Kapitel 97: śrīmārkaṇḍeyapurāṇānukramaṇam
Zusammenfassung des Mārkaṇḍeya-Purāṇa
Brahmā fasst gegenüber Nārada Inhalt des Mārkaṇḍeya-Purāṇa zusammen, u.a. den Jaimini-Praśna, die Vogel-Erzählungen, zahlreiche Königs- und Dynastie-Erzählungen sowie den Hinweis auf das Devī-Māhātmya im achten Manvantara.
Śrī Brahmā sprach: Nun will ich dir, o Weiser, das Purāṇa namens Mārkaṇḍeya verkünden, das für die, die [es] stets lesen und hören, überaus großen Verdienst [gewährt].
Wort für Wort
śrībrahmovāca
Śrī Brahmā sprach
atha te saṃpravakṣyāmi
nun will ich dir verkünden
mārkaṇḍeyābhidhaṃ mune purāṇaṃ
o Weiser, das Purāṇa namens Mārkaṇḍeya
sumahatpuṇyaṃ paṭhatāṃ śṛṇvatāṃ sadā
überaus verdienstvoll für die, die stets lesen und hören
Anm.: Vor Versbeginn steht im Quelltext "iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge bṛhadupākhyāne caturthapāde nāradīyapurāṇānukramaṇīkathanaṃ nāma saptanavatitamo 'dhyāyaḥ" – der verschobene Abschluss-Kolophon des vorhergehenden Kapitels (Nāradīya-Zusammenfassung), fälschlich mit der Nummer 97 versehen. Das tatsächliche Kapitel 97 behandelt das Mārkaṇḍeya-Purāṇa. Nicht als Vers übersetzt (vgl. Anm. zu Kap. 95, V1).
Worin, mit Bezug auf die Vögel, die Darlegung des gesamten Dharma [erfolgt] – dieses Mārkaṇḍeya-Purāṇa wird als neuntausend [Verse umfassend] bezeichnet.
Und die Erzählung von deren früherer Geburt, sowie die Verwandlung des Herrn des Himmels [Indra]; die Pilgerfahrt Balas, und sodann die kleine Erzählung von den Söhnen der Draupadī.
Die heilige Erzählung von Hariścandra, der Kampf genannt Māḍīvaka [?], die Erzählung von Vater und Sohn, danach die Erzählung von Dattātreya.
Wort für Wort
hariścandrakathā puṇyā
die heilige Erzählung von Hariścandra
yuddhamāḍībakābhidham [?]
der Kampf genannt Māḍīvaka [unklar]
pitāputrasamākhyānaṃ
die Erzählung von Vater und Sohn
dattātreyakathā tataḥ
danach die Erzählung von Dattātreya
Anm.: 'yuddhamāḍībakābhidham' unklar/vermutlich verderbt; Bedeutung des Namens 'Māḍīvaka' nicht sicher zu bestimmen [?]. 'dattātreyakatha' im Quelltext für 'dattātreyakathā'.
Sodann das Leben des Haihaya[-Königs], verbunden mit einer großen Erzählung; die Erzählung der Madālasā wird verkündet, verbunden mit dem Leben Alarkas.
Wort für Wort
haihasasyātha[=haihayasya] caritaṃ
sodann das Leben des Haihaya[-Königs]
mahākhyānasamanvitam
verbunden mit einer großen Erzählung
madālakasā[=madālasā]kathā proktā
die Erzählung der Madālasā wird verkündet
hyalarkacaritānvitā
verbunden mit dem Leben Alarkas
Anm.: 'haihasasya' vermutlich für 'haihayasya' (Kārtavīrya, König der Haihayas); 'madālakasākathā' als 'madālasākathā' gedeutet (Erzählung der Madālasā, Mutter des Alarka – der Bezug zu Alarka im zweiten Halbvers stützt diese Lesung).
rudrādisṛṣṭirapyuktā dvīpacaryānukīrtanam / manūnāṃ ca kathā nānākīrtitāḥ pāpahārikāḥ
Auch die Schöpfung, beginnend mit Rudra, wird gelehrt, [ebenso] die Beschreibung der Kontinente; und die verschiedenen, sündenvernichtenden Erzählungen der Manus werden verkündet.
Wort für Wort
rudrādisṛṣṭirapyuktā
auch die Schöpfung, beginnend mit Rudra, wird gelehrt
Unter diesen [Erzählungen] ist die der Durgā im achten Manvantara überaus verdienstreich; danach die Entstehung der Om-Silbe, entstanden aus der Glut der drei Veden.
Wort für Wort
tāsu durgākathātyantaṃ puṇyadā
unter diesen ist die Durgā-Erzählung überaus verdienstreich
cāṣṭame 'ntare
im achten Manvantara
tatpaścātpraṇavotpattiḥ
danach die Entstehung der Om-Silbe
trayītejaḥ samudbhavā
entstanden aus der Glut der drei Veden
Anm.: bezieht sich auf das Devī-Māhātmya, das im Mārkaṇḍeya-Purāṇa im Kontext des achten Manvantara (Sāvarṇi) erzählt wird.
mārtaṇḍasya ca janmākhyātanmāhātmyasamanvitā / vaivasvatānvayaścāpi vatsaprīścaritaṃ tataḥ
Und die Geburt des Mārtaṇḍa (Sonnengott) wird erzählt, verbunden mit seiner Herrlichkeit; auch die Nachkommenschaft des Vaivasvata [Manu], und danach das Leben des Vatsaprī.
Danach wird die heilige Erzählung des hochgesinnten Khanitra verkündet, sowie das Leben des Avikṣit und die Verkündung des Kim-icchā-Gelübdes ('was begehrst du?').
Wort für Wort
khanitrasya tataḥ proktā kathā puṇyā mahātmanaḥ
danach wird die heilige Erzählung des hochgesinnten Khanitra verkündet
Die Erzählung von der Dynastie des Kuśa, die Verkündung der Monddynastie, die heilige Erzählung von Purūravas, und die wunderbare Erzählung von Nahuṣa.
Und sodann das Leben in Dvārakā, die aus allen Avataras entstandene Erzählung; danach die Darlegung der Sāṃkhya-Lehre, die Verkündung der Unwirklichkeit der [erscheinenden] Welt.
Wort für Wort
dvārakācaritaṃ cātha
und sodann das Leben in Dvārakā
kathā sarvāvatārajā
die aus allen Avataras entstandene Erzählung
tataḥ sāṃkhyasamuddeśaḥ
danach die Darlegung der Sāṃkhya-Lehre
prapañcāsattvakīrtanam
die Verkündung der Unwirklichkeit der [erscheinenden] Welt
tatprayacchellikhitvā yaḥ sauvarṇakarisaṃyutam / kārtikyāṃ dvijavaryāya sa labhendbrahmaṇaḥ padam
Wer, nachdem er es niedergeschrieben hat, es zusammen mit einem goldenen Elefanten am [Vollmondtag im Monat] Kārtika dem besten der Brahmanen schenkt, der erlangt den Zustand Brahmans.
Wort für Wort
tatprayacchellikhitvā yaḥ
wer, nachdem er es niedergeschrieben hat, es schenkt