Quellen der Menschheit

Nārada-Purāṇa (Nāradīya)

Kapitel 63: dīkṣāvidhimantradoṣanirūpaṇam Die Vorschrift der Initiation und die Fehler der Mantras

Zweites Kapitel des dritten Pāda. Der Kolophon dieses Kapitels enthält keinen Beschreibungstitel (der Text "iti ... tṛtīyapāde catuḥṣaṣṭitamo 'dhyāyaḥ" findet sich am Kopf der folgenden Quelldatei, Kapitel 64; auch hier weicht die Sanskrit-Ordnungszahl "catuḥṣaṣṭitama", 64., um eins von der Projektzählung ab, konsistent mit der bereits in Kap. 61 dokumentierten Anomalie). Der Titel wurde daher aus dem Inhalt formuliert. Sanatkumāra (Sprecher durchgehend seit Kap. 62) legt Nārada die Initiationslehre (dīkṣā) dar: die Klassifikation der Mantras (weiblich/männlich/sächlich, feurig/mondhaft), sodann eine sehr ausführliche, hochtechnische Systematik von 32 Mantra-Fehlern (chinna, ruddha, śaktihīna usw.), z.T. nach Position bestimmter Bīja-Silben, z.T. nach Silbenzahl des Mantras bestimmt, gefolgt von der Yonimudrā-Sitzhaltung zur Fehlerbehebung sowie abschließend den Eigenschaftskatalogen für Ācārya (Lehrer, V.64-67) und Schüler (V.68-70).

iti śrībṛhannāradīyapurāṇe pūrvabhāge bṛhadupākhyāne tṛtīyapāde triṣaṣṭitamo 'dhyāyaḥ _____________________________________________________________ sanatkumāra uvāca atha jīvasya pāśaughacchedanāyeṣṭasiddhidam / dīkṣāvidhiṃ pravakṣyāmi mantrasāmarthyadāyakam

Sanatkumāra sprach: Nun will ich die Initiationsvorschrift verkünden, die zur Durchtrennung der Fesselflut des Lebewesens die gewünschte Vollendung gewährt und die Wirkkraft des Mantras verleiht.

Wort für Wort
sanatkumāra uvāca
Sanatkumāra sprach
atha jīvasya pāśaughacchedanāya
nun, zur Durchtrennung der Fesselflut des Lebewesens
iṣṭasiddhidam
die die gewünschte Vollendung gewährt
dīkṣāvidhiṃ pravakṣyāmi
will ich die Initiationsvorschrift verkünden
mantrasāmarthyadāyakam
die die Wirkkraft des Mantras verleiht

[Anm.: Dem eigentlichen Vers 1 ist im Quelltext die Kolophonzeile des vorangehenden Kapitels 62 vorangestellt ("iti ... triṣaṣṭitamo 'dhyāyaḥ", gefolgt von Trennlinie); die Sanskrit-Ordnungszahl "triṣaṣṭitama" (63.) weicht wie gehabt um eins von der Projektzählung ab (Quellanomalie, s. Kap. 61/62-Noten). Kapitel 62 endete demnach ohne eigenen Beschreibungstitel im Kolophon, was hier bestätigt wird.]

divyaṃ bhāvaṃ yato dadyātkṣiṇuyā dduritāni ca / ato dīkṣeti sā proktā sarvāgamaviśāradaiḥ

Weil sie göttliches Sein verleiht und die Übel vernichtet, wird sie von den in allen Āgamas Kundigen als 'Dīkṣā' bezeichnet.

Wort für Wort
divyaṃ bhāvaṃ yataḥ dadyāt
weil sie göttliches Sein verleiht
kṣiṇuyāt duritāni ca
und die Übel vernichtet [?]
ato dīkṣā iti sā proktā
deshalb wird sie 'Dīkṣā' genannt
sarvāgamaviśāradaiḥ
von den in allen Āgamas Kundigen

[?] 'kṣiṇuyāt' altertümliche/unregelmäßige Optativform ('möge vernichten'), im Sinn von 'kṣapayet' o.ä. gedeutet.

mananaṃ sarvaveditvaṃ trāṇaṃ saṃkhāryanugrahaḥ / mananātrāṇadharmattvānmantra ityabhidhīyate

Nachdenken, Allwissenheit, Schutz und Gnade in Bedrängnis — wegen der Eigenschaft des Nachdenkens und Schützens wird er 'Mantra' genannt.

Wort für Wort
mananaṃ sarvaveditvaṃ
Nachdenken, Allwissenheit
trāṇaṃ saṃkhāryanugrahaḥ
Schutz, Gnade in Bedrängnis [?]
mananātrāṇadharmatvāt
wegen der Eigenschaft des Nachdenkens und Schützens
mantra iti abhidhīyate
wird er 'Mantra' genannt

[?] 'saṃkhāryanugrahaḥ' unsicher; sinngemäß als 'Gnade in Bedrängnis/Gefahr' gedeutet.

strīpuṃnapuṃsakātmānaste mantrāstu tridhā matāḥ / strīmantrāstu dviṭhāntāḥ syuḥ puṃmantrā huṃphaḍantakāḥ

Diese Mantras gelten als dreifach: weiblich, männlich und sächlich von Wesen; die weiblichen Mantras enden auf 'svāhā', die männlichen enden auf 'huṃ'/'phaṭ'.

Wort für Wort
strīpuṃnapuṃsakātmānaḥ
weiblich, männlich, sächlich von Wesen
te mantrāḥ tu tridhā matāḥ
diese Mantras gelten als dreifach
strīmantrāḥ tu svāhāntāḥ syuḥ
die weiblichen Mantras enden auf svāhā [?]
puṃmantrā huṃphaḍantakāḥ
die männlichen enden auf huṃ/phaṭ

[?] 'dviṭhāntāḥ' unsicher; als Verweis auf die Endung 'svāhā' der weiblichen Mantras gedeutet.

klībāścaiva narmo 'tāḥ smurmantrāṇāṃ jātayaḥ smṛtāḥ / pundaivatāstu mantrā syurvidyāḥ strīdaivatā matāḥ

Und die sächlichen enden auf 'namaḥ' — so gelten die Arten der Mantras. Die männlichen Mantras haben männliche Gottheiten, die 'Vidyās' gelten als weiblichen Gottheiten [geweiht].

Wort für Wort
klībāḥ ca eva namo'ntāḥ
und die sächlichen enden auf namaḥ [?]
mantrāṇāṃ jātayaḥ smṛtāḥ
[so] gelten die Arten der Mantras
puṃdaivatāḥ tu mantrā syuḥ
die männlichen Mantras haben männliche Gottheiten
vidyāḥ strīdaivatā matāḥ
die Vidyās gelten als weiblichen Gottheiten geweiht

[?] Erster Halbvers ('klībāścaiva narmo'tāḥ smuḥ') im Quelltext verderbt überliefert; sinngemäß als 'die sächlichen enden auf namaḥ' gedeutet.

ṣaṭ kramasu praśastāste manavastrividhāḥ punaḥ / tārāntyarephaḥ svāhāstu tatrāgneyāḥ samīritāḥ

In sechs Reihenfolgen werden diese gepriesen, die Mantras wiederum dreifach; die mit dem am Ende stehenden Ra-Laut nach der Praṇava-Silbe und mit Svāhā [endend] werden dabei als 'feurig' bezeichnet.

Wort für Wort
ṣaṭ kramasu praśastāḥ te
in sechs Reihenfolgen werden diese gepriesen
manavaḥ trividhāḥ punaḥ
die Mantras wiederum dreifach
tārāntyarephaḥ svāhāḥ tu
mit dem Ra-Laut nach dem Praṇava endend, und mit Svāhā
tatra āgneyāḥ samīritāḥ
werden dabei als 'feurig' bezeichnet

[?] 'ṣaṭkramasu' unsicher gedeutet.

saumyāstu bhṛgupīyūṣabījaḍhyāḥ kathitā mune / agnīṣomātmakā hyevaṃ mantrā jñeyā manīṣibhiḥ

Die 'mondhaften' aber, reich am Bhṛgu-Samen und am Nektar-Samen, werden genannt, o Muni; so sind die Mantras, deren Wesen Feuer und Soma sind, von den Weisen zu erkennen.

Wort für Wort
saumyāḥ tu bhṛgupīyūṣa-
die mondhaften aber, [reich am] Bhṛgu- und Nektar-
bījāḍhyāḥ kathitā mune
Samen, werden genannt, o Muni
agnīṣomātmakā hi evaṃ
so, deren Wesen Feuer und Soma sind
mantrā jñeyā manīṣibhiḥ
sind die Mantras von den Weisen zu erkennen

bodhamāyānti cāgneyāḥ śvasane piṅgalāśrite / saumayāścaiva prabudhyante vāme vahati māruteḥ

Und die feurigen Mantras gelangen zum Erwachen, wenn der Atem im Piṅgalā-Kanal fließt; die mondhaften aber erwachen, wenn der Atem im linken Kanal fließt.

Wort für Wort
bodham āyānti ca āgneyāḥ
und die feurigen [Mantras] gelangen zum Erwachen
śvasane piṅgalāśrite
wenn der Atem im Piṅgalā[-Kanal] fließt
saumyāḥ ca eva prabudhyante
die mondhaften aber erwachen
vāme vahati māruteḥ
wenn der Atem im linken [Kanal] fließt

sarve mantrāḥ prabudhyante vāyau nāḍidvayāśrite / svāpakāle tu mantrasya japo 'narthaphalapradaḥ

Alle Mantras erwachen, wenn der Atem in beiden Kanälen zugleich fließt; zur Zeit des Mantra-Schlafes aber trägt die Rezitation des Mantras unheilvolle Frucht.

Wort für Wort
sarve mantrāḥ prabudhyante
alle Mantras erwachen
vāyau nāḍidvayāśrite
wenn der Atem in beiden Kanälen zugleich fließt
svāpakāle tu mantrasya
zur Zeit des Schlafes des Mantras aber
japo 'narthaphalapradaḥ
trägt die Rezitation unheilvolle Frucht

pratyekaṃ mantramuñcārya nāvyānāṃ tānsamuñcaret / anulobhe binduyuktānvilobhe sargasaṃyutān

Nachdem man jedes einzelne Mantra ausgesprochen hat, soll man sie den Kanälen entsprechend entlassen: beim Anuloma[-Atem] die mit Bindu versehenen, beim Viloma[-Atem] die mit dem Sarga-Laut versehenen.

Wort für Wort
pratyekaṃ mantram uccārya
nachdem man jedes einzelne Mantra ausgesprochen hat
nāḍyānāṃ tān samuñcaret
soll man sie den Kanälen entsprechend entlassen
anulome bindu-yuktān
beim Anuloma[-Atem] die mit Bindu versehenen
vilome sargasaṃyutān
beim Viloma[-Atem] die mit dem Sarga-Laut versehenen

[?] 'anulobhe'/'vilobhe' im Quelltext vermutlich verschrieben für 'anulome'/'vilome' (Atemrichtung anuloma/viloma); so gedeutet.

japto yadi sa vai devaṃ prabuddhaḥ kṣiprasiddhidaḥ / anayā mālayā japto duṣṭamantro 'pi siddhyati

Wenn er, solcherart erwacht, dem Gott zurezitiert wird, gewährt er rasche Vollendung; mit dieser Rezitations-Kette rezitiert, gelangt selbst ein fehlerhaftes Mantra zur Vollendung.

Wort für Wort
japto yadi sa vai devaṃ
wenn er dem Gott fürwahr rezitiert wird
prabuddhaḥ kṣiprasiddhidaḥ
erwacht, gewährt er rasche Vollendung
anayā mālayā japtaḥ
mit dieser [Rezitations-]Kette rezitiert
duṣṭamantro 'pi siddhyati
gelangt selbst ein fehlerhaftes Mantra zur Vollendung

krūre karmāṇi cāgneyāḥ saumyāḥ saumya phalapradāḥ / śāntajñānetiraudreyaśāntijāti samanvitaḥ

Bei grausamen Handlungen wirken die feurigen Mantras, die mondhaften gewähren milde Frucht; es gibt auch einen 'friedvoll-erkennenden' Typ sowie einen fürchterlichen, dieser jedoch versehen mit friedvoller Art.

Wort für Wort
krūre karmāṇi ca āgneyāḥ
bei grausamen Handlungen die feurigen [Mantras]
saumyāḥ saumyaphalapradāḥ
die mondhaften gewähren milde Frucht
śāntajñāna iti raudreya-
'friedvoll-erkennend', und der fürchterliche
śāntijātisamanvitaḥ
versehen mit friedvoller Art [?]

[?] 'śāntajñānetiraudreyaśāntijāti' unklar/verderbt; sinngemäß auf einen friedvollen und einen dennoch mit friedvoller Eigenart versehenen 'fürchterlichen' Mantra-Typ gedeutet.

śānto 'pi raudratāmeti huṃphaṭīpallavayojanāt / chinnādidoṣayuktāste naiva rakṣanti sādhakam

Selbst der friedvolle Mantra nimmt fürchterliche Natur an durch das Anfügen der 'huṃ-phaṭ'-Silbenblätter. Diese, behaftet mit den Fehlern 'Chinna' usw., schützen den Sādhaka keineswegs.

Wort für Wort
śānto 'pi raudratām eti
selbst der friedvolle nimmt fürchterliche Natur an
huṃphaṭīpallavayojanāt
durch das Anfügen der huṃ-phaṭ-Silbenblätter
chinnādidoṣayuktāḥ te
diese, mit den Fehlern Chinna usw. behaftet
na eva rakṣanti sādhakam
schützen keineswegs den Sādhaka

chinno ruddhaḥ śaktihīnastataścaiva parāṅmukhaḥ / karmahīno netrahīnaḥ kīlitaḥ staṃbhitastathā

Chinna, Ruddha, Śaktihīna, und ebenso Parāṅmukha, Karmahīna, Netrahīna, Kīlita und ebenso Staṃbhita,

Wort für Wort
chinno ruddhaḥ śaktihīnaḥ
Chinna, Ruddha, Śaktihīna
tataḥ ca eva parāṅmukhaḥ
und ebenso Parāṅmukha
karmahīno netrahīnaḥ
Karmahīna, Netrahīna
kīlitaḥ staṃbhitaḥ tathā
Kīlita, und ebenso Staṃbhita

dagdhaḥ srastaśca bhītaśca malinaśca tiraskṛtaḥ / bheditaśca suṣuptaśca madonmattaśca mūrcchitaḥ

Dagdha, Srasta, Bhīta, Malina, Tiraskṛta, Bhedita, Suṣupta, Madonmatta und Mūrcchita,

Wort für Wort
dagdhaḥ srastaḥ ca bhītaḥ ca
Dagdha, Srasta und Bhīta
malinaḥ ca tiraskṛtaḥ
Malina und Tiraskṛta
bheditaḥ ca suṣuptaḥ ca
Bhedita und Suṣupta
madonmattaḥ ca mūrcchitaḥ
Madonmatta und Mūrcchita

hatavīryo bhrāntasaṃjñaḥ pradhvasto bālakastathā / kumāro 'tha yuvā prauḍho vṛddho nistriṃśakastathā

Hatavīrya, Bhrāntasaṃjña, Pradhvasta, sowie Bālaka, Kumāra, Yuvā, Prauḍha, Vṛddha und ebenso Nistriṃśaka,

Wort für Wort
hatavīryo bhrāntasaṃjñaḥ
Hatavīrya, Bhrāntasaṃjña
pradhvasto bālakaḥ tathā
Pradhvasta und Bālaka
kumāro 'tha yuvā prauḍho
Kumāra, Yuvā, Prauḍha
vṛddho nistriṃśakaḥ tathā
Vṛddha und ebenso Nistriṃśaka

nirbījaḥ sidvihīnaśca mandaḥ kūṭo niraṃśakaḥ / sattvahīnaḥ kekaraśca bījahīnaśca dhṛmitaḥ

Nirbīja, Siddhihīna, Manda, Kūṭa, Niraṃśaka, Sattvahīna, Kekara und Bījahīna sowie Dhūmita.

Wort für Wort
nirbījaḥ siddhihīnaḥ ca
Nirbīja und Siddhihīna
mandaḥ kūṭo niraṃśakaḥ
Manda, Kūṭa, Niraṃśaka
sattvahīnaḥ kekaraḥ ca
Sattvahīna und Kekara
bījahīnaḥ ca dhūmitaḥ
Bījahīna und Dhūmita

āliṅgito mohitaśca kṣudhārtaścātidīptakaḥ / aṅgahīno 'tikruddhaścātikrūre vrīḍitastathā

Āliṅgita, Mohita, Kṣudhārta, Atidīptaka, Aṅgahīna, Atikruddha, und, bei allzu grausamen Riten, ebenso Vrīḍita,

Wort für Wort
āliṅgito mohitaḥ ca
Āliṅgita und Mohita
kṣudhārtaḥ ca atidīptakaḥ
Kṣudhārta und Atidīptaka
aṅgahīno 'tikruddhaḥ ca
Aṅgahīna und Atikruddha
atikrūre vrīḍitaḥ tathā
und bei allzu grausamen [Riten] ebenso Vrīḍita

praśāntamānasaḥ sthānabhraṣṭaśca vikalastathā / ativṛddho 'tiniḥsnehaḥ pīḍitaśca tathā punaḥ

Praśāntamānasa, Sthānabhraṣṭa, Vikala, Ativṛddha, Atiniḥsneha, und ebenso wiederum Pīḍita —

Wort für Wort
praśāntamānasaḥ sthānabhraṣṭaḥ
Praśāntamānasa, Sthānabhraṣṭa
ca vikalaḥ tathā
und Vikala
ativṛddho 'tiniḥsnehaḥ
Ativṛddha, Atiniḥsneha
pīḍitaḥ ca tathā punaḥ
und ebenso wiederum Pīḍita

doṣā hyete samākhyātā vakṣyāmyeṣāṃ ca lakṣaṇam / saṃyuktaṃ vā viyuktaṃ vā tridhā vā svarasaṃyutam

das sind fürwahr die genannten Fehler; ich werde nun deren Kennzeichen darlegen — sei es verbunden, sei es getrennt, sei es dreifach, mit Vokal versehen.

Wort für Wort
doṣā hi ete samākhyātā
dies sind fürwahr die genannten Fehler
vakṣyāmi eṣāṃ ca lakṣaṇam
ich werde deren Kennzeichen darlegen
saṃyuktaṃ vā viyuktaṃ vā
sei es verbunden, sei es getrennt
tridhā vā svarasaṃyutam
sei es dreifach, mit Vokal versehen

manoryasyādimadhyanti vahnibījaṃ tathocyate / caturddhā pañcadhā vāpi sa mantraśchinnasaṃjñakaḥ

Ein Mantra, dessen Feuer-Same[-Silbe] am Anfang, in der Mitte oder am Ende steht — und zwar vierfach oder auch fünffach — jenes Mantra heißt 'Chinna'.

Wort für Wort
manoḥ yasya ādimadhyānte
eines Mantras, dessen Anfang, Mitte, Ende
vahnibījaṃ tathā ucyate
so [steht] die Feuer-Samen-Silbe
caturdhā pañcadhā vā api
vierfach oder auch fünffach
sa mantraḥ chinnasaṃjñakaḥ
jenes Mantra heißt 'Chinna'

manoryasyādimadhyānte bhūbījadvayamucyate / sa tu ruddho manujñeyo hyatiklaśena siddhidaḥ

Ein Mantra, in dessen Anfang, Mitte und Ende ein Doppel der Erd-Samen-Silbe vorkommt — jenes ist als 'Ruddha' zu erkennen, das nur mit großer Mühsal Erfolg gewährt.

Wort für Wort
manoḥ yasya ādimadhyānte
eines Mantras, in dessen Anfang, Mitte, Ende
bhūbījadvayam ucyate
ein Doppel der Erd-Samen-Silbe genannt wird
sa tu ruddho manuḥ jñeyaḥ
jenes ist als Mantra 'Ruddha' zu erkennen
hi atiklaśena siddhidaḥ
das nur mit großer Mühsal Erfolg gewährt

tāravarmatrayā lakṣmīrevaṃ hīnastu yo manuḥ / śaktihīnaḥ sa vijñeyaścirakālaphavapradhaḥ

Ein Mantra, dem die Silben Praṇava, Kavaca und Lakṣmī fehlen — jenes gilt als 'Śaktihīna', das erst nach langer Zeit Frucht gewährt.

Wort für Wort
tāravarmatrayā lakṣmīḥ
Praṇava-, Kavaca- [und] Lakṣmī-[Silbe]
evaṃ hīnaḥ tu yo manuḥ
so, dem [diese] fehlen, welches Mantra
śaktihīnaḥ sa vijñeyaḥ
jenes gilt als 'Śaktihīna'
cirakālaphalapradaḥ
das erst nach langer Zeit Frucht gewährt

[?] 'tāravarmatrayā' unsicher aufgelöst als Praṇava-, Kavaca- und Lakṣmī-Silbe.

kāmabījaṃ mukhe māyāhyante caivāṅkuśaṃ tathā / asau parāṅmukho jñeyo bhajatāṃ cirasiddhidaḥ

Ein Mantra, das am Anfang den Kāma-Samen, und am Ende die Māyā-Silbe sowie den Aṅkuśa-Laut hat — jenes ist als 'Parāṅmukha' zu erkennen, das denen, die es verehren, erst nach langer Zeit Vollendung gewährt.

Wort für Wort
kāmabījaṃ mukhe māyā
der Kāma-Same am Anfang, die Māyā
hi ante ca eva aṅkuśaṃ tathā
und am Ende ebenso der Aṅkuśa-Laut
asau parāṅmukho jñeyo
jenes ist als 'Parāṅmukha' zu erkennen
bhajatāṃ cirasiddhidaḥ
das denen, die es verehren, erst spät Vollendung gewährt

ādimadhyāvasāneṣu sakāro dṛśyate yadi / sa mantro badhiraḥ proktaḥ kaṣṭenālpaphalapradaḥ

Wenn am Anfang, in der Mitte und am Ende jeweils der Sa-Laut erscheint, wird jenes Mantra 'taub' genannt, und gewährt nur mit Mühe geringe Frucht.

Wort für Wort
ādimadhyāvasāneṣu
am Anfang, in der Mitte, am Ende
sakāro dṛśyate yadi
wenn der Sa-Laut erscheint
sa mantro badhiraḥ proktaḥ
wird jenes Mantra 'taub' genannt
kaṣṭena alpaphalapradaḥ
gewährt nur mit Mühe geringe Frucht

pañcārṇo yadi repharkabinduvarjitavigrahaḥ / netrahīnastu vijñeyaḥ kleśenāpi na siddhidaḥ

Wenn ein fünfsilbiges Mantra seiner Gestalt nach des Ra-Lauts, der Sonnen-Silbe und des Bindu entbehrt, gilt es als 'Netrahīna', das selbst mit Mühsal keine Vollendung gewährt.

Wort für Wort
pañcārṇo yadi repha-
wenn ein fünfsilbiges, des Ra-Lauts
arka-bindu-varjitavigrahaḥ
der Sonnen-Silbe und des Bindu entbehrend
netrahīnaḥ tu vijñeyaḥ
gilt als 'Netrahīna'
kleśena api na siddhidaḥ
das selbst mit Mühsal keine Vollendung gewährt

ādimadhyāvasāneṣu haṃsaḥ prāsādavāgbhavau / haṃseṃdurvā sakāro vā phakāro varma vā puna

Am Anfang, in der Mitte und am Ende stehen Haṃsa-Silbe, Prāsāda- und Vāgbhava-Silbe, oder Haṃsa und Indu-Silbe, oder der Sa-Laut, oder der Pha-Laut, oder wiederum die Kavaca-Silbe —

Wort für Wort
ādimadhyāvasāneṣu
am Anfang, in der Mitte, am Ende
haṃsaḥ prāsādavāgbhavau
Haṃsa-, Prāsāda- und Vāgbhava-Silbe
haṃsa-induḥ vā sakāro vā
oder Haṃsa und Indu-Silbe, oder der Sa-Laut
phakāro varma vā punaḥ
oder der Pha-Laut, oder wiederum die Kavaca-Silbe

[?] Verse 27-28 technisch stark verdichtet und im Detail unsicher überliefert.

māprā namāmi ca padaṃ nāsti yasminsa kīlitaḥ / evaṃ madhye dvayaṃ mūrghni yasminnasralakārakau

— in welchem Mantra das Wort 'māprā' oder 'namāmi' nicht vorkommt, jenes ist 'Kīlita'; ebenso, worin in der Mitte und am Kopf ein Paar der Astra-Silbe und der La-Laute fehlt,

Wort für Wort
māprā namāmi ca padaṃ
das Wort 'māprā' oder 'namāmi'
nāsti yasmin sa kīlitaḥ
worin es nicht vorkommt, jenes ist 'Kīlita'
evaṃ madhye dvayaṃ mūrdhni
ebenso, in der Mitte, ein Paar am Kopf
yasmin asralakārakau
worin Astra-Silbe und La-Laute

na vidyete sa mantrastu staṃbhitaḥ siddhirodhakṛt / agniḥ pavanasaṃyukto manoryasya tu mūrddhani

— worin diese nicht vorhanden sind, jenes Mantra ist 'Staṃbhita', das die Vollendung verhindert. Ein Mantra, in dessen Scheitel-Position das Feuer-Same, verbunden mit dem Wind-Samen, steht,

Wort für Wort
na vidyete sa mantraḥ tu
worin sie nicht vorhanden sind, jenes Mantra
staṃbhitaḥ siddhirodhakṛt
ist 'Staṃbhita', das die Vollendung verhindert
agniḥ pavanasaṃyukto
das Feuer, verbunden mit dem Wind
manoḥ yasya tu mūrdhani
eines Mantras, in dessen Scheitel-[Position]

sa sārṇo dṛśyate yastu sa mantro dagdhasaṃjñakaḥ / asraṃ dvābhyāṃ tribhiḥ ṣaḍbhiraṣṭābhirdṛśyate 'kṣareḥ

— welches Mantra, mit diesem Laut versehen, erscheint, jenes Mantra heißt 'Dagdha'. Wenn die Astra-Silbe mit zwei, drei, sechs oder acht Silben Abstand erscheint,

Wort für Wort
sa sārṇo dṛśyate yaḥ tu
welches, mit diesem Laut versehen, erscheint
sa mantro dagdhasaṃjñakaḥ
jenes Mantra heißt 'Dagdha'
asraṃ dvābhyāṃ tribhiḥ ṣaḍbhiḥ
die Astra[-Silbe] mit zwei, drei, sechs
aṣṭābhiḥ dṛśyate akṣareḥ
oder acht Silben [Abstand] erscheint

trastaḥ sa mantro vijñeyo mukhe tāravivarjitaḥ / hakāraḥ śaktirathavā bhīto mantraḥ sa eva hi

— jenes Mantra gilt als 'Trasta'; wenn am Anfang der Praṇava fehlt, und stattdessen der Ha-Laut oder die Śakti-Silbe steht — eben jenes Mantra ist 'Bhīta'.

Wort für Wort
trastaḥ sa mantro vijñeyaḥ
jenes Mantra gilt als 'Trasta'
mukhe tāravivarjitaḥ
am Anfang, des Praṇava entbehrend
hakāraḥ śaktiḥ athavā
der Ha-Laut oder die Śakti[-Silbe]
bhīto mantraḥ sa eva hi
eben jenes Mantra ist fürwahr 'Bhīta'

manoryasyādimadhyānte syānmakāracatuṣṭayam / malinastu sa vijñeyo hyatikleśena siddhidaḥ

Ein Mantra, in dessen Anfang, Mitte und Ende ein Viererpaar von Ma-Lauten steht — jenes gilt als 'Malina', das nur mit großer Mühsal Vollendung gewährt.

Wort für Wort
manoḥ yasya ādimadhyānte
eines Mantras, in dessen Anfang, Mitte, Ende
syāt makāracatuṣṭayam
eine Vierergruppe von Ma-Lauten stehe
malinaḥ tu sa vijñeyaḥ
jenes gilt als 'Malina'
hi atikleśena siddhidaḥ
das nur mit großer Mühsal Vollendung gewährt

dārṇo yasya manormadhye mūrdhni krodhayugaṃ tathā / asraṃ cāsti sa mantrastu tiraskṛta udīritaḥ

Ein Mantra, in dessen Mitte der Da-Laut steht, am Scheitel ein Paar der Zorn-Silbe sowie die Astra-Silbe — jenes Mantra wird als 'Tiraskṛta' bezeichnet.

Wort für Wort
dārṇo yasya manoḥ madhye
der Da-Laut, dessen Mantras in der Mitte
mūrdhni krodhayugaṃ tathā
am Scheitel ein Paar der Zorn-Silbe
asraṃ ca asti sa mantraḥ tu
und die Astra-Silbe vorhanden, jenes Mantra
tiraskṛta udīritaḥ
wird als 'Tiraskṛta' bezeichnet

myodvayaṃ hṛdayaṃ śīrṣe vaṣaḍvauṣaṭkamadhyamaḥ / yasya syādbhedito mantrastyājyaḥ kliṣṭaphalapradaḥ

Ein Mantra, dessen Struktur ein Paar der Māyā-Silbe hat, das Hṛdaya-Element am Kopf, und Vaṣaṭ und Vauṣaṭ in der Mitte — jenes Mantra heißt 'Bhedita', zu meiden, das nur leidvolle Frucht gewährt.

Wort für Wort
myodvayaṃ hṛdayaṃ śīrṣe
ein Paar der Māyā-Silbe, das Hṛdaya am Kopf
vaṣaḍvauṣaṭkamadhyamaḥ
Vaṣaṭ und Vauṣaṭ in der Mitte
yasya syāt bheditaḥ mantraḥ
dessen Mantra 'Bhedita' heiße
tyājyaḥ kliṣṭaphalapradaḥ
zu meiden, nur leidvolle Frucht gewährend

tryakṣaro haṃsahīno yaḥ suṣuptaḥ kīrtitastu saḥ / vidyā vāpyathavā mantro bhavetsaptadaśākṣaraḥ

Ein dreisilbiges Mantra, dem die Haṃsa-Silbe fehlt, wird als 'Suṣupta' bezeichnet; sei es eine Vidyā oder ein Mantra, wenn es siebzehn Silben hat —

Wort für Wort
tryakṣaro haṃsahīno yaḥ
ein dreisilbiges, dem die Haṃsa-Silbe fehlt
suṣuptaḥ kīrtitaḥ tu saḥ
wird als 'Suṣupta' bezeichnet
vidyā vā api athavā mantro
sei es eine Vidyā oder ein Mantra
bhavet saptadaśākṣaraḥ
wenn es siebzehn Silben hat

ṣaṭkārapañcakādiryo madonmattastu sa smṛtaḥ / yasya madhye sthitaṃ cāsraṃ sa mantro mūrcchitaḥ smṛtaḥ

— und mit einer Fünfergruppe von Ṣa-Lauten beginnt, jenes gilt als 'Madonmatta'. Ein Mantra, in dessen Mitte die Astra-Silbe steht, gilt als 'Mūrcchita'.

Wort für Wort
ṣaṭkārapañcakādiḥ yaḥ
was mit einer Fünfergruppe von Ṣa-Lauten beginnt
madonmattaḥ tu sa smṛtaḥ
gilt als 'Madonmatta'
yasya madhye sthitaṃ ca asraṃ
dessen Mitte die Astra-Silbe steht
sa mantro mūrcchitaḥ smṛtaḥ
jenes Mantra gilt als 'Mūrcchita'

virāmasthānagaṃ cāsraṃ hatavīryaḥ sa ucyate / mantrasyādau ca madhye ca mūrdhni cāsracatuṣṭayam

Ein Mantra, dessen Astra-Silbe an einer Pausenstelle steht, wird 'Hatavīrya' genannt. Ein Mantra, das am Anfang, in der Mitte und am Scheitel eine Vierergruppe der Astra-Silbe hat,

Wort für Wort
virāmasthānagaṃ ca asraṃ
dessen Astra-Silbe an einer Pausenstelle steht
hatavīryaḥ sa ucyate
wird jenes 'Hatavīrya' genannt
mantrasya ādau ca madhye ca
eines Mantras am Anfang und in der Mitte
mūrdhni ca asracatuṣṭayam
und am Scheitel eine Vierergruppe der Astra-Silbe

jñātavyo bhrānta ityeṣa yaḥ syādaṣṭā daśākṣaraḥ / punarviśativarṇo vā yo mantraḥ smarasaṃyutaḥ

— dieses ist als 'Bhrānta' zu erkennen; ein Mantra, das achtzehn Silben hat, oder wiederum zwanzig Silben, und mit der Liebesgott-Silbe versehen ist,

Wort für Wort
jñātavyo bhrānta iti eṣa
dieses ist als 'Bhrānta' zu erkennen
yaḥ syāt aṣṭādaśākṣaraḥ
das achtzehn Silben hat
punaḥ viśativarṇo vā
oder wiederum zwanzig Silben
yo mantraḥ smarasaṃyutaḥ
welches Mantra mit der Liebesgott-Silbe versehen

hṛllekhākuṃśabījāḍhyaḥ pradhvastaḥ sa kathyate / saptārṇo bālamantrastu kumāro vasuvarṇavān

— reich an der Hṛllekhā-Silbe und dem Aṅkuśa-Samen, jenes wird 'Pradhvasta' genannt. Ein siebensilbiges Mantra ist ein 'Bāla'-Mantra, ein 'Kumāra'-Mantra hat acht Silben,

Wort für Wort
hṛllekhākuṃśabījāḍhyaḥ
reich an der Hṛllekhā-Silbe und dem Aṅkuśa-Samen
pradhvastaḥ sa kathyate
jenes wird 'Pradhvasta' genannt
saptārṇo bālamantraḥ tu
ein siebensilbiges ist ein 'Bāla'-Mantra
kumāro vasuvarṇavān
ein 'Kumāra'[-Mantra] hat acht Silben

ṣoḍaśārṇo yuvā prauḍhaścatvāriṃśativarṇakaḥ / triṃśadvarṇaścatuḥṣaṣṭivarṇaścāpi śatākṣaraḥ

ein sechzehnsilbiges ist 'Yuvā', ein vierzigsilbiges — oder auch ein dreißigsilbiges — ist 'Prauḍha', [wie auch] ein vierundsechzigsilbiges und ein hundertsilbiges.

Wort für Wort
ṣoḍaśārṇo yuvā
ein sechzehnsilbiges ist 'Yuvā'
prauḍhaḥ catvāriṃśativarṇakaḥ
'Prauḍha' [ist] ein vierzigsilbiges
triṃśadvarṇaḥ catuḥṣaṣṭivarṇaḥ
ein dreißigsilbiges, ein vierundsechzigsilbiges
ca api śatākṣaraḥ
und auch ein hundertsilbiges

[Anm.: Die Aufzählung der Silbenzahlen für die Alterstypen (Yuvā bis Vṛddha, V.40-41) ist stark komprimiert und in der Zuordnung der einzelnen Zahlen zu den Kategorien nicht in jedem Fall eindeutig.]

catuḥśatākṣaro mantro vṛddha ityabhidhīyate / navārṇastārasaṃyukto mantro nistriṃśa ucyate

Ein vierhundertsilbiges Mantra wird 'Vṛddha' genannt. Ein neunsilbiges, mit dem Praṇava verbundenes Mantra wird 'Nistriṃśa' genannt.

Wort für Wort
catuḥśatākṣaro mantro
ein vierhundertsilbiges Mantra
vṛddha iti abhidhīyate
wird 'Vṛddha' genannt
navārṇaḥ tārasaṃyukto
ein neunsilbiges, mit dem Praṇava verbunden
mantro nistriṃśa ucyate
wird 'Nistriṃśa' genannt

yasyānte hṛdayaṃ proktaṃ śiromantro 'tha madhyagaḥ / śikhā varma ca yasyānte netramasraṃ ca dṛśyate

Ein Mantra, an dessen Ende das Hṛdaya-Element steht, in dessen Mitte das Śiro-Mantra, sowie an dessen Ende Śikhā und Kavaca, und bei dem Netra und Astra erscheinen —

Wort für Wort
yasya ante hṛdayaṃ proktaṃ
an dessen Ende das Hṛdaya-Element steht
śiromantro 'tha madhyagaḥ
das Śiro-Mantra in der Mitte
śikhā varma ca yasya ante
Śikhā und Kavaca an dessen Ende
netram asraṃ ca dṛśyate
und Netra und Astra erscheinen

śiva śaktyārṇahīno vā nirbījaḥ sa manuḥ smṛtaḥ / ādyantamadhye phaṭkāraḥ ṣoḍhā yasminpradṛśyate

— oder ein Mantra, dem die Śiva- und Śakti-Silben fehlen, gilt als 'Nirbīja'. Ein Mantra, in dem am Anfang, Ende und in der Mitte die Silbe 'Phaṭ' sechsfach erscheint,

Wort für Wort
śiva śaktyārṇahīno vā
oder dem Śiva- und Śakti-Silbe fehlen
nirbījaḥ sa manuḥ smṛtaḥ
jenes Mantra gilt als 'Nirbīja'
ādyantamadhye phaṭkāraḥ
am Anfang, Ende, in der Mitte die Silbe Phaṭ
ṣoḍhā yasmin pradṛśyate
worin sechsfach erscheint

sa manuḥ siddhihīnaḥ syānmandaḥ paṅktyakṣaro manuḥ / kūṭa ekākṣaro mantraḥ sa evokto niraṃśakaḥ

— jenes Mantra ist 'Siddhihīna'; ein Mantra von fünf Silben ist 'Manda'; ein einsilbiges Mantra ist 'Kūṭa'; eben dieses wird auch 'Niraṃśaka' genannt.

Wort für Wort
sa manuḥ siddhihīnaḥ syāt
jenes Mantra ist 'Siddhihīna'
mandaḥ paṅktyakṣaro manuḥ
'Manda' [ist] ein fünfsilbiges Mantra
kūṭa ekākṣaro mantraḥ
'Kūṭa' [ist] ein einsilbiges Mantra
sa eva uktaḥ niraṃśakaḥ
eben dieses wird auch 'Niraṃśaka' genannt

dvivarṇaḥ sattvahīnaḥ syātkekaraścaturakṣaraḥ / ṣaḍvarṇo bījahīno vā sārddhasaptākṣaro 'pi vā

Ein zweisilbiges ist 'Sattvahīna'; ein viersilbiges ist 'Kekara'; ein sechssilbiges, oder auch ein siebeneinhalbsilbiges, ist 'Bījahīna';

Wort für Wort
dvivarṇaḥ sattvahīnaḥ syāt
ein zweisilbiges ist 'Sattvahīna'
kekaraḥ caturakṣaraḥ
'Kekara' [ist] ein viersilbiges
ṣaḍvarṇo bījahīno vā
ein sechssilbiges ist 'Bījahīna'
sārdhasaptākṣaro 'pi vā
oder auch ein siebeneinhalbsilbiges

sārddhadvādaśavarṇo vā dhūmito rniditastu saḥ / sārddhabījatrayayuto mantro viṃśativarṇavān

oder ein zwölfeinhalbsilbiges — dieses wird 'Dhūmita' genannt. Ein Mantra mit dreieinhalb Samen-Silben hat zwanzig Silben;

Wort für Wort
sārdhadvādaśavarṇo vā
oder ein zwölfeinhalbsilbiges
dhūmitaḥ tu saḥ
dieses wird 'Dhūmita' genannt
sārdhabījatrayayuto
mit dreieinhalb Samen-Silben versehen
mantro viṃśativarṇavān
hat das Mantra zwanzig Silben

triṃśadvarṇaścaikaviṃśadvarṇaścārliṅgitastu saḥ / yo mantro dantavarṇastu mohitaḥ sa tu kīrtitaḥ

ein dreißigsilbiges und ein einundzwanzigsilbiges heißt 'Āliṅgita'; ein Mantra mit einem 'Zahn'-Laut aber wird 'Mohita' genannt.

Wort für Wort
triṃśadvarṇaḥ ca ekaviṃśad-
ein dreißigsilbiges und ein einundzwanzig-
varṇaḥ ca āliṅgitaḥ tu saḥ
silbiges, dieses heißt 'Āliṅgita'
yo mantro dantavarṇaḥ tu
welches Mantra einen 'Zahn'-Laut hat [?]
mohitaḥ sa tu kīrtitaḥ
wird jenes 'Mohita' genannt

[?] 'dantavarṇaḥ' unsicher gedeutet.

caturviśativarṇo vā saptaviṃśativarṇavān / kṣudhārtaḥ sa tu vijñeyo mantrasiddhivivarjitaḥ

Ein vierundzwanzigsilbiges oder ein siebenundzwanzigsilbiges gilt als 'Kṣudhārta', dem die Mantra-Vollendung fehlt.

Wort für Wort
caturviśativarṇo vā
ein vierundzwanzigsilbiges
saptaviṃśativarṇavān
oder ein siebenundzwanzigsilbiges
kṣudhārtaḥ sa tu vijñeyo
jenes gilt als 'Kṣudhārta'
mantrasiddhivivarjitaḥ
dem die Mantra-Vollendung fehlt

ekādaśākṣaro vāpi pañcaviṃśativarṇakaḥ / trayorviṃśativarṇo vā sa manurdṛptasaṃjñakaḥ

Ein elfsilbiges, oder ein fünfundzwanzigsilbiges, oder ein dreiundzwanzigsilbiges Mantra heißt 'Dṛpta'.

Wort für Wort
ekādaśākṣaro vā api
ein elfsilbiges, oder auch
pañcaviṃśativarṇakaḥ
ein fünfundzwanzigsilbiges
trayoviṃśativarṇo vā
oder ein dreiundzwanzigsilbiges
sa manuḥ dṛptasaṃjñakaḥ
jenes Mantra heißt 'Dṛpta'

ṣaḍviṃśatyakṣaro vāpi ṣaṭtriṃśadvarṇaṅko 'pi vā / ekona triṃśadarṇo vā mantro hīnāṅgakaḥ smṛtaḥ

Ein sechsundzwanzigsilbiges, oder ein sechsunddreißigsilbiges, oder ein neunundzwanzigsilbiges Mantra gilt als 'Hīnāṅga'.

Wort für Wort
ṣaḍviṃśatyakṣaro vā api
ein sechsundzwanzigsilbiges, oder auch
ṣaṭtriṃśadvarṇako 'pi vā
ein sechsunddreißigsilbiges
ekonatriṃśadarṇo vā
oder ein neunundzwanzigsilbiges
mantro hīnāṅgakaḥ smṛtaḥ
gilt jenes Mantra als 'Hīnāṅga'

aṣṭāviṃśativarṇo vā tathaikatriṃśadarṇakaḥ / atikrūraḥ sa vijñeyo 'khilakarmasu garhitaḥ

Ein achtundzwanzigsilbiges, oder ebenso ein einunddreißigsilbiges, gilt als 'Atikrūra', bei allen Riten zu tadeln.

Wort für Wort
aṣṭāviṃśativarṇo vā
ein achtundzwanzigsilbiges
tathā ekatriṃśadarṇakaḥ
oder ebenso ein einunddreißigsilbiges
atikrūraḥ sa vijñeyaḥ
gilt jenes als 'Atikrūra'
akhilakarmasu garhitaḥ
bei allen Riten zu tadeln

catvāriṃśatsamārabhya triṣaṣṭyantastu yo manuḥ / vrīḍitaḥ sa tu vijñeyaḥ sarvakarmasu na kṣamaḥ

Ein Mantra, das bei vierzig Silben beginnend bis dreiundsechzig Silben reicht, gilt als 'Vrīḍita', untauglich für alle Riten.

Wort für Wort
catvāriṃśat samārabhya
bei vierzig [Silben] beginnend
triṣaṣṭyantaḥ tu yo manuḥ
bis dreiundsechzig reichend, welches Mantra
vrīḍitaḥ sa tu vijñeyaḥ
gilt jenes als 'Vrīḍita'
sarvakarmasu na kṣamaḥ
untauglich für alle Riten

pañcaṣaṣṭyakṣarā mantrā jñeyā vai śāntamānasāḥ / pañcaṣaṣaaṭyarṇamārabhya navanandākṣarāvadhi

Mantras von fünfundsechzig Silben gelten fürwahr als 'Śāntamānasa'; von fünfundsechzig Silben beginnend bis zur Grenze von neunundneunzig Silben —

Wort für Wort
pañcaṣaṣṭyakṣarā mantrā
Mantras von fünfundsechzig Silben
jñeyā vai śāntamānasāḥ
gelten fürwahr als 'Śāntamānasa'
pañcaṣaṣṭyarṇam ārabhya
von fünfundsechzig Silben beginnend
navanandākṣarāvadhi
bis zur Grenze von neunundneunzig Silben [?]

[?] 'navanandākṣara' unsicher als Zahlwort gedeutet (etwa 99).

ye mantrāste tu vijñeyāḥ sthānabhraṣṭā munīśvara / trayodaśārṇā ye mantrāstithyarṇāśca tathā punaḥ

— jene Mantras gelten als 'Sthānabhraṣṭa', o Herrscher der Muni. Mantras von dreizehn Silben, und ebenso wiederum solche von 'Tithi'-Silbenzahl,

Wort für Wort
ye mantrāḥ te tu vijñeyāḥ
jene Mantras gelten
sthānabhraṣṭā munīśvara
als 'Sthānabhraṣṭa', o Herrscher der Muni
trayodaśārṇā ye mantrāḥ
Mantras von dreizehn Silben
tithyarṇāḥ ca tathā punaḥ
und ebenso solche von 'Tithi'-Silbenzahl

vikasāsteṃ samākhyātāḥ sarvatantraviśāradaiḥ / śataṃ sārddhaśataṃ vāpi śatadvayamathāpi vā

— diese werden von den in allen Tantras Kundigen als 'Vikala' bezeichnet. Ein[e Mantralänge von] hundert, oder hundertfünfzig, oder auch zweihundert Silben,

Wort für Wort
vikalāḥ te samākhyātāḥ
diese werden als 'Vikala' bezeichnet
sarvatantraviśāradaiḥ
von den in allen Tantras Kundigen
śataṃ sārdhaśataṃ vā api
hundert, oder hundertfünfzig
śatadvayam atha api vā
oder auch zweihundert [Silben]

dvinavatyekahīno vā śatatrayamathāpi vā / ye mantrā varṇasaṃkhyākā niḥsnehāste prakīrtitāḥ

oder von einundneunzig, oder auch von dreihundert Silben — jene nach der Silbenzahl bestimmten Mantras werden als 'Niḥsneha' bezeichnet.

Wort für Wort
dvinavatyekahīno vā
oder um eins vermindert von zweiundneunzig [=91]
śatatrayam atha api vā
oder auch dreihundert [Silben]
ye mantrā varṇasaṃkhyākāḥ
jene nach der Silbenzahl bestimmten Mantras
niḥsnehāḥ te prakīrtitāḥ
werden als 'Niḥsneha' bezeichnet

catuḥśataṃ samārabhya sahasrārṇāvadhi dvija / ativṛddhāḥ prayogeṣu śithilāste samīritāḥ

Von vierhundert beginnend bis zur Grenze von tausend Silben, o Zweifachgeborener — diese werden als 'Ativṛddha' bezeichnet, schlaff in der Anwendung.

Wort für Wort
catuḥśataṃ samārabhya
von vierhundert beginnend
sahasrārṇāvadhi dvija
bis zur Grenze von tausend Silben, o Zweifachgeborener
ativṛddhāḥ prayogeṣu
als 'Ativṛddha', in der Anwendung
śithilāḥ te samīritāḥ
schlaff werden diese bezeichnet

sahasravarṇadadhikā mantrāste pīḍitāhvayāḥ / tadvarddhvaṃ caiva ye mantrāḥ stotrarūpāstu te smṛtāḥ

Mantras mit mehr als tausend Silben werden 'Pīḍita' genannt; und Mantras, die darüber hinausgehen, gelten als von der Form eines Lobgesangs.

Wort für Wort
sahasravarṇād adhikā
mit mehr als tausend Silben
mantrāḥ te pīḍitāhvayāḥ
diese Mantras werden 'Pīḍita' genannt
tadūrdhvaṃ ca eva ye mantrāḥ
und Mantras darüber hinaus
stotrarūpāḥ tu te smṛtāḥ
gelten als von der Form eines Lobgesangs

evaṃ vidhāḥ samākhyātā manavo doṣa saṃyutāḥ / doṣānetānavijñāya mantrānetāñjapanti ye

So sind die mit Fehlern behafteten Mantras beschrieben worden; wer, ohne diese Fehler zu kennen, diese Mantras rezitiert,

Wort für Wort
evaṃvidhāḥ samākhyātā
so sind [sie] beschrieben worden
manavo doṣasaṃyutāḥ
die mit Fehlern behafteten Mantras
doṣān etān avijñāya
ohne diese Fehler zu kennen
mantrān etān japanti ye
wer diese Mantras rezitiert

siddhirna jāyate teṣāṃ kalpakoṭiśatairapi / chinnādidoṣaduṣṭānāṃ mantrāṇāṃ sādhanaṃ bruve

— dem entsteht selbst in hundert Millionen Weltzeitaltern keine Vollendung. Ich will nun das Mittel für die mit Fehlern wie Chinna usw. befleckten Mantras verkünden.

Wort für Wort
siddhiḥ na jāyate teṣāṃ
diesen entsteht keine Vollendung
kalpakoṭiśataiḥ api
selbst in hundert Millionen Weltzeitaltern
chinnādidoṣaduṣṭānāṃ
für die mit Fehlern wie Chinna usw. befleckten
mantrāṇāṃ sādhanaṃ bruve
Mantras will ich das Mittel verkünden

yonimudrāsane sthitvā prajapedyaḥ samāhitaḥ / yaṃ kañcidapi vā mantraṃ tasya syuḥ sarvasiddhayaḥ

Wer, in der Yoni-Mudrā-Haltung sitzend, gesammelt irgendein Mantra rezitiert, dem werden alle Vollendungen zuteil.

Wort für Wort
yonimudrāsane sthitvā
in der Yoni-Mudrā-Haltung sitzend
prajapet yaḥ samāhitaḥ
wer gesammelt rezitiert
yaṃ kañcit api vā mantraṃ
irgendein Mantra
tasya syuḥ sarvasiddhayaḥ
dem werden alle Vollendungen zuteil

savyapāṣṇi gude sthāpya dakṣiṇaṃ ca dhvajopari / yonimudrābandha evaṃ bhavedāsanamuttamam

Nachdem man die linke Ferse an den After gelegt und die rechte auf das Glied gelegt hat — so entsteht die Yoni-Mudrā-Bindung; dies sei die höchste Sitzhaltung.

Wort für Wort
savyapāṣṇi gude sthāpya
die linke Ferse an den After gelegt
dakṣiṇaṃ ca dhvajopari
und die rechte auf das Glied
yonimudrābandha evaṃ
so die Yoni-Mudrā-Bindung
bhavet āsanam uttamam
sei die höchste Sitzhaltung

anyo 'pyatra prakāro 'sti yonimudrānibandhane / tadagre sarahasyaṃ te kathayiṣyāmi nārada

Auch eine andere Art gibt es hierbei bei der Yoni-Mudrā-Bindung; deren Geheimnis will ich dir sogleich verkünden, Nārada.

Wort für Wort
anyo 'pi atra prakāro 'sti
auch eine andere Art gibt es hierbei
yonimudrānibandhane
bei der Yoni-Mudrā-Bindung
tadagre sarahasyaṃ te
deren Geheimnis dir sogleich
kathayiṣyāmi nārada
will ich verkünden, Nārada

pāraṃparyakramaprāpto nityānuṣṭānatatparaḥ / gurvanujñārataḥ śrīmānabhiṣekasamanvitaḥ

Der Ācārya sei einer, der durch überlieferte Sukzession die Weihe erlangt hat, der täglichen Pflichtübung ergeben, an der Erlaubnis des eigenen Guru sich erfreuend, glanzvoll, mit der Weihe versehen,

Wort für Wort
pāraṃparyakramaprāptaḥ
der durch überlieferte Sukzession [die Weihe] erlangt hat
nityānuṣṭhānatatparaḥ
der täglichen Pflichtübung ergeben
gurvanujñārataḥ śrīmān
an der Erlaubnis des Guru sich erfreuend, glanzvoll
abhiṣekasamanvitaḥ
mit der Weihe versehen

suṃdaraḥ sumukhaḥ śāntaḥ kulīnaḥ sulabho vaśī / mantratantrārthatattvajño nigrahānugrahakṣamaḥ

schön, mit freundlichem Antlitz, friedvoll, von guter Herkunft, leicht zugänglich, selbstbeherrscht, kundig im wahren Sinn von Mantra und Tantra, fähig zu Strafe wie zu Gnade,

Wort für Wort
sundaraḥ sumukhaḥ śāntaḥ
schön, mit freundlichem Antlitz, friedvoll
kulīnaḥ sulabho vaśī
von guter Herkunft, leicht zugänglich, selbstbeherrscht
mantratantrārthatattvajño
kundig im wahren Sinn von Mantra und Tantra
nigrahānugrahakṣamaḥ
fähig zu Strafe wie zu Gnade

nirapekṣo munirdānto hitavādī vicakṣaṇaḥ / tattvaniṣkāsane dakṣo vinayī ca suveṣavān

anspruchslos, ein bezähmter Weiser, heilsam redend, scharfsinnig, geschickt im Herausarbeiten der Wahrheit, wohlerzogen und von gutem Äußeren,

Wort für Wort
nirapekṣo munirdānto
anspruchslos, ein bezähmter Weiser
hitavādī vicakṣaṇaḥ
heilsam redend, scharfsinnig
tattvaniṣkāsane dakṣo
geschickt im Herausarbeiten der Wahrheit
vinayī ca suveṣavān
wohlerzogen und von gutem Äußeren

āśramī dhyānanirataḥ saṃśayacchitsuvuddhimān / nityānuṣṭānasaṃyuktastvācāryaḥ parikīrtitaḥ

im rechten Lebensstand stehend, der Meditation hingegeben, Zweifel zerschneidend, von guter Einsicht, der täglichen Pflichtübung verbunden — ein solcher wird als 'Ācārya' bezeichnet.

Wort für Wort
āśramī dhyānaniratah
im [rechten] Lebensstand stehend, der Meditation hingegeben
saṃśayacchit suvuddhimān
Zweifel zerschneidend, von guter Einsicht
nityānuṣṭhānasaṃyuktaḥ
der täglichen Pflichtübung verbunden
tu ācāryaḥ parikīrtitaḥ
ein solcher wird als 'Ācārya' bezeichnet

śānto vinītaḥ śuddhātmā sarvalakṣaṇasaṃyutaḥ / śamādisādhanopetaḥ śraddhāvān susthirāśayaḥ

Der Schüler sei friedvoll, wohlerzogen, reinen Wesens, mit allen guten Merkmalen versehen, mit den Mitteln wie Gelassenheit usw. ausgestattet, gläubig, von fest gegründeter Gesinnung,

Wort für Wort
śānto vinītaḥ śuddhātmā
friedvoll, wohlerzogen, reinen Wesens
sarvalakṣaṇasaṃyutaḥ
mit allen [guten] Merkmalen versehen
śamādisādhanopetaḥ
mit den Mitteln wie Gelassenheit usw. ausgestattet
śraddhāvān susthirāśayaḥ
gläubig, von fest gegründeter Gesinnung

śuddhadeho 'nnapānadyairddhārmikaḥ śuddhamānasaḥ / dṛḍhavratasamācāraḥ kṛtajñaḥ pāpabhīrukaḥ

reinen Leibes durch rechte Speise und Trank, fromm, reinen Geistes, in festem Gelübde-Wandel, dankbar, sündenscheu,

Wort für Wort
śuddhadeho annapānādyaiḥ
reinen Leibes durch Speise, Trank usw.
dhārmikaḥ śuddhamānasaḥ
fromm, reinen Geistes
dṛḍhavratasamācāraḥ
in festem Gelübde-Wandel
kṛtajñaḥ pāpabhīrukaḥ
dankbar, sündenscheu

gurudhyānastutikathāsevanāsaktamānasaḥ / evaṃvidho bhavecchiṣyastvanyathā guruduḥkhadaḥ

dem Dienst an der Meditation, dem Lobpreis und der Erzählung von den Taten des Guru hingegebenen Geistes — ein solcher sei der Schüler; anders aber bereitet er dem Guru nur Leid.

Wort für Wort
gurudhyānastutikathā-
der Meditation, dem Lobpreis, der Erzählung vom Guru
sevanāsaktamānasaḥ
hingegebenen Geistes im Dienst daran
evaṃvidho bhavet śiṣyaḥ
ein solcher sei der Schüler
tu anyathā guruduḥkhadaḥ
anders aber bereitet er dem Guru Leid

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