Kapitel 80: kṛṣṇādimantrabhedanirūpaṇam
Darlegung der Kṛṣṇa-Mantra-Varianten u.a.
[Anm.: Die am Kopf der Quelldatei stehende Kolophonzeile („...kṛṣṇamantranirūpaṇaṃ nāmāśītitamo 'dhyāyaḥ“) weicht im Wortlaut und in der Zählung geringfügig von dem für dieses Projekt maßgeblichen Kolophon ab; Titel und Kapitelzählung folgen der Projektvorgabe (Kapitel 80).]
Śrī Sanatkumāra sprach: Nun will ich, o Herr der Munis, die Varianten der Mantras Kṛṣṇas verkünden, durch deren Verehrung die Menschen das ihnen selbst Erwünschte erlangen.
Wort für Wort
śrīsanatkumāra uvāca
Śrī Sanatkumāra sprach:
atha kṛṣṇasya mantrāṇāṃ vakṣye bhedān munīśvara
nun will ich, o Herr der Munis, die Varianten der Mantras Kṛṣṇas verkünden
yān samārādhya manujāḥ
durch deren Verehrung die Menschen
sādhayanti iṣṭam ātmanaḥ
das ihnen selbst Erwünschte erlangen
[Anm.: Der Vers beginnt im Quelltext mit dem (hier abweichend nummerierten) Kolophon-Fragment „nāmāśītitamo 'dhyāyaḥ“ und der Trennlinie; übersetzt wurde nur der eigentliche Vers ab „śrīsanatkumāra uvāca“.]
[Anm.: Die Wörter Māra, Smara und Ramā sind hier synonyme Decknamen des Kāma-Bīja; Śakti und Śrī bezeichnen weitere Bīja-Silben. Der Vers beschreibt drei Varianten der Silbenfolge, nicht deren Wortsinn.]
Nārada sei der Ṛṣi (Seher), Gāyatrī wiederum das Versmaß, [Kṛṣṇa] die Gottheit; hier steht der Name Kṛṣṇa-Govinda, der den Menschen alle Wünsche gewährt.
Wort für Wort
muniḥ syān nāradaḥ
der Ṛṣi (Seher) sei Nārada
cchando gāyatrī devatā punaḥ
das Versmaß [sei] Gāyatrī, wiederum [Kṛṣṇa] die Gottheit
cakraiḥ pūrvavadaṅgāni trayāṇāmapi kalpayet / tataḥ kirīṭamanunāvyāpakaṃ hi samācaret
Man bilde mit den Cakras, wie zuvor, die Glieder (Aṅgas) auch für alle drei [Mantras]; sodann vollziehe man mit dem Kirīṭa-Mantra die alldurchdringende [Handlung] (Vyāpaka).
Wort für Wort
cakraiḥ pūrvavat aṅgāni
mit den Cakras, wie zuvor, die Glieder
trayāṇām api kalpayet
bilde man auch für alle drei [Mantras]
tataḥ kirīṭamanunā
sodann mit dem Kirīṭa-Mantra
vyāpakaṃ hi samācaret
vollziehe man fürwahr die alldurchdringende [Handlung]
Ebenso vollziehe man mit dem Sudarśana-Mantra die Bindung der Himmelsrichtungen (Digbandhana); beim ersten [Mantra] vollziehe man Meditation, Verehrung usw. wie beim zwanzigsilbigen [Mantra] gesagt.
Wort für Wort
sudarśanasya manunā
mit dem Sudarśana-Mantra
kuryāt digbandhanaṃ tathā
vollziehe man ebenso die Bindung der Himmelsrichtungen
viṃśatyarṇoktavat kuryāt
man vollziehe wie beim zwanzigsilbigen [Mantra] gesagt
dvitīye tu daśārṇoktaṃ dhyānapūjādikaṃ caret / tṛtīye tu hariṃ dhyāyetsamāhitamanāḥ sudhīḥ
Beim zweiten aber vollziehe man Meditation, Verehrung usw. wie beim zehnsilbigen [Mantra] gesagt; beim dritten aber meditiere der Weise mit gesammeltem Geist über Hari.
Wort für Wort
dvitīye tu daśārṇoktaṃ
beim zweiten aber wie beim zehnsilbigen [Mantra] gesagt
śakhacakradhanurbāṇapāśāṅkuśadharāruṇam / dorbhyāṃ dhṛtaṃ dhamantaṃ ca veṇuṃ kṛṣṇadivākaram
[Man meditiere über Hari als den] Morgenrot-Farbenen, der Muschel, Diskus, Bogen, Pfeil, Fangschlinge und Elefantenstachel trägt, und der mit [zwei weiteren] Armen die Flöte hält und bläst – wie eine dunkle Sonne (kṛṣṇadivākaram).
Wort für Wort
śakhacakradhanurbāṇapāśāṅkuśadharāruṇam
den Morgenrot-Farbenen, der Muschel, Diskus, Bogen, Pfeil, Fangschlinge und Elefantenstachel trägt
dorbhyāṃ dhṛtaṃ dhamantaṃ ca veṇum
und mit [zwei weiteren] Armen die Flöte hält und bläst
kṛṣṇadivākaram
[strahlend] wie eine dunkle Sonne
[?: „kṛṣṇadivākaram“ – ungewöhnlicher Kompositum-Ausdruck, wörtlich „schwarze Sonne“; wohl bildhafter Ausdruck für den dunkelstrahlenden Kṛṣṇa, hier so übersetzt.]
So meditierend rezitiere der Weise die Mantras je gesondert je hunderttausendfünfmal (500.000); man opfere davon den zehnten Teil mit Milchreis (Pāyasa) und Ghee.
Wort für Wort
evaṃ dhyātvā
so meditierend
japen mantrān pañcalakṣaṃ pṛthak sudhīḥ
rezitiere der Weise die Mantras je gesondert fünfhunderttausendmal
So vollziehe, wenn das Mantra vollendet (siddha) ist, der Mantra-Kundige die Wunschriten (Kāmya) wie zuvor. [Neuer Mantra:] Śrī, Śakti, Kāma [Bīja], [dann] „Kṛṣṇāya Govindāya“, [dann] Agnisundarī [d.h. Svāhā].
Wort für Wort
evaṃ siddhe manau
so, wenn das Mantra vollendet ist
mantrī kuryāt kāmyāni pūrvavat
vollziehe der Mantra-Kundige die Wunschriten wie zuvor
śrīśaktikāmaḥ kṛṣṇāya govindāya
Śrī, Śakti, Kāma [Bīja], „Kṛṣṇāya Govindāya“
agnisundarī
[und] Agnisundarī [Svāhā]
[?: „agnisundarī“ vermutlich Deckname für die Silbe „svāhā“ (die Gattin Agnis); nicht sicher zu entscheiden.]
ratryarṇo brahmagāyatrīkṛṣṇā ṛṣyādayo 'sya tu / bījairamābdhiyugmārṇaiḥ ṣaḍaṅgāni prakalpayet
[Dieser Mantra hat die] Silbenzahl der „Nacht“ [?]; Brahmā, Gāyatrī, Kṛṣṇa sind Ṛṣi usw. dieses [Mantras]; mit den Bīja-Silben Ramā, Abdhi, Yugma [und] Arṇa bilde man die sechs Glieder.
Wort für Wort
ratryarṇaḥ
[mit der] Silbenzahl der „Nacht“ [?]
brahmagāyatrīkṛṣṇā ṛṣyādayaḥ asya tu
Brahmā, Gāyatrī, Kṛṣṇa sind Ṛṣi usw. dieses [Mantras]
bījaiḥ ramābdhiyugmārṇaiḥ
mit den Bīja-Silben Ramā, Abdhi, Yugma, Arṇa
ṣaḍaṅgāni prakalpayet
bilde man die sechs Glieder
[?: „ratryarṇaḥ“ unklar, vermutlich Zahlenangabe der Silbenzahl über das Wort „rātri“ (Bhūtasaṃkhyā); ebenso „abdhiyugmārṇaiḥ“ nicht sicher aufzulösen. Beste Vermutung gegeben.]
Rezitation, Meditation, Opfer, Verehrung usw. [seien] wie beim zwanzigsilbigen [Mantra] genannt; was soll viel gesagt sein – dieses Mantra gewährt die Frucht aller Wünsche.
Wort für Wort
viṃśatyarṇoditajapadhyānahomārcanādikam
Rezitation, Meditation, Opfer, Verehrung usw. wie beim zwanzigsilbigen [Mantra] genannt
śrīśaktismarapūrvogajanmā śaktiramāntikaḥ / daśākṣaraḥ sa evādau proktaḥ śaktiramāyutaḥ
Śrī, Śakti, Smara vorangestellt, [dann Gajanmā, o.ä. Wort], am Ende Śakti, Ramā – dies ist der zuvor genannte zehnsilbige [Mantra], verbunden mit Śakti [und] Ramā.
Wort für Wort
śrīśaktismarapūrvaḥ
Śrī, Śakti, Smara vorangestellt
gajanmā [?] śaktiramāntikaḥ
[unklares Wort], am Ende Śakti, Ramā
daśākṣaraḥ sa evādau proktaḥ
dies ist der zehnsilbige, am Anfang genannte [Mantra]
śaktiramāyutaḥ
verbunden mit Śakti [und] Ramā
[?: „gajanmā“ unklar bzw. wohl verschrieben/korrupt überliefert; beste Vermutung als Namensbestandteil (etwa „gopajanma“?) gegeben, nicht sicher aufzulösen.]
Die beiden [genannten] Mantras haben sechzehn Silben; mit den Cakras bilde man die Glieder; [man meditiere über den Gott], der mit den Händen in der Geste der Gunstgewährung und Furchtlosigkeit die Geliebte an seinem Körper umschlingt.
[Die Geliebte, die] Lotos und blaue Lotosblüte in den Händen [hält, ihn] umschlungen, strahlend mit Diskus und Muschel – so meditierend rezitiere man zehnmal hunderttausend Mal (eine Million), und den zehnten Teil davon [opfere man].
Wort für Wort
padmotpalakare tābhyāṃ śliṣṭaṃ
[die Geliebte, die] Lotos und blaue Lotosblüte in den Händen [hält, ihn] umschlungen
cakradarojvalam
strahlend mit Diskus und Muschel
dhyātvā evaṃ prajapet lakṣadaśakaṃ
so meditierend rezitiere man zehn Lakh (eine Million) Mal
Nachdem man mit Ghee geopfert hat, werden die beiden Mantra-Herrscher vollendet, die den Menschen alle Wünsche gewähren und allen Reichtum und Glück verleihen.
Wort für Wort
ājyaiḥ hutvā tataḥ siddhau
nachdem man mit Ghee geopfert hat, werden vollendet
bhavetāṃ mantranāyakau
die beiden Mantra-Herrscher
sarvakāmapradau
die alle Wünsche gewähren
sarvasaṃpatsaubhagāḍhyadau nṛṇām
und den Menschen allen Reichtum und Glück verleihen
[?: „agyadau“ im Quelltext unklar, vermutlich verschrieben für „āḍhyadau“ (reich machend); so übersetzt.]
Der achtzehnsilbige Mantra, endend mit Kāma [Bīja], gewährt Sohn und Reichtum; Nārada ist der Ṛṣi dieses [Mantras], Gāyatrī [das Metrum], [Kṛṣṇa] die Gottheit des Mantras.
Wort für Wort
aṣṭādaśārṇaḥ kāmānto manuḥ
der achtzehnsilbige, mit Kāma [Bīja] endende Mantra
Kṛṣṇa [und] Kāma sind als Bīja genannt, Śakti gilt als „Vahnipriyā“ (die dem Feuer Liebe, d.h. Svāhā); mit dem an den sechs „Vīrya“-Silben reichen Bīja vollziehe man die sechs Glieder.
pāṇau pāyasapakvaṃ ca dakṣe haiyaṅgavīnakam / vāme dadhaddivyadigaṃbaro gopīsuto 'vatu
[Man meditiere über den Gott], der in der Hand gekochten Milchreis, in der rechten frische Butter hält, in der linken – himmlisch, unbekleidet, der Sohn der Gopī – er möge schützen!
So meditierend rezitiere man den Mantra zweiunddreißigmal hunderttausend (3,2 Millionen), ehrerbietig; den zehnten Teil opfere man im Feuer mit Milch, reich an Zucker.
Am zuvor genannten Vaiṣṇava-Sitz opfere man wie beim achtzehnsilbigen [Mantra]; man verehre den auf dem Lotos befindlichen Kṛṣṇa und spende Wasseropfer an sein Lotos-Antlitz.
Wort für Wort
pūrvoktavaiṣṇave pīṭhe
am zuvor genannten Vaiṣṇava-Sitz
yajed aṣṭādaśārṇavat
opfere man wie beim achtzehnsilbigen [Mantra]
padmasthaṃ kṛṣṇam abhyarcya
nachdem man den auf dem Lotos befindlichen Kṛṣṇa verehrt hat
Was immer man wünscht, das alles gelingt allein durch das Wasseropfer. [Neuer Mantra:] Der Wunsch nach Rede (Vāk-Kāma), verbunden mit [Dativendung] „ṅe“, das Wort „Kṛṣṇa“, [dann] Māyā [Bīja], sodann [...].
Wort für Wort
yad yad icchati tat sarvaṃ
was immer man wünscht, das alles
tarpaṇād eva siddhyati
gelingt allein durch das Wasseropfer
vākkāmo ṅeyutaṃ kṛṣṇapadaṃ
der Wunsch nach Rede, verbunden mit „ṅe“, das Wort „Kṛṣṇa“
māyā tataḥ [?]
[dann] Māyā [Bīja], sodann [unklar]
[?: „tataḥ pagaram“ im Quelltext unklar/wohl verderbt überliefert; keine sichere Deutung möglich, daher unübersetzt belassen mit bester Vermutung, dass hier ein weiteres Mantra-Element folgt.]
govindāya ramā paścāddaśārṇaṃ ca samuddharet / manusvarayutau sargayuktau bhṛgutadūrddhūgau
„Govindāya“, [dann] Ramā [Bīja] – danach ziehe man den zehnsilbigen [Mantra] hervor. [Es folgen kryptische Angaben zu Ṛṣi, Metrum und Zahl der zugehörigen Silbengruppen.]
Wort für Wort
govindāya ramā paścāt
„Govindāya“, danach Ramā [Bīja]
daśārṇaṃ ca samuddharet
und man ziehe den zehnsilbigen [Mantra] hervor
manusvarayutau sargayuktau [?]
[unklare Zahlenangaben, wohl zu Ṛṣi/Metrum]
bhṛgutadūrddhūgau [?]
[unklar; Deckname evtl. für einen weiteren Ṛṣi]
[?: Die zweite Vershälfte („manusvarayutau sargayuktau bhṛgutadūrddhūgau“) ist stark verderbt bzw. unklar überliefert; eine sichere Übersetzung ist nicht möglich. Beste Vermutung: Angabe von Ṛṣi/Metrum-Zahlencodes für den Mantra.]
Der zweiundzwanzigsilbige Mantra verleiht die Herrschaft über die Rede (Vāgīśatva); Nārada sei der Ṛṣi, Gāyatrī das Metrum, wiederum [Kṛṣṇa] die Gottheit.
Gopāla, der Wissen verleiht, [ist die Gottheit]; Kāma [Bīja] wird als das Bīja genannt; Śakti aber ist Vāgbhava [Bīja]; die Anwendung [dient] zur Erlangung von Wissen.
vāmorddhvahaste dadhataṃ vidyāpustakamuttamam / akṣamālāṃ ca dakṣorddhvasphaāṭikīṃ mātṛkāmayīm
[Man meditiere über den Gott], der in der oberen linken Hand das vortreffliche Buch des Wissens hält, und in der oberen rechten die kristallene Gebetskette, die aus den Buchstaben (Mātṛkā) besteht.
[In den] beiden unteren Händen wiederum die aus dem Wort-Brahman bestehende Flöte; gekleidet in ein Gewand [wie] das Gāyatrī-Lied, dunkel, von zarter Farbe.
Wort für Wort
śabdabrahmamayaṃ veṇum
die aus dem Wort-Brahman bestehende Flöte
adhaḥ pāṇidvaye punaḥ
wiederum in den beiden unteren Händen
gāyatrīgītavasanaṃ [?]
gekleidet in ein Gewand [wie] das Gāyatrī-Lied [?]
śyāmalaṃ komalacchavim
dunkel, von zarter Farbe
[?: „gāyatrīgītavasanam“ unklar; wörtlich „ein Gewand [aus] dem Gāyatrī-Gesang“, evtl. bildhaft für ein von Gesang durchwirktes Gewand; beste Vermutung gegeben.]
[Ihn], der ein Pfauenfeder-Ohrgeschmeide trägt, den Allwissenden, verehrt von den besten Munis – so meditiere man über den Herrn der Welt, dessen Spiel von Freude an [seiner] Geliebten erfüllt ist.
Wort für Wort
barhāvataṃsaṃ sarvajñaṃ
der ein Pfauenfeder-Ohrgeschmeide trägt, den Allwissenden
sevitaṃ munipuṅgavaiḥ
verehrt von den besten Munis
dhyātvā evaṃ
so meditierend
pramadāveśavilāsaṃ bhuvaneśvaram
über den Herrn der Welt, dessen Spiel von Freude an [seiner] Geliebten erfüllt ist
vedalakṣaṃ japenmantraṃ kiṃśukaistaddaśāṃśataḥ / hutvā tu pūjayenmantrī viṃśatyarṇavidhānataḥ
Man rezitiere den Mantra vierhunderttausendmal; davon den zehnten Teil opfere man mit Kiṃśuka-Blüten; dann verehre der Mantra-Kundige gemäß der Vorschrift des zwanzigsilbigen [Mantras].
Wort für Wort
vedalakṣaṃ japen mantraṃ
man rezitiere den Mantra vierhunderttausendmal (vier Lakh)
kiṃśukaiḥ tad daśāṃśataḥ
davon den zehnten Teil mit Kiṃśuka-Blüten
hutvā tu pūjayen mantrī
nachdem geopfert, verehre der Mantra-Kundige
viṃśatyarṇavidhānataḥ
gemäß der Vorschrift des zwanzigsilbigen [Mantras]
Der Praṇava (oṃ), [dann] das Kṛṣṇa-Paar, danach spreche man „mahākṛṣṇa“ – „o Allwissender, gewähre du Frieden [?]“ – am Ende „sīda me“ (sei mir gnädig), und [die Bīja-Silben von] Agni und Māra.
Wort für Wort
tāraḥ kṛṣṇayugaṃ paścāt
der Praṇava, [dann] das Kṛṣṇa-Paar, danach
mahākṛṣṇa itīrayet
spreche man „mahākṛṣṇa“
sarvajña tvaṃ praśaṃ [?]
„o Allwissender, du [gewähre] Frieden [?]“
śabdānte sīda me agniśca māram
am Ende sprich „sīda me“ (sei mir gnädig), und [die Bīja-Silben von] Agni und Māra
[?: Dieser und der folgende Vers scheinen ausnahmsweise den Mantra-Wortlaut selbst (statt nur Decknamen der Bīja-Silben) wiederzugeben; die genaue Lautfolge ist im Quelltext jedoch unsicher überliefert („praśaṃ śabdānte“, „ṇānti“), daher [?] mit bester Vermutung.]
ṇānti vidyeśa vidyāmāśu prayaccha tataśca me / trayastriṃśadakṣaro 'yaṃ mahāvidyāpradomanuḥ
„...[Fortsetzung: -ṇānti], o Herr des Wissens, gewähre mir eilends das Wissen“ – so weiter; dies ist der dreiunddreißigsilbige Mantra, der große Erkenntnis verleiht.
Wort für Wort
ṇānti vidyeśa
[Fortsetzung] -ṇānti, o Herr des Wissens
vidyām āśu prayaccha tataśca me
gewähre mir eilends das Wissen, und so weiter
trayastriṃśadakṣaro 'yaṃ
dies ist der dreiunddreißigsilbige [Mantra]
mahāvidyāprado manuḥ
der große Erkenntnis verleihende Mantra
[?: Fortsetzung des unsicher überlieferten Mantra-Wortlauts aus V31, siehe dort.]
Nārada ist der Ṛṣi dieses [Mantras], Anuṣṭubh das Metrum, Kṛṣṇa seine Gottheit; nachdem man mit den [einzelnen] Versfüßen und dem ganzen [Mantra] die fünf Glieder vollzogen hat, meditiere man sodann über Hari.
Wort für Wort
nārado 'sya muniśchando 'nuṣṭup
Nārada ist sein Ṛṣi, Anuṣṭubh das Metrum
kṛṣṇo 'sya devatā
Kṛṣṇa ist seine Gottheit
pādaiḥ sarveṇa pañcāṅgaṃ kṛtvā
nachdem man mit den Versfüßen und dem Ganzen die fünf Glieder vollzogen hat
In einem himmlischen Garten, in einem mit Juwelen schimmernden, der Sonne gleichenden Pavillon, inmitten des Yoga-Sitzes, [dort] wo Mukunda weilt, [sitzend] an dem aus dem gesamten Vedānta bestehenden Wunschbaum,
Wort für Wort
divyodyāne
in einem himmlischen Garten
vivasvatpratimamaṇimaye maṇḍape
in einem mit Juwelen schimmernden, der Sonne gleichenden Pavillon
yogapīṭhe madhye
inmitten des Yoga-Sitzes
yaḥ sarvavedāntamayasurataroḥ saṃniviṣṭo mukundaḥ
wo Mukunda, an dem aus dem gesamten Vedānta bestehenden Wunschbaum [sitzend], weilt
vedaiḥ kalpadrurūpaiḥ śikhariśatasamālaṃbikośaiḥ
umgeben von den Veden in Gestalt von Wunschbäumen, deren hundert Wipfel [die Baumkrone] tragen
möge er, mit den Fingerspitzen Muschel, Flöte, Blumenpfeil, Zuckerrohrbogen, die berührte Gebetskette und zwei volle Gefäße haltend, von Kāma-gleich anmutiger Gestalt, mit himmlischem Schmuck und Salbe versehen, mit der linken Hand die Lehrgeste ausführend, von strahlend schönen Füßen, durch die aus dem Wort-Brahman entstandene Flöte der ganzen Welt – er, der morgenrot-glänzende Geliebte der Gopīs, uns Glück (Śrī) gewähren!
Wort für Wort
dadyād bibhrat karāgraiḥ api
möge er geben, [dabei] mit den Fingerspitzen tragend
daramuralīpuṣpabāṇekṣucāpānakṣaspṛkpūrṇakuṃbhau
Muschel, Flöte, Blumenpfeil, Zuckerrohrbogen, die berührte Gebetskette und zwei volle Gefäße
smaralalitavapur divyabhūṣāṅgarāgaḥ
von Kāma-gleich anmutiger Gestalt, mit himmlischem Schmuck und Salbe
vyākhyāṃ vāme vitanvan sphuṭarucirapadaḥ
mit der linken Hand die Lehrgeste ausführend, von strahlend schönen Füßen
veṇunā viśvamātre śabdabrahmodbhavena
durch die aus dem Wort-Brahman entstandene Flöte, der ganzen Welt
śriyam aruṇaruciḥ ballavīvallabho naḥ
möge der morgenrot-glänzende Geliebte der Gopīs uns Glück [gewähren]
[?: Mehrere Kompositumteile („darāmuralīpuṣpabāṇekṣucāpānakṣaspṛkpūrṇakuṃbhau“, „sphuṭarucirapadaḥ“) sind sehr dicht und teils unsicher zu gliedern; die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Analyse.]
So meditierend rezitiere man hunderttausendmal, den zehnten Teil opfere man mit Milchreis; wie beim achtzehnsilbigen [Mantra] vollziehe der Mantra-Kundige dessen Verehrung.
Dieser Mantra hat achtundzwanzig Silben und gewährt alle Wünsche; [man füge] das Wort „Nandaputra“, endend auf den Dativ, und ebenso das Wort „Śyāmalāṅga“ [hinzu].
Ebenso „Bālavapuḥkṛṣṇa“ und wiederum ebenso „Govinda“ – daraus entsteht der Mantra, verbunden mit zweiunddreißig Silben.
Wort für Wort
tathā bālavapuḥkṛṣṇaṃ
ebenso „Bālavapuḥkṛṣṇa“
govindaṃ ca tathā punaḥ
und wiederum ebenso „Govinda“
daśārṇo 'to bhaven mantro
daraus entsteht der [zehnsilbige Teil-]Mantra
dvātriṃśadakṣarānvitaḥ
verbunden mit zweiunddreißig Silben [insgesamt]
[Anm.: Die Angabe „daśārṇaḥ“ (zehnsilbig) im Quelltext widerspricht der zugleich genannten Silbenzahl 32; wohl bezieht sich „daśārṇaḥ“ auf einen Teilbaustein, nicht auf den Gesamtmantra.]
Der Ṛṣi dieser beiden [Mantras] ist Nārada, die Metren sind Uṣṇih und Anuṣṭubh; die Gottheit ist der Sohn Nandas; die Anwendung dient der Erlangung von allem.
Wort für Wort
anayor nāradaṛṣiśchandas tu
der Ṛṣi dieser beiden [Mantras] ist Nārada, die Metren aber
Mit den Cakras vollziehe man die fünf Glieder; die Verehrung geschehe mit den Gliedern, den Weltenhütern und [ihren] Waffen; [man meditiere über ihn], der in der rechten Hand einen Juwelenbecher, in der linken ein goldenes Gefäß [hält].
Wort für Wort
cakraiḥ pañcāṅgam
mit den Cakras die fünf Glieder
arcā syād aṅgadikpālahetibhiḥ
die Verehrung geschehe mit den Gliedern, Weltenhütern und Waffen
dakṣiṇe ratnacaṣakaṃ
in der rechten Hand einen Juwelenbecher
vāme sauvarṇanetrakam [?]
in der linken ein goldenes Gefäß [?]
[?: „sauvarṇanetrakam“ unklar; Übersetzung als „goldenes Gefäß“ nur vermutet.]
kare dadhānaṃ devībhyāṃ śliṣṭaṃ saṃcintayedvibhum / lakṣaṃ japo daśāṃśena juhuyātpāyasena tu
[Ihn, der dies] in der Hand hält, von den beiden Göttinnen umschlungen, meditiere man als den Alldurchdringenden; man rezitiere hunderttausendmal, und opfere den zehnten Teil mit Milchreis.
Wort für Wort
kare dadhānaṃ devībhyāṃ śliṣṭaṃ
der [dies] in der Hand hält, von den beiden Göttinnen umschlungen
Mit diesen beiden vollendeten Mantras vollziehe der Mantra-Kundige [alles] nach Wunsch. [Neuer Mantra:] Der Praṇava, Kamalā [Bīja], Māyā [Bīja], dann „namo bhagavate“.
tāro hyadbhagavānaṅeṃto rukmiṇīvallabhāya ca / vahnijāyāvadhiḥ prokto mantraḥ ṣoḍaśavarṇavān
Der Praṇava, dann „bhagavān“, endend auf den Dativ „ṅe“, [dann] „rukmiṇīvallabhāya“, und endend mit Vahnijāyā [Svāhā] – so wird der sechzehnsilbige Mantra genannt.
Wort für Wort
tāro hy adbhagavān ṅeṃto
der Praṇava, dann „bhagavān“, endend auf „ṅe“
rukmiṇīvallabhāya ca
und „rukmiṇīvallabhāya“
vahnijāyāvadhiḥ proktaḥ
endend mit Vahnijāyā [Svāhā] wird [dieser Mantra] genannt
nārado 'sya muniśchando 'nuṣṭup ca devatā manoḥ / rukmiṇīvallabhaścandradṛgvedāṅgākṣivarṇakaiḥ / pañcāṅgāni prakurvīta tato dhyāyetsureśvaram
Nārada ist der Ṛṣi dieses [Mantras], Anuṣṭubh [das Metrum], und die Gottheit des Mantras ist der Gemahl der Rukmiṇī; mit den [zugeordneten] Silbenzahlen von Mond, Auge, Veda [und] Aṅga bilde man die fünf Glieder; sodann meditiere man über den Götterherrn.
Wort für Wort
nārado 'sya muniśchando 'nuṣṭup ca
Nārada ist sein Ṛṣi, und Anuṣṭubh [das Metrum]
devatā manoḥ rukmiṇīvallabhaḥ
die Gottheit des Mantras ist der Gemahl der Rukmiṇī
candrākṣiyugabhūtārṇaiḥ sarvaiḥ
mit allen [Silben nach] den Zahlen von Mond, Auge, Yuga [und] Bhūta
pañcāṅgāni prakurvīta
bilde man die fünf Glieder
tato dhyāyet sureśvaram
sodann meditiere man über den Götterherrn
[?: Die Zahlwort-Silben („candrākṣiyugabhūtārṇaiḥ“) folgen dem System der Bhūtasaṃkhyā (Candra=1, Akṣi=2 usw.); die genaue Zuordnung der einzelnen Silbengruppen zu den fünf Gliedern bleibt unsicher.]
Er, Hari, der in reinem gelben Gewand, mit mancherlei Schmuck geziert, seine Liebste – golden strahlend, mit einem Arm gleich einer aufblühenden Lotosgirlande, dunkel wie der Tāpiccha-Baum, an seiner Seite weilend – mit seinem eigenen linken Arm, aus dem Verlangen seines Herzens, umschlingt, während sie selbst ihn mit der anderen Hand, an der ein goldener Stab leuchtet, umschlingt: er möge uns lange beschützen!
Wort für Wort
tāpicchacchaviraṅkagāṃ priyatamāṃ svarṇaprabhām
seine Liebste, an seiner Seite weilend, dunkel wie der Tāpiccha-Baum, golden strahlend
aṃbujaprodyaddāmabhujāṃ
mit einem Arm gleich einer aufblühenden Lotosgirlande
svavāmabhujayā śliṣyan svacittāśayā
mit seinem eigenen linken Arm, aus dem Verlangen seines Herzens, umschlingend
śliṣyantīṃ svayam anyahastavilatsauvarṇavetrāṃ
während sie selbst mit der anderen Hand, an der ein goldener Stab leuchtet, umschlingt
er, Hari, in reinem gelben Gewand, mit mancherlei Schmuck geziert, möge uns lange beschützen
[?: Die genaue syntaktische Zuordnung von „tāpicchacchaviraṅkagāṃ“ (Farbe des Tāpiccha-Baumes) bleibt unsicher – möglicherweise beschreibt sie nicht die Geliebte, sondern den Ort/Sitz; die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Lesart.]
Man opfere mit den drei Süßigkeiten am zuvor genannten Sitz; man verehre Hari mit den Gliedern, vor allem mit Nārada, und mit den Weltenhütern und ihren Waffen.
Wort für Wort
trimadhvaktair hunet pīṭhe pūrvokte
man opfere mit den drei Süßigkeiten am zuvor genannten Sitz
So gewährt der vollendete Mantra dem Mantra-Kundigen alle Wünsche. [Neuer Mantra:] „Līlādaṇḍa“ [Spielstab], „padābja“ [Lotosfuß], „janasaṃsaktadoḥ“ [dessen Arm den Menschen anhaftet] – [dies das Wort].
Wort für Wort
evaṃ siddho manur dadyāt
so gewährt der vollendete Mantra
sarvān kāmāṃśca mantriṇe
dem Mantra-Kundigen alle Wünsche
līlādaṇḍapadābjo 'pi
[neuer Mantra:] „Līlādaṇḍa“, „padābja“, auch
janasaṃsaktadoḥ padam
das Wort „janasaṃsaktadoḥ“ (dessen Arm den Menschen anhaftet)
...am Ende „daṇḍa“, oder [die Zahlen für] Erde, Feuer, reich [an ‚adhīśa‘], dann „rot“; danach das Wort „Meghaśyāma“ [wolkendunkel], „bhagavān“, „salilaṃsadṛk“ [dem Wasser gleich].
Wort für Wort
daṇḍānte vā
am Ende [des Wortes] „daṇḍa“, oder
dharāvahniradhīśāḍhyo 'tha lohitaḥ
[mit den Zahlen] Erde, Feuer, reich an „adhīśa“, dann „rot“ [?]
meghaśyāmapadaṃ paścāt
danach das Wort „Meghaśyāma“
bhagavān salilaṃsadṛk
„bhagavān“, „salilaṃsadṛk“ (dem Wasser gleich aussehend)
[?: Die Zahlwort-Codes („dharāvahniradhīśāḍhyaḥ“) und der Ausdruck „salilaṃsadṛk“ sind im Quelltext unsicher überliefert; die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten wörtlichen Lesart, ohne die genaue numerische Bedeutung sicher auflösen zu können.]
Nachdem man „Viṣṇo“ gesprochen hat, [füge man] das Silbenpaar „ṭha ṭha“ hinzu – so wird [der Mantra] neunundzwanzigsilbig; Nārada ist der Ṛṣi dieses [Mantras], Anuṣṭubh [das Metrum], und [Kṛṣṇa] ist die Gottheit des Mantras.
Wort für Wort
viṣṇo ityuktvā ṭhadvayaṃ
nachdem man „Viṣṇo“ gesprochen hat, das Silbenpaar „ṭha ṭha“
„Līlādaṇḍahari“ wird [die Gottheit] genannt; mit [den Zahlen] Manu, Meer, Yuga, Feuer [und] Veda, mit den der Reihe nach aus den Mantra-Silben entstandenen Teilen, [bilde man] die fünf Glieder.
Wort für Wort
līlādaṇḍahariḥ proktaḥ
„Līlādaṇḍahari“ wird [die Gottheit] genannt
manvabdhadhiyugavahnibhiḥ
mit [den Zahlen] Manu, Meer, [Dhī], Yuga, Feuer
vedaiḥ pañcāṅgakaṃ
mit den Veden [Zahl 4, bilde man] die fünf Glieder
bhāgairmantravarṇotthitaiḥ kramāt
mit den der Reihe nach aus den Mantra-Silben entstandenen Teilen
[?: Die genaue Zuordnung der Zahlwort-Codes zu den einzelnen Gliedern ist unsicher.]
Er, der mit dem in seiner linken Hand befindlichen Spielstab die jungen Gopīs und die überaus Schönen betört, der mit der Hand, auf der Schulter seines lieben Freundes ruhend, [Zeichen] gibt, der die Herrlichkeit der Götter [verleiht], der Kaṃsa erschlug, der Weitschreitende (Urukrama) – er [sei] uns [gnädig].
Wort für Wort
saṃmohayaṃśca nijavāmakarasthalīlādaṇḍena
der mit dem in seiner linken Hand befindlichen Spielstab betört
gopayuvatīḥ parasuṃdarīśca
die jungen Gopīs und die überaus Schönen
diśyan nijapriyasakhāṃsagandakṣahastaḥ
der [Zeichen] gebend, mit der Hand auf der Schulter seines lieben Freundes
devaśriyaṃ nihatakaṃsa urukramo naḥ
der die Herrlichkeit der Götter [verleiht], der Kaṃsa erschlug, der Weitschreitende [sei] uns [gnädig]
Man rezitiere hunderttausendmal, den zehnten Teil opfere man mit Sesam und Reis; dann verehre man mit den drei Süßigkeiten die Glieder, die Weltenhüter und [ihre] Waffen.
[mit den Bīja-Silben von] Furcht [und] Agnivallabhā (Svāhā) [dieser] Mantra
saptārṇaḥ sarvasiddhidaḥ
der siebensilbige, alle Vollendung gewährende [Mantra]
[?: Der Vers besteht fast durchweg aus Decknamen für Bīja-Silben, deren genaue Auflösung unsicher ist; wörtliche Übersetzung mit bester Vermutung gegeben.]
ṛṣiḥ syānnāradaśchando uṣṇiggovallamasya tu / devatāpūrvavaccakraiḥ pañcāṅgāni tu kalpayet
Nārada sei der Ṛṣi, Uṣṇih das Metrum, Govallabha [der Kühe Liebster] aber [die Gottheit]; die Gottheit [sei] wie zuvor; mit den Cakras bilde man die fünf Glieder.
Man meditiere über Hari, der inmitten einer Schar rötlich-brauner Kühe weilt, sie rufend, in der rechten Hand die Flöte haltend, [in der anderen] die Fangschlinge samt Hirtenstab, wolkendunkel, in gelbem Gewand, geschmückt mit einem Ohrschmuck aus Federn des Feindes der Schlangen (Garuḍa).
Wort für Wort
dhyeyo hariḥ sakapilāgaṇamadhyasaṃsthaḥ
zu meditieren ist Hari, der inmitten einer Schar rötlich-brauner Kühe weilt
tā āhvayan dadhad dakṣiṇadosthaveṇum
sie rufend, in der rechten Hand die Flöte haltend
pāśaṃ sayaṣṭim aparatra
die Fangschlinge samt Hirtenstab anderswo [in der anderen Hand]
payodanīlaḥ pītāmbarāhiripupicchakṛtāvataṃsaḥ
wolkendunkel, in gelbem Gewand, geschmückt mit einem Ohrschmuck aus Garuḍas Federn
Man rezitiere den Mantra siebenhunderttausendmal; den zehnten Teil opfere man danach; man verehre am Sitz mit Kuhmilch; mit den Gliedern sei die erste Umhüllung.
[Man verehre] die goldbraune, die hellbraune, die rötlich-braune, die melassefarben-braune, die graubraune, und ebenso die vortreffliche kapilafarbene [Kuh],
die vierfach-braune, die gelblich-braune, und die vortreffliche, glückverheißende [Kuh] – nachdem man die acht Kuh-Scharen verehrt hat, [verehre man auch] die Weltenhüter samt ihren Waffen.
...wird nach vierzehn Tagen samt seiner Kuhherde befreit; auch beim zehnsilbigen [Mantra] gilt diese Vorschrift. [Neuer Mantra:] Der Praṇava, „hṛd“, „bhagavān“, endend auf „ṅe“, und ebenso „Śrīgovinda“.
Wort für Wort
pakṣāt sagogaṇo muktaḥ
nach vierzehn Tagen wird er samt seiner Kuhherde befreit
daśārṇe cāpy ayaṃ vidhiḥ
auch beim zehnsilbigen [Mantra] gilt diese Vorschrift
Der zwölfsilbige Mantra wird [so] genannt; Nārada gilt als sein Muni; Gāyatrī wird als Metrum genannt; Śrīgovinda ist seine Gottheit; mit [den Zahlen von] Mond, Auge, Paar [und] den übrigen Silben insgesamt [bilde man] die fünf Glieder.
Wort für Wort
dvādaśārṇo manuḥ proktaḥ
der zwölfsilbige Mantra wird [so] genannt
nārado 'sya munir mataḥ
Nārada gilt als sein Muni
chandaḥ proktaṃ ca gāyatrī śrīgovindo 'sya devatā
Gāyatrī wird als Metrum genannt, Śrīgovinda ist seine Gottheit
candrākṣiyugabhūtārṇaiḥ sarvaiḥ pañcāṅgakalpanam
mit [den Zahlen von] Mond, Auge, Paar und allen [übrigen] Silben die Bildung der fünf Glieder
[?: Die genaue Zuordnung der Zahlwort-Codes „candrākṣiyugabhūtārṇaiḥ“ zu den fünf Gliedern bleibt unsicher, vgl. V47.]
Man meditiere über [den Gott], der am Fuß des Wunschbaums auf einem himmlischen, mit Juwelen schimmernden Löwenthron sitzt, wolkendunkel, in einem überaus schönen, rötlich-gelben Gewand, mit den beiden Händen Muschel und Diskus [haltend],
der, umgeben von tausend Kühen, [ihn] tragend, gebadet von den aus einem großen, in der Hand [gehaltenen] Krug strömenden Bächen himmlischen Nektars, mit Augen gleich frischen Lotosblättern.
Wort für Wort
bibhrāṇaṃ gosahasrair vṛtam amarapatiṃ
tragend, umgeben von tausend Kühen, den Herrn der Unsterblichen
prauḍhahastaikakuṃbhapraścotatsaudhadhārāsnapitam
gebadet von den aus einem großen, in der Hand [gehaltenen] Krug strömenden Bächen himmlischen Nektars
abhinavāṃbhojapatrābhanetram
mit Augen gleich frischen Lotosblättern
[Anm.: Fortsetzung des Satzes aus V67. „amarapatim“ hier als Epitheton Kṛṣṇas selbst (Herr der Unsterblichen) aufgefasst, nicht notwendig als Indra.]
Man rezitiere den Mantra zwölfhunderttausendmal; den zehnten Teil opfere man mit Milch; man verehre wie zuvor [ihn], der im Kuhstall weilt, oder in einem Bildnis usw.
Wort für Wort
ravilakṣaṃ japen mantraṃ
man rezitiere den Mantra zwölfhunderttausendmal (Ravi=12 Lakh)
dugdhair hutvā daśāṃśataḥ
mit Milch opfere man den zehnten Teil
yajecca pūrvavad goṣṭhasthitaṃ
man verehre wie zuvor [ihn], der im Kuhstall weilt
Am zuvor genannten Vaiṣṇava-Sitz, nachdem man von Grund auf die [göttliche] Gestalt gedacht hat, rufe man sie dort herbei und verehre Kṛṣṇa, vorausgehend mit der Verehrung des Gurus.
rukmiṇīṃ satyabhāmāṃ ca pārśvayorindramagrataḥ / pṛṣṭhataḥ surabhiṃ ceṣṭvā kesareṣvaṅgapūjanam
Rukmiṇī und Satyabhāmā [verehre man] zu beiden Seiten, Indra vorn, Surabhi hinten – nachdem man [dies] geopfert hat, [erfolge] die Verehrung der Glieder auf den [Lotos-]Staubgefäßen.
Wort für Wort
rukmiṇīṃ satyabhāmāṃ ca pārśvayor
Rukmiṇī und Satyabhāmā zu beiden Seiten
indram agrataḥ
Indra vorn
pṛṣṭhataḥ surabhiṃ ceṣṭvā
hinten Surabhi, nachdem man [dies] geopfert hat
kesareṣv aṅgapūjanam
auf den [Lotos-]Staubgefäßen die Verehrung der Glieder
Die Blumengirlanden [befestige man] an beiden Seiten, die Flöte davor, Śrīvatsa und Kaustubha voran; die Waldgirlande usw. [verehre man], die ebenso in den acht Himmelsrichtungen weilen.
Wort für Wort
dāmāni pṛṣṭhayor veṇuṃ puraḥ
die Blumengirlanden an beiden Seiten, die Flöte davor
Indra usw. weilen außen, und danach [ihre Waffen] Vajra usw.; Kumuda und Kumudākṣa, Puṇḍarīka und Vāmana [die Elefanten der Weltrichtungen, verehre man].
„Smṛti“ [Bīja], verbunden mit „sadya“, „cakrī“, „dakṣakarṇa“, verbunden [mit] „dharā“, „nāthāya“, endend mit „hṛdaya“ – dies ist der achtsilbige, große Mantra.
Wort für Wort
smṛtiḥ sadyānvitā cakrī
„Smṛti“ [Bīja], verbunden mit „sadya“, „cakrī“
dakṣakarṇayutodharā
„dakṣakarṇa“, verbunden mit „dharā“
nāthāya hṛdayānto 'yaṃ
„nāthāya“, endend mit „hṛdaya“ – dies
vasuvarṇo mahāmanuḥ
der achtsilbige (vasu=8), große Mantra
[?: Der Vers besteht überwiegend aus Decknamen/Zahlwort-Codes für Bīja-Silben, deren genaue Auflösung unsicher bleibt.]
Verneigt euch vor dem fünfjährigen, überaus unruhigen Hirtenknaben, der im Hof umherläuft, mit überaus lebhaften Augen, geschmückt mit Glöckchen, Armreifen, Halsketten und Fußspangen!
Wort für Wort
pañcavarṣam atilolam aṅgaṇe dhāvamānam
den fünfjährigen, überaus unruhigen, im Hof umherlaufenden
aticañcalekṣaṇam
mit überaus lebhaften Augen
kiṅkiṇīvalayahāranūpurai rañjitaṃ
geschmückt mit Glöckchen, Armreifen, Halsketten und Fußspangen
Am zuvor genannten Vaiṣṇava-Sitz, nachdem man von Grund auf die Gestalt gedacht hat, rufe man sie dort herbei, und der Mantra-Kundige verehre Kṛṣṇa mit festem Sinn.
Auf den Staubgefäßen, in den vier Himmelsrichtungen und den Zwischenrichtungen verehre man die Glieder; Vāsudeva, Bala, Pradyumna und Aniruddha [verehre man] in den Richtungen.
Wort für Wort
kesareṣu caturdikṣu vidikṣv
auf den Staubgefäßen, in den vier Himmelsrichtungen und den Zwischenrichtungen
vidikṣu rukmiṇīsatyabhāme vai lakṣyaṇarkṣaje / lokeśānsāyudhānbāhye evaṃ siddho bhavenmanuḥ
In den Zwischenrichtungen [verehre man] Rukmiṇī und Satyabhāmā, sowie Lakṣaṇā und die Tochter der Sonne; [und] die Weltenhüter samt Waffen außen – so wird der Mantra vollendet.
Wort für Wort
vidikṣu rukmiṇīsatyabhāme vai
in den Zwischenrichtungen [verehre man] Rukmiṇī und Satyabhāmā
lakṣyaṇarkṣaje [?]
Lakṣaṇā und die Tochter der Sonne [?]
lokeśān sāyudhān bāhye
die Weltenhüter samt Waffen außen
evaṃ siddho bhaven manuḥ
so wird der Mantra vollendet
[?: „lakṣyaṇarkṣaje“ unklar; als „Lakṣaṇā“ (eine der Gemahlinnen) und „Arkajā“ (Tochter der Sonne, evtl. Kālindī) gedeutet – beste Vermutung.]
„vallabhāya“, danach drei Lotos-[Silben] – so ist der Mantra an Silben [vollständig]; den Muni usw. wie zuvor genannt, [und] man gedenke des vollendeten Gopālaka.
Wort für Wort
vallabhāya tataḥ padmātrayaṃ
„vallabhāya“, danach drei Lotos-[Silben]
tatvākṣaro manuḥ
so ist der Mantra an Silben [vollständig]
munyādikaṃ ca pūrvoktaṃ
den Muni usw. wie zuvor genannt
siddhagopālakaṃ smaret
man gedenke des vollendeten Gopālaka
[?: „padmātrayaṃ“ (drei Lotos-Silben) unklar in der genauen Bedeutung; wörtlich übersetzt.]
Die Verehrung dessen sei wie zuvor von den besten Vaiṣṇavas zu vollziehen. [Neuer, einsilbiger Mantra:] „Cakrī“, versehen mit der Gestalt des Muni-Bīja, „sargī“ – der einsilbige Mantra.
„Kṛṣṇa“ wird als zweisilbig genannt; mit „Kāma“ [Bīja] am Anfang wird er dreisilbig; derselbe, endend auf den Dativ „ṅe“, wird viersilbig; ebenso „Kṛṣṇāya namaḥ“ [ist ein weiterer Mantra].
Kāma [Bīja], das Wort „Kṛṣṇa“, endend auf „ṅe“, endend mit „Vahnijāyā“ [Svāhā] – ein anderer [Mantra]; „Kṛṣṇa“ und „Govinda“, beide endend auf „ṅe“ – der siebensilbige [Mantra], der alle Vollendung gewährt.
Wort für Wort
kāmaḥ kṛṣṇapadaṃ ṅeṃtaṃ
Kāma [Bīja], das Wort „Kṛṣṇa“, endend auf „ṅe“
vahnijāyāntakaḥ paraḥ
endend mit „Vahnijāyā“ [Svāhā] – ein anderer [Mantra]
kṛṣṇagovindakau ṅeṃtau
„Kṛṣṇa“ und „Govinda“, beide endend auf „ṅe“
saptārṇaḥ sarvasiddhidaḥ
der siebensilbige, alle Vollendung gewährende [Mantra]
„Śrī“, „Śakti“, „Kāma“ [Bīja], „Kṛṣṇāya“, [mit] Kāma – der andere siebensilbige [Mantra]; „Kṛṣṇa“ und „Govinda“, beide endend auf „ṅe“, endend mit „hṛd“ [Bīja] – ein weiterer, neunsilbiger [Mantra].
„Kṛṣṇa“ und „Govinda“, beide endend auf „ṅe“, ebenso „Kāma“ [Bīja] eingeschlossen – ein anderer [Mantra]; „Kāma“ [Bīja], „Śārṅgin“, auf der Erde ruhend, reich an Manu- und Indu-[Zahlen], und „Manmatha“ [Bīja].
Wort für Wort
ṅeṃtau ca kṛṣṇagovindau
„Kṛṣṇa“ und „Govinda“, beide endend auf „ṅe“
tathā kāmaḥ puṭaḥ paraḥ
ebenso „Kāma“ [Bīja] eingeschlossen – ein anderer [Mantra]
kāmaḥ śārṅgī dharāsaṃsthaḥ [?]
„Kāma“ [Bīja], „Śārṅgin“, auf der Erde ruhend [?]
manvindvāḍhyaśca manmathaḥ
reich an Manu- und Indu-[Zahlen], und „Manmatha“ [Bīja]
[?: Die zweite Vershälfte ist stark zahlencodiert und unsicher aufzulösen; „dharāsaṃsthaḥ“ und die Zahlenangaben „manvindvāḍhyaḥ“ folgen dem Bhūtasaṃkhyā-System, ihre genaue Anwendung bleibt unklar.]
„Śyāmalāṅgāya“, „hṛdaya“ [Bīja] – der zehnsilbige, alle Vollendung gewährende [Mantra]; endend mit „bāla“, „vapuṣe“, „kṛṣṇāya“, endend mit „Agnijāyā“ [Svāhā] – ein weiterer, letzter [Mantra].
Wort für Wort
śyāmalāṅgāya hṛdayaṃ
„Śyāmalāṅgāya“, „hṛdaya“ [Bīja]
daśārṇaḥ sarvasiddhidaḥ
der zehnsilbige, alle Vollendung gewährende [Mantra]
bālānte vapuṣe kṛṣṇāya
endend mit „bāla“, „vapuṣe“, „kṛṣṇāya“
agnijāyāntimo 'paraḥ
endend mit „Agnijāyā“ – ein weiterer, letzter [Mantra]
dviṭhānte bālavapuṣe kāmaḥ kṛṣṇāya saṃvadet / tato dhyāyansvahṛdaye gopījanamanoharam
Endend mit dem Silbenpaar „ṭha ṭha“, „bālavapuṣe“, „kāma“ [Bīja], „kṛṣṇāya“ spreche man; sodann meditiere man in seinem Herzen über den, der die Herzen der Gopīs bezaubert.
In den Wegen des heiligen Vṛndā-Waldes, wo sich die reich erblühten Rankenreihen neigen, in deren Innerem [die Bienen] Lärm machen, bedient von duftendem Wind – ihn, der auf dem Ufersand der Kālindī sein Spiel treibt, der allein Rādhās Lebenshauch ist, den mondgesichtigen Jüngling Nandas, dessen Erscheinung gleich einer zarten Regenwolke ist, verehre ich.
Wort für Wort
śrīvṛndāvipinapratoliṣu namatsaṃphullavallītatiṣv
in den Wegen des heiligen Vṛndā-Waldes, wo sich die reich erblühten Rankenreihen neigen
antarjālavighaṭṭainaḥ surabhiṇā vātena saṃsevite
in deren Innerem [die Bienen] Lärm machen, bedient von duftendem Wind
kālindīpuline vihāriṇam atho rādhaikajīvātukaṃ
ihn, der auf dem Ufersand der Kālindī sein Spiel treibt, der allein Rādhās Lebenshauch ist
Nach dem zuvor genannten Weg ist die Verehrung dieser [Gottheiten] zu verstehen, o Herr der Munis; am Ende der Silben „Devakīsuta“ spreche man das Wort „Govinda“.
Wort für Wort
pūrvāktavartmanā pūjā jñeyā
nach dem zuvor genannten Weg ist die Verehrung zu verstehen
...endend mit „ich bin zu dir geflüchtet“ – der zweiunddreißigsilbige Mantra; Nārada ist sein Ṛṣi, Gāyatrī und auch Anuṣṭubh [die Metren]; die Gottheit, die Sohn gewährt, ist Kṛṣṇa; mit den Versfüßen und dem Ganzen [bilde man] die Glieder.
Wort für Wort
śaraṇaṃ gata ityantaḥ
endend mit „ich bin zu dir geflüchtet“
mantro dvātriṃśadakṣaraḥ
der zweiunddreißigsilbige Mantra
nārado 'sya muniśchando gāyatrī cāpy anuṣṭubham
Nārada ist sein Ṛṣi, Gāyatrī und auch Anuṣṭubh [die Metren]
devaḥ sutapradaḥ kṛṣṇaḥ pādaiḥ sarveṇa cāṅgakam
die Sohn gewährende Gottheit ist Kṛṣṇa; mit den Versfüßen und dem Ganzen die Glieder
Man gedenke des Sohnes Vasudevas, der, begleitet von Vijaya (Arjuna), auf dem Wagen stehend, [die verstorbenen Söhne] aus der Mitte des Ozeans herbeiholte und dem Brahmanen seine Söhne zurückgab.
Wort für Wort
vijayena yuto rathasthitaḥ
begleitet von Vijaya (Arjuna), auf dem Wagen stehend
prasamānīya samudramadhyataḥ
nachdem er [sie] aus der Mitte des Ozeans herbeigeholt hatte
Man rezitiere hunderttausendmal, opfere zehntausendmal mit Sesamkuchen, getränkt in Süßigkeit; die Verehrung [erfolge] am zuvor genannten Sitz, mit den Gliedern, den Weltenherrschern und [ihren] Waffen.
So wird, wenn das Mantra vollendet ist, der Mantra-Kundige auch bei einer unfruchtbaren [Frau] mit einem Sohn [gesegnet]. [Neuer Mantra:] Der Praṇava, Māyā [Bīja], danach [weitere unklare Silben-Decknamen].
Wort für Wort
evaṃ siddhe manau mantrī
so, wenn das Mantra vollendet ist, der Mantra-Kundige
vandhyāyām api putravān
auch bei einer unfruchtbaren [Frau, wird er] mit einem Sohn [gesegnet]
tāro māyā tataḥ
der Praṇava, Māyā [Bīja], danach
sāṃtaseṃduṣvāntaśca sarvavān [?]
[weitere unklare Silben-Decknamen]
[?: Die zweite Vershälfte („sāṃtaseṃduṣvāntaśca sarvavān“) ist im Quelltext stark unklar bzw. verderbt überliefert; keine sichere Übersetzung möglich, nur der Praṇava- und Māyā-Bestandteil ist eindeutig.]
„so 'ham“ [ich bin er], endend mit „Vahnipriyā“ [Svāhā] – dies ist der andere, achtsilbige Mantra; [höre], o bester der Munis, [den Ṛṣi] dieses aus den fünf Brahman-[Silben] bestehenden Mantras.
„Haṃsaḥ“ wird als Scheitellocken(-Formel) genannt, „Hṛllekhā“ [Herzensschrift] wird als Rüstung überliefert; der Praṇava wird als Augen(-Formel) genannt, und „Harihare“ als Waffen(-Formel).
Wort für Wort
haṃsaśceti śikhā proktā
„Haṃsaḥ“ wird als Scheitellocken(-Formel) genannt
hṛllekhā kavacaṃ smṛtam
„Hṛllekhā“ (Herzensschrift, hrīṃ) wird als Rüstung überliefert
sa brahmā sa śivo vipra sa hariḥ saiva devarāṭ / sa sarvarūpaḥ sarvākhyaḥ so 'kṣaraḥ paramaḥ svarāṭ
Er ist Brahmā, er ist Śiva, o Brahmane, er ist Hari, er ist auch der Götterkönig; er hat alle Gestalten, alle Namen, er ist das unvergängliche, höchste, selbstherrliche [Wesen].
Wort für Wort
sa brahmā sa śivo vipra
er ist Brahmā, er ist Śiva, o Brahmane
sa hariḥ saiva devarāṭ
er ist Hari, er ist auch der Götterkönig
sa sarvarūpaḥ sarvākhyaḥ
er hat alle Gestalten, alle Namen
so 'kṣaraḥ paramaḥ svarāṭ
er ist das unvergängliche, höchste, selbstherrliche [Wesen]
So meditierend rezitiere man achthunderttausendmal, das Opfer [betrage] den zehnten Teil; die Verehrung dieses [Mantras erfolgt] am Praṇava-Sitz, mit den Gliedern und Umhüllungen.
Wort für Wort
evaṃ dhyātvā japed aṣṭalakṣa-
so meditierend rezitiere man achthunderttausendmal
So entsteht, wenn das Mantra vollendet ist, o Nārada, für den besten der Sādhakas das durch das Wort „Tat tvam asi“ usw. verkündete, unterschiedslose Wissen.
Wort für Wort
evaṃ siddhe manau jñānaṃ
so entsteht, wenn das Mantra vollendet ist, das Wissen
sādhakendrasya nārada
für den besten der Sādhakas, o Nārada
jāyate tattvamasyādivākyoktaṃ
es entsteht das durch das Wort „Tat tvam asi“ usw. verkündete
„Kāma“ [Bīja], endend auf „ṅe“, „Hṛṣīkeśa“, endend mit „hṛdaya“ [Bīja] – der achtsilbige [Mantra]; Brahmā ist sein Ṛṣi, Gāyatrī [das Metrum], „Gāyatra“ wird als Metrum genannt.
Wort für Wort
kāmo ṅeṃto hṛṣīkeśo
„Kāma“ [Bīja], endend auf „ṅe“, „Hṛṣīkeśa“
hṛdayānto gajākṣaraḥ
endend mit „hṛdaya“ [Bīja] – der achtsilbige [Mantra]
ṛṣir brahmāsya gāyatrī
Brahmā ist sein Ṛṣi, Gāyatrī [das Metrum]
chando gāyatram īritam
„Gāyatra“ wird als Metrum genannt
[Anm.: Die doppelte Nennung des Metrums (Gāyatrī / Gāyatra) im Quelltext ist auffällig, evtl. Schreibvariante desselben Metrumnamens.]
Die Gottheit aber ist Hṛṣīkeśa, die Anwendung dient der Erlangung von allem; „Kāma“ [Bīja] ist das Bīja, und ebenso [die Endung] „āye“ wird als seine Śakti genannt.
Wort für Wort
devatā tu hṛṣīkeśo
die Gottheit aber ist Hṛṣīkeśa
viniyogo 'khilāptaye
die Anwendung dient der Erlangung von allem
kāmo bījaṃ
„Kāma“ [Bīja] ist das Bīja
tathāyeti śaktir asya hy udāhṛtā
und ebenso „āye“ wird als seine Śakti genannt
[?: „tathāyeti“ unklar, evtl. Verweis auf die Dativendung als Śakti-Element; beste Vermutung gegeben.]
Mit dem Bīja allein bilde man die sechs Glieder und vollziehe die Meditation; alles, was beim Puruṣottama-Mantra gesagt wurde, wird auch für diesen [Mantra] verkündet.
Man rezitiere hunderttausendmal, opfere zehntausendmal mit Ghee; das Wasseropfer zur Erlangung aller Wünsche wird mit Saṃmohinī-Blüten [vollzogen], so heißt es.
Das Śrī-Bīja, Śakti – „āpa“ – mit dem Bīja allein ebenso die sechs Glieder; das Wort „Trailokyamohana“, endend mit „namaḥ“ – so wird der Mantra genannt.
Meditation, Verehrung usw. sind hier wie beim Puruṣottama[-Mantra] genannt; man rezitiere hunderttausendmal, ebenso opfere man den zehnten Teil mit Ghee.
Wort für Wort
puruṣottamavad dhyānapūjādikam ihoditaḥ
Meditation, Verehrung usw. sind hier wie beim Puruṣottama genannt
lakṣaṃ japas tathā homa
man rezitiere hunderttausendmal, ebenso opfere man
Mit duftenden weißen Blüten vollziehe man die Verehrung, das Opfer usw.; wenn dies so getan ist, o bester der Brahmanen, wird [der Verehrer] selbst zu Śrīdhara leibhaftig.
Die Worte „Acyuta“, „Ananta“, „Govinda“, endend auf „ṅe“, zuletzt „namaḥ“ – [dies ist] sein Mantra; Śaunaka ist der Ṛṣi, Virāṭ wird als Metrum genannt.
Wort für Wort
acyutānantagovindapadaṃ ṅeṃtaṃ
die Worte „Acyuta“, „Ananta“, „Govinda“, endend auf „ṅe“
Parāśara, Vyāsa und Nārada gelten als die Ṛṣis dieser [Mantras]; Virāṭ wird als Metrum genannt; Hari, dessen Wesen das höchste Brahman ist, [ist die Gottheit].
Wort für Wort
eṣāṃ parāśaravyāsanāradā ṛṣayaḥ smṛtāḥ
Parāśara, Vyāsa und Nārada gelten als die Ṛṣis dieser [Mantras]
den Gott samt Śrī und Bhūmi, gleich der aufgehenden Morgensonne, mit Ohrgehängen gleich der Scheibe der am Morgen aufgehenden tausendstrahligen [Sonne],
Wort für Wort
śrībhūmisahitaṃ devam
den Gott samt Śrī und Bhūmi
udayādityasannibham
gleich der aufgehenden Morgensonne
prātarudyat-
am Morgen aufgehend
sahasrāṃśumaṇḍalopamakuṇḍalam
mit Ohrgehängen gleich der Scheibe der tausendstrahligen [Sonne]
Reich an Keule, Bogen, Fangschlinge und Elefantenstachel wird die zweite [Umhüllung] genannt; mit Sanaka usw., den Śākteyas, Vyāsa, Nārada und Śaunaka [die dritte],
Wort für Wort
muśalāḍhyadhanuḥ pāśāṅkuśaiḥ
reich an Keule, Bogen, Fangschlinge und Elefantenstachel
die dritte [Umhüllung wird mit diesen genannt], mit den Weltenhütern aber wird die vierte genannt; man rezitiere hunderttausendmal, das Opfer mit Ghee betrage den zehnten Teil.
So vollziehe der Mantra-Kundige, wenn das Mantra vollendet ist, auch [besondere] Anwendungen; am Fuß des Śrī-Baumes meditiere er über den Götterherrn, an den Kranken denkend.
Wort für Wort
evaṃ siddhe manau mantrī
so, wenn das Mantra vollendet ist, der Mantra-Kundige
prayogān apy upācaret
vollziehe auch [besondere] Anwendungen
śrīvṛkṣamūle deveśaṃ dhyāyan
am Fuß des Śrī-Baumes über den Götterherrn meditierend
Nachdem er den zu Heilenden berührt, zehntausendmal rezitiert, oder seiner im Geiste gedacht hat, o Zweifachgeborener, bewirke der Mantra-Kundige mit Hilfe eines Kreises die Befreiung der Kranken von der Krankheit.
Wort für Wort
spṛṣṭvā japtvāyutaṃ sādhyaṃ
nachdem er den zu Heilenden berührt und zehntausendmal rezitiert hat
smṛtvā vā manasā dvija
oder seiner im Geiste gedacht hat, o Zweifachgeborener
rogiṇāṃ roganirmuktiṃ
die Befreiung der Kranken von der Krankheit
kuryān mantrī tu maṇḍalāt
bewirke der Mantra-Kundige mit Hilfe eines Kreises
Wer sich eine Tochter/Braut wünscht, opfere mit geröstetem Reis und Bilva-Früchten, zur Erlangung von Reichtum; wer Kleidung wünscht, mit Duftstoffen und Blumen; zur Gesundheit opfere man mit Sesam.
Wort für Wort
kanyārthī juhuyāl lājaiḥ
wer sich eine Tochter/Braut wünscht, opfere mit geröstetem Reis
bilvaiścāpi dhanāptaye
und auch mit Bilva-Früchten zur Erlangung von Reichtum
Zur Erlangung einer Heirat rezitiere man einen Monat lang, meditierend über Kṛṣṇa als in der Scheibe des Mondes weilend; so erlangt man, o Nārada, auch die gewünschte Braut.
Wort für Wort
vivāhārthaṃ japen māsaṃ
zur Erlangung einer Heirat rezitiere man einen Monat lang
Nachdem man das Wort „Vasudeva“ genannt hat, mit dem Wort „Fesselzertrennung“, „Vāsudevāya“, mit Rüstungs- und Waffen-[Silben], endend mit „Svāhā“ – so wird der Mantra genannt.
Nārada ist sein Ṛṣi, Gāyatrī das Metrum, Kṛṣṇa die Gottheit; die Rüstung ist das Bīja, das Haupt die Śakti, alles andere sei wie beim zehnsilbigen [Mantra].
„Bāla“ [Bīja], verbunden mit dem windlangen „ī“, „jhiṇṭīśa“, „jala“ [Wasser-Bīja]; Atri, „Vyāsāya“, „hṛdaya“ [Bīja] – der achtsilbige Mantra möge schützen.
Wort für Wort
bālaḥ pavanadīrghaiduyukto
„Bāla“ [Bīja], verbunden mit dem windlangen „ī“ [?]
jhiṇṭīśayurjalam [?]
„jhiṇṭīśa“ [?], „jala“ [Wasser-Bīja]
atrirvyāsāya hṛdayaṃ
Atri, „Vyāsāya“, „hṛdaya“ [Bīja]
manuraṣṭākṣaro 'vatu
der achtsilbige Mantra möge schützen
[?: Der Vers besteht überwiegend aus schwer aufzulösenden Bīja-Decknamen („pavanadīrghaiduyukto“, „jhiṇṭīśayuḥ“); wörtliche Übersetzung mit bester Vermutung.]
Brahmā [ist der Ṛṣi], Anuṣṭubh das Metrum, der Sohn der Satyavatī [Vyāsa] die Gottheit; das erste [Wort] ist das Bīja, „namaḥ“ die Śakti, reich am langen [Vokal] und am Nāda-Laut – die Glieder.
Wort für Wort
brāhmānuṣṭup muniśchando
Brahmā [ist Ṛṣi/Muni], Anuṣṭubh das Metrum
devaḥ satyavatīsutaḥ
der Sohn der Satyavatī [Vyāsa] die Gottheit
ādyaṃ bījaṃ namaḥ śaktir
das erste [Wort] ist das Bīja, „namaḥ“ die Śakti
dīrghāḍhyo nādināṅgakam [?]
reich am langen [Vokal] und am Nāda-Laut – die Glieder [?]
[?: „nādināṅgakam“ unklar; als Verweis auf Nāda-Laut (Anusvāra-Klang) und lange Vokale bei der Gliederbildung gedeutet.]
Zur Erlangung der Vollendung gedenke man des Vyāsa, des Sohnes des Parāśara, dessen überaus verdienstvollem Wandel: mit der Handfläche, die durch die Lehrgeste leuchtet, auf dem Yoga-Sitz weilend, die andere Hand auf dem linken Knie ruhend haltend, den Schatz vortrefflichen Wissens, umgeben von der Schar der Brahmanen, heiteren Sinnes, von der Farbe der Lotosblüte glänzend.
Und Ugraśravas und die anderen Munis, samt Indra usw. und [ihren] Waffen. So [wenn] das Mantra vollendet ist, [erlangt] der Mantra-Kundige Dichtergabe [und] vortreffliche Nachkommen,
Wort für Wort
ugraśravasam anyāṃśca munīn
und Ugraśravas und die anderen Munis
seṃdrādikāyayudhān
samt Indra usw. und [ihren] Waffen
evaṃ siddhamanur mantrī
so, [wenn] das Mantra vollendet ist, der Mantra-Kundige
er erlangt die Kraft der Auslegung, Ruhm und eine Fülle von Reichtümern. [Neuer Abschnitt, Übergang zum Garuḍa-Mantra:] Nṛsiṃha, Mādhava, der Gesehene, der Rote, der Erste der Veden...
Wort für Wort
vyākhyānaśaktiṃ kīrtiṃ ca
die Kraft der Auslegung und Ruhm
labhate saṃpadāṃ cayam
er erlangt eine Fülle von Reichtümern
nṛsiṃho mādhavo dṛṣṭo
Nṛsiṃha, Mādhava, der Gesehene
lohito nigamādimaḥ
der Rote, der Erste der Veden
[Anm.: Die zweite Vershälfte scheint bereits zum folgenden Garuḍa-/Viṣahara-Mantra überzuleiten; der genaue Bezug der Epitheta bleibt unsicher.]
„Kṛśānujāyā“ [Svāhā] – der fünfsilbige, giftvertreibende Mantra, ein weiterer; Ananta, Paṅkti [Metrum], der Vogelfürst (Garuḍa) [ist die Gottheit]; [die Munis sind] Ṛṣis, Paṅkti das Metrum, die Götter gelten [als Verehrer].
Wort für Wort
kṛśānujāyā pañcārṇo
„Kṛśānujāyā“ [Svāhā] – der fünfsilbige
manur viṣaharaḥ paraḥ
giftvertreibende Mantra, ein weiterer
anantapaṅktipakṣīndrā
Ananta, Paṅkti [Metrum], der Vogelfürst
muniśchandaḥ surā matāḥ
[die] Munis [als Ṛṣis], Paṅkti das Metrum, die Götter gelten [als Verehrer, unsicher]
[?: Die genaue syntaktische Zuordnung von Ṛṣi/Chandas/Devatā in diesem Vers bleibt unsicher.]
Der Praṇava [und] „Vahnipriyā“ [Svāhā] werden als Bīja und Śakti des Mantras genannt; „jvala jvala, o großer Mantra-Kundiger, svāhā“ wird als die Herz(-Formel) genannt.
Wort für Wort
tāravahnipriye bījaśaktī
der Praṇava [und] „Vahnipriyā“ [als] Bīja und Śakti
Am Ende des Wortes „Garuḍa“, „Cūḍānana“, „Śucipriyā“ – [dies ist] der Haupt-Mantra; von „Garuḍa“ [bis] „śikhā, svāhā“ [reicht] der Scheitellocken-Mantra.
Wort für Wort
garuḍeti padasyānte
am Ende des Wortes „Garuḍa“
cūḍānanaśucipriyā [?]
„Cūḍānana“, „Śucipriyā“ [?]
śiromantro garuḍataḥ
[dies ist] der Haupt-Mantra, [beginnend] von „Garuḍa“
śikhe svāhā śikhā manuḥ
[bis] „śikhā, svāhā“ [reicht] der Scheitellocken-Mantra
Nachdem man das Wort „Garuḍa“ genannt hat, spreche man das Wortpaar „prabhañjaya“ [zerschmettere]; danach das Wortpaar „prabhedaya“ [zerspalte], „vitrāsaya“ [erschrecke], „vimardaya“ [zermalme].
pratyekaṃ dvistataḥ svāhā kavacasya manurmataḥ / ugrarūpadharānte tu sarvaviṣahareti ca
Jedes einzeln zweimal, danach „svāhā“ – so gilt der Rüstungs-Mantra; endend mit „ugrarūpadhara“ [den furchtbaren Gestalt Tragenden] aber, und „sarvaviṣahara“ [Allgift-Vertreiber].
Nachdem man das Wortpaar „bhīṣaya“ [erschrecke] zweimal genannt hat, und „sarvaṃ daha daha“ [verbrenne alles], „bhasmīkuru“ [mach zu Asche], danach „svāhā“ – dies wird als der Augen-Mantra genannt.
Wort für Wort
bhīṣayadvitayaṃ procya
nachdem man das Wortpaar „bhīṣaya“ zweimal genannt hat
apratihatavarṇānte balāya prahateti ca / śāsanānte tathā huṃ phaṭ svāhāstramanurīritaḥ
Endend mit dem Wort „apratihata“ [unaufhaltsam], „balāya“, „prahata“ [geschlagen], und am Ende mit „śāsana“ [Befehl], ebenso „huṃ phaṭ svāhā“ – so wird der Waffen-Mantra genannt.
Ich verehre den erhabenen Vogelkönig, gleich geschmolzenem Gold, dessen Glieder mit Scharen von Schlangenfürsten geschmückt sind, den Beschützer [seiner Verehrer], der augenblicklich alles furchtbare Gift der Menschen stillt, der in der Krallenspitze eine sich windende Schlange, [und] in den Händen die Geste der Furchtlosigkeit und der Gunstgewährung trägt, den Reinen, von dessen Flügeln das Sāma-Gesang ertönt.
Man rezitiere den Mantra fünfhunderttausendmal, den zehnten Teil opfere man mit Sesam; man verehre am Mātṛkā-Sitz Garuḍa, dessen Gestalt der Veden [Verkörperung] ist.
Wort für Wort
pañcalakṣaṃ japen mantraṃ
man rezitiere den Mantra fünfhunderttausendmal
daśāṃśaṃ juhuyāt tilaiḥ
den zehnten Teil opfere man mit Sesam
pūjayen mātṛkāpīṭhe
man verehre am Mātṛkā-Sitz
garuḍaṃ vedavigraham
Garuḍa, dessen Gestalt der Veden [Verkörperung] ist
„Pakṣirāja“ im Dativ endend, [dann] „svāhā“ – so gilt der Sitz-Mantra; nachdem man [dies] betrachtet hat, verehre man die Glieder in der Mitte des Lotoskelchs, die Schlangenwesen an den Blütenblättern.
Wort für Wort
caturthyantaḥ pakṣirājaḥ svāhā
„Pakṣirāja“ im Dativ endend, „svāhā“
pīṭhamanuḥ smṛtaḥ
so gilt der Sitz-Mantra
dṛṣṭvāṅgaṃ karṇikāmadhye
nachdem man [dies] betrachtet hat, die Glieder in der Mitte des Lotoskelchs
nāgān yantreṣu pūjayet
verehre man die Schlangenwesen an den Blütenblättern
Und außerhalb davon die Weltenhüter, deren Hände mit dem Vajra usw. leuchten; so vertreibt der Mantra-Kundige, wenn das Mantra vollendet ist, beide Arten von Gift; und am Ende des Leibes erlangt er auch den höchsten Sitz des erhabenen Viṣṇu.
Wort für Wort
tadbihir lokapālāṃśca
und außerhalb davon die Weltenhüter
vajrādyair vilasatkarān
deren Hände mit dem Vajra usw. leuchten
evaṃ siddhamanur mantrī
so, wenn das Mantra vollendet ist, der Mantra-Kundige
nāśayed garaladvayam
vertreibt er beide Arten von Gift
dehānte labhate cāpi śrīviṣṇoḥ paramaṃ padam
und am Ende des Leibes erlangt er auch den höchsten Sitz des erhabenen Viṣṇu