftig, mittel oder gering ist [das Ergebnis] zu erkennen
yadi cāṃśapatirbalī
wenn der Herr des Grades kraftvoll ist
rāśīkṣaṇaphalaṃ ruddhvā
nachdem es das Ergebnis des Zeichenblicks zurückgehalten hat
dadātyaṃśapalaṃ spuṭam
gibt es deutlich das Ergebnis des Grades

śūrastabdho vikaladṛgnighṛṇor'ke tanusthite / meṣe dhanī taimirakaḥ siṃhe rātryandha eva ca

Heldenhaft, hochmütig, von beeinträchtigtem Augenlicht, unbarmherzig - [wenn] die Sonne im ersten Haus steht; in Meṣa [ist man] wohlhabend, [aber] am Grauen Star leidend; in Siṃha geradezu nachtblind.

Wort für Wort
śūrastabdho vikaladṛgnighṛṇoḥ
heldenhaft, hochmütig, von beeinträchtigtem Augenlicht, unbarmherzig
arke tanusthite
[wenn] die Sonne im ersten Haus steht
meṣe dhanī taimirakaḥ
in Meṣa wohlhabend, [aber] am Grauen Star leidend
siṃhe rātryandha eva ca
in Siṃha geradezu nachtblind

[Anm.: Hiermit beginnt ein Abschnitt über die Stellung der Sonne in den zwölf Häusern (Bhāva) und ihre Wirkungen, insbesondere hinsichtlich der Augen.]

nīcodhosvaḥ karkager'ke udbudākṣastanusthite / dvitīyer'ke bahudhano nṛpadaṇḍyo mukhāmayī

Niedrig, arm(?) - [wenn die Sonne] in Karka [steht]; mit hervorstehenden Augen - [wenn sie] im ersten Haus steht; [steht sie] im zweiten Haus, [ist man] sehr wohlhabend, [aber] vom König bestraft, an Gesichtskrankheit leidend.

Wort für Wort
nīcodhosvaḥ karkager'ke
niedrig, arm(?) - [wenn die Sonne] in Karka [steht]
udbudākṣastanusthite
mit hervorstehenden Augen - [wenn sie] im ersten Haus steht
dvitīyer'ke bahudhano
[steht sie] im zweiten Haus, sehr wohlhabend
nṛpadaṇḍyo mukhāmayī
[aber] vom König bestraft, an Gesichtskrankheit leidend

trige budho vikramī ca vimukhaḥ pīḍito bhuvi / dhanāpatyoktito dhīsthe balī śatrujitorige

[Steht die Sonne] im dritten [Haus, ist man] klug und tapfer; abgewandt, [auf der] Erde geplagt; mit Vermögen und Nachkommenschaft ausgestattet - [wenn sie] im neunten [Haus steht]; kraftvoll, Sieger über Feinde - im sechsten [Haus].

Wort für Wort
trige budho vikramī ca
[steht die Sonne] im dritten Haus, ist man klug und tapfer
vimukhaḥ pīḍito bhuvi
abgewandt, auf der Erde geplagt
dhanāpatyoktito dhīsthe
mit Vermögen und Nachkommenschaft ausgestattet - im neunten Haus
balī śatrujitorige
kraftvoll, Sieger über Feinde - im sechsten Haus

strī jito dyūnasaṃsthe ca nidhanelpātmajolpadṛk / sutārthasukhabhā bhāraye daśame śrutaśauryavāt

Von einer Frau besiegt - [wenn die Sonne] im zweiten Haus steht; und im achten [Haus, ist man] von wenig Nachkommenschaft und schwachem Augenlicht; mit Sohn, Vermögen und Glück versehen - im [entsprechend belasteten(?)] Haus; im zehnten [Haus, ist man] für Tapferkeit berühmt.

Wort für Wort
strī jito dyūnasaṃsthe ca
von einer Frau besiegt - [wenn die Sonne] im zweiten Haus steht
nidhanelpātmajolpadṛk
und im achten Haus, von wenig Nachkommenschaft und schwachem Augenlicht
sutārthasukhabhā bhāraye
mit Sohn, Vermögen und Glück versehen - im [belasteten(?)] Haus
daśame śrutaśauryavāt
im zehnten Haus, für Tapferkeit berühmt

[?: „bhāraye“ bleibt unklar.]

lābhe bahudhano mānī patito kho 'vyaye ravau / mūkodho badhiraḥ preṣyo jege khāñcājage dhanī

Im elften Haus [ist man] sehr wohlhabend und stolz; [steht] die Sonne im zwölften Haus, [ist man] gefallen(erniedrigt); stumm, dumpf(?), taub, dienstbar; [steht sie] in einem beweglichen Zeichen, wohlhabend.

Wort für Wort
lābhe bahudhano mānī
im elften Haus sehr wohlhabend und stolz
patito kho 'vyaye ravau
[steht] die Sonne im zwölften Haus, ist man gefallen(erniedrigt)
mūkodho badhiraḥ preṣyo
stumm, dumpf(?), taub, dienstbar
jege khāñcājage dhanī
[steht sie] in einem beweglichen Zeichen, wohlhabend

buṭurvā dhanavānadhe hiṃsro vikramage bhavet / sādhubhāvaḥ sukhagate dhīsthe kanyāprajolasaḥ

Oder [man wird ein] junger [Brahmanenschüler], wohlhabend - in niedriger Stellung; gewalttätig wird man - [wenn die Sonne] im dritten Haus steht; von tugendhaftem Wesen - im vierten Haus; im neunten Haus [ist man] mit Töchtern als Nachkommenschaft [gesegnet, aber] träge.

Wort für Wort
buṭurvā dhanavānadhe
oder [man wird ein] junger Schüler, wohlhabend - in niedriger Stellung
hiṃsro vikramage bhavet
gewalttätig wird man - [wenn die Sonne] im dritten Haus steht
sādhubhāvaḥ sukhagate
von tugendhaftem Wesen - im vierten Haus
dhīsthe kanyāprajolasaḥ
im neunten Haus mit Töchtern als Nachkommenschaft, [aber] träge

alpāgnikāmastīkṣṇorauīṣyustatrimadojñarave / vyādhipūḍānvito mṛtyau bhānurddhanage mitradhanānvitaḥ

Von schwachem Verdauungsfeuer und schwacher Begierde, scharf, neidisch - [wenn die Sonne] im Trikoṇa [steht, ist man dabei] stolz und klug; von Krankheit geplagt - [steht sie] im achten Haus (Tod); die Sonne im zweiten Haus [bringt] auch das Vermögen von Freunden mit sich.

Wort für Wort
alpāgnikāmastīkṣṇorauīṣyustatrimadojñarave
von schwachem Verdauungsfeuer und Begierde, scharf, neidisch - [wenn die Sonne] im Trikoṇa steht, stolz und klug
vyādhipūḍānvito mṛtyau
von Krankheit geplagt - im achten Haus
bhānurddhanage mitradhanānvitaḥ
die Sonne im zweiten Haus bringt auch das Vermögen von Freunden mit sich

dharmadhīdhanayugrājye khyātadhīdhanayugbhavet / kṣudrāeṃ'gahīno vyayage candre proktaṃ phalaṃ budhaiḥ

Mit Rechtschaffenheit, Weisheit [und] Vermögen versehen - [steht die Sonne] im zehnten Haus (Rājya), wird man berühmt, weise [und] wohlhabend; gering, von schwachem Körper - [steht] der Mond im zwölften Haus - so ist von den Weisen das Ergebnis [für den Mond, nach demselben Schema,] verkündet.

Wort für Wort
dharmadhīdhanayugrājye
mit Rechtschaffenheit, Weisheit und Vermögen versehen - im zehnten Haus
khyātadhīdhanayugbhavet
wird man berühmt, weise und wohlhabend
kṣudrāeṃ'gahīno vyayage candre
gering, von schwachem Körper - [steht] der Mond im zwölften Haus
proktaṃ phalaṃ budhaiḥ
so ist von den Weisen das Ergebnis [für den Mond] verkündet

[Anm.: Mit diesem Vers geht die Darstellung von der Sonne zum Mond über; das Verfahren (Ergebnis nach Häuserstellung) wird für die übrigen Planeten sinngemäß analog angewandt.]

lagne kuje kṣatatanurddhanage tu kadannabhuk / dharmapāpasamācāro 'nyatra sūryasamo mataḥ

[Steht] Mars im Aszendenten, [ist man] von verwundetem Körper; im zweiten Haus aber isst man schlechte Speise; von gemischtem, rechtschaffenem und sündigem Verhalten; im Übrigen gilt [das Ergebnis] gleich dem der Sonne.

Wort für Wort
lagne kuje kṣatatanurddhanage tu kadannabhuk
[steht] Mars im Aszendenten, von verwundetem Körper; im zweiten Haus aber isst man schlechte Speise
dharmapāpasamācāro
von gemischtem, rechtschaffenem und sündigem Verhalten
'nyatra sūryasamo mataḥ
im Übrigen gilt [das Ergebnis] gleich dem der Sonne

vidvān dhanī ca pravaraḥ paṇḍitaḥ sacivoriyuk / dharmajño vistṛtaguṇo gādhojñeyarator'kavat

Gelehrt und wohlhabend, hervorragend, ein Gelehrter, Minister, mit [besiegten] Feinden versehen; kundig des Dharma, von umfassenden Tugenden - [dies gilt für Mars im entsprechenden Haus,] entsprechend der Feindes[-Regel] der Sonne zu erkennen.

Wort für Wort
vidvān dhanī ca pravaraḥ paṇḍitaḥ
gelehrt und wohlhabend, hervorragend, ein Gelehrter
sacivoriyuk dharmajño vistṛtaguṇo
Minister, mit [besiegten] Feinden, kundig des Dharma, von umfassenden Tugenden
gādhojñeyarator'kavat
entsprechend der Feindes[-Regel] der Sonne zu erkennen

vidvānsa vācyaḥ kṛpaṇī sukhākṣo ripugṛddhimān / nīcastapasvī caṣṇavanī lobhīduṣṭastanorguro

Er ist als gelehrt zu bezeichnen, [doch] geizig, von angenehmen Augen, nach der Vernichtung von Feinden gierig; niedrig, asketisch, [unstet(?)], habgierig, boshaft - [bei] Jupiter im ersten Haus.

Wort für Wort
vidvānsa vācyaḥ kṛpaṇī
er ist als gelehrt zu bezeichnen, [doch] geizig
sukhākṣo ripugṛddhimān
von angenehmen Augen, nach der Vernichtung von Feinden gierig
nīcastapasvī caṣṇavanī lobhīduṣṭaḥ
niedrig, asketisch, [unstet(?)], habgierig, boshaft
tanorguro
bei Jupiter im ersten Haus

[?: „caṣṇavanī“ bleibt unklar.]

smarī mukhī vilagnasthe kalahī suratotsukaḥ / sukhitastanapasye ca bhṛgau jīvavadanyataḥ

Begehrlich, von [schönem] Antlitz - [wenn Jupiter] im Aszendenten steht; streitsüchtig, dem Liebesgenuss zugetan; glücklich - im ersten [oder Askese-]Haus; und bei Venus (Bhṛgu) [gilt] wie bei Jupiter, im Übrigen entsprechend.

Wort für Wort
smarī mukhī vilagnasthe
begehrlich, von [schönem] Antlitz - [wenn Jupiter] im Aszendenten steht
kalahī suratotsukaḥ
streitsüchtig, dem Liebesgenuss zugetan
sukhitastanapasye ca
glücklich - im ersten [oder Askese-]Haus
bhṛgau jīvavadanyataḥ
und bei Venus gilt wie bei Jupiter, im Übrigen entsprechend

niḥśvo rogī kāmavaśo malinaḥ śaiśavārtiyuk / alaso lagnage mande dharmātsvoñcagate nṛpaḥ

Mittellos, krank, der Begierde unterworfen, unrein, seit der Kindheit leidgeplagt, träge - [wenn] Saturn im Aszendenten steht; [steht er] im neunten [Haus], in eigener Exaltation, [wird man] König.

Wort für Wort
niḥśvo rogī kāmavaśo malinaḥ
mittellos, krank, der Begierde unterworfen, unrein
śaiśavārtiyuk alaso lagnage mande
seit der Kindheit leidgeplagt, träge - [wenn] Saturn im Aszendenten steht
dharmātsvoñcagate nṛpaḥ
[steht er] im neunten Haus, in eigener Exaltation, wird man König

grāmādhipaḥ sa vidvāṃśca cārvaṅgo 'nyatra sūryavat / pūrṇamuccetha pādonaphalaṃ mūlatrikoṇage

Er ist Dorfherrscher und gelehrt, von schönen Gliedern; im Übrigen [gilt es] wie bei der Sonne; voll [ist das Ergebnis] in der Exaltation, um ein Viertel gemindert im Wurzeltrigon (Mūlatrikoṇa).

Wort für Wort
grāmādhipaḥ sa vidvāṃśca cārvaṅgo
er ist Dorfherrscher und gelehrt, von schönen Gliedern
'nyatra sūryavat
im Übrigen [gilt es] wie bei der Sonne
pūrṇamuccetha
voll [ist das Ergebnis] in der Exaltation
pādonaphalaṃ mūlatrikoṇage
um ein Viertel gemindert im Wurzeltrigon

śubhagrahedalaṃ svarkṣe mitrabheṃ'ghrimitaṃ phalam / śatrubhe 'lpaṃ tathā nīcāstaṅgate phalaśūnyatā

Bei einem Wohltäter-Planeten [ist das Ergebnis] halb im eigenen Zeichen, im Zeichen eines Freundes um ein Viertel bemessen; im Zeichen eines Feindes gering; ebenso in der Debilitation [oder] im Kombustsein Leere des Ergebnisses.

Wort für Wort
śubhagrahedalaṃ svarkṣe
bei einem Wohltäter-Planeten [ist das Ergebnis] halb im eigenen Zeichen
mitrabheṃ'ghrimitaṃ phalam
im Zeichen eines Freundes um ein Viertel bemessen
śatrubhe 'lpaṃ
im Zeichen eines Feindes gering
tathā nīcāstaṅgate phalaśūnyatā
ebenso in der Debilitation oder im Kombustsein Leere des Ergebnisses

khabharākādike kheṭe kulatulyaḥ kulādhikaḥ / bandhupūjyo 'thadhanavānsukhī bhogī nṛpaḥ kramāt

Durch den Planeten [als Herrn] des zweiten Zeichens usw. [ergibt sich, je nach Stärke, der Reihe nach]: der eigenen Familie gleich, über die eigene Familie erhaben, von den Verwandten verehrt, sodann wohlhabend, glücklich, genussfreudig, König.

Wort für Wort
khabharākādike kheṭe
durch den Planeten [als Herrn] des zweiten Zeichens usw.
kulatulyaḥ kulādhikaḥ
der eigenen Familie gleich, über sie erhaben
bandhupūjyo 'thadhanavān
von den Verwandten verehrt, sodann wohlhabend
sukhī bhogī nṛpaḥ kramāt
glücklich, genussfreudig, König - der Reihe nach

parivittasuhṛdvandhupoṣyāgaṇabalādhipau / nṛpaśca mitrabhāstheṣu kheṭe vrekādiṣu kramāt

Ein Ernährer von Vermögen, Freunden, Verwandten [und] Abhängigen, ein Truppenführer, und ein König - [dies ergibt sich] bei einem Planeten, der im Zeichen eines Freundes steht, der Reihe nach [je nach den genannten Stufen].

Wort für Wort
parivittasuhṛdvandhupoṣyāgaṇabalādhipau
ein Ernährer von Vermögen, Freunden, Verwandten, Abhängigen, ein Truppenführer
nṛpaśca
und ein König
mitrabhāstheṣu kheṭe
bei einem Planeten, der im Zeichen eines Freundes steht
vrekādiṣu kramāt
der Reihe nach, [je nach den genannten Stufen]

viṣamarkṣer'kahorāyāṃ sasthite śubhabheṣu ca / khyāto mahodyamī cātitejā dhīmāndhanī balī

In einem ungeraden Zeichen, in der Horā der Sonne, [wenn ein Planet] gut gestellt ist, und in wohltätigen Zeichen, [wird man] berühmt, überaus tatkräftig, von großem Glanz, weise, wohlhabend, kraftvoll.

Wort für Wort
viṣamarkṣer'kahorāyāṃ
in einem ungeraden Zeichen, in der Horā der Sonne
sasthite śubhabheṣu ca
[wenn ein Planet] gut gestellt ist, und in wohltätigen Zeichen
khyāto mahodyamī cātitejā
berühmt, überaus tatkräftig, von großem Glanz
dhīmāndhanī balī
weise, wohlhabend, kraftvoll

śubheṣu candrahorāyāṃ sthiteṣu samarāśiṣu / kāntimārddavasaubhāgyabhogadhīmānbhavennaraḥ

[Stehen Wohltäter-Planeten] in der Horā des Mondes, in geraden Zeichen befindlich, so wird der Mensch mit Schönheit, Sanftheit, Glück, Genuss [und] Weisheit ausgestattet.

Wort für Wort
śubheṣu candrahorāyāṃ sthiteṣu
[stehen] Wohltäter-Planeten in der Horā des Mondes
samarāśiṣu
in geraden Zeichen befindlich
kāntimārddavasaubhāgyabhogadhīmān
mit Schönheit, Sanftheit, Glück, Genuss und Weisheit ausgestattet
bhavennaraḥ
wird der Mensch [so]

sūryahorāgataḥ pāpaḥ samabheṣu tu madhyamāḥ / viṣamarkṣeṣu bhāskaryā saumyā noktaphalapradāḥ

Ein in der Horā der Sonne befindlicher Unglücksplanet [gibt], in geraden Zeichen aber, mittlere [Ergebnisse]; in ungeraden Zeichen, in der Horā der Sonne [wirken sie ungünstig]; die Wohltäter [in der Mond-Horā] gewähren die genannten [guten] Ergebnisse.

Wort für Wort
sūryahorāgataḥ pāpaḥ
ein in der Horā der Sonne befindlicher Unglücksplanet
samabheṣu tu madhyamāḥ
gibt in geraden Zeichen aber mittlere Ergebnisse
viṣamarkṣeṣu bhāskaryā
in ungeraden Zeichen, in der Horā der Sonne
saumyā noktaphalapradāḥ
die Wohltäter gewähren die genannten [guten] Ergebnisse

svamitratryaṃśagaścandraḥ surūpaṃ guṇinaṃ naram / karotyannagatastadvattattulyaguṇarūpiṇam

Der im Drittelabschnitt (Dreṣkāṇa) des eigenen [Zeichens] oder eines Freundes stehende Mond macht [den Menschen] von schöner Gestalt und tugendhaft; in einem anderen [neutralen Zeichen] stehend, ebenso [macht er ihn] von entsprechender Tugend und Gestalt.

Wort für Wort
svamitratryaṃśagaścandraḥ
der im Drittelabschnitt des eigenen Zeichens oder eines Freundes stehende Mond
surūpaṃ guṇinaṃ naraṃ karoti
macht [den Menschen] von schöner Gestalt und tugendhaft
annagatastadvat
in einem anderen [neutralen Zeichen] stehend, ebenso
tattulyaguṇarūpiṇam
[macht er ihn] von entsprechender Tugend und Gestalt

vyālāyudhe catuṣpādāṃ'jeṣu ca tryaṃśake ca / tīkṣṇe 'tihiṃsraśca bhavedgurutalpagatoṭanaḥ

[Steht der Mond] im Drittelabschnitt der Schlange [oder] der Waffe, oder unter den Vierfüßler-[Zeichen], [so wird man] scharf [und] überaus gewalttätig, und ein Schänder des Lehrerbetts, ein Herumtreiber.

Wort für Wort
vyālāyudhe catuṣpādāṃ'jeṣu ca tryaṃśake ca
[steht der Mond] im Drittelabschnitt der Schlange oder der Waffe, oder unter den Vierfüßler-Zeichen
tīkṣṇe 'tihiṃsraśca bhavet
so wird man scharf und überaus gewalttätig
gurutalpagatoṭanaḥ
und ein Schänder des Lehrerbetts, ein Herumtreiber

steno bhoktā sadhanadhīrnṛpaḥ klībaśca śatruhā / viṣṭikṛddāsavṛttiśca pāpo hiṃsno 'matirbhavet

[In weiteren Drittelabschnitten wird man] ein Dieb, ein Genießer, wohlhabend und klug, ein König, oder geschlechtslos und ein Feindevernichter; einer, der Frondienst leistet und als Diener lebt; [im ungünstigsten Fall wird man] boshaft, gewalttätig und töricht.

Wort für Wort
steno bhoktā sadhanadhīrnṛpaḥ
ein Dieb, ein Genießer, wohlhabend und klug, ein König
klībaśca śatruhā
oder geschlechtslos und ein Feindevernichter
viṣṭikṛddāsavṛttiśca
einer, der Frondienst leistet und als Diener lebt
pāpo hiṃsno 'matirbhavet
boshaft, gewalttätig und töricht wird man [im ungünstigsten Fall]

meṣādikottamāṃśeṣu dvādaśāṃśeṣu rāśivat / jāyābalavibhūṣāḍhyaḥ sattvayukto 'tisāhasī

In den besten Graden der [Zeichen] Meṣa usw., in den Zwölftelabschnitten (Dvādaśāṃśa), [gilt es] wie beim Zeichen selbst: [man wird] reich an starker, geschmückter Ehefrau, von Tatkraft erfüllt, überaus wagemutig.

Wort für Wort
meṣādikottamāṃśeṣu dvādaśāṃśeṣu rāśivat
in den besten Graden von Meṣa usw., in den Zwölftelabschnitten, wie beim Zeichen selbst
jāyābalavibhūṣāḍhyaḥ
reich an starker, geschmückter Ehefrau
sattvayukto 'tisāhasī
von Tatkraft erfüllt, überaus wagemutig

tejasvī ca naraḥ khāye triṃśāṃse sṛjisaṃsthite / āmayī vā svabhāryāyāṃ viṣamaḥ pāradārikaḥ

Und der Mensch [ist] energiegeladen - im zweiten oder elften [Grad(?)]; [steht der Mond] im Dreißigstelabschnitt (Triṃśāṃśa) der Venus, [so ist man] entweder krank in Bezug auf die eigene Ehefrau, oder untreu [und] ein Ehebrecher.

Wort für Wort
tejasvī ca naraḥ khāye
und der Mensch [ist] energiegeladen - im zweiten oder elften [Grad?]
triṃśāṃse sṛjisaṃsthite
[steht der Mond] im Dreißigstelabschnitt der Venus
āmayī vā svabhāryāyāṃ
so ist man entweder krank in Bezug auf die eigene Ehefrau
viṣamaḥ pāradārikaḥ
oder untreu und ein Ehebrecher

duḥkhī paricchadayuto malinaścārkaje svake / sukhadhīdhanakīrtyālastejasvī lokapūjitaḥ

Unglücklich, [doch] mit Gefolge versehen, unrein - im [Dreißigstelabschnitt] des Mars, in dessen eigenem [Zeichen]; von Glück, Weisheit, Vermögen [und] Ruhm [erfüllt], energiegeladen, von der Welt verehrt [- im Dreißigstelabschnitt eines anderen Planeten].

Wort für Wort
duḥkhī paricchadayuto malinaścārkaje svake
unglücklich, mit Gefolge versehen, unrein - im Dreißigstelabschnitt des Mars, in dessen eigenem Zeichen
sukhadhīdhanakīrtyālastejasvī
von Glück, Weisheit, Vermögen und Ruhm erfüllt, energiegeladen
lokapūjitaḥ
von der Welt verehrt

nīraguhyabhavānbhogī jīve khatriṃśabhāgage / medhākalākāvyaśilpavivādakapaṭāñcitaḥ

Frei von geheimen Lastern(?), genussfreudig - im Dreißigstelabschnitt des Jupiter, im zweiten [Grad]; mit Intelligenz, Künsten, Dichtkunst [und] Handwerk versehen, [doch zugleich zu] Streit und Täuschung [neigend].

Wort für Wort
nīraguhyabhavānbhogī
frei von geheimen Lastern(?), genussfreudig
jīve khatriṃśabhāgage
im Dreißigstelabschnitt des Jupiter, im zweiten Grad
medhākalākāvyaśilpavivādakapaṭāñcitaḥ
mit Intelligenz, Künsten, Dichtkunst, Handwerk versehen, [doch zu] Streit und Täuschung neigend

[?: „nīraguhyabhavān“ bleibt unsicher.]

śāstrārthasāhasayuto budhe svatriṃśabhāgage / bahvapatsukhāraugyarogarūpārthasaṃyutaḥ

Mit dem Sinn der Lehrschriften und Kühnheit versehen - im eigenen Dreißigstelabschnitt des Merkur; mit vielen Widrigkeiten, flüchtigem Glück(?), Krankheit, [doch guter] Gestalt und Vermögen versehen [- im Dreißigstelabschnitt des Saturn].

Wort für Wort
śāstrārthasāhasayuto
mit dem Sinn der Lehrschriften und Kühnheit versehen
budhe svatriṃśabhāgage
im eigenen Dreißigstelabschnitt des Merkur
bahvapatsukhāraugyarogarūpārthasaṃyutaḥ
mit vielen Widrigkeiten, flüchtigem Glück, Krankheit, [doch guter] Gestalt und Vermögen versehen

lalitāṅgo viprakīṇandriyaḥ syādbhārgave svake / śūrastabdhau ca viṣamavadhakau sadguṇānvitau

Von anmutigen Gliedern, mit weitreichenden(?) Sinnen ist man im eigenen Dreißigstelabschnitt der Venus; heldenhaft und stolz, [auch] beide in Widrigkeit tötend(?), [dennoch] mit guten Eigenschaften versehen - [im Dreißigstelabschnitt des Saturn].

Wort für Wort
lalitāṅgo viprakīṇandriyaḥ
von anmutigen Gliedern, mit weitreichenden(?) Sinnen
syādbhārgave svake
ist man im eigenen Dreißigstelabschnitt der Venus
śūrastabdhau ca viṣamavadhakau
heldenhaft und stolz, [auch] beide in Widrigkeit tötend(?)
sadguṇānvitau
dennoch mit guten Eigenschaften versehen - [im Dreißigstelabschnitt des Saturn]

[Anm.: Hiermit endet die Reihe der Triṃśāṃśa-Beschreibungen (Mars bis Saturn, vgl. V269-271).]

sukhejño cāru ceṣṭāṅgau candrārkkaucetkujādigau mūlatrikoṇasvarkṣocce kaṇṭhasthāstu ca ye grahāḥ

Im vierten Haus [bewirkt] Merkur anmutige Bewegungen und Glieder; wenn Mond und Sonne zusammen mit Mars usw. [stehen]; und die Planeten, welche - in Wurzeltrigon, eigenem Zeichen [oder] Exaltation - gleichsam „an der Kehle“ [d.h. in enger Nähe zueinander] stehen...

Wort für Wort
sukhejño cāru ceṣṭāṅgau
im vierten Haus bewirkt Merkur anmutige Bewegungen und Glieder
candrārkkaucetkujādigau
wenn Mond und Sonne zusammen mit Mars usw. stehen
mūlatrikoṇasvarkṣocce
in Wurzeltrigon, eigenem Zeichen oder Exaltation
kaṇṭhasthāstu ca ye grahāḥ
und die Planeten, welche gleichsam „an der Kehle“ [in enger Nähe] stehen

[Anm.: Dieser Vers ist im Quelltext als eine einzelne, ungeteilte Zeile ohne Halbvers-Trenner überliefert - eine metrische Unregelmäßigkeit. Mit ihm beginnt offenbar die Lehre der gegenseitigen Signifikatoren (Anyonyakāraka, vgl. den Folgevers).]

anyonyakārakāste syuḥ karmagastu viśeṣataḥ / śubhaṃ vargottame janma vesisthāne vasadgṛhaiḥ

Diese sind wechselseitige Signifikatoren (Anyonyakāraka) füreinander, besonders wenn sie im zehnten Haus (Karma) stehen; günstig ist die Geburt in Vargottama, mit Planeten, die in ihren [jeweils eigenen] Häusern wohnen.

Wort für Wort
anyonyakārakāste syuḥ
diese sind wechselseitige Signifikatoren füreinander
karmagastu viśeṣataḥ
besonders wenn sie im zehnten Haus stehen
śubhaṃ vargottame janma
günstig ist die Geburt in Vargottama
vesisthāne vasadgṛhaiḥ
mit Planeten, die in ihren [jeweils eigenen] Häusern wohnen

aśūnyeṣu ca kendreṣu kārakākhyagṛheṣu ca / gurujanmeśalagneśāḥ kendrasthā madhyasaukhyādāḥ

Und wenn [Planeten] nicht fehlen in den Winkelhäusern (Kendra) und in den als Signifikator-Häuser bezeichneten [Häusern]; Jupiter, der Herr des neunten Hauses [und] der Aszendentenherr, wenn sie in den Kendras stehen, gewähren mittleres Glück.

Wort für Wort
aśūnyeṣu ca kendreṣu
und wenn [Planeten] nicht fehlen in den Winkelhäusern
kārakākhyagṛheṣu ca
und in den als Signifikator-Häuser bezeichneten Häusern
gurujanmeśalagneśāḥ kendrasthā
Jupiter, der Herr des neunten Hauses und der Aszendentenherr, wenn in den Kendras stehend
madhyasaukhyādāḥ
gewähren mittleres Glück

pṛṣṭobhavakodaparkṣasthitāstvantyāntarāduṣu / praveśe bhāskarakujau bhṛgvījyo madhyagau tathā

Die [Planeten], die hinter der eigenen Aufgangsstellung des [Signifikator-]Hauses stehen, [wirken] aber am Ende oder in innerer [Gradlage] gering(?); beim Eintritt [Sonne und Mars, und ebenso Venus und Jupiter], mittig stehend, [wirken entsprechend].

Wort für Wort
pṛṣṭobhavakodaparkṣasthitāstvantyāntarāduṣu
die [Planeten], die hinter der eigenen Aufgangsstellung stehen, wirken am Ende oder in innerer Gradlage gering(?)
praveśe bhāskarakujau
beim Eintritt Sonne und Mars
bhṛgvījyo madhyagau tathā
und ebenso Venus und Jupiter, mittig stehend

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

candrārkī phala dāvantye sadā jñaḥ phaladāyakaḥ / lagnātputre kalatre vābjācchubheśayutekṣite

Mond und Sonne geben [ihr] Ergebnis am Ende [ihrer Periode]; Merkur aber ist stets ein Ergebnis-Geber; vom Aszendenten aus, hinsichtlich des Sohnes, oder der Ehefrau, vom Mond aus [bestimmt], wenn [deren Herr] mit einem Wohltäter verbunden oder von ihm aspektiert ist...

Wort für Wort
candrārkī phala dāvantye
Mond und Sonne geben [ihr] Ergebnis am Ende [ihrer Periode]
sadā jñaḥ phaladāyakaḥ
Merkur aber ist stets ein Ergebnis-Geber
lagnātputre kalatre vā
vom Aszendenten aus, hinsichtlich des Sohnes, oder der Ehefrau
abjācchubheśayutekṣite
vom Mond aus, wenn [deren Herr] mit einem Wohltäter verbunden oder von ihm aspektiert ist

[Anm.: Hiermit beginnt ein Abschnitt über die Signifikation von Sohn und Ehefrau; der Nachsatz folgt im nächsten Vers.]

syāttayoḥ saṃpadaḥ svatvamanyathāthāṅgatodayaḥ / ravau bhīner'kajaḥ srīghnaḥ putrasthastu tathā kujaḥ

So gibt es für sie [Sohn und Ehefrau] Wohlstand und Glück; andernfalls entsteht Unheil für den [entsprechenden] Körper; bei der Sonne in Furcht(?) ist Saturn (Arkaja) ein Vernichter der Ehefrau; und ebenso Mars, wenn er im [Haus] des Sohnes steht.

Wort für Wort
syāttayoḥ saṃpadaḥ svatvam
so gibt es für sie Wohlstand und Glück
anyathāthāṅgatodayaḥ
andernfalls entsteht Unheil für den [entsprechenden] Körper
ravau bhīner'kajaḥ srīghnaḥ
bei der Sonne in Furcht(?) ist Saturn ein Vernichter der Ehefrau
putrasthastu tathā kujaḥ
und ebenso Mars, wenn er im Haus des Sohnes steht

simāturyāṣṭagaiḥ krūrairyadvā krūrāntare sitaḥ / sadgrahāyutadṛṣṭaścedagnipātānmṛtiḥ striyāḥ

[Ist das vierte oder achte Haus] von der Mutter aus mit Unglücksplaneten besetzt, oder steht Venus zwischen Unglücksplaneten; ist sie unverbunden und unaspektiert von guten Planeten, so tritt der Tod der Ehefrau durch Feuersturz ein.

Wort für Wort
simāturyāṣṭagaiḥ krūrairyadvā
[ist das vierte oder achte Haus] von der Mutter aus mit Unglücksplaneten besetzt, oder
krūrāntare sitaḥ
steht Venus zwischen Unglücksplaneten
sadgrahāyutadṛṣṭaścet
ist sie unverbunden und unaspektiert von guten Planeten
agnipātānmṛtiḥ striyāḥ
so tritt der Tod der Ehefrau durch Feuersturz ein

lagnadya pāṇigatayoḥ śaśiravyoḥ saha striyā / ekena yasya janmāhuratha saptamasaṃsthayoḥ

Vom Aszendenten an, hinsichtlich Mond und Sonne, die mit der [Ehe-]Hand verbunden [sind], zusammen mit der Frau; durch eines von beiden wird gesagt, wessen Geburt [gemeint ist]; sodann hinsichtlich der im siebten [Haus] Befindlichen...

Wort für Wort
lagnadya pāṇigatayoḥ śaśiravyoḥ
vom Aszendenten an, hinsichtlich Mond und Sonne, die mit der Ehe-Hand verbunden sind
saha striyā
zusammen mit der Frau
ekena yasya janmāhuḥ
durch eines von beiden wird gesagt, wessen Geburt [gemeint ist]
atha saptamasaṃsthayoḥ
sodann hinsichtlich der im siebten Haus Befindlichen

navadhīgatayorvāpi vikalasrīsitārkayoḥ / koṇodaye 'stāṃ tyasandhau bhṛgau bandhyāpaterjaniḥ

Oder auch hinsichtlich der im neunten [oder] ersten [Haus] Befindlichen, [wenn] Venus als Signifikatorin der Ehefrau geschwächt ist; im Trikoṇa-Aufgang, beim Untergang, in Konjunktion mit Venus, [entsteht] die Geburt eines [in der Ehe] unfruchtbaren Gatten.

Wort für Wort
navadhīgatayorvāpi
oder auch hinsichtlich der im neunten oder ersten Haus Befindlichen
vikalasrīsitārkayoḥ
[wenn] Venus als Signifikatorin der Ehefrau geschwächt ist
koṇodaye 'stāṃ tyasandhau bhṛgau
im Trikoṇa-Aufgang, beim Untergang, in Konjunktion mit Venus
bandhyāpaterjaniḥ
[entsteht] die Geburt eines [in der Ehe] unfruchtbaren Gatten

[?: „bandhyāpaterjaniḥ“ bleibt in seiner genauen Bedeutung unsicher.]

sutabhaṃ cenna saumyāḍhyamathāntyāstodayarkṣagaiḥ / pāpe dhīsthe vidhau kṣīṇajanmā sutakalatriṇaḥ

Ist das Zeichen des Sohnes nicht mit einem Wohltäter versehen, [und stehen Unglücksplaneten] in den Zeichen des zwölften, siebten [und] ersten [Hauses], [und ist] ein Unglücksplanet im neunten [Haus, und ist] der Mond bei der Geburt geschwächt, so hat man wenig Söhne und [Sorgen um] die Ehefrau.

Wort für Wort
sutabhaṃ cenna saumyāḍhyam
ist das Zeichen des Sohnes nicht mit einem Wohltäter versehen
athāntyāstodayarkṣagaiḥ
[und stehen Unglücksplaneten] in den Zeichen des zwölften, siebten und ersten Hauses
pāpe dhīsthe vidhau kṣīṇajanmā
[ist] ein Unglücksplanet im neunten Haus, [und] der Mond bei der Geburt geschwächt
sutakalatriṇaḥ
so hat man wenig Söhne und [Sorgen um] die Ehefrau

śanau khage 'ste saśukre tadṛṣṭe pāradārikaḥ / tau cetseṃdusriyā sārddhaṃ puṃścalo jāyate naraḥ

[Steht] Saturn im zweiten Haus, gesetzt(schwach), zusammen mit Venus, oder von ihr aspektiert, [wird man] ein Ehebrecher; sind diese beiden zusammen mit dem Mond [in Bezug auf eine] Frau [gestellt], so wird der Mann ein Frauenheld.

Wort für Wort
śanau khage 'ste saśukre
[steht] Saturn im zweiten Haus, gesetzt(schwach), zusammen mit Venus
tadṛṣṭe pāradārikaḥ
oder von ihr aspektiert, wird man ein Ehebrecher
tau cetseṃdusriyā sārddhaṃ
sind diese beiden zusammen mit dem Mond [in Bezug auf eine] Frau [gestellt]
puṃścalo jāyate naraḥ
so wird der Mann ein Frauenheld

bhūgvabjayorastagayornaro bhāryā suto 'pi vā / nṛsriyo stu śubhairdṛṣṭau tau dvau pariṇatāṅgakau

[Sind] Venus und Mond beide im siebten Haus gesetzt, [so werden] der Mann, [seine] Ehefrau, oder auch der Sohn [entsprechend betroffen]; sind aber diese beiden, Mann und Frau, von Wohltätern aspektiert, so sind sie beide von wohlgeformten Gliedern.

Wort für Wort
bhūgvabjayorastagayoḥ
sind Venus und Mond beide im siebten Haus gesetzt
naro bhāryā suto 'pi vā
so werden der Mann, seine Ehefrau, oder auch der Sohn [entsprechend betroffen]
nṛsriyo stu śubhairdṛṣṭau
sind aber Mann und Frau von Wohltätern aspektiert
tau dvau pariṇatāṅgakau
so sind sie beide von wohlgeformten Gliedern

ravāstāṃbugairinduśukrapāpairvaṃśavināśakaḥ / śilpī tryeśe budhayute kendrasaṃsthārkivīkṣite

Durch [Planeten], die zusammen mit der gesetzten Sonne, mit Mond, Venus [und] Unglücksplaneten [stehen, wird man ein] Vernichter der Familie; [ist] der Herr des dritten Hauses mit Merkur verbunden, im Kendra stehend, von Saturn aspektiert, [wird man ein] Handwerker.

Wort für Wort
ravāstāṃbugairinduśukrapāpairvaṃśavināśakaḥ
durch [Planeten] mit der gesetzten Sonne, Mond, Venus und Unglücksplaneten wird man ein Vernichter der Familie
śilpī tryeśe budhayute
[wird man ein] Handwerker, [ist] der Herr des dritten Hauses mit Merkur verbunden
kendrasaṃsthārkivīkṣite
im Kendra stehend, von Saturn aspektiert

dāsyāṃ jātaḥ sauribhāge riḥphage bhṛgunandane / nīcer'kendorastagayordṛṣṭayoḥ sūryajena vā

Von einer Sklavin geboren - [wenn man] im Grad des Saturn [steht, und] Venus (Bhṛgunandana) im zwölften Haus [steht]; [oder wenn] die debilitierte Sonne und der Mond beide gesetzt und [dabei] von Saturn (Sūryaja) aspektiert sind.

Wort für Wort
dāsyāṃ jātaḥ sauribhāge
von einer Sklavin geboren - [wenn man] im Grad des Saturn steht
riḥphage bhṛgunandane
[und] Venus im zwölften Haus steht
nīcer'kendorastagayoḥ
[oder wenn] die debilitierte Sonne und der Mond beide gesetzt sind
dṛṣṭayoḥ sūryajena vā
und [dabei] von Saturn aspektiert sind

pāpadṛṣṭau śanikujāvastagau vātarukpradau / karkālyaṃ śagate kendre pāpayukte tu guhyaruk

Saturn und Mars, von Unglücksplaneten aspektiert und gesetzt, verursachen Windkrankheit (Rheuma); [steht Saturn] in Karka, im Winkelhaus, mit Unglücksplaneten verbunden, [entsteht] Krankheit der Schamteile.

Wort für Wort
pāpadṛṣṭau śanikujāvastagau
Saturn und Mars, von Unglücksplaneten aspektiert und gesetzt
vātarukpradau
verursachen Windkrankheit (Rheuma)
karkālyaṃ śagate kendre
[steht Saturn] in Karka, im Winkelhaus
pāpayukte tu guhyaruk
mit Unglücksplaneten verbunden, [entsteht] Krankheit der Schamteile

pāpātaragateṃ'gebje ravau dyūne tu kuṣṭayuk / candre khe 'stāṅgate bhaume vikalo veśiger'kaje

[Tritt] ein Unglücksplanet zwischen das Zeichen des Mondes, [und ist] die Sonne im zweiten Haus, [entsteht] Aussatz; [ist] der Mond im zweiten Haus, gesetzt, [und] Mars in dessen Zeichen, [wird man] verunstaltet - [wenn Mars] in das Zeichen der Buhlerin (Venus) eintritt.

Wort für Wort
pāpātaragateṃ'gebje ravau dyūne tu kuṣṭayuk
tritt ein Unglücksplanet zwischen das Zeichen des Mondes, [und ist] die Sonne im zweiten Haus, entsteht Aussatz
candre khe 'stāṅgate bhaume
[ist] der Mond im zweiten Haus, gesetzt, und Mars in dessen Zeichen
vikalo veśiger'kaje
wird man verunstaltet - [wenn Mars] in das Zeichen der Buhlerin (Venus) eintritt

mitho bhāṃśagayoḥ śūlī ravīndvoryutayoḥ kṛśaḥ / nidhanāridhanāntyasthā ravīndvārayamā yadā

[Stehen Mars und Saturn] wechselseitig in Zeichen und Grad zueinander, [leidet man an] Kolik; [sind] Sonne und Mond verbunden, [ist man] abgemagert; wenn Sonne, Mond und Saturn (Arayama) im achten, sechsten [und] zwölften Haus stehen...

Wort für Wort
mitho bhāṃśagayoḥ śūlī
[stehen Mars und Saturn] wechselseitig in Zeichen und Grad zueinander, leidet man an Kolik
ravīndvoryutayoḥ kṛśaḥ
sind Sonne und Mond verbunden, ist man abgemagert
nidhanāridhanāntyasthā
im achten, sechsten und zwölften Haus stehend
ravīndvārayamā yadā
wenn Sonne, Mond und Saturn [so stehen]

caladgraheṇa doṣeṇa kurvantyanayanaṃ naram / saumyā dṛṣṭā na vāyatridhīgatāḥ pāpakhecarāḥ

...durch die Beeinträchtigung eines [wandernden] Planeten bewirken sie [die genannten Konstellationen] die Blindheit des Menschen; [es sei denn, sie sind] von Wohltätern aspektiert; oder [auch] Unglücksplaneten, die im dritten [oder] neunten Haus stehen, [bewirken dies], sonst nicht.

Wort für Wort
caladgraheṇa doṣeṇa
durch die Beeinträchtigung eines [wandernden] Planeten
kurvantyanayanaṃ naram
bewirken sie die Blindheit des Menschen
saumyā dṛṣṭā na vā
es sei denn, sie sind von Wohltätern aspektiert
atridhīgatāḥ pāpakhecarāḥ
oder Unglücksplaneten, die im dritten oder neunten Haus stehen, [bewirken dies], sonst nicht

karṇopaghātakā dyūne radavaikṛtyakārakāḥ / lagne gurau dyune mande vātarogādito bhavet

Im zweiten Haus [befindliche Unglücksplaneten sind] Zerstörer der Ohren, Verursacher von Zahnfehlbildungen; [ist] Jupiter im Aszendenten, [und] Saturn im zweiten Haus, wird man von Windkrankheit (Rheuma) usw. befallen.

Wort für Wort
karṇopaghātakā dyūne
im zweiten Haus [befindliche Unglücksplaneten sind] Zerstörer der Ohren
radavaikṛtyakārakāḥ
Verursacher von Zahnfehlbildungen
lagne gurau dyune mande
[ist] Jupiter im Aszendenten, [und] Saturn im zweiten Haus
vātarogādito bhavet
wird man von Windkrankheit usw. befallen

sukhe 'ste vā kuje jīve lagne vārkiyutodaye / kujena vātmaje dyūne saṃjñeṃ'tye 'bje ca sonmadaḥ

[Steht] Mars im vierten oder siebten [Haus], [oder] Jupiter im Aszendenten, oder [ist der Aszendent] mit Saturn verbunden beim Aufgang; durch Mars im fünften [oder] zweiten Haus, [und mit] dem benannten Mond am Ende [im zwölften Haus], wird man geistesgestört (Unmāda).

Wort für Wort
sukhe 'ste vā kuje jīve lagne
[steht] Mars im vierten oder siebten Haus, [oder] Jupiter im Aszendenten
vārkiyutodaye
oder [ist der Aszendent] mit Saturn verbunden beim Aufgang
kujena vātmaje dyūne
durch Mars im fünften oder zweiten Haus
saṃjñeṃ'tye 'bje ca sonmadaḥ
und mit dem benannten Mond am Ende [im zwölften Haus], wird man geistesgestört

dhīdharmārthāntyagaiḥ pāpairbhasamasyānnibandhanam / sarpaśṛṅkhalayā śāṭhyairdṛkkairbalyaśubhekṣitaiḥ

Durch Unglücksplaneten im neunten, zweiten [und] zwölften Haus [entsteht] Fesselung durch die Beeinträchtigung des Zeichens; durch die Schlangenkette (Rāhu-Kette?), durch hinterlistige, schwache [und] ungünstige Blicke.

Wort für Wort
dhīdharmārthāntyagaiḥ pāpairbhasamasyānnibandhanam
durch Unglücksplaneten im neunten, zweiten und zwölften Haus entsteht Fesselung durch die Beeinträchtigung des Zeichens
sarpaśṛṅkhalayā śāṭhyaiḥ
durch die Schlangenkette(?), durch hinterlistige [Aspekte]
dṛkkairbalyaśubhekṣitaiḥ
durch schwache und ungünstige Blicke

[?: „sarpaśṛṅkhalayā“ bleibt in seiner genauen Bedeutung unsicher.]

samande 'bje vakradṛṣṭe pasmārī durvacāḥ kṣayī / ravimandakujaiḥ ravasthaiḥ saumyadṛṣṭaiḥ samaṇḍalaiḥ

[Ist] Saturn mit dem Mond verbunden, [und] von einem rückläufigen [Planeten] aspektiert, wird man epileptisch, von schlechter Rede, schwindsüchtig; durch Sonne, Saturn [und] Mars, [wenn] mit der Sonne verbunden, [aber] von Wohltätern aspektiert, im [selben] Kreis stehend...

Wort für Wort
samande 'bje vakradṛṣṭe
[ist] Saturn mit dem Mond verbunden, [und] von einem rückläufigen Planeten aspektiert
pasmārī durvacāḥ kṣayī
wird man epileptisch, von schlechter Rede, schwindsüchtig
ravimandakujaiḥ ravasthaiḥ
durch Sonne, Saturn und Mars, mit der Sonne verbunden
saumyadṛṣṭaiḥ samaṇḍalaiḥ
[aber] von Wohltätern aspektiert, im [selben] Kreis stehend

bhṛtakāḥ pūrvamuditairvaramadhyādhamā narāḥ / puñjanau tu phalaṃ puṇyasrīṇāṃ yogyaṃ vadecca tat

Durch die zuvor genannten [Konstellationen werden Menschen zu] Dienern, vortrefflichen, mittleren [oder] niedrigen Menschen; für die Geburt einer Frau (Strījanma) aber soll man das für tugendhafte Frauen passende Ergebnis verkünden.

Wort für Wort
bhṛtakāḥ pūrvamuditairvaramadhyādhamā narāḥ
durch die zuvor genannten Konstellationen werden Menschen zu Dienern, vortrefflichen, mittleren oder niedrigen Menschen
puñjanau tu
für die Geburt einer Frau aber
phalaṃ puṇyasrīṇāṃ yogyaṃ vadecca tat
soll man das für tugendhafte Frauen passende Ergebnis verkünden

[Anm.: Hiermit beginnt der Abschnitt über die Frauen-Horoskopie (Strī-Jātaka).]

tatsvāmiṣvakhilaṃ kāryaṃ tadbhartṛmaraṇaṃ mṛtau / lagnendugaṃ vapuścaiva yādayūpapītadyune

All dies ist auf die jeweiligen [Haus-]Herren anzuwenden; der Tod ihres Gatten [zeigt sich] beim [entsprechenden] Tod; und der mit Aszendent und Mond verbundene Körper...

Wort für Wort
tatsvāmiṣvakhilaṃ kāryaṃ
all dies ist auf die jeweiligen Haus-Herren anzuwenden
tadbhartṛmaraṇaṃ mṛtau
der Tod ihres Gatten zeigt sich beim [entsprechenden] Tod
lagnendugaṃ vapuścaiva
und der mit Aszendent und Mond verbundene Körper
yādayūpapītadyune
[Nachsatz unklar] [?]

[?: Der Nachsatz dieses Verses bleibt unvollständig bzw. stark korrupt überliefert.]

yugmeṣu lagnaśaśinorvanitā prakṛtisthitā / sacchīlabhūṣaṇayutā śubhasaṃdṛṣṭayostayoḥ

[Stehen] Aszendent und Mond in geraden Zeichen, so ist die Frau von ausgeglichenem Wesen, mit gutem Charakter und Schmuck versehen, wenn beide von Wohltätern aspektiert werden.

Wort für Wort
yugmeṣu lagnaśaśinorvanitā prakṛtisthitā
[stehen] Aszendent und Mond in geraden Zeichen, ist die Frau von ausgeglichenem Wesen
sacchīlabhūṣaṇayutā
mit gutem Charakter und Schmuck versehen
śubhasaṃdṛṣṭayostayoḥ
wenn beide von Wohltätern aspektiert werden

puruṣākṛti śīlāḍhyā tayorojasthayormatā / atha pāpā guṇonāśca pāpavīkṣitathostayoḥ

Von männlichem Aussehen, [doch] reich an [gutem] Charakter, gilt sie, wenn beide in ungeraden Zeichen stehen; aber schlecht und der Tugenden entbehrend, wenn beide von Unglücksplaneten aspektiert werden.

Wort für Wort
puruṣākṛti śīlāḍhyā
von männlichem Aussehen, [doch] reich an [gutem] Charakter
tayorojasthayormatā
gilt sie, wenn beide in ungeraden Zeichen stehen
atha pāpā guṇonāśca
aber schlecht und der Tugenden entbehrend
pāpavīkṣitathostayoḥ
wenn beide von Unglücksplaneten aspektiert werden

kujārkījyajñaśukrāṇāṃ kujarkṣe kramaśo 'ṅganā / bālyaduṣṭā tathā dāsī sādhvī māyāvatī tvarā

Von Mars, Saturn, Jupiter, Merkur und Venus, im Zeichen des Mars, ist die Frau der Reihe nach: von Kindheit an schlecht, ebenso eine Dienerin, tugendhaft, hinterlistig, [oder] hastig/ungestüm.

Wort für Wort
kujārkījyajñaśukrāṇāṃ kujarkṣe
von Mars, Saturn, Jupiter, Merkur und Venus, im Zeichen des Mars
kramaśo 'ṅganā
ist die Frau der Reihe nach [wie folgt]
bālyaduṣṭā tathā dāsī
von Kindheit an schlecht, ebenso eine Dienerin
sādhvī māyāvatī tvarā
tugendhaft, hinterlistig, hastig

dṛṣṭā vākṛtiśīlā syāttayorojasthayormatā / atha pāpā guṇonāśca pāpavīkṣitayostayoḥ

Oder, [wenn] aspektiert, ist sie von [guter] Gestalt und Charakter, wenn beide in ungeraden Zeichen stehen; aber schlecht und der Tugenden entbehrend, wenn beide von Unglücksplaneten aspektiert werden.

Wort für Wort
dṛṣṭā vākṛtiśīlā syāt
oder, [wenn] aspektiert, ist sie von [guter] Gestalt und Charakter
tayorojasthayormatā
wenn beide in ungeraden Zeichen stehen
atha pāpā guṇonāśca
aber schlecht und der Tugenden entbehrend
pāpavīkṣitayostayoḥ
wenn beide von Unglücksplaneten aspektiert werden

[Anm.: Dieser Vers wiederholt, mit geringfügiger Abweichung, fast wörtlich den Inhalt von V297 - eine auffällige Redundanz im überlieferten Text.]

duṣṇavāk punarbhūḥ saguṇā vijñā khyātā sphujidgrṛhe / baudhe samā yā klīvā ca satī guṇavatī calā

Von harscher Rede, wiederverheiratet, [dennoch] tugendhaft, klug, berühmt - im Haus der Venus (Sphujit); im Haus des Merkur ist sie durchschnittlich, [oder] unfruchtbar, [und dabei doch] tugendhaft, von guten Eigenschaften, [aber] wankelmütig.

Wort für Wort
duṣṇavāk punarbhūḥ saguṇā vijñā khyātā
von harscher Rede, wiederverheiratet, [dennoch] tugendhaft, klug, berühmt
sphujidgrṛhe
im Haus der Venus
baudhe samā yā klīvā ca
im Haus des Merkur ist sie durchschnittlich, oder unfruchtbar
satī guṇavatī calā
[und dabei doch] tugendhaft, von guten Eigenschaften, [aber] wankelmütig

dvandvabhe svairiṇīśadhnī guṇāḍhyā śilpikādhamā / vācāṭā kulaṭā siṃhe rāgī pundhīragamyatā

In einem doppelgestaltigen Zeichen [ist sie] eigenwillig(?), [doch] reich an Tugenden, [oder] eine niedrige Handwerkerin; geschwätzig, unkeusch - in Siṃha, leidenschaftlich, vielen [Männern] zugänglich.

Wort für Wort
dvandvabhe svairiṇīśadhnī
in einem doppelgestaltigen Zeichen eigenwillig(?)
guṇāḍhyā śilpikādhamā
reich an Tugenden, [oder] eine niedrige Handwerkerin
vācāṭā kulaṭā siṃhe
geschwätzig, unkeusch - in Siṃha
rāgī pundhīragamyatā
leidenschaftlich, vielen [Männern] zugänglich

[?: Dieser Vers zur Frauen-Charakterologie bleibt in mehreren Wortformen unsicher.]

jaive guṇāḍhyālparatirguṇajñā jñāninī satī / dāsī nīcaratā sādhvī mānde duṣṭā napatyakā

Im Zeichen des Jupiter [ist sie] reich an Tugenden, von geringer Leidenschaft, tugendkundig, weise, rechtschaffen; im Zeichen des Saturn [ist sie] eine Dienerin, von niedriger Neigung, [doch] tugendhaft, [oder] schlecht [und] kinderlos.

Wort für Wort
jaive guṇāḍhyālparatirguṇajñā jñāninī satī
im Zeichen des Jupiter reich an Tugenden, von geringer Leidenschaft, tugendkundig, weise, rechtschaffen
dāsī nīcaratā sādhvī
im Zeichen des Saturn eine Dienerin, von niedriger Neigung, [doch] tugendhaft
mānde duṣṭā napatyakā
im Zeichen des Saturn [oder] schlecht und kinderlos

lagnenduyuktaisriṃśāṃśaiḥ phalametadvalānugam / dṛggaiḥ mithoṃśe śukrārkī śaukre cedvā ghaṭāṃśake

Durch die mit Aszendent und Mond verbundenen Dreißigstelabschnitte [ergibt sich] dieses Ergebnis, entsprechend ihrer Kraft; durch wechselseitige Blicke, im wechselseitigen Grad, [bei] Venus und Saturn; oder wenn im Zeichen der Venus, im Grad von Kumbha.

Wort für Wort
lagnenduyuktaisriṃśāṃśaiḥ
durch die mit Aszendent und Mond verbundenen Dreißigstelabschnitte
phalametadvalānugam
[ergibt sich] dieses Ergebnis, entsprechend ihrer Kraft
dṛggaiḥ mithoṃśe śukrārkī
durch wechselseitige Blicke, im wechselseitigen Grad, bei Venus und Saturn
śaukre cedvā ghaṭāṃśake
oder wenn im Zeichen der Venus, im Grad von Kumbha

strībhiḥ strī maithunaṃ yāti madanānaladīpitā / śūnye kāpuruṣo dyūne bale klīvo na sadṛśi

Eine Frau, vom Feuer des Liebesgottes entflammt, geht mit [anderen] Frauen geschlechtlichen Verkehr ein; [ist das siebte Haus] leer, [hat sie einen] erbärmlichen Ehemann; [ist Saturn] im zweiten Haus [und] kraftvoll, [ist er] geschlechtslos, ihr nicht entsprechend.

Wort für Wort
strībhiḥ strī maithunaṃ yāti
eine Frau geht mit [anderen] Frauen geschlechtlichen Verkehr ein
madanānaladīpitā
vom Feuer des Liebesgottes entflammt
śūnye kāpuruṣo dyūne
[ist das siebte Haus] leer, [hat sie einen] erbärmlichen Ehemann
bale klīvo na sadṛśi
[ist Saturn] kraftvoll im zweiten Haus, [ist er] geschlechtslos, ihr nicht entsprechend

budhārkyoścarabhe nityaṃ paradeśaparāyaṇaḥ / tatsṛṣṭā madage sūrye strībālavidhavā kuje

[Stehen] Merkur und Saturn in einem beweglichen Zeichen, [ist sie] stets der Fremde zugetan; von jenem [Zeichen] hervorgebracht; [steht] die Sonne im fünften Haus, wird sie eine Kindwitwe; [ebenso] mit Mars.

Wort für Wort
budhārkyoścarabhe nityaṃ paradeśaparāyaṇaḥ
[stehen] Merkur und Saturn in einem beweglichen Zeichen, ist sie stets der Fremde zugetan
tatsṛṣṭā
von jenem Zeichen hervorgebracht
madage sūrye strībālavidhavā
[steht] die Sonne im fünften Haus, wird sie eine Kindwitwe
kuje
[ebenso] mit Mars

pāpadṛṣṭe śanau dyūne kanyaivāpadyate jarām / āgneyairvidhavāstasthaiḥ punarbhūmiśrakairbhaghavet

[Ist] Saturn im zweiten Haus von Unglücksplaneten aspektiert, so gelangt sie noch als Jungfrau ins Alter; durch [Planeten] in Feuerzeichen, gesetzt, wird sie Witwe; durch gemischte [Planeten wird sie] wiederverheiratet.

Wort für Wort
pāpadṛṣṭe śanau dyūne
[ist] Saturn im zweiten Haus von Unglücksplaneten aspektiert
kanyaivāpadyate jarām
so gelangt sie noch als Jungfrau ins Alter
āgneyairvidhavāstasthaiḥ
durch [Planeten] in Feuerzeichen, gesetzt, wird sie Witwe
punarbhūmiśrakairbhaghavet
durch gemischte Planeten wird sie wiederverheiratet

krūre hīnabale 'stasthe patityaktā na sadṛśi / mithoṃśagaiḥ sitārau tu kuruto 'nyaratāṃ striyam

[Steht] ein Unglücksplanet schwach, gesetzt, wird sie vom Ehemann verlassen, ihm nicht entsprechend; durch Venus und Mars aber, wechselseitig in den Graden des anderen [stehend], machen sie die Frau einem anderen [Mann] zugeneigt.

Wort für Wort
krūre hīnabale 'stasthe
[steht] ein Unglücksplanet schwach, gesetzt
patityaktā na sadṛśi
wird sie vom Ehemann verlassen, ihm nicht entsprechend
mithoṃśagaiḥ sitārau tu
durch Venus und Mars aber, wechselseitig in den Graden des anderen stehend
kuruto 'nyaratāṃ striyam
machen sie die Frau einem anderen [Mann] zugeneigt

śītaraśmiryadā dyūne tadā bharturanusayā / saurārarkṣe lagnagate seṃduśukre tu vandhakī

Wenn der Mond (der kühlstrahlige) im zweiten Haus steht, dann ist sie ihrem Ehemann ergeben; [steht] das Zeichen von Saturn und Mars im Aszendenten, zusammen mit Mond und Venus, ist sie unfruchtbar.

Wort für Wort
śītaraśmiryadā dyūne
wenn der Mond im zweiten Haus steht
tadā bharturanusayā
dann ist sie ihrem Ehemann ergeben
saurārarkṣe lagnagate
[steht] das Zeichen von Saturn und Mars im Aszendenten
seṃduśukre tu vandhakī
zusammen mit Mond und Venus, ist sie unfruchtbar

mātrā sārddhamasaddṛṣṭe tathā kaujeṃśake 'stage / mandadṛṣṭe vyādhiyoniḥ sadgrahāṃśe patipriyā

Zusammen mit der Mutter, unaspektiert von den Guten, ebenso im Grad des Mars, gesetzt; von Saturn aspektiert, [ist sie] von kranken Geschlechtsorganen; im Grad eines Wohltäter-Planeten [ist sie] ihrem Ehemann lieb.

Wort für Wort
mātrā sārddhamasaddṛṣṭe
zusammen mit der Mutter, unaspektiert von den Guten
tathā kaujeṃśake 'stage
ebenso im Grad des Mars, gesetzt
mandadṛṣṭe vyādhiyoniḥ
von Saturn aspektiert, ist sie von kranken Geschlechtsorganen
sadgrahāṃśe patipriyā
im Grad eines Wohltäter-Planeten ist sie ihrem Ehemann lieb

mandarkṣe vāṃśake dyūne vṛddhau mūrkhaḥ patiḥ striyāḥ / strīlolaḥ krodhanaḥ kauje baudhe vidvāṃśca naipuṇaḥ

Im Zeichen oder Grad des Saturn, im zweiten Haus, bei Zunahme, ist der Ehemann der Frau töricht; unter Mars den Frauen zugetan [und] jähzornig; unter Merkur gelehrt und geschickt.

Wort für Wort
mandarkṣe vāṃśake dyūne vṛddhau
im Zeichen oder Grad des Saturn, im zweiten Haus, bei Zunahme
mūrkhaḥ patiḥ striyāḥ
ist der Ehemann der Frau töricht
strīlolaḥ krodhanaḥ kauje
unter Mars den Frauen zugetan und jähzornig
baudhe vidvāṃśca naipuṇaḥ
unter Merkur gelehrt und geschickt

jitendriyo gṛṇījaive cāndre kāmī mṛdustathā / śaukre saubhāgyayukkāntaḥ saureti mṛdukarmakṛt

Sinnesbeherrscht, [von gepriesener Tugend(?)] - unter Jupiter; und unter dem Mond leidenschaftlich, [dabei] ebenso sanftmütig; unter Venus mit Glück versehen, liebenswert; unter Saturn ist er einer, der geringe(demütige) Arbeit verrichtet.

Wort für Wort
jitendriyo gṛṇījaive
sinnesbeherrscht, [von gepriesener Tugend(?)] - unter Jupiter
cāndre kāmī mṛdustathā
und unter dem Mond leidenschaftlich, ebenso sanftmütig
śaukre saubhāgyayukkāntaḥ
unter Venus mit Glück versehen, liebenswert
saureti mṛdukarmakṛt
unter Saturn ist er einer, der geringe Arbeit verrichtet

śukrābjayorlagnagayoḥ sukhinīrṣyāsamanvitā / jñedvoḥ kalāsu nipuṇā sukhitā ca guṇānvitā

[Stehen] Venus und Mond beide im Aszendenten, ist sie glücklich, [aber] von Eifersucht erfüllt; [stehen] Merkur und Mond [dort], ist sie geschickt in den Künsten, glücklich und mit Tugenden versehen.

Wort für Wort
śukrābjayorlagnagayoḥ
stehen Venus und Mond beide im Aszendenten
sukhinīrṣyāsamanvitā
ist sie glücklich, aber von Eifersucht erfüllt
jñedvoḥ kalāsu nipuṇā
stehen Merkur und Mond dort, ist sie geschickt in den Künsten
sukhitā ca guṇānvitā
glücklich und mit Tugenden versehen

śukrajñayostu śubhagā kalājñā rucirāṅganā / anekasaukhyārthaguṇālagne saumyatraye sthite

[Stehen] aber Venus und Merkur [dort], ist sie vom Glück begünstigt, kunstverständig, eine reizvolle Frau; von vielfachem Glück, Vermögen und Tugend erfüllt, wenn drei Wohltäter im Aszendenten stehen.

Wort für Wort
śukrajñayostu śubhagā
stehen aber Venus und Merkur dort, ist sie vom Glück begünstigt
kalājñā rucirāṅganā
kunstverständig, eine reizvolle Frau
anekasaukhyārthaguṇā
von vielfachem Glück, Vermögen und Tugend erfüllt
lagne saumyatraye sthite
wenn drei Wohltäter im Aszendenten stehen

krūre 'ṣṭame 'ṣṭameśāṃśe yasya syāttadvayaḥ same / vaidhavyaṃ ca mṛtistasyā svayaṃsatsvarthageṣu tu

[Steht] ein Unglücksplanet im achten Haus, im Grad des Herrn des achten [Hauses] - in wessen [Alter dieser Grad] in Jahren entspricht, in dem [Jahr erfolgt] ihre Witwenschaft oder ihr eigener Tod, wenn [dieser Planet] in [entsprechend belasteten] Vermögenshäusern steht.

Wort für Wort
krūre 'ṣṭame 'ṣṭameśāṃśe
[steht] ein Unglücksplanet im achten Haus, im Grad des Herrn des achten Hauses
yasya syāttadvayaḥ same
in wessen [Alter] dieser Grad in Jahren entspricht
vaidhavyaṃ ca mṛtistasyā
in dem Jahr [erfolgt] ihre Witwenschaft oder ihr eigener Tod
svayaṃsatsvarthageṣu tu
wenn [dieser Planet] in [entsprechend belasteten] Vermögenshäusern steht

alpāpatyatvamabje 'syāḥ kanyāliharigoṣu tu / saure madhyabale candraśukrajñairbalavarjitaiḥ

Wenig Nachkommenschaft für sie [zeigt] der Mond, [wenn er] in Kanyā, [Vṛścika(?)], Siṃha [oder] Vṛṣabha [steht]; bei mittelstarkem Saturn, [und] Mond, Venus, Merkur der Kraft beraubt.

Wort für Wort
alpāpatyatvamabje 'syāḥ
wenig Nachkommenschaft für sie zeigt der Mond
kanyāliharigoṣu tu
wenn er in Kanyā, Vṛścika(?), Siṃha oder Vṛṣabha steht
saure madhyabale
bei mittelstarkem Saturn
candraśukrajñairbalavarjitaiḥ
und Mond, Venus, Merkur der Kraft beraubt

śeṣaiḥ savīryairojarkṣe lagne kurūpiṇī bhavet / jīvārakaviśaumyeṣu baliṣu samabhe tanau

Durch die übrigen [Planeten], kraftvoll, im ungeraden Zeichen, [aber mit schwachem] Aszendenten, wird sie missgestaltet; [stehen] Jupiter, Mars, Venus [und] Merkur kraftvoll, im geraden Zeichen, im ersten Haus...

Wort für Wort
śeṣaiḥ savīryairojarkṣe lagne
durch die übrigen Planeten, kraftvoll, im ungeraden Zeichen, [aber schwachem] Aszendenten
kurūpiṇī bhavet
wird sie missgestaltet
jīvārakaviśaumyeṣu baliṣu
stehen Jupiter, Mars, Venus und Merkur kraftvoll
samabhe tanau
im geraden Zeichen, im ersten Haus [wird das Gegenteil bewirkt]

vikhyātānaikaśāstrajñā vanitā brahmavādinī / pāpe 'ste navamasthasya pravrajyāmeti bhāminī

[So wird sie eine] berühmte, in vielen Lehrschriften bewanderte Frau, eine Verkünderin des Brahman; [steht] ein Unglücksplanet gesetzt, [und der Herr] des neunten Hauses [ebenso afflziert], so geht die Frau in die Entsagung (Pravrajyā).

Wort für Wort
vikhyātānaikaśāstrajñā vanitā
[so wird sie eine] berühmte, in vielen Lehrschriften bewanderte Frau
brahmavādinī
eine Verkünderin des Brahman
pāpe 'ste navamasthasya
[steht] ein Unglücksplanet gesetzt, [und der Herr] des neunten Hauses [afflziert]
pravrajyāmeti bhāminī
so geht die Frau in die Entsagung

udvāhe varaṇe praśne sarvametadvicintayet / mṛtyusthānaṃ paśyatāṃ syādvalinā dhātukopataḥ

Bei der Hochzeit, bei der Wahl [des Bräutigams, und] bei der [Horar-]Frage (Praśna) soll man all dies erwägen. Für die, die auf das Todeshaus blicken: [der Tod tritt ein] durch einen kraftvollen [Unglücksplaneten], durch die Erregung der [Körper-]Säfte (Dhātu).

Wort für Wort
udvāhe varaṇe praśne
bei der Hochzeit, bei der Wahl [des Bräutigams] und bei der Frage
sarvametadvicintayet
soll man all dies erwägen
mṛtyusthānaṃ paśyatāṃ syāt
für die, die auf das Todeshaus blicken
valinā dhātukopataḥ
[der Tod tritt ein] durch einen kraftvollen [Unglücksplaneten], durch die Erregung der Körpersäfte

[Anm.: Hiermit beginnt der Abschnitt über die Todesumstände (Maraṇakāraka), der bis etwa V335 reicht.]

nṛṇāṃ mṛtyuhitaṃ yuktaṃ bhagātrosthopathabhūribhiḥ / savīryairbahujo 'gnyakṣatajvararugudbhavaḥ

Die Todesursache der Menschen ist mit dem achten Haus verbunden, durch die [dort] zahlreich befindlichen [Unglücksplaneten]; durch viele kraftvolle [Unglücksplaneten entsteht der Tod] durch Feuer, Verwundung, Fieber [oder] Krankheit.

Wort für Wort
nṛṇāṃ mṛtyuhitaṃ yuktaṃ bhagātrosthopathabhūribhiḥ
die Todesursache der Menschen ist mit dem achten Haus verbunden, durch die dort zahlreich befindlichen [Unglücksplaneten]
savīryairbahujaḥ
durch viele kraftvolle [Unglücksplaneten]
'gnyakṣatajvararugudbhavaḥ
entsteht der Tod durch Feuer, Verwundung, Fieber oder Krankheit

tṛṭkṣudbhavaścāṣṭamasthaiḥ sūryādyaiśca varādiṣu / parasvādhvapradeśeṣu mṛtyuḥ sūryamahījayoḥ

Und Durst und Hunger entstehen durch [Planeten], die im achten Haus stehen, mit Sonne usw. in [verschiedenen] Gnadenstellungen; der Tod im Besitz eines anderen, auf dem Weg [oder] in der Fremde [erfolgt] durch Sonne und Mars (Mahīja).

Wort für Wort
tṛṭkṣudbhavaścāṣṭamasthaiḥ sūryādyaiśca varādiṣu
und Durst und Hunger entstehen durch [Planeten] im achten Haus, mit Sonne usw.
parasvādhvapradeśeṣu
im Besitz eines anderen, auf dem Weg, in der Fremde
mṛtyuḥ sūryamahījayoḥ
erfolgt der Tod durch Sonne und Mars

svabandhusthitayoḥ puṃsaḥ śailāgnābhirutasya ca / bandhvastakarmagairmandabhūjaiḥ prahau mṛtiḥ

[Der Tod] eines Mannes, der sich bei den eigenen Verwandten befindet, [erfolgt] durch Berg, Feuer, oder Getöse; durch Saturn und Mars, die im vierten, siebten [und] zehnten Haus stehen, [erfolgt] der Tod durch einen Schlag (Praha).

Wort für Wort
svabandhusthitayoḥ puṃsaḥ
[der Tod] eines Mannes, der sich bei den eigenen Verwandten befindet
śailāgnābhirutasya ca
erfolgt durch Berg, Feuer, oder Getöse
bandhvastakarmagairmandabhūjaiḥ
durch Saturn und Mars, die im vierten, siebten und zehnten Haus stehen
prahau mṛtiḥ
erfolgt der Tod durch einen Schlag

striyāṃ himoṣaaṇakarayoḥ svajanātpāpadṛktayoḥ / toyamṛto ravīdṛtusyātāṃyā dyubhayodaye

Bei einer Frau [erfolgt der Tod] durch Kälte oder Hitze, durch [Planeten] von den eigenen Angehörigen mit bösem Blick aspektiert; der Tod im Wasser [erfolgt], wenn die Sonne... bei beiderlei Aufgang [in ungünstiger Stellung ist].

Wort für Wort
striyāṃ himoṣaaṇakarayoḥ
bei einer Frau erfolgt der Tod durch Kälte oder Hitze
svajanātpāpadṛktayoḥ
durch [Planeten] von den eigenen Angehörigen mit bösem Blick aspektiert
toyamṛto ravīdṛtusyāt
der Tod im Wasser erfolgt, [wenn] die Sonne [entsprechend steht]
āṃyā dyubhayodaye
bei beiderlei Aufgang [in ungünstiger Stellung]

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

śastrāgnijośubhāntasthe candre bhaumagṛhagasthite / mṛtyuścātha mṛge candre karke mande jalodarāt

Der Tod durch Waffe oder Feuer [erfolgt, wenn] der Mond am Ende eines unglücklichen Zeichens steht, [und] im Haus des Mars befindlich [ist]; und der Tod, [wenn] der Mond in Makara [steht]; in Karka, mit Saturn, durch Wassersucht (Jalodara).

Wort für Wort
śastrāgnijośubhāntasthe candre
der Tod durch Waffe oder Feuer erfolgt, [wenn] der Mond am Ende eines unglücklichen Zeichens steht
bhaumagṛhagasthite
und im Haus des Mars befindlich ist
mṛtyuścātha mṛge candre
und der Tod, [wenn] der Mond in Makara steht
karke mande jalodarāt
in Karka, mit Saturn, durch Wassersucht

striyāmindau raktaśauthātsaure vājvagnipātajaḥ / putradharmasthasyorvandhātpāpayoḥ sadadṛṣṭayoḥ

Bei einer Frau [erfolgt der Tod], mit dem Mond [afflziert], durch Blutgeschwulst; mit Saturn entsteht er durch Windkrankheit oder Feuersturz; aus der Unfruchtbarkeit des Sohnes- oder Neunthauses, durch beständig aspektierende Unglücksplaneten.

Wort für Wort
striyāmindau raktaśauthātsaure
bei einer Frau, mit dem Mond afflziert, durch Blutgeschwulst; mit Saturn
vājvagnipātajaḥ
entsteht er durch Windkrankheit oder Feuersturz
putradharmasthasyorvandhāt
aus der Unfruchtbarkeit des Sohnes- oder Neunthauses
pāpayoḥ sadadṛṣṭayoḥ
durch beständig aspektierende Unglücksplaneten

sathāsaśaṃyanigaḍairdṛkairmṛtyau tu bandhanaiḥ / striyāṃ sapāpe 'bje dyūne site meṣe ravau tanau

Durch [entsprechende Aspekte], mit Stricken und Fesseln, durch [solche] Blicke, [erfolgt] der Tod aber durch Gefangenschaft; bei einer Frau, mit einem Unglücksplaneten zusammen mit dem Mond im zweiten Haus, mit Venus in Meṣa, [und] der Sonne im ersten Haus...

Wort für Wort
sathāsaśaṃyanigaḍairdṛkaiḥ
durch [entsprechende] Blicke, mit Stricken und Fesseln
mṛtyau tu bandhanaiḥ
erfolgt der Tod aber durch Gefangenschaft
striyāṃ sapāpe 'bje dyūne
bei einer Frau, mit einem Unglücksplaneten zusammen mit dem Mond im zweiten Haus
site meṣe ravau tanau
mit Venus in Meṣa, und der Sonne im ersten Haus

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

maraṇaṃ strīkṛte gehe hyatha turye kuje ravau / yame kheṃ'gatrikoṇarstheḥ kṣīṇacandrāṃśubhaiḥ sakṛt

Der Tod erfolgt in einem von einer Frau verursachten Haus; dann, [mit] Mars im vierten [Haus] und der Sonne, [mit] Saturn im zweiten Haus und im Zeichen-Trikoṇa, zusammen mit den Strahlen des geschwächten Mondes, auf einmal.

Wort für Wort
maraṇaṃ strīkṛte gehe
der Tod erfolgt in einem von einer Frau verursachten Haus
hyatha turye kuje ravau
dann, [mit] Mars im vierten Haus und der Sonne
yame kheṃ'gatrikoṇarstheḥ
[mit] Saturn im zweiten Haus und im Zeichen-Trikoṇa
kṣīṇacandrāṃśubhaiḥ sakṛt
zusammen mit den Strahlen des geschwächten Mondes, auf einmal

turyer'ke khe kujekṣīṇa candradṛṣṭe samiddhataḥ / randhrakhāṅgajalaiḥ kṣīṇendvārārkiravisaṃyutaiḥ

[Mit] der Sonne im vierten [Haus], Mars im zweiten, [und] dem geschwächten Mond aspektiert, [erfolgt der Tod] durch Feuer; durch [Affliktion] des achten, zweiten Hauses [und] Wasser, zusammen mit geschwächtem Mond, Mars, Saturn und Sonne.

Wort für Wort
turyer'ke khe kujekṣīṇa
[mit] der Sonne im vierten Haus, Mars im zweiten, geschwächt
candradṛṣṭe samiddhataḥ
[und] vom Mond aspektiert, erfolgt der Tod durch Feuer
randhrakhāṅgajalaiḥ
durch [Affliktion] des achten, zweiten Hauses und Wasser
kṣīṇendvārārkiravisaṃyutaiḥ
zusammen mit geschwächtem Mond, Mars, Saturn und Sonne

lakuṭenātha taireva khāṅkāṅgatanayasthitaiḥ / dhūmānibandhanaiḥ kāryaḥ kudanairmaraṇaṃ bhavet

Durch einen Knüppel, sodann durch eben diese [Planeten], die im zweiten, [sechsten] und fünften Haus stehen; durch Rauch [und] Gefangenschaft ist [der Tod] zu bewirken; durch üble Gaben(?) tritt der Tod ein.

Wort für Wort
lakuṭenātha taireva
durch einen Knüppel, sodann durch eben diese [Planeten]
khāṅkāṅgatanayasthitaiḥ
die im zweiten, [sechsten] und fünften Haus stehen
dhūmānibandhanaiḥ kāryaḥ
durch Rauch und Gefangenschaft ist [der Tod] zu bewirken
kudanairmaraṇaṃ bhavet
durch üble Gaben(?) tritt der Tod ein

bandhvastakhasthairbhauṃmārkarmadaiḥ śastrāgniṃrājabhiḥ / sauredvāraiḥ svāṃburavasthaiḥ kṣatakremyaṅgayā tataḥ

Durch [Planeten], die im vierten, siebten [und] zweiten Haus stehen, mit Mars und Saturn [afflziert], [erfolgt der Tod] durch Waffe, Feuer [oder] König[liche Strafe]; durch Saturn an der Tür(?), im eigenen Wasserzustand, durch Verwundung, allmählich danach.

Wort für Wort
bandhvastakhasthairbhauṃmārkarmadaiḥ
durch [Planeten], die im vierten, siebten, zweiten Haus stehen, mit Mars und Saturn afflziert
śastrāgniṃrājabhiḥ
durch Waffe, Feuer oder königliche Strafe
sauredvāraiḥ svāṃburavasthaiḥ
durch Saturn an der Tür(?), im eigenen Wasserzustand
kṣatakremyaṅgayā tataḥ
durch Verwundung, allmählich danach

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

sver'ke turye kuje yānapātādatha kuje 'stage / yantrosīdunataḥ kṣīṇacandrayukte mṛtirbhavet

[Mit] der Sonne im eigenen [Zeichen, und] Mars im vierten [Haus, erfolgt der Tod] durch Sturz von einem Fahrzeug; steht Mars aber gesetzt (im siebten), durch eine Maschine [oder] durch Versinken, zusammen mit dem geschwächten Mond, tritt der Tod ein.

Wort für Wort
sver'ke turye kuje
[mit] der Sonne im eigenen Zeichen, [und] Mars im vierten Haus
yānapātādatha
erfolgt der Tod durch Sturz von einem Fahrzeug
kuje 'stage yantrosīdunataḥ
steht Mars aber gesetzt, durch eine Maschine oder durch Versinken
kṣīṇacandrayukte mṛtirbhavet
zusammen mit dem geschwächten Mond tritt der Tod ein

bhaumārkiśītakiraṇairjūkājaśanibhasthiteḥ / kṣīṇendvarkakujaiḥ khāstāṃbusthairvārakare mṛtiḥ

Durch Mars, Saturn und den kühlstrahligen [Mond, wenn diese] im Zeichen der Waage(?), des Widders [oder] des Saturn stehen; durch geschwächten Mond, Saturn und Mars, die im zweiten, siebten [und in einem] Wasserzeichen stehen, erfolgt der Tod durch die Hand eines Feindes(?)/durch Wasser.

Wort für Wort
bhaumārkiśītakiraṇairjūkājaśanibhasthiteḥ
durch Mars, Saturn und den kühlstrahligen Mond, im Zeichen der Waage(?), des Widders oder des Saturn
kṣīṇendvarkakujaiḥ
durch geschwächten Mond, Saturn und Mars
khāstāṃbusthairvārakare mṛtiḥ
die im zweiten, siebten und einem Wasserzeichen stehen, erfolgt der Tod durch Wasser(?)

[?: „jūkā“ und „vārakare“ bleiben unsicher.]

balyāradṛṣṭe kṣīṇendau mande nidhaṃnasaṃsthite / guhyarukkṛmiśastrāgnidārujo mṛtyuraṅgirāḥ

[Ist] der geschwächte Mond von einem starken [Unglücksplaneten] aspektiert, [und] Saturn im achten Haus befindlich, so entsteht der Tod durch Krankheit der Schamteile, Würmer, Waffe, Feuer [oder] Holz, o Weiser (Aṅgiras).

Wort für Wort
balyāradṛṣṭe kṣīṇendau
[ist] der geschwächte Mond von einem starken Unglücksplaneten aspektiert
mande nidhaṃnasaṃsthite
und Saturn im achten Haus befindlich
guhyarukkṛmiśastrāgnidārujo mṛtyuḥ
so entsteht der Tod durch Krankheit der Schamteile, Würmer, Waffe, Feuer oder Holz
aṅgirāḥ
o Weiser

saurer'ke 'ste mṛto mande kṣīṇendau bhuvyasaṃyute / lagnadhyāyāsta paḥkhārkabhaumacandraniśākaraiḥ

[Mit] Saturn und der Sonne gesetzt, [ist der Tod] gegeben; [mit] Saturn [und] dem geschwächten Mond, verbunden mit Mars (Bhū); [durch die Affliktion von] Aszendent, neuntem [und] siebtem Haus, durch Saturn, Sonne, Mars und Mond.

Wort für Wort
saurer'ke 'ste mṛto
[mit] Saturn und der Sonne gesetzt, [ist der Tod] gegeben
mande kṣīṇendau bhuvyasaṃyute
[mit] Saturn und dem geschwächten Mond, verbunden mit Mars
lagnadhyāyāsta paḥkhārkabhaumacandraniśākaraiḥ
durch [die Affliktion von] Aszendent, neuntem und siebtem Haus, durch Saturn, Sonne, Mars und Mond

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

śailaśṛṅgasvarugrapātaunurnidhanaṃ bhavet / dṛkkonttare turddhāviṃśastatpatirmṛtyupopi vā

Der Tod erfolgt durch Sturz von einem Berggipfel, [oder] durch eine schwere eigene Krankheit; am Ende des Aspekts, im vierten oder zweiundzwanzigsten [Grad], wird dessen Herr auch zum Todbringer.

Wort für Wort
śailaśṛṅgasvarugrapātaunurnidhanaṃ bhavet
der Tod erfolgt durch Sturz von einem Berggipfel, [oder] durch eine schwere eigene Krankheit
dṛkkonttare turddhāviṃśaḥ
am Ende des Aspekts, im vierten oder zweiundzwanzigsten Grad
tatpatirmṛtyupopi vā
wird dessen Herr auch zum Todbringer

svaguṇairnidha na kuryādbalavānyo dvayorbhavet / lagnāṃśeśasadṛksthāne mṛtyuryogekṣaṇādibhiḥ

Durch seine eigenen Eigenschaften soll [ein schwacher Planet] den Tod nicht bewirken; wer von beiden [in Frage kommenden Planeten] stärker ist, [dessen Wirkung setzt sich durch]; am Ort, der dem Herrn des Aszendentengrades entspricht, [wird] die Todes-Verbindung durch Aspekt usw. [bestätigt].

Wort für Wort
svaguṇairnidha na kuryāt
durch seine eigenen Eigenschaften soll [ein schwacher Planet] den Tod nicht bewirken
balavānyo dvayorbhavet
wer von beiden stärker ist, [dessen Wirkung setzt sich durch]
lagnāṃśeśasadṛksthāne
am Ort, der dem Herrn des Aszendentengrades entspricht
mṛtyuryogekṣaṇādibhiḥ
wird die Todes-Verbindung durch Aspekt usw. bestätigt

modāentenuditāṃśasya tulyo dvighnaḥ svapekṣite / śubhekṣite tu triguṇaḥ kalpyamanyatsvabuddhitaḥ

[Die Jahreszahl für den Tod, wenn] gleich dem aufgestiegenen Grad, [wird] verdoppelt, wenn [der betreffende Planet] sich selbst aspektiert; ist er aber von einem Wohltäter aspektiert, verdreifacht; das Übrige ist nach eigenem Urteil zu bestimmen.

Wort für Wort
modāentenuditāṃśasya tulyo
[die Jahreszahl,] gleich dem aufgestiegenen Grad
dvighnaḥ svapekṣite
wird verdoppelt, wenn [der Planet] sich selbst aspektiert
śubhekṣite tu triguṇaḥ
ist er aber von einem Wohltäter aspektiert, verdreifacht
kalpyamanyatsvabuddhitaḥ
das Übrige ist nach eigenem Urteil zu bestimmen

vahnyaṃpabubhasmasakledaśoṣavyālairmṛtisthitaiḥ / bindutaścintanīyaśca yathokto matyuraṅginaḥ

Durch Feuer, Wasser, Asche, Feuchtigkeit, Austrocknung [oder] wilde Tiere, [je nach den] im Todeshaus befindlichen [Planeten], ist, wie dargelegt, die [Art des] Todes des verkörperten [Wesens] anhand der [Aṣṭakavarga-]Punkte (Bindu) zu erwägen.

Wort für Wort
vahnyaṃpabubhasmasakledaśoṣavyālairmṛtisthitaiḥ
durch Feuer, Wasser, Asche, Feuchtigkeit, Austrocknung oder wilde Tiere, je nach den im Todeshaus befindlichen Planeten
bindutaścintanīyaśca
ist anhand der [Aṣṭakavarga-]Punkte zu erwägen
yathokto matyuraṅginaḥ
wie dargelegt, die Art des Todes des verkörperten Wesens

[Anm.: Hiermit endet der ausführliche Abschnitt über die Todesumstände (Maraṇakāraka).]

guruḥ śaśāṅkaśukrau ca sūryabhaumau yamendujau / devapitratiraktotha nārakānkuryuraṣṭame

Jupiter, sowie Mond und Venus, Sonne und Mars, Saturn und Merkur - [diese Planetenpaare] bewirken, [wenn] im achten Haus [stehend, als jenseitiges Ziel] den Götterbereich, den Ahnenbereich, den überaus roten [Mars-Bereich], oder die Höllenbereiche.

Wort für Wort
guruḥ śaśāṅkaśukrau ca
Jupiter, sowie Mond und Venus
sūryabhaumau yamendujau
Sonne und Mars, Saturn und Merkur
devapitratiraktotha nārakān
den Götterbereich, den Ahnenbereich, den überaus roten Bereich, oder die Höllenbereiche
kuryuraṣṭame
bewirken sie, [wenn] im achten Haus [stehend]

[Anm.: Hiermit beginnt ein kurzer Abschnitt über das jenseitige Ziel (Götter-, Ahnen- oder Höllenwelt) je nach dem im achten Haus stehenden Planeten.]

ravīndubalavaśraṃśanāthācchreṣṭasamādhamāḥ / tuṅgagaḥ sāṃdanūkenugatiḥ ṣaḍrandhradṛkkapaḥ

Nach der Kraft von Sonne und Mond und [dem Herrn] des [Todes-]Grades [ist das Ziel] das beste, mittlere [oder] niedrigste; [ist der Planet] in Exaltation stehend, [von entsprechender] Gefolgschaft begleitet, [oder im] sechsten-und-achten-Blick [zum Saturn stehend, ändert sich dies entsprechend].

Wort für Wort
ravīndubalavaśraṃśanāthāt
nach der Kraft von Sonne und Mond und [dem Herrn] des Grades
śreṣṭhasamādhamāḥ
[ist das Ziel] das beste, mittlere oder niedrigste
tuṅgagaḥ sāṃdanūkenugatiḥ
[ist der Planet] in Exaltation stehend, [von entsprechender] Gefolgschaft begleitet
ṣaḍrandhradṛkkapaḥ
oder im sechsten-achten-Blick zum Saturn stehend

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

dyūnasthito gururvāpi ripukendravināśagaḥ / svoccasthoṃ'ge vyaye saumyabhāge mokṣo balānyataḥ

Jupiter, im zweiten Haus befindlich, oder [Saturn], im Winkelhaus eines Feindes vernichtend stehend; [ist er] in eigener Exaltation, im [ersten] Zeichen [oder] im zwölften Haus, im Grad eines Wohltäters, [so tritt, je nach der] Kraft [der Faktoren], die Erlösung (Mokṣa) ein.

Wort für Wort
dyūnasthito gururvāpi
Jupiter im zweiten Haus befindlich, oder [Saturn]
ripukendravināśagaḥ
im Winkelhaus eines Feindes vernichtend stehend
svoccasthoṃ'ge vyaye saumyabhāge
[ist er] in eigener Exaltation, im Zeichen oder im zwölften Haus, im Grad eines Wohltäters
mokṣo balānyataḥ
so tritt, je nach der Kraft [der Faktoren], die Erlösung ein

[Anm.: Hiermit schließt der Todesabschnitt mit der günstigsten aller Möglichkeiten, der Erlösung.]

ādhāne janmā jñāne tu vṛkṣatāṃ lagnato vadet / pūrvāparārddhairlagnasya saumye vācyapanejaniḥ

Bei der Empfängnis [bestimme man] die Geburt; um aber die Baumnatur (Vṛkṣatā) zu erkennen, soll man sie vom Aszendenten aus bestimmen; durch die vordere und hintere Hälfte des Aszendentenzeichens, [und] bei Merkur, ist die Geburt im Wasser zu erklären.

Wort für Wort
ādhāne janmā
bei der Empfängnis [bestimme man] die Geburt
jñāne tu vṛkṣatāṃ lagnato vadet
um die Baumnatur zu erkennen, soll man sie vom Aszendenten aus bestimmen
pūrvāparārddhairlagnasya saumye
durch die vordere und hintere Hälfte des Aszendentenzeichens, bei Merkur
vācyapanejaniḥ
ist die Geburt im Wasser zu erklären

[Anm.: Hiermit kehrt der Text zum früheren Thema der Baum- und Wassergeburt (vgl. V36-41) zurück, nun in Form konkreter Berechnungsregeln.]

lagnatrikoṇe dhījyatryaṃśairvikalpāvayavāḥ samāḥ / grīṣmoger'ke parai ramyāpanatāṃpṛturarkabhāt

Im Trikoṇa des Aszendenten, durch die Drittelabschnitte des Jupiter, sind die alternativen Glieder gleich [verteilt]; hinsichtlich des Sommers, von der Sonne aus, entsteht mit anderen [Faktoren] eine anmutige, gebeugte(?), breite [Gestalt] aus dem Zeichen der Sonne.

Wort für Wort
lagnatrikoṇe dhījyatryaṃśairvikalpāvayavāḥ samāḥ
im Trikoṇa des Aszendenten, durch die Drittelabschnitte des Jupiter, sind die alternativen Glieder gleich verteilt
grīṣmoger'ke parai
hinsichtlich des Sommers, von der Sonne aus, mit anderen Faktoren
ramyāpanatāṃpṛturarkabhāt
entsteht eine anmutige, gebeugte(?), breite Gestalt aus dem Zeichen der Sonne

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

candrajñajīvāvṛtyasyāḥ śukrārārkibhiranyathā / dṛkkairādyaiḥ pūrvamāsastithistatrānupātataḥ

[Bestimmt] durch Mond, Merkur [und] Jupiter [wird] ihre Lebensweise; andernfalls durch Venus, Mars [und] Saturn; durch die ersten Blicke [wird] der vorangehende Monat [und] die Tithi (Mondtag), dort entsprechend im Verhältnis (Anupāta), [bestimmt].

Wort für Wort
candrajñajīvāvṛtyasyāḥ
[bestimmt] durch Mond, Merkur und Jupiter, ihre Lebensweise
śukrārārkibhiranyathā
andernfalls durch Venus, Mars und Saturn
dṛkkairādyaiḥ pūrvamāsastithiḥ
durch die ersten Blicke der vorangehende Monat und die Tithi
tatrānupātataḥ
dort entsprechend im Verhältnis

vilomajanma bhāgaiśca velā rātridyusaṃjñake / trikoṇottamavārthantilagnaṃ vā labhanābhane

Und die umgekehrte(Steiß-)Geburt [wird bestimmt] durch die Grade, [und] die Zeit, benannt als Nacht oder Tag; durch das vorzügliche Trikoṇa, [oder] das gewünschte Ende, [ergibt sich] der Aszendent, oder [der Punkt, der] bei dessen Fehlen erlangt wird.

Wort für Wort
vilomajanma bhāgaiśca
und die umgekehrte(Steiß-)Geburt [wird bestimmt] durch die Grade
velā rātridyusaṃjñake
und die Zeit, benannt als Nacht oder Tag
trikoṇottamavārthantilagnaṃ vā
durch das vorzügliche Trikoṇa, [oder] das gewünschte Ende, [ergibt sich] der Aszendent
labhanābhane
oder [der Punkt, der] bei dessen Fehlen erlangt wird

yāvadūno vidhurlagnāttāvaccandrācca janmabhe / goharī yugmavasubhe kriyajuke mṛgāṅgane

Um so viel, wie der Mond gegenüber dem Aszendenten im Rückstand ist, ebenso viel [zählt man] vom Mond zum Geburtszeichen; [dies gilt für] Go-harī(?), im geraden Vasu-Zeichen, im mit Kriya (Widder) verbundenen Makara-Zeichen.

Wort für Wort
yāvadūno vidhurlagnāttāvat
um so viel, wie der Mond gegenüber dem Aszendenten im Rückstand ist, ebenso viel
candrācca janmabhe
zählt man vom Mond zum Geburtszeichen
goharī yugmavasubhe
[dies gilt für] Go-harī(?), im geraden Vasu-Zeichen
kriyajuke mṛgāṅgane
im mit Kriya (Widder) verbundenen Makara-Zeichen

[?: Dieser Vers bleibt im Detail unsicher.]

daśāṣṭasaptaviṣaye guṇyāḥ śeṣāḥ khasaṃkhyayā / jīvabhaumakavijñāḥ syu rāghavādyāyarejñavat

In der Angelegenheit des zehnten, achten [und] siebten [Hauses] sind die Reste mit der Zahl Kha (Null) zu multiplizieren; Jupiter, Mars, Venus [und] Merkur sind [entsprechend zu behandeln] wie bei Rāghava usw. [nach der bekannten Methode].

Wort für Wort
daśāṣṭasaptaviṣaye
in der Angelegenheit des zehnten, achten und siebten Hauses
guṇyāḥ śeṣāḥ khasaṃkhyayā
sind die Reste mit der Zahl Kha (Null) zu multiplizieren
jīvabhaumakavijñāḥ syu
Jupiter, Mars, Venus und Merkur sind [entsprechend zu behandeln]
rāghavādyāyarejñavat
wie bei Rāghava usw. [nach der bekannten Methode]

[?: „rāghavādyāyarejñavat“ bleibt unklar - möglicherweise ein Verweis auf eine bekannte Rechenmethode oder Autorität.]

bhānāṃ nityo vidhiḥ kheṭavaśāvaddhargaṇāstathā / saptarghnaṃ bhahṛtaṃ śeṣamṛkṣaṃ navadhanarṇataḥ

Die ständige Regel der Zeichen [richtet sich] nach der Herrschaft der Planeten, ebenso die angesammelten Tageszahlen (Ahargaṇa); mit sieben multipliziert, durch das Zeichen[maß] geteilt, [ergibt] der Rest das [gesuchte] Zeichen, von neun aus, als positiv oder negativ (subtrahierend).

Wort für Wort
bhānāṃ nityo vidhiḥ kheṭavaśāt
die ständige Regel der Zeichen richtet sich nach der Herrschaft der Planeten
addhargaṇāstathā
ebenso die angesammelten Tageszahlen
saptarghnaṃ bhahṛtaṃ śeṣamṛkṣaṃ
mit sieben multipliziert, durch das Zeichenmaß geteilt, [ergibt] der Rest das Zeichen
navadhanarṇataḥ
von neun aus, als positiv oder negativ

dvighne samartumāsāḥ syuḥ pakṣatithyau gajāhate / saptaghnaṃ honiśārkṣāṇīṣughneṅgāṃśeṣṭahorikā

Verdoppelt, zusammen mit der Jahreszeit, ergeben sich die Monate; bei Mondphase und Tithi, mit der Zahl Acht (Elefant) multipliziert; mit Sieben multipliziert, um die Nacht vermindert, [ergeben sich] die Zeichen; mit Fünf (Pfeil) multipliziert der Grad; [so ergibt sich] die gewünschte Horā.

Wort für Wort
dvighne samartumāsāḥ syuḥ
verdoppelt, zusammen mit der Jahreszeit, ergeben sich die Monate
pakṣatithyau gajāhate
bei Mondphase und Tithi, mit der Zahl Acht multipliziert
saptaghnaṃ honiśārkṣāṇi
mit Sieben multipliziert, um die Nacht vermindert, ergeben sich die Zeichen
iṣughneṅgāṃśeṣṭahorikā
mit Fünf multipliziert der Grad; [so ergibt sich] die gewünschte Horā

[?: Diese hochtechnische, in Bhūtasaṃkhyā-Zahlwörtern verschlüsselte Rechenformel lässt sich im Detail nicht mit Sicherheit rekonstruieren.]

pumānparaśudhṛkkṛṣṇo raktadṛgrakṣituṃ kṣamaḥ / dṛṣṭartikapadāśvāsyā raktavastrā ghaṭākṛtiḥ

Ein Mann, eine Axt haltend, dunkel, rotäugig, fähig zu beschützen; [eine Gestalt] mit von Schmerz gezeichnetem Gang, pferdegesichtig, in rotem Gewand, von krugförmiger Gestalt.

Wort für Wort
pumānparaśudhṛkkṛṣṇo raktadṛgrakṣituṃ kṣamaḥ
ein Mann, eine Axt haltend, dunkel, rotäugig, fähig zu beschützen
dṛṣṭartikapadāśvāsyā
[eine Gestalt] mit von Schmerz gezeichnetem Gang, pferdegesichtig
raktavastrā ghaṭākṛtiḥ
in rotem Gewand, von krugförmiger Gestalt

[Anm.: Hiermit beginnt der Abschnitt über die bildhaften Darstellungen (Aṅkriyāṃśa) der Ṣaṣṭyāṃśas (Sechzigstelgrade), der bis V365 reicht. Die Bilder sind einzeln, meist zu zweit je Vers, aufgezählt; der Wortlaut ist streckenweise stark korrupt.]

kapilo hyandhadṛkrūro raktavastraḥ kṣatavrataḥ / kṣuttṛṣārtodugdhapaṭo lūnakuñcitamūrdhajaḥ

Rötlich-braun, blindäugig, grausam, in rotem Gewand, mit einem Gelübde der Verletzung; von Hunger und Durst geplagt, in milchweißem Gewand, mit geschorenem, gelocktem Haupthaar.

Wort für Wort
kapilo hyandhadṛkrūro
rötlich-braun, blindäugig, grausam
raktavastraḥ kṣatavrataḥ
in rotem Gewand, mit einem Gelübde der Verletzung
kṣuttṛṣārtodugdhapaṭo
von Hunger und Durst geplagt, in milchweißem Gewand
lūnakuñcitamūrdhajaḥ
mit geschorenem, gelocktem Haupthaar

malinaḥ kṣutparojāsyo dakṣaḥ kṛṣyādikarmaṇi / dvipakāyaḥ sarabhayātpiṃpagalo vyākulāntaraḥ

Unrein, hungrig, von fahlem Gesicht, geschickt im Ackerbau und ähnlichen Tätigkeiten; von Elefantenleib, aus Furcht vor dem Śarabha, rötlich-gelb, innerlich verwirrt.

Wort für Wort
malinaḥ kṣutparojāsyo
unrein, hungrig, von fahlem Gesicht
dakṣaḥ kṛṣyādikarmaṇi
geschickt im Ackerbau und ähnlichen Tätigkeiten
dvipakāyaḥ sarabhayāt
von Elefantenleib, aus Furcht vor dem Śarabha
piṃpagalo vyākulāntaraḥ
rötlich-gelb, innerlich verwirrt

śaucikīrūpiṇī sādhvī hyaprajocchritapāṇikā / udyāne kavacī dhanvī krīḍecchargaruḍānanaḥ

Eine reine, tugendhafte Gestalt, kinderlos, mit erhobener Hand; im Garten [eine Gestalt] gepanzert, bogenbewehrt, spielerisch, mit dem Antlitz des Garuḍa.

Wort für Wort
śaucikīrūpiṇī sādhvī
eine reine, tugendhafte Gestalt
hyaprajocchritapāṇikā
kinderlos, mit erhobener Hand
udyāne kavacī dhanvī
im Garten gepanzert, bogenbewehrt
krīḍecchargaruḍānanaḥ
spielerisch, mit dem Antlitz des Garuḍa

nṛtyādividvaruṇavadbahuratnodhanurdharaḥ / dvipāsyakaṇṭhaḥ kroḍāsyaḥ kānaneśaramāhikaḥ

Im Tanz und anderen [Künsten] kundig, wie Varuṇa, reich an Edelsteinen, ein Bogenträger; mit Elefantengesicht und -hals, eberngesichtig, Herr des Waldes, mit gebundener Schlange.

Wort für Wort
nṛtyādividvaruṇavadbahuratnodhanurdharaḥ
im Tanz und anderen Künsten kundig, wie Varuṇa, reich an Edelsteinen, ein Bogenträger
dvipāsyakaṇṭhaḥ kroḍāsyaḥ
mit Elefantengesicht und -hals, eberngesichtig
kānaneśaramāhikaḥ
Herr des Waldes, mit gebundener Schlange

ātavyaśākhāṃ pālāśī rauti mūrddhāhikarkaśā / cipiṭāsyo hi saṃvīto nausthaḥ ratryarthaṃvrajañjale

[Eine Gestalt] am Waldeszweig, palāśa-baumhaft, schreit auf, mit rauem, schlangenbewehrtem Haupt; flachgesichtig, verhüllt, in einem Boot stehend, für die Nacht ins Wasser ziehend.

Wort für Wort
ātavyaśākhāṃ pālāśī rauti
[eine Gestalt] am Waldeszweig, palāśa-baumhaft, schreit auf
mūrddhāhikarkaśā
mit rauem, schlangenbewehrtem Haupt
cipiṭāsyo hi saṃvīto
flachgesichtig, verhüllt
nausthaḥ ratryarthaṃvrajañjale
in einem Boot stehend, für die Nacht ins Wasser ziehend

śvā naro jaṃbukaṃ gṛdhraṃ gṛhītvā rauti śālmalau / dhanvī kṛṣṇājinī siṃhavāśvonnatamāturaḥ

Ein hundeartiger Mann, einen Schakal und einen Geier ergriffen habend, schreit am Śālmali-Baum; ein Bogenträger, in schwarzes Antilopenfell gehüllt, löwenstimmig(?), mit erhobenem Pferd, leidend.

Wort für Wort
śvā naro jaṃbukaṃ gṛdhraṃ gṛhītvā rauti śālmalau
ein hundeartiger Mann, einen Schakal und einen Geier ergriffen habend, schreit am Śālmali-Baum
dhanvī kṛṣṇājinī
ein Bogenträger, in schwarzes Antilopenfell gehüllt
siṃhavāśvonnatamāturaḥ
löwenstimmig(?), mit erhobenem Pferd, leidend

phalāmiṣaghnaḥ kūrjīnā bhallāsyaḥ kapiceṣṭitaḥ / puṣpapūrṇacchaṭākanyāvidyellā malināṃvarā

Ein Vernichter von Frucht und Fleisch, gekrümmt(?), bärengesichtig, sich wie ein Affe gebärdend; eine Jungfrau voller Blütenbüschel, blitzgleich(?), von unreinem Gewand.

Wort für Wort
phalāmiṣaghnaḥ kūrjīnā
ein Vernichter von Frucht und Fleisch, gekrümmt(?)
bhallāsyaḥ kapiceṣṭitaḥ
bärengesichtig, sich wie ein Affe gebärdend
puṣpapūrṇacchaṭākanyā
eine Jungfrau voller Blütenbüschel
vidyellā malināṃvarā
blitzgleich(?), von unreinem Gewand

dhanvī vyayāpakṛcchyāmo lipikṛdrāmaśonaraḥ / gaurīdhautāṃśukātsuccākuṃbhadṛstāsurālaye

Ein Bogenträger, Verlust und Mühsal bringend, dunkel, ein Schreiber, ein rötlicher Mann; [eine Gestalt] mit hell gewaschenem Gewand, hoch aufragend, krugäugig(?), in der Wohnstatt der Asuras.

Wort für Wort
dhanvī vyayāpakṛcchyāmo
ein Bogenträger, Verlust und Mühsal bringend, dunkel
lipikṛdrāmaśonaraḥ
ein Schreiber, ein rötlicher Mann
gaurīdhautāṃśukātsuccā
mit hell gewaschenem Gewand, hoch aufragend
kuṃbhadṛstāsurālaye
krugäugig(?), in der Wohnstatt der Asuras

mānonmānpāpasotaulībhāṇḍamutpavicintakaḥ / kṣuttṛṅyuto naraḥ kuṃbhīgṛdhnasya strīsutopagaḥ

Einer, der sich mit Maß und Gewicht, mit Waage und Gefäß befasst, nachdenklich; ein von Hunger und Durst geplagter Mann; [eine Gestalt] mit Krug, gierig(?), sich einer Frau und ihrem Sohn nähernd.

Wort für Wort
mānonmānpāpasotaulībhāṇḍamutpavicintakaḥ
einer, der sich mit Maß und Gewicht, mit Waage und Gefäß befasst, nachdenklich
kṣuttṛṅyuto naraḥ
ein von Hunger und Durst geplagter Mann
kuṃbhīgṛdhnasya strīsutopagaḥ
[eine Gestalt] mit Krug, gierig(?), sich einer Frau und ihrem Sohn nähernd

dhanvīkintaraceṣṭastuhaimavarmāmṛgānugaḥ / siṃdhekūjaṃvrajantīstrīnānāsarpasita hikā

Ein Bogenträger, sich wie ein Kinnara gebärdend, in goldener Rüstung, einem Wildtier folgend; eine am Meer klagend dahinschreitende Frau, [inmitten] verschiedener Schlangen, zischend (Hikā).

Wort für Wort
dhanvīkintaraceṣṭastuhaimavarmā
ein Bogenträger, sich wie ein Kinnara gebärdend, in goldener Rüstung
mṛgānugaḥ
einem Wildtier folgend
siṃdhekūjaṃvrajantī strī
eine am Meer klagend dahinschreitende Frau
nānāsarpasita hikā
inmitten verschiedener Schlangen, zischend

saukhyaspṛhāhyāvṛttāṅgībhatrarthakacchapākṛtiḥ / kūrmāsyo malaye siṃhaḥ śvakroṇḍamṛgabhīṣakaḥ

Nach Glück verlangend, mit umhüllten Gliedern, [in der Angelegenheit eines] Gefäßes(Gattin?), von schildkrötenartiger Gestalt; schildkrötengesichtig; ein Löwe im [Berg] Malaya, hund-, eber- [und] hirschgleich erschreckend.

Wort für Wort
saukhyaspṛhāhyāvṛttāṅgī
nach Glück verlangend, mit umhüllten Gliedern
bhatrarthakacchapākṛtiḥ kūrmāsyo
[in der Angelegenheit eines] Gefäßes(Gattin?), von schildkrötenartiger Gestalt, schildkrötengesichtig
malaye siṃhaḥ
ein Löwe im Berg Malaya
śvakroṇḍamṛgabhīṣakaḥ
hund-, eber- und hirschgleich erschreckend

vāsyaḥ śvakāyo dhānuṣko raṅkṣastāpasayajñiye / caṃpakābhāsane madhyā siṃdhuratravivarddhinī

Ein zu bewohnender(?), hundeleibiger Bogenschütze, ein Beschützer im asketischen Opfer; [eine Gestalt] auf campaka-farbenem Sitz, inmitten, hier am Meer heranwachsend.

Wort für Wort
vāsyaḥ śvakāyo dhānuṣko
ein zu bewohnender(?), hundeleibiger Bogenschütze
raṅkṣastāpasayajñiye
ein Beschützer im asketischen Opfer
caṃpakābhāsane madhyā
[eine Gestalt] auf campaka-farbenem Sitz, inmitten
siṃdhuratravivarddhinī
hier am Meer heranwachsend

kūrmāsane caṃpakābho daṇḍī kauśeyakāninī / paramo 'tho gṛdhramukhaḥ snehamadyāśanaspṛhaḥ

Auf einem Schildkrötensitz, campaka-farben, stabtragend; eine in Seide gekleidete Jungfrau; der Höchste sodann, geiergesichtig, nach Öl, Wein und Speise begehrend.

Wort für Wort
kūrmāsane caṃpakābho daṇḍī
auf einem Schildkrötensitz, campaka-farben, stabtragend
kauśeyakāninī
eine in Seide gekleidete Jungfrau
paramo 'tho gṛdhramukhaḥ
der Höchste sodann, geiergesichtig
snehamadyāśanaspṛhaḥ
nach Öl, Wein und Speise begehrend

dagdhānasthā lohadharā sabhūṣābhāñjakaccarā / bhāṇḍī romaścavāḥ śyāmaḥ kirīṭī phalayantradhṛk

Auf verbrannten Knochen stehend, Eisen tragend, mit Schmuck umherwandelnd; ein Gefäßträger, haarig(?), dunkel, bekrönt, ein Frucht-Werkzeug haltend.

Wort für Wort
dagdhānasthā lohadharā
auf verbrannten Knochen stehend, Eisen tragend
sabhūṣābhāñjakaccarā
mit Schmuck umherwandelnd
bhāṇḍī romaścavāḥ śyāmaḥ
ein Gefäßträger, haarig(?), dunkel
kirīṭī phalayantradhṛk
bekrönt, ein Frucht-Werkzeug haltend

nausthodhvosaṃvibhūṣārntha nānāratnakarāeñcitaḥ / nausthabdheḥ kūlamāyāntī sayūthāṃ campakānanā

In einem Boot stehend, nach oben reich geschmückt, [oder] mit verschiedenen Edelsteinen in der Hand versehen; eine zum Ufer des Meeres, [von] einem Boot [aus], mit ihrer Schar kommende, campaka-gesichtige [Frau].

Wort für Wort
nausthodhvosaṃvibhūṣārntha
in einem Boot stehend, nach oben reich geschmückt
nānāratnakarāeñcitaḥ
[oder] mit verschiedenen Edelsteinen in der Hand versehen
nausthabdheḥ kūlamāyāntī
eine zum Ufer des Meeres, vom Boot aus, kommende [Frau]
sayūthāṃ campakānanā
mit ihrer Schar, campaka-gesichtig

garte sarpāvṛto nagno rudaṃścaurānalārditaḥ / etādṛśāṅkriyāṃśāḥ stu ṣatriṃśadudītāḥ kramāt

In einer Grube, von einer Schlange umschlungen, nackt, weinend, von Dieben und Feuer gequält. Solcherart sind die bildhaften Darstellungen (Aṅkriyāṃśa) der Grade - sechsunddreißig(?) wurden der Reihe nach genannt.

Wort für Wort
garte sarpāvṛto nagno
in einer Grube, von einer Schlange umschlungen, nackt
rudaṃścaurānalārditaḥ
weinend, von Dieben und Feuer gequält
etādṛśāṅkriyāṃśāḥ stu
solcherart sind die bildhaften Darstellungen der Grade
ṣatriṃśadudītāḥ kramāt
sechsunddreißig(?) wurden der Reihe nach genannt

[Anm.: Die abschließende Zahlangabe „ṣaṭtriṃśat“ (sechsunddreißig) stimmt nicht genau mit der Anzahl der in V349-365 tatsächlich aufgezählten Einzelbilder überein (bei durchschnittlich zwei Bildern je Vers ergäben sich eher ca. 32-34); da der Abschnitt seinem Titel „Ṣaṣṭyāṃśa“ nach eigentlich sechzig Unterteilungen behandeln müsste, liegt hier möglicherweise ein Textverlust oder eine Verderbnis der Zahl (etwa aus „ṣaṣṭi“, sechzig) vor.]

etatsaṃkṣepataḥ proktaṃ jātakaṃ munisattama / nibodha saṃhitāskandhaṃ lokakṛtyupayoginam

Dies wurde in Kürze dargelegt, [die Lehre der] Horoskopie (Jātaka), o bester der Weisen. Vernimm nun den Zweig der Saṃhitā (der Weltkunde), der für die Angelegenheiten der Welt von Nutzen ist.

Wort für Wort
etatsaṃkṣepataḥ proktaṃ jātakaṃ
dies wurde in Kürze dargelegt, [die Lehre der] Horoskopie
munisattama
o bester der Weisen
nibodha saṃhitāskandhaṃ
vernimm nun den Zweig der Saṃhitā
lokakṛtyupayoginam
der für die Angelegenheiten der Welt von Nutzen ist

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