Quellen der Menschheit

Nārada-Purāṇa (Nāradīya)

Kapitel 109: dvādaśamāsapratipadvratanirūpaṇam Darlegung der Pratipad-Gelübde der zwölf Monate

Titel rekonstruiert aus dem Kolophon, der (quellenbedingt versetzt) am Kopf der Datei src_kap110_raw.txt erscheint („...dvādaśamāsapratipadvratanirūpaṇaṃ nāma daśottaraśatatamo 'dhyāyaḥ“) und inhaltlich eindeutig Kapitel 109 zuzuordnen ist; dieses durchgängige Verschiebungsmuster (Kolophon von Kapitel N erscheint am Kopf der Rohdatei von Kapitel N+1) betrifft alle sechs bearbeiteten Kapitel und wurde, wie im bisherigen Projekt üblich, nicht in den Vers-Text von V1 aufgenommen.

nārada uvāca / purāṇasūtramakhilaṃ śrutaṃ tava mukhādvibho / marūcaye yathā proktaṃ brahmaṇā parameṣṭhinā

Nārada sprach: Das gesamte Purāṇa-Sūtra habe ich aus deinem Mund gehört, o Herr, so wie es von Brahmā Parameṣṭhin dem Marīci verkündet wurde.

Wort für Wort
nārada uvāca
Nārada sprach:
purāṇasūtramakhilaṃ śrutaṃ tava mukhādvibho
das gesamte Purāṇa-Sūtra habe ich vollständig aus deinem Mund gehört, o Herr
marūcaye yathā proktaṃ
so wie es dem Marīci verkündet wurde
brahmaṇā parameṣṭhinā
von Brahmā Parameṣṭhin

Der eigentliche Kolophon des VORANGEHENDEN Kapitels (108, „brahmāṇḍapurāṇānukramaṇīnirūpaṇam“, hier fälschlich als „navottaraśatatamo 'dhyāyaḥ“ = 109. Kapitel bezeichnet) steht in der Quelldatei irrtümlich VOR dieser Verszeile (Kolophon-Verschiebung, durchgängiges Muster in diesem Textkorpus). Er wurde hier nicht mitübersetzt, da er nicht zu Kapitel 109 gehört.

adhunā tu mahābhāga tithīnāṃ vai kathānakam / kramato mahyamākhyāhi yathā syādvataniścayaḥ

Nun aber, o Hochgesegneter, erzähle mir der Reihe nach die Geschichte(n) der Tithis (Mondtage), damit Gewissheit über die Gelübde entstehe.

Wort für Wort
adhunā tu mahābhāga
nun aber, o Hochgesegneter
tithīnāṃ vai kathānakam
die Geschichte(n) der Tithis
kramato mahyamākhyāhi
verkünde mir der Reihe nach
yathā syādvrataniścayaḥ
damit Gewissheit über das Gelübde entstehe

yasminmāse tu yā puṇyā tithiryena uvāsitā / yadvidhānaṃ ca pūjādestatsarvaṃ vada sāṃpratam

In welchem Monat welcher heilige Tithi ist, von wem er verehrt [?, uvāsitā wohl für upāsitā] wurde, und welches die Vorschrift der Verehrung usw. ist – das alles sage mir jetzt.

Wort für Wort
yasminmāse tu yā puṇyā tithiḥ
in welchem Monat welcher heilige Tithi ist
yena uvāsitā
von wem er verehrt [?] wurde
yadvidhānaṃ ca pūjādeḥ
und welches die Vorschrift der Verehrung usw. ist
tatsarvaṃ vada sāṃpratam
das alles sage jetzt

uvāsitā ist morphologisch auffällig; vermutlich Fehlschreibung/-lesung für upāsitā („verehrt“).

sanātana uvāca / śṛṇu nārada vakṣyāmi tithīnāṃ te vrataṃ pṛthak / tithīśānukramādeva sarvasiddhividhāyakam

Sanātana sprach: Höre, Nārada, ich werde dir die Gelübde der Tithis einzeln verkünden, gemäß der Reihenfolge der Tithi-Herren, die alle Vollkommenheit bewirken.

Wort für Wort
sanātana uvāca
Sanātana sprach:
śṛṇu nārada vakṣyāmi
höre, Nārada, ich werde verkünden
tithīnāṃ te vrataṃ pṛthak
dir die Gelübde der Tithis einzeln
tithīśānukramādeva sarvasiddhividhāyakam
gemäß der Reihenfolge der Tithi-Herren, die alle Vollkommenheit bewirken

caitre māsi jagadbrahmā sasaja prathame 'hani / śuklapakṣe samagraṃ vai tadā sūryodaye sati

Im Monat Caitra erschuf Brahmā die Welt am ersten Tag der hellen Monatshälfte vollständig, damals bei Sonnenaufgang.

Wort für Wort
caitre māsi jagadbrahmā
im Monat Caitra (erschuf) Brahmā die Welt
sasaja prathame 'hani
erschuf er am ersten Tag
śuklapakṣe samagraṃ vai
in der hellen Monatshälfte vollständig
tadā sūryodaye sati
damals, als die Sonne aufging

vatsarādau vasaṃtādau balirājye tathaiva ca / pūrvaviddhaiva kartavyā pratipatsarvadā budhaiḥ

Am Beginn des Jahres, am Beginn des Frühlings, sowie auch im Reich Balis soll die Pratipad von den Weisen stets als die 'vorher berührte' (mit dem Vortag verbundene) begangen werden.

Wort für Wort
vatsarādau vasaṃtādau
am Beginn des Jahres, am Beginn des Frühlings
balirājye tathaiva ca
und ebenso im Reich Balis
pūrvaviddhaiva kartavyā
soll (sie) als die vorher berührte begangen werden
pratipatsarvadā budhaiḥ
die Pratipad, stets von den Weisen

tatra kāryā mahāśāntiḥ sarvakalmaṣanāśinī / sarvotpātapraśamanī kaliduṣkṛtahāriṇī

Dort soll die große Friedenszeremonie (Mahāśānti) vollzogen werden, die alle Verunreinigung vernichtet, alle Unglückszeichen besänftigt und die schlechten Taten des Kali-Zeitalters hinwegnimmt.

Wort für Wort
tatra kāryā mahāśāntiḥ
dort soll die große Friedenszeremonie vollzogen werden
sarvakalmaṣanāśinī
die alle Verunreinigung vernichtet
sarvotpātapraśamanī
die alle Unglückszeichen besänftigt
kaliduṣkṛtahāriṇī
die die schlechten Taten des Kali-Zeitalters hinwegnimmt

āyuḥ pradāpuṣṭikarī dhanasaubhāgyavarddhinī / maṅgalyā ca pavitrā ca lokadvayamukhāvahā

Sie gewährt Lebenslänge und Gedeihen, mehrt Reichtum und Glück; sie ist heilbringend und reinigend und führt zum Segen in beiden Welten.

Wort für Wort
āyuḥpradā puṣṭikarī
sie gewährt Lebenslänge, sie bewirkt Gedeihen
dhanasaubhāgyavarddhinī
sie mehrt Reichtum und Glück
maṅgalyā ca pavitrā ca
sie ist heilbringend und reinigend
lokadvayamukhāvahā
sie führt zum Segen in beiden Welten

tasyāmādau tu saṃpūjyo brahmā vahnivapurdharaḥ / pādyārdhyapuṣpadhūpaiśca vastrālaṅkārabhojanaiḥ

An diesem (Tag) soll zuerst Brahmā, der die Gestalt des Feuers trägt, verehrt werden, mit Fußwasser, Ehrenwasser, Blumen und Räucherwerk, sowie mit Gewändern, Schmuck und Speise.

Wort für Wort
tasyāmādau tu saṃpūjyo
an diesem (Tag) soll zuerst verehrt werden
brahmā vahnivapurdharaḥ
Brahmā, der die Gestalt des Feuers trägt
pādyārdhyapuṣpadhūpaiśca
mit Fußwasser, Ehrenwasser, Blumen und Räucherwerk
vastrālaṅkārabhojanaiḥ
mit Gewändern, Schmuck und Speise

homairbalyupahāraiśca tathā brāhmaṇatarpaṇaiḥ / tataḥ krameṇa devebhyaḥ pūjā kāryā pṛthakpṛthak

Mit Feueropfern, Opfergaben und Geschenken, sowie mit der Sättigung von Brahmanen; danach soll den (anderen) Göttern der Reihe nach je einzeln Verehrung dargebracht werden.

Wort für Wort
homairbalyupahāraiśca
mit Feueropfern, Opfergaben und Geschenken
tathā brāhmaṇatarpaṇaiḥ
sowie mit der Sättigung von Brahmanen
tataḥ krameṇa devebhyaḥ
danach den Göttern der Reihe nach
pūjā kāryā pṛthakpṛthak
soll Verehrung je einzeln dargebracht werden

kṛtvoṅkāra namaskāraṃ kuśodakatilākṣataiḥ / savastraṃ sahiraṇyaṃ ca tato dadyāddijātaye

Nachdem man mit der Silbe Oṃ die Verneigung vollzogen hat, mit Kuśagras, Wasser, Sesam und ungeschältem Reis, soll man danach dem Zweifachgeborenen (eine Gabe) mit Gewand und Gold geben.

Wort für Wort
kṛtvoṅkāra namaskāraṃ
nachdem man mit Oṃ die Verneigung vollzogen hat
kuśodakatilākṣataiḥ
mit Kuśagras, Wasser, Sesam und ungeschältem Reis
savastraṃ sahiraṇyaṃ ca
(eine Gabe) mit Gewand und Gold
tato dadyāddvijātaye
soll man danach dem Zweifachgeborenen geben

dakṣiṇāṃ vedaviduṣe vratasaṃpūrtihetave / evaṃ pūjāviśeṣeṇa vrataṃ syātsaurisaṃjñakam

(Man gebe) dem Vedakundigen die Priestergabe, zur Vollendung des Gelübdes. So wird durch diese besondere Verehrung das Gelübde 'Sauri' (der Sonne/Savitṛ zugehörig [?]) genannt.

Wort für Wort
dakṣiṇāṃ vedaviduṣe
die Priestergabe dem Vedakundigen
vratasaṃpūrtihetave
zur Vollendung des Gelübdes
evaṃ pūjāviśeṣeṇa
so durch diese besondere Verehrung
vrataṃ syātsaurisaṃjñakam
wird das Gelübde 'Sauri' [?] genannt

saurisaṃjñakam ist unklar; Bezug entweder zu Sūrya/Savitṛ (Sonne, passend zum Sonnenaufgangs-Ritus aus V5) oder zu Śani (Sauri = Sohn der Sonne, Saturn); mit [?] markiert.

ārogyadaṃ nṛṇāṃ vipra tasminneva dine mune / vidyāvratamapi proktamasyāmeva tithau mune

Es gewährt den Menschen Gesundheit, o Brahmane, an eben diesem Tag, o Weiser. Auch das 'Wissens-Gelübde' (Vidyāvrata) wird für eben diesen Tithi gelehrt.

Wort für Wort
ārogyadaṃ nṛṇāṃ vipra
es gewährt den Menschen Gesundheit, o Brahmane
tasminneva dine mune
an eben diesem Tag, o Weiser
vidyāvratamapi proktam
auch das Wissens-Gelübde wird gelehrt
asyāmeva tithau mune
für eben diesen Tithi, o Weiser

tilakaṃ nāma ca proktaṃ kṛṣṇenājātaśatrave / atha jyeṣṭhe site pakṣe pakṣatyāṃ [?] divasodaye

Und es wird 'Tilaka' genannt, wie es von Kṛṣṇa dem Ajātaśatru (Yudhiṣṭhira) verkündet wurde. Nun, im Monat Jyeṣṭha, in der hellen Monatshälfte, am ersten Tag [?] bei Tagesanbruch...

Wort für Wort
tilakaṃ nāma ca proktaṃ
und es wird 'Tilaka' genannt
kṛṣṇenājātaśatrave
von Kṛṣṇa dem Ajātaśatru (verkündet)
atha jyeṣṭhe site pakṣe
nun, im Monat Jyeṣṭha, in der hellen Monatshälfte
pakṣatyāṃ [?] divasodaye
am ersten Tag [?] bei Tagesanbruch

pakṣatyāṃ ist morphologisch unklar; vermutlich verderbt für pratipadi („am ersten Tag“), analog zu den Parallelformulierungen der übrigen Verse.

devodyānabhavaṃ hṛdyaṃ karavīraṃ samarcayet / raktatanturīdhānaṃ [?] gandhadhūpavilepanaiḥ

soll man den lieblichen, im Göttergarten wachsenden Oleander (Karavīra) verehren, der mit rotem Faden umwunden ist [?], mit Duftstoffen, Räucherwerk und Salben.

Wort für Wort
devodyānabhavaṃ hṛdyaṃ
den lieblichen, im Göttergarten entstandenen
karavīraṃ samarcayet
Oleander soll man verehren
raktatanturīdhānaṃ [?]
der mit rotem Faden umwunden ist [?]
gandhadhūpavilepanaiḥ
mit Duftstoffen, Räucherwerk und Salben

raktatanturīdhānaṃ ist unklar überliefert; sinngemäß mit „mit rotem Faden versehen/umwunden“ wiedergegeben, mit [?] markiert.

prarūḍhasaptadhānyaiśca nāragairbījapūrakaiḥ / abhyukṣyākṣatatoyena mantreṇetthaṃ kṣamāpayet

und mit den gekeimten sieben Getreidearten, mit Orangen [?] und Zedratfrüchten (Bījapūraka); nachdem man ihn mit ungeschältem Reis und Wasser besprengt hat, bitte man ihn mit folgendem Mantra um Verzeihung:

Wort für Wort
prarūḍhasaptadhānyaiśca
und mit den gekeimten sieben Getreidearten
nāragairbījapūrakaiḥ [?]
mit Orangen [?] und Zedratfrüchten
abhyukṣyākṣatatoyena
nachdem man mit ungeschältem Reis und Wasser besprengt hat
mantreṇetthaṃ kṣamāpayet
bitte man mit folgendem Mantra um Verzeihung

nāragaiḥ ist wohl verkürzt/verderbt für nāraṅgaiḥ („Orangen“); mit [?] markiert.

karavīra vṛṣāvāsa [?] namaste bhānuvallabha / daṃbholimṛḍadurgādidevānāṃ satataṃ priya

'Oh Karavīra, Wohnstatt des Stieres [?], Verehrung dir, Liebling der Sonne, der du den Göttern wie Indra (dem Blitzträger), Mṛḍa (Śiva) und Durgā stets lieb bist.'

Wort für Wort
karavīra vṛṣāvāsa [?]
oh Karavīra, Wohnstatt des Stieres [?]
namaste bhānuvallabha
Verehrung dir, Liebling der Sonne
daṃbholimṛḍadurgādi-
den Göttern wie Indra, Mṛḍa und Durgā
devānāṃ satataṃ priya
stets lieb

vṛṣāvāsa („Wohnstatt des Stieres“) ist als Beiname des Oleanders unklar; mit [?] markiert.

ākṛṣṇeneti vedoktamantreṇetthaṃ kṣamāpayet / evaṃ bhaktyā samabhyacya dattvā viprāya dakṣiṇām

Mit dem im Veda verkündeten, mit 'ā kṛṣṇena...' beginnenden Mantra bitte man so um Verzeihung. Nachdem man so mit Hingabe verehrt und dem Brahmanen die Priestergabe gegeben hat,

Wort für Wort
ākṛṣṇeneti vedokta-
mit dem im Veda verkündeten, mit 'ā kṛṣṇena' (beginnenden)
mantreṇetthaṃ kṣamāpayet
Mantra bitte man so um Verzeihung
evaṃ bhaktyā samabhyacya
nachdem man so mit Hingabe verehrt hat
dattvā viprāya dakṣiṇām
und dem Brahmanen die Priestergabe gegeben hat

pradakṣiṇaṃ tataḥ kuryātpaścātsvabhavanaṃ vrajet / nabhaḥ śukle pratipadi lakṣmībuddhipradāyakam

soll man danach die Umschreitung vollziehen und danach zu seinem eigenen Haus gehen. Am Pratipad der hellen Hälfte des Monats Nabhas (gibt es ein Gelübde), das Reichtum und Weisheit verleiht,

Wort für Wort
pradakṣiṇaṃ tataḥ kuryāt
soll man danach die Umschreitung vollziehen
paścātsvabhavanaṃ vrajet
danach zu seinem eigenen Haus gehen
nabhaḥ śukle pratipadi
am Pratipad der hellen Hälfte des Nabhas
lakṣmībuddhipradāyakam
das Reichtum und Weisheit verleiht

dharmārthakāmamokṣāṇāṃ nidānaṃ paramaṃ vratam / somavāraṃ samārabhya sārdhamāsatrayaṃ dvija

die höchste Grundlage von Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa ist dieses Gelübde. Beginnend mit einem Montag, o Zweifachgeborener, dauert es dreieinhalb Monate,

Wort für Wort
dharmārthakāmamokṣāṇāṃ
von Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa
nidānaṃ paramaṃ vratam
ist dieses Gelübde die höchste Grundlage
somavāraṃ samārabhya
beginnend mit einem Montag
sārdhamāsatrayaṃ dvija
dreieinhalb Monate lang, o Zweifachgeborener

kārtikāsitabhūtāyāmupoṣyaṃ vratatatparaḥ / pūrṇāyāṃ śivamabhyarcya suvaṇa vaṃśasaṃyutam [?]

bis zur dunklen 'bhūtā' [?] genannten (Tithi) im Kārtika, soll man, dem Gelübde hingegeben, fasten. An der Vollmondnacht soll man Śiva verehren, verbunden mit goldenem Bambus(gerät) [?],

Wort für Wort
kārtikāsitabhūtāyām [?]
bis zur dunklen 'bhūtā' (Tithi) im Kārtika [?]
upoṣyaṃ vratatatparaḥ
soll man, dem Gelübde hingegeben, fasten
pūrṇāyāṃ śivamabhyarcya
an der Vollmondnacht soll man Śiva verehren
suvarṇa vaṃśasaṃyutam [?]
verbunden mit goldenem Bambus(gerät) [?]

asitabhūtāyām und vaṃśasaṃyutam sind unklar überliefert; möglicherweise Bezug auf ein Bambus-Gefäß für das im folgenden Vers genannte vāyana (Gastgeschenk); mit [?] markiert.

vāyanaṃ sumahatpuṇyaṃ devatāprītivardhakam / dadyādviprāya saṃkalpya dhanavṛddhyai munīśvara

ein sehr verdienstvolles Gastgeschenk, das die Liebe der Gottheit mehrt, soll man, nachdem man es feierlich gelobt hat, dem Brahmanen geben, zur Mehrung des Reichtums, o Herr der Weisen.

Wort für Wort
vāyanaṃ sumahatpuṇyaṃ
ein sehr verdienstvolles Gastgeschenk
devatāprītivardhakam
das die Liebe der Gottheit mehrt
dadyādviprāya saṃkalpya
soll man, nachdem man es gelobt hat, dem Brahmanen geben
dhanavṛddhyai munīśvara
zur Mehrung des Reichtums, o Herr der Weisen

bhādraśuklapratipadi vrataṃ nāmnā mahattamam / vrataṃ maunāhvayaṃ kecitprāhuratra śivor'cyate

Am Pratipad der hellen Hälfte des Bhādra(pada) gibt es ein Gelübde mit Namen 'das Größte'; manche nennen es das Gelübde 'Mauna' (Schweigen); dabei wird Śiva verehrt.

Wort für Wort
bhādraśuklapratipadi
am Pratipad der hellen Hälfte des Bhādra
vrataṃ nāmnā mahattamam
gibt es ein Gelübde mit Namen 'das Größte'
vrataṃ maunāhvayaṃ kecit prāhuḥ
manche nennen es das Gelübde 'Mauna'
atra śivo 'rcyate
dabei wird Śiva verehrt

naivedyaṃ tu pacenmaunī ṣoḍaśatriguṇāni ca / phalāni piṣṭapakvāni dadyādviprāya ṣoḍaśa

Der Schweigende soll die Speiseopfergabe kochen, sechzehnfach dreifach [?], und soll dem Brahmanen sechzehn aus Mehl gebackene Früchte (Gebäcke) geben.

Wort für Wort
naivedyaṃ tu pacenmaunī
der Schweigende soll die Speiseopfergabe kochen
ṣoḍaśatriguṇāni ca [?]
sechzehnfach dreifach [?]
phalāni piṣṭapakvāni
aus Mehl gebackene Früchte (Gebäcke)
dadyādviprāya ṣoḍaśa
soll er dem Brahmanen sechzehn geben

ṣoḍaśatriguṇāni ist unklar („sechzehn (mal) drei Bestandteile“ o.ä.); mit [?] markiert.

devāya ṣoḍaśānyāni bhujyante ṣoḍaśātmanā / sauvarṇaṃ śivamabhyarcya kumbhopari vidhānavit

weitere sechzehn werden vom Gott mit sechzehnfacher Wesenheit [?] verzehrt; nachdem man, kundig der Vorschrift, den goldenen Śiva auf einem Wassertopf verehrt hat,

Wort für Wort
devāya ṣoḍaśānyāni
weitere sechzehn für den Gott
bhujyante ṣoḍaśātmanā [?]
werden von der sechzehnfachen Wesenheit [?] verzehrt
sauvarṇaṃ śivamabhyarcya
nachdem man den goldenen Śiva verehrt hat
kumbhopari vidhānavit
auf einem Wassertopf, kundig der Vorschrift

ṣoḍaśātmanā ist unklar; evtl. Bezug auf eine sechzehnfache Erscheinungsform der Gottheit; mit [?] markiert.

tatsarvaṃ dhenusahitamācāryyāya pradāpayet / idaṃ kṛtvā vrataṃ vipra deva devasya śūlinaḥ

soll man all dies zusammen mit einer Kuh dem Lehrer übergeben. Nachdem man dieses Gelübde vollzogen hat, o Brahmane – das Gelübde des Gottes der Götter, des Dreizackträgers (Śiva) –,

Wort für Wort
tatsarvaṃ dhenusahitam
all dies zusammen mit einer Kuh
ācāryyāya pradāpayet
soll man dem Lehrer übergeben
idaṃ kṛtvā vrataṃ vipra
nachdem man dieses Gelübde vollzogen hat, o Brahmane
deva devasya śūlinaḥ
das Gelübde des Gottes der Götter, des Dreizackträgers

caturdaśābdaṃ dehāntaṃ bhuktabhogaḥ śivaṃ vrajet / āśvine sitapakṣatyāṃ katvāśokavrataṃ naraḥ

gelangt man nach vierzehn Jahren, am Ende des Körpers, nachdem man die Genüsse genossen hat, zu Śiva. Am Pratipad der hellen Hälfte des Āśvina, nachdem der Mensch das Aśoka-Gelübde vollzogen hat,

Wort für Wort
caturdaśābdaṃ dehāntaṃ
nach vierzehn Jahren, am Ende des Körpers
bhuktabhogaḥ śivaṃ vrajet
gelangt man, die Genüsse genossen habend, zu Śiva
āśvine sitapakṣatyāṃ
am Pratipad der hellen Hälfte des Āśvina
katvāśokavrataṃ naraḥ
nachdem der Mensch das Aśoka-Gelübde vollzogen hat

aśoko jāyate vipradhanadhānyasamanvitaḥ / aśokapūjanaṃ tatra kāryaṃ niyamatatparaiḥ

wird er kummerlos geboren, o Brahmane, ausgestattet mit Reichtum und Getreide. Dabei soll von den der Regel Ergebenen die Verehrung des Aśoka-Baumes vollzogen werden.

Wort für Wort
aśoko jāyate vipra
er wird kummerlos geboren, o Brahmane
dhanadhānyasamanvitaḥ
ausgestattet mit Reichtum und Getreide
aśokapūjanaṃ tatra
die Verehrung des Aśoka-Baumes dabei
kāryaṃ niyamatatparaiḥ
soll von den der Regel Ergebenen vollzogen werden

vratānte dvādaśe varṣe mūrtiṃ cāśokaśākhinaḥ / samarpya gurave bhaktyā śivaloke mahīyate

Am Ende des Gelübdes, im zwölften Jahr, nachdem er ein Bildnis des Aśoka-Baumes dem Lehrer mit Hingabe dargebracht hat, wird er in der Welt Śivas geehrt.

Wort für Wort
vratānte dvādaśe varṣe
am Ende des Gelübdes, im zwölften Jahr
mūrtiṃ cāśokaśākhinaḥ
ein Bildnis des Aśoka-Baumes
samarpya gurave bhaktyā
nachdem er es dem Lehrer mit Hingabe dargebracht hat
śivaloke mahīyate
wird er in der Welt Śivas geehrt

asyāmeva pratipadi navarātraṃ samārabhet / pūrvāhne pūjayeddevīṃ ghaṭasthāpanapūrvakam

An eben diesem Pratipad soll man das Neunnächtige (Navarātra) beginnen. Am Vormittag soll man die Göttin verehren, nachdem man zuvor einen Wassertopf aufgestellt hat.

Wort für Wort
asyāmeva pratipadi
an eben diesem Pratipad
navarātraṃ samārabhet
soll man das Neunnächtige beginnen
pūrvāhne pūjayeddevīṃ
am Vormittag soll man die Göttin verehren
ghaṭasthāpanapūrvakam
nachdem zuvor ein Wassertopf aufgestellt wurde

aṅkurāropaṇaṃ kṛtvā yavairgodhūmamiśritaiḥ / tataḥ pratidinaṃ kuryādekabhuktamayācitam

Nachdem man die Keimlingsaussaat mit Gerste, vermischt mit Weizen, vorgenommen hat, soll man danach täglich eine einzige, unerbettelte Mahlzeit einnehmen.

Wort für Wort
aṅkurāropaṇaṃ kṛtvā
nachdem man die Keimlingsaussaat vorgenommen hat
yavairgodhūmamiśritaiḥ
mit Gerste, vermischt mit Weizen
tataḥ pratidinaṃ kuryāt
soll man danach täglich vollziehen
ekabhuktamayācitam
eine einzige, unerbettelte Mahlzeit

upavāsaṃ yathāśakti pūjāpāṭhajapādikam / mārkaṃṇḍeya purāṇoktaṃ caritatritayaṃ dvija

(oder) nach Kraft fasten, Verehrung, Rezitation, Murmelgebet und dergleichen (vollziehen); die im Mārkaṇḍeya-Purāṇa verkündete Dreiheit der Erzählungen, o Zweifachgeborener,

Wort für Wort
upavāsaṃ yathāśakti
(oder) nach Kraft fasten
pūjāpāṭhajapādikam
Verehrung, Rezitation, Murmelgebet und dergleichen
mārkaṃṇḍeya purāṇoktaṃ
die im Mārkaṇḍeya-Purāṇa verkündete
caritatritayaṃ dvija
Dreiheit der Erzählungen, o Zweifachgeborener

paṭhanīyaṃ navadinaṃ bhuktimuktī abhīpsatā / kumārīpūjanaṃ tatra praśastaṃ bhojanādibhiḥ

soll neun Tage lang von dem rezitiert werden, der Genuss und Erlösung erlangen will. Die Verehrung der Jungfrauen ist dabei gepriesen, mit Speisung und dergleichen.

Wort für Wort
paṭhanīyaṃ navadinaṃ
soll neun Tage lang rezitiert werden
bhuktimuktī abhīpsatā
von dem, der Genuss und Erlösung erlangen will
kumārīpūjanaṃ tatra
die Verehrung der Jungfrauen dabei
praśastaṃ bhojanādibhiḥ
ist gepriesen, mit Speisung und dergleichen

itthaṃ kṛtvā vrataṃ vipra sarvasiddhyālayo naraḥ / jāyate bhuvi durgāyāḥ prasādānnātra saṃśayaḥ

So, wenn er das Gelübde vollzogen hat, o Brahmane, wird der Mensch zum Sitz aller Vollkommenheit auf Erden, durch die Gnade Durgās – daran ist kein Zweifel.

Wort für Wort
itthaṃ kṛtvā vrataṃ vipra
so, wenn er das Gelübde vollzogen hat, o Brahmane
sarvasiddhyālayo naraḥ
wird der Mensch zum Sitz aller Vollkommenheit
jāyate bhuvi durgāyāḥ
wird geboren auf Erden, durch (die Gnade) Durgās
prasādānnātra saṃśayaḥ
durch (ihre) Gnade – daran ist kein Zweifel

athorjasitapakṣatyāṃ navarātroditaṃ caret / viśeṣādannakūṭākhyaṃ viṣṇuprītivivardhanam

Nun, am Pratipad der hellen Hälfte des Ūrja (Kārtika), soll man das im Navarātra beschriebene (Gelübde) vollziehen, besonders aber das 'Annakūṭa' genannte, welches die Liebe Viṣṇus mehrt.

Wort für Wort
athorjasitapakṣatyāṃ
nun, am Pratipad der hellen Hälfte des Ūrja
navarātroditaṃ caret
soll man das im Navarātra beschriebene vollziehen
viśeṣādannakūṭākhyaṃ
besonders das 'Annakūṭa' genannte
viṣṇuprītivivardhanam
das die Liebe Viṣṇus mehrt

sarvapākaiḥ sardadohaiḥ [?] sarvaiḥ sarvārthasiddhaye / kartavyamannakūṭaṃ tu govarddhanasamarcane

mit allen gekochten Speisen, mit aller Kuhmilch [?], mit allem, zur Erlangung aller Ziele; der Annakūṭa (Speiseberg) soll bei der Verehrung des Govardhana-Berges dargebracht werden.

Wort für Wort
sarvapākaiḥ sardadohaiḥ [?]
mit allen gekochten Speisen, mit aller Kuhmilch [?]
sarvaiḥ sarvārthasiddhaye
mit allem, zur Erlangung aller Ziele
kartavyamannakūṭaṃ tu
der Annakūṭa (Speiseberg) soll dargebracht werden
govarddhanasamarcane
bei der Verehrung des Govardhana-Berges

sardadohaiḥ ist unklar, vermutlich verderbt für sarvadohaiḥ („mit aller Milch [der Kühe]“); mit [?] markiert.

sāyaṃ gobhiḥ saha śrīmadgovarddhanadharādharam / samarcya dakṣiṇīkṛtya bhuktimuktī samāpnuyāt

Am Abend soll man, zusammen mit den Kühen, den erhabenen Träger des Govardhana-Berges verehren, und nachdem man ihn mit der Priestergabe geehrt hat, erlangt man Genuss und Erlösung.

Wort für Wort
sāyaṃ gobhiḥ saha
am Abend, zusammen mit den Kühen
śrīmadgovarddhanadharādharam
den erhabenen Träger des Govardhana-Berges
samarcya dakṣiṇīkṛtya
nachdem man ihn verehrt und mit der Priestergabe geehrt hat
bhuktimuktī samāpnuyāt
erlangt man Genuss und Erlösung

atha mārgasitādyāyāṃ dhanavratamanuttamam / naktaṃ viṣṇvarcanaṃ homaiḥ sauvarṇīṃ hutabhuktanum

Nun, am ersten Tag der hellen Hälfte des Mārga(śīrṣa), gibt es das unübertreffliche 'Reichtums-Gelübde'; nachts Verehrung Viṣṇus mit Feueropfern, (dabei) einen goldenen Feuergott (Agni),

Wort für Wort
atha mārgasitādyāyāṃ
nun, am ersten Tag der hellen Hälfte des Mārga
dhanavratamanuttamam
gibt es das unübertreffliche Reichtums-Gelübde
naktaṃ viṣṇvarcanaṃ homaiḥ
nachts Verehrung Viṣṇus mit Feueropfern
sauvarṇīṃ hutabhuktanum
einen goldenen Feuergott (Agni)

raktavastrayugācchannāṃ dvijāya pratipādayet / evaṃ kṛtvā dhanairdhānyaiḥ samṛddho jāyate bhuvi

bedeckt mit einem Paar roter Gewänder, soll man dem Brahmanen übergeben. Wenn man so gehandelt hat, wird man auf Erden reich an Besitz und Getreide.

Wort für Wort
raktavastrayugācchannāṃ
bedeckt mit einem Paar roter Gewänder
dvijāya pratipādayet
soll man dem Brahmanen übergeben
evaṃ kṛtvā dhanairdhānyaiḥ
wenn man so gehandelt hat, mit Besitz und Getreide
samṛddho jāyate bhuvi
wird man reich geboren auf Erden

vahninā dagdhapāpastu viṣṇuloke mahīyate / pauṣaśuklapratipadi bhānumabhyarcya bhaktitaḥ

Durch das Feuer von seinen Sünden verbrannt, wird er in der Welt Viṣṇus geehrt. Am Pratipad der hellen Hälfte des Pauṣa, nachdem er die Sonne (Bhānu) mit Hingabe verehrt hat,

Wort für Wort
vahninā dagdhapāpastu
durch das Feuer von seinen Sünden verbrannt
viṣṇuloke mahīyate
wird er in der Welt Viṣṇus geehrt
pauṣaśuklapratipadi
am Pratipad der hellen Hälfte des Pauṣa
bhānumabhyarcya bhaktitaḥ
nachdem er die Sonne mit Hingabe verehrt hat

ekabhaktavrato martyo bhānulokamavāpnuyāt / māghaśukladyadivase [?] vahniṃ sākṣānmaheśvaram

erlangt der Sterbliche, der das Gelübde der Einmahlzeit hält, die Welt der Sonne. Am ersten Tag der hellen Hälfte des Māgha (soll man) das Feuer, den leibhaftigen Maheśvara (Śiva),

Wort für Wort
ekabhaktavrato martyo
der Sterbliche, der das Gelübde der Einmahlzeit hält
bhānulokamavāpnuyāt
erlangt die Welt der Sonne
māghaśukladyadivase [?]
am ersten Tag der hellen Hälfte des Māgha [?]
vahniṃ sākṣānmaheśvaram
das Feuer, den leibhaftigen Maheśvara

māghaśukladyadivase liest sich unregelmäßig für māghaśuklādidivase („am ersten Tag der hellen Hälfte des Māgha“); mit [?] markiert.

samabhyacya vidhānena samṛddho jāyate bhuvi / atha phaālgunaśuklādau devadevaṃ digaṃbaram

nach Vorschrift verehren; so wird man reich auf Erden geboren. Nun, am Beginn der hellen Hälfte des Phālguna, (soll man) den Gott der Götter, den Himmelsgewandeten (Digambara, Śiva),

Wort für Wort
samabhyacya vidhānena
nach Vorschrift verehren
samṛddho jāyate bhuvi
so wird man reich auf Erden geboren
atha phaālgunaśuklādau
nun, am Beginn der hellen Hälfte des Phālguna
devadevaṃ digaṃbaram
den Gott der Götter, den Himmelsgewandeten

dhūlidhūsarasarvāṅgaṃ jalairukṣetsamantataḥ / karmaṇā laukikenāpi saṃtuṣṭo hi maheśvaraḥ

dessen ganzer Körper staubgrau ist, ringsum mit Wasser besprengen. Denn Maheśvara ist zufrieden auch durch weltliches Tun allein.

Wort für Wort
dhūlidhūsarasarvāṅgaṃ
dessen ganzer Körper staubgrau ist
jalairukṣetsamantataḥ
soll man ringsum mit Wasser besprengen
karmaṇā laukikenāpi
auch durch weltliches Tun allein
saṃtuṣṭo hi maheśvaraḥ
denn Maheśvara ist zufrieden

svasāyujyaṃ pradiśati bhaktyā samyaksamarcitaḥ / vaiśākhe tu sitādyāyāṃ viṣṇuṃ viśvavihāriṇam

Er gewährt die Vereinigung mit sich selbst (Sāyujya), wenn er mit Hingabe recht verehrt wird. Am ersten Tag der hellen Hälfte des Vaiśākha aber (soll man) Viṣṇu, der im All umherwandelt,

Wort für Wort
svasāyujyaṃ pradiśati
er gewährt die Vereinigung mit sich selbst
bhaktyā samyaksamarcitaḥ
wenn er mit Hingabe recht verehrt wird
vaiśākhe tu sitādyāyāṃ
am ersten Tag der hellen Hälfte des Vaiśākha aber
viṣṇuṃ viśvavihāriṇam
Viṣṇu, der im All umherwandelt

samabhyarcya vidhānena viprānsaṃbhojayedvatī [?] / evaṃ śucisitādyāyāṃ brahmāṇaṃ jagatāṃ gurum

nach Vorschrift verehren, und der Gelübdehaltende soll Brahmanen speisen. Ebenso soll man am ersten Tag der hellen Hälfte des Śuci (Āṣāḍha) Brahmā, den Lehrer der Welten,

Wort für Wort
samabhyarcya vidhānena
nach Vorschrift verehren
viprānsaṃbhojayedvratī [?]
und der Gelübdehaltende [?] soll Brahmanen speisen
evaṃ śucisitādyāyāṃ
ebenso am ersten Tag der hellen Hälfte des Śuci
brahmāṇaṃ jagatāṃ gurum
Brahmā, den Lehrer der Welten

vatī steht vermutlich für vratī („der Gelübdehaltende“); mit [?] markiert.

viṣṇunā sahito brahmā sarvalokeśvareśvaraḥ / svasāyujyaṃ pradiśati sarvasiddhimavāpnuyāt

(verehren). Brahmā, zusammen mit Viṣṇu, der Herr der Herren aller Welten, gewährt die Vereinigung mit sich selbst; man erlangt alle Vollkommenheit.

Wort für Wort
viṣṇunā sahito brahmā
Brahmā, zusammen mit Viṣṇu
sarvalokeśvareśvaraḥ
der Herr der Herren aller Welten
svasāyujyaṃ pradiśati
gewährt die Vereinigung mit sich selbst
sarvasiddhimavāpnuyāt
man erlangt alle Vollkommenheit

āsu dvādaśamāsānāṃ pratipatsu dvijottama / vratāni tubhyaṃ proktāni bhuktimuktipradāni ca

An diesen Pratipad-Tagen der zwölf Monate, o bester der Zweifachgeborenen, wurden dir die Gelübde verkündet, die Genuss und Erlösung gewähren.

Wort für Wort
āsu dvādaśamāsānāṃ
an diesen (Tagen) der zwölf Monate
pratipatsu dvijottama
an den Pratipad-Tagen, o bester der Zweifachgeborenen
vratāni tubhyaṃ proktāni
wurden dir die Gelübde verkündet
bhuktimuktipradāni ca
die Genuss und Erlösung gewähren

vrateṣveteṣu sarveṣu brahmacaryaṃ vidhīyate / bhojane tu haviṣyānnaṃ sāmānyata udāhṛtam

Bei all diesen Gelübden wird Keuschheit (Brahmacarya) vorgeschrieben; bei der Speisung aber wird im Allgemeinen geopferte/geweihte Speise (Haviṣyānna) genannt.

Wort für Wort
vrateṣveteṣu sarveṣu
bei all diesen Gelübden
brahmacaryaṃ vidhīyate
wird Keuschheit vorgeschrieben
bhojane tu haviṣyānnaṃ
bei der Speisung aber geweihte Speise
sāmānyata udāhṛtam
wird im Allgemeinen genannt

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