fastend oder mit einer einzigen Mahlzeit, nachdem man die besten Brahmanen gespeist hat, vierzehn an der Zahl, gebe man ihnen entsprechend dem Vermögen eine Gabe.
Wort für Wort
sopavāso vā ekabhaktaḥ
fastend oder mit einer einzigen Mahlzeit
bhojayitvā dvijottamān
nachdem man die besten Brahmanen gespeist hat
caturdaśa tataḥ tebhyaḥ
vierzehn an der Zahl, danach ihnen
śaktyā dadyāt ca dakṣiṇām
gebe man entsprechend dem Vermögen eine Gabe
[Anm.: 'caturddaśatatastebhyaḥ' im Quelltext unklar, hier als 'caturdaśa tataḥ tebhyaḥ' gelesen.]
Der Jyeṣṭha, die helle Mondphase, das Nakṣatra Hasta, der Wochentag Budha (Merkur) und die Tithi Daśamī, die Yogas Gara, Ānanda, Vyatīpāta, der Mond in der Jungfrau (Kanyā) und die Sonne im Stier (Vṛṣabha) -
Wort für Wort
jyeṣṭhaḥ śukladalaṃ hastaḥ
der Jyeṣṭha, die helle Mondphase, das Nakṣatra Hasta
diese Zehn-Konstellation wird so genannt, höchst heilig, o Zweifachgeborener; sie nimmt zehn Sünden hinweg, deshalb gilt sie als 'Daśahara' (die Zehn-Wegnehmende).
Die helle Daśamī des Āṣāḍha gilt als heilig, von Manu und anderen erwähnt; an ihr sind Bad, Gebetsmurmeln, Gabe oder Feueropfer den Himmelsweg gewährend.
Wort für Wort
āṣāḍhaśukladaśamī
die helle Daśamī des Āṣāḍha
puṇyā manvādikaiḥ smṛtā
gilt als heilig, von Manu und anderen erwähnt
tasyāṃ snānaṃ japo dānam
an ihr Bad, Gebetsmurmeln, Gabe
homo vā svargatipradāḥ
oder Feueropfer, den Himmelsweg gewährend
[Anm.: 'manvā dikaiḥ' im Quelltext, hier als 'manu-ādikaiḥ' gelesen.]
dort vollziehe man Fasten oder eine Nachtmahlzeit, das Speisen der Brahmanen, Gebetsmurmeln, sowie die Gabe von Gold, einer Kuh und dergleichen - dies vernichtet alle Sünde.
Wort für Wort
tatra upavāso naktaṃ vā
dort Fasten oder eine Nachtmahlzeit
dvijānāṃ bhojanaṃ japaḥ
das Speisen der Brahmanen, Gebetsmurmeln
hemnaḥ dānaṃ ca dhenvādeḥ
sowie die Gabe von Gold, einer Kuh und dergleichen
kṛtvā saṃdhyādiniyamaṃ devarṣipitṛtarpaṇam / tato daśāvatārāṇi samabhyarcetsa māhitaḥ
nachdem man die Dämmerungsriten und die übrigen Pflichten sowie die Wasserspende für Götter, Ṛṣis und Ahnen vollzogen hat; danach verehre man mit gesammeltem Geist die zehn Avatāras,
Wort für Wort
kṛtvā saṃdhyādiniyamam
nachdem man die Dämmerungsriten und die übrigen Pflichten vollzogen hat
devarṣipitṛtarpaṇam
sowie die Wasserspende für Götter, Ṛṣis und Ahnen
tato daśāvatārāṇi
danach die zehn Avatāras
samabhyarcet samāhitaḥ
verehre man mit gesammeltem Geist
[Anm.: 'sa māhitaḥ' im Quelltext, wohl für 'samāhitaḥ' ('mit gesammeltem Geist').]
Nachdem man Fasten oder eine einzige Mahlzeit vollzogen und die Brahmanen gespeist hat, esse man danach nach der Entlassung selbst, mit gesammeltem Geist, zusammen mit den eigenen Lieben.
Wort für Wort
upavāsaṃ ca ekabhaktam
Fasten oder eine einzige Mahlzeit
kṛtvā saṃbhojya vāḍavān
vollzogen und die Brahmanen gespeist habend
visṛjya paścāt bhuñjīta
esse man danach nach der Entlassung
svayaṃ sveṣṭaiḥ samāhitaḥ
selbst, mit gesammeltem Geist, zusammen mit den Lieben
Wer dieses Gelübde mit Hingabe vollzieht, der geht, nachdem er hier vorzügliche Genüsse genossen hat, am Ende in einem Himmelswagen in die ewige Welt Viṣṇus ein.
zusammen mit Vater, Mutter, Bruder, Sohn, Gattin und Dienern soll man sie vorschriftsmäßig mit Duftstoffen, Blumen und dergleichen sowie mit Speiseopfern verehren.
Wort für Wort
pitṛmātṛbhrātṛputrajāyā
mit Vater, Mutter, Bruder, Sohn, Gattin
bhṛtyasamanvitam
und zusammen mit Dienern
saṃpūjyaṃ gandhapuṣpādyaiḥ
soll man verehren mit Duftstoffen, Blumen und dergleichen
Nachdem man sich verneigt hat, esse man dann, nachdem man verehrte Brahmanen gespeist hat. Wer so das Ritual vollzieht, der wird ein Jahr lang mit den Göttern vereint,
Wort für Wort
namaskṛtya atha bhuñjīta
nachdem man sich verneigt hat, esse man dann
dvijān saṃbhojya pūjitān
nachdem man verehrte Brahmanen gespeist hat
evaṃ kṛtvā vidhānaṃ tu
wer so das Ritual vollzieht
naro varṣaṃ suravānvitaḥ
wird als Mensch ein Jahr lang mit den Göttern vereint
und wird gewiss reich an Reichtum und Getreide, o Zweifachgeborener. Nun, zur Nachmittagszeit an der (vorangehenden) Navamī, nachdem man [den Śamī-Baum] eingeladen hat,
gehe man, o Brahmane, in östliche Richtung zum Śamī-Baum, nehme die an seiner Wurzel gewachsene Erde und komme, sie ergreifend, mit den Klängen von Gesang und Musikinstrumenten zum eigenen Haus zurück,
danach durchbohre man ein Abbild des Feindes, das aus Blättern und dergleichen gefertigt oder auch im Geiste vorgestellt ist, mit einem goldenen [?] Bambuspfeil,
Wort für Wort
tataḥ śatrupratikṛtim
danach ein Abbild des Feindes
nirmitāṃ patrakādibhiḥ
das aus Blättern und dergleichen gefertigt ist
manasā kalpitāṃ vā api
oder auch im Geiste vorgestellt
svarṇaṃ puṃvaṃśaśareṇa vai
mit einem goldenen Bambuspfeil [?]
[Anm.: 'puṃravaṃśareṇa' unklar, evtl. 'puṃvaṃśa-śareṇa' ('mit einem Pfeil aus männlichem Bambus') [?].]
'ich durchbohre dich!' - so [rufend], sehr erfreut, kehre man nachts zum eigenen Haus zurück. Wer so das Ritual vollzogen hat, ziehe auch aus zur Bezwingung des Feindes,
diese so vollzogene Daśamī, o Brahmane, stets vorschriftsmäßig vollzogen, gewährt Reichtum, Sieg, Söhne, Kühe sowie Elefanten, Pferde oder Ziegen und Schafe;
nachdem man gefastet hat [?], gebe man um Mitternacht mit Kuchen und dergleichen ein Opfer in den zehn Himmelsrichtungen, entweder vom Haus oder außerhalb der Stadt.
Wort für Wort
kṛtopavāsaḥ [?]
nachdem man gefastet hat [?]
niśīthe apūpakādibhiḥ
um Mitternacht mit Kuchen und dergleichen
daśadikṣu baliṃ dadyāt
gebe man in den zehn Himmelsrichtungen ein Opfer
gṛhāt vā api purāt bahiḥ
entweder vom Haus oder außerhalb der Stadt
[Anm.: 'vaikāśī' im Quelltext unklar [?]; 'gṛhadvāpi purādbrahiḥ' gelesen als 'gṛhāt vā api purāt bahiḥ'.]
In einem errichteten achtblättrigen Ritualdiagramm, auf einem mit Kuhdung bestrichenen Boden, mit diesen Mantras, o bester Zweifachgeborener, nachdem man die Verehrung, beginnend mit Gaṇeśa, vollzogen hat,
Wort für Wort
maṇḍale aṣṭadale kḷpte
in einem errichteten achtblättrigen Ritualdiagramm
goviḍliptadharātale
auf einem mit Kuhdung bestrichenen Boden
mantraiḥ ebhiḥ dvijaśreṣṭha
mit diesen Mantras, o bester Zweifachgeborener
gaṇeśādikṛtārcanaḥ
nachdem man die Verehrung, beginnend mit Gaṇeśa, vollzogen hat
yo me pūrvagataḥ pāpmā pāpakeneha karmaṇā / tamindro devarā jo 'dya nāśayatvakhileṣṭadaḥ
'Welche Sünde von mir im Osten gebunden ist, durch böse Tat hier begangen - die möge heute Indra, der Götterkönig, vernichten, der alle Wünsche gewährt.'
yo me vahnigataḥ pāpmā pāpakeneha karmaṇā / tejorājo 'tha vahnistaṃ nāśayatvakhileṣṭadaḥ
'Welche Sünde von mir im Feuer gebunden ist, durch böse Tat hier - die möge nun der König des Glanzes, Vahni (Agni), vernichten, der alle Wünsche gewährt.'
yo me nairṛtigaḥ pāpmā pāpakeneha karmaṇā / rakṣorājo nairṛtistaṃ nāśayatvakhileṣṭadaḥ
'Welche Sünde von mir im Südwesten gebunden ist, durch böse Tat hier - die möge Nairṛta, der König der Rākṣasas, vernichten, der alle Wünsche gewährt.'
yo me saumyagataḥ pāpmā pāpakeneha karmaṇā / somastamṛkṣayakṣeśo nāśayatvakhileṣṭadaḥ
'Welche Sünde von mir im Norden gebunden ist, durch böse Tat hier - die möge Soma, der Herr der Sternbilder und Yakṣas, vernichten, der alle Wünsche gewährt.'
So, mit gesammeltem Geist, nachdem man in den zehn Himmelsrichtungen das Opfer dargebracht hat, werfe man unermüdlich außerhalb dessen dem Feldhüter (Kṣetrapāla) ein Opfer hin.
Wort für Wort
iti evaṃ dikṣu daśasu
so in den zehn Himmelsrichtungen
baliṃ datvā samāhitaḥ
nachdem man mit gesammeltem Geist ein Opfer dargebracht hat
Wer so das Ritual vollzogen hat, der verbringe der Kluge den Rest der Nacht mit hochwillkommenen Liedern, mit Lobpreisungs-Rezitationen, Gebetsmurmeln und dergleichen.
Wort für Wort
evaṃ kṛtavidhiḥ śeṣam
wer so das Ritual vollzogen hat, den Rest
niśāyāṃ ninayet sudhīḥ
verbringe der Kluge der Nacht
gītaiḥ sumaṅgalaprāyaiḥ
mit hochwillkommenen Liedern
stavapāṭhaiḥ japādibhiḥ
mit Lobpreisungs-Rezitationen, Gebetsmurmeln und dergleichen
Am Morgen, nachdem man gebadet, die Weltenhüter (Lokapālas) verehrt und zwölf beste Brahmanen verehrt und gespeist hat, gebe man ihnen entsprechend dem Vermögen eine Gabe.
Wer so das Gelübde vollzieht, o Brahmane, genießt glückliche irdische Genüsse, und nachdem er ein Zeitalter (Yuga) lang himmlisches Glück genossen hat, wird er ein Weltherrscher (Sārvabhauma) unter den Königen.
Wort für Wort
ittham kṛtvā vrataṃ vipra
wer so das Gelübde vollzieht, o Brahmane
bhogān bhukta aihikān śubhān
genießt glückliche irdische Genüsse
yugaṃ svargasukhaṃ bhuktvā
nachdem er ein Zeitalter lang himmlisches Glück genossen hat
mārgaśukladaśamyāṃ tu caredā rogyakaṃ vratam / gandhādyairarcayedviprān daśa taccaraṇodakam
An der hellen Daśamī des Mārga(śīrṣa) aber vollziehe man das Ārogya(-Gesundheits)-Gelübde; man verehre zehn Brahmanen mit Duftstoffen und dergleichen und (trinke) das Wasser von ihren Füßen,
Wort für Wort
mārgaśukladaśamyāṃ tu
an der hellen Daśamī des Mārga(śīrṣa) aber
caret ārogyakaṃ vratam
vollziehe man das Ārogya-Gelübde
gandhādyaiḥ arcayet viprān daśa
verehre man zehn Brahmanen mit Duftstoffen und dergleichen
nachdem man es getrunken und eine Gabe gegeben hat, entlasse man sie nach einer einzigen Mahlzeit. Wer dieses Gelübde vollzieht, o Brahmane, erlangt Gesundheit auf Erden
Wort für Wort
pītvā atha dakṣiṇāṃ datvā
nachdem man es getrunken und eine Gabe gegeben hat
svāpayitvā darbhamayānāsaneṣu ca saṃsthitān / gandhairdhūpaistathā dīpairnaivedyaiścāpi nārada
nachdem man sie in Gestalt von Darbha-Gras-Figuren auf Sitzen hat ruhen lassen, verehre man sie mit Duftstoffen, Räucherwerk, ebenso mit Lampen und auch mit Speiseopfern, o Nārada.
Wort für Wort
svāpayitvā darbhamayān
nachdem man sie, aus Darbha-Gras gemacht, hat ruhen lassen
nachdem man jedem einzeln eine Gabe gegeben hat, führe man sie [zur Ruhestätte] und entlasse sie; diese Gabe übergebe man den besten Brahmanen oder dem Lehrer.
Wer so das Ritual mit einer einzigen Mahlzeit vollzieht, der wird als Gelübdehalter ein Genießer beider Welten, o Weiser unter den Brahmanen - darüber besteht kein Zweifel.
Wort für Wort
evaṃ kṛtavidhiḥ ca ekabhaktaḥ
wer so das Ritual mit einer einzigen Mahlzeit vollzieht
mūrtīstebhyaḥ pradadyāttāḥ svargalokāptaye kramāt / antyaśukladaśamyāṃ tu caturdaśaṃ yamānyajet
gebe man ihnen jene Abbilder der Reihe nach zur Erlangung der Himmelswelt. An der hellen Daśamī des letzten (Phālguna) aber verehre man die vierzehn Yamas,
nachdem man sie mit Duftstoffen und den übrigen Ehrengaben verehrt hat, opfere man dann Wasser, mit Sesam vermischt, in Handvoll, jedem einzeln dreimal, mit Darbha-Gras,
und danach gebe man der Sonne ein Ehrengeschenk (Arghya) in einem kupfernen Gefäß, o Nārada, mit Wasser, vermischt mit rotem Sandelholz, Sesam, ungeschältem Reis und Gerste:
'Komm, o Sonne mit tausend Strahlen, Ansammlung von Glanz, Herr der Welt! Nimm das von mir mit Hingabe dargebrachte Ehrengeschenk an, erbarme dich meiner!'
mit diesem Mantra, nachdem man das Ehrengeschenk gegeben und vierzehn Brahmanen gespeist hat, gebe man eine gute silberne Gabe und esse nach der Entlassung selbst.
Wort für Wort
iti mantreṇa datvā arghyam
mit diesem Mantra, nachdem man das Ehrengeschenk gegeben hat
Wer so, o Brahmane, das Ritual vollzieht, genießt durch die Gnade Dharmarājas irdische, selbst für Götter schwer erreichbare Genüsse hinsichtlich Söhnen und Reichtum,